Linde German Masters
Gut Lärchenhof 
Köln, Deutschland
8. - 11. September 2005
Preisgeld: € 3,000.000

European Tour

LINDE GERMAN MASTERS - Niki Zitny nicht bei der Musik dabei

2. Runde:

9.9.2005 / 19:39 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Die Musik spielt wo anders

Wall (62) und Olazabal (65) dominieren am 2. Tag in Köln. Markus Brier (73) und Niki Zitny (72) können beim Birdiefestival nicht mehr vorne mitgeigen.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, 18 - 27 Grad, wenig Wind

Markus Brier 2. Runde: 73 (+1) / 5 unter Par / 28. Platz
3 Bogeys im Finish kosten Anschluss an die Spitze

Niki Zitny 2. Runde: 72 (Par) / 5 unter Par 28. Platz
6 Putts mehr als am Vortag, daher nur die Par-Runde

Cut
erwartet bei: -2 (Top 70 Pros)

Der historische Österreicher-Tag mit Markus Brier in Führung und Niki Zitny auf Platz 7 war schön, aber ist Vergangenheit. Was konnten unsere Tour-Pros nun aus dem glänzenden Start beim German Masters machen? Der Freitag brachte leider einen herben Rückschlag.

Kann Brier nachsetzen?

Markus Brier hatte die allerletzte Tee-Time um 14:00 Uhr. Aufgrund der guten Scores vom Morgen ist er bis auf Platz 12 zurück gereicht worden, also heißt es Gas geben: "So gesehen verspürte ich nicht den Druck des Führenden, weil ich der schon lange nicht mehr war." Markus kommt von Beginn an nicht richtig vom Tee weg: "Schon an der 2 war ich im tiefen Rough, musste halb im Bunker stehend das Grün anspielen, das ging sich nicht mehr aus." Somit verliert er früh einen Schlag. 

Also krempelt der Markus kurz die Ärmel auf und holt sich am ersten Par 5 dank zweier guter langer Schläge das Birdie ab. Zwei Bahnen später macht er wieder alles richtig: das 5. Grün hatte er am Vortag noch überschlagen, diesmal holt er hier einen Schlag auf. Als auch noch der Singleputt am 6. Grün fällt, ist der Österreicher wieder in Schlagdistanz zur Spitze: "An der 6 ist ein längerer Putt gefallen, die anderen Birdies waren mit den Eisen gut herausgespielt."

Vorsicht auf den Back 9

Die schwersten Bahnen lauern heute auf den Back 9, das liegt vor allem an einigen Fahnenpositionen. So etwa an der 10, wo das Ziel rechts im Grün steckt, hinter einem Bunker: "Wieder hat mich der Drive hineingeritten, keinen einzigen Up & Down habe ich heute geschafft, weil die Lagen viel zu schlecht waren im Rough." Markus kassiert an der 10 wie so viele ein Bogey. Den Schlag macht er am Par 5 der 13 gut, "obwohl ich nach einem verzogenen Drive wieder nur vorlegen konnte."

Die Attacke am letzten Par 5 geht leider gründlich schief, schuld ist einmal mehr der Driver: "Aus dem Rough konnte ich nur 50 Meter raushacken, hatte für den dritten Schlag noch immer ein Eisen 4 in der Hand" - das er jedoch nicht ganz trifft und sich einen schlechten Winkel für den Chip lässt. Selbst der Par-Putt ist noch gute 6 Meter lang und verfehlt knapp das Loch - ein ganz bitteres Bogey auf der zweitleichtesten Bahn.

Brier ist der Rückschlag deutlich ins Gesicht geschrieben: er schafft es auch nicht die schwere Fahne im 16. Grün richtig anzuspielen, verliert hier noch einen Schlag: "Mit dem Eisen 5 wollte ich den Ball vom Seitenwind hineintragen lassen, ist sich um einen Meter nicht ausgegangen, wieder eine schwere Roughlage." Ausgerechnet auf der schwersten Ecke am Platz streut es den Österreicher auf: die 18 ist überhaupt das schwerste Loch, auf dem auch Brier nicht mehr das Par halten kann: "Dreiputt am Schlussloch, das hat zur heutigen Runde gepasst." 

Die späte Birdieserie kostet ihn 20 Ränge und den Rückfall bis auf den 28. Platz. "Gestern ist alles besonders gut gelaufen, heute war es das andere Extrem," erklärt sich Brier die 73, "ich habe aber auch zu viele Drives verschossen." Vom Mittelfeld aus heißt es nun am Wochenende wieder aufholen: "das Spiel passt, ich traue mir noch einiges zu."

