132. British Open
Royal St George’s GC 
Sandwich, Kent
17. - 20. Juli 2003
Preisgeld: € 5,435.000

European Tour

 
Final: 20.7.2003 / 19:34 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
Ben Curtis Open-Sieger

Der 26-jährige US-Boy Ben Curtis gewinnt um einen Schlag die 132. British Open vor Thomas Björn und Vijay Singh. Tiger Woods verzweifelt auf den Grüns und wird gemeinsam mit Davis Love Vierter.


Ben Curtis: 
Vom Nobody zum Majorsieger
Foto: Golf-Live.at

Für die British Open qualifizierte sich Ben Curtis erst dank eines 13. Platzes bei der Western Open vor 14 Tagen auf der US-Tour. Der 26-jährige Tour-Rookie aus Columbus, Ohio, hatte bislang noch keine Bäume als Profi ausgerissen, ist auch nur 142. der US-Geldrangliste - und hat erst einmal zuvor in seiner Karriere auf einem typischen Links-Kurs gespielt. Der 1. große Profisieg bringt ihm gleich unsterblichen Ruhm und ein Preisgeld von über einer Million Euro.

Seine große spielerische Stärke, die Genauigkeit vom Tee zum Grün, half ihm gewaltig bei seiner ersten British Open. Das war besonders am heutigen Finaltag zu sehen, als Curtis völlig unbeachtet und unbelastet zur Attacke in der Finalrunde blies. Auf den ersten 11 Löchern ging ihm auch alles auf, er ließ den brutalen Openkurs von Royal St. George's mit sechs Birdies wie eine leichte Übungswiese aussehen.  

Das große Zittern begann an der 12...

... als Ben Curtis bei 5 unter Par lag, drei Schläge voran. Plötzlich begann der Außenseiter mit vier Bogeys zwischen der 12 und 17 gehörig zu wackeln. Sein Endergebnis von 1 unter Par schien nicht zum Sieg zu reichen.

Björn begräbt seine Chancen im Sand

Damit ermöglichte er es dem Dänen Thomas Björn, sich bei 4 unter Par alleine an die Spitze zu setzen. Wo immer Björn in Probleme kam, half ihm der Putter jedes Mal sicher wieder aus dem Schlamassel heraus. Einen ersten Schlag seines komfortablen Vorsprungs büßte Björn an der 15 ein, als er einen Potbunker am Fairway trifft. Am Par 3 Nummer 16 trifft er neuerlich einen Bunker, attackiert direkt die kurz gesteckte Fahne, der Ball rollt jedoch zweimal in den Sand zurück - Doppelbogey. An der 17 verfehlt der Däne neuerlich das Grün, kann den Up & Down wieder nicht machen. Mit Par an der 18 bleibt er einen Schlag hinter Curtis zurück. 

Tiger Woods büßte zwei Schläge an der 8 und 10 ein, hatte auf der zweiten Hälfte der Runde gute Chancen (12, 13 und 16), die er aber nicht nutzen konnte. Ein Bogey an der schweren 17, wo selbst er zu kurz bleibt, radiert Tigers letzte Chancen aus. In der Endabrechnung fehlen ihm zum ersten Majortitel 2003 zwei Schläge. Damit hat sich wieder bestätigt: Tiger gewinnt Majors nur von der Pole Position aus!

Ernie Els scorte die 72 (1 über Par), verfehlte bei 6 über Par deutlich die erfolgreiche Titelverteidigung. 

Weitere Sieger am Finaltag

All seine Routine und Platzkenntnis spielte der Australier Greg Norman (18. Platz) am Schlußtag aus, verlor im schweren Finish des Platzes nur einen Schlag. Mit fünf Birdies bei zwei Bogeys setzte er die Bestmarke mit 68 Schlägen am Finaltag, die auch vom Engländer Brian Davies erreicht wurde (6. Platz)

Eine gute "Zwischenzeit" wurde auch von der US-Golflegende Tom Watson gemeldet, der gemeinsam mit Markus Brier unterwegs ist: der Amerikaner lag 3 unter nach 11 Löchern, verlor nur an der 17 einen weiteren Schlag, klassiert sich mit 69 Schlägen am 18. Platz. 

Mit einer der ersten Startzeiten sicherte sich Stewart Cink mit 68 Schlägen ebenfalls die  beste Finalrunde. Die Basis dafür legte er mit einem Eagle an der 7, mit drei Birdies und zwei Bogeys kam er auch gut über die schweren zweiten 9 Löcher hinweg.

PGA-Champion Rich Beem bewies seine Hochform am Finaltag und das auf einem Platz, der seinem Spiel nicht allzu sehr entgegenkommt. Nach durchwachsenem Start lief der Amerikaner so richtig heiss, spielte Birdies an der 4, 7, 12, 14 und 16, war damit unterwegs zur Runde der gesamten Woche. Zwei Bogeys auf den Schlußlöchern verhinderten dies und brachten ihm die gute 69 zum Abschluß (10 über Par, 43. Platz). 

Pleiten, Pech und Pannen

Mit einer 80 kam mit John Daly ein ehemaliger British Open-Sieger schwer unter die Räder. Doppelbogey an der 1 und 8 waren für den Longhitter der Tiefpunkt der Runde. Noch einen Schlag mehr benötigte der Australier Peter Lonard

Wie schwer die zweiten 9 Löcher zu spielen sind, zeigte Phil Mickelson: 35 auf den ersten, 43 Schläge auf den zweiten 9. Darren Clarke benötigte immerhin noch 40. 

Die Löcher 15, 17 und 18, auf denen Markus Brier vier Shots einbüßte, waren am Finaltag statistisch die drei Schwersten...

Endergebnis nach 4 Runden (Par 71):

Platz Name Land Par R1 R2 R3 R4
 1 CURTIS, Ben USA -1 72 72 70 69
T2 BJÖRN, Thomas DEN Par 73 70 69 72
T2 SINGH, Vijay FJI Par 75 70 69 70
T4 LOVE III, Davis USA 1 69 72 72 72
T4 WOODS, Tiger USA 1 73 72 69 71
T6 DAVIS, Brian UK 2 77 73 68 68
T6 JACOBSON, Fredrik SWE 2 70 76 70 70
T8 FALDO, Nick UK 3 76 74 67 70
T8 PERRY, Kenny USA 3 74 70 70 73
T10 EVANS, Gary UK 4 71 75 70 72
T10 GARCIA, Sergio ESP 4 73 71 70 74
T10 GOOSEN, Retief RSA 4 73 75 71 69
T10 OTTO, Hennie RSA 4 68 76 75 69
             
Weiters:            
T18 ELS, Ernie RSA 6 78 68 72 72
T18 NORMAN, Greg AUS 6 69 79 74 68
T18 WATSON, Tom USA 6 71 77 73 69
T22 HARRINGTON, Padraig RoI 7 75 73 74 69
T28 WEIR, Mike CAN 8 74 76 71 71
T43 BEEM, Rich USA 10 76 74 75 69
T46 BRIER, Markus AUT 11 76 71 74 74
T46 COUPLES, Fred USA 11 71 75 71 78
T53 McNULTY, Mark ZIM 12 79 71 77 69
T59 CLARKE, Darren UK 13 75 75 71 76
T59 MICKELSON, Phil USA 13 74 72 73 78
T72 DALY, John USA 19 75 74 74 80
T72 WOOSNAM, Ian UK 19 73 75 80 75



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