Schlagwort: rolex series

Birdiesafari

NEDBANK GOLF CHALLENGE – VORSCHAU: Bernd Wiesberger steht nach der zähen Woche in der Türkei auch im Gary Player CC von Sun City in den Teeboxen und hofft seinen Vorsprung in der Jahreswertung im südafrikanischen Busch weiter ausbauen zu können.

So hatte sich Bernd Wiesberger das 7 Millionen Rolex Series Event in der Türkei sicherlich nicht vorgestellt, denn an keinem einzigen Tag fand der Burgenländer so richtig in den angepeilten Rhythmus und musste sich am Ende mit einem durchwachsenen 49. Platz zufrieden geben. Damit verteidigte er zwar seine Spitzenposition im Race to Dubai, die große Chance sich vorne etwas abzusetzen ließ er damit aber verstreichen.

Etliche Flugmeilen südlicher soll es in dieser Woche im südafrikanischen Sommer aber besser laufen, denn mit nur noch den besten 60 zur Verfügung stehenden Spielern der Jahreswertung ist auch zwischen Löwen, Elefanten, Zebras und Co die Chance durchaus groß sich an der Spitze vor dem großen Finale in Dubai etwas Luft zu verschaffen.

Darüber hinaus stehen mit Jon Rahm (ESP) und Shane Lowry (IRL) die zwei dichtesten Verfolger nicht am Start, was Bernd zusätzlich durchaus in die Karten spielen könnte. Dennoch ist die Konkurrenz beim 7,5 Millionen Turnier klarerweise durchaus groß, denn Matthew Fitzpatrick, Matt Wallace (beide ENG) oder auch Erik Van Rooyen (RSA) hätten mit einer starken Woche auf jeden Fall die Chance den Oberwarter vorne abzufangen.

Um genau dieses Szenario zu vermeiden und auch kommende Woche beim großen Finale noch als der Gejagte in den Ring zu steigen, muss er in der Spielerstadt Sun City wieder alle Aspekte seines Spiels auf Schiene haben. Den Par 72 Platz kennt Bernd aus den Vorjahren bereits durchwegs gut, allerdings warf ihn das Gelände im Dezember 2015 mit einer wilden 81 (+9) auch bereits einmal richtig hart ab. Auch 2017 erwischte es ihn am Freitag mit einer 77 (+5) recht unangenehm.

Laut derzeitiger Prognose könnte es am Donnerstag durchwegs nass werden, denn den gesamten Tag über soll es immer wieder einige Schauer geben. Ab Freitag sollte das Wetter sich aber einpendeln und mit rund um 30 Grad Celsius beste Bedingungen bescheren. Los geht es für Bernd am Donnerstag im letzten Flight um 09:50 MEZ auf der 1 gemeinsam mit Matthew Fitzpatrick und Lee Westwood (ENG). Matthias Schwab, der in der Türkei erst im Stechen knapp den Kürzeren zog, legt eine kurze Pause ein und wird kommende Woche in Dubai wieder die Golfschläger schwingen.

 

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Eiskalt abgefangen

TURKISH AIRLINES OPEN – FINAL: Matthias Schwab muss nach eiskalter Performance auf den Grüns im Montgomerie Maxx Royal in ein 6er-Stechen, zieht dort am vierten Extraloch aber gegen Tyrrell Hatton (ENG) knapp den Kürzeren.

Matthias Schwab liefert sich am Finaltag der Turkish Airlines Open regelrecht eine Schlacht für die Ewigkeit, die am Ende aber zu Ungunsten des Steirers ausfällt. Mit vielen ausgelassenen Chancen auf den Grüns muss er am Ende sogar in ein 6er-Stechen – das erste seit den Alfred Dunhill Championship im Jahr 2003 – und hat dort am Ende mit einem kurzen verschobenen Parputt gegen Tyrrell Hatton knapp das Nachsehen.

Dabei zeigte er nach zwei starken ersten Spieltagen auch am Moving Day wieder herausragendes Golf und baute seinen Vorsprung an der Spitze mit einer 66 (-6) sogar auf drei Schläge aus. Die Konkurrenz hatte sogar “Glück”, dass der Rohrmooser auf der 12 ein Doppelbogey einstreute, denn ansonsten würde der 24-jährige mittlerweile wohl bereits am Horizont verschwunden sein.

Ganz cool findet sich Matthias dann als der große Gejagte am Beginn auch gut zurecht, denn standesgemäß nimmt er vom Par 5 der 1 nach recht gutem Chip das anfängliche Birdie mit und hält so die Konkurrenz angenehm auf Distanz. Auch auf der 2 ergibt sich nach ganz starkem Teeshot eine super Möglichkeit, der Putt streift aber nur die Lochkante. Prompt gibt er sich auch auf der 3 wieder die Chance, doch auch diesmal will der Birdieputt seinen Weg ins Ziel nicht finden.

Langer Leerlauf

Einmal mehr ist es dann aber mit der 4 ein Par 5, dass dem Schladming-Pro wohlgesonnen ist, denn nach weiterem starken Chip ist das zweite Birdie des Tages in trockenen Tüchern, was ihn auch weiterhin solide an der Spitze hält. Am langen Par 3 der 5 kommt dann nach dem ersten wirklich eher zähen Schlag Stress auf. Zwar passt der lange Sandschlag recht gut, der Tester zum Par lippt aber aus, weshalb er sich schließlich mit dem ersten Bogey anfreunden muss.

Sowohl auf der 6 als auch auf der 7 legt er sich nach starken Drives und guten Eisen aber schon die nächsten richtig guten Birdiemöglichkeiten auf. Beide Male kann er den Sack zu roten Einträgen aber knapp nicht zumachen. “Ich versuche einfach weiter aggressiv zu spielen, denn Pars alleine werden nicht reichen. Ich bin jetzt schon einige Male in den letzten Gruppen gewesen bei den neun Top 10 Ergebnissen bisher, neu ist die Situation deshalb für mich nicht mehr, aber es ist alles leichter gesagt als getan”, so Matthias nach dem Abschlag auf der 9.

Nachdem die Annäherung auf der 9 um einen knappen halben Meter zu kurz im Flug ist, muss er erneut sein starkes Kurzspiel bemühen, zieht sich mit ganz starkem Chip aber ohne Probleme aus der Affäre. Vor den letzten neun Bahnen des Turniers geht Matthias so mit einem einzigen Schlag Vorsprung auf die Konkurrenz in die entscheidende Phase.

Touch eingebüßt

Das “Dilemma” mit den ausgelassenen Chancen setzt sich aber auch zu Beginn der zweiten Neun weiter fort, denn erneut gibt er sich nach gutem Wedge die Birdiemöglichkeit, doch wieder spielt der Putter nicht mit. Nach einem eingebunkerten Drive muss er auf der 11 vorlegen und verabsäumt es mit einem Par sich wieder etwas von den Verfolgern abzusetzen.

Erst auf der 13 bricht dann endlich wieder der lange andauernde Birdiebann, denn nach starkem Eisen legt er sich am Par 5 sogar die Eaglechance auf. Damit verteidigt der Schladming-Pro auch noch hartnäckig die alleinige Spitzenposition. Auf der 15 unterstreicht er das Gesagte vom Interview zuvor, denn als einziger im Flight zückt er am kurzen Par 4 den Driver und legt den Ball stark vors Grün. Auch der Pitch passt recht gut, allerdings schleicht erneut der Putt hauchdünn am Loch vorbei. Da allerdings auch Tyrrell Hatton’s (ENG) Birdieputt auslippt, behält er noch die alleinige Führungsrolle.

