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Schlagwort: major

Würdiger Abschluss

WOMEN’S OPEN – FINAL: Christine Wolf kann zwar am Finaltag in Carnoustie kaum mehr Ränge gutmachen, rehabilitiert sich mit einer 72 aber immerhin für den verpatzten Moving Day.

Christine Wolf erreichte in dieser Woche in Carnoustie mit dem geschafften Cut zwar historisches – zuletzt stand mit Natascha Fink im Jahr 2004 eine heimische Proette bei einem Major im Wochenende – konnte die Euphorie jedoch nicht in den Moving Day mitnehmen und rutschte mit einer tiefschwarzen 78 (+6) bis auf Platz 64 zurück. Am Finaltag geht es für die Tirolerin nun primär darum vom hinteren Ende wegzukommen, da eine neue österreichische Major-Bestmarke bei bereits zehn Schlägen Rückstand nur noch theoretischer Natur erscheint.

Der Start kann sich am Sonntag dann auch durchaus sehen lassen, denn nach Bogey zum Auftakt, Doppelbogey am Freitag und Par am Samstag schnappt sie sich diesmal vom anfänglichen Par 4 sogar gleich ein Birdie. Auf der 4 holt sie sich dann rasch einen weiteren Schlaggewinn ab, ehe ausgerechnet das Par 5 der 6 sich als erster Stolperstein erweist. Das Bogey auf der einzigen langen Bahn der Frontnine kostet auch sichtlich den Rhythmus, wie weitere Fehler am Par 3 der 8 und auch auf der 9 zeigen, womit sie sogar noch auf den Frontnine sogar in den Plusbereich zurückrutscht.

Nach dem Turn findet sie dann aber wieder den so schmerzlich vermissten Rhythmus und krallt sich mit einem Birdiedoppelpack sogar wieder das Minus als Vorzeichen. Zwar schleicht sich zum Abschluss dann auf der schweren 18 noch ein Fehler ein, mit der 72 (Par) bringt sie aber am Sonntag eine durchaus sehenswerte letzte Runde zum Recording und rehabilitiert sich so auch für den verpatzten Moving Day, wenngleich sie als 61. im Klassement nahezu stecken bleibt.

Fluch gebrochen

Trotz des verpatzten Moving Days und der damit verbundenen eher unterdurchschnittlichen Platzierung kann sich Christine Wolf mit dem britischen Major wohl durchaus zufrieden zeigen, stemmte sie doch erstmals überhaupt bei einem der größten Turniere den Cut und durchbrach so nicht nur ihren eigenen harntäckigen Cut-Fluch, sondern erlöste auch ganz Österreich mit der ersten Wochenendteilnahme seit 17 Jahren.

“Es ist echt schade wegen gestern. Heute hab ich eigentlich richtig gut gespielt, leider aber auch zweimal etwas Pech gehabt. Alles in allem bin ich aber zufrieden mit der Woche, da ich bis auf den Moving Day eigentlich recht solide gespielt habe”, so Chrissie, die kommende Woche eine wohlverdiente Pause einlegt, nach den Open.

Anna Nordqvist (SWE) distanziert mit einer 69er (-3) Finalrunde und bei gesamt 12 unter Par die ersten Verfolgerinnen um einen Schlag und sichert sich in Carnoustie den Titel.

Leaderboard Women’s Open

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Euphorie verpufft

WOMEN’S OPEN – 3. RUNDE: Christine Wolf kann die Euphorie vom geschafften Cut nicht konservieren, hat am Samstag nahezu die gesamte Runde über in Carnoustie richtig hart zu kämpfen und bunkert sich mit einer tiefschwarzen 78 regelrecht im Leaderboard-Keller ein.

Christine Wolf durchbrach am Freitag den 17-jährigen Damen Major-Fluch und zog als erst zweite Österreicherin nach Natascha Fink im Jahr 2004 wieder in ein Major-Weekend ein. Mit dem größten Druck von den Schultern kann die Tirolerin nun am Wochenende eigentlich recht befreit aufspielen und hätte bei nur zwei Schlägen Rückstand auf Rang 31 auch eine neue österreichische Major-Bestmarke noch in Reichweite, doch mit vielen Problemen von Tee bis Grün kommt es am Moving Day deutlich anders als erhofft.

Zum ersten Mal übersteht sie am Samstag zwar die 1 unbeschadet, tritt sich dafür aber auf der 2 das erste Bogey ein und hat auch danach etliche Schwierigkeiten den benötigten Rhythmus zu finden. Nur kurzzeitig kann sie ihr Spiel stabilisieren, ehe es auf der 5 schon das nächste Bogey setzt. Der Probleme noch nicht genug geht sich danach am Par 5 sogar nur ein Doppelbogey aus, womit die Tirolerin sogar bis ans Ende des Feldes zurückrutscht.

Auch die zweiten Neun lassen sich alles andere als gewinnbringend an, wie der nächste Fehler auf der 11 unterstreicht. Erst am Par 3 der 13 kann Österreichs Olympionikin dann erstmals etwas durchatmen, nachdem sich dank starkem Teeshot und gefühlvollem Putt auch das erste Birdie ausgeht. Sofort allerdings nehmen die Probleme wieder zu, wie der nächste Schlagverlust am darauffolgenden Par 5 zeigt.

Da ihr dann gegen Ende auch noch die 17 zum Verhängnis wird, muss sie sich sogar mit einer tiefschwarzen 78 (+6) abfinden, die sie als 64. im Leaderboard-Keller regelrecht einzementiert. Vor allem die Annäherungen sind am Moving Day das Hauptproblem, denn mit 9 von 15 getroffenen Fairways reiht sie sich vom Tee durchaus in den selben Regionen wie an den ersten beiden Tagen ein. Nur acht getroffene Grüns und darüber hinaus einige Schwierigkeiten im Kurzspiel machen sich jedoch schließlich unangenehm auf der Scorecard bemerkbar.

Anna Nordqvist (SWE) und Nanna Koerstz Madsen (DEN) gehen bei gesamt 9 unter Par als Co-Leader auf die letzten 18 Löcher.

Leaderboard Women’s Open

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Gute Ausgangslage verspielt

WOMEN’S OPEN – 1. RUNDE: Christine Wolf mischt nach einer starken Phase rund um den Turn sogar unter den Top 10 mit, muss sich nach etlichen Fehlern im Finish aber mit der 72 anfreunden und reiht sich so nach der Auftaktrunde nur rund um die prognostizierte Cutmarke ein.

