Deutsche Bank Championship
Gut Kaden 
Hamburg, Deutschland
21. - 24. Juli 2005
Preisgeld: € 3,300.000

European Tour

DEUTSCHE BANK CHAMPIONSHIP - Niki Zity ohne Euro von der Bank

2. Runde:

23.7.2005 / 19:10 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Null Euro von der D. Bank

Ein Doppelbogey vermasselt Markus das gute Score, auch Niki kann bei der Deutsche Bank Championship kein Preisgeld erspielen. Niclas Fasth führt bei 10 unter Par.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, Schauer am Morgen, 17 Grad, leicht windig

Niki Zitny
2. Runde: 77 (+5) / gesamt 5 über Par / 128. Platz

Markus Brier
2. Runde: 71 (-1) / gesamt 1 über Par / 85. Platz
Wieder ein Doppelbogey, sonst stark gespielt

Cut endgültig bei: -2 (Top 50 Pros)

Ein großer, ein kleiner oder gar kein Scheck von der Deutschen Bank - diese Entscheidung fiel am Samstag nach der 2. Runde, und das gar nicht nach dem Geschmack der Österreicher: nur in den Top 50 hätten sie die Chance auf sattes Preisgeld im Sonntagsfinale gehabt.

Platz 50 bis 70 hätte zwar das vorzeitige Ausscheiden bedeutet, aber immerhin 6.000 bis 15.000 Euro Preisgeld gebracht. Doch außerhalb der Top 70 hieß es für unser Tour-Duo: außer Spesen nichts gewesen.

Zitny wollte "rot" sehen

Niki Zitny ging erst im allerletzten Flight auf die Runde, für ihn lautete die Zielvorgabe: eine Runde unter Par. Kritisch waren zuletzt öfters für ihn die ersten Spielbahnen: "doch heute habe ich gleich auf den ersten Bahnen aufs Birdie geputtet, aber nichts hineingebracht."

Das erste Par 5 ist auch am Samstag die leichteste Bahn, dem Wiener Tourneuling gelingt leider kein Birdie, da er sich bei der Annäherung einbunkert. Zum wirklichen Test wird dagegen das folgende, überlange Par 4, das Zitny ein Bogey abknöpft: "Dabei habe ich das Grün getroffen, aber dann einen Dreiputt gemacht." Zum Glück kann er sofort mit einem guten Eisen am folgenden Par 3 kontern und den Schlagverlust wettmachen.

Das schwerste Loch am Platz, die auf 435 Meter verlängerte 7. Bahn, stellt ihm jedoch neuerlich ein Bein, Bogeys kann er bei der Aufholjagd überhaupt nicht gebrauchen: "War eigentlich ein Superdrive, der aber in den Fairwaybunker unter die Kante gerollt ist. Da war kein Weg mehr direkt zum Grün." Damit ist er schon drei Schläge vom Cut entfernt.

Rückwärts- statt Vorwärtsgang

Auf den Back 9 muß Zitny nun alles riskieren, doch auf den anstehenden, hantigen Par 4 geht mit der Brechstange gar nichts: an der 10 (Rough) und 11 (Grünbunker) geht jeweils ein Schlag verloren, damit wird die Lage aussichtslos. Da er an der 13 noch Bogey kassiert, können ihm die beiden Par 5 im Finish auch nicht mehr aus der Patsche helfen. Ein Bogey am Schlussloch ergibt unter dem Strich die frustrierende 77 (5 über Par).

Zu wenig gelang Niki Zitny auf seiner zweiten Runde, bei 5 über Par bleibt eine Riesenchance ungenutzt, bei einem 3,3 Millionen-Turnier das ziemlich dünne Preisgeldkonto für eine neue Tourkarte aufzufetten: "Das Score spiegelt heute überhaupt nicht mein Spiel wieder: sowohl die langen als auch die kurzen Schläge habe ich super getroffen. Die Tendenz ist ermutigend, ich habe eine gute Kontrolle über den Ball, jetzt fehlt nur noch das dazu passende Ergebnis."


Brier schafft den Traumstart

68 Schläge, so lautete die Zielvorgabe für Markus Brier für die Top 50: "Die Grüns waren dank der frühen Startzeit weit besser, anfangs ist es auch recht gut gelaufen."

Tatsächlich startet er wie aus der Pistole geschossen, schlägt starke Eisen ins 1. und 2. Grün - auch der Putter weiß sich zu benehmen und locht beide Birdieputts aus 2 und 5 Metern. Die lange 4. Bahn, die am Vortag noch ein Birdie für den Österreicher übrig hatte, bereitet ihm dagegen heute Probleme und kostet ein Bogey: "Da war schon der Drive im Rough, daher der zweite Schlag zu kurz und im Grünbunker."