Weiterhin will am Finaltag auch auf den letzten Löchern das Gerät fürs Kurzgemähte nicht so mitspielen wie Matthias das gerne hätte, denn nach einem weiteren guten Abschlag rollt der Ball genau auf Linie, bleibt aber eine halbe Umdrehung vor dem Loch liegen. Nachdem er auch auf der 17 den Putt zu kurz lässt, können Kitayama (USA), Van Rooyen (RSA) und Perez (FRA) zu Matthias an der Spitze aufschließen, was bedeutet, dass er es mit einem Birdie am abschließenden Par 5 selbst in der Hand hat den Sieg einzufahren.

Ins 6er-Stechen

Eine etwas zu kurze Grünattacke bleibt dann aber in ganz unangenehmer Hanglage vor dem Grünbunker hängen und er kann von dort aus den Ball nur mehr schlecht als recht raushacken. Da danach auch der Birdieputt vom Vorgrün nicht fallen will, muss er nach der 70 (-2) schließlich mit gleich fünf weiteren Spielern ins Stechen, das aufgrund der hohen Spieleranzahl sogar in zwei Flights ausgetragen werden muss.

Dort wird es dann vom Tee richtig unangenehm nachdem der Drive links etwas abbiegt. Er findet aber stark zurück aufs Fairway und schlägt ein Weltklasse-Wedge bis auf einen guten Meter zur Fahne. Der Birdieputt sitzt und so geht es mit Tyrrell Hatton und Kurt Kitayama erneut zurück zum 18. Abschlag.

Diesmal passt dann der Drive perfekt, Matthias hat aber Pech, dass ein richtiger Erdpatzen genau dort am Ball picken bleibt, wo er ihn danach mit dem Eisen trifft. Der Mudball gerät etwas zu weit und aus dem dicken Zeug kann er den Ball nicht zwingend zur Fahne legen. Da aber auch Hatton Und Kitayama nur Pars mitnehmen, geht es wieder zurück zum Abschlag.

Dort verzieht er dann wie auch Kitayama seinen Drive weit nach rechts und muss den Ball durch die Bäume durchquetschen. Vom Semirough aus rollt die Annäherung dann etwas zu lang aus, Matthias locht aber vom Vorgrün einen echten Clutch-Putt und bleibt dem Stechen so erhalten, wo es nun nur noch gegen Tyrrell Hatton weitergeht, nachdem der US-Amerikaner seinen Birdieputt am Loch vorbeischiebt.

Am bereits vierten Extraloch hat er vom Tee nach starkem Drive klare Vorteile, verzieht seine Grünattacke jedoch etwas. Auch der Chip gelingt nicht nach Plan und nachdem er danach auch noch den kurzen Parputt über die Lochkante schiebt, muss er schließlich dem Engländer den Sieg überlassen.

Viel Positives trotz Enttäuschung

Am Ende ist die Enttäuschung klarerweise richtig groß, hatte er doch von Donnerstag weg bis zur 18 am Sonntag die Führungsrolle inne und so knapp wie in dieser Woche war er überhaupt noch nie am ersten ganz großen Wurf dran. Dennoch darf sich der Rohrmooser mit Rang 2 und seinem bereits zehnten Top 10 Ergebnis trösten – keiner auf der Tour hatte heuer mehr. Auch im Race to Dubai macht er einen weiteren Satz und wird kommende Woche als 14. der Jahreswertung eine kurze Turnierpause einlegen, ehe es in Dubai beim großen Tourfinale für ihn weiter geht.

Mit einem Sieg hätte er sogar die Führung in der Ryder Cup Qualifikation übernommen, doch auch so mischt der junge Steirer klar im Kampf um einen der Plätze beim Kontinentalvergleich mit den USA kommendes Jahr in Whistling Straits mit. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt ist sein Vorstoß in der Weltrangliste, denn die Top 100 knackt er nun endgültig locker und macht damit auch bereits einen ganz großen Schritt in Richtung Major-Debüt, denn bereits im März stehen die PGA Championship auf dem Programm, wo er nach derzeitigem Stand locker qualifiziert wäre.

“Der Fehler heute war, dass es mir nicht gelungen ist die Entscheidung auf der Runde herbeizuführen. Mein Spiel war okay, aber ich hab einfach zu wenige Putts gelocht und das obwohl diese in der Mehrzahl eigentlich auch gut waren. Im Play-off war es dann wieder sehr eng und der erste Turniersieg wäre klar möglich gewesen”, so Matthias nach der bitteren Entscheidung klarerweise etwas enttäuscht.

Verkorkste Woche

Bernd Wiesberger zeigte am Samstag über weite Strecken durchaus gutes Golf, allerdings bremste sich der Oberwarter einmal mehr in dieser Woche mit einem Doppelbogey aus. Zwar ging sich am Ende mit der 70 seine bislang beste Runde der Woche aus, mit einem 54. Platz kann sich der Führende im Race to Dubai vor der Finalrunde aber wohl keineswegs zufrieden zeigen.

Der Start in den Sonntag gelingt jedoch nach Maß, denn schon die 10 spendiert dem 34-jährigen das erste Birdie. Richtig anknüpfen kann er daran aber nicht, denn sowohl das Par 5 der 11, als auch die lange Bahn der 13 wollen noch keine weiteren Birdies springen lassen. Auch die 18 – das dritte Par 5 der zweiten Neun – lässt er ungenützt verstreichen und kommt so nur im zarten Minusbereich auf den Frontnine an.

Auch die 1 kann er nicht für ein weiteres Birdie nützen und tritt so regelrecht auf der Stelle. Erst die 3 erbarmt sich dann endlich und lässt für den Oberwarter das zweite Birdie des Tages springen. Zwar beendet er die Runde souverän und unaufgeregt und bleibt so am Sonntag sogar fehlerfrei, mit der 70 (-2) gehen sich aber keine großen Sprünge mehr aus. Mit dem 49. Platz verteidigt er zwar seine Führungsrolle in der Jahreswertung, die Chance sich vorne abzusetzen lässt er aber verstreichen.

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Vorsprung ausgebaut

TURKISH AIRLINES OPEN – 3. RUNDE: Matthias Schwab zeigt auch am Moving Day im Montgomerie Maxx Royal von Antalya herausragendes Golf und erarbeitet sich trotz eines zwischenzeitlichen Doppelbogeys zwei Schläge Vorsprung. Bernd Wiesberger kann mit einer 70 nur wenige Ränge gutmachen.

Matthias Schwab agierte nach seiner fantastischen 65 vom Donnerstag auch am Freitag wieder unglaublich souverän und verteidigte mit einer 67 seinen Platz an der Sonne. Wie stabil das Spiel des Rohrmoosers derzeit wirklich ist zeigte eine kleine Schwächephase rund um den Turn, denn selbst ein Wasserballl konnte ihm am Par 4 keinen Schlag abluchsen. Als der große Gejagte hofft er nun auch am Moving Day im Flight mit Ross Fisher und Danny Willett (beide ENG) wieder sein bestes Golf abrufen zu können.

Genau das macht er auch gleich auf der 1, denn wie schon am Vortag knallt er auch diesmal die Grünattacke perfekt auf Linie stark zur Fahne und stopft erneut zum Eagle, womit er rasch dem Verfolgerfeld sogar etwas enteilt. Fast nimmt er am darauffolgenden Par 3 gleich das nächste Birdie mit, der Putt schleicht aber knapp am Loch vorbei. Eine Bahn später muss er dann erstmals sein Gespür im kurzen Spiel unter Beweis stellen, was mit einem “Fast-Chip-in” aber blendend funktioniert.

