US PGA Tour

US OPEN
Shinnecock Hills Golf Club
Southhampton, New York
17. - 20. Juni 2004
Preisgeld: US$ 6,250.000

US OPEN GOLF - Retief Goosen der Putt-Champion.

Final: 21.6.2004 / 01:23 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
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Retief Goosen
Foto: Golf-Live.at


Putter vergoldet Goosen

Mit 11 Ein-Putts gewann Retief Goosen seine zweite US Open bei 4 unter Par. Ein Drei-Putt beendete den Grand Slam-Traum von Phil Mickelson, der zum dritten Mal Zweiter wird.

Zum zweiten Mal nach 2001 holt sich der Südafrikaner Retief Goosen den Titel bei der US Open, und wie schon vor drei Jahren locht er auf der Schlussrunde 11 Mal mit nur einem Putt ein, kaschiert damit unpräzise Drives und Eisen. Mit 71 Schlägen (1 über Par) hält er Phil Mickelson auf Distanz und gewinnt bei 4 unter Par mit zwei Schlägen Vorsprung: "Dank meines Putters musste ich nicht bis Montag auf den Titel warten", war die Erleichterung bei Goosen riesengroß, dass er diesmal nicht in ein 18 Loch-Playoff wie 2001 musste.

Knochenharte Fairways, auf denen sich die Drives unkontrolliert verspringen, pfeilschnelle Grüns, die teilweise schon unspielbar waren, auffrischender Wind: Links-Golf von der brutalsten Sorte unterhielt die Zuschauer am Finaltag der 104. US Open. Keine einzige Runde unter Par, mehr Doppelbogeys als Birdies und ein durchschnittliches Score von 78,7 Schlägen kennzeichneten einen Golftag jenseits der Schmerzgrenze für viele Spieler: "Die Grüns waren hart wie Toastbrot, da musste man absolut perfekt sein um eine Chance zu haben", brachte es Jay Haas auf den Punkt.

Goosen startet mit Riesen-Birdie

Der große Gejagte schockt gleich am Eröffnungsloch: aus 9 Metern locht Retief Goosen zum Birdie - während Flightpartner Ernie Els rund ums Grün zum Doppelbogey patzt. Obwohl "The Goose" den gewonnenen Schlag postwendend am folgenden Par 3 wieder herschenkt, weiß er seinen Vorsprung zu halten.

Phil Mickelson mußte ganz taub sein bei der lautstarken Anfeuerung, die ihn über vier Stunden begleitete. Der Publikumsfavorit verliert im Rough früh einen Schlag an der 3, kontert aber sofort mit einem starken Birdie aus 7 Metern. Der Amerikaner bleibt damit an Goosen dran, lässt am ersten Par 5 jedoch mit einem Dreiputt vom Vorgrün eine exzellente Chance ungenützt.

Ernie Els bleibt die Nummer 2 

Ernie Els begräbt schon früh seine Hoffnungen im Rough und in einigen Grünbunkern. Als er an der 8 das Grün überschlägt, erst nach zwei Chips zum Putten kommt und mit Doppelbogey abmarschiert, ist für ihn alles gelaufen - mit seiner schlechtesten US Open-Runde von 80 Schlägen sollte er bis auf den 9. Platz zurückfallen, bleibt damit im World Ranking hinter Woods.

Mickelson arbeitet sich an Goosen heran

Mickelson kratzt auf den Front 9 einige gute Pars, bleibt zur Halbzeit bei 
2 unter Par voll im Rennen. Vor allem, nachdem Goosen an der 8 den Sand Save nicht schafft, nach 9 Löchern nur noch einen Schlag vor dem Amerikaner bleibt.

Die Back 9 eröffnen beide mit einem Dreiputt, praktisch aus identischer Position vom Vorgrün der 10. Mit einem Birdie an der 11 stellt Goosen den alten Abstand wieder her, nachdem der Amerikaner an der 12 einen Schlag verliert. Doch nun zieht Mickelson die Daumenschrauben an: Birdie aus drei Metern an der 13, aus zwei Metern an der 15 und auch noch am letzten Par 5 der 16. Goosen kämpft in dieser Phase nur noch ums Par, locht einen Zitterputt nach dem anderen - an der 14 nach einem Spiegelei im Grünbunker sogar aus vier Metern zu einem guten Bogey. Doch dieser Schlagverlust bringt den Amerikaner an die Spitze, Goosen kann erst an der 16 mit seinem dritten Birdie am Sonntag ausgleichen.

