GOLF US MASTERS AUGUSTA - Phil Mickelson der Chef am Platz.

US PGA Tour

68. US MASTERS
Augusta National 
Augusta, Georgia
8. - 11. April 2004

 
3. Runde: 11.4.2004 / 01:37 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
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Phil Mickelson:
Foto: Golf-Live.at


Mickelson der Chef am Platz 

So nah wie nie ist Phil Mickelson dem ersten Majortitel, geht mit Chris DiMarco als geteilter Leader ins Finale (-6). Bernhard Langer hat Siegchancen, während Justin Rose und Tiger Woods zurückfielen.

Totaler Umsturz am Moving Day bei der 68. US Masters. Bei perfekten Wetterbedingungen wirft Halbzeitleader Justin Rose mit neun Bogeys die Führung weg, die Phil Mickelson und Chris DiMarco mit beeindruckendem Spiel erben. Auch der Zweitplatzierte Alex Cejka schießt sich aus dem Rennen, während Bernhard Langer bis auf den 4. Platz vorkommt: >> Langer zum 3. Masters-Titel?

"Lefty" macht alles richtig

Bei seinem 47. Major bringt sich Phil Mickelson neuerlich perfekt in Position für seinen ersten Titel. Drei Birdies auf den ersten 8 Löchern, herausgespielt mit perfektem, langen Spiel, bringen den amerikanischen Linkshänder bei 6 unter Par an die Spitze. Zwei kritische Situationen meistert "Lefty" nervenstark, stopft einen haarigen Par-Putt aus 4 Metern am Par 3 der 6, und schafft einen fast unmöglichen Up & Down an der 18. Dazwischen brillierte Mickelson wie in seinen besten Tagen, vergibt bei seiner 69er-Runde vor allem auf den zweiten 9 viele gute Chancen, spielt hier kein einziges Birdie mehr - allerdings auf den letzten 32 Löchern auch kein Bogey. Erstmals geht Mickelson als Drittrunden-Leader bei einem Major in den Finaltag: "Die Drives und Putts sind schon das ganze Jahr über hervorragend. Außerdem habe ich nicht mehr die Angst von früher, wie mein Spiel wohl klappen wird", hat Mickelson seinen Groove offensichtlich gefunden.

Den Weg freigemacht für Mickelson hat Justin Rose mit einem nervösen Start. Zum Unterschied zu den Vortagen verfehlt der jüngste Pro im Feld die Grüns heute reihenweise, kassierte auf jeder zweiten Bahn das logische Bogey, brachte nicht ein Birdie auf seine Scorekarte. Mit 81 Schlägen zerlegt es den 23-jährigen Engländer nach Strich und Faden, der Rückfall vom 1. auf den 20. Platz ist die Folge (3 über Par). "Heute hat der Platz ordentlich zurückgebissen, das hat gesessen", war Rose sichtlich zerknirscht. 

Chris DiMarco meistert Augusta spielerisch

Als gefährlichster Gegner von Mickelson profilierte sich Chris DiMarco. Der Amerikaner war zwar einer der Kürzesten vom Tee, kompensierte dies jedoch mit fantastischen langen Eisen, konnte auf den ersten 10 Löchern so wie Mickelson drei Schläge gutmachen. Am zweitschwersten Loch, der 14, schließt er nach einem fantastischen Eisen 3 ins Grün zu Mickelson auf. Auch DiMarco bleibt am Moving Day bogeyfrei. "Hier kann Dir alles passieren, wie man bei Rose gesehen hat. Am Sonntag werden die Fahnen besonders schwer sein, Par ein gutes Score", bleibt DiMarco, einer der engsten Freunde von Mickelson vorsichtig. 

Ernie Els hielt mit der 71 seine Chance am Leben, rettete sich mit viel Glück über einige krumme Drives hinweg, so an der 11, als er tief in den Wald hookte, den Ball in einem Reisighaufen wiederfand, nach langen Debatten einen Free Drop zugesprochen bekam. Mit dem Bogey war "Big Easy" noch gut bedient, ebenso an der 13. Somit Platz 4 für den Südafrikaner bei 3 unter Par. Bei seinem ersten Masters spielt auch der Engländer Paul Casey nach der 68 um den Sieg mit, trotz eines verschobenen kurzen Birdieputts an der 18 ist der Engländer auf Platz 3 vorne mit dabei.