Weiterhin passt auf den langen Bahnen in dieser Woche alles zusammen, denn auf der 4 rollt zwar der starke Chip zum Eagle knapp am Loch vorbei, das Birdie ist aber sicher. Danach wird er etwas ungenauer vom Tee, rettet sich aus einigen recht unangenehmen Rough-Lagen aber bravourös zu sicheren Pars. “Es kommt ein wenig auf die Verhältnisse an. Ich hab gestern mit meinem 3er Holz den Ball weit ins Rough geschlagen, deshalb hab ich mich heute ein wenig zurückgenommen, was ganz gut gepasst hat jetzt”, so Matthias im Interview auf der Runde angesprochen auf seinen Abschlag an der 9.

Die Taktik mit dem zurücknehmen vom Tee geht auch voll auf, denn im Anschluss legt er sich eine gute Birdiemöglichkeit auf und locht souverän zum nächsten roten Eintrag. Das heizt den Motor wieder so richtig an, denn auf der 10 locht er einen Monsterputt mit starkem Break zum nächsten Birdie. Traumwanderlisch sicher gelingt auch das darauffolgende Par 5 wieder mit Birdie, wenngleich die Grünattacke etwas rechts bleibt und er einen gefühlvollen Chip auspacken muss.

Kostspieliger Ausrutscher

Zum ersten Mal am Samstag wird es dann auf der 12 unangenehm, denn ein verzogener Drive bleibt genau neben einem Baum liegen und Matthias kann aus der unguten Lage nur kurz rauschippen. Auch danach ist der Weg aufs Grün noch nicht frei, weshalb sich der Schladming-Pro am Ende sogar mit dem Doppelbogey anfreunden muss.

Sofort aber steuert er wieder gegen, denn einmal mehr attackiert er am Par 5 danach das Grün und marschiert schließlich mit einem souveränen Birdie zur nächsten Teebox. Auf der 18 bunkert er die Grünattacke zwar ein, die Par 5 Bahnen bleiben aber trotzdem seine absoluten Lieblinge in der Türkei, denn mit dem nächsten Birdie erarbeitet er sich schlussendlich trotz des Doppelbogeys eine 66 (-6) und geht so bei gesamt 18 unter Par mit gleich drei Schlägen Vorsprung auf die ersten Verfolger in den Finaltag.

“War heute wieder eine sehr schöne Runde mit wenigen Problemen. Ausnahme war das Doppelbogey auf der 12, nachdem ich den Ball in den Wald geschossen habe. Der Eagle Start auf der 1 war natürlich sehr positiv für den Rest der Runde. Vor allem mein Putten war heute wieder sehr gut. Morgen werde ich wieder mit der gleichen Stategie wie an den letzten drei Tagen auf den Platz gehen”, fasst Matthias seine starke dritte Runde kurz zusammen und denkt sichtlich gar nicht daran den Vorsprung nur zu verwalten.

Kein großer Sprung

Ganz anders als seinem Landsmann erging es an den ersten beiden Spieltagen Bernd Wiesberger. Der Oberwarter scheint durch die Führungsrolle im Race to Dubai richtiggehend gehemmt zu sein, denn nach Runden von 71 und 72 Schlägen startet er nur als 62. ins Weekend. Der Start in den Moving Day passt aber durchaus, denn nach einem anfänglichen Par überredet er mit der 11 gleich das erste Par 5 seiner Runde zu einem Erfolgserlebnis, was ihn rasch in die richtige Richtung bringt.

Wie schon am Vortag lässt er auch diesmal die nächste lange Bahn ungenützt verstreichen, holt das eigentlich eingeplante Birdie dafür erneut am Par 3 der 14 postwendend nach und sorgt so für einen durchaus guten Start in die dritte Runde. Danach enden die Parallelen zum Vortag aber, was durchaus positiv zu sehen ist, denn statt eines Bogeys geht sich diesmal am Par 3 der 16 das nächste Birdie aus, was Bernd wieder in Richtung Mittelfeld pusht.

Wieder mit Doppelbogey eingebremst

Zwar lässt er mit der 18 eine weitere gute Chance noch verstreichen, überredet aber immerhin gleich nach dem Turn das Par 5 der 1 zum nächsten Erfolgserlebnis. Wieder allerdings ist es in Folge eins der langen Löcher, das den Rhythmus bricht, denn statt des angepeilten Birdies, setzt es auf der 4 ein Bogey, was Bernd angesichts der guten Scores wieder ungut zurückrutschen lässt.

In Folge will nicht mehr wirklich viel gelingen, wie auch ein Doppelbogey zwei Bahnen später unterstreicht und ihn plötzlich nur noch ganz knapp unter Par hält. Die 8 erweist sich dann kurz vor Schluss aber wieder als gewinnbringend und er krallt sich am Par 3 sein fünftes Birdie des Tages. Mit der 70 (-2) bringt er zwar seine bislang beste Runde der Woche zum Recording, große Sprünge gehen sich damit aber nicht aus und er startet nur als 50. in die finale Umrundung.

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Halbzeitführung

TURKISH AIRLINES OPEN – 2. RUNDE: Matthias Schwab verteidigt mit einer 67 im Montgomerie Maxx Royal seine Spitzenposition und startet als der große Gejagte ins Wochenende. Bernd Wiesberger kommt auch am Freitag nicht ins Rollen und notiert nur eine 72.

Matthias Schwab konnte seine starke Form, die ihm schon in der Vorwoche beim WGC-Event einen fantastischen 4. Platz bescherte, auch in der Türkei wieder ausspielen und startet nach einer 65 (-7) sogar aus der geteilten Führung in den zweiten Spieltag. Am Freitag will der Rohrmooser nun klarerweise an die bärenstarke Auftaktperformance anknüpfen und eine weitere tiefrote Runde aufs Tableau knallen.

Sofort setzt er dieses Vorhaben auch spektakulär in die Tat um, denn gleich auf der 1 knallt er die Grünattacke bis auf gut zwei Metern zur Fahne und sackt prompt ein anfängliches Eagle ein. Auch auf der 2 und der 3 ergeben sich nach starkem langen Spiel recht gute Möglichkeiten, beide Birdieputts schleichen aber knapp am Loch vorbei.

Auch auf der 4, dem zweiten Par 5 der ersten Neun, hat er wieder eine gute Chance, der Ball rasiert aber nur die Lochkante. Erstmals kommt auf der 5 dann etwas Stress auf, nachdem der Teeshot am Par 3 das Grün nicht findet. Da der Parputt dann nicht ins Loch will, muss er sich mit dem ersten Bogey am Freitag anfreunden.

Auch auf der 6 verfehlt der Abschlag sein Ziel und aus dem Rough findet Matthias nur den Grünbunker. Mit starkem kurzen Spiel kratzt er diesmal aber das wichtige Par. Wie schon am Vortag scheint sich die 9 auch am Freitag wieder unangenehm zu entwickeln, Matthias rettet sich aber trotz Wasserball noch zum Par.

Zurück an die Spitze

Auf der 11, der ersten langen Bahn der Backnine, geht es dann aber wieder in die richtige Richtung. Zwar bleibt der Eagleputt vom Vorgrün leicht zu kurz, das Birdie ist im Anschluss aber nur noch Formsache. Mit den Par 5 Löchern ist er in der Türkei auch danach weiterhin eindeutig per “Du”, denn der 13 ringt er trotz eingebunkerter Grünattacke einen roten Eintrag ab und bleibt so dem absoluten Spitzenfeld hartnäckig erhalten.

