Schlagwort: putten

Was ist los?

Woran liegt es, dass Bernd Wiesberger zwei Monate und sechs Turniere nach dem Comeback noch weit weg von altem Glanz ist?

Vier Cuts bei sechs Turnieren verpasst und ein 42. Platz als Bestmarke: der Weg zurück zu alter Form ist für Bernd Wiesberger und somit auch für seine Fans länger und steiniger als angenommen. Dabei klang der vierfache European Tour-Champion zu Jahresbeginn durchaus optimistisch: “… habe mit der Verletzung keine Probleme” und zuletzt vor dem Saudi-Turnier… “Spiel fühlt sich immer besser an.”

Zwei Golfrunden später tummeln sich nur zwei Birdies auf der Scorekarte und es fehlen 7 Schläge auf den Cut, Tendenz der letzten drei Turniere fallend! Dabei hatte Bernd 29 von 36 Grüns regulär getroffen, ein sensationell guter Wert, den nur zwei Spieler im gesamten Feld übertreffen konnten. Dass Bernd als Dritter von Tee bis Grün nach dem Einlochen auf Position 114 abfällt und ohne Preisgeld heimfliegen muß, lässt nur wenig Spielraum für Interpretationen zu.

Mit 31,7 Putts pro Runde nimmt der 33-jährige zur Zeit Rang 196 von 198 Tourspielern in der offiziellen Statistik der European Tour ein. Damit verliert er knapp mehr als zwei Schläge pro Runde auf den Durchschnitt den Feldes oder vier Schläge auf die Spitze – und das NUR beim Putten! Im Profigeschäft, wo es um die Optimierung von Nuancen im Nanobereich geht sind das nicht mehr Welten sondern schon Lichtjahre. Selbst gegenüber seinen normalen Jahren auf der Tour verliert er rund zwei Schläge pro Runde.

Erklärungen gesucht

Bernd ballert seit seinem Comeback auch deutlich mehr vom Tee herum und trifft nur 46 Prozent der Spielbahnen (statt früher rund 60%). Seine eindeutig größte Stärke, das Eisenspiel, reißt ihn zwar heraus und verhindert einen Abfall bei den Grüntreffern (73%): klar ist aber auch, dass man aus dem Rough oder aus Bäumen heraus weniger nah zu den Fahnen schießen wird. Bernd hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie entscheidend es für seinen Erfolg ist, gut hinzuschießen um sich den “Druck vom Putter zu nehmen”. Genau das Gegenteil ist nun der Fall.

Die Hoffnung war groß, dass Wiesberger die Verletzungspause nutzen würde um neue Impulse zu setzen, wie er auch immer wieder betonte. Als Indiz um die offensichtliche Puttschwäche anzusprechen wurde die Verpflichtung des neuen Caddies gesehen: Jamie Lane gilt im Business als ausgezeichneter Grünleser, den sein früherer Arbeitgeber und Meisterputter Matt Fitzpatrick als entscheidend für seine Verbesserung am Grün verantwortlich machte. Diese Zusammenarbeit zeigt zumindest bislang noch keine Früchte.

Vom Typ her trägt Bernd sein Herz nicht gerade auf der Zunge, entsprechend wenig erfährt man aus seinem Umfeld. Unsere Anfragen etwa über das Zusammenspiel von Bernd und Jamie auf den Grüns werden von Bruder und Sprachorgan Niki Wiesberger einsilbig (“situationsabhängig”) beantwortet. Bernd würde sich bei seiner nächsten Pressekonferenz gerne erklären – die letzte fand am 24.11.2017 statt: “Es wird sicherlich wieder eine geben – aktuell noch nicht geplant.”

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Bernd Wiesberger

Rutschpartie am Grün

THE PLAYERS CHAMPIONSHIP 2016: Auf den pfeilschnellen Weekend-Grüns rutscht Bernd Wiesberger auch am Schlusstag mit 73 Schlägen aus. Sein erstes Sawgrass-Finale endet auf Platz 49.

