Das 2. Major 2005

105. US OPEN
Pinehurst No. 2
Pinehurst, North Carolina
16. - 19. Juni 2005
Preisgeld: US$ 6,500.000

105. US OPEN PINEHURST No.2 - Michael Campbell haengt Tiger ab

Final:

20.6.2005 / 01:00 MEZ
Golf-Live.at / J.W. / E. Anderson
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Kiwi hängt den Tiger ab

Michael Campbell läuft Tiger Woods im Finish zum ersten Major-Titel davon. Retief Goosen stürzt total ab, Garcia wird noch Dritter.

"Dieser Platz ist wie Mike Tyson als er noch 20 war," brachte Olin Browne den besten Vergleich, wie sich Pinehurst No.2 am Wochenende spielte.

Die Verfolger hoffen weiter

Mit drei Schlägen Vorsprung auf seine engsten Verfolger und sechs auf Tiger Woods ging der Titelverteidiger in den großen Showdown am Sonntag. Retief Goosen hat die Chance zu wiederholen, was Curtis Strange zuletzt 1988 und 1989 gelang - zwei US Open-Siege in Folge.

Goosen bittet die Verfolger zum Tanz

Die Nummer 5 (Goosen) gegen die Nummer 818 (Gore) der Welt - die US Open brachte im Schlussflight ein wohl einmaliges Duell. Der Titelverteidiger leistet sich gleich an der 2 einen teuren Lapsus, als er einen einfachen Chip übers Grün befördert und mit einem Doppelbogey früh den Großteil seines Vorsprungs einbüsst. Jason Gore konnte davon nicht profitieren, da er selbst Bogey, Doppelbogey spielt.

Goosen wirkte bei den Schlägen ins Grün und im Kurzspiel verunsichert. Am ersten Par 5 spielt er nach einem Dreiputt nur das Par, schiebt an der 5 den Par-Putt vorbei, gibt somit erstmals die Führung ab.

Vijay Singh und Michael Campbell üben nun Druck auf Goosen aus. An der 8 ballert Singh seinen Birdieversuch übermotiviert vom Grün hinunter, lässt sich einen schwierigen Chip zurück. Statt mit Birdie marschiert der Fidschi mit einem Doppelbogey vom Grün - wieder einmal kostet Singh der Putter den Erfolg.

Somit heißt der neue Führende Michael Campbell, der am Eröffnungsloch ein Birdie spielt und plötzlich alleine bei Even Par führt. An der 8 verschiebt der Kiwi jedoch einen kurzen Par-Putt, bleibt dennoch alleine bei 1 über Par voran.

Woods gegen die eigene Statistik

Noch nie hatte Tiger Woods von hinten kommend ein Major gewonnen. Vom 1. Vorgrün dreiputtet er gleich zum Bogey, schafft auch an der 2 nicht den Up & Down zum Par - das bedeutet zu Beginn 8 Schläge Rückstand auf die Führung! Dafür kann er am ersten Par 5 einen Schlag gutmachen. Der US-Star erhöht nun das Risiko. Am Par 4 der 7 kürzt er über die Bäume ab, erreicht aus 360 Metern fast das Grün und macht mit Birdie weiter Boden gut. Am schweren Par 3 der 9 misslingt der Up & Down, ein Schlag geht wieder verloren, den er jedoch sofort am zweiten Par 5 zurückholen kann.

Nach einem 325 Meter langen Drive an der 11 legt Woods ein Wedge tot an den Stock - ist nun bis auf einen Schlag an Michael Campbell dran. Doch der Kiwi nimmt den Kampf auf, zieht nach einem langen Birdieputt an der 10 wieder davon. Auch an der 12 sieht Campbell genau die Puttlinie, geht 1 unter Par.

Zweikampf Campbell gegen Woods

Im letzten Drittel verlieren Retief Goosen und der Australier Mark Hensby weitere Schläge, verabschieden sich endgültig aus dem Titelrennen. Damit sind Campbell und Tiger die einzigen Kontrahenten, die sich den Sieg untereinander ausmachen. Tiger schlägt ein perfektes Eisen 6 ins 15. Grün, macht mit dem nächsten Birdie Druck - Campbell kontert mit einer perfekten Grünannäherung an der 14, verschiebt aber den Putt.