Nach einem Superschuss haben die zahlreichen Zuschauer auf der 16 schon den Hole in One Schrei auf den Lippen, der Ball rollt aber hauchdünn neben dem Loch vorbei. Das Birdie stellt aber keinerlei Problem dar, was den Schladming-Pro wieder in die geteilte Führung bringt. Standesgemäß beendet er die Runde dann am letzten Par 5 mit einem Birdie, lässt so mit der 67 (-5) und bei gesamt 12 unter Par die gesamte Konkurrenz noch hinter sich und startet als der große Gejagte ins Wochenende.

Nach der Runde meint er: “Mit der Runde heute bin ich mehr als zufrieden. Ich hatte große Probleme auf den ersten zehn Löchern mit meinem langen Spiel. Ich hab nur wenige Fairways getroffen und musste öfters ums Par kämpfen. Die einzige Ausnahme war die 1, wo mir gleich der Eagle gelang. Auf den Backnine hab ich dann aber besser reingefunden und konnte mir dementsprechend auch Birdiechancen erarbeiten.”

Weiterhin zäh

Bernd Wiesberger erging es Donnerstag deutlich zäher. Vor allem auf den Par 5 Bahnen hatte der Oberwarter so seine liebe Mühe und geht deshalb nur aus dem hinteren Mittelfeld in den zweiten Spieltag. Am Freitag muss nun eine deutliche Steigerung von Tee bis Grün gelingen, will er die große Chance, sich im Race to Dubai weiter abszusetzen, realisieren.

Mit einem anfänlichen Par auf der 10 findet er solide in die Runde und kann danach mit der 11 auch gleich das erste Par 5 seines zweiten Spieltags zum ersten Birdie überreden. Zwar verpasst er es zwei Bahnen später gleich der nächsten langen Bahn einen weiteren roten Eintrag zu entlocken, holt das Birdie aber am darauffolgenden Par 3 nach und macht so den sehenswerten Start in den Freitag endgültig perfekt.

Allerdings entwickelt sich mit der 16 das zweite Par 3 der Backnine nicht wirklich erfreulich und ringt dem Führenden der Jahreswertung auch das erste Bogey ab. Den Faux-pas lässt er aber noch vor dem Turn wieder in Vergessenheit geraten, denn mit der 18 lässt das dritte Par 5 der Backnine wieder ein Birdie springen.

Sichtlich unzufrieden

Der Burgenländer verabsäumt es aber daran gleich weiter anzuknüpfen, lässt auf der vorderen Platzhälfte mit der 1 und der 4 gleich beide Par 5 Löcher ungenützt und muss danach auf der 5 sogar ein Doppelbogey notieren, was ihn wieder auf Even Par zurückwirft und ihm viele Ränge kostet. Zumindestens steuert er mit einem Birdie danach sehr gut gegen.

Allerdings bringt ihn auch dieses Erfolgserlebnis nicht zurück in die eigentlich angepeilte Spur, denn sofort setzt es auch das nächste Bogey, was ihn im Klassement nicht und nicht in die lukrativen Ränge kommen lässt. Am Ende marschiert er nur mit der 72 (Par) über die Ziellinie und büßt damit am zweiten Spieltag viele Ränge ein. Nach dem Rückfall auf Rang 62 wirft Bernd nach seinem letzten Putt den Ball schnurstracks ins Wasser, was zeigt, dass der Oberwarter sichtlich unzufrieden mit der eigenen Leistung ist.

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Spitze in Antalya

TURKISH AIRLINES OPEN – 1. RUNDE: Matthias Schwab packt seine beeindruckende Form auch im Montgomerie Maxx Royal wieder aus und geht nach einer 65 aus der geteilten Führung in die zweite Runde. Bernd Wiesberger hat am Donnerstag mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Matthias Schwab und Bernd Wiesberger bestreiten in Antalya das erste Rolex Series-Turnier im Rahmen der Final Series. Wiesberger verteidigte zuletzt in Shanghai seine Führung im Race to Dubai und Schwab setzte mit Platz 4 eine neue rotweißrote Bestmarke bei einem WGC-Event und das gleich bei seiner Premiere in der Weltelite.

Somit stehen die Vorzeichen gut aus heimischer Sicht für weitere Erfolgsmeldungen aus der Türkei, noch dazu wo das Feld abgesehen von Titelverteidiger Justin Rose, Captain America Patrick Reed, Francesco Molinari oder Matt Wallace für ein 7 Millionen Dollar-Turnier erneut eher enttäuschend besetzt ist. Die Turkish Airlines Open ist heuer in das Montgomerie Maxx Resort übersiedelt, das zumindest Wiesberger bereits gut kennt.

Sofort “on fire”

Besser könnte der Start für Matthias Schwab kaum verlaufen, denn gleich das anfängliche Par 5 der 1 spendiert dem Rohrmooser das erste Birdie. Die langen Bahnen hat er auch danach perfekt im Griff, denn auf der 4 legt er sich nach fantastischem Eisen übers Wasser die Eaglechance auf und rollt seelenruhig aus gut 3,5 Metern den Ball ins Loch.

Auch danach zeigt sich Matthias von seiner besten Seite, denn nach einem soliden Par am langen Par 3 der 5, legt er auf der 6 ein pefektes Eisen bis auf einen knappen Meter zur Fahne und sackt prompt das nächste Birdie ein. Die Hochphase hält auch danach weiter an, denn auf der 8 ergibt sich die nächste Möglichkeit und wieder passt der Putt punktgenau.

Erstmals hat er dann auf der 9 ein paar Schwierigkeiten und nachdem der Parputt aus gut 3,5 Metern nicht fällt, muss er kurz vor dem Turn auch das erste Bogey einstecken. Lange hält die Trauerphase aber nicht an, denn schon die 11 lässt das nächste Birdie für den Schladming-Pro springen, was ihn weiterhin ganz vorne mitmischen lässt.

In die geteilte Führung

Wie schon auf den Par 5 Bahnen zuvor reitet Matthias auch auf der 13 wieder die Grünattacke. Zwar rollt der Ball etwas lange aus, mit gefühlvollem Chip legt er sich aber einmal mehr eine sehr gute Chance auf und verwertet erneut gekonnt, womit er auch wieder in die geteilte Führung marschiert. Fast zeitgleich bringt dann Tom Lewis (ENG) die 65 (-7) zum Recording und hat so den Platz an der Sonne inne.

Fast kann Matthias aber sofort wieder aufschließen, doch sowohl auf der 15 als auch auf der 16 wollen die Birdieputts knapp nicht fallen. Dafür aber passt am abschließenden Par 5 noch einmal alles zusammen, denn trotz einer unangenehmen Lage im Rough neben dem Grünbunker bringt er den Ball gut aufs Grün und stopft aus knapp drei Metern zur 65 (-7), womit er aus der geteilten Spitze in den Freitag startet.

“Das war eine gute Runde heute. Ich bin schon gut gestartet und lag nach acht Löchern schon bei 5 unter Par. Das hat mir auch Selbstvertrauen in jeder Hinsicht gegeben und so kam es am Ende zur Runde von -7. Ich war heute selten in Schwierigkeiten und hatte dementsprechend auch nur wenige Probleme zu meistern. Das einzige Bogey resultierte aus einem verzogenen Drive ins recht tiefe Semirough. Mit diesem Start bin sehr zufrieden”, lässt Matthias Schwab die starke Auftaktrunde revue passieren.

