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105. US OPEN PINEHURST
No.2 - Michael Campbell haengt Tiger ab
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Final:
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20.6.2005 / 01:00 MEZ
Golf-Live.at / J.W. / E. Anderson |
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Kiwi hängt den Tiger ab
Michael Campbell läuft Tiger Woods im Finish zum ersten Major-Titel
davon. Retief Goosen stürzt total ab, Garcia wird noch Dritter.
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"Dieser Platz ist wie Mike Tyson als er noch 20 war," brachte Olin
Browne den besten Vergleich, wie sich Pinehurst No.2 am Wochenende spielte.
Die Verfolger hoffen weiter
Mit drei Schlägen Vorsprung auf seine engsten Verfolger und sechs auf Tiger
Woods ging der Titelverteidiger in den großen Showdown am Sonntag. Retief
Goosen hat die
Chance zu wiederholen, was Curtis Strange zuletzt 1988 und 1989 gelang -
zwei US Open-Siege in Folge.
Goosen bittet die Verfolger zum Tanz
Die Nummer 5 (Goosen) gegen die Nummer 818 (Gore) der Welt - die US Open
brachte im Schlussflight ein wohl einmaliges Duell. Der Titelverteidiger
leistet sich gleich an der 2 einen teuren Lapsus, als er einen einfachen Chip
übers Grün befördert und mit einem Doppelbogey früh den Großteil seines
Vorsprungs einbüsst. Jason Gore konnte davon nicht profitieren, da er
selbst Bogey, Doppelbogey spielt.
Goosen wirkte bei den Schlägen ins Grün und im Kurzspiel verunsichert. Am ersten Par 5 spielt er
nach einem Dreiputt nur das Par, schiebt an der 5 den Par-Putt vorbei, gibt
somit erstmals die Führung ab.
Vijay Singh und Michael Campbell üben nun Druck auf Goosen aus.
An der 8 ballert Singh seinen Birdieversuch übermotiviert vom Grün hinunter,
lässt sich einen schwierigen Chip zurück. Statt mit Birdie marschiert
der Fidschi mit einem Doppelbogey vom Grün - wieder einmal kostet Singh der
Putter den Erfolg.
Somit heißt der neue Führende Michael Campbell, der am Eröffnungsloch
ein Birdie spielt und plötzlich alleine bei Even Par führt. An der 8
verschiebt der Kiwi jedoch einen kurzen Par-Putt, bleibt dennoch alleine bei 1
über Par voran.
Woods gegen die eigene Statistik
Noch nie hatte Tiger Woods von hinten kommend ein Major gewonnen. Vom 1.
Vorgrün dreiputtet er gleich zum Bogey, schafft auch an der 2 nicht den Up
& Down zum Par - das bedeutet zu Beginn 8 Schläge Rückstand auf die
Führung! Dafür
kann er am ersten Par 5 einen Schlag gutmachen. Der
US-Star erhöht nun das Risiko. Am Par 4 der 7 kürzt er über die Bäume ab,
erreicht aus 360 Metern fast das Grün und macht mit Birdie weiter Boden gut. Am schweren Par 3 der 9 misslingt der Up
& Down, ein Schlag geht wieder verloren, den er jedoch sofort am zweiten Par
5 zurückholen kann.
Nach einem 325 Meter langen Drive an der 11 legt Woods ein Wedge tot an den
Stock - ist nun bis auf einen Schlag an Michael Campbell dran. Doch der
Kiwi nimmt den Kampf auf, zieht nach einem langen Birdieputt an der 10 wieder
davon. Auch an der 12 sieht Campbell genau die Puttlinie, geht 1 unter Par.
Zweikampf Campbell gegen Woods
Im letzten Drittel verlieren Retief Goosen und der Australier Mark
Hensby weitere Schläge, verabschieden sich endgültig aus dem
Titelrennen. Damit sind Campbell und Tiger die einzigen Kontrahenten, die sich den Sieg untereinander
ausmachen. Tiger schlägt ein perfektes Eisen 6 ins 15. Grün, macht mit dem nächsten
Birdie Druck - Campbell kontert mit einer perfekten Grünannäherung an der 14,
verschiebt aber den Putt.
Tiger handelt sich an der 16 schlechte Karten ein, als er aus dem tiefen Rough
das Grün verfehlt und im denkbar schlechtesten Zeitpunkt ein Bogey frisst.
Praktisch in der gleichen Minute schafft Campbell ein Loch dahinter aus dem
Grünbunker den Up & Down, geht mit 3 Schlägen Vorsprung auf die letzten 3
Bahnen. "Am 15. Tee war ich so nervös, weil ich wusste, dass Tiger
attackierte. Da erzählte mir Olin Browne einen Golfwitz. Ich weiß selbst nicht
warum, aber das hat mich total beruhigt." erzählte Campbell anschließend.
Am 17. Grün hat Woods nur eine Außenseiterchance, schiebt den Birdieputt zwei
Meter am Loch vorbei - verfehlt auch den Retourputt und präsentiert Campbell den
Sieg am silbernen Tablett. An der 18 locht Tiger noch einen Hänger zur
69er-Runde, damit setzt er die Bestmarke bei 2 über Par im Clubhaus, die jedoch
nur für Platz 2 reicht: "Ich habe die ganze Woche super gespielt. Wenn ich
nur normal geputtet hätte," haderte Tiger anschließend.
