US PGA Tour

85. US PGA Championship
Oak Hill CC Rochester, 
New York, USA
14. - 17. August 2003
Preisgeld: US$ 5,500.000

 
3. Runde: 17.8.2003 / 02:13 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
Nobodies sind die Größten

Mit Shaun Micheel als bestem Putter und Chad Campbell als präzise Schlagmaschine setzten sich zwei eher Namenlose bei 4 unter vom Feld ab. Mike Weir, Ernie Els und Vijay Singh können als Einzige einen Sensationssieg verhindern. 


Shaun Micheel: 
lochte jeden Putt
Foto: Golf-Live.at

Soviel ist schon sicher: es wird das erste Jahr ohne Majorsieg für Tiger Woods seit 1998 - und vielleicht auch das Jahr des "Newbie-Grandslam", mit ausschließlich Premierensiegern bei den Majors, was es zuletzt 1969 gab. Denn nur vier der besten 19 nach drei Spieltagen haben schon ein Major gewonnen. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung am Leaderboard war der Birdiewettlauf von Shaun Micheel, dem besten Putter des Turniers, und Chad Campbell, der texanischen Schlagmaschine, der die meisten Grüns traf.

Micheel locht aus allen Lebenslagen

Halbzeitleader Shaun Micheel machte seine Sache nach einem nervösen Auftaktbogey ausgezeichnet. Der Flugzeug-Narr aus Memphis bewies seine Stärke auf den vorderen 9 Löchern mit Birdies auf der 7, 8 und 9 - die erste Hälfte des Platzes spielte der Amerikaner in dieser Woche schon 7 unter. Mit diesem Zwischenspurt hatte er sich zur Halbzeit bei 5 unter Par schon um drei Schläge von den engsten Verfolgern abgesetzt. Wie schon am Vortag lochte er Putts aus allen Grünlagen, einfach alles, was vor seinen Putter kam. 

Doch die hinteren 9 Bahnen hatten ihm schon an den Vortagen Kopfzerbrechen bereitet. Aber wieder half ihm der Putter mit Birdies an der 12 und 15 aus, da bekam der auf der PGA-Tour noch sieglose 32-jährige erstmals Nervenflattern, verlor mit Bogeys an der 16, 17 und 18 seinen mühsam erarbeiteten Vorsprung. Mit 69 Schlägen geht er dennoch bei 4 unter Par als geteilter Führender in seinen ersten Finaltag bei einer PGA Championship.

Chad Campbell mit bester Turnierrunde

Der 29-jährige Texaner Chad Campbell hatte sich seit dem Donnerstag unauffällig, aber beständig in den Top 10 gehalten. Am 3. Tag trat er mit der besten Turnierrunde von 65 Schlägen aus dem Schatten. Mit Birdies an der 5, 7 und 8 hatte er sich zur Halbzeit als erster Herausforderer etabliert, mit Birdies auf der 15, 16 und 18 machte er im Finish ernst und stürmte zur geteilten Führung bei 4 unter Par.

In seinem dritten Jahr auf der PGA-Tour hatte der ehemalige Top College-Spieler heuer schon mit zwei 2. Plätzen kräftig an die Pforte zum Sieg geklopft. Beim letzten Major des Jahres könnte es endlich soweit sein mit dem Jungfernsieg. Auf dem superschmalen Platz von Oak Hills mit seinem 10 Zentimeter hohen giftigen Rough machte Campbell bislang alles richtig, traf wie eine Schlagmaschine Fairways und Grüns.

Die Prominenz in Lauerstellung

Probleme vom Tee und einige unpräzise Eisen ins Grün gaben Mike Weir am Moving Day einiges aufzulösen. Beeindruckend waren bloß seine Par-Saves - etwa an der schweren 5 aus 12 Metern - doch mit drei Birdies und drei Bogeys (70 Schläge) trat der kanadische Linkshänder auf der Stelle. Dennoch geht er als alleiniger Dritter, drei Schläge hinter den Führenden, als gefährlichster Verfolger in den Sonntag. 

Der Südafrikaner Tim Clark machte auf den ersten 13 Löchern drei Schläge gut, schoß sich damit bei 1 unter ebenfalls in die roten Zahlen. Im schweren Finish verlor er nur einen Shot, brachte sich bei Even Par auf Platz 4 in eine glänzende Ausgangsposition.

Ebenfalls noch mit Siegchancen

Ernie Els kam mit 71, 70 und 70 Schlägen an keinem Tag in die roten Zahlen, spielte aber viel besser als es sein Score aussagt: "Ich habe das Gefühl, viele Schläge liegenzulassen", meinte Ernie. Vor allem mit dem Putter kommt der Mann aus Johannesburg seit Wochen nicht zurecht. "Wir werden schon ein bißchen Hilfe von den Führenden benötigen", meinte Els angesprochen auf die Chancen der Verfolger. Er selbst geht bei 1 über mit fünf Schlägen Rückstand ins Finale.

Cejka als bester Europäer

Die Ehre der Europäer rettete der Deutsche Alex Cejka, der heuer auf der US-Tour schon einen zweiten Platz erreicht hat. Nach einer mäßigen Auftaktrunde kam Alex mit 69 und 68 Shots von Tag zu Tag besser ins Spiel, hat plötzlich bei 1 über Par an 5. Stelle sogar noch Siegchancen. 

Tiger muß das Thema Majors abschreiben

Jetzt oder nie: am Moving Day mußte die Generalattacke von Tiger Woods kommen, um noch Chancen am Finaltag zum ersten Majortitel 2003 zu haben. Doch mit Bogeys auf der 1, 2,7 und 9 begrub der US-Superstar seine Chancen gleich zu Beginn der dritten Runde, fiel mit wilden Drives auf 10 über Par schon zur Halbzeit zurück. Auch wenn sich in Rochester wohl kein Sieg mehr ausgehen wird, bewies die Nummer 1 der Welt Kampfmoral, holte mit Birdies an der 14 und 15 Schläge zurück. Doch auch das Finish war enttäuschend, mit einem Bogey am Schlußloch wurde es nur die 73, die den Ausnahmekönner bei 10 über Par im Mittelfeld auf Platz 43 versumpern läßt. 

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Stand nach der 3. Runde (Par 70):

Platz Name Par R1 R2 R3
1 Chad Campbell -4 69 72 65
1 Shaun Micheel -4 69 68 69
3 Mike Weir -1 68 71 70
4 Timothy Clark E 72 70 68
5 Billy Andrade 1 67 72 72
5 Briny Baird 1 73 71 67
5 Alex Cejka 1 74 69 68
5 Ernie Els 1 71 70 70
9 Fred Funk 2 69 73 70
9 Charles Howell III 2 70 72 70
9 Vijay Singh 2 69 73 70
         
Weiters:        
12 Jay Haas 3 70 74 69
12 Phil Mickelson 3 66 75 72
12 Rod Pampling 3 66 74 73
12 Adam Scott 3 72 69 72
12 Hal Sutton 3 75 71 67
25 Jim Furyk 5 72 74 69
30 Fred Couples 7 74 71 72
30 Niclas Fasth 7 76 70 71
30 Padraig Harrington 7 72 76 69
30 Jesper Parnevik 7 73 72 72
30 Kenny Perry 7 75 72 70
40 David Toms 8 75 72 71
43 Ian Poulter 9 72 75 72
43 Tiger Woods 9 74 72 73
60 Bernhard Langer 12 75 72 75
63 Paul Casey 13 79 69 75
66 Jose Maria Olazabal 14 74 74 76



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