Einige Probleme

Bernd Wiesberger findet vom ersten Abschlag aus nur das Rough, was den Burgenländer auch zwingt am Par 5 vorzulegen. Dennoch ergibt sich eine durchaus gute Birdiemöglichkeit, die der Putter aber noch nicht nützen kann. Im Gegensatz zu seinem Landsmann hat der Führende der Jahreswertung mit dem zweiten Par 5 der Runde so seine liebe Mühe, denn nach einem Abschlag ins H2O überschlägt er danach auch noch das Grün. Doch selbst damit endet das Unglück für Bernd noch nicht, da er von kurz außerhalb des Kurzgemähten den Putter dreimal bemühen muss und sich so sogar ein Doppelbogey eintritt.

Zumindestens kann Bernd sein Spiel danach rasch wieder stabilisieren und kann am Par 3 der 8 auch endlich das erste Birdie mitnehmen, was ihn zumindestens einen aufgerissenen Schlag wieder weghobeln lässt. Das scheint den Birdiemotor endgültig etwas auf Touren zu bringen, denn auch die 9 erweist sich nach starkem Putt als gewinnbringend, womit er sein Score sogar noch auf den Frontnine wieder auf Level Par zurückdrehen kann.

Die Schwierigkeiten auf den Par 5 reißen aber auch auf den Backnine nicht ab, denn zunächst verpasst er auf der 11 noch den erstmaligen Sprung in den roten Bereich und muss danach auf der 13 sogar aus großer Distanz zum Par lochen um ein erneutes Zurückrutschen verhindern zu können. Zwei Bahnen später lässt ihn das Gerät fürs Kurzgemähte dann aber wieder etwas im Stich, denn am kurzen Par 4 der 15 will aus knapp zwei Metern das Birdie nicht gelingen.

Zähe Par 5 Statistik

Zumindestens das abschließende Par 5 der 18 erweist sich für Bernd dann noch als gewinnbringend und er taucht so auf den letzten Drücker doch noch in den Minusbereich ab. Nach der 71 (-1) startet er die Turkish Airlines Open als 37. im Mittelfeld, womit er sich wohl nicht wirklich sehr zufrieden zeigen wird.

Den größten Unterschied zur Runde seines Landsmannes machten am Donnerstag auf jeden Fall die Par 5 Bahnen, denn während Matthias Schwab auf den fünf langen Löchern einen Score von 6 unter Par aufweist, absolviert Bernd diese nur mit dem Gesamtergebnis von 1 über Par, was eine mehr als eindeutige Sprache spricht. Will er in dieser Woche die Chance nützen und sich im Race to Dubai weiter absetzen, muss an den nächsten Tagen eine deutliche Steigerung von Tee bis Grün gelingen.

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Bernds dritter Streich

ITALIAN OPEN – FINAL: Bernd Wiesberger krönt sein fantastisches Comeback-Jahr mit dem dritten Saisonsieg, zugleich dem zweiten Rolex-Titel und führt wieder im Race to Dubai.

Bernd Wiesberger erklimmt mit seinem 7. European Tour-Erfolg ein weiteres Karriere-Hoch. Der 34-jährige Burgenländer triumphiert in der ewigen Stadt zum zweiten Mal im heurigen Jahr bei einem 7 Millionen Dollar-Event der Rolex-Series und holt nach Schottland und Dänemark nun in Italien erstmals auch einen dritten Titel im selben Golfjahr.

Damit übernimmt Bernd nicht nur erneut die Führung im Race to Dubai sondern bringt sich auf dem langen Weg der einjährigen Qualifikation auch auf Kurs in Richtung Ryder Cup-Team. Im World Ranking wird er mit Position 22 eine neue Karrierebestmarke setzen. “Es war ein großartiger Golfsommer für mich,” äußert er sich euphorisch, “ich habe große Fortschritte gemacht seit ich letztes Jahr zurückgekommen bin.”

Aus perfekter Angriffsposition

Bernd Wiesberger hatte am Samstag zwar auf den Frontnine mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, auf den zweiten neun Bahnen fand der Burgenländer dann aber seinen Rhythmus und erspielte sich noch eine sehenswerte 67 (-4). Damit konnte er auch den Rückstand auf Matthew Fitzpatrick (ENG) an der Spitze auf drei Schläge verringern, was bedeutet, dass er durchaus mit intakten Siegchancen in den Sonntag startet.

Entsprechend aggressiv legt er seine Strategie an, zieht mit dem Driver am engen Eröffnungsloch durch und hat nur noch einen Pitch aus 50 Metern ins Grün. Nach suboptimalem Wedge geht sich aber nur das Par aus. Auch auf den folgenden Bahnen kommt der 34-jährige noch nicht nah genug zu den Fahnen um sich zwingende Chancen aufzulegen. Erst am 5. Loch passen sowohl das Eisen aus 125 Metern wie der Putt aus drei Metern perfekt und bringen das erste Birdie ein. “Ich drive den Ball heute gut, das ist hier entscheidend. Das Birdie jetzt an der 5 bei einer trickreichen Fahne war wichtig, jetzt bin ich bereit weiter vorzumarschieren,” meint er optimistisch im Live-Interview mit SKY.

Gesagt, getan, zündet er ein perfektes Eisen aus 145 Metern ins 6. Grün und sichert sich aus kurzer Distanz schon mal den Birdie-Doppelpack. Der Erfolg hat auch den Putter angeheizt: an der 7 fällt aus gut 8 Metern der dritte Singleputt, diesmal mit ordentlich Break, zum Birdie ins Loch. Selbst mit dem verzogenen Abschlag an der 8 kommt Bernd ungeschoren davon, nachdem die Rettungstat über Pitch und Putt mustergültig gelingt. Mit Chip und Putt sichert sich der Oberwarter noch das Birdie am Par 5 der 9 und biegt damit bereits als Spitzenreiter auf die letzten 9 Löcher ab!

Bernd verteidigt gekonnt seine weiße Weste an der 11, als wieder ein kritischer Chip und Putt aus der Trickkiste zu kramen ist um das Score zu halten. Damit setzt er sich zwischenzeitlich sogar zum zwei Schläge ab, da zur gleichen Zeit Matt Fitzpatrick nach Outball ein Doppelbogey kassiert.

Die Wartezeit am 12. Tee bricht beim burgenländischen Schnellspieler etwas den Rhythmus, aber ein drittes Mal kommt er nach böse weggedrückten Tee-Shot ungeschoren davon: wieder ist es der Putter, der ihm aus fünf Metern aus der Patsche hilft und zum Par locht. Und der brandheiße Putter verschafft ihm am 14. Grün aus fünf Metern weiter Luft am Leaderboard – drei Schläge Vorsprung!

Selbst 210 Meter können Bernd am 16. Tee nicht schrecken: auf knapp 2 Meter zur Fahne segelt sein Ball und auch der Putt sitzt zum Birdie. Im Finish wird es noch eine Zitterpartie, da Matt Fitzpatrick mächtig aufholt. Wiesberger rettet sich am Schlussloch nach Abschlag und Annäherung mit “Blatt- und Zweigkontakten” übers Grün und dann ein letztes Mal mit dem heißen Putter zur einzig fehlerfreien Schlussrunde im Kreis der Titelanwärter ins Ziel.

Fitzpatrick hat den Dreimeter-Putt zum Eagle und Ausgleich an der 17 am Putter, sein Ball lippt jedoch aus, womit er sich dem Österreicher am Ende um einen Shot geschlagen geben muß. Wiesberger sichert sich bei 16 unter Par nicht nur seinen 3. Saisonsieg und den zweiten Rolex-Titel, sondern übernimmt auch die Führung im Race to Dubai. “Ich habe wirklich gut gespielt in den richtigen Events, in Irland, Schottland und jetzt hier, was hilft im Race to Dubai nach vorne zu kommen. Ich bin schon richtig aufgeregt, was bei den letzten vier Events auf uns wartet,” meint Wiesberger gegenüber der European Tour.


