Dunhill Championship
Leopard Greek GC
Mpumalanga, Südafrika
9. - 12. Dezember 2004
Preisgeld: € 725.000

European Tour

DUNHILL CHAMPIONSHIP - Niki Zitny Aus der Traum!

LIVE-Update
2. Runde

10.12.2004 / 17:20 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Aus der Traum - 84 !

Mit seiner schwächsten Runde des Jahres schießt sich Niki Zitny beim Tourdebüt aus dem Cut. Auch Steve Waltman scheitert klar, Gustafsson führt.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter heiß, sonnig, kaum Wind

Niki Zitny
2. Runde: 84 (+12) / 12 über Par (140. Platz)
Nie zu Spiel und Form gefunden, serienweise Bogeys, kein Birdie

Steve Waltman
2. Runde: 77 (+5) / 8 über Par (116. Platz)
Bogey-Serie zu Mitte der Runde kostet den Cut

Der Cut wird bei +4 erwartet (Top 70 Pros)

Peter Gustafsson (Swe) führt nach der 68 bei 7 unter Par.

"Ich werde das Schlag für Schlag angehen, überhaupt nicht auf den Cut oder mein Zwischenergebnis schielen", ging Niki Zitny abgeklärt und optimistisch in seine zweite Runde bei der Dunhill Championship. Die Bedingungen waren am Freitag deutlich windstiller und heißer, auf dem äußerst selektiven Platz von Leopards Creek hätte schon ein Ergebnis von 4 über Par für den Cut gereicht. 

Serienweise Bogeys auf den Front 9

In der prallen Mittagshitze startete Niki vom 1. Tee - nach 30 Minuten Wartezeit am 1. Tee und mit einem gehookten Drive, der sofort zum ersten Bogey führt - unter Südafrikas heißer Sonne wurde er schon an der 1 eiskalt erwischt: "Ich möchte nichts beschönigen, ich habe heute schlecht gespielt, aber auch auf 18 Löchern alles an Pleiten, Pech und Pannen aufgesaugt, was nur möglich war", konnte er nur selbst den Kopf schütteln.

Am folgenden leichten Par 5 schiebt er knapp den Birdieputt vorbei, findet leider auch in der Folge nicht ins Spiel. Bogey am Par 4 der 3, Bogey an der 4, Bogey am kürzesten Par 3 - der Aderlaß an seinem Score setzte sich im Minutentakt fort: "Am Par 3 der 5 habe ich nur noch ein Eisen 9 genommen, weil plötzlich ziemlicher Rückenwind aufkam, doch im Aufschwung ist der Wind verschwunden, daher mein Schlag um einen Meter zu kurz und im Wasser", erzählt er eine typische Begebenheit seiner Runde.

Auf die Trendwende wartet Zitny vergeblich, zumindest kann Nik sein Spiel ab der 5 etwas stabilisieren, spielt sichere Pars auf schweren Löchern. Das verkappte Par 5 der 9, das die Pros jedoch als Par 4 spielen, kostet dann einen weiteren Schlag, langsam wird es kritisch, sollte nicht bald das erste Birdie fallen.

Entscheidung auf den Par 5

Auf den deutlich einfacheren Back 9 musste der Wiener zwei Schläge gutmachen, all seine Hoffnungen konzentrierten sich auf die drei Par 5 im Finish. Vorerst ging es aber an der 10 mit den Bogeys weiter, neuerlich kostet ihn ein langes Par 4 einen Schlag: "Da war ich zwischen zwei Schlägern, habe mich für die defensive Variante mit dem Eisen 7 entschieden. Ich weiß selbst nicht, warum der Schlag 170 Meter im Flug übers Grün gegangen ist, aber dieses Bogey war sicher der mentale Knackpunkt". 

Auch am Signature Hole, der 13, wird es nichts mit dem ersten Birdie, allerdings ist dies ein ganz enges Par 5 mit viel Wasser auf der linken Seite. Also muss Niki das Risiko im Finish deutlich erhöhen - kassiert dabei an der 14 nur das nächste Bogey. Das anschließende Par 5 hat eine ganz schwere Fahne nah beim Wasser. Zitny riskiert neuerlich zu viel und verspielt seine letzte kleine Chance mit einem Doppelbogey: "Nur weil ich ein Eagle gebraucht habe, attackierte ich diese Fahne".  Die 8 am spektakulären Par 5 mit seinem Inselgrün zum Abschluss hat nur noch statistischen Wert, trägt aber zur hässlichen 84 auf der Scorekarte bei.

