Die richtigen Eisen finden

Wie finde ich die für mich passenden Eisen um die Qualität des Spiels spürbar voranzutreiben? 2020 könnte sich gerade beim größten Schlägersatz im Bag als ideales Einkaufsjahr erweisen, denn Titleist, Callaway, Taylormade, Ping und Co. wissen mit echten Super-Sets zu überzeugen.

Wohl bei kaum einer Schlägerkategorie hat man derart die Qual der Wahl wie beim Finden der richtigen Eisen. Kein Wunder, hat man doch genau von diesem Satz die meiste Zeit am Platz einen Schläger in der Hand. Vorweg sei gesagt, dass selbst die allerbesten Eisen nicht viel bringen werden, sollten diese nicht auf den jeweiligen Spieler abgestimmt sein.

Um dies genau zu erläutern sollte jeder Golfer beim Pro oder Shop seines Vertrauens ein Fitting machen um danach genau zu wissen in welchen Spezifikationen man den nächsten Satz Eisen wirklich benötigt. Ist der Schwung schnell oder langsam, ist man groß oder eher klein, hat man größere Hände, eignen sich eher Stahl oder Graphitschäfte? Um diese und noch mehrere Fragen zu beantworten sollte man die eine Stunde in Kauf nehmen um nicht am Ende zwar mit richtig guten Eisen, allerdings den falschen Spezifikationen am Platz zu stehen.

Um nach durchlaufenem Fitting aber die bestmögliche Auswahl zu haben, haben wir die neuen 2020er Eisen der namhaftesten Hersteller durchlechtet und geben in den folgenden Zeilen einen Überblick über die Neuerungen und die Eigenheiten des größten Schlägersatzes im Bag.

Alle 2020er-Eisensets in der großen Übersicht.

 

Schnelle Erfolge

Wie schon beim neuen XXIO Eleven Driver macht die Firma auch bei den Eleven Eisen absolut nichts falsch. Zwar erinnern die vergößerten Schlägerköpfe durchwegs an Cavity-Backs aus vergangenen Jahren, die Proportionen wirken aber stimmig und da die unterste Rille weiß lackiert ist, wirkt sich dies auch sehr positiv aufs Ansprechverhalten aus. Darüber hat es XXIO perfekt geschafft ein sehr gutes Feedback zu erzeugen, was gerade bei eher größeren Schlägerköpfen alles andere als die Regel ist.

Auch der Klang weiß mit einem satten Klacken zu überzeugen. Die wohl wichtigste Eigenschaft der Eleven Eisen ist aber wohl, dass die Bälle auch mit recht niedriger Schlägerkopfgeschwindigkeit enorme Längen erzielen. Die Kraftübertragung aufs Schlägerblatt ist somit aller Ehren wert und lässt den Spaßfaktor auf Runden rasch in die Höhe schnellen. Auch das Handling der Schläger ist durchdacht und sehr komfortabel.

Wo viel Licht ist, muss jedoch logischerweise auch etwas Schatten sein, denn die Präzision ließen die Schläger ab und an doch etwas vermissen. Für niedrigere Handicapper gibt es somit auf jeden Fall wohl geeignetere Eisen am Markt. Ist man mit einer Spielvorgabe von -54 bis in etwa -20 angesiedelt, stellen die XXIO Eleven aber eine gute Wahl dar, mit denen man schnell Erfolgserlebnisse erzielen wird.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass XXIO mit den Eleven Eisen kaum etwas falsch gemacht hat und wohl mit zu den Geheimtipps der Golfsaison 2020 zählen wird. Beim Preis lässt sich XXIO auch bei den Eisensätzen nicht lumpen und knöpft dem Käufer für ein 7er Set satte 1.512 Euro ab. Will man Graphitschäfte werden sogar 1.680 Euro fällig.

Titleist für alle

Bislang stand Titleist vor allem bei eher niedrigeren Handicappern hoch im Kurs. Mit den neuen T400 Eisen ändert sich dies aber nun, denn erstmals bringt Titleist einen Eisensatz auf den Markt, der auch gezielt Spieler mit höheren Spielvorgaben anspricht. Dies zeigt sich auch gleich beim ersten Eindruck deutlich, denn die Kopfform der Eisen ist eher länglich und auch merklich dicker. Dadurch erhöht sich prompt sowohl das Vertrauen in das Gerät, als auch die Spielbarkeit.

