Autor: Klemens Widhalm

Auf Birdiesafari

ALFRED DUNHILL CHAMPIONSHIP – VORSCHAU: Matthias Schwab muss bei seiner Safari-Premiere im Leopard Creek GC fast zwingend ein Topergebnis mitnehmen, will er die Chance aufs Finalturnier in Dubai noch wahren.

Jahr für Jahr begeistern die Bilder aus dem Leopard Creek Golf Club weltweit die Zuseher vor den TV-Schirmen. Anders als bei den anderen Turnieren allerdings nicht nur wegen den sportlichen Leistungen, denn das Par 72 Gelände liegt wirklich mitten im südafrikanischen Busch und die spektakuläre Flora und Fauna Afrikas bekommen die Spieler vier Tage lang wirklich hautnah mit.

Für Matthias Schwab ist es seine erste Reise nach Malelane, was bedeutet, dass die 18 Loch-Anlage für den jungen Steirer absolutes Neuland darstellt. Dass sich der noch 25-jährige jedoch auf für ihn noch unbekannte Plätze bestens einstellen kann machte er schon etliche Male in seiner Karriere deutlich. Auch die zuletzt wieder ansteigende Form sollte durchaus Grund zur Hoffnung auf ein starkes Ergebnis machen.

Primärziel: Dubai

Genau diese wird Matthias auch diese und kommende Woche bei den South African Open benötigen, denn nach keinem einzigen Top 20 Ergebnis heuer liegt er derzeit im Race to Dubai nur auf Platz 108 und somit klar außerhalb der Top 60, die er aber benötigen würde um auch in Dubai noch abschlagen zu dürfen. Der Platz in Malelane zählt zwar nicht unbedingt zum schwersten im Turnierkalder, die richtigen Landezonen auf den teils recht welligen von Wasser und Bunkern gut bewachten Grüns sind aber nicht wirklich groß, weshalb es vorrangig darauf ankommen wird die Annäherungen gut auf die richtigen Spots zu zirkeln um sich gute Birdiechancen erarbeiten zu können.

Dass es durchaus auch recht schnell in die falsche Richtung gehen kann zeigte sich im Dezember 2018, als sich Bernd Wiesberger auf der Finalrunde sogar eine 78 eingetreten hat und so noch viele Ränge verlor. Kann Matthias Schwab in dieser Woche jedoch sein bekannt solides Spiel abrufen, könnte in Malelane durchaus das erhoffte Topergebnis gelingen, womit auch Dubai wieder in Reichweite kommen würde. Als besondere Unterstützung hat er in Südafrika Bruder Johannes an der Tasche.

Der Wetterbericht verspricht eine ziemlich abwechslungsreiche Woche. Es könnten durchaus einige Regenschauer niedergehen und am Freitag und Samstag macht es sich auch eine kleine “Kaltfront” gemütlich, die die Temperaturen wohl auf, für Malelane Verhältnisse, eher moderaten 23 bis 25 Grad halten soll. Matthias Schwab ist an den ersten beiden Tagen gemeinsam mit Titelverteidiger Pablo Larrazabal (ESP) und Daniel van Tonder (RSA) unterwegs. Los geht es für den Rohrmooser am Donnerstag bereits um 06:00 MEZ auf der 10.

 

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US-Fluch besiegt

RSM CLASSIC – FINAL: Bernd Wiesberger durchbricht im Sea Island Resort auf St. Simons Island mit einer fehlerlosen 63 den bislang so hartnäckigen US-Fluch und nimmt mit Rang 4 sein erstes Topergebnis aus den Vereinigten Staaten mit. Die starke Woche bringt ihm neben wohl einer gehörigen Portion Selbstvertrauen auch ordentlich Punkte in Weltrangliste und Non-Member Ranking. Sepp Straka kann dank eines super Finishes und der 66 ebenfalls noch ein paar Ränge gutmachen.

So oft war Bernd Wiesberger in der Vergangenheit bereits dran und jedes Mal passierten auf den letzten Löchern wilde Fehler die ein Topergebnis auf US-amerikanischem Boden noch verhinderten. So geschehen etwa beim Players mit einem Doppelbogey auf der 18 oder auch beim durchwachsenen Sonntag im Finalflight in Kentucky bei den PGA Championship. Am 22. November 2020 ist es nun aber endgültig soweit, denn mit einer durchgehend starken Woche, wobei er an allen vier Tagen deutlich unter Par blieb, geht sich im bislang stärksten Starterfeld bei einer RSM Classic mit Rang 4 endlich das so heiß ersehnte Spitzenresultat aus.

Mit einem ganz sicheren anfänglichen Par findet er sich gleich ohne jeglichen Wackler im Finaltag zurecht. Schon auf der 2 legt er dann erstmals eine Annäherung stark zur Fahne und knackt aus gut zwei Metern so schon früh wieder die Top 10. Die Distanzkontrolle mit den Eisen hat er auch in Folge perfekt im Griff, wie ein weiterer sehenswerter Approach auf der 4 zeigt. Erneut spielt auch der Putter mit und spendiert einmal mehr aus gut zwei Metern das zweite Birdie.

Heißgelaufen

Mit einem starken Abschlag stellt die Grünattacke am einzigen Par 5 der Frontnine kein Problem dar und zwei Putts später ist auch schon Birdie Nummer 3 eingesackt, womit er sich sogar wieder an die Top 5 heranpirscht. Das Par 5 Birdie lässt den Burgenländer nun sprichwörtlich aus allen Rohren feuern, denn mit einem weiteren gelungenen Wedge ergibt sich postwendend die nächste Möglichkeit und auch aus mehr als drei Metern passt der Putt perfekt, was auch den Rückstand auf Robert Streb zu dieser Zeit sogar auf nur noch drei Schläge schmelzen lässt.

