US PGA Tour

US OPEN
Shinnecock Hills Golf Club
Southhampton, New York
17. - 20. Juni 2004
Preisgeld: US$ 6,250.000

US OPEN GOLF - Jim Furyk verteidigt seinen Major-Titel.

1. Runde: 18.6.2004 / 00:53 MEZ
Golf-Live.at / E. Anderson
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Shigeki Maruyama
Foto: Golf-Live.at


Die zweite Garde dominiert

Shigeki Maruyama und Jay Haas führen bei perfektem Golfwetter mit 66er-Runden. Der staubtrockene Links-Platz zeigt den Stars die Zähne, Tiger (+2), Els mit Par.

Perfekte, fast windstille Bedingungen zum Auftakt der US Open, dennoch schaffte nur ein Dutzend Spieler bislang eine Runde in die roten Zahlen, so giftig präsentierte sich Shinnecock Hills. Einzig Shigeki Maruyama und Jay Haas zeigten mit der 66 keine Schwächen, sie führen gemeinsam bei 4 unter Par.

Am etwas windigeren Nachmittag arbeiteten sich Phil Mickelson (-2) und Vijay Singh (-2) Schlag für Schlag an die Spitze heran, das schaffte aber bislang nur Angel Cabrera: der bullige Argentinier spielte nicht nur seine Längen aus, sondern lochte auch reihenweise fantastische, lange Putts
(-4 nach 12 Löchern).

Um 22:45 MEZ zogen Gewitter in der Gegend auf, das Turnier musste daraufhin unterbrochen werden, anschließend konnten nur noch einige Löcher gespielt werden. Dann brach dichter Nebel ein, 57 Spieler werden erst Freitag morgens ihre Auftaktrunde beenden können.

US-Reservisten geben kräftig Gas

Die Amerikaner gaben von Beginn an klar den Ton an, allerdings nicht die ganz großen Stars. Der 50-jährige Routinier Jay Haas ist in seine Mission "erster Majorsieg" hervorragend gestartet, lochte fünf Birdies, kassierte nur am schwersten Par 3 des Platzes, der 200 Meter langen 
2. Bahn, ein Bogey. Oldboy Haas spielt schon seine dritte US Open in Shinnecock Hills, wurde vor 9 Jahren hier Vierter...

Als bester Ausländer ist bislang der exzentrische Japaner Shigeki Maruyama unterwegs, nur er überstand die Tücken des Platzes ohne Schlagverlust. Mit vier Birdies konnte er jedoch zu Haas aufschließen: "Ich habe noch nie bei einem Major eine bogeyfreie Runde gespielt. Die US Open zu gewinnen ist mein großer Traum", ließ er über seinen Dolmetscher verlauten.  

Mit Kevin Stadler - Sohn des legendären "Walrus" Craig Stadler - sowie mit Jeff Maggert oder Skip Kendall ist eine große Gruppe von "Mitläufern" auf der US PGA Tour mit 68 Schlägen auf dem geteilten 4. Platz klassiert.

Woods kämpft verbissen ums Par

Tiger Woods erwischte keinen Auftakt nach Wunsch, kämpfte von Beginn an damit Fairways und Grüns zu treffen. An der schweren 2 rettete er aus dem Grünbunker noch das Par - gleich viermal sollte er diese Übung aus dem Sand im Laufe der Runde wiederholen müssen. Danach schien er in Fahrt zu kommen, am ersten Par 5, dem leichtesten Loch am Platz, klappte es endlich mit dem ersten Birdie. Am Par 3 der 7 verfehlt er neuerlich das Grün, lässt nach einem mittelmäßigen Chip den Par-Putt zu kurz, fällt mit dem ersten Bogey wieder zurück. Statt mit Birdies zu kontern, fängt er sich am langen Par 4 der 9 noch ein Bogey ein, nachdem er vom Abschlag im dicken Rough landete und das Grün verfehlte. 

Tiger streut auch auf den Back 9 seine Bälle zu oft, trifft zu wenige Fairways und Grüns, das rächt sich ein drittes Mal am langen 14. Loch, wo er mit Bogey weiter zurückfällt. Am letzten Par 3, der 17, hat er neuerlich eine kritische Situation zu überstehen, nachdem er den Abschlag rechts in den Grünbunker pusht. Mit einem guten langen Bunkerschlag und einem Zweimeterputt rettet er neuerlich das Par, kann so wenigstens die 72 ins Clubhaus bringen. Bei 2 über Par ist das Turnier aber noch lange nicht verloren, auch wenn die Statistik gegen ihn spricht - noch nie konnte er nach einer Auftaktrunde über Par ein Turnier gewinnen. "Es ist noch so viel Golf zu spielen bis zum Finish, und noch haben wir keinen Wind gehabt. Denn dann wird es brutal", prophezeit Woods, dass hier noch alles möglich ist.

Ernie Els patzte gleich auf seinem zweiten Loch, der 11, mit einem Doppelbogey kapital, verlor auf der nächsten Bahn noch einen Schlag. Dann fand der Südafrikaner endlich seinen Rhythmus, glich mit drei Birdies den anfänglichen Rückstand wieder aus: "Die Grüns waren fast tot, so braun und trocken waren die, fast unmöglich zu putten", meinte Ernie. Am Schlussloch musste er noch mit einem guten Lob-Shot an die Fahne sein Par retten, mit 70 Schlägen bleibt er in der Spitze mitten drin statt nur dabei. 