Schlechteste Runde des Jahres

Die 84 ist eine bittere Pille für den 31-jährigen Wiener. Mit seinem schwächsten Score der gesamten Saison (zuvor war dies eine 78 beim Challenger am Gardasee) schießt sich Zitny noch meilenweit aus dem Cut, und das ausgerechnet bei seinem Einstand auf der European Tour und zugleich Saisonabschluss. Doch das soll sein bestes Karrierejahr nicht abwerten, Zitny fliegt nun heim und wird schon Mitte Jänner nach Südafrika zurückkehren - und hoffentlich bei der South African Open ordentlich Revanche nehmen.

Weiterer Trost: weder Markus Brier noch Martin Wiegele schafften den Cut bei ihrem Einstand in Europas erster Liga. "So eine Runde passiert selten, aber doch, wo kein einziger guter Schlag belohnt sondern alles gnadenlos bestraft wird. Hoffentlich war das schon diese verflixte Runde für das gesamte Spieljahr", will Zitny die 84 nicht überbewerten.

Steve Waltman wollte Fehler vermeiden

Gute Nachricht für Steve Waltman - nach den nicht allzu guten Scores am Morgen genügt dem Powerhitter aus dem GC Walchsee schon eine Par-Runde zum Cut. Das ist für den sympathischen Südafrikaner und APGA-Pro locker zu schaffen, sofern er sich weniger Ausrutscher als am Vortag leistet.

Zum Unterschied zu Zitny erwischt Waltman jedoch einen optimalen Start. An der 1 schafft er als einer der Wenigen ein Birdie, geht danach allerdings am leichten Par 5 leer aus. Nach einem Bogey an der 4 kann Steve seine Längen am "drivebaren" Par 4 der 6 ausspielen, holt sich den Schlag wieder zurück.

Mit dem Bogey am folgenden Par 3 schlittert Steve in die Krise, von nun an geht es mit 5 Bogeys auf den nächsten 8 Löchern steil bergab. Erst am Par 5 der 15 spielt er wieder ein Birdie - als es bereits zu spät für ihn ist. Nur ein Eagle im Finish hätte noch etwas bewirkt, mit Bogey-Bogey Finish wird es aber nur die 77, die bei 6 über Par um zwei Schläge zuviel sein sollte. Nach dem Cut im Vorjahr geht er heuer bei der Dunhill Championship leer aus.

Tourschool-Sieger der Beste

Peter Gustafsson setzte mit der besten Morgenrunde von 68 Schlägen die erste Clubhausführung bei 7 unter Par, der Sieger der Tourschool 2004 ist auch in der obersten Spielklasse top. Wenig Gefahr drohte ihm von Ernie Els, der auf den Par 5 der Back 9 ein Waterloo erlebte - zwei Wasserbälle an der 13, ein Outball vom Tee an der 15, beide Male ein Doppelbogey. Mit der 75 schießt sich der Turnierfavorit einmal aus den Top 10 hinaus.

Mit dem schwergewichtigen Südafrikaner Des Terblanche und seinem Landsmann Warren Abery kamen zwei Spieler der Sunshine Tour bei 5 unter Par dem Spitzenreiter am Nähesten. Titelverteidiger Marcel Siem rettete sich mit einer bärenstarken 69 zumindest ins Wochenende, während seine Landsleute Strüver, Simsek und Haremza ausschieden. Ein voller Erfolg ist die Dunhill Championship für die Schweiz, sowohl Julien Clement als auch André Bossert schafften deutlich den Cut.


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 GUSTAFSSON, Peter SWE -7 69 68
 T2 ABERY, Warren RSA -5 69 70
 T2 TERBLANCHE, Des RSA -5 69 70
 T2 CHEETHAM, Neil ENG -5 68 71
 T2 WHITELEY, Oliver ENG -5 72 67
 T6 LITTLE, Euan SCO -4 71 69
 T6 FROST, David RSA -4 70 70
 T6 SCHWARTZEL , Charl RSA -4 71 69
 T6 WESTERBERG, Leif SWE -4 70 70
 T10 FICHARDT, Darren RSA -3 70 71
 T10 GRÖNBERG, Mathias SWE -3 70 71
         
Weiters:        
T18 ELS, Ernie RSA -2 67 75
T18 MCDONALD, Bruce ZIM -2 66 76
 T42 CLARK, Tim RSA 1 77 68
T42 SIEM , Marcel GER 1 76 69
T51 CLÉMENT, Julien SUI 2 73 73
T51 BOSSERT, André SUI 2 74 72
         
Cut verpaßt (+4):        
T93 COLTART, Andrew SCO 6 78 72
T103 SIMSEK, Erol GER 7 74 77
T116 STRÜVER, Sven GER 8 75 77
T116 WALTMAN, Steven RSA 8 75 77
T123 HAREMZA, Marcel GER 9 74 79
T140 ZITNY, Niki AUT 12 72 84


Alle Beiträge zur Dunhill Championship

Vorschau: >> Birdie- statt Großwildjagd
1. Runde: >> Wenig falsch gemacht

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