Mit ihrer 5. Teilnahme bei der AIG Women’s Open feiert Christine Wolf ein kleines Jubiläum beim britischen Major. Damit sie auch tatsächlich etwas zu feiern hat, brennt die Innsbruckerin darauf erstmals den Cut zu schaffen, was überhaupt erst der zweite Cut einer Österreicherin bei einem der exklusiven Majors wäre: “Es wird aber auch einmal Zeit,” kommentiert Wolf trocken was sie sich für den heurigen Abschluss der Major-Saison vornimmt.

Nach wie vor ist Natascha Fink die einzige Österreicherin, die vor mittlerweile 17 Jahren mit einem 31. Platz Wochenendluft bei einer British Open schnuppern durfte. Gespielt wird heuer in Carnoustie Golf Links, einem der schwersten Plätze in der Open-Rotation. Sarah Schober verzichtete nach anstrengenden Wochen auf eine Teilnahme an der Montags-Qualifikation.

Zum Auftakt ist Österreichs einzige Vertreterin in Schottland erst mit später Startzeit unterwegs und muss am Nachmittag gleich zu Beginn auf der 1 ein anfängliches Bogey verdauen. Chrissie steckt den schleppenden Beginn aber gut weg, stabilisiert ihr Spiel rasch wieder und krallt sich auf der 6 – dem ersten und einzigen Par 5 der Frontnine – schließlich auch den scoretechnischen Ausgleich.

Auch danach präsentiert sich Österreichs Nummer 1 ganz sicher und weiß die perfekten Scoringverhältnisse auf der 9 ein weiteres Mal zu nützen und kommt so bereits im roten Bereich auf den Backnine an. Das bringt die Tirolerin auch so richtig ins Rollen, denn auf der 11 legt sich gleich weiter nach und stopft nach starkem Abschlag am Par 3 der 13 gleich den nächsten Birdieputt.

Alles wieder verspielt

Die heiße Phase endet mit einem Par 5 Bogey auf der 14 aber jäh und als wäre dies noch nicht Bestrafung genug, geht sich auch auf der 15 nur das Bogey aus, womit Österreichs Olympionikin doch wieder um einige Ränge zurückgereicht wird. Nur kurz kann sie ihr Spiel dann stabilisieren, ehe auch die 17 eine Nummer zu hart ist und ihr endgültig das Minus wieder ausradiert.

Als wäre dies nach der starken Phase rund um den Turn nicht ohnehin bereits bitter genug, muss sie auch auf der berühmten 18 in Carnoustie noch ein Bogey einstecken und steht so am Ende gar nur mit der 72 (+1) beim Recording, womit sie sich als 64. rund um die prognostizierte Cutmarke einreiht.

“Ich hab eigentlich heute richtig gut gespielt. Leider hab ich auf der 14 einen Dreiputt eingestreut, dann zwei Up & Downs nicht gemacht und zum Abschluss wars auf der 18 dann auch eine ungenaue Annäherung. Aber die Ausgangslage passt soweit für morgen”, fasst sie die Auftaktrunde zusammen.

Olympiasiegerin Nelly Korda (USA), Madelene Sagstrom (SWE) und Sei Young Kim (KOR) teilen sich bei den mit 5,8 Millonen Women’s Open – nie war ein Damenturnier höher dotiert – nach 66er (-5) Runden die Führungsrolle.

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Major-Fluch verlängert

EVIAN CHAMPIONSHIP – 2. RUNDE: Christine Wolf verpasst mit zu hoher Fehlerquote im Evian Resort den Cut, womit sich auch der rot-weiß-rote Major-Fluch im Damengolf weiter fortsetzt. Nach wie vor ist Natascha Fink die einzige Österreicherin die bei einem der größten Turnier Preisgeld einsacken konnte.

Christine Wolf zeigte zum Auftakt über weite Strecken wie vor einigen Wochen der 6. Platz auf der Ladies European Tour im Evian Resort zu Stande kam. Nur zwei Doppelbogeys trübten die an und für sich starke erste Runde deutlich ein. In dem Weltklassefeld geht sich so nach den ersten 18 Löchern auch nur ein Platz knapp hinter der prognostizierten Cutmarke aus, was bedeutet, dass sich Chrissie am Freitag etwas steigern muss um den österreichischen Major-Fluch endlich zu beenden. Das Vorhaben soll jedoch nicht aufgehen.

Dabei findet sie sich am Nachmittag mit einem schnellen Birdie auf der 11 richtig gut zurecht, bringt sich jedoch nur kurzfristig auf Wochenendkurs, da ihr die 12 auch das erste Bogey abringt. Bereits das Par 3 der 14 überredet sie aber zum nächsten roten Eintrag und spielt sich so rasch wieder in die richtige Richtung nach vor. Auf den Geschmack gekommen geht sich zwei Löcher später auch am nächsten Par 3 ein roter Eintrag aus, womit sie sich erstmals sogar etwas Luft in Sachen Cut verschafft.

Fehlerquote nimmt zu

Diese braucht sie auch, denn auf der 17 kann sie zwar anders als am Vortag das Doppelbogey vermeiden, Par geht sich aber keines mehr aus, weshalb sie wieder genau an die prognostizierte Linie zurückrutscht. Gerade als die Marke fürs Wochenende sogar auf 1 über Par springt, tritt sich die Tirolerin auf der 2 den nächsten Fehler ein, reagiert danach auf diesen aber regelrecht trotzig und krallt sich gleich auf der 3 prompt wieder das Minus als Vorzeichen.

Das Hin und Her hört jedoch auch danach nicht auf, wie ein Bogeydoppelpack auf der 4 und der 5 zeigt. Dieser bringt die Olympionikin auch erstmals richtig unter Druck, rutscht sie so doch hinter die Wochenendmarke zurück. Reaktion kann sie darauf keine mehr geben und da sich schließlich auf ihren beiden Schlusslöchern nur Bogeys ausgehen, ist es Gewissheit, das Christine Wolf mit der 74 (+3) und als 99. auch weiterhin auf ihr allererstes Major-Weekend warten muss.

“Es war echt zach. Ich hab gekämpft, aber leider vergebens”, merkt man Chrissie die Enttäuschung regelrecht an. “Eigentlich war mein Spiel ganz solide. Manchmal etwas vom Tee ins dicke Rough und manchmal auch um die Grüns ins dicke Rough, aber ein wirkliches Hauptproblem im Spiel gibt es eigentlich nicht.” Jeonguen Lee (KOR) führt bei gesamt 15 unter Par.

Unglaublicher Fluch

Der Start von Christine Wolf bei den Evian Championship ist überhaupt der erste einer Österreicherin beim französischen Major und selten war die Hoffnung auf eine Wochenendteilnahme einer heimischen Proette größer als in dieser Woche, denn Chrissie bewies erst vor wenigen Wochen bei den Jabra Ladies Open im Rahmen der LET mit einem 6. Platz, dass ihr der Kurs durchaus liegt.