Der größte Pluspunkt der T400 ist eindeutig die Weite, denn die Energie wird perfekt auf den Ball übertragen, was in einer sehenswerten Flugkurve mit guten Längen mündet. Teils flogen die Bälle sogar weiter als eigentlich erwartet, was aber auch für unliebsame Überraschungen sorgen kann. Titleist kann auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Schlägerbau zurückblicken und warf diese geballte Kompetenz auch bei der Entwicklung der T400 in die Waagschale.

Das Resultat ist ein von A bis Z stimmiges Produkt, bei dem sowohl die Gewichtung als auch das Handling passt. Es bereitet keinerlei Probleme die Bälle in die Luft zu bekommen und die kleine weiße Kugel hält die anvisierte Linie auch durchwegs treu. Am Sweetspot getroffene Bälle fühlen sich richtig gut an und selbst leicht am Außenbereich getroffene wirken vom Feedback her zwar härter, aber keineswegs unangenehm. Das Feedback ist ganz “Titleist like” sehr direkt und lässt einen sofort spüren wo man den Ball getroffen hat.

Titleist gibt Spielern mit den T400 ein durchwegs stimmiges Eisenset in die Hand, das sehr viel Licht und nur ganz wenig Schatten zu bieten hat. Die Firma, der zahlreiche Professionals rund um den Globus vertrauen, hält somit auch hier was sie verspricht. Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist wohl der Preis, denn Titleist greift mit den T400 doch heftig aufs Ersparte zu. Für ein 7er Set fallen heftige 1.750 Euro an. Immerhin ist es preislich egal ob man Stahl oder Graphit bevorzugt.

Auf Weitenjagd

Ping steht seit jeher für absolute Topschläger und stattet auch Jahr für Jahr eine Reihe absoluter Spitzenspieler aus. Mit den G710 Eisen beschreitet die amerikanische Firma aber etwas Neuland, denn das Set richtet sich doch an eher höhere Handicapper. Der Auftritt der Eisen wirkt schon bei der ersten Betrachtung absolut gelungen, denn das schwarze Design der Schlägerköpfe lässt die doch eher länglich und großen Schlagflächen etwas dezenter wirken und der optische Kontrast zur unteren weißen Linie, die sich bei der Ausrichtung als durchaus wirksam erweist, könnte so kaum besser gelungen sein.

Wo die größte Stärke der G710 Eisen liegt ist rasch herausgefunden, nämlich in der Weite. Die Bälle ziehen auch mit moderater Schlägerkopfgeschwindigkeit richtig gut vom Blatt, was sich, dank einer guten Flugkurve, in sehenswerten Längen niederschlägt. Im Vergleich konnte mit den Ping Eisen kein Vergleichsprodukt mithalten, was an und für sich angesichts der harten Konkurrenz beachtlich ist.

Auch in punkto Fehlertoleranz und Spielkomfort merkt man beim Ping Set sofort, dass den US-Boys hier ein guter Wurf gelang, denn die Bälle gingen fast mühelos richtig ab, was den Spaßfaktor klarerweise deutlich in die Höhe schnellen lässt. Selbst mit eher schlecht getroffenen Bällen ließ sich noch eine recht sehenswerte Distanz erreichen und dank der hohen Fehlertoleranz waren die meisten Bälle auch nach Miss Hits noch gut im Spiel.

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte die nicht so ganz gut gelungen sind. Zum Einen wäre da das eher mangelhafte Feedback. Der Kontakt ist durchaus hart, was auch zu einer eher getrübten Rückmeldung führt. Wo man den Ball jetzt genau getroffen hat, lässt sich teilweise nur erahnen. Zum Anderen wäre da das schwarze Finish der Schläger, das im Test recht rasch gelitten hat. Die ersten Kratzer werden wohl bereits nach den ersten Schlägen auf der Driving Range vorhanden sein.

Dies ist aber auch bei Konkurrenzprodukten nicht gänzlich anders, nur sticht es bei den G710 Eisen aufgrund des schwarzen Schlägerblattes doch um einiger deutlicher ins Auge. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Ping dem Kunden ein Set in die Hände gibt, dass schnell Freude macht und rasch Erfolge liefern wird. Wer Abstriche beim Feedback verkraften kann, bekommt um 1.400 Euro bzw. um 1.505 Euro mit Graphitschäften ein starkes und optisch sehr gelungenes 7er Set, das über einen langen Zeitraum Freude machen wird.

