Open de Espana
San Roque GC / Old Course
Cadiz, Spanien
14. - 17. April 2005
Preisgeld: € 1,650.000

European Tour

GOLF SPANISH OPEN - Markus Brier Windjammer in San Roque

2. Runde:

15.4.2005 / 20:10 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Dreiputts vereiteln Cuts

Nicht am starken Wind, sondern an den Putts scheitern Markus Brier (75) und Niki Zitny (74) in Spanien. Peter Hanson führt zur Halbzeit mit 6 unter Par.

 
Das Wichtigste in Kürze

sonnig, 22 Grad, Starkwind mit Böen um 50 km/h

Markus Brier
2. Runde: 75 (+3) / gesamt +6 / 90. Platz
Zwei Dreiputt-Bogeys löschen zwei Birdies aus

Niki Zitny 2. Runde: 74 (+2) / gesamt +8 / 114. Platz
Gleich drei Dreiputts, tolles Finish mit drei Birdies

Cut endgültig bei: +4

Nur ein gutes Dutzend Spieler hält sich bei der Open de Espana in den roten Zahlen, so schwer waren bislang die Bedingungen. Auch am zweiten Tag bläst seit dem Morgen ein starker Wind über der Anlage von San Roque, in Böen mit mehr als 50 km/h, die Bedingungen vielleicht noch härter als am Vortag, aber für alle annähernd gleich. 

Markus Brier (13:10 MEZ) und Niki Zitny (15:10) gingen erst spät auf ihre zweite Runde, beide mussten sich steigern, um am Wochenende dabei zu sein: "Wenn ich mir das gestrige Tripplebogey spare und weiter so spiele, mache ich mir keine Sorgen", rechnete sich Brier noch gute Chancen für den Cut-Day aus.

Brier spielt gut - puttet schlecht

Heute an der 10 zu starten, einem langen Par 5 bei Gegenwind, war nicht einfach. Brier erarbeitet sich dennoch eine Birdiechance, schiebt aus 3 Metern den Bergab-Putt leider vorbei. Trotz der sehr windigen  Bedingungen agiert der Österreicher bombensicher vom Tee, aber auch bei den Schlägen ins Grün, allerdings bleiben die ganz dicken Birdiechancen Mangelware: "Das war ein reines Glücksspiel, wie nah man zur Fahne kommt. Bei dem starken Wind einfach unberechenbar, obwohl ich die Eisen sehr gut getroffen habe".

Erstmals bekommt Markus an der 12 Probleme, dem schweren Par 4 mit Wasser auf der linken Seite. Beim Schlag ins Grün vermeidet er zwar das H2O, aber nicht den Sand. Aus dem Grünbunker kommt er nur bis auf 5 Meter an die Fahne - aber locht den wichtigen Par-Putt. Die 13 bringt ihm dagegen kein Glück, aus 5 Metern kullert der Birdieversuch ganz knapp am Loch vorbei: "Der Wind hat mir am meisten beim Putten Probleme gemacht, sowohl vom Stand her als auch wie der Wind den Roll beeinflusst hat."

Teuer wird es für den Österreicher erstmals am Par 3 der 14, der Wind kommt von rechts hinten, das nierenförmige Grün ist nur schwer zu treffen. Brier findet zwar das Kurzgemähte, bleibt allerdings 10 Meter zu kurz - und benötigt noch drei Putts, weil der Par-Versuch aus 30 Zentimetern nicht gelingt.

Entschlossen fightet er am folgenden kurzen Par 4 zurück, zeigt einen tollen Pitch ins Grün - doch aus drei Metern will der Putt nicht rein. Seinen zweiten Grünbunker trifft Brier am Par 3 der 16, diesmal kommt er nicht so glimpflich davon wie zuvor, aus drei Metern misslingt ihm der Sand Save zum Par.

Die Missgeschicke auf den Grüns schienen nicht spurlos an Markus vorbei zu gehen, in dieser Phase beginnen sich Fehler im langen Spiel einzuschleichen. Am Par 5 der 17 landet er im Fairwaybunker, legt nur kurz vor und lässt sich für den 3. Schlag gute 160 Meter bei Gegenwind ins Grün. Dieses trifft er zwar sicher, aber am falschen Plateau. Über eine Welle und gute 8 Meter muss er putten, lässt sich einen knappen halben Meter zum Par - verschiebt leider zum zweiten Mal aus so kurzer Distanz, kassiert mit dem nächsten Drilling schon das dritte Bogey: "Die Dreiputts sind natürlich tödlich, wenn der Wind kaum Birdiechancen zulässt," kämpfte Brier mit stumpfen Waffen.