Doch inmitten der Weltelite will es auch diesmal bei der bald zweifachen Olympiastarterin nicht klappen, weshalb Golf-Österreich weiter auf die erste Finalteilnahme seit Natascha Fink im Jahr 2004 bei den Women’s British Open warten muss.

Leaderboard Evian Championship

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Doubletten-Bremse

EVIAN CHAMPIONSHIP – 1. RUNDE: Christine Wolf zeigt zum Auftakt im Evian Resort trotz einiger Probleme vom Tee eine über weite Strecken ansprechende Leistung, macht sich beim Major mit gleich zwei Doppelbogeys aber besseres als die 72 zunichte.

Dank ihrer Supersaison 2019 darf Christine Wolf auch erstmals bei der Evian Championship, Europas zweitem Major, mitmischen. Die 32-jährige Tirolerin agiert dazu rechtzeitig in Bombenform und hofft auf ihren ersten Cut bei einem der illustren 5 Turniere, wo auch alle Stars von der LPGA im Feld sind. Den Kurs kennt Wolf bereits von der Jabra Open, wo sie vor kurzem im Rahmen eines LET-Events einen starken 6. Platz erreichte.

Für Wolf, die bei ihrem insgesamt 7. Major startet, geht es noch um den ersten Finaleinzug der Karriere, wie überhaupt Österreichs Majorbilanz bei den Damen erschreckend ist: das einzige Major-Preisgeld holte Natascha Fink im Jahre 2004 mit knapp 15.000 Dollar!

Der Start lässt sich für die einzige Österreicherin im Feld durchwegs gut an, denn nach zwei anfänglichen Pars geht sich schon auf der 3 das erste Birdie aus, womit sie sich schnell in die eindeutig richtige Richtung orientiert. Auch danach hat die Tirolerin in der frühen Phase alles bestens im Griff und krallt sich gleich am Par 3 der 5 den zweiten roten Eintrag.

Den starken Beginn torpediert sie sich jedoch danach am Par 5 der 7, denn die erste lange Bahn knöpft ihr nach etlichen Problemen sogar ein Doppelbogey ab, womit sie gleich beide Birdies auf nur einem Loch verspielt. Das zweite Par 5 entpuppt sich kurz vor dem Turn deutlich gewinnbringender, denn mit ihrem dritten Birdie kommt sie immerhin im roten Bereich auf den Backnine an.

Starker Kampf unbelohnt

Nach souveränen ersten Löchern auf den Backnine, erwischt es sie auf der 13 dann auch mit ihrem ersten Bogey, womit es erneut auf den Ausgangspunkt zurückgeht. Chrissie fightet aber wie eine Löwin und krallt sich am Par 5 der 15 einmal mehr am Donnerstag das Minus als Vorzeichen.

Doch wieder erwischt es Österreichs Olympionikin danach richtig heftig, denn mit ihrem bereits zweiten Doppelbogey rutscht sie auf der 17 kurz vor Schluss sogar erstmals in den Plusbereich ab, kann darauf nicht mehr reagieren und muss sich so zum Auftakt trotz einer über weite Strecken starken Vorstellung mit der 72 (+1) abfinden, womit sie sich am Freitag als 76. bereits wird steigern müssen, soll sich das erste Major-Weekend der Karriere ausgehen.

Bei der durchwegs soliden Vorstellung sticht mit den Abschlägen nur ein Aspekt im Spiel eher negativ heraus, denn lediglich sechs mal findet sie vom Tee aus am Donnerstag das Fairway. “Bis auf die zwei Doppelbogeys bin ich echt ganz zufrieden, denn ich hab richtig solide gespielt. Auf der 17 leider auch etwas Pech gehabt”, so Chrissie direkt nach der Runde.

Pajaree Anannarukarn (THA) und Yealimi Noh (USA) teilen sich nach 65er (-6) Runden die Führung.

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Kettenreaktion

149th OPEN CHAMPIONSHIP – FINAL: Bernd Wiesberger hat auch am Finaltag am Weg zur 71 wieder mit deutlich zu hoher Fehlerquote zu kämpfen und verpasst so in Royal St. George’s überhaupt eine Runde unter Par und das geforderte Topergebnis. Das setzt für den achtfachen European Tour Champion eine mehr als nur unangenehme Kettenreaktion in Gang. Collin Morikawa (USA) schnappt sich seinen zweiten Majortitel.

Man hatte bei Bernd Wiesberger seit seinem 5. Platz in München irgendwie das Gefühl, dass nicht mehr alles so leicht von der Hand ging wie noch zuvor, etwa bei seinem Sieg in Dänemark. Woche für Woche büßte der Oberwarter in der Weltrangliste etwas an Boden ein und kam so “nur” noch als 59. der Welt zur Open Championship.

Um seine durchaus hochgesteckten Ziele noch zu erreichen musste in Royal St. George’s ein Topergebnis her, allein die gutmütigen Verhältnisse – von Donnerstag bis Sonntag präsentiert sich die Par 70 Anlage aufgrund des mäßigen Windes richtiggehend angenehm – kann Bernd an keinem der vier Tage wirklich ausnützen und verpasst es so überhaupt einmal eine Runde unter Par aufs Tableau zu zaubern.

Konstantes Mittelmaß

In allen Aspekten des Spiels, von Tee bis Grün über die Putts, die Birdiequote bis zum Rundenscore ist Österreichs Nummer 1 in dieser Woche absolutes Mittelmaß, womit der am Ende herausspringende 59. Platz rasch erklärt ist. Dabei hätte er nach Runden von 71 (+1) und 70 (Par) Schlägen vor dem Wochenende durchaus noch die Chance gehabt das angepeilte Topergebnis einzufahren, fehlten doch auf die Top 10 nur sieben Schläge.

Bereits am Samstag allerdings beraubt er sich dieser Möglichkeit dann endgültig, denn mit einer weiteren 70 (Par) kann er dem Mittelmaß nicht entfliehen und den Rückstand in keinster Weise verkürzen. Mit einer starken Finalrunde war wenigstens noch sein bestes Open Ergebnis in Reichweite, doch auch dies sollte am Sonntag nicht mehr gelingen.

Gleich auf der 1 legt sich Bernd zwar eine gute Birdiemöglichkeit auf, lässt den Putt aber auf Linie etwas zu kurz. Die ausgelassene Chance rächt sich dann auch gleich postwendend, denn auf der 2 kann er das Par nicht mehr kratzen und rutscht so mit einem frühen Bogey rasch weiter zurück, was die erhoffte Aufholjagd klarerweise noch zusätzlich verkompliziert. Mit solidem Spiel von Tee bis Grün übersteht er die schwierigen ersten Löcher allerdings ohne weitere Probleme.