Tiger handelt sich an der 16 schlechte Karten ein, als er aus dem tiefen Rough das Grün verfehlt und im denkbar schlechtesten Zeitpunkt ein Bogey frisst. Praktisch in der gleichen Minute schafft Campbell ein Loch dahinter aus dem Grünbunker den Up & Down, geht mit 3 Schlägen Vorsprung auf die letzten 3 Bahnen. "Am 15. Tee war ich so nervös, weil ich wusste, dass Tiger attackierte. Da erzählte mir Olin Browne einen Golfwitz. Ich weiß selbst nicht warum, aber das hat mich total beruhigt." erzählte Campbell anschließend.

Am 17. Grün hat Woods nur eine Außenseiterchance, schiebt den Birdieputt zwei Meter am Loch vorbei - verfehlt auch den Retourputt und präsentiert Campbell den Sieg am silbernen Tablett. An der 18 locht Tiger noch einen Hänger zur 69er-Runde, damit setzt er die Bestmarke bei 2 über Par im Clubhaus, die jedoch nur für Platz 2 reicht: "Ich habe die ganze Woche super gespielt. Wenn ich nur normal geputtet hätte," haderte Tiger anschließend.

Die 17, an der Campbell am Vortag aus dem Bunker zum Birdie lochte, entscheidet endgültig für den Neuseeländer. Sein langer Putt fällt neuerlich zur 2, damit geht er mit drei Schlägen Vorsprung auf die Schlussbahn. Trotz eines abschließenden Bogeys spielt Campbell mit der 69 die beste Finalrunde und holt bei Even Par seinen ersten Majortitel - samt dem entsprechenden Scheck von 1,170.000 US Dollar.

Campbell's unglaubliches Comeback

Es war ein Sieg unter Tränen für den ersten Neuseeländer, der ein Major gewinnen kann. Nach seiner Handgelenksoperation und serienweise verpassten Cuts wollte Campbell seine Karriere bereits an den Nagel hängen: "Es war eine unglaubliche Reise bis zu diesem Punkt," brachte der Maori nur noch unter Tränen heraus. Tiger's Caddie Steve Williams, ebenfalls ein Neuseeländer, freute sich fast mehr über den Sieg von Campbell, umarmte den neuen Champion: "Dass ein Maori auf so einer Weltbühne steht - das ist die größte, individuelle Leistung in Neuseelands Sportgeschichte", weiß dies Williams einzuordnen.

Campbell war übrigens nur dank eines langen Birdieputts am Schlussloch der Qualifikation im englischen Walton Heath überhaupt ins Starterfeld für die US Open gerutscht.

Garcia mit bekannt starkem Finish

Dreimal konnte Sergio Garcia Schlagverluste wettmachen, wird mit der Par-Runde noch bester Europäer auf dem geteilten 3. Platz, gemeinsam mit dem besten Südafrikaner - Tim Clark!

Zu den Verlierern zählt vor allem Retief Goosen, der mit der 81 die zweitschwächste Runde des Tages scort und auf den 11. Platz zurückfällt. Sein Flightpartner Jason Gore sorgt mit der 84 für die allerschlechteste Runde - damit spielt der Schlussflight die beiden höchsten Scores des Tages, wohl einmalig!

Els und Cink mit guten Sonntagsrunden

Schon die frühen Scores kündigten ein "schwarzes Scoreboard" an. Das Warten auf die erste Runde unter Par dauerte lang, erst Stewart Cink brach den Bann mit der 69, die ihn auf Platz 15 brachte. Ernie Els durfte sich über eine Par-Runde freuen, seine Beste in der Woche, ebenfalls Platz 15.

Bernhard Langer und Phil Mickelson beenden die US Open bei 12 über Par, teilen sich den 33. Platz, gut für Langer, schlecht für Lefty.


Final Scores nach 4 Runden (Par 70):

Platz Land Par R1 R2 R3 R4
1 NZ Par 71 69 71 69
2 USA 2 70 71 72 69
3 SPA 5 71 69 75 70
3 RSA 5 76 69 70 70
3 AUS 5 71 68 72 74
6 USA 6 77 70 70 69
6 USA 6 67 74 74 71
6 FIJ 6 70 70 74 72
9 RSA 7 72 71 72 72
9 USA 7 76 67 71 73
             
Weiters:            
11 RSA 8 68 70 69 81
15 USA 9 73 74 73 69
15 RSA 9 71 76 72 70
28 AUS 11 70 71 74 76
33 USA 12 69 77 72 74
33 GER 12 74 73 71 74
33 ENG 12 68 72 73 79
42 SCO 13 72 75 72 74
42 IRL 13 76 72 71 74
49 USA 14 71 67 72 84
52 FRA 15 75 73 73 74
52 DEN 15 71 74 75 75
57 ENG 16 77 69 74 76
57 ENG 16 69 73 74 80


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