Auch Matthias Schwab ging mit allen Chancen auf ein absolutes Topergebnis in den Finaltag: mit dem Birdie am Eröffnungsloch ist er sofort an den Top 10 dran. Zwei Löcher später ist er wieder zur Stelle und untermauert mit dem nächsten Schlaggewinn aus knapp zwei Metern seinen Superbeginn. Der Schladminger schlägt vor allem knackig genaue Eisen und belohnt sich am 6. Grün wieder aus zwei Metern mit dem dritten Birdie. Nachdem auch das einzige Par 5 der vorderen 9 ein Birdie springen lässt, geht es mit einem stolzen Tagesergebnis von 4 unter Par auf die hintere Platzhälfte.

Selbst sein Unglücksloch dieser Woche, die 10, rückt nach drei Bogeys erstmals das Birdie heraus. Seinen ersten Schlag gibt Schwab an der 11 ab, nachdem der Abschlag bei einem Baum landet und es keinen direkten Weg aufs Grün mehr gibt. Der Steirer spielt weiterhin überzeugend, die Birdieputts werden jedoch länger und entsprechend kühlt auch sein 14. Schläger ab. Erst am letzten Par 5 geht es nach gefühlvollem Chip und Putt mit Birdiepower weiter hoch am Leaderboard.

Auch wenn der letzte Birdieputt aus 5 Metern nicht mehr rein will, setzt Schwab mit der 66 die vorläufige Clubhausbestmarke und holt mit seinem besten Rolex Series-Ergebnis zugleich auch den dicksten Preisgeldscheck der jungen Karriere. Platz 4 in Rom markiert zugleich sein 8. Top 10-Ergebnis der Saison.

“Heute gratuliere ich erstens Bernd zu seinem Sieg. Zweitens wünsche ich Sepp alles Gute in Houston und drittens bin ich heute mit meiner Runde sehr zufrieden, mit der Platzierung hier in Rom ebenso,” hat Matthias Schwab rasch alles Wichtige zum Tag zusammengefasst.

>> Endergebnis Italian Open

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Vielversprechend unterwegs

ITALIAN OPEN – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger und Matthias Schwab legen im Olgiata GC am Freitag an den starken Auftakt rote Runden nach und starten aus guten Ausgangslagen ins Wochenende.

Bernd Wiesberger legte am Donnerstag mit einer fehlerlosen 66 (-5) einen richtig guten Start hin und geht vom 3. Platz aus als einer der ersten Verfolger von Leader Tapio Pulkkanen (FIN) in den zweiten Spieltag. Am Freitag hat er nun noch dazu den Bonus einer frühen Startzeit.

Diesen kann er gleich auf der 10 auch perfekt ausnützen, denn mit einem anfänglichen Birdie macht der Oberwarter sofort dort weiter wo er am Donnerstag aufgehört hat. Das heizt auch sofort richtig den Birdiemotor an, denn auch die 11 absolviert er mit nur drei Schlägen und gesellt sich so endgültig in die geteilte Führung.

Nach 22 fehlerlosen Golflöchern macht ihm dann das Par 3 der 14 erstmals einen Strich durch die Par-Rechnung und hängt ihm sein erstes Bogey des Turniers um. Der Fehler kostet auch sichtlich den Rhythmus, denn auch das darauffolgende Par 5 erweist sich als Stolperstein und lässt Bernd mit dem unangenehmen Doppelpack sogar wieder auf Level Par zurückfallen.

Zurück ins Rote gedreht

Die Probleme reißen auch danach nicht ab, denn nach wild verzogener Grünattacke bekommt er auf der 17 zwar einen Freedrop – Bernds Ball blieb beim Kabelstrang der European Tour Production hängen – erreicht aus dem Dickicht aber dennoch erst mit dem vierten Schlag das Grün und verschiebt in Folge den fälligen Zweimetertester zum Par.

Zwar kann er nicht sofort auf die schwarze Phase kontern, zumindestens aber bringt er wieder Stabilität in sein Spiel und zündet auf der 4 ein perfektes Wedge, was ihm nach einem kurzen Birdieputt den scoretechnischen Ausgleich beschert. Souverän spult er die weiteren Bahnen dann ab und belohnt sich am abschließenden Par 5 der 9 noch mit einem kurzen Birdieputt zur 70 (-1), womit er als 8. ins Wochenende startet.

Guter Start verpufft

Matthias Schwab fand sich am Vormitag nach einem anfänglichen Fehler gut zurecht und drehte sein Score mit vier schnellen Birdies danach klar in die richtige Richtung. Danach wollten allerdings die Putts einfach nicht mehr ins Loch fallen. Mit ähnlich starkem langen Spiel und besserer Chancenverwertung könnte sich der Rohrmooser eine ganz starke Ausgangslage vor dem Wochenende auflegen.

Der Start verläuft auch perfekt nach Maß, denn gleich die 1 lässt das erste Birdie für den Schladming-Pro springen. Richtig lange kann er sich darüber aber nicht freuen, denn schon die 2 entpuppt sich als etwas zu harte Nuss und wirft ihn mit einem Bogey prompt wieder auf Level Par zurück.

Lange benötigt er aber nicht um den kleinen Rückschlag wegzustecken, denn schon auf der 4 passt wieder alles zusammen und Matthias taucht mit seinem zweiten Birdie rasch wieder in den roten Bereich ab. Gekonnt spult er danach sicher die Löcher ab, ehe kurz vor dem Turn am einzigen Par 5 der vorderen Platzhälfte wieder alles zusammenpasst und er sich mit seinem dritten Birdie des Tages eindeutig in Richtung Spitzenplätze orientiert.

Spätes Highlight

Wie schon am Vortag wird er allerdings auch am Freitag mit der 10 nicht warm, denn erneut brummt ihm das Par 4 ein Bogey auf und radiert ihm so das eben erzielte Par 5 Birdie wieder aus. Danach jedoch reißen die Parallelen zum Vortag ab, denn statt eines Birdies auf der 12 wie am Donnerstag, setzt es diesmal ein weiteres Bogey, was den 24-jährigen sogar wieder auf Level Par zurückwirft.

Etliche Löcher lang spult er danach die Pars ab, ehe er mit einem Eagle am Par 5 der 17 der Runde noch ein spätes Highlight verpasst. Dank des Adlers marschiert der Rohrmooser auch wieder bis an die Top 10 heran und verschafft sich so mit der 69 (-2) und als 18. eine durchwegs gute Ausgangslage fürs Wochenende.

“Wie schon gestern mussten Renato Paratore und ich auch heute wieder zu zweit spielen, weil Christiaan Bezuidenhout mit einer Handgelenksverletzung ausfiel. Da ansonsten nur Dreierflights unterwegs waren, hatten wir klarerweise viel Stehzeit und kamen nie wirklich in einen guten Spielfluss. Mein Siel war heute durchwachsen. War nicht gut, aber auch nicht schlecht. Der vorerst 18. Platz ist in diesem Teilnehmerfeld für mich okay”, spricht Matthias Schwab vor allem den fehlenden Rhythmus an.

Matthew Fitzpatrick (ENG) krallt sich mit einer 65 (-6) und bei gesamt 10 unter Par die Halbzeitführung.

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Bravouröser Start

ITALIAN OPEN – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger und Matthias Schwab legen mit Runden in den 60ern im Olgiata GC einen bravourösen Start ins Rolex Series Event hin.