Starker Allrounder

Wie schon beim Mavrik Driver gelingt Callaway auch beim Mavrik Eisenset ein starker Wurf. Das Set stellt im Test sogar den wohl ausgewogensten Allrounder dar, denn die Schläger schneiden in allen Kategorien im recht guten Mittelfeld ab und sind darüber hinaus vor allem beim Preis ein echter Hingucker.

Schon bei der Optik merkt man sofort, dass man hier ein Produkt aus dem Hause Callaway in Händen hält. Zwar gibt es durchaus optisch ruhigere Produkte am Markt, die leichten orangen Akzente wirken aber stimmig und dem Zeitgeist entsprechend. Was sehr gut gelungen ist sind die beiden weiß eingefärbten untersten Rillen am Schlägerblatt, was bei der Ausrichtung enorm hilfreich ist.

In punkto Handling greift Callaway auf seine jahrzehntelange Erfahrung zurück und macht dabei absolut gar nichts falsch. Die Eisen liegen ausgesprochen gut in der Hand, das Gewicht vom Schlägerkopf lässt sich sehr gut spüren, ohne dabei allerdings irgendwie störend zu wirken. Sogar das Gegenteil ist der Fall, denn die Gewichtsverteilung ist so gut gelungen, dass man sogar im Schwung ein vertrauensvolles Feedback erhält.

Ganz Callaway-like ziehen die Bälle gut vom Blatt, halten treu die Spur und lassen so auch sehenswerte Längen zu. Schon beim Treffmoment hat man den Eindruck, dass die Bälle richtiggehend “marschieren” und der Eindruck täuscht nicht: Die Bälle gehen richtig mit Musik ab. Interessant erscheint auch die Tatsache, dass die Mavrik Eisen ein sehr direktes und angenehmes Feedback geben, was schon fast an geschmiedete Eisen erinnert, obwohl die Mavrik keine “Forged Irons” sind.

Callaway spricht mit den Mavrik eigentlich die gesamte Palette an Golfern an, denn höhere Handicapper werden sich über die angenehme Fehlertoleranz freuen und Spieler mit niedrigerer Stammvorgabe bekommen ebenfalls ein Produkt in die Hand, das sich sehr gut kontrollieren lässt. Callaway scheint mit den Mavrik Eisen wirklich ein absoluter Volltreffer gelungen sein und da sich die Firma das Top-Produkt auch “nur” mit 999 Euro bzw. 1.099 Euro für Graphitschäfte vergüten lässt, werden die Mavrik Eisen wohl recht bald in etlichen Golfbags anzutreffen sein.

Viel richtig gemacht

Taylormade gehöhrt seit jeher zu den meistgekauften Schlägern weltweit und selbst mit der starken Konkurrenz im Jahr 2020 wird sich daran nicht viel ändern. Mit den Sim-Max Eisen gelingt Taylormade ein weiterer großer Wurf. Schon beim ersten Schwung baut sich ein gutes Gefühl auf, was rasch starkes Vertrauen in den Eisensatz entstehen lässt.

Wie bei den Callaway Mavrik gilt auch für die Taylormade Sim-Max, dass es optisch sicher ruhigere Designs am Markt gibt. Die Schläger wirken aber sehr modern und dank der Farbgebung auch eher dezent. Wie bei anderen Sets auch ist auch hier die unterste Rille weiß eingefärbt, was sich bei der Ausrichtung des leicht vergrößerten Schlägerkopfes als sehr hilfreich erweist.

Sehenswert ist die Flugkurve, denn Taylormade gelingt hier fast die perfekte Balance. Die Bälle ziehen gut vom Blatt und beschreiben eine sehenswerte Flugkurve. Dennoch stoppen die Bälle bei Annäherungen recht rasch am Grün, womit der Spaßfaktor enorm gesteigert wird. Fast drückt Taylormade dem Spieler hier ein Produkt in die Hand, das auch das Selbstvertrauen enorm zu steigern weiß.

Dank der nicht zu hohen Flugkurve brauchen sich die Sim-Max auch bei der Weitenjagd nicht zu verstecken. In punkto Präzision lässt sich Taylormade ebenfalls nichts zu Schulden kommen und zeigt, dass die Sim-Max richtig gut ausbalanciert sind. Als Fazit sei zu sagen, dass der Firma mit den Sim-Max ein ganz starkes Produkt gelang, dass mit Preisen von 999 Euro für Stahlschäfte und 1.149 Euro für Graphitschäfte auch beim Preis zu überzeugen weiß.