Vollgepumpt mit Selbstvertrauen durch den bisherigen bärenstarken Auftritt stopft er prompt auch auf der 9 aus gut vier Metern und muss nun langsam sogar seinen Scotty Cameron irgendwo extra verstauen, damit der 14. Schläger nicht das Bag in Flammen aufgehen lässt. Zu Beginn der Backnine kann er dann eine weitere sehr gute Möglichkeit aus drei Metern nicht nützen, was die heiße Phase etwas abkühlt, denn in Folge wollen die Annäherungen nicht mehr so zwingend zu den Fahnen.

Am zweiten und letzten Par 5 der Runde bringt er den Ball nach zwei satten Schlägen souverän am Kurzgemähten unter und streift mit einem sicheren Zweiputt sein sechstes Birdie ein, das ihn weiterhin vorne dranbleiben lässt. Zum Abschluss zündet er dann auch auf der 18 noch ein perfektes Wedge und legt den Ball bis auf einen guten Meter zur Fahne. Die sich bietende Gelegenheit zum abschließenden Birdie lässt er sich nicht nehmen und unterschreibt so schließlich die fehlerlose 63 (-7).

Viel Positives

Mit dem 4. Platz kann er somit nun endgültig den bislang so hartnäckigen US-Fluch brechen und darf sich darüber hinaus noch über weitere mehr als positive Aspekte freuen. So stoppt er etwa nicht nur das drohende Abrutschen in der Weltrangliste, mit dem starken Turnier klettert er sogar wieder etwas weiter nach oben. Nebenbei ist Bernd nun neben Matthias Schwab – 3. bei den Barracuda Championship – und Sepp Straka – er konnte erst vor der Masters-Woche in Houston einen 4. Platz ergattern – der dritte Österreicher dem im Kalenderjahr 2020 ein Topergebnis auf der PGA Tour gelingt.

Auch im Non-Members Ranking der PGA Tour schreibt er mit gut 120 Punkten ordentlich an. Nimmt man die Marke von 376 Punkten – soviel hatte der 125. letztes Jahr und dies benötigt Bernd um sich für kommendes Jahr eine Tourcard zu sichern – hat er somit bereits dank der Punkte vom Masters gut ein Drittel gesammelt. Startchancen werden sich noch genügend bieten, denn neben Majors und WGC-Events kann er auch noch sechs Einladungen annehmen. Bereits in zwei Wochen könnte er dank des Top 10 Resultats bei den Mayakoba Classic aufteen. Ob er dies Chance wahrnehmen wird bleibt abzuwarten, denn eine Woche später steht auf der European Tour in Dubai das große Saisonfinale an.

Dank super Finish leicht nach vor

Sepp Straka durchbrach in dieser Woche zwar unweit seiner Heimat die Cutsperre – bei beiden bisherigen Starts bei der RSM Classic scheiterte er deutlich – mit einer durchwachsenen dritten Runde zerstörte er sich jedoch die Möglichkeit auf ein Spitzenresultat. Dennoch scheint für den Longhitter mit einer starken abschließenden Performance durchaus noch einiges zu holen zu sein.

Anders als am Vortag hat er diesmal seinen Putter gleich zu Beginn voll auf Temperatur, denn ein gelochter Birdieputt aus gut sechs Metern pusht ihn von Beginn an in die roten Zahlen. Trotz eines leicht verzogenen Abschlags kann er aus recht unangenehmer Lage auf der 14 noch das Par kratzen und bleibt so dem Minusbereich weiterhin treu.

Am Par 3 der 17 passt der Abschlag, aus knapp drei Metern fehlen am Ende aber Zentimeter um ein weiteres Birdie notieren zu dürfen. Ein Dreiputtbogey zu Beginn der Frontnine wirft ihn dann sogar wieder auf Level Par zurück. Mit einer richtig starken Annäherung legt er sich auf der 4 aber dann wieder eine perfekte Möglichkeit auf und taucht aus nicht einmal zwei Metern wieder in den Minusbereich ab.

Am einzigen Par 5 der ersten Neun hat er im Kurzspiel zunächst einige Probleme, da ein durchwachsener Chip zunächst nicht aufs Grün will. Sepp locht danach jedoch kurzerhand von außerhalb des Grüns ein und krallt sich so das nächste Birdie. Das lässt ihn gegen Ende noch einmal auf den Geschmack kommen, wie ein voll durchgezogener Drive der am 336 Meter langen Par 4 nur um wenige Meter das Kurzgemähte verfehlt, zeigt. Nach Chip und Putt ist das nächste Birdie notiert.

Zum Drüberstreuen geht sich dann aus knapp zwei Metern auch auf der 9 noch ein abschließender roter Eintrag aus und mit dem abschließenden Birdie-Triplepack und der 66 (-4) macht er am Finaltag dank des starken Finishes doch noch ein paar Ränge gut, wenngleich er sich am Wochenende mit Sicherheit mehr als Rang 44 ausgerechnet hätte.

Kevin Kisner (USA) fängt mit einer 63er (-7) Finalrunde Robert Streb bei gesamt 19 unter Par noch ab und muss sich so mit seinem Landsmann die Entscheidung im Stechen ausmachen. Dort behält Streb dann die Oberhand und kann am zweiten Extraloch mit Birdie gegen Par den Sieg in trockene Tücher bringen.

