US PGA Tour

US OPEN
Shinnecock Hills Golf Club
Southhampton, New York
17. - 20. Juni 2004
Preisgeld: US$ 6,250.000

US OPEN GOLF - Retief Goosen erobert Pole Position.

3. Runde: 20.6.2004 / 01:06 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
>> STARTSEITE GOLF-LIVE.AT

Retief Goosen 
Foto: Golf-Live.at


Goosen erobert Pole Position

Südafrikanische Doppelführung bei der US Open: Retief Goosen geht bei 5 unter Par zwei Schläge vor Ernie Els ins Finale, Tiger Woods erlebte nach viel Zores ein Happy End.

Shinnecock Hills spielte sich am Moving Day erstmals "Open-like": der Wind frischte deutlich auf, die Fahnenpositionen waren wesentlich schwerer, die Grüns pfeilschnell. Die Golfstars hatten entsprechend große Probleme, nur drei Spieler scorten eine Runde in den roten Zahlen.

Retief Goosen übernimmt spät das Kommando

Maruyama, Mickelson, Maggert, Funk: sie alle führten zwischenzeitlich am dritten Spieltag der US Open. Die fast unspielbaren Par 3, die hohen Roughs und der böige Wind verbliesen sie jedoch alle früher oder später zu Runden über Par.

In der Spitzengruppe scorte einzig und allein Retief Goosen eine Runde in den roten Zahlen: "Ich habe mich heute sehr gut gefühlt, viele Grüns getroffen und im Finish wichtige Birdieputts gelocht", kommentierte der Südafrikaner seine 69er-Runde (1 unter Par). Ein frühes Bogey an der 2 bügelte der US Open-Champion von 2001 rasch aus, übernahm nach einem bärenstarken Birdie an der kniffligen 10 die Führung. Zwei gepushte Drives an der 13 und 14 kosteten ihn Bogeys und Platz 1, im Finish sammelte sich Goosen wieder, lochte die entscheidenden Birdies an der 16 und 17, ließ an der 18 noch eine hervorragende Chance aus. Bei 5 unter Par geht Retief als Führender ins Finale - vier Mal spielte er auf der US PGA Tour schon den Frontrunner, dreimal konnte er dabei gewinnen.

Mickelson und Maruyama hielten sich tapfer

Weit mehr hatten die beiden Halbzeit-Leader im Flight dahinter zu kämpfen, sie erwischten einen ganz schwachen Tag mit den Drives, hielten aber mit brillantem kurzen Spiel ihr Score halbwegs in der Waage. Phil Mickelson kassierte ein Dreiputt-Doppelbogey am fast unspielbaren 7. Loch (Par 3), Shigeki Maruyama patzte vier Mal mit Bogey, am Schlussloch erwischte es den Japaner noch kapital mit einem Doppel-Bummerl (74 Schläge / 4. Platz). Einzig Mickelson, der mit zwei Bogeys im Finish noch auf den geteilten 2. Platz zurückfiel (73 Schläge / gesamt 3 unter Par), kann noch am Sonntag mit einem Sieg die Hälfte des Grand Slam 2004 schaffen.

Els mit Chance auf Open Sieg und Nummer 1

"Auf einer Scala von 1 bis 10 war das heute eine 11" äußerte sich Ernie Els zu den Schwierigkeiten des Golfplatzes. Der Südafrikaner meisterte jedoch den Moving Day mit einer Par-Runde von 70 Schlägen hervorragend, lochte jeweils drei Birdies und Bogeys, war mit dem Putter bombensicher unterwegs. Bei 3 unter Par geht Els als Zweiter, nur zwei Schläge hinter der Spitze ins Finale, könnte mit einem Sieg Tiger Woods sogar als Nummer 1 der Welt verdrängen - falls der US-Star nicht zumindest Siebenter wird.

Fred Funk locht aus allen Lagen

"Fairway" Fred Funk, so der Spitzname des Amerikaners, der seit Jahren die meisten Abschläge aufs Kurzgemähte bringt, übernahm nach zwei Dritteln der dritten Runde die alleinige Führung bei 5 unter Par. Der starke Wind verblies zwar auch viele seiner Drives, doch der US-Oldboy richtete es sich mit dem Putter. Erst im Finish bekam Funk Probleme, fiel mit Bogeys an der 14, 16 und 18 auf 2 unter Par zurück (Platz 4).

Von Beginn an in mächtigen Schwierigkeiten war dagegen Vijay Singh, wilde Drives kosteten den Fidschi fünf Bogeys und ein Doppelbogey zur birdielosen 77er-Runde, er fiel bei 5 über Par auf Platz 25 zurück. Zu den Verlierern zählen auch Trevor Immelman (79) und Angel Cabrera (77).