Zitny kämpft mit den Eisen 

Niki Zitny ging voller Selbstvertrauen um 9:30 Uhr vom 1. Abschlag auf seine zweite Runde, muss jedoch diesmal einen frühen Rückschlag verdauen: das Par 4 der 2 kostet ihn gleich ein Bogey, wie schon am Vortag: "einen ganz kurzen Putt verschoben, da war ich noch nicht ganz am Platz." Von einem neuerlichen Birdiefeuerwerk ist leider nichts zu sehen, Niki hat große Mühe den ersten Schlaggewinn zu realisieren: "Ich habe zwar auf den ersten 9 alle Fairways getroffen, die Eisen aber nicht nah genug hingeschossen. Am Putten lag's gar nicht so." Auch am ersten Par 5 will nichts gelingen.

Am langen, aber sonst nicht allzu schweren Par 4 der 6 passt endlich alles zusammen, Zitny bringt sich mit dem ersten Birdie wieder ins Geschehen zurück. Doch das war es schon mit den Highlights auf den Front 9: während die Kollegen rund um ihn tief schießen, verliert Niki leicht an Boden.

Ein Schritt vor, einer zurück

Am kürzesten Golfloch im Gut Lärchenhof, der 11, holt sich der Wiener wie schon gestern das Birdie ab, kehrt so in die Top 10 zurück. Die Freude darüber wehrt nur kurz, denn schon am folgenden, mächtig langen Par 4 geht der Schlag wieder flöten: "Einer der Schläge, die mich mächtig geärgert haben. Die Fahne steht links hinten im Grün und das Eisen habe ich links weg gehookt, ohne Chance von dort das Par zu retten."

Da kommt das kürzeste und auch einfachste Par 5 gerade recht, auch Zitny holt sich an der 13 das Birdie ab: "Bei Rückenwind brauchte ich nur noch ein Eisen 7 für den zweiten Schlag." Doch auch diesmal kann er sich nicht in den roten Zahlen halten. Ausgerechnet am letzten Par 5 bezahlt er die Attacke mit einem Bogey: "Das hat mich am meisten geärgert: ich wollte wenig riskieren, habe vorgelegt und mache dann von Mitte Bahn aus 69 Metern einen Pitch und drei Putts zum Bogey."

Die gute Nachricht: erstmals seit der Open de France Ende Juni, nach 6 Nullnummern in Folge, cuttet Zitny wieder auf der European Tour. Allerdings fällt er mit der Par-Runde bis auf Platz 28 zurück. 31 Putts heute, 6 mehr als zum Auftakt, das machte den Unterschied bei seinem Score aus: "Dennoch eine deutliche Steigerung zu den letzten Wochen. Wenn am Wochenende noch ein bisserl was geht, kann das ein sehr gutes Ergebnis werden."

Die Stars setzen sich in Szene

Retief Goosen und Bernhard Langer geben am frühen Freitag mächtig Gas, vor allem der Hausherr macht im Gut Lächenhof einen sehr entschlossenen Eindruck. Doch es bleibt dem jungen Marc Cayeux (Zim) vorbehalten, bei 9 unter Par eine erste Bestmarke zu setzen, die der Südafrikaner einstellen konnte. Langer folgt aber schon bei 8 unter Par.

Die Runde der Woche drehte am Nachmittag der Engländer Anthony Wall: von der 10 weg startet er mit 6 Birdies in Folge, ließ danach nur wenig nach und drehte in Summe eine Wahnsinnsrunde von 62 Schlägen (-10), zwei Schläge über Bernhard Langers Fabelrekord aus dem Jahre 2001. Bei 11 unter Par setzt sich Wall klar an die Spitze.

Nur Jose-Maria Olazabal kann mit einer glänzenden 65 den Engländer an der Spitze einholen, dahinter schiebt sich der wieder erstarkte Paul Casey auf Platz 3.


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
T1 OLAZÁBAL, José Maria ESP -11 68 65
T1 WALL, Anthony ENG -11 71 62
3 CASEY, Paul ENG -10 67 67
T4 CAYEUX, Marc ZIM -9 66 69
T4 DOUGHERTY, Nick ENG -9 71 64
T4 GOOSEN, Retief RSA -9 67 68
T4 LYNN, David ENG -9 68 67
T8 DRUMMOND, Scott SCO -8 68 68
T8 LANGER, Bernhard GER -8 67 69
         
Weiters:        
T10 LEVET, Thomas FRA -7 71 66
T17 CABRERA, Angel ARG -6 70 68
T17 HOWELL, David ENG -6 72 66
T17 STRÜVER, Sven GER -6 70 68
T28 BRIER, Markus AUT -5 66 73
T28 ZITNY, Niki AUT -5 67 72
T35 CAMPBELL, Michael NZL -4 71 69
T46 BJÖRN, Thomas DEN -3 71 70
T46 BOSSERT, André SUI -3 72 69
T46 SIEM, Marcel GER -3 71 70
T58 WOOSNAM, Ian WAL -2 75 67
         
Cut verpasst (-2):        
T73 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 71 72
T85 DIER, Tobias GER Par 74 70
T85 HARRINGTON, Padraig IRL Par 75 69
T85 MONTGOMERIE, Colin SCO Par 72 72


Alle Spielberichte von der German Masters

>> 1. Runde: Brier führt in Köln

>> Vorschau: Bei den Langers zu Gast

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