Das 2. Major 2005

105. US OPEN
Pinehurst No. 2
Pinehurst, North Carolina
16. - 19. Juni 2005
Preisgeld: US$ 6,500.000

105. US OPEN PINEHURST No.2 - Retief Goosen, je schwerer besser

2. Runde

18.6.2005 / 01:08 MEZ
Golf-Live.at / J.W. / E. Anderson
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Je schwerer, desto besser 

Als Spezialist für extrem harte Golfplätze erweist sich einmal mehr Retief Goosen. Zur Halbzeit der US Open führt er gemeinsam mit den Außenseitern Olin Browne und Jason Gore.

Praktisch alle Topfavoriten um den US Open-Titel 2005 waren vor dem zweiten Spieltag noch im Rennen: Tiger, Singh, Mickelson, Els, Scott, Garcia und nicht zu vergessen Titelverteidiger Retief Goosen. Doch am zweiten Tag trennte sich langsam die Spreu vom Weizen. So schwer spielte sich Pinehurst No.2, dass sich Mickelson oder Els hoch in die schwarzen Zahlen verabschiedeten, obwohl die Grüns überraschen langsam bleiben.

Tiger stolpert auf den Grüns

Vollkonzentriert und von der Körpersprache her hochmotiviert ging Tiger Woods auf seine zweite Runde. Der US Superstar trifft deutlich mehr Fairways und Grüns und spielt sich mit zwei schnellen Birdies in die roten Zahlen. Doch plötzlich läuft es auf den Grüns überhaupt nicht mehr, mit vier Bogeys fällt die Golf-Nummer 1 zurück, nachdem er 18 Putts auf den ersten 9 Grüns benötigt. Immer grantiger wird Tiger beim Putten, lässt beinahe jeden Putt viel zu kurz. Am letzten Loch vergibt er noch eine gute Birdiechance, sollte die 71 rasch abhaken - bei 1 über Par (Platz 10) sind seine Chancen dennoch voll intakt: "Der Speed auf diesen Grüns ist das Schwerste. Obwohl sie sehr hart sind, rollen die Bälle weit langsamer als erwartet. Aber mit der Position nach zwei Tagen bin ich mehr als nur happy."

Mit einem tollen Zwischenspurt erreicht Olin Browne 4 unter Par und zieht den Verfolgern kurzzeitig davon. Doch ein Blackout am Par 3 der 6, wo er von einem Bunker in den nächsten schießt, von dort wieder übers Grün ins Rough, wächst sich zu einem Doppelbogey aus. Dennoch setzte der 46-jährige, der als 300. deutlich hinter Markus Brier im World Ranking klassiert ist, bei 2 unter Par eine Bestmarke im Clubhaus, die nicht mehr unterboten werden sollte.

Goosen wieder in der Pole Position

Zu Mitte der 2. Runde war erstmals der Titelverteidiger alleine an der Spitze. Retief Goosen spielt zwar wenige Birdies, ist aber der Beste im Feld wenn es um das Kratzen der Pars geht. Der schweigsame US Open-Spezialist verfehlte aber zu viele Grüns, verpasst zweimal den Up & Down im Finish, verspielte so die alleinige Führung. Nach der 70er-Runde stellt "The Goose" allerdings die Bestmarke von Olin Browne ein: "Ich freue mich aufs Wochenende und kann hoffentlich ein drittes Mal diesen Titel holen," kommentierte der medienscheue Südafrikaner knapp.

Ganz spät spielte sich noch der Amerikaner Jason Gore nach vorne. Mit einem der ganz seltenen Birdies am längsten Par 3 erreicht auch der schwergewichtige Longhitter ein Zwischenergebnis von 2 unter Par. Der auf der Nationwide Tour spielende Gore, der sich bei zwei Versuchen nicht auf der US PGA Tour halten konnte, schrieb sein eigenes Golfmärchen. Mit fünf Birdies schaffte Gore die 67, die beste Runde in der Spitze, um als dritter Co-Leader ins Wochenende zu gehen: "Ich habe nur Spaß, weil ich absolut nichts zu verlieren habe".

In der Zwischenzeit hat sich David Toms unter dem Radar erfolgreich angeschlichen. Der Amerikaner hat den heißesten Putter im Bag, bastelt in der Spitzengruppe an einer neuen besten Runde. Sein Griff nach der Führung endet im Grünbunker der 8 und nach einem Dreiputt mit einem unrühmlichen Doppelbogey. Am abschließenden Par 3 findet erst sein vierter Schlag das Grün, der Sechste das Loch - 72 Schläge, gesamt 2 über Par.


