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Antrittsgelder – “Part of the Game”

Tigerline_Golf_Live_at

Zu seinen 4 Millionen Dollar Preisgeld in guten Jahren packt Tiger Woods noch einmal 96 Millionen Körberlgeld u.a. für Antrittsgelder drauf. “Appearance Fees” sind “Part of the Game” und klingen genauso grauslich im Golf wie in der Kärntner Politik.

Tim Finchem, mächtiger Zampano der US PGA Tour war stinksauer, als Tiger Woods seine Saison für 2 Millionen Dollar Antrittsgeld lieber in der Ölwüste Abu Dhabis als auf der Blumeninsel Hawaii eröffnete. Die European- und die Asian Tour wirbt den Amerikanern zusehends die Topstars mit fetten Antrittsgeldern ab.

Auch hier ist Tiger in einer eigenen Liga, der als Einziger Millionen zugesteckt bekommt. Bei Mickelson, Westwood, McIlroy sind es “nur” sechsstellige Beträge. Seit Seve Ballesteros in den 80er-Jahren erfolgreich aufbegehrte, dürfen European Tour-Turniere ihren eigenen Spielern ebenfalls Startgelder zahlen. Jimenez kann sich für seine Österreich-Starts Havannas um rund 100.000 Euro kaufen.

Auf der US PGA Tour und der LPGA sind Appearance Fees dagegen verboten – also läuft die Geldmasche halt verlogener. Topspieler “planen” ihre Turniere nach Sponsorverträgen, so kommt das eher uninteressante AT&T National halt zu einem Tiger Woods. Anderer Schmäh: das Startgeld fliesst in die Charity-Organisation der Spieler, das ist erlaubt.

Besonders beliebt wurden zuletzt die Sponsor-Parties im Vorfeld der US Turniere. Wer dort von den Topspielern auftaucht, kassiert legale 30.000 bis 50.000 Dollar – und wenn man schon anreist, nimmt man gleich das Turnier mit.

Spieler ausserhalb der Top 50 der Weltrangliste magerlt das gewaltig. Sie baggern Woche für Woche um ihren Anteil am Preisgeldkuchen, mit grossem “MC-Risiko” (Missed Cut). Jeder Dollar, der in Antrittsgelder fliesst, wird knallhart vom Preisgeldtopf abgezweigt. Die 4 Millionen für Abu Dhabi wurden geteilt in 2 Millionen für Tiger und 2 Millionen für den Rest der Meute.

Die Damen bekommen dagegen rein gar nichts. Frauenministerin Heinisch-Hosek mag vielleicht jetzt über ein Gesetz nachdenken, aber eine Laura Davies oder Sophie Gustafson hilft man höchstens bei Flug-Arrangements und schöner Unterbringung. Für Österreichs Pros und Proetten ist das Antreten daheim übrigens reine Ehrensache, auch wenn die eigenen Sponsoren das hie und da zusätzlich finanziell vergüten, aber nie der Turnierveranstalter direkt.

So. Ist das jetzt alles koscher? Die Startgeld-Kassierer argumentieren damit, dass andere Supersportler wie Fussballer oder Rennfahrer für das reine Auftauchen bezahlt werden, auch wenn sie nicht gewinnen – der Golfer aber nur wenn er den Cut übersteht. Oder: dass es um den fairen Anteil am Extra-Gewinn geht, den ein Turnier dank des Antretens eines Topstars einstreift.

Vielleicht haben auch Politik, Banken und Wall Street zu lange eine Kultur vorgelebt, der sich Sportstars einfach nur … anpassen? Wenn man Dir gibt, dann nimm, wenn man Dir nimmt, dann schrei!

Meine persönliche Erfahrung mit Golf-Pros: denen ist Geld nicht wichtiger oder unwichtiger als Dir und mir. Das trifft leider nicht auf ihre Manager zu… und das Thema Cash ist “Part of the Game” für einen Chubby Chandler (Westwood-Manager) oder Mark Steinberg (Tiger).

von Joachim Widl

 

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