Cobra mit Kampfpreis

Cobra steht wohl spätestens seit Rickie Fowler für die jugendlichen Elemente des Golfspiels. Die Marke will modern und dem Zeitgeist entsprechend rüberkommen und geizt bewusst auch nicht mit auffallenden Details. Auch die King Speedzone Eisen machen hier keine Ausnahme, denn die Eisen 4-7 haben sogar ein recht auffälliges Karbon-Element eingearbeitet, an das man sich durchaus etwas gewöhnen muss. Wie bei anderen Marken auch hat auch Cobra die unterste Rille weiß eingefärbt um die Ausrichtung zu erleichtern.

Beim Feedback gibt es Licht und Schatten, denn die Vibrationsdämpfung ist dank der verwendeten Materialen richtig gut, allerdings lassen die Eisen etwas das richtige “Spüren” des Treffmoments vermissen. Wo genau man den Ball gerade getroffen hat kann man teils nur erahnen. Wo die King Speedzone Eisen jedoch zu überzeugen wissen ist bei den Längen.

Zum einen liegt dies am recht geringen Loft, zum anderen natürlich an den verwendeten Hightech Materialien. Die Bälle halten treu die Spur und ziehen sehenswert durch die Luft. Allerdings manchmal auch etwas zu sehenswert, denn manche Bälle schlagen teils sogar erst deutlich weiter ein als eigentlich geplant, was vor allem bei den Annäherungen lästig sein kann.

Spielt man gerne Fade oder Draw gibt es mit Sicherheit Produkte am Markt die einem mehr entgegenkommen als die King Speedzone Eisen. Zur Verteidigung von Cobra sei jedoch gesagt, dass man diese Spieler mit dem King Speedzone Produkt eigentlich auch nicht als die Zielgruppe anvisierte. Wo Cobra voll zu überzeugen weiß ist bei der Fehlertoleranz, denn auch eher mau getroffene Bälle bleiben gut auf Kurs.

Das Hauptargument für die Cobra King Speedzone Eisen ist auf jeden Fall der Preis, denn egal in welcher Spezifikation man das 7er Set haben will, mit 899 Euro für Stahl- bzw. 999 Euro für Graphitschäfte bleibt man immer im Dreistelligen Eurobereich, was als durchaus schlagkräftiges Argument angesehen werden kann. Darüber hinaus gibt es die Speedzone Eisen auch in der beliebten “One-Length” Spezifikation.

Summa summarum bleibt festzuhalten, dass Cobra dem Käufer ein Set beschert mit dem rasch Erfolge erzielt werden kann und, dass sich auch bei der Weite nicht zu verstecken braucht. Wer allerdings die Bälle gerne “shaped” sollte zu einem anderen Produkt greifen.

Für niedrige Handicaps geschmiedet

Im Grunde sollte man die D7 Forged Irons im Gegensatz zur Konkurrenz eher gesondert betrachten, da Wilson mit dem Produkt nicht die breite Palette an Spielern ansprechen will, sondern eher ambitionierten Golfern den Einstieg in die Hochpräzisions-Eisen schmackhaft machen will. Und man kann festhalten: Das Vorhaben scheint gelungen.

Schon optisch weiß Wilson bei der Game-Improvement Variante der letztjährigen D7 Eisen zu überzeugen, denn das Modell orientiert sich klar an klassischen Modellen, zeigt mit dem Cavity-Back aber auch den Komfortanspruch. Die leicht vergrößerten Köpfe zeigen außerdem, dass hier noch etwas mehr Fehlerverzeihung als bei Blade Modellen erreicht werden kann.

Wie üblich bei geschmiedeten Schlägern überzeugen auch die D7 Forged Irons mit einem angenehm weichen Schlaggefühl und guter Rückmeldung. Überraschend ist, dass auch der Komfort für Eisen dieser Bauart durchaus gut ist und die Bälle sich deshalb auch recht einfach kontrollieren lassen. Fehlerverzeihend sind die Schläger aber im Gegensatz zu anderen Modellen nicht so sehr, was bei dieser Art von Modell aber völlig normal ist.

Der Schwung sollte durchwegs konstant sein um gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Ist dies allerdings der Fall, wird man mit starken Schlägen und überzeugender Präzision belohnt. Beim Preis greift Wilson nicht allzu tief in die Geldbörse, denn ein 7er Set mit Stahlschaft ist schon um 899 Euro zu haben. Graphit gibt es im 6er Set um 849 Euro.

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