Die 17, an der Campbell am Vortag aus dem Bunker zum Birdie lochte, entscheidet
endgültig für den Neuseeländer. Sein langer Putt fällt neuerlich zur 2,
damit geht er mit drei Schlägen Vorsprung auf die Schlussbahn. Trotz eines
abschließenden Bogeys spielt Campbell mit der 69 die beste Finalrunde und holt
bei Even Par seinen ersten Majortitel - samt dem entsprechenden Scheck von
1,170.000 US Dollar.
Campbell's unglaubliches Comeback
Es war ein Sieg unter Tränen für den ersten Neuseeländer, der ein Major
gewinnen kann.
Nach seiner Handgelenksoperation und serienweise verpassten Cuts wollte Campbell
seine Karriere bereits an den Nagel hängen: "Es war eine unglaubliche
Reise bis zu diesem Punkt," brachte der Maori nur noch unter Tränen
heraus. Tiger's Caddie Steve Williams, ebenfalls ein Neuseeländer,
freute sich fast mehr über den Sieg von Campbell, umarmte den neuen Champion:
"Dass ein Maori auf so einer Weltbühne steht - das ist die größte,
individuelle Leistung in Neuseelands Sportgeschichte", weiß dies
Williams einzuordnen.
Campbell war übrigens nur dank eines langen Birdieputts am Schlussloch der
Qualifikation im englischen Walton Heath überhaupt ins Starterfeld für die US Open gerutscht.
Garcia mit bekannt starkem Finish
Dreimal konnte Sergio Garcia Schlagverluste wettmachen, wird mit der
Par-Runde noch bester Europäer auf dem geteilten 3. Platz, gemeinsam mit dem
besten Südafrikaner - Tim Clark!
Zu den Verlierern zählt vor allem Retief Goosen, der mit der 81 die
zweitschwächste Runde des Tages scort und auf den 11. Platz zurückfällt. Sein
Flightpartner Jason Gore sorgt mit der 84 für die allerschlechteste
Runde - damit spielt der Schlussflight die beiden höchsten Scores des Tages,
wohl einmalig!
Els und Cink mit guten Sonntagsrunden
Schon die frühen Scores kündigten ein "schwarzes Scoreboard" an. Das Warten auf die
erste Runde unter Par dauerte lang, erst Stewart Cink brach den Bann mit
der 69, die ihn auf Platz 15 brachte. Ernie Els durfte sich über
eine Par-Runde freuen, seine Beste in der Woche, ebenfalls Platz 15.
Bernhard Langer und Phil Mickelson beenden die US Open bei 12
über Par, teilen sich den 33. Platz, gut für Langer, schlecht für Lefty.
Final Scores nach 4 Runden (Par 70):
| Platz |
Spieler |
Land |
Par |
R1 |
R2 |
R3 |
R4 |
| 1 |
CAMPBELL,
Michael |
NZ |
Par |
71 |
69 |
71 |
69 |
| 2 |
WOODS,
Tiger |
USA |
2 |
70 |
71 |
72 |
69 |
| 3 |
GARCIA,
Sergio |
SPA |
5 |
71 |
69 |
75 |
70 |
| 3 |
CLARK,
Tim |
RSA |
5 |
76 |
69 |
70 |
70 |
| 3 |
HENSBY,
Mark |
AUS |
5 |
71 |
68 |
72 |
74 |
| 6 |
LOVE,
Davis III |
USA |
6 |
77 |
70 |
70 |
69 |
| 6 |
MEDIATE,
Rocco |
USA |
6 |
67 |
74 |
74 |
71 |
| 6 |
SINGH,
Vijay |
FIJ |
6 |
70 |
70 |
74 |
72 |
| 9 |
PRICE,
Nick |
RSA |
7 |
72 |
71 |
72 |
72 |
| 9 |
OBERHOLSER,
Arron |
USA |
7 |
76 |
67 |
71 |
73 |
|
|
|
|
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|
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Weiters: |
|
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|
| 11 |
GOOSEN,
Retief |
RSA |
8 |
68 |
70 |
69 |
81 |
| 15 |
CINK,
Stewart |
USA |
9 |
73 |
74 |
73 |
69 |
| 15 |
ELS,
Ernie |
RSA |
9 |
71 |
76 |
72 |
70 |
| 28 |
SCOTT,
Adam |
AUS |
11 |
70 |
71 |
74 |
76 |
| 33 |
MICKELSON,
Phil |
USA |
12 |
69 |
77 |
72 |
74 |
| 33 |
LANGER,
Bernhard |
GER |
12 |
74 |
73 |
71 |
74 |
| 33 |
WESTWOOD,
Lee |
ENG |
12 |
68 |
72 |
73 |
79 |
| 42 |
MONTGOMERIE,
Colin |
SCO |
13 |
72 |
75 |
72 |
74 |
| 42 |
McGINLEY,
Paul |
IRL |
13 |
76 |
72 |
71 |
74 |
| 49 |
GORE,
Jason |
USA |
14 |
71 |
67 |
72 |
84 |
| 52 |
LEVET,
Thomas |
FRA |
15 |
75 |
73 |
73 |
74 |
| 52 |
BJORN,
Thomas |
DEN |
15 |
71 |
74 |
75 |
75 |
| 57 |
POULTER,
Ian |
ENG |
16 |
77 |
69 |
74 |
76 |
| 57 |
DONALD,
Luke |
ENG |
16 |
69 |
73 |
74 |
80 |
Alle Berichte von der US Open 2005
>> 3. Runde: Catch Me if You can
>> 2. Runde: Je schwerer, desto
besser
>> 1. Runde: Schon wieder Goosen
>> Alle reden nur von Tiger
>> Zahlen, Daten, Fakten
>> Die Woche des US Open
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