Am Par 3 der 6 bringt er dann auch den Putter erstmals richtig auf Temperatur und versenkt aus zehn Metern zum scoretechnischen Ausgleich. Sofort weiter nachlegen kann er jedoch nicht, da sich am einzigen Par 5 der Frontnine danach zum vierten mal in dieser Woche nur das Par ausgeht. Auf der 8 kommt es dann sogar noch dicker, denn mit einem Dreiputtbogey rutscht er im Klassement erneut jenseits der 60 zurück.

Zu wenig, zu spät

Des Schlechten noch nicht genug tritt er sich gleich danach auch auf der 9 ein Bogey ein und steckt damit endgültig im Leaderboard-Keller fest. Das scheint nun endgültig komplett den Rhythmus zu kosten, denn auf der 11 setzt es gleich den nächsten Schlagverlust, den er aber immerhin mit starkem Putt auf der 13 wieder egalisieren kann. Nachdem er auch am Par 5 der 14 den fälligen Birdieputt aus gut zwei Metern versenkt und so sogar erstmals im Turnier zwei Birdies hintereinander notiert, kämpft er sich langsam wieder Stück für Stück etwas zurück.

Mit einem messerscharfen Eisen gibt er sich schließlich am Par 3 der 16 endgültig die Chance auf den Ausgleich und dreht mit souveränem Putt sein Score wieder auf Level Par. Nicht nur, dass ihm der Sprung in den roten Bereich danach nicht vergönnt ist, rutscht er sogar auf der scorefreundlichen 17 wieder in den Plusbereich zurück, womit er mit der 71 (+1) schließlich Gewissheit hat, dass es auch am Sonntag nicht für eine Runde unter Par reicht. Die Open Championship beendet er so auf dem 59. Platz.

“Es war großartig, dass wieder Fans am Platz zugelassen waren. Wir sehen uns alle in ein paar Wochen wieder”, lässt er seinen nächsten Turnierstart noch offen.

Unangenehme Folgen

Der 59. Platz hat für Bernd Wiesberger auch durchwegs unangenehme Folgen. Nicht nur, dass er sein bestes Open Ergebnis recht klar verpasst – 2019 wurde er in Royal Portrush 32. – Markus Brier bleibt mit einem 12. Platz in Carnoustie 2007 auch weiterhin die rot-weiß-rote Messlatte bei Majors. Dies könnte der Südburgenländer mit Sicherheit auch gut verkraften, wären da nicht die noch bei weitem unangenehmeren Folgen wie ein verpasster Vorstoß in der Weltrangliste und die deutlich schwindenden Chancen auf eine PGA Tourcard.

Bernd hätte beim letzten Major zumindest ein Top 10 Ergebnis benötigt um die Top 50 der Welt in dieser Woche wieder knacken zu können. Nur so hätte er sich noch einen Startplatz für die St. Jude Invitational in Memphis sichern können. Das WGC Event im TPC Southwind wird somit das erste richtig große Turnier seit Mai 2019 (PGA Championship) sein, bei dem der Oberwarter zur Zuseherrolle verdammt ist.

Wohl Europa statt USA

Was wohl noch deutlich schwerer ins Gewicht fällt: die Chancen auf die PGA Tourcard schwinden zumindest für kommendes Jahr enorm. In einem Interview vor dem Desert Swing meinte Bernd selbst, dass der Sprung auf die US Tour klar eines seiner Ziele darstellt. Kein Wunder, hatte er doch bei der Wrap Around Season – aufgrund der Covid-Pandemie blieben sogar eineinhalb Jahre Zeit um genügend Punkte im Non-Member Ranking zu sammeln – bereits einen 4. Rang bei den RSM Classic letzten November auf der Habenseite.

Mit zahlreichen ausgelassenen Chancen – weder beim Players, noch bei den Texas Open, dem Masters, dem WGC-Match Play, den US Open, den PGA Championship oder nun bei den Open Championship konnte er wirklich nenneswert punkten – wird sich das Spielrecht in den USA nicht ausgehen, ausser er kann noch im August Einladungen auf der PGA Tour annehmen und dort fette FedExCup Punkte sammeln.

Die Rückkehr zu deutlich kleineren Turniere ist auch ein nicht zu unterschätzender Nachteil beim Kampf zurück unter die Top 50 der Welt, denn mit eher mäßig dotierten Turnieren auf Zypern oder Teneriffa wird der Weg für den 35-jährigen wohl deutlich schwerer werden als bei 7 bis 10 Millionen Dollar Events in den USA.

Eine Klasse für sich

Collin Morikawa (USA) schnappt sich in Kent nach dem PGA Championship Titel im letzten Jahr seinen zweiten Majorsieg und löst so Shane Lowry (IRL) als Champion Golfer of the Year ab. Der 24-jährige Kalifornier knallt gleich bei seinem Open-Debüt vier tiefrote Runden hin und brilliert vor allem am Sonntag mit nervenstarken Putts und großartigen Rettungsaktionen, was schließlich in einer fehlerfreien 66 (-4) mündet.

Bei gesamt 15 unter Par hält er so seinen Landsmann Jordan Spieth – der Texaner unterschreibt am Sonntag ebenfalls eine 66 – mit zwei Schlägen Vorsprung auf Distanz und stemmt schließlich den Claret Jug in den südenglischen Abendhimmel. Jon Rahm (ESP) (66) und Louis Oosthuizen (RSA) (71) teilen sich bei gesamt 11 unter Par Rang 3.

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Frustration spürbar

149th OPEN CHAMPIONSHIP – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger spielt sich mit abschließenden Birdies am Moving Day im Royal St. George’s zwar noch zur 70 und klettert damit auch im Klassement etwas weiter nach vor, der erhoffte starke Move geht sich aber nicht aus, weshalb er am Finaltag noch eine Herkulesaufgabe zu bewältigen hat, will er seine selbstgesteckten Saisonziele noch erreichen.

Bernd Wiesberger erwischte am Freitag einen wahren Horrorstart und lag nach wenigen gespielten Löchern bereits bei 3 über Par und weit vom rettenden Cut-Ufer entfernt. Nach und nach verbiss sich der Südburgenländer aber regelrecht, arbeitete sich noch auf Level Par zurück und stemmte so schließlich noch “on the number” den Cut. Damit erfüllte Bernd Wiesberger zwar die Pflicht, muss nun am Wochenende aber richtig Gas geben, denn in Wahrheit zählt für ihn beim letzten Major des Jahres nur ein Top 10 Ergebnis.