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Challenge Tour Ranking 2020

Die Preisgeld-Rangliste der Challenge Tour 2020

(Nach Turnier: GRAND FINAL)

CHALLENGE TOUR 2020

RANG
SPIELER
STARTS
PREISGELD
1 LIESER, Ondrej 5 116.344,6
2 SCHNEIDER, Marcel 10 98.500,3
3 ANGLES, Pep 10 92.688,2
4 MANSELL, Richard 10 84.534,2
5 FORD, Matt 11 69.947,9
6 BLOMSTRAND, Christofer 9 69.648,8
7 TARRIO, Santiago 11 65.687,8
8 LONG, Hurly 10 65.241,3
9 KNAPPE, Alexander 10 63.811,3
10 JOHANNESSEN, Kristian Krogh 6 59.902,6
11 RITCHIE, JC 3 49.167,9
12 WILSON, Andrew 8 46.218,2
13 BALDWIN, Matthew 10 44.730,9
14 KARLSSON, Anton 9 42.489,9
15 DANTORP, Jens 10 40.888,8
16 KOIVISTO, Tyler 6 37.177,0
17 BRUN, Julien 5 35.046,4
18 HOWIE, Craig 10 33.601,4
19 LENGDEN, Oscar 8 32.903,3
20 MØLLER, Niklas Norgaard 9 32.661,0
21 LINDELL, Oliver 10 30.884,2
22 ORIOL, Pedro 9 30.205,3
23 HELLGREN, Björn 6 29.945,2
24 ELLIS, Harry 9 29.749,1
25 WRISDALE, Jordan 11 29.409,9
26 PETERSSON, Robin 11 29.230,3
27 BOOTE, David 10 28.800,5
28 BESSELING, Wil 1 28.469,7
29 JOHN, Allen 10 28.051,5
30 NIENABER, Wilco 3 27.965,6
31 SCIOT-SIEGRIST, Robin 3 27.117,2
32 STUREHED, Henric 11 27.112,0
33 THOMSON, Jonathan 9 26.674,3
34 PIGEM, Carlos 3 26.256,9
35 DI NITTO, Enrico 10 26.202,8
36 VON DELLINGSHAUSEN, Nicolai 10 26.023,2
37 SIMONSEN, Martin 9 25.890,8
38 MIVIS, Christopher 11 25.374,3
39 FAHRBRING, Jens 10 25.210,5
40 NEMECZ, Lukas 7 24.785,9
41 CLEMENTS, Todd 10 24.410,6
42 GREGORY, Scott 8 23.391,0
43 GARCIA-HEREDIA, Alfredo 3 23.330,0
44 PLANT, Alfie 10 23.139,9
45 PERRIER, Damien 7 23.013,1
46 KRISTJANSSON, Gudmundur 11 21.393,6
47 ZEMMER, Aron 11 20.906,9
48 ERIKSSON, Philip 8 20.583,3
49 FERNANDEZ, Scott 10 19.796,3
50 GOUVEIA, Ricardo 10 18.907,8
weiters:
52 SIEM, Marcel 9 16.268,5
54 RITTHAMMER, Bernd 6 14.951,6
79 FOOS, Dominic 8 8.229,1
90 ROSENMÜLLER, Thomas 1 6.661,0
93 SCHMITT, Max 4 6.525,9
107 ARKENAU, Hinrich 6 4.355,5
112 KÖLBING, Jonas 8 4.040,6
154 LAMPERT, Moritz 8 2.033,5
163 BALTL, Timon 4 1.491,3
172 WIEGELE, Martin 10 1.260,0
194 DANA, Haiko 2 680,0

 

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Versöhnlich in die Winterpause

GRAND FINAL – FINAL: Lukas Nemecz notiert auch am Finaltag im T-Golf & Country Club noch einmal eine 69 und sorgt so für ein durchwegs versöhnliches Saisonfinale, wenngleich er sich mit der verpatzten Auftaktrunde schon am Donnerstag ein noch viel besseres Finalturnier zunichte machte. Durch die Coronavirus-Situation bleibt bei den Kategorien alles beim Alten, unabhängig von der Saisonleistung.

Lukas Nemecz zeigte sich am Samstag vor allem mit seinen Frontnine durchaus zufrieden, auch weil endlich einige Putts den Weg ins Ziel fanden. Mit zwei Dreiputts auf den Backnine beraubte er sich jedoch selbst der gewonnen Sicherheit, brachte mit einer 69 (-2) aber immerhin seine erste Runde in den 60ern ins Clubhaus.

Mit einem schnellen Par 5 Birdie auf der 2 gelingt auch der Start in den Finaltag durchaus nach Plan. Zwar kann er danach an das Erfolgserlebnis nicht unmittelbar anknüpfen, bleibt aber weiterhin fehlerlos. Wie schon am Vortag hat er dann die 7 wieder sehr gut im Griff und schnappt sich am Par 4 sein zweites Birdie.

Auch danach zeigt der 31-jährige grundsolides Golf und kann so weitere Pars auf der Scorecard vermerken. Mit dem Par 3 der 12 wird er allerdings in dieser Woche auch am Sonntag nicht warm, denn wie schon am Donnerstag und am Freitag muss er auch diesmal wieder ein Bogey einstecken. Zumindest gelingt sofort danach auch ein Birdie, womit er den Makel rasch wieder ausbessert.

Das läutet auch eine kunterbunte Schlussphase ein, denn im Wechselspiel geht es von der 15 bis zur 18 mit Birdies und Bogeys dahin, was schließlich erneut in einer 69 (-2) mündet. Damit verpasst er zwar noch beim Gesamtscore den Ausgleich zurück auf Even Par, ein paar Ränge kann er damit im Klassement aber noch gutmachen und beendet die Challenge Tour Saison so als 34. mit einem soliden Mittelfeldrang.

Wäre die komplett verpatzte Auftaktrunde – Lukas notierte mit unter anderem sogar einem Schneemann auf der 5 nur eine 77 – nicht, es hätte in dieser Woche sogar ein richtig starkes Ergebnis herausspringen können, denn an allen drei Tagen danach notierte er rote Runden, was zeigt, was auf dem anspruchsvollen Terrain wirklich hätte gelingen können.

“Ohne dem denkbar bescheidenen Start und der 8 am fünften Loch hätte es ein durchaus gutes Ergebnis werden können. So hatte ich halt mit dem Start die ganze Woche einen riesigen Klotz zum Herumtragen gehabt. -5 auf den letzten drei Runden mit so vielen Dreiputts war echt schwer in Ordnung. Ich freue mich jetzt nach den letzten vier Wochen doch sehr auf eine wohlverdiente kurze Winterpause”, bilanziert Lukas nach dem letzten Saisonturnier.