6 unter Par auf normalen Grüns bis Freitag, 7 ÜBER Par auf pickelharten, pfeilschnellen Grüns am Wochenende: die Putterei versalzt Bernd Wiesberger sein erstes Players-Finale gehörig und ist für den Absturz vom 20. auf 49. Endrang verantwortlich. Beim inoffiziellen 5. Major macht Österreichs Nummer 1 einmal mehr in Amerika phasenweise spielerisch eine gute Figur, kann aber am Ende wenig Zählbares mit nach Hause nehmen.

Am Samstag tischte die US PGA Tour ihren Stars die Hardcore-Version von Sawgrass auf, mit harten, pfeilschnellen Grüns, die von böigem Wind zusätzlich erschwert werden. Am Sonntag Vormittag sind die Bedingungen bei wenig Wind jedoch etwas freundlicher, die Grüns mit 13 am Stimpmeter etwas langsamer und die Scores wieder besser.

Bernd Wiesberger kommt auf den ersten machbaren Birdielöchern jedoch nicht nah genug zu den Fahnen um zwingende Chancen herauszuarbeiten. Erst der Schuss ins 5. Grün passt punktgenau und aus knapp zwei Metern bricht Bernd den Birdiebann. Am schweren 6. Loch fällt sogar ein Riesenputt aus gut 15 Metern.

Der Putter rettet Bernd auch am 7. Loch, als der Par-Save aus gut 10 Metern gelingt. Ein dritter Superputt will an der schweren 8 nicht mehr fallen, erstes Bogey aus drei Metern ist die Folge.

Die letzten 9 Löcher beginnt Bernd subptimal mit Dreiputt-Bogey aus 10 Metern. Auch am Sonntag scheinen dem Österreicher die Back 9 spielerisch mehr zu liegen, allerdings geht er in der Schlussphase verschwenderisch mit den Chancen um.

Wiesberger_1612_330Am berühmten Inselgrün hält Bernd zum vierten Mal seinen Golfball trocken, jedoch auf Kosten eines zu vorsichtigen Abschlags, der zum Dreiputt-Bogey führt. Bezeichnend für den Finaltag lässt sich Bernd noch am Schlussloch eine Birdiechance aus vier Metern entgehen und beendet sein erstes Players-Weekend in den schwarzen Zahlen.

Keine Punkte dazugewonnen

Den drohenden Exodus aus den so wichtigen Top 50 der Weltrangliste wird der Auftritt beim Players auch nicht abwenden. Im Gegenteil: während die Weltelite in dieser Megawoche Punkte zum Diskonttarif sammelt, wird Bernd in etwa nur soviele Punkte holen, wie er durch die wöchentliche Entwertung aus dem Superjahr 2015 verliert.

Vorerst wars das jedoch in Amerika. Bernds anstehendes Monsterprogramm mit weiteren 6 Turnieren in den kommenden 7 Wochen, 5 davon in Europa, wird hoffentlich am Heimatkontinent mehr Früchte bringen.

Jason Day bestätigt Nummer 1-Rolle

Trotz Problemen am Wochenende feiert Jason Day letztlich einen ungefährdeten Start-Zielsieg und krönt sich mit der 71 bei 15 unter Par erstmals zum Players-Champion. Mit vier Schlägen Respektsabstand erreicht Kevin Chappell (USA) den zweiten Platz. Alex Cejka erreicht wie vor 7 Jahren, als er 5 Schläge Vorsprung am Schlusstag verspielte, einen 9. Rang. Martin Kaymer verbessert sich mit der 71 noch auf Platz 39.

>> Endergebnis THE PLAYERS

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Bernd Wiesberger

Ideales Masters-Training

SHELL HOUSTON OPEN 2016 – Bernd Wiesberger zeigt sich spielerisch gewappnet für das Masters, nur die superschnellen Grüns verhindern ein Topergebnis.