Bernd Wiesberger und Matthias Schwab mischen in Rom beim 5. Rolex Series Event des Jahres im Kreis von Europas Golfelite mit. Francesco Molinari (ITA), Justin Rose, Ian Poulter, Paul Casey (alle ENG), Shane Lowry (IRL) oder Martin Kaymer (GER) wollen nicht nur beim Preisgeld von 7 Millionen Dollar groß zuschlagen sondern auch Punkte in der Ryder Cup-Qualifikation sammeln.

Auch Österreichs Tour-Duo möchte sich bei diesem Thema gerne ins Spiel bringen, wobei Wiesberger als 38. und Schwab als 47. in den ersten Wochen noch nicht messbar punkten konnten. Gespielt wird heuer im Olgiata GC von Rom. Bei der Italian Open schaffte es Bernd Wiesberger zuletzt vor 5 Jahren als 6. ins Spitzenfeld. Rechtzeitig vor der Italian Open garantiert der Staat übrigens die Finanzierung für den Ryder Cup 2022 in Rom, was die Tour wohl mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt.

Sofort gut reingefunden

Bernd Wiesberger erarbeitet sich nach starkem Drive und gutem Wedge schon auf der 1 die erste Birdiechance, kann diese aber mit verschobenem Putt nicht verwerten. Mit sicheren Pars macht er danach nichts falsch und taucht schließlich auf der 4 mit dem ersten Birdie auch in den Minusbereich ab.

Damit heizt er seinen Birdiemotor sichtlich an, denn auch auf der nächsten Bahn findet der Birdieputt den Weg ins Ziel und Bernd schnürt so rasch den Doppelpack. Nach leichten Problemen mit dem Sprunggelenk konsultiert Bernd zwischenzeitlich kurz einen Physiotherapeuten. Die ganze Angelegenheit entpuppt sich aber halb so wild sein, denn auch danach zeigt der Burgenländer richtig souveränes Golf.

Kurz vor dem Turn belohnt er sich dann auf der 9, dem einzigen Par 5 der Frontnine, mit dem dritten Birdie und stößt so endgültig bis zu den Spitzenplätzen nach vor. Auch danach zeigt er starkes Golf, bringt die Bälle aber nicht mehr zwingend genug zu den Fahnen um sich wirklich echte Birdiechancen aufzulegen.

Erst auf der 15, dem ersten Par 5 der Backnine, ergibt sich wieder eine richtig gute Möglichkeit, der kurze Birdieputt biegt aber kurz vor dem Loch leicht ab. Zwei Bahnen später bremst sich der Ball aber nach dem dritten Schlag nur knapp neben dem Loch ein, was Bernd ein absolut stressfreies viertes Birdie ermöglicht. Auch auf der 18 passt die Annäherung dann richtig stark und mit Ehrenrunde entscheidet sich auch der Birdieputt den Weg ins Loch doch noch zu nehmen. Am Ende marschiert er so mit der 66 (-5) zum Recording und positioniert sich damit auf Rang 3 als einer der ersten Verfolger von Tapio Pulkkanen (FIN) (64).

Fehler rasch korrigiert

Der Start könnte für Matthias aber kaum zäher verlaufen, denn gleich die 10 erweist sich als wenig freundlich und hängt dem Rohrmooser ein anfängliches Bogey um. Aus der Ruhe bringt ihn der anfängliche Faux-pas aber nicht, denn schon auf der 12 rückt er sein Score mit dem ersten Birdie wieder zurecht.

Das Erfolgserlebnis bringt den Schladming-Pro auch so richtig ins Rollen, denn gleich die 13 lässt das nächste Birdie springen, womit er sogar rasch in den roten Bereich abtaucht. Nur kurz gönnt er sich dann eine kurze Auszeit, ehe es nach starkem Abschlag mit einem Par 3 Birdie auf der 16 immer weiter nach vor geht. Auf den Geschmack gekommen stellt ihn auch das darauffolgende Par 5 vor keine Probleme und er dockt mit seinem zweiten Birdiedoppelpack sogar bereits an der absoluten Spitze an.

Auch danach ergeben sich durchaus machbare Birdiechancen, die er jedoch nicht nützen kann. Da er allerdings mit souveränem Spiel von Tee bis Grün fehlerlos agiert, bleibt der Spitzengruppe weiterhin hartnäckig erhalten. Da er auch das abschließende Par 5 “nur” mit der vorgegebenen Schlaganzahl wieder verlässt, unterschreibt er nach sage und schreibe zehn Pars in Folge schlussendlich die 68 (-3), womit er sich als 11. aber eine richtig gute Ausgangslage für den weiteren Turnierverlauf auflegt.

“Mit dem Score von 3 unter Par sollte ich heute eigentlich zufrieden sein, bis es aber nicht weil ich wirklich viele gute Birdiechancen nicht genützt habe. Das lange Spiel war heute sehr gut und alles in allem war es ein guter Start ins Turnier”, so Matthias Schwab nach der Runde durchaus selbstkritisch.

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Auf der großen Bühne

ITALIAN OPEN – VORSCHAU: Bernd Wiesberger und Matthias Schwab kehren nach einer Woche Turnierpause bei den Italian Open wieder auf die große Golfbühne zurück, wenngleich beim Rolex Series Event im Olgiata GC in Rom etliche Kaliber auf einen Start verzichten.

Bernd Wiesberger hat an die Rolex Series seit heuer wohl nur die allerbesten Erinnerungen, triumphierte der Burgenländer doch bei den Scottish Open und konnte so nicht nur seinen bis dato klar dicksten Siegerscheck verbuchen, sondern stürmte mit dem Triumph auch wieder unter die Top 50 der Welt.

Die heiße Phase, die Bernd heuer schon zwei Turniersiege bescherte, kühlte zuletzt aber sichtlich etwas ab, denn mit einigen Ungenauigkeiten wollten die Topergebnisse nicht mehr so leicht von der Hand gehen. Nach der spielfreien Woche hofft der Oberwarter nun aber wieder die Stellschrauben an die richtigen Positionen gedreht zu haben um seinen Erfolgslauf weiter fortsetzen zu können.

Dies wäre gerade bei einem derart hochdotierten Turnier auch immens wichtig, will er heuer tatsächlich ein gewichtiges Wort bei der Ryder Cup Teilnahme mitreden. Seit Wentworth läuft die Qualifikation für kommendes Jahr und mit einem etwaigen absoluten Spitzenergebnis könnte er sich vom derzeit nur 38. Platz deutlich verbessern und in die richtigen Regionen vorstoßen.

“Ich kenne den Oligata GC in Rom bisher noch nicht, freue mich aber schon sehr auf das Event. Ein Kurs mit Par 71 bei fast 6900 Metern, das wird ein hartes Stück Arbeit! Es ist für mich ein letzter Test vor der Finalserie. Ich habe Sonntag und Montag noch mit meinen beiden Coaches daheim gearbeitet. Dabei haben wir einige technische Details im Golfschwung justiert und auch gemeinsam einen Blick nach vorne in die Turnier- und Trainingsplanung für 2020 gemacht”, so Bernd, der am Dienstag seinen 34. Geburtstag feiert.

Kopf frei gemacht

Matthias Schwab hingegen konnte bei den letzten Turnieren durchaus überzeugen und es wirkt mittlerweile wirklich so, als würde nur noch eine kleine Nuance fehlen um den wichtigen Schritt zum ersten Titelgewinn machen zu können. Zwar verpasste er bei den letzten beiden Turnierstarts Topergebnisse, davor aber klopfte er gleich dreimal in Folge am Sieg an und musste sich in Hamburg gar nur um einen einzigen Stroke geschlagen geben.