Die Kategorien für nächstes Jahr bleiben aufgrund der Coronavirus-Situation unabhängig von der Saisonleistung bestehen, wie auch Lukas Nemecz noch einmal anmerkt: “Es war leider alles Bemühen für die Fisch, da die Kategorien eingefroren bleiben. Deshalb hätte es auch keinen Unterschied gemacht ob ich 6. oder sogar 150. im Ranking geworden wäre. Ich weiß aber wenigstens, dss ich mich spielerisch und mental sehr weiterentwickelt habe und das ist am Ende das Wichtigste.”

Ondrej Lieser (CZE) fängt am Finaltag Alexander Knappe (GER) noch ab und sichert sich mit einer 68 (-3) und bei gesamt 11 unter Par nicht nur den Sieg beim Grand Final, sondern marschiert auch in der Order of Merit noch an die Spitze. Neben dem Tschechen dürfen sich auch Marcel Schneider (GER), Pep Angles (ESP), Richard Mansell und Matt Ford (beide ENG) kommende Saison über ein eingeschränktes Spielrecht auf der European Tour freuen.

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An der Spitzengruppe dran

RSM CLASSIC – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger rutscht zwar mit einem Bogey am Schlussloch noch aus den Top 10, mit einer 68 wahrt er im Sea Island Resort aber dennoch klar die Chance auf sein erstes Top 10 Ergebnis auf US-Boden. Sepp Straka hat hingegen mit etlichen Ungenauigkeiten zu kämpfen und fällt mit einer 72 weit zurück.

Bernd Wiesberger zeigte auch am Freitag am Plantation Course eine durch und durch ansprechende Leistung und notierte so mit einer 68 erneut eine Runde von 4 unter Par. Bei insgesamt -8 startet der Burgenländer somit aus den Toprängen ins Wochenende und hofft nun an den folgenden beiden Tagen am Seaside Course auf weiterhin so solides langes Spiel um am Ende der Woche sein erstes Top 10 Ergebnis auf US-Boden mitnehmen zu können, was ihm auch im Non-Members Ranking ordentlich Punkte bescheren würde.

Der Start in den Moving Day verläuft allerdings gleich einmal mit erhöhtem Puls nachdem die Annäherung zu weit rechts bleibt. Den Tester aus knapp drei Metern zum Par besteht er aber mit Bravour. Das stabilisiert auch sichtlich das lange Spiel, denn danach agiert er von Tee bis Grün unglaublich sicher und da sich auf der 5 dann auch erstmals der Putter erwärmt und ihm aus fünf Metern das erste Birdie spendiert, bleibt er den Top 10 weiterhin erhalten.

Eine Bahn später streikt der Putter am Par 3 jedoch aus deutlich kürzerer Distanz, was den eben herausgeholten Schlaggewinn prompt wieder ausradiert. Am einzigen Par 5 der Frontnine danach biegt der Abschlag zu weit nach rechts ab, was die Grünattacke unmöglich macht. Da im Anschluss dann auch das Wedge alles andere als zwingend gelingt, muss er sich mit dem Par zufrieden zeigen. Aus der Konzentration bringt ihn das aber keineswegs wie ein messerscharfes Eisen gleich danach auf der 8 zeigt. Aus knapp zwei Metern geht sich so erneut der Sprung in den Minusbereich aus.

Fast ein Eagle

Das bringt den Burgenländer nun so richtig auf den Geschmack, denn nach einer perfekten Annäherung fehlen auf der 9 nur noch Zentimeter zum nächsten Birdie. Nach einer kurzen schöpferischen Ruhepause legt er sich auf der 15, dem einzigen Par 5 der zweiten Neun, mit einem starken Abschlag die Grünattacke auf, die er auch gekonnt aufs Kurzgemähte zirkelt. Im Anschluss hat er sogar etwas Pech, dass der Eagleputt nicht fällt, das nächste Birdie stellt jedoch nur noch Formsache dar.

Auf der 18 ringt ihm ein überschlagenes Grün dann noch einen Schlag ab und er muss sich so schließlich mit der 68 (-2) zufrieden geben. Das Bogey-Ende sorgt zwar für einen alles andere als gelungenen Abschluss, dennoch bleibt der Burgenländer als 11. noch an der Spitzengruppe dran und wahrt so auch ganz klar die Chance endlich den hartnäckigen US-Fluch zu durchbrechen. Bislang konnte er in seiner ansonsten so sehenswerten Karriere aus den Vereinigten Staaten noch kein Top 10 Ergebnis entführen, dies könnte sich am morgigen Sonntag nun ändern. Bei bereits sieben Schlägen Rückstand auf Robert Streb (USA) ist das Thema Sieg wohl nur noch mit einer absoluten Traumrunde wirklich zu realisieren.

Zurückgefallen

Sepp Straka durchbrach in dieser Woche endlich seinen Plantation Course-Fluch – in den letzten Jahren musste er eine 80 und 82 verdauen – und das in nahezu unnachahmlicher Manier. Vor allem auf den Backnine nahm der Straka-Express so richtig Fahrt auf, was am Ende in einer 65 (-7) mündetet. Damit marschierte der gebürtige Wiener sogar bis in Schlagdistanz zu den Top 10 und wird am Samstag am Seaside Course nun alles daran setzen diese zu knacken.

Gleich auf der 1 bringt er sich allerdings mit einem nach links verzogenen Drive in die Bredouille, kann den Ball aber mit einem starken Eisen Pin-high knapp neben dem Grün platzieren und nimmt so doch noch ein recht stressfreies Par mit. In Folge zeigt er sich zwar sehr sicher und lässt mit kontrollierten Schlägen nichts anbrennen, der Putter ist aber noch nicht so ganz auf Temperatur, denn eine richtig gute Chance kann er auf der 4 aus gut zwei Metern noch nicht verwerten.

