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US OPEN GOLF - Retief
Goosen der Putt-Champion.
| Final: |
21.6.2004 / 01:23 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson |
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Retief Goosen
Foto: Golf-Live.at |
Putter vergoldet Goosen
Mit 11 Ein-Putts gewann Retief Goosen seine zweite US Open bei 4
unter Par. Ein Drei-Putt beendete den Grand Slam-Traum von Phil
Mickelson, der zum dritten Mal Zweiter wird.
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Zum zweiten Mal nach 2001 holt sich der Südafrikaner Retief Goosen
den Titel bei der US Open, und wie schon vor drei Jahren locht er auf der
Schlussrunde 11 Mal mit nur einem Putt ein, kaschiert damit unpräzise Drives
und Eisen. Mit 71 Schlägen (1 über Par) hält er Phil Mickelson auf Distanz
und gewinnt bei 4 unter Par mit zwei Schlägen Vorsprung: "Dank meines
Putters musste ich nicht bis Montag auf den Titel warten", war die
Erleichterung bei Goosen riesengroß, dass er diesmal nicht in ein 18
Loch-Playoff wie 2001 musste.
Knochenharte Fairways, auf denen sich die Drives unkontrolliert verspringen,
pfeilschnelle Grüns, die teilweise schon unspielbar waren, auffrischender Wind:
Links-Golf von der brutalsten Sorte unterhielt die Zuschauer am
Finaltag der 104. US Open. Keine einzige Runde unter Par, mehr Doppelbogeys als
Birdies und ein durchschnittliches Score von 78,7 Schlägen kennzeichneten einen Golftag
jenseits der Schmerzgrenze für viele Spieler: "Die Grüns waren hart wie
Toastbrot, da musste man absolut perfekt sein um eine Chance zu haben",
brachte es Jay Haas auf den Punkt.
Goosen startet mit Riesen-Birdie
Der große Gejagte schockt gleich am Eröffnungsloch: aus 9 Metern locht Retief
Goosen zum Birdie - während Flightpartner Ernie Els rund ums Grün zum
Doppelbogey patzt. Obwohl "The Goose" den gewonnenen Schlag
postwendend am folgenden Par 3 wieder herschenkt, weiß er seinen Vorsprung zu halten.
Phil Mickelson mußte ganz taub sein bei der lautstarken Anfeuerung, die
ihn über vier Stunden begleitete. Der Publikumsfavorit verliert im Rough früh einen
Schlag an der 3, kontert aber sofort mit einem starken Birdie aus 7 Metern. Der
Amerikaner bleibt damit an Goosen dran, lässt am ersten Par 5 jedoch mit einem Dreiputt vom
Vorgrün eine exzellente Chance ungenützt.
Ernie Els bleibt die Nummer 2
Ernie Els begräbt schon früh seine Hoffnungen im Rough und in einigen
Grünbunkern. Als er an der 8 das Grün überschlägt, erst nach zwei Chips zum
Putten kommt und mit Doppelbogey abmarschiert, ist für ihn alles gelaufen - mit
seiner schlechtesten US Open-Runde von 80 Schlägen sollte er bis auf den 9.
Platz zurückfallen, bleibt damit im World Ranking hinter Woods.
Mickelson arbeitet sich an Goosen heran
Mickelson kratzt auf den Front 9 einige gute Pars, bleibt zur Halbzeit bei
2 unter Par voll im Rennen. Vor allem, nachdem Goosen an der 8 den Sand Save nicht
schafft, nach 9 Löchern nur noch einen Schlag vor dem
Amerikaner bleibt.
Die Back 9 eröffnen beide mit einem Dreiputt, praktisch aus identischer
Position vom Vorgrün der 10. Mit einem Birdie an der 11 stellt Goosen den alten
Abstand wieder her, nachdem der Amerikaner an der 12 einen Schlag verliert. Doch
nun zieht Mickelson die Daumenschrauben an: Birdie aus drei Metern an der 13,
aus zwei Metern an der 15 und auch noch am letzten Par 5 der 16. Goosen kämpft
in dieser Phase nur noch ums Par, locht einen Zitterputt nach dem anderen -
an der 14 nach einem Spiegelei im Grünbunker sogar aus vier Metern zu einem
guten Bogey. Doch dieser Schlagverlust bringt den Amerikaner an die Spitze, Goosen kann
erst an der 16 mit seinem dritten Birdie am Sonntag ausgleichen.
Goosen schaut Mickelson beim Dreiputt zu
Die Entscheidung fällt am Par 3 an der 17, als Mickelson sein Eisen 6 in den
Grünbunker pusht. Goosen beobachtet das Drama vom Abschlag, wie sich sein Konkurrent
selbst schlägt. Phil hat einen Par-Putt aus knapp zwei Metern, den er über die
Lochkante schiebt, genauso wie den Retourputt - Doppelbogey. Goosen landet zwar
im selben Bunker, schafft aber den Sand Save zum Par. Am Schlußloch reicht dem
Südafrikaner somit ein Routine-Par zum Sieg. "Mit meinem Spiel bin ich gar
nicht enttäuscht. Ich kann damit leben, dass einer noch etwas besser war,"
nahm Mickelson seinen dritten Vizetitel bei einer US Open sportlich.
Tiger verschätzt sich mit den Eisen
Grimmig entschlossen wirkte Tiger Woods am ersten Abschlag, selbst
neun Schläge hinter der Spitze witterte er noch eine kleine Chance. Er trifft
zwar am Sonntag mehr Fairways, lässt bei dem böigen Wind aber die
Distanzkontrolle mit den Eisen vermissen, seine Mondbälle verfehlen daher viele
Grüns. Trotz viel Magie im Kurzspiel kassiert Tiger ein Bogey an der 3.