Hoffnung keimt nach 1. Birdie auf

Zwei Schläge Rückstand auf den Cut und 9 Löcher zu spielen: Brier gelingt endlich an der 1 sein erstes Birdie, das ihm neuen Mut und Chancen gibt: "Der einzige Putt, der heute gefallen ist, aus vier Metern".

Das Par 5 Nummer 5 ist bei der heutigen Windrichtung kein wirkliches Birdieloch, "selbst mit zwei perfekten Schlägen haben mir 20 Meter gefehlt, auf den Par 5 war hier wenig zu holen." Markus spielt nur das Par, langsam gehen ihm auch die Bahnen aus. Am Par 4 der 6 zwingt ein Wasserhindernis zu einem langen zweiten Schlag ins Grün, diese Bahn bewältigt der Fontana-Pro nur mit einem Bogey: "Ein etwas fett getroffenes Eisen 9, das um einen Meter zu kurz war. Der Par-Putt aus zwei Metern ist nicht gefallen."

Das Par 4 der 8 ist dank Gegenwind die schwerste Bahn, mit einem weiteren Bogey muß auch Brier den Tücken Tribut zollen: "Das Grün war mit zwei Schlägen fast unerreichbar. Aus dem Rough konnte ich nur mit einem Eisen 5 vorlegen, aus 30 Metern ist mir der Up & Down nicht gelungen."

Am abschließenden Par 5, wo nur noch ein Eisen 8 für den zweiten Schlag bleibt, rechnet sich Markus noch Chancen aus: "Mit einem Eagle hätte es sich noch ausgehen können, die Möglichkeit war da aus drei Metern". Mit den Putts Nummer 33 und 34 des Tages holt er jedoch "nur" das Birdie zur 75er-Runde.

Sein Halbzeitergebnis von 6 über Par wird wohl nicht für den Cut reichen, wie schon im Vorjahr sind die Open de Espana leere Flugkilometer für Österreichs Nummer 1: "Eigentlich habe ich es nur mit dem Putter vergeigt, für die harten Verhältnisse war ich mit dem langen Spiel sehr zufrieden".


Zitny benötigte eine "rote Runde"


Niki Zitny schiebt dagegen das Thema Cut bewusst aus seinem Fokus: "Ich muss geduldig sein, ein gutes Score kann man nicht erzwingen. Meine Zeit wird schon noch kommen," startet er mit zwei Schlägen Rückstand auf den Cut und wollte sich auf sein Spiel und nicht auf Rechenspiele konzentrieren.

Dem Wiener Tourneuling geht es ähnlich wie seinem Landsmann: recht solides Spiel trotz starkem Wind, aber mit Problemen auf den Grüns. Wie schon gestern kassiert er am Eröffnungsloch mit einem Dreiputt ein Bogey - und das am Par 5 der 10. Bahn. Dafür turnt er sich sicher über die folgenden hantigen Par 4  hinweg - doch das einzige, was ihm noch helfen kann sind einige Birdies, und die sind zu Beginn leider nicht in Sicht. Dafür geht ein weiterer Schlag an der 13 verloren, wo er aus einer kleinen Birdiechance aus sieben Metern noch ein Dreiputt-Bogey macht: "Um die vielen Dreiputts war es schade, aber ich habe derzeit ein leichtes Problem beim Putten, das wirkt sich massiv auf mein Score aus."

Der Putt-Frust zieht Unsicherheiten im langen Spiel nach sich: sowohl am Par 3 der 14 als auch am folgenden kurzen Par 4 verfehlt er das Grün, rettet sich mit tollen Chips aber verlustfrei aus der Misere. Am längsten Par 3 der 16 trifft er neuerlich nicht das Grün, wieder chippt er gut zur Fahne, zum dritten Mal rettet er das Par. 

Am Par 5 der 17 muss Nik lange warten, da sein Flightpartner einen Platzrichter anfordert, damit kommt der Wiener aus seinem Rhythmus. Selbst mit dem dritten Schlag landet er nur im Rough neben dem Grün, diesmal gelingt ihm der Up & Down nicht mehr - Bogey Nummer 3.

