35. RYDER CUP
Oakland Hills Country Club 
Bloomfield Township, 
Michigan / USA
17. - 19. September 2004

RYDER CUP 2004 SINGLES - Montgomerie holt für Europa den Sieg

3. Tag / Singles:

19.9.2004 / 22:43 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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C. Montgomerie


Monty holt den Ryder Cup

Europas Leithammel Colin Montgomerie steuert den siegreichen Punkt für Europa bei, nachdem Garcia, Westwood und Clarke vorgelegt hatten. Ein Rekord mit 18,5 zu 9,5 Punkten. 

 
ENDERGEBNIS:
 

EUROPA  18,5 : 9,5  USA


3,5 Punkte benötigte Bernhard Langers Team noch in den ausstehenden 12 Single-Matches um die Ryder Cup-Trophäe wieder mit nach Hause zu nehmen - doch Europa feiert sogar einen Kantersieg. Denn die 12 amerikanischen Supersolisten vergeigten als Orchester ihr Heimspiel! Ryder Cup: Die Matches
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Amerikaner stürmen auf und davon

Dabei eröffnet Paul Casey für Europa mit einem nervösen Dreiputt, der seinen Gegner Tiger Woods sofort 1 Auf bringt. Auch der zweite Neuling in den frühen Flights, David Howell, patzt am Eröffnungsloch, erlaubt Jim Furyk in der Folge rasch 3 Auf zu gehen. Sergio Garcia bunkert zu Beginn auf jedem Loch, kann an der 3 erstmals nicht mit Mickelson mithalten, gerät ebenfalls in Rückstand. An der 8 leistet sich "El Ninjo" einen bösen "Shank" ins Publikum, fällt weiter zurück.

Davis Love locht einen Birdieputt am ersten Par 5, um auch im vierten frühen Match Amerika in Führung zu bringen. Darren Clarke kontert jedoch erfolgreich, gleicht am ersten Par 3 mit Birdie aus - hier entwickelt sich ein hochklassiges, enges Match - mit leichtem Vorteil für Davis Love, der besser puttet.

Wild entschlossen, seine weiße Weste in Ryder Cup-Singles zu behalten, geht Colin Montgomerie gleich am ersten Loch mit einem Birdie 1 Auf. David Toms kann nur kurz mit einem langen Bergab-Putt ausgleichen, der Schotte stürmt jedoch bereits im ersten Drittel mit zwei Lochgewinnen davon. 

Auch Lee Westwood hat mit Kenny Perry hart zu kämpfen. Der Amerikaner spielt zwei frühe Birdies, die ihn 1 Auf bringen.

Langer sieht anfangs nur "rot"

Die frühen Hiobs-Botschaften reißen für Europa nicht ab: Chad Campbell locht an der 3 einen guten Putt, der ihn gegen Luke Donald voran bringt, wieder erscheint ein rotes "1 Up" für die Amerikaner am Scoreboard.

In den späteren Matches tun sich die Europäer jedoch mit ihren Gegnern  leichter: Ian Poulter führt gleich nach 1 Loch gegen Chris Riley, Jimenez geht gegen Chris DiMarco in Führung, verspielt an der 3 mit einem verschobenen Par-Putt aus einem halben Meter die Führung.

Tiger Woods streut ein paar wilde Drives ein, die Casey gute Chancen eröffnen näher zu kommen, doch die Nummer 1 der Amerikaner hält eiskalt seinen Vorsprung.

Europäer fighten stark zurück

Langsam kommen jedoch die Europäer in Fahrt. Sergio Garcia verkürzt noch auf den Front 9, locht dann an der 10 einen 12 Meter-Putt zum Birdie, der sein Match mit Mickelson wieder ausgleicht. An der 11 legt er den Ball tot an die Fahne, hat damit sein Match zu seinen Gunsten umgedreht, geht kurz darauf schon 2 Auf.

Padraig Harrington hat Startprobleme, gerät an der 1 in Rückstand, gleicht jedoch gegen Jay Haas mit einem Eagle am ersten Par 5 wieder aus, geht zwei Bahnen später sogar in Front. Im allerletzten Flight ist mit Paul McGinley auch der zweite Ire rasch voran. Mit drei Lochgewinnen kontrolliert er sein Match gegen Stewart Cink, locht einige fantastische Putts.

Derweil ist Thomas Levet auf einer Mission unterwegs, möchte gegen Fred Funk den ersten Ryder Cup-Punkt eines Franzosen holen, geht dabei schon 3 Auf nach 7 Löchern, kommt am Sonntag erstmals mit den superschnellen Grüns zurecht.

Mit einem langen Eagle-Putt an der 12 macht Tiger Woods die Hoffnungen von Paul Casey zunichte, geht damit 3 Auf. Um 20:45, etwa zur Halbzeit, führen beide Teams in 5 Matches, zwei Partien sind ausgeglichen.

Tiger und Furyk scoren die ersten Punkte

Die ersten frühen Pflichtpunkte für die Amerikaner besorgen Tiger Woods und Jim Furyk praktisch zeitgleich. Casey gehen an der 16 endgültig die Löcher aus, muss sich hier 3 & 2 geschlagen geben. Den höchsten Sieg feiert Furyk gegen David Howell, macht bereits am 14. Grün mit 6 & 4 Schluss.