Die schwachen Eisen beginnen sich aber langsam zu rächen. An der kurzen 8
geht ein Schlag verloren, am extrem schweren Grün der 9 passiert ihm sogar ein
Doppelbogey. Birdiechancen bleiben somit Mangelware. Mit Schlagverlusten
geht es für ihn an der 13 und 15 weiter, am letzten Par 5 landet der
Ausnahmekönner mit dem Zweiten im Grünbunker, schlägt daraus den Ball übers
Grün wieder in den Sand, ist mit dem Par noch gut bedient. Sein
Eagle-Glücksloch vom Samstag, die 18, beschert ihm auch heute ein Happy End - aus drei
Metern fällt sein einziger Birdieputt zur 76er-Runde- seiner schwächsten, die
er jemals bei einer US Open gespielt hat (Platz 17, 10 über Par).
Keine Runde unter Par
Fast hätte der Australier Robert Allenby als einziger eine Runde in den
roten Zahlen ins Clubhaus gebracht, ehe er am Schlußloch ein Bogey zur
Par-Runde von 70 Schlägen kassierte, die beste Runde des Tages! Bei 6 über Par
wird Allenby noch 7.
Cejka nicht fit, aber im Finale
Ein schmerzender linker Ellbogen macht Alex Cejka seit dem Samstag zu
schaffen, auf dem steinharten Boden prellt jeder Schlag schmerzhaft in den Arm
zurück. Der Deutsche war bis zuletzt nicht sicher, ob er überhaupt würde
starten können, schließlich hat er es doch probiert.
Wie brutal schwer sich der Kurs am Sonntag spielte, bekam Cejka sofort am eigenen
Leib zu spüren: nach drei Bogeys und einem Doppelbogey lag der Deutsche nach
vier Löchern schon fünf über Par. Alex trifft nur jedes dritte Grün, an
Birdies ist da nicht zu denken - sechs Par waren die einzigen
"Erfolgserlebnisse", mit zwei Doppelbogeys auf den Back 9 kassiert
Cejka die 85. (23 über Par, 60. Platz).
Final Scores nach 4 Runden (Par 70):
| Platz |
Name |
Land |
Par |
R1 |
R2 |
R3 |
R4 |
Score |
| 1 |
GOOSEN,
Retief |
RSA |
-4 |
70 |
66 |
69 |
71 |
276 |
| 2 |
MICKELSON,
Phil |
USA |
-2 |
68 |
66 |
73 |
71 |
278 |
| 3 |
MAGGERT,
Jeff |
USA |
1 |
68 |
67 |
74 |
72 |
281 |
| 4 |
WEIR,
Mike |
CAN |
4 |
69 |
70 |
71 |
74 |
284 |
| 4 |
MARUYAMA,
Shigeki |
JAP |
4 |
66 |
68 |
74 |
76 |
284 |
| 6 |
FUNK,
Fred |
USA |
5 |
70 |
66 |
72 |
77 |
285 |
| 7 |
ALLENBY,
Robert |
AUS |
6 |
70 |
72 |
74 |
70 |
286 |
| 7 |
FLESCH,
Steve |
USA |
6 |
68 |
74 |
70 |
74 |
286 |
| 9 |
HAAS,
Jay |
USA |
7 |
66 |
74 |
76 |
71 |
287 |
| 9 |
AMES,
Stephen |
CAN |
7 |
74 |
66 |
73 |
74 |
287 |
| 9 |
DIMARCO,
Chris |
USA |
7 |
71 |
71 |
70 |
75 |
287 |
| 9 |
ELS,
Ernie |
RSA |
7 |
70 |
67 |
70 |
80 |
287 |
| 13 |
HERRON,
Tim |
USA |
8 |
75 |
66 |
73 |
74 |
288 |
| 13 |
LEVIN,
Spencer (a) |
USA |
8 |
69 |
73 |
71 |
75 |
288 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Weiters: |
|
|
|
|
|
|
|
| 17 |
WOODS,
Tiger |
USA |
10 |
72 |
69 |
73 |
76 |
290 |
| 20 |
TOMS,
David |
USA |
11 |
73 |
72 |
70 |
76 |
291 |
| 20 |
GARCIA,
Sergio |
SPA |
11 |
72 |
68 |
71 |
80 |
291 |
| 24 |
CHOPRA,
Daniel |
SWE |
12 |
73 |
68 |
76 |
75 |
292 |
| 28 |
SINGH,
Vijay |
FIJ |
13 |
68 |
70 |
77 |
78 |
293 |
| 31 |
HARRINGTON,
Padraig |
IRL |
15 |
73 |
71 |
76 |
75 |
295 |
| 36 |
WESTWOOD,
Lee |
ENG |
16 |
73 |
71 |
73 |
79 |
296 |
| 48 |
FURYK,
Jim |
USA |
18 |
72 |
72 |
75 |
79 |
298 |
| 55 |
IMMELMAN,
Trevor |
RSA |
20 |
69 |
70 |
79 |
82 |
300 |
| 57 |
HAEGGMAN,
Joakim |
SWE |
22 |
74 |
69 |
76 |
83 |
302 |
| 57 |
PRICE,
Phillip |
WAL |
22 |
70 |
73 |
75 |
84 |
302 |
| 60 |
CEJKA,
Alex |
GER |
23 |
75 |
70 |
73 |
85 |
303 |
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