Rückstand nach Loch 1 endgültig zu groß

Als Zitny die vorderen 9 Bahnen gleich mit einem Doppelbogey beginnt, ist auch die letzte theoretische Chance auf den Cut vorbei: "Das war mein sechster Dreiputt in zwei Runden". Erst jetzt, am kürzesten Par 3 von San Roque, gelingt dem Wiener das erste Birdie: Endlich einmal mit einem guten Putt, von da an habe ich eine Chancen nach der anderen gehabt." Auch am Par 4 der 6, aufgrund des Wassergrabens eine sehr schwere Bahn, kann er sich mit einem Birdie auszeichnen. Weiter zieht er ein perfektes, langes Spiel auf den Schlusslöchern durch: "An der 8 hatte ich noch ein volles Holz 3 ins Grün, so lang spielte sich diese Bahn, hätte fast direkt zum Eagle gelocht, aus drei Metern konnte ich zum Birdie nicht verwerten." Am Schlußloch, einem Par 5, will der Eagle-Putt aus 5 Metern nicht fallen. Mit seinem dritten Birdie verabschiedet sich Zitny dennoch mit einem Ausrufungszeichen von seiner ersten Spanish Open.

Mit der 74 steigert er sich klar gegenüber dem Vortag, bringt ein Halbzeitergebnis von 8 über Par nach Hause - das um vier Schläge nicht zu seinem dritten Cut auf der European Tour reicht: "Vom Gefühl her hätte das eine 71 oder 72 sein müssen, wieder habe ich auf den Grüns ein gutes Ergebnis hergeschenkt," weiß Zitny ganz genau, wo er sich verbessern muß.


Gustafsson regiert weiter in San Roque

Peter Gustafsson knackte am Morgen als Erster die 70er-Marke. Nach dem Sieg bei der Tourschool in San Roque übernahm der in der Umgebung von Cadiz lebende Schwede somit auch bei der Open de Espana vorerst die Führung bei 5 unter Par, die jedoch nicht halten sollte.

Am Nachmittag schafften einige Spieler sogar eine 68, unter ihnen der Schwede Peter Hanson, der die Bestmarke auf 6 unter Par schraubte. Der Jubilar im Feld, Roger Chapman, schaffte bei seinem 600. Tourstart bei 3 über Par sicher den Cut.


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 HANSON, Peter SWE -6 70 68
2 GUSTAFSSON, Peter SWE -5 70 69
T3 BOURDY, Gregory FRA -3 73 68
T3 LAWRIE, Peter IRL -3 71 70
T5 DONALDSON, Jamie WAL -2 74 68
T5 OTTO, Hennie RSA -2 71 71
T5 RIVERO, José ESP -2 70 72
T8 BORREGO, Diego ESP -1 70 73
T8 ILONEN, Mikko FIN -1 73 70
T8 KARLSSON, Robert SWE -1 72 71
T8 MARSHALL, Andrew ENG -1 72 71
T8 MARTIN, Miguel Angel ESP -1 71 72
T8 STORM, Graeme ENG -1 73 70
         
Weiters:        
T14 LAWRIE, Paul SCO Par 72 72
T14 SANDELIN, Jarmo SWE Par 72 72
T22 FASTH, Niclas SWE 1 74 71
T31 McGINLEY, Paul IRL 2 76 70
T43 CANONICA, Emanuele ITA 3 70 77
T43 CHAPMAN, Roger ENG 3 75 72
T58 SIEM, Marcel GER 4 73 75
         
Cut verpaßt (+4):        
T72 DOUGHERTY, Nick ENG 5 78 71
T72 RODILES, Carlos ESP 5 72 77
T90 BRIER, Markus AUT 6 75 75
T90 ROMERO, Eduardo ARG 6 74 76
T90 SCHWARTZEL, Charl RSA 6 76 74
T114 DERKSEN, Robert-Jan NLD 8 73 79
T114 ZITNY, Niki AUT 8 78 74
T129 STRÜVER, Sven GER 10 77 77


Alle Spielberichte von der Open de Espana 2005:

>> Vorschau: Mit Spanien-Bonus

>> 1. Runde: Windjammer in San Roque

 

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