Singh und Garcia setzen frühe Bestmarke

Wie ein Schlagroboter agierte Vijay Singh am Freitag, zum Glück für die anderen hat der Fidschi einen eiskalten Putter: Grün getroffen, zwei Putts und weiter zum nächsten Abschlag, so gestaltet sich die zweite Runde für Vijay. Nur das 9. Grün verfehlt der baumlange 42-jährige, das kostet ihn prompt ein Bogey. Mehr als drei Birdies schauen für Singh aber nicht heraus, zwei späte Schlagverluste, unter anderem mit Dreiputt an der 16  bringen ihm neuerlich die Par-Runde von 70 Schlägen ein - nicht schlecht, damit setzt er nach der Morgengruppe die Clubhausführung.

Sergio Garcia
gelingt mit der 69 einer der seltenen Runden unter Par. Dazu musste der 25-jährige Spanier jedoch am Schlussloch zum Birdie einchippen: "Die Grüns waren heute schneller, daher meine zwei Dreiputts. Der Platz ist brutal, mit 3 über Par wird man hier gewinnen," sagt El Ninjo voraus, der zur Halbzeit bei Even Par toll klassiert ist.

Phil Mickelson erwischte einen rabenschwarzen Freitag: der Linkshänder musste zuerst die schwierigeren Back 9 in Angriff nehmen, schoss allerdings kreuz und quer in der Gegend herum: kaum ein Fairway oder Grün getroffen, 6 Bogeys bis zum Halbzeit-Turn, Absturz auf 5 über Par im Zwischenklassement - auf den vorderen 9 kann Mickelson sein Spiel etwas konsolidieren. Mit 77 Schlägen rutschte der Publikumsliebling auf 6 über Par ab.

Hedblom brilliert mit bester Open-Runde

Euro-Qualifikant Peter Hedblom sorgte mit der 66 für die bislang tiefste Runde in Pinehurst No.2 in dieser Woche. Der Schwede traf zwar wenige Grüns, richtete sein Score jedoch mit dem einigen fantastischen Eisen und dem Putter, spielt sich nach der gestrigen 77 noch locker ins Wochenende (3 über Par).

Überraschungsmann Brandt Jobe verliert nach der 68 etwas an Boden, fällt mit der 73 auf 1 über Par zurück. Ein weiter grimmig dreinblickender Colin Montgomerie verlor 5 Schläge, musste danach lange zittern, sein Halbzeitergebnis von 7 über Par reichte aber für den Cut.

Jimenez verabschiedet sich sang- und klanglos

Bereits sicher draußen ist Miguel-Angel Jimenez, nach der 74 vom Freitag hat er mit 13 über Par viel zu viel Rückstand. Das gleiche Score brachte Padraig Harrington am Freitag ins Clubhaus, bei 11 über Par hatte der Ire auch keine Chance. 

Der Cut lag bei 8 über Par, den 83 Spielern schafften, die nicht mehr als 10 Schläge auf die Führung verloren.

Die beiden britischen Ryder Cupper Paul Casey und David Howell verzichteten am Freitag auf einen Start.


Wer ist Ihr Favorit?

Markus Brier, der die Qualifikation für seine erste US Open leider verpasste, hat einen Geheimtipp auf Lager: "Luke Donald, der hat das Spiel für diesen Platz und ist reif für einen Majorsieg." Guter Tipp, der Engländer eröffnete mit einer starken 69 und Platz 6.

Im Golf-Live TALK tauschen unsere Leser ihre heißen Tipps über den Ausgang der US Open aus - wer darf sich am Montag als Tippkönig feiern lassen?


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 70):

Platz Land Par R1 R2
1 USA -2 67 71
1 RSA -2 68 70
1 USA -2 71 67
4 KOR -1 69 70
4 AUS -1 71 68
6 NZ Even 71 69
6 FIJ Even 70 70
6 SPA Even 71 69
6 ENG Even 68 72
10 AUS 1 70 71
10 USA 1 71 70
10 USA 1 68 73
10 USA 1 70 71
         
Weiters:        
17 USA 2 69 73
17 USA 2 70 72
33 DEN 5 71 74
45 USA 6 69 77
45 ENG 6 77 69
57 SCO 7 72 75
57 RSA 7 71 76
57 GER 7 74 73
72 IRL 8 76 72
72 FRA 8 75 73
         
Cut verpasst (+8):        
84 USA 9 77 72
106 IRL 11 77 74
122 SPA 13 79 74



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