US PGA Tour

85. US PGA Championship
Oak Hill CC Rochester, 
New York, USA
14. - 17. August 2003
Preisgeld: US$ 5,500.000

 
1. Runde: 15.8.2003 / 01:37 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
Mickelson lacht am besten

Der beste Spieler ohne Majortitel, Phil Mickelson, diktierte mit 66 Schlägen (4 unter Par) den ersten Spieltag. Tiger Woods spielte eine zerfahrene 74, Rich Beem schmiß seinen Vorjahrestitel mit 82 Schlägen bereits weg. Die Europäer enttäuschten durch die Bank.


Phil Mickelson: Führt bei 4 unter
Foto: Golf-Live.at

41 Starts, 0 Siege bei Majorturnieren lautet der zweifelhafte Rekord von Phil Mickelson. Bei der PGA Championship 2003 erwischte der Amerikaner jedoch mit drei Birdies auf den ersten vier Löchern schon einen Traumstart. In dieser Tonart machte der dreifache Familienvater, der heuer auf der US-Tour noch wenig gerissen hat, auch weiter. Birdies an der 18, 2 und 4 bei nur einem Ausrutscher an der 17 brachten den Linkshänder bei 5 unter Par alleine an der Spitze. An der 9, seinem Schlußloch, verlor der 33-jährige Kalifornier noch einen Schlag, rettete dennoch die 66 (4 unter Par) und die Führung nach dem ersten Tag. 

"Das war ein erfreulicher Start, aber auch nicht mehr"; kommentierte Mickelson vorsichtig, der danach nicht mehr mit den Journalisten reden wollte, sondern lieber etwas essen ging. 

Erster Leader im Clubhaus war der 33-jährige Australier Rod Pampling, der den Par 70-Kurs früh morgens mit 66 Schlägen (4 unter) meisterte. Schlüssel zu seiner bogeyfreien Runde waren 12 getroffene Fairwayas, so hielt er den Ball er auf dem engen und selektiven Kurs von Rochester immer sicher im Spiel. Pampling wurde 1999 berühmt, als er nach dem ersten Tag bei der British Open führte - und mit einer 86 am zweiten Tag noch den Cut verpaßte...

Gewinner des ersten Spieltags

Erst als Reservemann ins Feld gerutscht, sorgte Billy Andrade mit 67 Schlägen und Platz 3 für die größte Überraschung. Der amerikanische Routinier zeigte grundsolides Golf, war auf und rund um die Grüns eine Macht und sicherte sich mit einem der ganz wenigen Birdies am Schlußloch sein gutes Score. 

Masters-Champ Mike Weir war ebenfalls auf einer heißen Auftaktrunde unterwegs, der Kanadier brachte immerhin vier Birdies ins Trockene. Zwei Bogeys auf den zähen Par 4 der 5. und 7. Spielbahn verhinderten den Angriff des Linkshänders auf die Führung, mit 68 Schlägen ist er jedoch als 4. ganz vorne mit dabei.

Gerade vom Abschlag, präzise aufs Grün, das Spiel von Fred Funk ist wie geschaffen für den klassischen Parklandkurs von Oak Hills. Mit drei Birdies auf den ersten sechs Löchern schoß sich der amerikanische Publikumsliebling gleich ganz nach vorne. Im Finish verzog er mehr und mehr Schläge, verlor damit zwei Schläge, rettete aber mit 69 immerhin noch den 6. Platz und eine von nur 12 Runden des Tages unter Par ins Clubhaus.

Tiger Woods weit ab vom Fairway

Tiger Woods patzte wie schon zuletzt vom Abschlag, traf nur 5 von 14 Fairways - und das ist absolut tödlich am engen Platz von Oaks Hill. Tiger eröffnete mit drei Pars, schaffte danach sein erste Birdie, um postwendend auf den nächsten beiden Spielbahnen jeweils einen Schlag abzugeben. Auch auf den Par 3-Bahnen hatte der US-Superstar heute seine Probleme, nach dem Bogey an der 15 folgte noch eines an der 3. Das giftige Rough bekam Tiger gegen Ende seiner Runde auf der 7 und 9 zu spüren, wo er jeweils nicht mehr das Grün mit dem zweiten Schlag erreichen konnte. Ein verschobener Par-Putt aus einem Meter am Schlußloch war symptomatisch für eine unsichere 74er-Runde, bei 4 über Par auf Platz 58 bereits mit acht Schlägen hinter der Führung. 