Goosen schaut Mickelson beim Dreiputt zu

Die Entscheidung fällt am Par 3 an der 17, als Mickelson sein Eisen 6 in den Grünbunker pusht. Goosen beobachtet das Drama vom Abschlag, wie sich sein Konkurrent selbst schlägt. Phil hat einen Par-Putt aus knapp zwei Metern, den er über die Lochkante schiebt, genauso wie den Retourputt - Doppelbogey. Goosen landet zwar im selben Bunker, schafft aber den Sand Save zum Par. Am Schlußloch reicht dem Südafrikaner somit ein Routine-Par zum Sieg. "Mit meinem Spiel bin ich gar nicht enttäuscht. Ich kann damit leben, dass einer noch etwas besser war," nahm Mickelson seinen dritten Vizetitel bei einer US Open sportlich.

Tiger verschätzt sich mit den Eisen

Grimmig entschlossen wirkte Tiger Woods am ersten Abschlag, selbst neun Schläge hinter der Spitze witterte er noch eine kleine Chance. Er trifft zwar am Sonntag mehr Fairways, lässt bei dem böigen Wind aber die Distanzkontrolle mit den Eisen vermissen, seine Mondbälle verfehlen daher viele Grüns. Trotz viel Magie im Kurzspiel kassiert Tiger ein Bogey an der 3.

Die schwachen Eisen beginnen sich aber langsam zu rächen. An der kurzen 8 geht ein Schlag verloren, am extrem schweren Grün der 9 passiert ihm sogar ein Doppelbogey. Birdiechancen bleiben somit Mangelware. Mit Schlagverlusten geht es für ihn an der 13 und 15 weiter, am letzten Par 5 landet der Ausnahmekönner mit dem Zweiten im Grünbunker, schlägt daraus den Ball übers Grün wieder in den Sand, ist mit dem Par noch gut bedient. Sein Eagle-Glücksloch vom Samstag, die 18, beschert ihm auch heute ein Happy End - aus drei Metern fällt sein einziger Birdieputt zur 76er-Runde- seiner schwächsten, die er jemals bei einer US Open gespielt hat (Platz 17, 10 über Par).

Keine Runde unter Par

Fast hätte der Australier Robert Allenby als einziger eine Runde in den roten Zahlen ins Clubhaus gebracht, ehe er am Schlußloch ein Bogey zur Par-Runde von 70 Schlägen kassierte, die beste Runde des Tages! Bei 6 über Par wird Allenby noch 7.

Cejka nicht fit, aber im Finale

Ein schmerzender linker Ellbogen macht Alex Cejka seit dem Samstag zu schaffen, auf dem steinharten Boden prellt jeder Schlag schmerzhaft in den Arm zurück. Der Deutsche war bis zuletzt nicht sicher, ob er überhaupt würde starten können, schließlich hat er es doch probiert. 

Wie brutal schwer sich der Kurs am Sonntag spielte, bekam Cejka sofort am eigenen Leib zu spüren: nach drei Bogeys und einem Doppelbogey lag der Deutsche nach vier Löchern schon fünf über Par. Alex trifft nur jedes dritte Grün, an Birdies ist da nicht zu denken - sechs Par waren die einzigen "Erfolgserlebnisse", mit zwei Doppelbogeys auf den Back 9 kassiert Cejka die 85. (23 über Par, 60. Platz). 


Final Scores nach 4 Runden (Par 70):

Platz Land Par R1 R2 R3 R4 Score
1 RSA -4 70 66 69 71 276
2 USA -2 68 66 73 71 278
3 USA 1 68 67 74 72 281
4 CAN 4 69 70 71 74 284
4 JAP 4 66 68 74 76 284
6 USA 5 70 66 72 77 285
7 AUS 6 70 72 74 70 286
7 USA 6 68 74 70 74 286
9 USA 7 66 74 76 71 287
9 CAN 7 74 66 73 74 287
9 USA 7 71 71 70 75 287
9 RSA 7 70 67 70 80 287
13 USA 8 75 66 73 74 288
13 USA 8 69 73 71 75 288
               
Weiters:              
17 USA 10 72 69 73 76 290
20 USA 11 73 72 70 76 291
20 SPA 11 72 68 71 80 291
24 SWE 12 73 68 76 75 292
28 FIJ 13 68 70 77 78 293
31 IRL 15 73 71 76 75 295
36 ENG 16 73 71 73 79 296
48 USA 18 72 72 75 79 298
55 RSA 20 69 70 79 82 300
57 SWE 22 74 69 76 83 302
57 WAL 22 70 73 75 84 302
60 GER 23 75 70 73 85 303




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