"Hooters-Tour" liefert die Überraschung

Zwei der 80 Qualifikanten, die sonst auf der Hooters-Tour (3. Liga) ihr karges Brot verdienen, lieferten eine Riesensensation. Mit vier Birdies auf seinen ersten 6 Löchern schoß sich David Roesch frühzeitig an die Spitze. Danach bekam der 31-jährige aus Milwaukee Angst vor der eigenen Courage und fiel mit einer Serie von Bogeys zurück. Mit 68 Schlägen (2 unter Par) rettete Roesch dennoch einen Top 10-Platz - vor zwei Wochen wollte er noch seine Karriere beenden, da er sich nicht für ein Turnier der Nationwide Tour qualifizieren konnte und heuer erst 4.000 Dollar Preisgeld machte.Mit dem gleichen Score schrieb Kristopher Cox, ein weiterer Amerikaner von der Hooters-Tour, sensationell bei der US Open an.

Spätes Hole In One

Unmittelbar nach der Gewitterunterbrechung sorgte ein 20-jähriger Amateur für das Highlight es ersten Spieltages. Der Kalifornier Spencer Levin zückte ein Eisen 8 am 17. Loch, der Ball sprang am Grün noch einmal auf, um im Loch zu verschwinden: "Das war ziemlich cool, ich habe den Ball gar nicht gesehen, aber am Geschrei der Zuschauer erraten, was los war". Mit dem Ass schaffte Levin noch die 69er-Runde, damit ist er der beste Amateur im Feld bei 1 unter Par (Platz 12).

Furyk risikiert doch den Start

Mit einem Birdie-Birdie-Start, noch dazu an der 10, heute dem schwersten Loch am Platz, wurde Jim Furyk dafür belohnt, dass er doch die Titelverteidigung wagt. Nach 6 Monaten Turnierpause und erst 3 Monate nach seiner Handgelenksoperation hatten wenige überhaupt mit seinem Antreten gerechnet. In dieser Tonart ging es aber leider nicht weiter, mit drei Bogeys fiel Furyk schon auf der ersten Hälfte wieder zurück. Mit 72 Schlägen (2 über Par) hielt sich der Titelverteidiger dennoch beachtlich.

Cejka mit hartnäckiger Birdiesperre

Kein Auftakt nach Wunsch für Alex Cejka, der sich auf 36 Löchern erst mühsam für die Open qualifizieren musste: der Deutsche war zum Auftakt dann gemeinsam mit Dudley Hart im ersten Flight unterwegs, kassierte bis zur 15. Bahn schon sechs Bogeys. Erst spät, am letzten Par 5 der 16, lochte Alex sein erstes Birdie. Am Schlussloch büßte der einzige Deutsche im Feld noch einen Schlag zur 75er-Runde ein, bei 5 über Par muß er am Freitag hart um den Cut kämpfen.

Wie überhaupt die Europäer bislang auf dem fast britischen Kurs durch die Bank enttäuschten, kein einziger blieb unter Par. Bester ist derzeit der Waliser Phillip Price mit einer Par-Runde im Clubhaus.

Stars auf der Verliererstrasse

Zu den Verlierern des ersten Spieltages zählt auch Davis Love III, der am leichten Eröffnungsloch gleich ein Tripplebogey kassierte - und noch eines an der 14 (76 Schläge). Das Comeback von David Duval lief auch nur ein Loch lang erfolgreich. Nach einem schnellen Birdie ging es mit zwei Doppelbogeys weiter, danach mit einer Bogeyflut nur noch bergab (83 Schläge). Auch mit Brille zeigte Nick Faldo nur wenig Durchblick, kassierte 10 Bogeys und ein Doppelbogey zur inferioren 81er-Runde - dafür hätte er sich nicht mühsam durch die Quali kämpfen müssen. 


Zwischenstand in der 1. von 4 Runden (Par 70):

Platz Land Loch Par R1
1 USA F -4 66
1 JAP F -4 66
1 ARG 12 -4  
4 USA F -2 68
4 USA F -2 68
4 USA F -2 68
4 USA F -2 68
4 USA F -2 68
4 USA F -2 68
4 USA 15* -2  
4 FIJ 14 -2  
         
Weiters:        
12 CAN F -1 69
22 WAL F Even 70
22 RSA F Even 70
22 RSA 13 Even  
41 ARG F 2 72
41 SPA F 2 72
41 USA F 2 72
41 USA F 2 72
41 USA 17 2  
62 ENG F 3 73
62 SWE F 3 73
62 ENG F 3 73
62 IRL 17 3  
62 FRA 16* 3  
62 NIRL 15 3  
90 SWE F 4 74
90 SWE 14* 4  
106 GER F 5 75
106 ENG 13* 5  
122 USA F 6 76
137 DEN F 7 77
148 SPA 13 9  
153 ENG F 11 81
154 USA F 13 83



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