Die Runde des Tages spielte der Südafrikaner Tim Clark, mit einem Eagle und vier Birdies brachte der Südafrikaner die 66 bei anfangs noch freundlicheren Bedingungen ins Clubhaus, liegt bei 1 unter Par schon auf Platz 6.

Tiger brockt sich jede Menge Zores ein ...

Nur ein langes Eisen nahm Tiger Woods vorsichtshalber um 19:10 MEZ am ersten Tee - landete dennoch weit links im dicken Rough, rettete aber noch sein Par. Ein schwaches Eisen am folgenden Par 3 lässt ihm noch 20 Meter am Grün, die er nur mit drei Putts bewältigt. Am dritten Abschlag versucht es Woods erstmals mit dem Holz, verfehlt prompt das Fairway - das Rough-Problem wächst sich zum nächsten Bogey aus, als der Par-Putt aus zwei Metern nicht fällt. An der 4 vergibt der US-Superstar aus zwei Metern seine erste gute Birdiechance.

An der 8 fällt endlich das erste Birdie für die Nummer 1, das lange Spiel wirkt plötzlich wesentlich solider. Doch statt der großen Aufholjagd sorgt Tiger für die Dramen: am berühmten 10. Loch, wo der zweite Schlag aus einer tiefen Senke heraus 50 Meter auf ein Plateaugrün hochgespielt wird, hat Tiger zuviel Spin am Ball, der rollt 40 Meter zurück. Nun versucht er es mit einem flachen "Bump & Run", der es nicht bis aufs Grün schafft, ihm wieder vor die Füße rollt. Der Vierte gerät zu lang, nach zwei Putts ist das Doppelbogey perfekt. Zwei Bahnen später lippt der Par-Putt aus zwei Metern aus, Woods fällt auf 5 über Par scheinbar aussichtslos zurück.

... sorgt aber für ein Happy End

Schon ziemlich griesgrämig spielte Woods das Schlussloch, hatte dank Rückenwinds nur noch ein Sandwedge für den zweiten Schlag - aus 90 Metern locht er seine Annäherung zum Eagle ein. Dieser Lucky-Punch bringt ihm noch die 73er-Runde, bei 4 über Par könnte er sogar noch eine kleine Chance haben: "Wenn mein Schwung passt, loche ich keine Putts, sobald das lange Spiel nicht mehr klappt, fallen die Par-Putts. Ich muss morgen nur beides zusammenkriegen, dann habe ich noch eine Chance", meinte Tiger unmittelbar nach seiner Runde.

Alex Cejka leidet weiter unter Birdieflaute

Nicht und nicht in die Gänge will Alex Cejka kommen. Auch am Moving Day wollen die Birdieputts nicht fallen, nur zweimal darf er sich freuen (3. und 18. Bahn, Par 4), ein bitteres Doppelbogey an der kurzen 8 zog ihm jedoch den Nerv. Mit der 73er-Runde bleibt Cejka auf dem aussichtslosen 48. Platz.

Haas Junior vor Haas Senior?

Ihr ganz privates Familienduell trug die Familie Haas am Moving Day aus. Noch-Amateur Bill Haas nutzte die freundlicheren Bedingungen am Morgen zu einer starken 71er-Runde, die ihn bei 6 über Par auf Platz 34 vorspülte. Sein 50-jähriger Vater Jay Haas hatte später weit härter zu kämpfen, fiel mit 76 Schlägen zurück, geht nun gleichauf mit dem Sohn ins Finale.


Scores nach 3 von 4 Runden (Par 70):

Platz Land Par R1 R2 R3 Score
1 RSA -5 70 66 69 205
2 RSA -3 70 67 70 207
2 USA -3 68 66 73 207
4 USA -2 70 66 72 208
4 JAP -2 66 68 74 208
6 RSA -1 73 70 66 209
6 USA -1 68 67 74 209
8 CAN Even 69 70 71 210
9 SPA 1 72 68 71 211
9 USA 1 67 71 73 211
             
Weiters:            
13 USA 3 75 70 68 213
19 USA 4 72 69 73 214
19 ARG 4 66 71 77 214
25 USA 5 73 72 70 215
25 USA 5 68 75 72 215
25 FIJ 5 68 70 77 215
34 USA 6 72 73 71 216
34 USA 6 66 74 76 216
43 ENG 7 73 71 73 217
43 SWE 7 73 68 76 217
48 GER 8 75 70 73 218
48 WAL 8 70 73 75 218
48 RSA 8 69 70 79 218
55 USA 9 72 72 75 219
55 SWE 9 74 69 76 219
59 IRL 10 73 71 76 220




GOLF-LIVE bringt eine komplette Live-Berichterstattung von der US Open mit stündlichen Updates, Live Scoring, Hintergrundberichten und Analysen.



>> STARTSEITE GOLF-LIVE.AT