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Vorschau:
11.8.2004 / 09:23 MEZ
Joachim Widl |

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Russisches Roulette
Nur ein absolutes Topergebnis macht die Reise wert für Markus Brier
und Martin Wiegele zum kleinsten Turnier der European Tour in
Moskau. |
"Nur die ersten 5 punkten nennenswert im Ranking, den Rest kann man
vergessen - allerdings ist das Feld auch schwach, da kann man auch
gewinnen", bringt Markus Brier seine Variante des russischen
Roulettes auf den Punkt. Denn mit 600.000 Euro Preisgeld ist die BMW Russian
Open, gemeinsam von European und Challenge Tour veranstaltet, der kleinste Fisch
im Turnierkalender, selbst ein 5. Platz zahlt nur 17.244 Euro.
Brier spielt Alles oder Nichts
Dafür wird die Russian Open auf einem wirklich tourwürdigen, guten Golfplatz
im Le Meridien Country Moscow Club ausgetragen: "Heuer ist es weit
trockener, der Platz weit besser beinander, spielt sich auch nicht mehr so
lang", ist Brier erleichtert. Im Vorjahr hatte er sich vier Tage über
tiefes Geläuf gequält und einen 21. Platz mit 4.400 Euro Kleingeld eingesackt:
"Bloß die Grüns könnten im Laufe des Turniers ziemlich aufgespiket
werden, außerdem ist wenig Gras drauf", könnte das Putten zum
entscheidenden Faktor werden.
Dank der harten Fairways sind alle Par 5 mit zwei Schlägen erreichbar, auf den
meisten Par 4 werden kurze Eisen ins Grün geschlagen - somit haben die
Longhitter keinen wirklichen Vorteil. Auch die Par 3 sind nicht allzu schwer, am
meisten Respekt zeigt Brier vor den langen Par 4 der 3. und 18. Bahn.
Nach den beiden Top 20-Ergebnissen von Schweden und Holland fühlt sich Brier in
absoluter Topform und durchaus in der Lage, ganz vorne mitzuspielen. Einziger
Wermuthstropfen: sein neuer Caddie "Mac" aus Zimbabwe erhielt
kein Visum für Moskau, daher wird ein lokaler Caddie die Tasche des
Österreichers tragen: "mit Mac habe ich einen tollen Fang gemacht. Er ist
einer der routiniertesten Tour-Caddies, spielt selbst ausgezeichnet. Seit
Schweden ist er mein Caddie und wie man an den Ergebnissen sieht, hat sich das
voll bewährt".
Wiegele schwelgt in Erinnerungen
"Auf der Trainingsrunde musste ich jenen Chip an der 18 noch einmal
probieren, der mir im Stechen den Sieg gekostet hat - diesmal war er
besser", kehrte Martin Wiegele voller Erinnerungen in den Moscow
Coutry Club zurück. Vor genau 12 Monaten erreichte er trotz der Play
Off-Niederlage gegen den Australier Marcus Fraser mit Platz 2 sein bestes
Karriereergebnis - letztlich waren beide Gewinner, da sie in die European Tour
aufstiegen.
"Hier kann ich wirklich tief schießen. Wenn man auf einen Platz
zurückkehrt, wo man bereits 20 unter Par erreicht hat, dann ist jede einzelne
Bahn leichter", erhofft sich der Steirer einen mentalen Vorteil.
In der Vorwoche hatte er eine glänzende Auftaktrunde hingelegt, danach jedoch
komplett den Faden verloren: "Ich möchte diesmal nach jeder Runde auf die
Range gehen und noch viele Bälle schlagen, um mein Spiel zu festigen",
möchte er endlich vier Runden lang sein Spiel durchziehen. "Ich treffe die
Bälle absolut satt, laufe aber Gefahr das plötzlich zu verlieren und dann ist
sofort das Selbstvertrauen weg", beschreibt er sein Grundproblem. Und für
das letzte Saisondrittel fehlen ihm noch rund 160.000 Euro auf die Tourkarte -
oder ein Sieg in Moskau, der ebenfalls reichen würde.
Mehr Challenge- als European Tour
Andrew Coltart, Nick Dougherty und Jarmo Sandelin sind noch die
prominentesten Starter in Moskau, da Europas Golfelite entweder beim letzten
Major des Jahres in Amerika engagiert ist oder eine Pause einlegt. Nicht einmal
Marcus Fraser ist zur Titelverteidigung angereist.
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