SIEMENS LADIES GOLF OPEN
GC Föhrenwald, Wiener Neustadt
14. - 17. September 2006, € 250.000

Finalrunde:

17.9.2006 - 16:20 MEZ   Golf-Live.at - J. Widl


Super-Sophie siegt

Sophie Gustafson wehrt den Schlussangriff von Laura Davies ab und siegt mit zwei Schlägen Vorsprung. Eine müde Natascha Fink fällt mit der 76 zurück.

Am Finaltag der Siemens Ladies Golf Open presented by Uniqa waren die Longhitterinnen an der Spitze unter sich: Sophie Gustafson, Laura Davies und Ana Belen Sanchez, die allesamt den Golfball mehr als 270 Meter weit schlagen können, nutzten ihre Längen vor allem auf den Par 5 gnadenlos aus und machten sich den Sieg untereinander aus.


Bei Fink war die Batterie leer

Natascha Fink war mit einer frühen Startzeit dran: zu ihrer 6. Golfrunde in dieser Woche: "Das habe ich gespürt nach der Verletzung, so viele Runden habe ich noch nie am Stück gespielt."

Ein Bogey früh am Morgen

Der Start in den Sonntag verläuft schon nicht nach Wunsch: am Par 4 der 2 gerät ihre Annäherung aus dem Rough zu lang, mit Chip und zwei Putts kassiert Nash ein frühes Bogey. Nun findet sie jedoch ihren Rhythmus, das lange Spiel wird deutlich präziser - und der Putter springt am 7. Grün ein, versenkt aus gut 7 Metern den Birdieputt: "Das war aber auch der einzige längere Putt, der gefallen ist. Ich bin am gesamten Wochenende nie nah genug zu den Fahnen gekommen."

Ärger kommt auf am Par 3 der 10: die Tour hat am Morgen die Fahne um 12 Meter näher zum Grünrand gesetzt, dazu eine Information an den Abschlag gesetzt, die Fink in der Hektik übersieht: "Ich habe mich noch gewundert, weil die Fahne viel näher ausschaut, aber dann dem Yardage-Book geglaubt. Den Bergab-Putt habe ich nur angetippt, dennoch ist der Ball weit übers Loch gelaufen," verliert sie mit dem Dreiputt einen Schlag.

Kein Birdie mehr bis zum Finish

"Den Ärger habe ich drei Bahnen lang nicht aus dem Kopf gebracht," zieht das Malheur weitere Kreise: An der kurzen 12. Bahn hat Natascha nach Superdrive nur noch 50 Meter für den zweiten Schlag, lässt den Pitch aber zu kurz und kassiert nach Chip und zwei Putts ein weiteres Bogey. Am Par 3 der 14, wo sie gestern das Doppelbogey einfing, erarbeitet sich Nash eine gute Chance, die sie aber nicht verwerten kann.

Auch am Par 5 der 16 klappt es nicht mit dem Birdie: "Die Longhitter haben auf diesem Platz einen Riesenvorteil. Wo die meisten so wie ich vorlegen müssen, schlagt Sophie mit dem Zweiten ein mittleres Eisen ins Grün."

Die zunehmende Müdigkeit kostet auf den Schlusslöchern noch zwei Schläge: an der 17 landet der zweite Schlag links beinahe in den Büschen, das 18. Grün überschlägt Fink, beendet damit ihr Heimturnier mit der 76 (+4). "Zu kurz gewesen und immer nur 5, 6 Fairways getroffen, wenige Putts gefallen," fasst Fink ihr Abschneiden bei 6 über Par zusammen, das nur für den 55. Platz reicht. "Dafür hat mir die Tour mitgeteilt, dass ich noch ein 5. Turnier spielen darf, das wird wohl Dubai werden," bekommt sie heuer noch eine Chance.

High Noon in Föhrenwald

Sophie Gustafson wollte sich nicht auf ihren 5 Schlägen Vorsprung ausruhen.
Gleich zu Beginn kauft Gustafson den Herausfordern die Schneid ab und setzt sich mit Birdies an der 1 und 2 weiter ab. Laura Davies verliert Schläge an der 5 und 6, scheint sich damit früh aus dem Titelrennen zu verabschieden. "Danach wollte ich meinen Vorsprung verteidigen, das war aber die falsche Strategie," meinte Gustafson anschließend.

