132. British Open
Royal St George’s GC 
Sandwich, Kent
17. - 20. Juli 2003
Preisgeld: € 5,435.000

European Tour

 
1. Runde: 17.7.2003 / 21:25 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
Qualifikant führt mit 68

Überraschungsmann Hennie Otto führt mit 68 Schlägen (3 unter) zum Auftakt der British Open. Dahinter formierten sich mit Greg Norman und Davis Love alte Hasen im Links-Golf. Tiger Woods wahrte mit 73 seine Chancen.


Davis Love mit früher 69 auf Platz 2. 
Foto: Golf-Live.at

Mit fünf Birdies und zwei Bogeys, eines davon am schweren Schlußloch, übernahm der 27-jährige Südafrikaner Hennie Otto mit 68 Schlägen früh am Morgen die Clubhausführung. Genauso wie Markus Brier mußte sich Otto erst durch die Qualifikation ins Starterfeld kämpfen. Zumeist spielt das Temperamentbündel aus Johannesburg auf der Challenge Tour, wurde zuletzt bei der Finnish Open Vierter, zwei Plätze hinter Martin Wiegele...

Mickelson stark unterwegs

Phil Mickelson kämpfte sich bei Windspitzen von über 50 km/h, aber bei Sonnenschein am Nachmittag, anfangs noch erfolgreich über den Dünenkurs von Royal St. George's. Dank eines Eagles am Par 5 der Nummer 7 sowie drei Birdies lag der dreifache Familienvater rasch in der Spitzengruppe. Danach machte sich sein Hauptproblem der letzten Monate, unpräzise Drives, wieder bemerkbar, die zu zahlreichen Schlagverlusten im Finish und nur zur 74er-Runde reichten (3 über Par). 

Nur fünf Spieler, davon vier mit einer frühen Startzeit schafften ein Score in den roten Zahlen. Die riesengroße Überraschung war dabei der Koreaner S.K. Ho mit 70 Schlägen auf Platz 4.   

Davis Love III nützt frühe Startzeit

Der Amerikaner Davis Love III ist mit 69 Schlägen sehr früh ins Clubhaus gekommen, bei den schlechter werdenden Wetterverhältnissen war sein Score gut genug um mit einem Schlag Rückstand auf Otto den 2. Platz sicherzustellen. 

Bei teils starkem Regen und Windböen bis zu 40 km/h war der British Open-Champ von 1993, Greg Norman, hervorragend am frühen Morgen unterwegs, lag bei 4 unter Par alleine in Front.  Glanzstück der Leistung des 48-jährigen war ein Birdie am 220 Meter langen Par 3 der 11. Spielbahn. Späte Bogeys an der 14 und am brutal schwer zu spielenden Schlußloch bedeuteten unter dem Strich die 69er-Runde, mit der sich Norman neuerlich als Spezialist für Royal St. George's bewies, Platz 2 geteilt mit Davis Love. 

Jacobson als Par-Künstler im Sturm

Der beste in der Nachmittagsgruppe war eindeutig der Schwede Fredrik Jacobson. Der zweifache Saisonsieger bewies sich als Par-Künstler in der steifen englischen Brise, nicht weniger als 17 Mal lochte er erfolgreich zum Par. Sein einziges verträumtes Birdie war gut genug für die 70er-Runde, immerhin Platz 4 in der Zwischenwertung bei 1 unter Par.

Eine Topplatzierung vergab dagegen im Finish der US-Veteran Tom Watson, zuletzt bei der US Open nach dem ersten Tag in Führung. Mit einem Doppelbogey-Bogey-Finish fiel Watson von 3 unter auf Even Par zurück (71 Schläge).

Ohne die 8 am Par 4 der 17. Spielbahn wäre auch Thomas Bjorn im Spitzenfeld zu finden. So reichte es für den bei der Open traditionell stark spielenden Dänen nur für eine Runde von 74 Schlägen (2 über Par). 

Tiger Woods rettet seine Chancen

Mit einem Tripplebogey startete Tiger Woods denkbar schlecht in die British Open, nachdem er seinen Ball gleich mit dem ersten Abschlag verlor.
In weiterer Folge stabilisierte der Amerikaner jedoch zumindest sein Spiel, verbesserte sich mit Birdies an der 4 und 10. Teils starker Regen und Wind  machten Tiger auf der zweiten Hälfte seiner Runde schwer zu schaffen, drei Bogeys in Folge zwischen der 12 und 14 warfen ihn sogar auf 4 über Par zurück. Nur dank eines Superfinishes mit Birdies auf den brutal schweren Löchern 15 und 16 hielt er den Aderlaß auf der Scorekarte in Grenzen, wahrt mit 73 Schlägen (2 über Par) die Chance auf seinen ersten Majortitel im heurigen Jahr.

Der hohen Erwartungshaltung bei der British Open scheint auch Colin Montgomerie wieder zum Opfer zu fallen. Der bei Majors noch sieglose Schotte startete mit zwei Bogeys, nach einem Doppelbogey an der 6 lag er bereits bei 4 über Par, gab danach allerdings auf.

Die Verlierer des ersten Tages

Titelverteidiger Ernie Els spielte mit 78 Schlägen seine schlechteste Runde bei einer British Open. Der Südafrikaner kämpfte mit unpräzisen Drives und fast unmöglichen Annäherungsschlägen aus den tiefen Roughs. Nicht ein einziges Birdie, dafür aber gleich sieben Bogeys waren die logische Folge, die sogar die Gefahr mit sich bringen, dass der Champion des Vorjahres gar nicht mehr am Wochenende seine Trophäe verteidigen könnte. 

Noch schlimmer als Tiger Woods am Eröffnungsloch erging es seinem amerikanischen Landsmann Jerry Kelly, der dort eine 11 auf die Scorekarte schrieb und mit 86 Schlägen (15 über Par) nur am Ende des Klassements zu finden ist.

Der Ire Padraig Harrington konnte ebenfalls die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Seit seinem Sieg bei der SAP Open läuft der beste Putter auf der Tour etwas seiner Form nach, mit 75 Schlägen (4 über Par mit einem Doppelbogey an der 8) hat er auch bei der British Open Aufholbedarf. 

David Duval, Open-Champ von 2001, fand auch in Royal St. George's nicht aus seiner hartnäckigen Formkrise. Eine desaströse 83er-Runde - mit einem Quatrupple- und zwei Tripple-Bogeys -  nimmt ihm bei 12 über Par schon alle Chancen auf den Cut. 

Alles über die 132. British Open

News und Scoring in englischer Sprache bietet die offizielle Website der British Open unter der Internetadresse http://www.opengolf.com/.

GOLF-LIVE.AT bringt LIVE-SCORING von der 132. British Open seit Donnerstag 9:00 Uhr sowie Spielberichte von allen Turniertagen. Hier finden Sie alle TV-Sendetermine.


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