Drei Runden unter Par bei teils heftigem Wind auf pickelharten Grüns bei seiner ersten Shell Houston Open und am Ende ein 27. Platz: Bernd Wiesberger setzt sich auf der ersten Turnierhälfte gekonnt in Szene, ehe die Grüns immer schneller werden und den Oberwarter vor allem am dritten Spieltag phasenweise ratlos erscheinen lassen. Auch auf den Par 5 lässt er diesmal zu viele Schläge liegen.

Immerhin verbucht Österreichs Nummer 1 seinen ersten regulären Cut auf der US PGA Tour 2016 und spielt im Süden von Texas im Mittelfeld gut mit. Insgesamt ein idealer Aufgalopp für das erste Major des Jahres, für das sich Bernd vier Tage lang auf einem vergleichbaren Setup einschlagen konnte. “Ein wenig besser gescort heute. Aber noch immer zu viele schlechte Schwünge hie und da. Aber das werde ich bis nächste Woche aussortiert haben,” wagt Wiesberger eine optimistische Standortbestimmung wenige Tage vor dem 1. Major des Jahres.

Houston-Finale: Beide Bogeys nach Dreiputts

Bernds Attacke ins 1. Grün gerät am Finaltag zu kurz. Aus dem Grünbunker bekommt er jedoch den Sand Save hin. Auch das zweite kurze Eisen ins Grün ist äußerst unpräzis und ein Dreiputt-Bogey aus gut 25 Metern die Folge. Bei der dritten Annäherung passt erstmals die Länge, aus 7 Metern fällt der Birdieputt aber nicht. Am ersten Par 5 ist aus dem Rough das Grün nicht attackierbar und der Dritte nicht zwingend genug – nur das Par. Da kommt es besonders gelegen, dass ein Chip-In zum Birdie rund ums 5. Grün gelingt! Jetzt ist Bernd voll im Spiel, legt sich sogar an der megaschweren 6 eine Birdiechance aus vier Metern auf, die er aber nicht verwertet.

Das viele Üben aus den Bunkern von Houston zahlt sich aus – souverän rettet Bernd an der 7 das Par. Auch das zweite Par 5 kann er nicht nutzen, diesmal steht der Fairwaybunker dem Erfolg im Weg. Die letzten 9 beginnt der Oberwarter mit starken langen Schlägen, der Putter will aber aus 1,5 Metern nicht mitspielen. Auch der Schuss ins 11. Grün ist vom Feinsten, diesmal sitzt endlich aus drei Metern der Birdieputt. Am drivebaren Par 4 der 12 versucht Bernd sein Glück, pullt jedoch den Drive links neben den Grünbunker. Nach gutem Chip fällt dennoch aus drei Metern der nächste Birdieputt.

Mit den Par 5 bleibt Bernd vom Tee weiter auf Kriegsfuss: wieder nur das Par an der 13 nach Drive in den Fairwaybunker. Auch am letzten Par 5 erreicht Bernd das Grün erst mit dem Dritten: doch diesmal fällt aus einem Meter der Birdieputt. Am letzten Par 3 setzt es noch einen Dämpfer mit Bogey, erneut nach Dreiputt aus großer Distanz. Am vorletzten Loch bekommt Bernd noch einen haarigen Up & Down gekonnt hin und gibt sich auch an der 18 keine Blöße mehr.

Mit der 70 (-2) macht Wiesberger noch 10 Ränge gut, zu mehr als Platz 27 reicht die Puttleistung am Wochenende aber nicht aus.

Jim HermanJim Herman feiert bei 15 unter Par einen Überraschungssieg und löst zugleich das letzte Masters-Ticket. Der 38-jährige Amerikaner chippt an der 16 zum Birdie ein und feiert so seinen allerersten Sieg auf der US PGA Tour. Henrik Stenson muss sich wieder einmal im Finish geschlagen geben und wird mit einem Schlag Rückstand Zweiter, vor Dustin Johnson und Rafa Cabrera-Bello, dem Sonntags-Besten mit 65 Schlägen.

>> Leaderboard Shell Houston Open

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