Nur so würde er einerseits die Top 50 der Welt wieder knacken und sich damit seinen Startplatz bei den St. Jude Invitational sichern, andererseits hätte er damit auch die US Tourcard abgesichert, was die Turnierplanung für kommende Saison um einiges leichter gestalten würde. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er an am Wochenende jedoch sieben Schläge gutmachen, ein Unterfangen, dass nach einer 70 am Moving Day noch deutlich schwieriger wird.

Zunächst macht er sich bei weiterhin sehr freundlichen Verhältnissen auch sofort daran den Rückstand wegzuhobeln, wie ein gelochter Birdieputt auf der 1 eindrucksvoll beweist. Auch auf der 2 legt er sich eine Außenseiterchance zum Birdie auf, lässt den Putt jedoch zu kurz – nicht den letzten wie sich im Nachhinein herausstellt. Der erste Fehler am Samstag mündet dann sogar gleich im ersten Bogey, denn am Par 3 der 3 verfehlt er mit verzogenem Tee-Shot das Grün und kann das Par in Folge nicht mehr kratzen.

Das bricht auch den zuvor so sicheren Rhythmus, denn auf der 4 tritt er sich prompt den nächsten Fehler ein und torpediert sich so nach nur wenigen Löchern die erhoffte Aufholjagd doch erheblich. Nach den schwierigen Anfangslöchern kann er sein Spiel wieder stabilisieren, nachdem sich jedoch zum bereits dritten Mal am Par 5 der 7 das Birdie nicht ausgeht, kann er sein Tagesscore noch nicht wieder ausgleichen.

Trotziges Finish nach Schlägerwurf

Auf der 8 ergibt sich dann zwar wieder eine machbare Chance, der Putter spielt beim Birdieversuch jedoch nicht gewinnbringend mit. Kaum auf den zweiten Neun angekommen wird es dann noch zusätzlich ungemütlich, nachdem er sich auf der 10 einmal mehr nicht zum wichtigen Par scramblen kann und so richtiggehend im Klassement feststeckt. Erst die 14, das zweite und letzte Par 5, erweist sich wieder als gewinnbringend, nachdem er den Ball mit zwei starken Eisenschlägen kurz vor dem Grün parkt und so das zweite Birdie des Tages einsackt.

Wieder stellt das Erfolgserlebnis aber keine Initialzündung dar, denn auf der 15 verzieht er die Annäherung doch deutlich, was in Folge sogar einen ziemlich heftigen Schlägerwurf zur Folge hat. Da am Ende der Parputt knapp neben dem Loch liegenbleibt, ist das nächste Bogey rasch Gewissheit. Zufrieden geben will er sich damit aber noch nicht und holt sich auf den beiden Schlusslöchern noch mit starken Putts wichtige Birdies ab, womit er sein Score immerhin wieder auf Level Par zurückdreht, so mit der 70 (Par) auch einige Ränge im Klassement gutmacht und als 53. in den Finaltag startet.

Mit den späten Birdies holt er sich zwar mit Sicherheit ein gutes Gefühl und kommt auch dem benötigten Topergebnis etwas näher, der große erhoffte Move geht sich jedoch nicht aus, weshalb er am Sonntag noch eine Herkulesaufgabe vor sich hat, will er seine selbstgesteckten Ziele auf den letzten Drücker doch noch erreichen.

“Was für ein schöner Tag heute in Royal St. George’s. Schön, dass wir den Score auf den letzten Löchern noch etwas herumreißen konnten, aber es war erneut weiterhin schwer hier tief zu scoren. Morgen noch einmal eine fokussierte, offensive und genießenswerte Runde hier bei den Open”, spiegelt sein Instagram-Posting nach der Runde nur bedingt seine Körpersprache während der Runde wieder.

Louis Oosthuizen (RSA) behauptet mit einer 69 (-1) seine Führungsrolle, muss Collin Morikawa (USA) jedoch mit der 68 (-2) bis auf einen Schlag herankommen lassen. Mit zwei weiteren Schlägen Rückstand lauert Jordan Spieth (USA) auf Rang 3.

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Ins Weekend gekämpft

149th OPEN CHAMPIONSHIP – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger steckt am Freitag im Royal St. George’s einen wahren Horrorstart gut weg und kämpft sich mit einer 70 noch ins Wochenende. Matthias Schwab verpasst auch bei seinem zweiten Major wieder knapp den Cut.

Für Bernd Wiesberger steht bei seinem 28. Major der Karriere so viel wie wohl noch nie auf dem Spiel, denn in dieser Woche könnte er sowohl die Top 50 der Welt wieder knacken, als auch die US-Tourcard – eines seiner erklärten Ziele – absichern. Um dies zu erreichen muss am Sonntag jedoch ein Top 10 Ergebnis auf der Habenseite stehen, was nach der 71 (+1) am Donnerstag doch um eine Ecke schwieriger werden dürfte.

Vor allem vom Tee streute der Südburgenländer deutlich zu viel und ließ darüber hinaus auch auf den Grüns einiges liegen. Dies muss sich am Freitag drastisch ändern, denn es gilt sogar etwas an Boden gutzumachen um nicht bereits am Cut zu scheitern. Allerdings zieht auch am Freitag gleich wieder der erste Abschlag ins Rough, von wo aus der 35-jährige aber immerhin noch das anfängliche Par mitnehmen kann.

Diese Übung gelingt nach weiteren Problemen von Tee bis Grün bereits auf der 2 nicht mehr, womit sich die Ausgangslage sofort deutlich verschärft. Die Probleme bekommt er auch danach nicht in den Griff, wenngleich er am Par 3 der 3 kurzzeitig durchatmen kann. Schon die 4 treibt den Puls aber mit dem nächsten Bogey wieder in die Höhe und da er auch auf der 5 vergeblich das Grün sucht, ist nach nur wenigen Bahnen der Cut bereits in richtig weiter Ferne.

Turnaround eingeleitet

Erst auf der 8 gelingt dann der erste kleine Lichtblick, nachdem der Birdieputt den Weg ins Ziel findet. Das spornt den achtfachen European Tour Champion sichtlich richtig an und stabilisiert auch sein Spiel, denn schon auf der 9 geht sich das nächste Erfolgserlebnis aus, womit er nur noch um einen Schlag hinter der gezogenen Linie rangiert. Mit deutlich stabilerem Spiel biegt er auf die Backnine ab und krallt sich schließlich auf der 12 das nächste Birdie, womit er nicht nur endgültig den schleppenden Start egalisiert, sondern sich auch wieder über die gezogene Linie schiebt.

Richtig lange währt die Freude jedoch nicht, da er sich die heiße Phase mit einem darauffolgenden Bogey auf der 13 prompt wieder ausdämpft. Nach sehenswertem Eisen legt er sich am Par 5 danach allerdings sogar die Eaglechance auf, diese kann er zwar nicht verwerten, der erneute Ausgleich stellt aber keinerlei Problem dar. Das Ergebnis schaukelt er schlussendlich gekonnt über die Distanz, unterschreibt so die 70 (Par) und darf damit als 65. trotz des verpatzten Starts mit dem Wochenende planen.

