GOLF US MASTERS AUGUSTA - Justin Rose bleibt auf Titelkurs.

US PGA Tour

68. US MASTERS
Augusta National 
Augusta, Georgia
8. - 11. April 2004

 
 2. Runde: 11.4.2004 / 01:09 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
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Justin Rose:
Foto: Golf-Live.at


Rose bleibt auf Titelkurs

Von den Patzern von DiMarco, Choi und Co. profitiert Justin Rose, der bei 6 unter Par vor Alex Cejka und Olazabal führt. Tiger Woods holte mit drei späten Birdies mächtig auf.


Sonne, 20 Grad und beinahe Windstille: Kaiserwetter begleitete die Spieler am zweiten Spieltag des US Masters in Augusta.

1. Runde: Tiger schafft sein erstes Birdie

18 Stars, darunter Tiger Woods, Ernie Els, Mike Weir, aber auch Alex Cejka, mussten um 8:00 Ortszeit (14:00 MEZ) ihre Auftaktrunde fertig spielen, die aufgrund der Gewitterpause gestern abends nicht mehr beendet werden konnte. 1. Spieltag: >> Rose blüht auf in Augusta

Was Tiger Woods am ersten Tag auf 14 Löchern nicht gelungen ist, schaffte er Freitag zeitig früh auf Anhieb: sein erstes Birdie des Turniers, gelocht am Par 5 der 15. Bahn. Den Rest zur 75 (3 über Par) spielte der 28-jährige Superstar in Par, geht somit acht Schläge hinter Rose in die zweite Runde.

Ernie Els und Alex Cejka spielten sicher ihr Par an der 18 und scorten zum Auftakt jeweils die 70er-Runde, die für den geteilten 4. Platz gut ist.

2. Runde: DiMarco und Rose kämpfen um die Führung

Chris DiMarco
blieb auf seiner zweiten Runde lange Zeit als einziger Spieler im Feld ohne Schlagverlust. Das Par 3 der 6. Bahn, wo er gestern sein Hole In One spielt, brachte ihm auch am Freitag Glück - diesmal wird es "nur" ein Birdie, das ihn jedoch beflügelt und zwei weitere Schlaggewinne in Folge nach sich zieht, der Amerikaner übernimmt die Führung. Seine unglaubliche Serie sollte ausgerechnet an der 13 abreissen: nach 30 Bahnen ohne Fehl und Tadel erwischt es DiMarco auf diesem Par 5 gleich mit einem Doppelbogey, dem er ein Bogey folgen läßt. Somit fiel er mit 74 Schlägen auf 2 unter Par und Platz 6 zurück.

Auftaktleader Justin Rose erwischte keinen Traumstart, statt früher Birdies gab es Langeweile mit einer Serie von vier Pars. obwohl er seine Chancen hatte. Einzig am langen Par 4 der 5. Spielbahn klappte es mit dem Birdie, das ihn gleichauf mit DiMarco wieder auf Platz 1 brachte. Seinen ersten Schlagverlust an der 11 kontert der jüngste Spieler im Feld mit einem Birdie - bleibt im gefährlichen Finish von Augusta National dank des fast fehlerfreien langen Spiels ohne Schlagverlust. Die 71 genügt ihm um zur Halbzeit seine Führung zu verteidigen (6 unter Par). "Natürlich wird es schwerer und schwerer", sieht der Halbzeitleader den Druck für die Finaltage steigen, "aber jede gute Runde hier gibt mir mehr Selbstvertrauen".

Europäer geben weiter den Ton an

Die Europäer dominierten auch den zweiten Spieltag in Augusta, mit Rose, Cejka und Olazabal stellt der alte Kontinent die ersten 3 am Leaderboard: "Wir sind alle wirklich gut rund ums Grün", erklärte sich Jose Maria Olazabal die gute Performance: "Ein hoher Wedge-Shot ist nicht immer der Richtige, wir spielen viel mehr den chip-and-run oder putten vom Vorgrün".
Besonders stark in Europas Masters-Phalanx waren die beiden Deutschen Alex Cejka und Bernhard Langer, die nicht souverän den Cut schafften, sondern nach wie vor um den Sieg mitspielen: 
>> Cejka & Langer mischen mit.

Jose Maria Olazabal lochte einen langen Eagle-Putt an der 13, dem er Birdies auf den nächsten beiden Löchern folgen ließ. Mit diesem Endspurt sicherte sich der zweifache Masters-Champion die 69er-Runde, die ihn zu Cejka und Platz 2 bei 4 unter Par aufschließen ließ. 

Tiger bringt sich spät aber doch ins Spiel

Mit seinem zweiten und dritten Birdie des Turniers (2. und 4. Bahn) machte Tiger Woods am Freitag weiter Terrain gut: so wie im Vorjahr mußte die Nummer 1 in Augusta hart um den Cut kämpfen. An der teuflischen 7 mit den gefährlichen Grünbunkern erwischte es ihn mit einem Bogey, nach einem verschobenen leichten Par-Putt an der 11 fällt Tiger neuerlich auf 3 über Par zurück. 

