Siemens Austrian Ladies Golf Open
GC Föhrenwald 
Österreich
26. - 29.5.2005
Preisgeld: € 250.000

Final:

29.5.2005 / 17:00 MEZ 
Golf-Live.at / Joachim Widl


Federica Piovano


Eagle-Putt fällt zum Sieg

"Impossible is nothing" steht auf ihrem Shirt: Federica Piovano lochte an der 18 den Putt zum Eagle und krönt sich zum Champion in Föhrenwald. Eva Steinberger wird als beste Österreicherin 52.

Das Duell der nächsten Golfgeneration gegen die Dominatorin der Damentour ging an die Jugend: Englands Golfikone Laura Davies bringt zwar am Finaltag der Siemens Austrian Ladies Golf Open eine fast fehlerfreie Leistung, würgte allerdings mit dem Putter herum und lochte somit zu wenige Birdies um ganz nach vorne zu kommen. Der nach 3 Runden führenden Französin Gwladys Nocera genügte lange Zeit eine solide Leistung, um ungefährdet an der Spitze zu bleiben. 

Nach einem Bogey von Davies am schwersten Grün, der 13, hat Nocera plötzlich drei Schläge Vorsprung, da auch Prieto und Sandolo nicht nach vor kommen. Auf den beiden kurzen Par 3, von den Föhrenwaldern gerne als ihren  "Amen Corner" bezeichnet, schiebt sich plötzlich wieder alles zusammen: Nocera verliert einen Schlag an der 14, plötzlich verkürzt Federica Piovano mit ihrem Birdie an der 13 den Rückstand auf einen Shot. Mit einem Bogey an der 17 lässt die Französin ihre Flightpartnerin Piovano endgültig gleichziehen.

Piovano macht im Finish alles richtig


"Das war mein letztes frisches Shirt, das musste ich heute tragen"

Somit kommt es zum großen Showdown am 18. Grün: beide zielen perekt mit dem zweiten Schlag, treffen das Grün, haben einen 12 Meter-Putt zu bewerkstelligen. Gwladys Nocera hat den etwas längeren Versuch, bleibt um einen Meter zu kurz. 

Federica Piovano
schaut sich den Putt lange an, denkt wohl an die Aufschrift auf ihrem Shirt - und macht ernst: der Putt zum Eagle und zum Sieg fällt Mitte Loch, ermöglicht ihren ersten Toursieg in Europas höchster Spielklasse. Mit 68 Schlägen erreicht sie ein Endergebnis von 16 unter Par, einen Schlag vor Nocera.

"Ich habe nie an Scores oder an die Bedeutung des letzten Putts nachgedacht, den wollte ich wie jeden anderen einfach lochen", hat Piovano ihre eigene Philosophie am Platz: "das Putten war früher der schwächste Teil meines Spiels. Meine italienischen Kolleginnen haben mir gezeigt, wie das geht".

Davies nimmt 2006 den nächsten Anlauf

Laura Davies
holt sich bei ihrer 71er-Runde nur drei Birdies, mit der 71 wird sie Dritte bei 11 unter Par, gemeinsam mit Marta Prieto (Spa). Davies: "Ich habe leider keine Putts gelocht, an der 12 ein Dreiputt, an der 13 einen kurzen verschoben, damit waren meine Chancen dahin," analysierte die 41-jährige Engländerin rasch die Ursache. Auf ihren ersten Austrian Open-Titel muss sie somit weiter warten: "Ich komme nächstes Jahr sicher wieder, sofern das Turnier wieder in Föhrenwald stattfindet, das ist ein fantastischer Platz," kündigt sie bereits eine Revanche an.

Steinberger holt sich 5 Birdies ab


Eva Steinberger

Eva Steinberger kontert ihr Bogey auf der Eröffnungsbahn gleich mit einem Birdie. Da sie erstmals im Turnier auch das schwerste Par 4 der 3 ohne Schlagverlust übersteht, sollte einer starken Schlussrunde nichts mehr im Weg stehen. Ein Bogey am längsten Par 3 kann sie am Par 5 der 9 rasch wieder wettmachen: "Ich hatte nicht viel Glück beim Putten," hätte jedoch auf den Front 9 mehr gehen können.

Auch ihre zweite kritische Bahn, das enge Par 3 der 10, meistert sie mit einem sicheren Par: "Da schau, ich habe sogar das Grün getroffen," scherzt sie in Richtung ihres Caddies. Das baut auf, am kurzen Par 4 der 11 spielt sie ihr drittes Birdie, das sie erstmals in die roten Zahlen bringt. Auf den beiden Par 5 im Finish kann Eva dank ihrer Längen voll attackieren, das geht jedoch mit einem Doppelbogey an der 16 daneben: "Dabei war ich mit zwei knapp vorm Grün. Doch dann hieß es: dünn, fett, lang, daneben," wobei sie ihre zwei verunglückten Chips und den Dreiputt anspricht.

