Open de France
Le Golf National 
Paris, Frankreich
23. - 26. Juni 2005
Preisgeld: € 3,500.000

European Tour

FRENCH OPEN LE GOLF NATIONAL - Niki Zitny

2. Runde:

24.6.2005 / 21:05 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Mit einem blauen Auge

Ein Doppelpar läutet Zitnys Absturz in Paris ein. Markus Brier steigert sich mit der 70 deutlich, beide schaffen am letzten Drücker den Cut.

 

Das Wichtigste in Kürze

Sonnig und heiß, etwas Wind, kein Gewitter

Niki Zitny
2. Runde: 77 (+6) / gesamt 2 über Par / 68. Platz
Bis zum Doppelpar in den Top 10 - auf 2 Bahnen dann 6 Schläge verloren

Markus Brier
2. Runde: 70 (-1) / gesamt 2 über Par / 68. Platz
Zwei Birdie-Doppelpacks, Bogey am letzten Par 3 war zuviel

Cut
erwartet bei: +2 (Top 70)

Der Eine spielte zuletzt in Topform, der andere war in der Birdiekrise: dass Niki Zitny von Platz 6 weg in die zweite Runde starten würde, während Markus Brier nicht unter den Top 100 zu finden war, hätten wohl wenige erwartet: >> Zitny mit Traumstart in Paris.

Aufgrund des heftigen Gewitters vom Vortag konnte die zweite Runde erst am Freitag gegen 10:30 MEZ begonnen werden. Neuerlich ist es heiß in Paris, Brier und Zitny gingen gegen 11 Uhr auf die Runde.

Zitny konzentriert und selbstbewusst

Den eigenen Namen weit oben am Leaderboard zu finden, hat Niki Zitny überhaupt nicht erschreckt. Jedenfalls startet er neuerlich sicher an der 1, macht es diesmal jedoch am ersten Par 5 besser und holt sich am statistisch leichtesten Loch von Le Golf National sein Pflicht-Birdie ab. Auf den folgenden, teils äußerst selektiven Bahnen liefert er ein solides Par nach dem anderen ab, prolongiert seine sensationelle Vorstellung: "ich habe wieder gut begonnen, aber beim Putten lief wenig zusammen. Gleich auf den ersten 6 Bahnen habe ich zumindest vier gute Chancen vergeben."

Doch langsam macht sich eine gestern erlittene Zerrung im Halsbereich störend bemerkbar, das irritiert zunehmend bei jedem Schwung. Nach 23 absolut fehler- und bogeyfreien Golflöchern erwischt es Zitny an der 7, und das gleich knüppeldick. "Von Mitte Bahn habe ich mit dem Eisen 5 den Ball in einen Busch verzogen, ich musste den Schlag wiederholen, landete darauf in Grünnähe in einem Gegenhang, lag erst nach zwei Chips endlich am Grün." Mit  dem Doppelpar, der 8 am Par 4, kassiert er die Höchststrafe.

Zwar steckt er den Keulenschlag gut weg, spielt in der Folge sichere Pars, doch der Putter bleibt wie schon auf der gesamten Runde eiskalt, vergönnt ihm absolut gar nichts: "Ich blieb dennoch cool in dieser Situation, habe weiterhin gut gespielt und meine Chancen bis zum Schluss gehabt."

Doppelbogey am letzten Par 5

Im extrem wasserreichen, letzten Drittel heißt es besonders Aufpassen: Doch ausgerechnet auf einem eher leichten Loch erwischt es Zitny, neuerlich im kniehohen Rough, er kassiert am letzten Par 5 noch ein Doppelbogey: "Ich musste im tiefen Rough mit Strafschlag droppen, habe nur konservativ rausgespielt und dann noch aus fünf Metern dreimal geputtet". Einen weiteren Schlagverlust hat er an der 14 zu beklagen. Im schweren Finish wollen Birdis auch nicht mehr gelingen: "An der 17 habe ich sogar aus einem Divot heraus mir eine Birdiechance erarbeitet, konnte aus vier Metern wieder nicht verwerten."

Mit der 77er-Runde (+6) fasst Zitny eine hohe Nummer aus und stürzt vom 6. Platz bis tief ins Mittelfeld ab: "Eigentlich waren es nur drei schlechte Schläge, die mir die 77 aufgebrummt haben. Aber ich kann mir nichts vorwerfen, habe gut gespielt und alles gegeben." Mit dem Halbzeitergebnis von 2 über Par mußte Zitny jedenfalls kräftig zittern. Nur die deutlich schlechteren Scores am späten Nachmittag spülten ihn gerade noch in den Cut.