Tiger entsorgt seinen Ball im Teich, mit dem neuen geht es sofort besser. An der 13 versenkt er einen Birdieputt aus 13 Metern, am nächsten Par 5 der 15 verbessert er sich mit einem leichten Chip&Putt-Birdie. Nach einem perfekten Schlag ins Grün an der 16 spinnt der Ball 14 Meter zurück, doch neuerlich richtet es der Tiger mit dem Putter, versenkt den Ball zum nächsten Birdie. An der 18 übersteht er noch einen wilden Drive, bringt sicher die 69 ins Clubhaus: "Baby Steps! Heute wollte ich mich auf Even Par verbessern. Jetzt bin ich noch immer dabei", rechnet sich die Nummer 1 noch alle Chancen aus.

Phil Mickelson begeisterte die Fans mit der wohl besten Leistung auf den schweren Back 9. Der Linkshänder zeigte bei seinem 46. Majorstart einen kühlen Kopf und ein feines Händchen, lochte drei schwere Birdieputts auf den letzten 7 Löchern zur 69er-Runde, die ihn bis auf Platz 4 vorbrachte: "Gut spielen und mir eine Chance geben: Golf hat mir schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht", freut sich "Lefty" auf das Wochenende.

Davis Love III stellte mit 67 Schlägen die bislang beste Turnierrunde von Justin Rose ein, ein Eagle an der 15 half dem Amerikaner sehr, der sich bei 2 unter Par auf Platz 6 verbessete. 

Am größten Sprung nach vorn war am Freitag jedoch der Koreaner K.J. Choi. Sechs Birdies auf den ersten 9 Löchern - insgesamt schon 10 auf den letzten 16 - spülten den bulligen Koreaner unwiderstehlich an die Spitze. Erst ein Bogey an der 10 brachte Sand ins Getriebe des Longhitters, der nicht unbedingt für sein feines Händchen bekannt ist. Drei weitere sollten folgen - 30 Schläge für die Front 9, 40 Shots auf den 
Back 9 - mit 70 Schlägen hält sich Choi bei 3 unter Par im Spitzenfeld.

Clarke und Montie auf der Verliererstraße

Viel gewollt, aber nichts erreicht haben die gestern noch so starken britischen Routiniers: Colin Montgomerie scorte eine desaströse 80,, Darren Clarke ging es mit der 79 auch nicht besser, beide fielen nicht nur aus den Top 10, sondern auch klar aus dem Cut heraus. 

Keine Chancen auf den Cut hatte Titelverteidiger Mike Weir nach Runden von 79 und 70 Schlägen, Adam Scott, Thomas Björn und Ian Woosnam sind ebenfalls ausgeschieden. Das kleinste mögliche Feld von 44 Spielern, die alle innerhalb von 10 Schlägen liegen, qualifizierte sich für das Wochenende.

Emotionaler Abschied von Arnold Palmer

Der zweite Spieltag in Augusta stand aber auch ganz im Zeichen der 50. und letzten Teilnahme von Golflegende Arnold Palmer. Der 74-jährige vierfache Masters-Champion konnte sich unter den Standing Ovations der Zuschauer kaum auf sein Spiel konzentrieren, hatte immer wieder mit den aufsteigenden Tränen zu kämpfen: "Es war ein unglaublich schönes Erlebnis, aber mit meinem Score bin ich nicht zufrieden", zeigte sich Palmers nach der zweimaligen 84 noch ganz als Sportsmann. 


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72:)

Platz Name Par R1 R2 Score
1 Justin Rose  -6 67 71 138
2 Jose Maria Olazabal  -4 71 69 140
2 Alex Cejka  -4 70 70 140
4 K.J. Choi  -3 71 70 141
4 Phil Mickelson  -3 72 69 141
6 Charles Howell III  -2 71 71 142
6 Ernie Els  -2 70 72 142
6 Davis Love III  -2 75 67 142
6 Chris DiMarco  -2 69 73 142
6 Fred Couples  -2 73 69 142
         
Weiters:        
14 Sergio Garcia  E 72 72 144
14 Paul Casey  E 75 69 144
14 Tiger Woods  E 75 69 144
14 Bernhard Langer  E 71 73 144
22 Sandy Lyle  2 72 74 146
25 Phillip Price  3 71 76 147
25 Paul Lawrie  3 77 70 147
32 Fredrik Jacobson  4 74 74 148
32 Ian Poulter  4 75 73 148
32 Padraig Harrington  4 74 74 148
32 Vijay Singh  4 75 73 148
         
Cut verpaßt (+4):        
45 John Daly  5 78 71 149
45 Mike Weir  5 79 70 149
45 Darren Clarke  5 70 79 149
58 Jack Nicklaus  6 75 75 150
58 Fred Funk  6 80 70 150
67 Ian Woosnam  7 76 75 151
67 Nick Faldo  7 76 75 151
67 David Toms  7 78 73 151
67 Colin Montgomerie  7 71 80 151
79 Adam Scott  9 80 73 153
87 Brian Davis  11 82 73 155
88 Thomas Bjorn  13 80 77 157



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