"Die schlechten Abschläge haben mich mächtig unter Druck gesetzt. Welchen Schläger ich auch immer am Tee in die Hand nahm, es ging schief," ärgerte sich Woods. Es war dies bereits die sechste Auftaktrunde über Par in Folge, die er bei einem Major einstecken musste - und noch nie konnte er ein Turnier aus den schwarzen Zahlen heraus gewinnen...

PGA-Champions Beem und Toms nicht besser

Noch schlimmer erging es den Flightpartnern von Tiger. Titelverteidiger Rich Beem verlor auf den ersten 9 Löchern gleich 5 Shots, patzte vor allem am Par 5 Nummer 13 mit einem Doppelbogey. Auch danach hatte der "Beemer" wenig zu lachen, verspielte mit 82 Schlägen (12 über Par) schon zum Auftakt seinen Titel. David Toms zerlegte es gleich mit drei Doppelbogeys auf der ersten Hälfte, der Champ von 2001 machte aber im Finish einiges gut und rettete die 75er-Runde (5 über). 

Robert Allenby zielt haargenau

Ausgerechnet am längsten Par 3 des Platzes schoß Robert Allenby ein Hole In One. Mit dem Eisen 4 nahm er aus 204 Metern so genau Maß, wie es nicht mehr besser geht. Mit dem Ass bügelte der Australier zwei seiner drei Bogeys aus, verzeichnete noch eine gute Par-Runde von 70 Schlägen (13. Platz). 

Europäer erleben ein Debakel

Zum gewohnten Albtraum wurde die PGA Championship für Colin Montgomerie, der gleich sieben Shots auf der ersten Hälfte seiner Runde einbüßte, schlußendlich eine desaströse 82 ins Clubhaus brachte, damit bei 12 über Par ziemlich am Ende des Feldes liegt. Auch die beiden englischen Jungstars Justin Rose (77) und Paul Casey (79) spielten mit Vollgas im Rückwärtsgang. Seine Chancen begraben hat auch schon der Däne Thomas Björn, der nur die 78 (8 über Par) nach Hause brachte. 

Somit sind Sergio Garcia, Ian Poulter und Padraig Harrington am geteilten 31. Platz die besten Europäer im Feld (72 Schläge / 2 über Par). Auch die Deutschen Cejka (58.) und Langer (77.) enttäuschten auf der ganzen Linie.  


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Stand nach der 1. Runde (Par 70):

Platz Name Par R1
1 Phil Mickelson -4 66
1 Rod Pampling -4 66
3 Billy Andrade -3 67
4 Lee Janzen -2 68
4 Mike Weir -2 68
6 Aaron Baddeley -1 69
6 Chad Campbell -1 69
6 Fred Funk -1 69
6 Tim Herron -1 69
6 Shaun Micheel -1 69
6 Vijay Singh -1 69
6 Kevin Sutherland -1 69
13 Robert Allenby E 70
Weiters:
22 Ernie Els 1 71
31 Jim Furyk 2 72
31 Sergio Garcia 2 72
31 Padraig Harrington 2 72
31 Ian Poulter 2 72
42 Jesper Parnevik 3 73
42 Lee Westwood 3 73
58 Alex Cejka 4 74
58 Davis Love III 4 74
58 Jose Maria Olazabal 4 74
58 Tiger Woods 4 74
77 Ben Curtis 5 75
77 Bernhard Langer 5 75
77 David Toms 5 75
95 John Daly 6 76
104 Retief Goosen 7 77
104 Justin Rose 7 77
114 Thomas Björn 8 78
122 Paul Casey 9 79
136 David Duval 10 80
145 Colin Montgomerie 12 82



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