Am Par 3 der 6 verfehlt der Abschlag dann recht deutlich das anvisierte Ziel, mit einem ganz starken Chip locht er jedoch danach sogar ein und holt sich so das erste Birdie des Tages ab. Das Gerät fürs Kurzgemähte will jedoch auch auf den folgenden Bahnen nicht so recht auf Touren kommen, was sich kurz vor dem Turn auf der 9 in einem Dreiputtbogey auch scoretechnisch unangenehm zu Buche schlägt.

Kaum auf den Backnine angekommen wird es wieder ungemütlich da ihn ein links verzogener Drive sogar zum Drop zwingt, was sich prompt im nächsten Bogey manifestiert. Das kostet endgültig sichtlich die Selbstverständlichkeit die sein Spiel am Vortag noch ausgezeichnet hat. Vor allem beim Timing stimmt nicht vieles zusammen, wie ein weiterer weggepullter Drive zeigt. Zwar legt er die Annäherung bis auf drei Meter zur Fahne, der Putter kratzt ihm das Par aber nicht mehr, womit er sogar den Bogeytriplepack verbuchen muss.

Wilde Fehler wieder ausgekontert

Fast schon zornig knallt er am Par 3 danach aber ein richtig starkes Eisen aufs Grün und kann erstmals endlich auch den 14. Schläger im Bag auf Temperatur bringen, denn aus sechs Metern holt er sich einen der abgegebenen Schläge sofort wieder zurück. Das Birdie lässt nun den Putter auf den Backnine so richtig heiß laufen wie ein weiteres Birdie aus gut sechs Metern beweist. Damit dreht der Longhitter auch sein Tagesergebnis in Windeseile wieder auf Level Par zurück.

Einmal mehr bleibt dann ein Abschlag auf der 16 zu weit links und geht im H2O baden. Am Ende muss er sogar das Doppelbogey einstecken, das ihn naturgemäß weit zurückfallen lässt. Auf den letzten Bahnen lässt er dann zwar nichts mehr anbrennen, kann allerdings auch keine Schläge mehr gutmachen, weshalb er sich am Ende mit der 72 (+2) anfreunden muss, die als 49. für einen Move in die eindeutig verkehrte Richtung sorgt.

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Weiter gesteigert

GRAND FINAL – 3. RUNDE: Lukas Nemecz steigert sich am Moving Day im T-Golf & Country Club um einen weiteren Schlag und richtet nach der 69 seinen Blick vor der letzten Saisonrunde noch in Richtung Mittelfeld.

Lukas Nemecz steigerte sich am Freitag um ganze sieben Schläge, wenngleich sein Spiel laut eigener Aussage im Großen und Ganzen nahezu identisch zum ersten Spieltag war. Mit einer 70 (-1) konnte er auf jeden Fall die rote Laterne abgeben, am Wochenende soll es nun mit weiteren roten Runden im Klassement noch deutlich nach vorne gehen.

Der Moving Day beginnt für den 31-jährigen unglaublich sicher, denn mit fünf anfänglichen Pars macht er in der frühen Phase der dritten Runde nichts verkehrt. Am Par 3 der 6 passt dann erstmals alles zusammen und der Steirer entlockt dem Par 71 Gelände den ersten roten Eintrag des Tages. Auf den Geschmack gekommen geht sich auch auf der 7 ein Birdie aus, womit er langsam aber sicher in Richtung Mittelfeld klettert.

Die Hoffnung, dass er die sich bietenden Chancen auch verwerten kann, erfüllt sich am Samstag auch danach weiterhin, denn schon auf der 8 rollt er den nächsten Birdieputt ins Ziel und schnürt so sogar den Birdie-Triplepack. Erst ein Bogey auf der 10 kühlt die heiße Phase dann etwas ab, was sichtlich auch die Sicherheit kostet, wie ein verpasstes Par 5 Birdie und ein weiterer Schlagverlust danach auf der 13 unterstreichen.

In Folge stabilisiert sein Spiel jedoch wieder und kann erstmals in dieser Woche noch das abschließende Par 5 zu einem Birdie überreden. Mit der 69 (-2) steigert er sich nicht nur im Gegensatz zum Vortag um einen weiteren Schlag, sondern knackt auch erstmals in dieser Woche die 60er. Große Sprünge werden sich beim doch bereits beträchtlichen Rückstand von Rang 37 zwar am Finaltag keine mehr ausgehen, ein solider Mittelfeldplatz ist beim Saisonfinale aber noch durchaus im Bereich des Möglichen.

Nach der dritten Runde meint er: “Die ersten Neun waren echt gut, ich hab sogar einen Fünfmeterputt gelocht. Danach aber wie schon gestern auf der 11 einen Dreiputt zum Par gemacht und auf der 13 nochmal einen Dreiputt eingestreut. Bis zum Grün war es wieder gut, aber auf den Grüns bin ich nach den Dreiputts leider ziemlich verunsichert gewesen. Die Grüns hier sind wirklich gut, ich komme allerdings diese Woche mit dem Grain einfach nicht zurecht.”

Alex Knappe (GER) muss zwar am Samstag eine 72 (+1) einstecken, verteidigt damit bei gesamt 10 unter Par jedoch noch seine Führungsposition und geht mit einem Schlag Vorsprung auf den ersten Verfolger in den Finaltag.

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Foto: GEPA pictures

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Top-Ausgangslagen

RSM CLASSIC – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger bleibt seiner Linie treu und knallt im Sea Island Resort auch am Plantation Course eine 4 unter Par Runde hin, womit er in ausgezeichneter Position ins Wochenende startet. Auch Sepp Straka nimmt mit einer starken 65 beim dritten Anlauf erstmals die Cuthürde.

Bernd Wiesberger präsentierte sich zum Auftakt im Sea Island Resort im Gegensatz zum Masters in der Vorwoche wie ausgewechselt. Am Seaside Course zeigte der Burgenländer vor allem im langen Spiel seine altbekannten Stärken und erarbeitete sich so eine 66 (-4), die ihn mit nur zwei Schlägen Rückstand in den zweiten Spieltag starten lässt, wo es nun den Plantation Course zu bewältigen gilt.

