Österreich und seine Golfer – Quo vadis?

Österreich gehört seit Jahren zu den vollanerkannten Golfnationen Europas. Was sich in unserem Land um Golf dreht, wie es um den Profigolf bestellt ist und welche die größten Talente sind, haben wir hier für euch nochmal genau beleuchtet.

Österreich als Golfnation

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Wer im Golfsport unterwegs ist weiß, wie vernarrt viele Österreicher sind, wenn es um Golfspielen geht. Auf der anderen Seite hat Golf aber noch lange nicht den gleichen Status erlangt wie beispielsweise in Schweden, das ähnlich viele Einwohner hat wie Österreich, wo aber 7% der Bevölkerung aktiv im Golfsport unterwegs sind (rund 500.000 Golfer). In Österreich sind es gerade einmal rund 100.000 Golfer (ca. 1,2%), wie der Golf- und Landclub Ennstal auf seiner Webseite berichtet. Die großen Zuwachsraten von bis zu 5% der vergangenen Jahre sprechen allerdings eine deutliche Sprache und zeigen, dass sich der Golf in Österreich längst hin zum Breitensport entwickelt hat. Auch die Tatsache, dass der ÖGV (österreichischer Golfverband) zu den fünf größten Sportverbänden in Österreich gehört, ist mehr als nur bemerkenswert. Auch Sport.ORF.at berichtet auf seiner Webseite ausführlich über die positive Entwicklung des Golfsports in Österreich. Man zeigt sich hier optimistisch, dass bis 2020 die Zahl der Golfer in Österreich auf mehr als 120.000 ansteigen könnte. Dies soll einhergehen mit einem Zuwachs an Golfplätzen von derzeit rund 156 auf 179, was bereits eine beachtliche Zahl ist, wenn man berücksichtigt, dass allein 3.000 der rund 3.700 Golfplätze Europas in Großbritannien und Irland liegen.

Golfspiel lernen

Mit 43 Plätzen und 30.000 Golfern ist Niederösterreich die Hochburg des Golfsports. Am höchsten ist die Golferdichte mit 2% der Wohnbevölkerung in Salzburg. Wer Golf lernen will, hat allerdings über das gesamte Gebiet beste Möglichkeiten. Nicht zuletzt durch die 2017 in Kraft getretene neue ÖGV Platzreife ist es möglich, unter einheitlichen Prüfungsvorgaben und Empfehlungen eine klar strukturierte und zielführende Ausbildung zu genießen. So sollen neue Golfer nachhaltig für das Spiel begeistert werden, denn der ÖGV bietet allen Mitglieds-Clubs die Möglichkeit, die Platzreife auf Basis der Vorgaben zu erteilen. Möglichkeiten, die Platzreife in Österreich zu erlangen, gibt es reichlich. Einige davon findet man bei Golf-Direkt.

Was fehlt zur weiteren Entwicklung?

Problematisch ist derzeit noch die Entwicklung, dass zwar die Aufnahmegebühren in den vergangenen Jahren um rund 57% auf 1.353 Euro zurückgingen, wie Sport.ORF.at berichtete, allerdings legten die Jahresbeiträge im gleichen Zeitraum kräftig zu. Dies führt also einerseits zu einem günstigeren Einstieg, das Spiel an sich ist aber deutlich teurer geworden. Auch die Greenfees sind mit 55 Euro etwa 61% teurer als noch vor 15 Jahren. Zugleich ist das durchschnittliche Eintrittsalter mit 45 Jahren auf einem recht hohen Niveau in Österreich. Wenn sich der Golfsport noch schneller entwickeln soll, wäre entsprechend hier ein Ansatzpunkt, um den Sport auch für jüngere Generationen interessanter zu machen.

Jugendarbeit

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Die Jugendarbeit in einigen Clubs wie Föhrenwald, Himberg, Adamstal oder Murhof ist beispielgebend. Die Ausbildung zum PGA Golf Professional wird von der PGA of Austria getragen und teilt sich laut golf.at in drei bzw. vier Teilbereiche: Teaching & Coaching, The Game, The Industry und Interprofessional Education (IPE). Beginnend bei der Anwärterschule geht es über die Zwischenprüfungen und Abschlussarbeit mit Diplomprüfung bis hin zum PGA Golf Professional. Über Weiterbildungen kann dann jeder Golfprofessional Level A erreichen. Durch laufende Anpassungen der Ausbildung an die Richtlinien der PGAs of Europe behält sich der ÖGV in seiner Grundausbildung weiterhin den Status Gold bei, womit Österreich beste Voraussetzungen hinsichtlich der Ausbildung bietet.

Profigolfer Österreichs

Wirft man einen Blick auf die Austrian Order of Merit stellt man fest, dass mit Matthias Schwab, Bernd Wiesberger und Sepp Straka ein starkes Trio auf den Tours unterwegs ist. Im World Golf Ranking sieht es noch gravierender zugunsten von Österreichs Nummer 1 aus, denn hier belegt Wiesberger zwar immerhin noch Rang 87 (Stand 1.8.2018), der Abstand zu den nächsten österreichischen Golfern ist aber sehr groß. Matthias Schwab ist derzeit auf Rang 254 geführt, Lukas Nemecz auf Position 725 und Martin Wiegele auf Rang 751.
Leider ist derzeit verletzungsbedingt kein Profigolfer aus Österreich bei den großen Turnieren wie Majors oder WGC vertreten, was sich auch in den Tabellen zu Wettquoten der großen Wettanbieter wiederspiegelt. Allerdings haben die Anbieter den Wiener Bernd Wiesberger für die Zukunft nach wie vor auf dem Schirm, wie sich beispielsweise in den Quoten bei Betway zu den US Open 2019 zeigt, wo er – allerdings mit einer überschaubaren Quote von 126,00 auf den Gesamtsieg (Stand 2.8.2018) – gelistet ist. Favorit für die US Open nächstes Jahr ist derzeit der US-Amerikaner Dustin Johnson, knapp vor Rory McIlroy und Jordan Spieth.

Aktuelles um Wiesberger

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem Wiesberger noch Rang 14 in Europa belegte und 2015 und 2016 sogar Rang 9, ist hier ein deutlicher Abwärtstrend zu erkennen. Dies spiegelt sich auch in den Preisgeldern wieder, die er laut European Tour in den vergangenen Jahren erspielen konnte. Bisher hat der Österreicher heuer ein Preisgeld in Höhe von 259.065 € erspielt. 2017 waren es noch knapp 1,8 Millionen und in 2015 und 2016 noch deutlich über 2 Millionen Euro. Natürlich spielt hier eine große Rolle, dass er sich laut seiner Facebook-Seite im Juli zu einer Handgelenks-Operation entschied, die jedoch allem Anschein nach gut verlief. Aus diesem Grund musste er zuletzt seine Teilnahme bei der Open Championship aufgrund der langwierigen Verletzung absagen.

Wir hoffen natürlich, dass er sich schnell erholen und wieder neu angreifen kann, damit es schon bald wieder neue Berichte um Wiesberger auf unserer Seite zu finden gibt.

 

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