Gustafson, die von ihrem Auftreten am Platz und der Schwungtechnik wie die kleine Schwester von Ernie Els wirkt, beginnt allerdings einige Abschläge ordentlich aus der Richtung zu schießen, kassiert ihr erstes Bogey seit dem Freitag, somit nach 34 fehlerfreien Bahnen, am 5. Grün, patzt danach noch an der 7 und der 10, fällt auf Even Par für den Tag zurück. "Ich habe nach dem tollen Start nicht mehr gut gespielt, verfehlte Bahnen links und rechts, habe nie zu meinem Spiel gefunden."

Die Spanierin Ana Belen Sanchez hat nun ihren großen Auftritt, spielt von der 7 weg auf 6 Bahnen gleich 5 Birdies und arbeitet sich bei 12 unter Par bis auf vier Schläge an Gustafson heran.

Ausgerechnet auf den kurzen Bahnen tankt sich Davies noch einmal gefährlich heran, spielt von der 12 weg vier schnelle Birdies, erreicht 14 unter Par. "Ich wusste, dass es fast unmöglich ist, Sophie noch einzufangen. Bei mir sind heute zu wenig Putts gefallen, um noch heranzukommen," meinte Davies.

Im Finish verabschiedet sich zuerst Sanchez aus dem Titelrennen: am Par 5 der 16 buddelt sie sich mühsam von Bunker zu Bunker in Richtung Grün, das sie erst mit dem vierten Schlag erreicht und fällt mit Bogey zurück. Gustafson stagniert bei 16 unter Par, Birdie an der 14 und Bogey an der 15 gleichen sich aus.


Vorentscheidend sollte jedoch das starke herausgespielte Birdie am vorletzten Loch sein. "Zum Glück ist der lange Putt gefallen. Aber ich wusste, an der 18 kann dir alles passieren", war sich Sophie noch nicht sicher.

Da Davies an der 18 mit zwei Schlägen das Grün trifft und mit dem Birdie bis auf zwei Schläge herankommt, hätte sich Gustafson sogar ein Bogey leisten können. Die Schwedin spielt die Schlussbahn auf Nummer Sicher, pitcht mit dem Dritten aufs Grün und puttet zweimal zur 71, die ihr bei 17 unter Par den Titel sichert. "Ich bin überglücklich, weil ich drei Jahre auf einen Sieg warten musste und mich im Vorjahr eine Krankheit lange Zeit behinderte," jubelt Gustafson anschließend.

von links: Elisabeth Stadler (Uniqa), Sophie Gustafson, Klaus Schneeberger (Föhrenwald), Petra Bohuslav (Sportlandesrat NÖ), Franz Geiger (Siemens)


Laura Davies beendet die Siemens Ladies Golf Open einen Rang besser als im Vojahr, kommt dank der 67 noch auf den zweiten Platz vor (-15), zwei Schläge hinter der Siegerin. Ana Belen Sanchez erreicht Platz 3 bei 11 unter Par.


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):


Platz Spielerin Par R1 R2 R3 R4
1 Sophie Gustafson (SWE) -17 71 64 65 71
2 Laura Davies (ENG) -15 70 70 66 67
3 Ana B Sanchez (ESP) -11 75 66 67 69
4 Stephanie Arricau (FRA) -10 69 71 70 68
5 Anne-Marie Knight (AUS) -9 71 71 63 74
6 Anja Monke (GER) -8 71 70 69 70
7= Asa Gottmo (SWE) -7 70 73 70 68
7= Louise Friberg (SWE) -7 70 72 67 72
9= Lotta Wahlin (SWE) -6 73 73 69 67
9= Rebecca Hudson (ENG) -6 72 71 68 71
9= Federica Piovano (ITA) -6 71 68 71 72
Weiters:
13= Carlie Butler (AUS) -4 75 67 71 71
16= Bettina Hauert (GER) -3 75 70 69 71
16= Mianne Bagger (DEN) -3 73 72 68 72
25= Iben Tinning (DEN) -2 75 69 72 70
32= Lynn Brooky (NZ) Par 74 72 73 69
41= Martina Eberl (GER) 2 75 70 76 69
45= Nora Angehrn (SWI) 3 73 73 71 74
55= Sophie Sandolo (ITA) 6 74 72 76 72
55= Natascha Fink (AUT) 6 75 68 75 76