GOLF-LIVE.AT European Tour - Brier trotz Handicap Platz 20

Dunhill Championship
Houghton GC 
Johannesburg, Südafrika
Preisgeld: € 726.000

European Tour

 
4. Runde:
25.1.2004 / 16:44 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Markus Brier:
Foto: Golf-Live.at


Brier trotz Handicap zu Platz 20

Gehandicapt von einer Zerrung im linken Bauchmuskel rettet Markus Brier eine 70 ins Clubhaus und holt das erste zählbare Ergebnis in der neuen Toursaison. 12 unter Par reichen für Platz 20 und 7.740 Euro Preisgeld. Marcel Siem gewinnt mit einem Salzburger Caddie. 

"Ich bin froh, dass ich überhaupt spielen konnte", meinte Markus Brier nachdem er sich bei der Dunhill Championship ins Ziel geschleppt hatte. Eine am Vortag aufgetretene Bauchmuskelzerrung behinderte den Österreicher massiv im Schwung, eine Stunde Behandlung am Sonntag früh machten den Start überhaupt erst möglich: "Ich konnte nicht richtig durchschwingen, mußte mit einer flacheren Schwungbewegung improvisieren, dafür ist es erstaunlich gut gelaufen".

Dank einiger hervorragender Eisenschläge durfte der Wiener fünf Birdies auf seine Scorekarte schreiben, fing sich aber auch drei Bogeys ein, die ein besseres Score als die 70 verhinderten. Bei seinem vierten Antreten in Johannesburg darf sich Brier über sein bislang bestes Ergebnis von 12 unter Par freuen, erzielt mit Platz 20 sein bestes Resultat im Houghton Golfclub. (davor Platz 23 im Jahr 2001). Der erste Preisgeldscheck von 7.740 Euro wird den Österreicher in der Volvo Order of Merit vorerst einmal rund um Platz 50 einreihen.

Guter Start verspricht zuviel

Neuerlich startet Brier wie aus der Pistole geschossen, locht gleich seinen Birdieputt an der 1, doch in dieser Tonart sollte es aufgrund der Zerrung nicht weitergehen. Das erste Par 5 verweigert ihm erstmals das obligate Birdie, dafür klappt es am nächsten Par 5, der 5. Spielbahn. Der Bogeyalarm läutet an der 6, Brier hookt auf diesem Par 3 den Abschlag weg, läßt einen Schlag liegen, holt sich diesen am folgenden Par 3 aber wieder dank eines exzellenten Abschlags zurück. Bei zwei unter Par ist die Welt für Brier zur Halbzeit noch in Ordnung.

An der 10 hookt Brier seinen Drive links weg, liegt tot an einem Baum und findet nur mit Querpaß zurück aufs Fairway - Bogey. Ein starkes Birdie am nächsten Par 3 bügelt den Schlagverlust wieder aus, neuerlich helfen ihm in dieser Phase gute Eisenschläge, an der 13 und 14 vergibt er gute Birdiechanchen aus zwei und vier Metern. 

Mit einem guten Finish auf den drei leichten Schlußbahnen, mit zwei Par 5, spekuliert der Österreicher sogar noch auf eine Top 10-Platzierung. Statt dem Birdie an der leichten 16 fängt sich Brier hier jedoch ein Bogey ein, nachdem sein Abschlag weit abseits der Spielbahn im Rough landet. Brier kann bloß noch am Schlußloch den Schlagverlust ausgleichen, doch mehr als die 70er-Runde ist nicht drinnen.

Gelungener Start in die 5. Toursaison

In Summe kann Markus Brier jedoch bei seinem "Wettkampf-Training" in Südafrika positiv bilanzieren. "Es sind immerhin ein paar Euro, aber so früh in der Saison bedeutet das noch nicht viel,". Viel wichtiger ist für ihn die Standortbestimmung nach der Winterpause. Mit 20 Birdies auf 72 Löchern schwingt sich der 35-jährige Wiener gut in seine 5. Toursaison ein, die noch zu hohe Fehlerquote von 8 Bogeys ist so früh im Spieljahr durchaus verzeihlich. Brier wird nun eine Woche auf Heimaturlaub verbringen und hofft in 14 Tagen bei der Heineken Classic in Melbourne einen Startplatz zu bekommen. 

Steve Waltman, südafrikanischer Pro im Tiroler GC Walchsee, konnte am Finaltag nicht mehr zusetzen. 2 Birdies und 5 Bogeys kennzeichneten die Finalrunde von 75 Schlägen, mit der Waltman rund 1.500 Euro und Platz 69 verbuchen kann. 

Ein Trio im Stechen um den Sieg

Wie schon im Vorjahr mußte das Turnier in Johannesburg im Stechen entschieden werden. Der Deutsche Marcel Siem sowie die beiden Franzosen Raphael Jacquelin und Gregory Havret erreichten ein Endergebnis von jeweils 22 unter Par und ermittelten im Stechen den Sieger. Am ersten Extraloch, der 18, verfehlte Siem aus zwei Metern zum Eagle. Alle drei spielen ihr Birdie und müssen nun neuerlich zurück an den Abschlag der 18. Beim zweiten Versuch hat neuerlich Siem die besten Karten, scheitert diesmal aus vier Metern zum Eagle. Während Jacquelin ebenfalls sein Birdie spielt, scheidet Havret aus.

Das dritte Extraloch wird wiederum an der 18 gespielt, sowohl Siem als auch Jacquelin liegen nach zwei Schlägen im Grünbunker. Der Deutsche hat die leichtere Aufgabe und schafft den Up & Down zu seinem ersten Sieg auf der European Tour. Marcel Siem gewinnt übrigens mit kräftiger österreichischer Mithilfe, sein Caddie Max ist Salzburger und hat auch schon für Markus Brier bei der NÖ Open 2003 die Tasche getragen... 


Endergebnis nach 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2 R3 R4
1 SIEM , Marcel GER -22 65 67 68 66
 2 JACQUELIN, Raphaël FRA -22 66 65 68 67
 3 HAVRET, Gregory FRA -22 66 69 64 67
  4 HANSEN, Søren DEN -21 66 67 65 69
  5 LAFEBER, Maarten HOL -18 68 69 68 65
 T6 KINGSTON, James RSA -16 72 67 71 62
 T6 HANSEN, Anders DEN -16 65 70 71 66
 T6 MOSELEY, Jarrod AUS -16 71 66 68 67
 T6 WESTWOOD, Lee ENG -16 68 70 66 68
 T6 IMMELMAN, Trevor RSA -16 70 69 64 69
 T6 LILE , Craig RSA -16 72 64 66 70
 T12 COLES, Robert ENG -15 72 67 68 66
             
Weiters:            
T20 BRIER, Markus AUT -12 70 70 66 70
T33 DAVIS, Brian ENG -10 69 71 70 68
T40 MCNULTY, Mark IRL -9 72 68 68 71
T43 CHAPMAN, Roger ENG -8 71 70 71 68
T43 BOSSERT, André SUI -8 71 67 70 72
T64 EDFORS, Johan SWE -4 67 70 73 74
 69 WALTMAN, Steven RSA -1 72 68 72 75



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