Der Start gelingt auch am zweiten Kurs ohne jeglichen Wackler, denn nach Fairway- und Grüntreffern schnellt der Puls am Weg zum Par zu keiner Zeit nach oben. Das ändert sich dann jedoch gleich auf der 2 nachdem der Abschlag nur die Native Area findet. Am Ende scrambled er sich aber noch zu einem weiteren Par. Da die Attacke am ersten Par 5 danach nur den Grünbunker findet, muss er sich weiterhin mit Pars zufrieden geben, die ihn bei erneut zwar nicht einfachen aber doch einigermaßen weniger windigen Verhältnissen aber voll vorne dranbleiben lassen.

Am Par 3 der 7 legt er dann dank eines starken Abschlags eine gute Birdiemöglichkeit auf und lässt sich diese nicht vom Putter nehmen, womit er auch wieder unter die Top 10 nach vorne marschiert. Kurz vor dem Wechsel auf die Backnine biegt dann erneut ein Drive in Richtung Native Area ab und diesmal rettet das Kurzspiel den Burgenländer nicht mehr, was im scoretechnischen Ausgleich mündet.

Auf den Geschmack gekommen

Die Native Area nimmt an diesem Tag langsam aber sicher eine tragende Rolle ein, wenngleich sich die Lage auf der 12 sogar als Glücksfall entpuppt, denn er hat keinerlei Probleme den Ball am Grün unterzubringen und nimmt schließlich sogar sein zweites Birdie des Tages mit. Das scheint den Birdiemotor des 35-jährigen sichtlich so richtig auf Touren zu bringen, wie ein sofort darauffolgender weiterer roter Eintrag unterstreicht.

Jetzt feuert der Oberwarter endgültig aus allen Rohren und legt auch am Par 5 der 14 den Ball stark aufs Grün, womit sogar der rote Triplepack in trockenen Tüchern ist. Gekonnt versteht er es die heiße Phase auch danach am Köcheln zu halten und nimmt am Par 3 der 7 sein bereits fünftes Birdie mit, womit er sich auch endgültig unter den besten 10 festsetzt.

Fast geht sich dann auch zum Abschluss noch ein Birdie aus, der kurze Putt hat diesmal mit dem Loch jedoch nichts zu tun. Doch auch mit der 68 (-4) zeigt der siebenfache European Tour Champion, dass er die Ungenauigkeiten von letzter Woche beim Masters endgültig im Griff hat und geht bei gesamt 8 unter Par und als 8. in richtig starker Ausgangslage ins Weekend, wo es nun noch zweimal den Seaside Course zu absolvieren gilt.

Plantation Course Fluch besiegt

Sepp Straka zeigte zum Auftakt einmal mehr, dass ihm das Turnier unweit seiner zweiten Heimat nicht wirklich liegt. Am Seaside Course, der seinem Spiel traditionell besser entgegenkommt, musste er eine 71 (+1) einstecken und startet demenstprechend nur von hinter der Cutmarke in den Freitag. Nun wartet noch dazu der Plantation Course, wo es in den Vorjahren eine 80 und eine 82 setzte.

Auch 2020 zieht die Par 72 Wiese dem Longhitter prompt auf der 1 schon den Nerv wie ein anfängliches Dreiputtbogey zeigt. Auch das erste Par 5 erweist sich nicht als besonders hilfreich, womit Sepp weiterhin auf sein erstes Birdie am Freitag warten muss. Selbst das zweite Par 5 verpufft ungenützt, was den Weg ins Wochenende für den 27-jährigen immer schwieriger werden lässt.

Der Straka-Express rollt

Endlich darf er dann kurz vor dem Turn auf der 9 durchblasen, nachdem der erste Birdieputt den Weg ins Ziel findet. Mit einem weiteren starken Eisen legt er sich prompt die nächste Chance auf und lässt sich die Chance auf den roten Doppelpack nicht nehmen, womit sich auch die Ausgangslage plötzlich wieder deutlich freundlicher darstellt. Nur kurz gönnt er sich dann eine Bahn zum Durchschnaufen, ehe er auf der 12 einen weiteren starken Approach zündet und so plötzlich nur noch einen Schlag hinter der Cutlinie rangiert.

Endlich kann er dann auf der 14 auch seine unglaublichen Längen in die Waagschale werfen und bringt den Ball mit zwei satten Schlägen am Par 5 am Grün unter. Zwei Putts später taucht sein Name erstmals über der gezogenen Linie auf. Nachdem er dann auch am Par 3 der 15 nach einem starken Teeshot ein Birdie verbuchen kann, verschafft er sich sogar erstmals ein wenig Luft. Richtig heiß gelaufen stopft gleich darauf auch auf der 17 den Birdieputt und orientiert sich so bereits sogar in Richtung Mittelfeld.

Nach einem Ausflug in den Grünbunker geht sich am abschließenden Par 5 kein Birdie mehr aus, aber nur weil Sepp kurzerhand gleich aus dem Sand einlocht und so sogar noch ein Eagle auf die Scorecard zaubert. Mit der Traumrunde von 65 (-7) Schlägen durchbricht er nicht nur seinen bis dato hartnäckigen Plantation Course-Fluch der hohen Nummern, sondern steht als 22. auch erstmals bei den RSM Classic in einem Moving Day.

Robert Streb (USA) hat sein Visier am Freitag messerscharf eingestellt und zieht mit einer 63 (-9) am Plantation Course und bei gesamt 14 unter Par regelrecht vorne weg.

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Rote Laterne abgegeben

GRAND FINAL – 2. RUNDE: Lukas Nemecz steigert sich im T-Golf & Country Club im Gegensatz zum Vortag um gleich sieben Schläge und gibt mit der 70 auch die rote Laterne ab.

