US PGA Tour

69. US MASTERS
Augusta National Golf Club
Augusta, Georgia, USA
7. - 10. April 2005
Preisgeld: US$ 6,500.000

69. US MASTERS - Tiger Woods feiert sein Major-Comeback

Final:

11.4.2005 / 02:25 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
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Tigers Major-Comeback

Stilvoll  beendet Tiger Woods seine dreijährige Durststrecke bei Majors: mit Birdie am 1. Extraloch gegen DiMarco - und ist wieder die Nummer 1.

Der "Karriereknick" von Tiger Woods ist Geschichte. Seit der US Open 2002 hatte der 29-jährige US-Superstar keines der vier großen Turniere des Jahres mehr gewonnen. Nach fast 3 Jahren feiert Tiger auf seiner besten Wiese in Augusta, beim US Masters sein Major-Comeback. Er holt in einem dramatischen Finale den vierten Titel in Augusta, zugleich seinen insgesamt 9. Major-Titel: "Das war ein aufregender Tag, weil Chris und ich auf hohem Niveau spielten", jubelte Woods, der den Sieg seinem an gesundheitlichen Problemen laborierenden Vater widmete.

DiMarco fordert überraschend den Tiger

Chris DiMarco sei jedoch gedankt, dass er den Sonntag spannend machte. Denn Tiger hatte beim Nachspiel zur 3. Runde am Morgen aus vier Schlägen Rückstand einen Vorsprung von drei Shots gemacht >> Der Tiger brüllt im Amen-Corner, und kaum jemand traute es DiMarco zu, Woods ernsthaft herauszufordern. Und nur noch Thomas Björn war vier Schläge zurück halbwegs in Schlagdistanz, Titelverteidiger Mickelson und Vijay Singh schon vor der Finalrunde geschlagen.

Anfangs sah es auch nach einer One-Tiger-Show aus: mit Birdies auf den ersten beiden Löchern vergrößerte Woods seinen Vorsprung, während DiMarco auf den Front 9 zumeist die kürzeren Birdie-Putts hatte, aber aus zwei, drei Metern kaum etwas lochen konnte. Bei dem beeindruckenden Rekord Tigers - 30 Siege bei 33 Starts als Drittrundenleader - setzte wohl niemand mehr einen Cent auf DiMarco: "Ich sagte mir einfach, pfeif auf die Statistik, Du spielst gut und bist vorne mit dabei", machte sich der New Yorker selber Mut.

Bogey-Bogey-Finish von Woods

Auf den gefürchteten Back 9, wo Tiger seinem Rivalen am Vormittag so richtig die Schneid abgekauft hatte, machte jedoch DiMarco plötzlich Druck. An der 14 lochte er beinahe seine Grünannäherung, schloss mit dem Tap In-Birdie bis auf einen Schlag zu Woods auf. Beide holten sich sicher das Birdie am letzten Par 5. Am Par 3 der 16 verfehlte Tiger das Grün, ließ sich einen schweren Chip über. Den spielte er perfekt, der Ball rollte mit viel Break aufs Loch zu - und schien an der oberen Kante zu verhungern - um nach einigen bangen Momenten doch noch zu fallen: "Du erwartest Dir bei Tiger immer das Unerwartete," schien DiMarco nun zu resignieren.

Doch Woods begann plötzlich zu wackeln. An der 17 schoss er seinen Drive in die Bäume, konnte nur vorlegen und verpasste den Up & Down zum Par. Am Schlussloch traf er den Grünbunker, konnte aus dem Sand heraus auch nicht mehr das Par retten, während DiMarco mit einem Chip tot an die Fahne den Ausgleich herstellt - 12 unter Par mit einer 71 für Woods und der 68 für DiMarco.

Also musste ein Stechen an der 18 entscheiden - und da machte Woods gleich beim ersten Versuch drei perfekte Schläge, während DiMarco neuerlich das Grün verfehlte. Tigers Putt aus fünf Metern fiel und sicherte dem Amerikaner den totalen Triumph: Vorjahressieger Phil Mickelson streifte ihm das Green Jacket über, dazu kommen fast 1,1 Millionen US Dollar Preisgeld und die Rückeroberung der Krone im World Ranking. DiMarco, der zum zweiten Mal in Folge beim Masters im Schlussflight von seinem Spielpartner geschlagen wurde, kann dennoch auf seine Leistung stolz sein: "Das war heute mein Härtetest, der so richtig auf die Magennerven ging. Doch ich kann stolz darauf sein, ihn bestanden zu haben".

Goosen und Donald erobern Platz 3

Die beste Sonntagsrunde scorte Retief Goosen mit 67 Schlägen, die den US Open-Champion noch auf Platz 3 vorbrachte, sieben Shots hinter dem Sieger. Luke Donald kämpfte sich mit einer 69 ebenfalls auf Platz 3 und rettet damit halbwegs die Ehre der Europäer. Denn Thomas Björn zerlegte es mit der 81 ganz gewaltig, der Däne fiel vom 3. auf den 25. Platz zurück. Einen Schlag besser auf Rang 20 kommt Bernhard Langer ins Ziel, der mit dem neuen US Ryder Cup-Captain und guten Freund Tom Lehman spielte und sicher viel zu plaudern hatte.

Sichtlich gezeichnet kam Vijay Singh mit einer zerfahrenen 72 ins Ziel, vor allem zu Beginn der Finalrunde setzte es für die entthronte Nummer 1 der Golfwelt die Bogeys im Minutentakt. Mit Platz 5 wird Vijay nicht zufrieden sein. Titelverteidiger Phil Mickelson leistete sich zu viele Fehler, hatte mit der 74 zum Abschluss nie den Funken einer Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.


Alle Spielberichte vom US Masters

>> Vorschau: Wer mastert Augusta?

>> Donnerstag: DiMarco hat die Nase vorne

>> Freitag: Howell einfach respektlos

>> 2. Runde: DiMarco zieht allen davon

>> Samstag: Tiger, DiMarco oder Björn

>> 3. Runde: Der Tiger brüllt im Amen-Corner


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Par R1 R2 R3 R4 Score
1* T. Woods -12 74 66 65 71 276
2 C. DiMarco -12 67 67 74 68 276
T3 R. Goosen -5 71 75 70 67 283
T3 L. Donald -5 68 77 69 69 283
T5 R. Pampling -4 73 71 70 70 284
T5 M. Weir -4 74 71 68 71 284
T5 M. Hensby -4 69 73 70 72 284
T5 V. Singh -4 68 73 71 72 284
T5 T. Immelman -4 73 73 65 73 284
10 P. Mickelson -3 70 72 69 74 285
T11 D. Howell -2 72 69 76 69 286
             
Weiters.            
T13 R. Moore (Am) -1 71 71 75 70 287
T13 T. Levet -1 71 75 68 73 287
T17 D. Clarke EVEN 72 76 69 71 288
T20 B. Langer 1 74 74 70 71 289
T25 T. Bjorn 2 71 67 71 81 290
T31 M. Jimenez 5 74 74 73 72 293
T33 I. Poulter 6 72 74 72 76 294
47 E. Els 10 75 73 78 72 298

* Sieg im Stechen mit Birdie am 1. Extraloch


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