Tiger schießt sich aus dem Titelrennen

Das war ein schlechtes Omen: wie schon am Donnerstag startet Tiger Woods mit einem Bogey, versenkte gleich seinen ersten Drive im Fairwaybunker. Das Malheur bügelt er zwar am nächsten Loch, dem leichtesten Par 5, wieder aus. Von einer Aufholjagd war nach einem weiteren Bogey an der 6 weit und breit nichts zu sehen. Ein weiteres Bogey passiert an der 9, an der 10 und 11 läßt Tiger gute Birdiechancen ungenutzt. 

Der 28-jährige Superstar verfehlte fast jedes zweite Fairway und Grün, leistete sich aber auch im kurzen Spiel einige grobe Aussetzer. Am eher leicht zu spielenden Par 5 der 13 muß er nach einem krummen Drive vorlegen, versenkt die Annäherung im Grünbunker, leistet sich zu allem Überfluß einen Dreiputt zum Doppelbogey. Am nächsten Loch verliest er sich komplett, puttet seinen Ball vom Grün wieder herunter, verliert einen weiteren Schlag. Endergebnis ist die 75 wie schon zum Auftakt, mit der Tiger auf Platz 20, aussichtslose 9 Schläge hinter die Führenden zurückfällt.

Jacobson sackt Birdies im Minutentakt ein

Volvo Masters-Champ Fredrik Jacobson, gestern gerade noch im Cut, gab am Moving Day nach einem langsamen Start so richtig Gas. Das erste Birdie an der 5 brachte den Putter auf Betriebstemperatur, danach folgten Schlaggewinne fast im Minutentakt: an der 7, 9, 10, 13 und 15. Die Aufholjagd brachte den Schweden schon auf den 8. Platz vor 
(2 unter Par). So wie gestern wird ihm die 18 zum Verhängnis, dennoch stellt Jacobson mit 67 die beste Turnierrunde ein, übernimmt bei 1 unter Par die frühe Clubhausführung. 

Auch Vijay Singh redet ein Wörtchen mit

Die Nummer 2 der Welt machte erstmals am Samstag beim Masters von sich reden. Vom 32. und letzten Finalplatz aus startete Vijay Singh mit Birdie-Eagle, auch ein Schlagverlust an der 5 konnte den 40-jährigen Fidschi nicht bremsen. Dank eines Birdie-Doppelpacks an der 8 und 9 schafft Singh den Turn in 32 Schlägen. Auf den schweren Back 9 verliert Singh noch einen Schlag, mit der 69er-Runde macht er dennoch einen großen Satz nach vor auf Platz 15.

Flightpartner Padraig Harrington (-3 nach 14) war mit Singh im Gleichschritt unterwegs, hatte das bessere Finish mit Birdie an der 18 zur 68er-Runde, klassiert sich noch einen Schlag vor Singh auf Platz 9.


Scores nach 3 von 4 Runde (Par 72):

Platz Name Par R1 R2 R3 Score
1 Chris DiMarco  -6 69 73 68 210
1 Phil Mickelson  -6 72 69 69 210
3 Paul Casey  -4 75 69 68 212
4 Bernhard Langer  -3 71 73 69 213
4 Ernie Els  -3 70 72 71 213
4 K.J. Choi  -3 71 70 72 213
7 Kirk Triplett  -2 71 74 69 214
8 Fredrik Jacobson  -1 74 74 67 215
9 Jay Haas  E 69 75 72 216
9 Padraig Harrington  E 74 74 68 216
9 Stewart Cink  E 74 73 69 216
9 Nick Price  E 72 73 71 216
9 Fred Couples  E 73 69 74 216
9 Davis Love III  E 75 67 74 216
15 Vijay Singh  1 75 73 69 217
16 Alex Cejka  2 70 70 78 218
           
Weiters:          
20 Sergio Garcia  3 72 72 75 219
20 Tiger Woods  3 75 69 75 219
20 Jose Maria Olazabal  3 71 69 79 219
20 Justin Rose  3 67 71 81 219
26 Paul Lawrie  4 77 70 73 220
26 Phillip Price  4 71 76 73 220
38 Ian Poulter  6 75 73 74 222



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