BMW Russian Open       >> HOME
Le Meridien Moscow CC
12. - 15. August 2004
Preisgeld: € 600.000

European Tour


Vorschau:
11.8.2004 / 09:23 MEZ
Joachim Widl


Russisches Roulette


Nur ein absolutes Topergebnis macht die Reise wert für Markus Brier und Martin Wiegele zum kleinsten Turnier der European Tour in Moskau.

"Nur die ersten 5 punkten nennenswert im Ranking, den Rest kann man vergessen - allerdings ist das Feld auch schwach, da kann man auch gewinnen", bringt Markus Brier seine Variante des russischen Roulettes auf den Punkt. Denn mit 600.000 Euro Preisgeld ist die BMW Russian Open, gemeinsam von European und Challenge Tour veranstaltet, der kleinste Fisch im Turnierkalender, selbst ein 5. Platz zahlt nur 17.244 Euro.

Brier spielt Alles oder Nichts

Dafür wird die Russian Open auf einem wirklich tourwürdigen, guten Golfplatz im Le Meridien Country Moscow Club ausgetragen: "Heuer ist es weit trockener, der Platz weit besser beinander, spielt sich auch nicht mehr so lang", ist Brier erleichtert. Im Vorjahr hatte er sich vier Tage über tiefes Geläuf gequält und einen 21. Platz mit 4.400 Euro Kleingeld eingesackt: "Bloß die Grüns könnten im Laufe des Turniers ziemlich aufgespiket werden, außerdem ist wenig Gras drauf", könnte das Putten zum entscheidenden Faktor werden.

Dank der harten Fairways sind alle Par 5 mit zwei Schlägen erreichbar, auf den meisten Par 4 werden kurze Eisen ins Grün geschlagen - somit haben die Longhitter keinen wirklichen Vorteil. Auch die Par 3 sind nicht allzu schwer, am meisten Respekt zeigt Brier vor den langen Par 4 der 3. und 18. Bahn. 

Nach den beiden Top 20-Ergebnissen von Schweden und Holland fühlt sich Brier in absoluter Topform und durchaus in der Lage, ganz vorne mitzuspielen. Einziger Wermuthstropfen: sein neuer Caddie "Mac" aus Zimbabwe erhielt kein Visum für Moskau, daher wird ein lokaler Caddie die Tasche des Österreichers tragen: "mit Mac habe ich einen tollen Fang gemacht. Er ist einer der routiniertesten Tour-Caddies, spielt selbst ausgezeichnet. Seit Schweden ist er mein Caddie und wie man an den Ergebnissen sieht, hat sich das voll bewährt". 

Wiegele schwelgt in Erinnerungen

"Auf der Trainingsrunde musste ich jenen Chip an der 18 noch einmal probieren, der mir im Stechen den Sieg gekostet hat - diesmal war er besser", kehrte Martin Wiegele voller Erinnerungen in den Moscow Coutry Club zurück. Vor genau 12 Monaten erreichte er trotz der Play Off-Niederlage gegen den Australier Marcus Fraser mit Platz 2 sein bestes Karriereergebnis - letztlich waren beide Gewinner, da sie in die European Tour aufstiegen.

"Hier kann ich wirklich tief schießen. Wenn man auf einen Platz zurückkehrt, wo man bereits 20 unter Par erreicht hat, dann ist jede einzelne Bahn leichter", erhofft sich der Steirer einen mentalen Vorteil.

In der Vorwoche hatte er eine glänzende Auftaktrunde hingelegt, danach jedoch komplett den Faden verloren: "Ich möchte diesmal nach jeder Runde auf die Range gehen und noch viele Bälle schlagen, um mein Spiel zu festigen", möchte er endlich vier Runden lang sein Spiel durchziehen. "Ich treffe die Bälle absolut satt, laufe aber Gefahr das plötzlich zu verlieren und dann ist sofort das Selbstvertrauen weg", beschreibt er sein Grundproblem. Und für das letzte Saisondrittel fehlen ihm noch rund 160.000 Euro auf die Tourkarte - oder ein Sieg in Moskau, der ebenfalls reichen würde.

Mehr Challenge- als European Tour

Andrew Coltart, Nick Dougherty und Jarmo Sandelin sind noch die prominentesten Starter in Moskau, da Europas Golfelite entweder beim letzten Major des Jahres in Amerika engagiert ist oder eine Pause einlegt. Nicht einmal Marcus Fraser ist zur Titelverteidigung angereist. 

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