Doch diese Punktgewinne sind für die Amerikaner trügerisch: Lee Westwood kann in der Zwischenzeit sein Match gegen Kenny Perry umdrehen. Dafür hat David Toms einen Lauf, holt sich Birdies an der 11 und 12 und gleicht gegen Monty aus. 

Garcia sorgt für den ersten Streich

Einen dummen Fehler leistet sich neuerlich Phil Mickelson im Finish. Obwohl Garcia an der 16 nur vorlegen kann, ist er bei seiner Annäherung zu aggressiv, hookt ein Wedge ins Wasser. Mit einem Par sorgt Sergio für den ersten Singles-Punkt der Europäer (3 & 2).

Nun packt Darren Clarke ein paar Tricks aus. An der 16 locht er sein Birdie, an der 17 chippt er einen Bergab-Shot ein - es ist das erste Chip-In dieser Woche, gleicht damit gegen Toms aus. Am Schlussloch verschieben beide kurze Par-Putts, doch ein Unentschieden war bei dieser hochklassigen Partie gerechter.

Fred Funk holt gegen Thomas Levet bis auf ein Loch auf. Am Par 3 der 13 fehlen beiden nur wenige Zentimeter zu einem Hole In One, der Franzose bleibt knapp voran. Chad Campbell lochte am Sonntag all die Putts, die in den Vierern nicht fallen wollten, besiegt überlegen einen ausgelaugt wirkenden Luke Donald schon am 14. Grün 5 & 3.

Westwood mit dem zweiten Streich

Lee Westwood hält seinen knappen Vorsprung bis zum 18. Grün, wo Kenny Perry aus vier Metern zum Par locht. Der Engländer muss nun seinerseits aus eineinhalb Metern lochen, um den zweiten vollen Punkt zu machen - und das gelingt ihm auch.

Monty macht den dritten Streich

Ausgerechnet Europas Mr. Ryder Cup, Colin Montgomerie, hat nun die Chance, den entscheidenden Punkt zum Sieg beizusteuern. An der 16 locht er einen Downhill-Putt, der ihn gegen David Toms wieder voranbringt. Die Entscheidung fällt am Schlussloch. Nachdem der Amerikaner einen guten Par-Putt locht, muss Monty aus eineinhalb Metern verwerten: der Schotte macht dies Mitte Loch, gewinnt damit den entscheidenden Punkt zum Sieg der Europäer.

Die restlichen Partien sind für den Ausgang bedeutungslos werden dennoch fertiggespielt. Thomas Levet sackt Frankreichs ersten Ryder Cup-Punkt gegen Fred Funk ein, trotz eines Bogeys am Schlußloch. Paul McGinley blieb auch gegen Stewart Cink ungeschlagen, siegt am 16. Loch mit 3 & 2. Ian Poulter besiegt Chris Riley ebenfalls 3 & 2. Chris DiMarco hat erst dank eines guten Putts an der 18 das bessere Ende gegen Jimenez für sich (1 Auf). Mit einem langen Par-Putt gewinnt Padraig Harrington auch das letzte Match am Platz.

Europa mit besseren Team-Playern

Mit 18,5 zu 9,5 Punkten sorgt Europa für den höchsten Sieg für Europa und das klarste Ergebnis, das es je auf amerikanischem Boden gab: "Wir haben das stärkste amerikanische Team geschlagen, das je zusammengestellt wurde. In meinen kühnsten Träumen hätte ich diesen Triumph nicht erwartet", kommentierte Supertaktiker Bernhard Langer den Erfolg. Und Match-Winner Colin Montgomerie kämpfte mit Tränen und Worten: "Ein emotionaler Sieg, meine ich", brachte er in einer ersten Reaktion nur heraus. 

Das US-Team der Individualisten war jedoch nicht gerade berauschend als Team-Ensemble. Tiger konnte nicht mit Mickelson, der nicht mit den meisten anderen, 12 Supergeiger ergeben noch lange kein stimmiges Orchester ... 


Die Single-Matches am 3. Tag:

Match 1    
Paul Casey

3 & 2

Tiger Woods
Sergio Garcia

3 & 2

Phil Mickelson
Darren Clarke

All Square

Davis Love III
David Howell

6 & 4

Jim Furyk
Lee Westwood

1 Auf

Kenny Perry
Colin Montgomerie

1 Auf

David Toms
Luke Donald

5 & 3

Chad Campbell
Miguel-Angel Jimenez

1 Auf

Chris DiMarco
Thomas Levet

1 Auf

Fred Funk
Ian Poulter

3 & 2

Chris Riley
Padraig Harrington

2 Auf

Jay Haas
Paul McGinley

3 & 2

Stewart Cink


Apropos Singles:

Am Sonntag kommen alle 12 Spieler beider Team in den Singles zum Einsatz, auch hier wird im Match Play (Lochwettspiel) gewertet. Auf jeder Bahn gewinnt das bessere Score das jeweilige Loch, bei gleichem Ergebnis wird geteilt. Der Spieler mit mehr gewonnenen Löchern gewinnt das Match und damit einen Punkt. Bei Gleichstand erhalten beide Spieler einen halben Punkt für die Teamwertung.

Zum Gesamtsieg benötigt ein Team aus den 28 Partien somit 14,5 Punkte. Bei einem Unentschieden (14 zu 14) bleibt der Pokal beim Titelverteidiger, also bei den Europäern.


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