Damit lädt sich der Oberwarter zwar etwas Druck von den Schultern, nach wie vor sind die Messlatte in dieser Woche aber die Top 10, die jedoch “nur” sieben Schläge weit weg sind, was mit zwei starken Runden am Wochenende wohl auf jeden Fall noch gutzumachen wäre. Nach der Runde meint er via Instagram: “Das war ein guter Fokus und Ausdauer auf den letzten elf Löchern nach dem schlechten Start heute. Der Putter hat mich ab und zu im Stich gelassen, aber ich werde ihn übers Wochenende wieder auf Temperatur bringen.”

Wieder knapp vorbei

Matthias Schwab zeigte sich am Donnerstag bei seinem Open Championship Debüt im langen Spiel durchaus sicher, konnte daraus jedoch nicht allzu oft Kapital schlagen. Am Ende stand auch bei ihm die 71 (+1), womit er sich die Ausgangslage mit seinem Landsmann in der Grafschaft Kent teilt. Bei noch gutmütigen Windverhältnissen kommt gleich auf der 1 etwas Stress auf, nachdem er vom Tee das Fairway nicht findet. Die Annäherung bringt er aber am Grün unter und nimmt so in Folge das anfängliche Par mit.

Auch auf der 2 muss er aus dem Rough zu Werke gehen, findet jedoch abermals das Grün. Mit einem Dreiputt danach muss er allerdings das erste Bogey notieren. Vor allem vom Tee ist der Rohrmooser am Freitag nicht mehr so sicher unterwegs wie noch zum Auftakt, was ihn immer wieder vor Herausforderungen stellt. Auf der 5 vor eine zu große, was sich im zweiten Fehler manifestiert. Dass es am Freitag auf den Frontnine so gar nicht läuft unterstreicht er dann ungewollt auf der 8, denn mit seinem bereits dritten Bogey rückt das rettende Cutufer in immer weitere Ferne. Birdielos und drei Schläge außerhalb des Cuts geht es auf die hinteren 9 Löcher.

Am überlangen Par 3 der 11 hält er sich gekonnt vom Rough fern und stopft auch noch den Par-Putt. Stress kommt wieder auf an der 12, aus dem dicken Zeugs gelingt dem Schladminger aber der wichtige Up & Down zum Par. Nur rund die Hälfte des Feldes schafft es den Ball in Regulation am 13. Grün einzuparken. Matthias schafft nicht nur dies sondern versenkt auch den Putt zu seinem ersten Birdie des Tages. Zwei Schläge müssen noch her, das letzte Par 5, der 14, kann er nach Ausflug ins Rough aber nicht nützen.

Auch auf der 15 muss er etwas zaubern um das Par noch kratzen zu können und nach einger Überlegung nimmt er am Par 3 der 16 einen Schläger zu wenig und bleibt knapp vor dem Grün hängen, womit eine weitere Birdiemöglichkeit flöten geht. Nachdem sich auch auf der 17 und der 18 keine Birdies mehr ausgehen, muss er sich schlussendlich mit der 72 (+2) anfreunden, die ihm als 98. auch bei seinem zweiten Major-Einsatz der Karriere den Weg ins Wochenende versperrt.

“Ein tolles Golfevent. Die Open Championship sind das größtes Turnier das ich bisher gespielt habe. Mein langes Spiel war an beiden Tagen gut. Der Cut wäre durchaus möglich gewesen, hätte ich nicht zu viele kurze Putts nicht gelocht”, ist das Hauptproblem schnell ausgemacht.

Eine Klasse für sich

Louis Oosthuizen (RSA) macht am Freitag eindrucksvoll klar, dass die Zeit der 2. Plätze bei Majors in dieser Woche ihr Ende finden sollen. Gleich auf der 1 locht der Champion Golf zum Birdie und gibt sich damit die Initialzündung für eine unglaublich starke zweite Runde. Insgesamt sammelt er noch drei weitere Birdies und sogar ein Eagle auf und diktiert so trotz eines Bogeys auf der 16 mit der 65 (-5) und bei gesamt 11 unter Par das Tempo.

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Rund um die Marke

149th OPEN CHAMPIONSHIP – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger und Matthias Schwab lassen zum Auftakt der 149th Open Championship im Royal St George’s zwar einiges auf den Grüns liegen, gehen nach 71er Runden aber rund um die prognostizierte Cutmarke in den zweiten Spieltag.

Wenn Bernd Wiesberger am Donnerstag in Royal St. George in seine 7. Open Championship abschlägt, steht für ihn soviel am Spiel wie noch bei keinem der 27 Majors zuvor. Nicht nur, dass es wie üblich um einen Anteil am Preisgeld von 12 Millionen Dollar, um Weltranglistenpunkte und um sein erstes Top 10-Ergebnis bei einem Major überhaupt geht, zusätzlich geht es um die letzte Chance auf eine US Tourkarte und die Rückkehr in den Eliteclub der Top 50 der Welt. Beides ist nur mit einem Top 10-Ergebnis in der Grafschaft Kent zu stemmen.

Eigentlich kommt es doch überraschend, dass Wiesbergers Open-Bilanz die schwächste von allen vier Majors ist. Zwar cuttete er bei vier seiner sechs bisherigen Starts, konnte sich jedoch nie auch nur ansatzweise in Szene setzen und notierte beim letzten Antreten vor zwei Jahren mit Platz 34 schon sein mit Abstand bestes Ergebnis.

Bei bereits durchwegs windigen Verhältnissen begrüßen die Spieler gleich zum Auftakt typische Linksverhältnisse. Bernd Wiesberger beginnt die Runde dann hochkonzentriert mit einem sicheren Par auf der 1, muss nach verzogenem Abschlag auf der 2 aber erstmals beim Major richtig zaubern. Am Ende kratzt er aber noch das wichtige Par und lässt auch am trickreichen langen Par 3 der 3 in Folge nichts anbrennen.

Ein weiteres gemisstes Fairway wird auf der 4 dann jedoch erstmals kostspielig, denn Bernd bringt den Ball in Folge auch am Grün nicht unter und muss so schlussendlich den ersten Fehler einstecken. Auch auf der 5 wird es nach verfehlter Spielbahn kurzzeitig etwas stressig, nachdem die Annäherung aber ihr Ziel findet, ebbt dieser rasch wieder ab. Am Par 3 der 6 darf der Südburgenländer dann auch erstmals jubeln, denn nach starkem Tee Shot geht sich der scoretechnische Ausgleich aus.