Lukas Nemecz verpatzte den Auftakt beim großen Challenge Tour Finalturnier – nur noch die Top 45 der Jahresrangliste sind startberechtigt – kapital. Vor allem ein Schneemann auf der 5 zementierte den Steirer am hinteren Ende des Klassements ein. Laut eigener Aussage “kann es von nun an nur besser werden”. Der Anfang dazu soll am Freitag gelingen, wo das vorrangige Ziel nun lauten muss die rote Laterne wieder abzugeben.

Genau das geht auch gleich in der Anfangsphase bestens auf, denn der Steirer beginnt anders als am Vortag diesmal mit einem sicheren Par und weiß danach sofort die sich bietende Chance am Par 5 zu verwerten. In Folge schläft das Spiel dann zwar etwas ein, Lukas hält das zartrosa Zwischenergebnis aber gekonnt die gesamten Frontnine über.

Ganze neun Löcher lang klopft er meist sicher die Pars auf die Scorecard, ehe ihm wie schon zum Auftakt das Par 3 der 12 mit einem Bogey zum Verhängnis wird. Das zweite Par 3 der hinteren Platzhälfte entpuppt sich dann aber als gewinnbringend und lässt den 31-jährigen wieder in die roten Zahlen abtauchen.

Danach will sich zwar kein weiteres Erfolgserlebnis mehr ausgehen, mit der 70 (-1) notiert er aber immerhin die erste rote Runde der Woche und steigert sich im Gegensatz zu gestern gleich um satte sechs Schläge. Wenngleich er im Klassement noch keine großen Sprünge machen kann, so gibt er doch als 41. zumindest die rote Laterne weiter.

“Im Prinzip wars sehr ähnlich zu gestern. Ich hab einfach Loch 5 heute normal gespielt. Leider kriege ich derzeit keine Putts ins Loch. Bis zum Grün ist das Spiel ziemlich gut, ich hoffe ich schaffe es an den nächsten Tagen daraus auch Kapital zu schlagen”, beschreibt Lukas seine zweite Runde. Alexander Knappe (GER) stürmt mit einer 63 (-8) und bei gesamt 11 unter Par bis an die Spitze nach vor und geht als Führender ins Wochenende.

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Wie ausgewechselt

RSM CLASSIC – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger präsentiert sich im Sea Island Resort im Gegensatz zum Masters wie ausgewechselt und legt sich am Seaside Course mit einer 66 eine perfekte Basis für den weiteren Turnierverlauf. Sepp Straka zeigt auch beim dritten Anlauf, dass ihm das Turnier auf St. Simons Island nicht wirklich liegt.

Mit Sepp Straka und dank einer Einladung auch Bernd Wiesberger starten in dieser Woche gleich zwei Österreicher auf der PGA Tour. Dabei wird erneut im Staate Georgia gespielt, etwas weiter südlich im Sea Island Resort. Bernd Wiesberger hatte nur wenige Tage Zeit seine beim Masters offensichtlichen Schwungprobleme auszusortieren um in Sea Island, bei einem der wenigen US Starts im Non Members Ranking ordentlich zu punkten.

Er beginnt das Turnier am Seaside Course auf der 10 und nimmt nach ganz sicheren ersten Schlägen zwei absolut stressfreie anfängliche Pars mit. Am Par 3 der 12 zündet der Burgenländer dann erstmals ein ganz starkes Eisen, nützt die sich bietende Birdiechance aus einem Meter eiskalt aus und taucht so schon früh in die roten Zahlen ab. Das Visier hat er im Gegensatz zur Vorwoche in Augusta auch danach bestens eingestellt, denn prompt ergibt sich auf der 13 aus knapp drei Metern die nächste Möglichkeit, die er abermals gekonnt verwertet.

Auf der 15 findet die Grünattacke zwar nur den Grünbunker, mit viel Gefühl legt er den Ball aber stark zur Fahne und locht im Anschluss zum bereits dritten Birdie. Im mittlerweile unangenehm böigen Wind hat das Spiel der Nummer 39 der Welt auch danach rein gar nichts mit dem Auftritt beim Masters zu tun, denn weiterhin zeigt sich Bernd richtig cool und agiert mit sicheren Schlägen meist sehr entspannt.

Angespornt vom bislang gelungenen Auftritt erwärmt sich am Par 3 der 3 dann auch der Putter wieder und spendiert ihm aus knapp vier Metern das bereits vierte Birdie. So richtig “on fire” versenkt er eine Bahn später fast die Annäherung zum Eagle, Birdie Nummer 5 und die geteilte Führung ist damit nur noch Formsache. Mit der 7 zieht das einzige Par 5 der Frontnine dem Burgenländer dann aber die Zähne, denn nach einem schlechten zweiten Schlag, einer leicht zu langen Annäherung danach und einem etwas zu stark dosierten Chip muss er am Ende das erste Bogey des Tages einstecken.

Die verbleibenden Bahnen absolviert er aber mit Bravour und bringt so schließlich die 66 (-4) zum Recording, die ihm vor der Freitagsrunde am Plantation Course als 11. und bei nur zwei Schlägen Rückstand auf Matt Wallace (ENG) und Camilo Villegas (COL) eine richtig vielversprechende Verfolgerrolle auflegt.

“Heute war es ziemlich windig auf Sea Island. Größtenteils habe ich sehr solides Golf gespielt – einzig ein schlechter Schlag, gefolgt von einer schlechten Entscheidung auf Loch 7 haben zu einem Bogey geführt. Morgen gehts weiter auf dem Plantation Course”, so Bernd [sic!] danach auf Facebook.

Auch heuer wieder Probleme

Für Straka ist der Tourstopp bequem mit dem Auto von seiner zweiten Heimat in Savannah aus zu erreichen. Den Heimvorteil konnte der Doppelstaatsbürger jedoch bislang nicht ausnützen und scheiterte bei zwei Starts in den Vorjahren jeweils am Cut. Den Sea Side Course hatte er dabei jeweils gut im Griff, nur am Plantation Course zog er jeweils hohe Nummern, womit klar ist, worauf er sich heuer konzentrieren wird.