Dafür erarbeitet sie sich am Schlussloch noch eine exzellente Eagle-Chance, die sie knapp vergibt, sich dennoch mit einem Birdie von der Austrian Open verabschiedet: "Ich hoffe, dass dieses Ergebnis dazu beitragen wird,  meine Tourkarte abzusichern. Beim Heimturnier hat doch ein gewisser Druck auf mir gelastet, so gesehen bin ich mit dem Ergebnis zufrieden," kommentierte sie ihre 72, die sie bei 3 über Par auf Platz 52 klassiert.

Endstrasser hadert mit dem Putter


Stefanie Endstrasser

Stefanie Endstrasser kommt bombensicher über die schweren Bahnen zu Beginn hinweg. Erst am Par 4 der 5, mit seinem engen Eingang ins Grün, bekommt die 19-jährige Tirolerin erstmals Probleme, dafür gleich ordentlich: "Das Eisen 8 ging rechts in die Bäume, von dort musste ich zweimal künsteln um überhaupt das Grün zu sehen". Mit einem Doppelbogey erleidet ihr Score einen mächtigen Rückschlag. Auch am Par 4 der 8 geht ein Schlag im Grünbunker verloren, den sie jedoch am folgenden kurzen Par 5 wieder wettmachen kann. 

Das vom Abschlag für die "Längeren" wie Stefanie erreichbare Par 4 der 12 bleibt auch zum Abschluß ihre Domäne, zum dritten Mal holt sie sich dort ein Birdie ab. Lange kann sie sich nicht darüber freuen, kassiert prompt am folgenden Par 4 ein Bogey nach einem verunglückten Drive: "Heute passierten mir nur zwei wirklich schlechte Schläge, an allem anderen ist der Putter schuld", spricht sie vor allem den Dreiputt auf der 17 an.

Mit 75 Schlägen verliert die Tirolerin noch einige Ränge, kommt bei 4 über Par als 55. ins Ziel: "Ich habe unheimlich viel gelernt, zwei Tage konnte ich mit Minnie Blomqvist spielen. Die war heute kreuz und quer am Platz unterwegs und hat daraus eine 69 gemacht," konnte sie von dem finnischen Jungstar einiges abschauen.

Michl und das erste Birdie


Stefanie Michl

Mit Bogey auf dem langen Par 5 zu Beginn startet Stefanie Michl früh mit Problemen in den Finaltag: "Das war ganz untypisch, weil heute habe ich super gespielt, aber die Putts wollten nicht fallen". Denn obwohl sie 14 Grüns trifft, will ihr das erste Birdie einfach nicht gelingen: "Es gab Chancen am laufenden Band, die ich alle vergeben habe." Auch am kurzen Par 5 der 9, wo heute nicht einmal Gegenwind herrscht, spielt sie nur das Par. 

Am kürzesten Par 3 am Platz, der 13, geht dafür neuerlich ein Schlag verloren. Bis zum Schlussloch muss Michl geduldig warten, ehe es zum Abschluss doch noch ein versöhnliches Birdie gibt. Zum dritten Mal in Folge spielt die Steirerin somit die 73er-Runde und beendet ihre Austrian Ladies Open bei 5 über Par auf Platz 62: "Dennoch bin ich insgesamt mit dem Turnier sehr zufrieden, weil es vier konstante Runden waren."


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Spielerin (Land) Par R1 R2 R3 R4
1
Federica Piovano (ITA) -16 70 62 72 68
2 Gwladys Nocera (FRA) -15 70 65 68 70
T3 Laura Davies (ENG) -11 67 68 71 71
T3 Marta Prieto (ESP) -11 68 68 70 71
T5 Kris Lindstrom (USA) -10 70 70 70 68
T5 Veronica Zorzi (ITA) -10 71 67 70 70
7 Sophie Sandolo (ITA) -9 66 69 71 73
T8 Iben Tinning (DEN) -8 73 68 72 67
T8 Lynnette Brooky (NZ) -8 68 71 71 70
T8 Georgina Simpson (ENG) -8 66 73 70 71
T11 Karen Lunn (AUS) -7 72 68 75 66
T11 Amanda Moltke-Leth (DEN) -7 72 68 73 68
T11 Anja Monke (GER) -7 73 64 75 69
T11 Laurette Maritz (SA) -7 72 66 72 71
           
Weiters:          
T28 Minea Blomqvist (FIN) -2 70 72 75 69
T28 Denise Simon (GER) -2 69 70 77 70
T34
Nicole Stillig-Gogele (GER) -1 69 70 78 70
T41
Martina Eberl (GER) Par 74 68 77 69
T52
Eva Steinberger (AUT) 3 72 72 75 72
T55 Stefanie Endstrasser (Am) (AUT) 4 72 70 75 75
62
Stefanie Michl (Am) (AUT) 5 74 73 73 73



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