Brier benötigt dringend Birdies

"Gegenüber den 10 Löchern am Morgen habe ich zwar deutlich solider gespielt, bin aber mit den Eisen nicht nah genug an die Fahnen gekommen," beschreibt Markus Brier sein Hauptproblem. Viele sichere Pars sind die Folge, doch unser Paradegolfer benötigt nun dringend die ersten Birdies. Das leichteste Loch, das kürzeste Par 5, schenkt ihm jedoch neuerlich ein, auch beim zweiten Versuch kassiert er hier ein Bogey: "Von Mitte Bahn habe ich den Ball links ins tiefe Gemüse verzogen, von dort ging's nur in kleinen Schritten Richtung Grün."

Den Birdiebann bricht Markus endlich an der 8, einem langen aber sonst machbaren Par 3. Die Fahne am Par 5 der 9 steht nun deutlich freundlicher, ganz wichtig, dass Brier die 4 schafft und sich wieder ins Spiel zurückbringt: "Zwei sehenswerte Birdies, das war meine beste Phase."

Aufholbedarf auf den schweren Back 9

Das heiße Wetter und einige ganz schwere Fahnen treiben die Scores nach oben, Brier hat sich somit bis an die Cutlinie herangekämpft. Die deutlich schwierigeren Back 9 eröffnet der Österreicher leider mit einem Bogey an der kurzen, aber wasserreichen 10: "Da war heute Gegenwind, daher habe ich noch ein Holz 3 vom Abschlag gebraucht, den Ball damit leider links baden geschickt." Von da an hält er vorerst sicher das Par, doch das ist zu wenig, im schwierigen letzten Drittel müssen Birdies her.

Das absolute Muss-Birdie erzwingt Markus tatsächlich am letzten Par 5, arbeitet sich verbissen an die Cutlinie heran. Zum Glück locht der Wiener gerne seine Birdies im Doppelpack, auch am Inselgrün der 15 holt er sich ein Erfolgserlebnis, das ihn zurück in die Preisgeldränge bringt. Die Freude darüber währt nur kurz, am kürzesten Par 3 - wieder mit einem Grün ganz nah beim Wasser - kassiert Brier ein spätes Bogey: "Besonders ärgerlich, das Eisen 7 war zu gut getroffen, der Ball daher etwas zu lang." Die beiden abschließenden Par 4 zählen zu den längsten und schwersten Bahnen am Platz, die dem Wiener keine machbaren Birdieputts mehr gönnen.

Mit 70 Schlägen (-1) steigert sich Brier deutlich, bei 2 über Par rettet er sich überraschend ins Wochenende: "ich hätte nicht gedacht, dass es reicht", profitierte Markus wie sein Landsmann von den nachlassenden Scores der Nachmittagsgruppe. Und der Cut ist für die Österreicher mehr als nur wichtig - beim best dotierten Event am europäischen Festland.

Die Katze lässt das Mausen nicht

Bei seinem Abstecher weg von der Seniors Tour führt Eduardo Romero - Spitzname "El Gato", die Katze - die jungen Golfathleten so richtig vor: beim neuen Platzrekord von 62 Schlägen sammelte der 50-jährige Argentinier die Birdies nach Belieben auf und stürmte bei 10 unter Par vom 38. Platz bis an die Spitze vor. 

Nur bis auf zwei Schläge kamen die Verfolger an Romero heran, Auftaktleader Jean van de Velde, Jonathan Lomas und Soren Hansen


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 71):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 ROMERO, Eduardo ARG -10 70 62
T2 HANSEN, Søren DEN -8 65 69
T2 LOMAS, Jonathan ENG -8 65 69
T2 VAN DE VELDE, Jean FRA -8 64 70
T5 DELAMONTAGNE, Francois FRA -7 67 68
T5 ERLANDSSON, Martin SWE -7 68 67
T7 FASTH, Niclas SWE -5 69 68
T7 O'MALLEY, Peter AUS -5 69 68
T7 REMESY, Jean-Francois FRA -5 68 69
T7 SIEM, Marcel GER -5 69 68
         
Weiters:        
T15 OLAZÁBAL, José Maria ESP -3 69 70
T18 DAVIS, Brian ENG -2 71 69
T31 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 67 74
T31 McGINLEY, Paul IRL -1 70 71
T31 MONTGOMERIE, Colin SCO -1 69 72
T53 ROCCA, Costantino ITA 1 72 71
T68 BRIER, Markus AUT 2 74 70
T68 LEVET, Thomas FRA 2 72 72
T68 STRÜVER, Sven GER 2 72 72
T68 ZITNY, Niki AUT 2 67 77
         
Cut verpasst (+2):        
T94 HAEGGMAN, Joakim SWE 4 71 75
T94 WOOSNAM, Ian WAL 4 71 75
T129 LAFEBER, Maarten NLD 9 73 78


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>> 1. Runde: Zitny mit Traumstart in Paris

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