Das dritte Birdie auf den ersten 6 Löchern fällt jedoch ausgerechnet auf seinem gestrigen Unglücks-Par 5, damit ist Markus wieder zurück auf der Überholspur. Das ändert sich leider am Par 4 der 9, hier muss der Drive genau im Dogleg platziert werden für den zweiten Schlag übers Wasser: "Leider war ich links im Rough, die Lage war aber nicht so schlecht, daher hab ich's aus 120 Metern probiert." Dieses Risiko wird jedoch zum Schlag ins Wasser und wird mit einem Doppelbogey bestraft.

Alles oder nichts ...

Damit steht Brier mit dem Rücken zur Wand, muss auf den Back 9 schon einen tollen Birdie-Run hinlegen um noch eine Chance zu haben. Ab der 10 lauern aber ein paar lange und knifflige Par 4, nicht unbedingt Birdielöcher. Markus absolvierte diese gefährliche Ecke von Gut Kaden sicher in Par: "An der 11 hatte ich noch eine gute Chance, die ich nicht nutzen konnte, dafür musste ich an der 10 und 14 ordentlich ums Par kämpfen."

Die beiden Par 5 im Finish boten die letzten Chancen, die der Wiener bei der Deutsche Bank Championship 2005 bekam, hier musste er nun unbedingt punkten. An der 15 mit ihrem engen Eingang ins Grün klappt es nicht, dafür aber am letzten Par 5: "Ein Sandwedge gut zur Fahne abgelegt und aus vier Metern den Putt gemacht."

Die 71er-Runde ist eine der Besseren am Samstag Vormittag, dennoch bringt sich Brier wieder mit einem Doppelbogey um die Früchte seiner Arbeit. Auf 7 seiner letzten 8 Turnierrunden kassierte Markus zumindest ein Doppelbogey, ganz ungewöhnlich für ihn: "Eine zufällige Häufung, mehr nicht," kann er sich den Grund dafür selbst nicht erklären.

Somit gelang ihm zuletzt auch keine wirklich tiefe Runde mehr, trotz einer sonst überzeugenden Vorstellung am Platz. Sein Halbzeitergebnis von 1 über Par reicht nicht einmal für die Top 70, somit geht er wie zuletzt in Schottland leer aus: "Nicht genügend zwingende Chancen herausgespielt, darin sehe ich in dieser Woche das Hauptproblem," resümmiert Markus.


Longhitter dominieren am zweiten Tag

Die Scores am regnerischen Morgen waren deutlich schlechter als am Vortag, nur Brian Davis gelang mit der 67 eine tiefe Runde. Bradley Dredge übernimmt mit der 69 vorläufig die Führung bei 9 unter Par. 

Am Nachmittag dominierte dann Neuseeland Open-Champion Niclas Fasth, der sich mit der 66 von Platz 10 zur alleinigen Führung bei 10 unter Par hievte. Big John Daly nutzte die idealen Longhitter-Bedingungen zur besten Turnierrunde von 64 Schlägen aus, schoss sich aus dem Hinterfeld bis auf Platz 6 vo.

Titelverteidiger Trevor Immelman scheitert dagegen nach einer zerfahrenen 75 bei 2 über Par vorzeitig, genauso wie Retief Goosen und Jose-Maria Olazabal.



Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 FASTH, Niclas SWE -10 68 66
2 DREDGE, Bradley WAL -9 66 69
T3 CAMPBELL, Michael NZL -8 65 71
T3 LAWRIE, Peter IRL -8 71 65
T5 ROE, Mark ENG -7 68 69
T5 STENSON, Henrik SWE -7 65 72
T7 CHOI, K J KOR -6 67 71
T7 DALY, John USA -6 74 64
T7 DAVIS, Brian ENG -6 71 67
T7 HANSEN, Anders DEN -6 69 69
T7 O'HARA, Steven SCO -6 68 70
T7 SIEM, Marcel GER -6 67 71
T7 TADINI, Alessandro ITA -6 66 72
T14 CABRERA, Angel ARG -5 69 70
         
Weiters:        
T19 LANGER, Bernhard GER -4 72 68
T26 HARRINGTON, Padraig IRL -3 70 71
T37 LEVET, Thomas FRA -2 68 74
T37 McGINLEY, Paul IRL -2 70 72
T37 POULTER, Ian ENG -2 69 73
         
Cut verpasst (-2):        
T55 GOOSEN, Retief RSA -1 70 73
T55 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 74 69
T85 BRIER, Markus AUT 1 74 71
T97 IMMELMAN, Trevor RSA 2 71 75
T109 OLAZÁBAL, José Maria ESP 3 76 71
T128 ZITNY, Niki AUT 5 72 77
T131 KARLSSON, Robert SWE 6 78 72


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