Probleme vom Tee

Am einzigen Par 5 der Frontnine hat er dann nach Ungenauigkeiten erneut zu kämpfen, stopft aber noch den Putt zur 5. Selbiges ereignet sich auch eine Bahn später, allerdings mit dem Unterschied, dass der Putt zur 5 das zweite Bogey bedeutet. Die Probleme vom Tee reißen auch nach dem Turn nicht ab, denn auch auf der 10 hat der Abschlag wieder nichts mit dem Fairway zu tun. “Bernd the magician” kratzt aber ein weiteres Mal noch das Par, womit er aus der bisher gezeigten Leistung im langen Spiel eigentlich schon mehr als das Maximum herausholt.

Nur kurz kann er sich dann nach einem soliden Par am Par 3 der 11 entspannen, ehe er schon auf der 12 und der 13 nach den nächsten verzogenen Drives wieder in der Trickkiste wühlen muss. Auf der 14, dem zweiten und letzten Par 5 der Runde, parkt er den zweiten Schlag kurz vor dem Grün und hat in Folge sogar etwas Pech, dass der Chip nicht zum Eagle ins Loch fällt. Das zweite Birdie, was den scoretechnischen Ausgleich zur Folge hat, stellt aus kürzester Distanz keinerlei Probleme mehr dar.

So richtigen Auftrieb gibt das Erfolgserlebnis dem Oberwarter jedoch nicht, denn prompt muss er auf der 15 auch den nächsten Fehler notieren, der ihn postwendend wieder in den Plusbereich zurückrutschen lässt. Auf den letzten Löchern lässt der achtfache European Tour Champion dann zwar nichts mehr anbrennen, kann sich jedoch nicht mehr auf Even Par zurückkämpfen und muss sich so zum Auftakt mit der 71 (+1) anfreunden.

Diese hält ihm als 70. zwar auf jeden Fall noch alle Möglichkeiten offen, bei noch recht gutmütigen Verhältnissen verabsäumt er es aber mit deutlich zu vielen Fehlern im langen Spiel sich eine wirklich gute Ausgangslage für das benötigte Topergebnis aufzulegen. “Ich hatte heute nicht ganz mein bestes Spiel dabei, aber ich hab auch einige Schläge auf den Grüns liegengelassen. Der Kurs hat heute auf jeden Fall anständige Scores zugelassen. Der Fokus liegt jetzt darauf morgen was zurückzuholen”, so Bernd nach der Auftaktrunde via Instagram.

Gelungenes Open-Debüt

Matthias Schwab hätte eigentlich schon vor 12 Monaten dank der bärenstarken Saison 2019 zu seinem Open-Debüt kommen sollen, musste dieses jedoch coronabedingt auf heuer verschieben. Somit wird der Schladminger in Royal St. George’s zu seinem zweiten Major-Einsatz insgesamt kommen, nachdem er im Vorjahr beim PGA Championship-Debüt nicht das Finale erreichte.

Bei gut 25 km/h Wind findet sich der Steirer am Nachmittag zu Beginn, trotz eines verfehlten Fairways auf der 1, mit souveränen Pars gut zurecht und startet so ganz sicher in seine ersten Open Championship der Karriere. Auf der schwierigen 4 setzt er dann sogar ein Highlight, denn nach starken Schlägen belohnt er sich sehenswert mit dem ersten Birdie.

Nachdem er auf der 5 dann jedoch erstmals ein Grün verfehlt, wird er auch sofort dafür bestraft, denn das Up & Down zum Par will nicht gelingen, was ihn sofort wieder auf den Ausgangspunkt zurückwirft. Nach einem soliden Par auf der 6 wird es für den Rohrmooser am einzigen Par 5 der ersten Neun wieder stressiger, nachdem der Teeshot das Fairway verfehlt. Am Ende geht sich aber das wichtige Par noch aus.

Rund ums Grün hat der Schladming-Pro jedoch weiterhin Probleme, denn auf der 9 verfehlt zum zweiten Mal eine Annäherung ihr Ziel und wieder kann er das Bogey nicht verhindern, womit er vor dem Wechsel auf die Backnine sogar in den Plusbereich abdriftet. Die zweiten Neun beginnen jedoch mit souveränem Spiel von Tee bis Grün durchwegs stressfrei, allein auf den Grüns will bislang noch nicht wirklich allzu viel gelingen.

Gut gegengesteuert

Auf der 13 kommt es dann noch dicker, denn nachdem einmal mehr nach einem verfehlten Grün der Parputt nicht fallen will, rutscht der 26-jährige sogar auf 2 über Par zurück. Endlich darf er dann auf der 14 auch wieder aufatmen, nachdem er am letzten Par 5 der Runde aus seinem sehenswerten langen Spiel in Form des zweiten Birdies auch wieder Kapital schlagen kann.

Die letzten Bahnen absolviert er schließlich ohne Wackler, wenngleich er sich auf der 18 mit einem leicht verzogenen Drive noch einmal etwas in die Bredouille bringt. Mit der 71 (+1) und Rang 70 verpasst er es zwar wie Landsmann Bernd Wiesberger die noch halbwegs gutmütigen Verhältnissen scoretechnisch richtig auszunützen, mit dem Open-Debüt kann er sich auf einem der härtesten Plätze aber durchaus zufrieden zeigen.

Louis Oosthuizen (RSA) ist elf Jahre nach seinem Open Triumph in St. Andrews sichtlich wieder in absoluter Links-Laune. Der Südafrikaner knallt zum Auftakt eine 64 (-6) aufs Tableau und gibt damit nach den ersten 18 Löchern das Tempo vor.

Leaderboard Open Championship

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Major-Entscheidung

THE OPEN – NEWS-TICKER LIVE +++ Bernd Wiesbergers 28. Major sein bislang wichtigstes +++ Matthias Schwab bei seiner Open-Premiere.

Wenn Bernd Wiesberger am Donnerstag in Royal St. George in seine 7. Open Championship abschlägt, steht für ihn soviel am Spiel wie noch bei keinem der 27 Majors zuvor. Nicht nur dass es wie üblich um einen Anteil am Preisgeld von 12 Millionen Dollar, um Weltranglistenpunkte und um sein erstes Top 10-Ergebnis bei einem Major überhaupt geht – zusätzlich geht es um die letzte Chance auf eine US Tourkarte und die Rückkehr in den Eliteclub der Top 50 der Welt – beides ist nur mit einem Top 10-Ergebnis in der Grafschaft Kent zu stemmen.

Auch in Europas Ryder Cup-Team führt wohl kein Weg ohne ein Mitmischen am Sonntag Nachmittag und einem sichtbaren Aufzeigen bei einem der vier Saisonhighlights. Sollte es dies heuer bei der 149. Ausgabe des britischen Majors nicht spielen, heißt es auch in 14 Tagen beim nächsten World Golf Championship-Event in Memphis zuschauen.