Wie schon in den Jahren zuvor startet Sepp auch heuer wieder am Seaside Course ins Turnier und präsentiert sich gleich zu Beginn hellwach, wie ein perfekter Approach auf der 10 zeigt. Aus 1,5 Metern ist das anfängliche Birdie so kein Problem. Auf der 14 kommt dann jedoch mit einem verzogenen Abschlag erstmals etwas Stress auf. Sepp quetscht den Ball zwar sehenswert Richtung Grün, ein eher misslungener Chip danach kann das erste Bogey und den damit verbundenen Ausgleich zurück auf Even Par aber nicht mehr verhindern.

Selbst eine eingebunkerte Grünattacke kann ihn am einzigen Par 5 danach nicht davon abhalten das zweite Birdie zu notieren, was ihn prompt wieder in den Minusbereich abtauchen lässt. Nur eine Bahn später zeigt sich dann aber einmal mehr, dass die RSM Classic klar nicht zu seinen Lieblingsturnieren zählt. Nachdem der Abschlag auf der 16 im Wasser verschwindet, bunkert er sich mit dem zweiten Drive im Fairwaybunker ein, bekommt auch bei der Annäherung wieder Sand ins Getriebe und steht schließlich sogar nur mit dem Triplebogey auf der Scorecard in der 17. Teebox.

Kaum auf den Frontnine angekommen macht er dann endgültig klar, dass es auch heuer wieder ein harter Kampf werden wird, soll sich das Wochenende erstmals ausgehen, denn ein Dreiputt-Bogey verschärft die Ausgangslage noch zusätzlich. Am drivebaren Par 4 der 5 zieht der Longhitter dann voll durch. Zwar bleibt der Ball einmal mehr im Grünbunker hängen, diesmal jedoch geht sich ein Happy End aus und er holt sich einen der abgegebenen Schläge wieder zurück.

Das spornt den ehemaligen Georgia Bulldog gegen Ende noch einmal so richtig an, denn auf der 8 rollt er aus 3,5 Metern den Ball zum nächsten Birdie ins Loch und hobelt so einen weiteren Schlagverlust weg. Nur um Zentimeter geht sich dann auf der 9 aus 16 Metern ein abschließendes Birdie nicht aus, weshalb sich Sepp mit der 71 (+1) anfreunden muss. Damit liegt er zwar als 76. erneut hinter der prognostizierten Cutmarke zurück, bekommt er am Freitag allerdings den Plantation Course erstmals in den Griff, könnte sich das Wochenende durchaus noch ausgehen.

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Verpatzter Auftakt

GRAND FINAL – 1. RUNDE: Lukas Nemecz findet sich beim Challenge Tour Finale der Top 45 des Jahres zum Aufakt überhaupt nicht zurecht und muss im T-Golf & Country Club auf Mallorca mit der 77 leben, die ihn klar am falschen Ende des Leaderboards festnagelt.

Dank konstant starker Leistungen auf der heurigen Challenge Tour, wobei er bei allen 6 Einsätzen cuttete, einmal die Top 10 erreichte und einen 34. Platz in Atzenbrugg als sein schlechtestes Ergebnis notierte, ist Lukas Nemecz beim heurigen Grand Final der Challenge Tour mit dabei. Gespielt wird im T-Golf Golf und Country Club auf Mallorca, wobei die besten 45 verfügbaren Spieler der Jahreswertung qualifiziert sind und über vier Tage ohne Cut 350.000 Euro unter sich ausspielen werden.

Alle 45 Spieler können theoretisch mit einem Sieg noch die Top 5 der Jahreswertung erreichen und damit ein eingeschränktes Spielrecht für die European Tour im kommenden Jahr. Lukas Nemecz allerdings erschwert sich dieses Ziel gleich von Beginn weg erheblich, denn mit einem Bogey gelingt der Start nur alles andere als nach Maß. Auch danach ist er noch auf der Suche nach der Leichtigkeit der letzten Wochen, was sich am Par 4 der 5 mit einem Schneemann richtig unangenehm zu Buche schlägt.

Kein Turnaround

Erst danach kann er sein Spiel erstmals etwas konsolidieren, ohne jedoch den aufgerissenen Rückstand verkleinern zu können. Nach dem Turn nimmt das Unheil dann am Par 5 der 11 und am darauffolgenden Par 3 in Form der nächsten Fehler weiter seinen Lauf, womit sich langsam aber sicher eine richtig verpatzte Auftaktrunde abzeichnet. Erst auf der 14 kann er dann mit seinem ersten Birdie die Negativspirale endlich etwas abbremsen.

Richtigen Turnaround leitet das Erfolgserlebnis jedoch nicht ein, denn das höchste der Gefühle an diesem Tag ist es noch weitere Fehler zu vermeiden. Schlussendlich steht er zum Auftakt nur mit der 77 (+6) wieder beim Recording und macht es sich so als 45. und letzter am ganz klar falschen Ende des Leaderboards gemütlich.

Nach der Runde meint er enttäuscht: “Es ist leider nichts gelaufen für mich heute. Mit 15 Grüntreffern +6 zu spielen tut weh. Die 5 ist normalerweise ein Par 5, wir spielen es aber von hinten als Par 4. Man muss einen mega Slice über die Bäume spielen um nicht 200 Meter ins Grün zu haben.”

“Der Abschlag hat leider hauchdünn einen Baum gestreift und ist dann 70 Meter nach dem Tee in einem Busch gelandet. Nach Strafschlag hab ich dann versucht mit meinem 5er Eisen abzukürzen – wieder Baum, wieder Busch. So ist es dahingegenangen. War bitter, weil der Drive echt nahe an perfekt war. Danach zwar gut gespielt, aber wenn man keine Putts locht, wirds sehr schwer und frustrierend. Kann nur besser werden.”

Gleich drei Spieler teilen sich nach den ersten 18 Löchern mit 66er (-5) Runden die Führungsrolle.

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