+++ AUSBAUFÄHIGE OPEN-BILANZ +++

Eigentlich überraschend, dass Wiesbergers Open-Bilanz die schwächste von allen vier Majors ist, obwohl er als Scottish Open-Champion von 2019 bewiesen hat, dass er durchaus weiß Linksgolf zu spielen. Zwar cuttete er bei vier seiner sechs bisherigen Starts, konnte sich jedoch nie auch nur ansatzweise in Szene setzen und notierte beim letzten Antreten vor zwei Jahren mit Platz 34 schon sein mit Abstand bestes Ergebnis. Somit ist es auch wenig überraschend, dass Markus Brier nach wie vor die österreichische Major-Bestmarke mit einem 12. Rang vor 14 Jahren in Carnoustie hält.

+++ SCHWABS ERSTE OPEN, ZWEITER MAJOR-EINSATZ +++

Matthias Schwab hätte eigentlich schon vor 12 Monaten dank der bärenstarken Saison 2019 zu seinem Open-Debüt kommen sollen, musste dieses jedoch coronabedingt auf heuer verschieben. Somit wird der Schladminger in Royal St. George’s zu seinem zweiten Major-Einsatz insgesamt kommen, nachdem er im Vorjahr beim PGA Championship-Debüt nicht das Finale erreichte.

+++ BEINHARTE OPEN ERWARTET +++

Royal St. Georges war 2011, zwei Jahre vor Bernd Wiesbergers Open-Debüt, zuletzt Austragungsort der Open Championship und ist somit nicht nur für Matthias Schwab sondern auch für den Burgenländer fast absolutes Neuland. “Ich habe nur noch ganz vage Erinnerungen an den Kurs am Royal St. George`s. 2006 spielte ich dort bei der British Amateur. Der Platz ist mit seinen vielen Wellen und Hügeln sehr markant und anspruchsvoll”, so Bernd im Vorfeld. Zwar regnete es in der Grafschaft Kent am Sonntag und Montag ein wenig, weshalb die beiden Österreicher auf der gemeinsamen Trainingsrunde etwas weichere Verhältnisse hatten, den Rest der Woche soll es jedoch staubtrocken bleiben, was wohl beinharte Open Championship verspricht.

Ein Umstand der gerade Bernd Wiesberger jetzt nicht zwingend in die Karten spielt, zeigt der Oberwarter doch gerade bei bissigen Grüns sein bestes Golf. Die Windverhältnisse sollten sich zwar im Rahmen halten, St.Georges gilt aber als eher unberechenbare Wiese, wo die Bälle von den Fairways gerne unkontrolliert wegbouncen. Gepaart mit zähem Rough und hantigem Fescue kann das Par 70 Terrain einem durchaus den Nerv ziehen.

+++ TEE TIMES STEHEN FEST +++

Bernd Wiesberger startet am Donnerstag um 09:25 MEZ mit früher Startzeit gemeinsam mit Darren Clarke (NIR) und Amateur Joe Long (Am) ins vierte Major des Jahres. Matthias Schwab folgt zum Auftakt erst spät um 15:15 MEZ mit Carlos Ortiz (MEX) und Brendon Todd (USA). US Open Champion und Topfavorit Jon Rahm (ESP) beginnt die Open Championship 10:58 MEZ in der Featured Group mit Titelverteidiger Shane Lowry (IRL) und Louis Oosthuizen (RSA).

+++ COVID-ABSAGEN +++

Zach Johnson (USA), der 2015 in St. Andrews Champion Golfer of the Year wurde, kann heuer nicht um den Claret Jug kämpfen, da der US-Amerikaner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auch Louis De Jagers (RSA) und Ryan Moores (USA) Tests kamen positiv zurück, weshalb auch der Südafrikaner und der US-Amerikaner in letzter Sekunde die Teilnahme absagen müssen. Adam Long (USA), Sam Horsfield (ENG) und Dylan Frittelli (RSA) kommen somit zu unerhofften Majorehren.

+++ FAVORITEN BUNT GEMISCHT +++

Neben Topfavort Jon Rahm – der Spanier ist sowohl bei Experten als auch bei den Buchmachern der unumstrittene Favorit auf den Sieg – stehen aufgrund der erwartet trockenen Verhältnisse vor allem die US-Amerikaner in den Favoritenrollen. Justin Thomas muss man ohnehin immer auf der Liste haben, doch auch Jordan Spieth könnte seine bereits seit 2017 andauernde Majorflaute in dieser Woche beenden.

Neben Brooks Koepka, der immerhin von seinen letzten 21 gespielten Majors gleich 14 mal die Top 10 knackte, könnte auch Dustin Johnson für eine Überraschung sorgen. Die Nummer 1 der Welt ist derzeit zwar vor allem mit den Eisen nicht wirklich in überragender Form, bereits 2011, als Royal St. Georges das letzte Mal Austragungsort der Open Championship war, mischte DJ jedoch bis zum Schluss um den Sieg mit und zeigte so, dass ihm der Kurs durchaus liegt.

Collin Morikawa darf man darüber hinaus keines Falls außer acht lassen. Der 24-jährige zählt mit den Eisen zur absoluten Weltelite, was ihm gerade auf einem Kurs wie diesem einen nicht zu unterschätzenden Vorteil einbringen könnte. Von den Europäern stehen neben Rahm vor allem Rory McIlroy (NIR), der sich in den letzten Wochen richtig aufs Linksgolf eingeschwungen hat und Youngster Viktor Hovland (NOR) hoch im Kurs. Powergolfer Bryson DeChambeau (USA) hingegen werden aufgrund seines Spielstils von Experten und Buchmachern maximal Außenseiterchancen eingeräumt.

+++ SCHWERSTER OPEN-KURS +++

Darren Clarke gibt Royal St. George das Prädikat “Schwerster Open Platz in der Rotation”, wie er in einem Interview nach der Proberunde meint: “Das ist wohl der schwerste Platz den wir in der Rotation der Plätze bei den Open Championship spielen. Auf den anderen Locations bekommt man deutlich mehr Chancen zu scoren als hier in Royal St. Georges.”

Dustin Johnson meint sogar, dass der Platz wohl noch einen Tick schwerer ist als es 2011 der Fall war: “Der Kurs ist ein weniger härter und schneller als er 2011 war. Es war zwar jetzt doch etliches an Regen, aber man merkt, dass es immer härter und schneller wird und auch das Rough ist heuer etwas dicker. Der Kurs ist jedenfalls großartig präpariert. Das werden sich herausragende Open Championship.”

+++ GOLF GRATIS-WETTEN +++

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