Bei Matthias stand deshalb vor dem wichtigen Rolex Series Turnier in Rom auch eher Regeneration im Vordergrund. Beim Klettern versuchte er bestmöglich den Kopf frei zu bekommen um bei den kommenden großen Turnieren noch einmal sein allerbestes Golf abrufen zu können. Mit Putting-Coach Mike Kanski holte sich der Schladming-Pro vor Ort den letzten Feinschliff. Schafft es der Rohrmooser in der ewigen Stadt von Beginn an in den benötigten Rhythmus zu kommen, wäre wohl ein weiteres Spitzenresultat alles andere als abwegig.

Die Konkurrenz ist beim 7 Millionen Event in Rom klarerweise enorm stark, dennoch fehlen einige Big Names in dieser Woche. So steht von den Top 10 der Welt überhaupt nur Justin Rose (ENG) in den Teeboxen. Auch Jon Rahm (ESP), dem letzte Woche in der Heimat noch die Titelverteidigung gelang, sucht man auf der Entry List vergeblich.

Mit Tommy Fleetwood, Matt Fitzpatrick, Paul Casey (alle ENG), Francesco Molinari (ITA) oder Champion Golfer of the Year Shane Lowry (IRL) hat das Turnier aber durchaus Hochkaräter zu bieten. Los geht es für Matthias am Donnerstag bereits um 08:00 MEZ auf der 10. Bernd folgt zum Auftakt mit später Startzeit um 12:50 MEZ.

 

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Neues Kapitel

SCOTTISH OPEN – FINAL: Bernd Wiesberger ringt nach einem an Spannung kaum zu überbietenden Finaltag Benjamin Hebert (FRA) erst am dritten Extraloch im Stechen nieder und schlägt mit dem Sieg beim Rolex Series Event ein neues Karriere Kapitel auf.

Bernd Wiesberger ist in dieser Saison das perfekte Beispiel, wie schnell es im Golf wirklich gehen kann. Mitte Mai machten sich die österreichischen Fans bereits leise Gedanken, ob und wie der Burgenländer denn nach ausbleibenden Ergebnissen die Tourkarte wird halten können. Dann folgte der erste Paukenschlag, denn mit dem Sieg in Dänemark war nicht nur das Spielrecht kein Thema mehr, auch die Top 100 der Welt rückten langsam wieder in seinen Fokus.

Nach geschaffter US Open Quali dann das nächste große Fragezeichen heuer. Wie wird es der Oberwarter anlegen um auch bei den Open in Royal Portrush mit von der Partie sein zu können? Und auch hier folgte die perfekte Antwort, denn ein starker 2. Platz letzte Woche in Irland stellte nicht nur eine vorläufig neue persönliche Rolex Series Bestmarke dar, auch der Startplatz fürs letzte Major war damit in trockenen Tüchern.

Das nächste große Ziel des 33-jährigen sind somit die Rückkehr in die Top 50 der Welt, und auch dies erledigt Bernd in Windeseile und noch dazu mit einem Paukenschlag, der im österreichischen Golf in komplett neue Sphären vordringt. Der Oberwarter sichert sich kurzerhand im Stechen den Titel bei den Scottish Open und fährt damit beim 7 Millionen Dollar Rolex Series Event mit über einer Million Dollar Preisgeld seinen eindeutig bislang größten Siegerscheck der Karriere ein. “Ich habe es immer genossen in Schottland Linksgolf zu spielen und hatte hier auch schon meine Erfolg,” erklärt er seine Affinität, “daher ist es besonders nett hier am Ende des Tages mit der Trophy zu stehen. Es war ein langer Tag, aber irgendwie habe ich es geschafft.”

Spannend gemacht

Dabei gestaltet sich der Finaltag durchaus noch spannend, denn Bernd findet mit links verzogenem Drive auf der 1 nicht gerade souverän in die Runde. Am Grün lässt er sich dann noch dazu einen recht unangenehmen Tester zum Par übrig, besteht diesen aber ohne Probleme. Die Probleme reißen auch auf der 2 nicht ab. Zwar passt diesmal der Drive, dafür aber zieht die Annäherung nach links und verschwindet im ganz dicken Zeug. Zumindestens bringt Bernd den Ball im Gegensatz zu Flighpartner Van Rooyen (RSA) raus, das Bogey lässt sich aber nicht verhindern.

Anders als an den Vortagen wollen die Eisen nicht mehr so zwingend zu den Fahnen und auch mit dem Greenspeed hat der Oberwarter so seine kleinen Probleme, denn auf der 4 lässt er den Birdieputt auf Linie zu kurz. Auf der 7 klappt es dann aber mit dem ersten Birdie. Die Grünattacke bleibt zwar etwas links, ein gefühlvoller Chip lässt ihm aber nur noch ein Tap-in zum ersten Erfolgserlebnis über.

Das erste Birdie heizt auch sichtlich den Putter an, denn kurz vor dem Turn fällt auf der 9 auch aus größerer Distanz der Ball und Bernd kann so auch seine Spitzenposition im Turnier behaupten. Benjamin Hebert marschiert bei gesamt 22 unter Par zurück ins Clubhaus, hat die Spitzenposition vorerst aber nur ein paar wenige Minuten für sich allein, denn nach einem starken Wedge schließt Bernd am Par 5 der 12 sofort wieder zum Franzosen auf.

Auf der 16 macht er es dann richtig spannend, denn nach knapp verfehltem Grün gelingt der Chip nicht nach Maß, aus gut fünfeinhalb Metern spielt dafür aber der Putter mit, beschert Bernd das vierte Birdie des Tages und lässt ihn bei gesamt 23 unter Par wieder die alleinige Spitze erklimmen. Lange kann er dort aber nicht verweilen, denn nur eine Bahn später erweist sich der zwei Meter Tester zum Par als zu unangenehm.

Am dritten Extraloch

Auf der 18 biegt dann einmal mehr ein Drive links ab, Bernd erreicht aus der Pampa aber das Grün, schiebt den ersten Putt dann aber deutlich übers Loch. Nervenstark locht er jedoch den Retourputt und muss damit gegen Benjamin Hebert nach der 69 (-2) und bei einem Gesamtscore von 22 unter Par ins Stechen um den Sieg. Am ersten Extraloch zündet der Franzose dann ein starkes Eisen, kann die Chance aber nicht in Zählbares ummünzen, was beide erneut zum 18. Abschlag zurückfahren lässt.

Die beiden wollen sich auch danach sichtlich nicht auf einen Sieger einigen, denn nach einem fett getroffenen Eisen und einem darauffolgenden Dreiputt vom Vorgrün macht Bernd dem Franzosen die Tür zum Sieg sperangelweit auf, doch Hebert schlägt sie seinerseits mit einem Dreiputt schwungvoll wieder zu. Zum dritten Mal heißt es somit zurück zum 18. Abschlag und diesmal macht Hebert die Türe mit weiterem  Dreiputt weit auf und Bernd lässt sich diese Chance nicht entgehen und schreitet souverän durch: “Ich habe mich einfach durchgekämpft. Natürlich hätte ich lieber den Sack mit ein paar Pars zugemacht, aber manchmal wirst Du halt getestet,” gibt er zu sich selbst das Siegen unnötig schwer gemacht zu haben.

Mit dem Sieg am dritten Extraloch feiert Bernd Wiesberger nicht nur seien bereits sechsten European Tour Sieg der Karriere, sondern feiert auch den ersten Sieg bei einem der ganz großen Turniere. Er bessert damit auch seine Bilanz bei Playoff Entscheidung auf, denn nach seinem Sieg gegen Tommy Fleetwood (ENG) in Shenzhen und jetzt gegen Benjamin Hebert steht es im Verhältnis Sieg zu Niederlage nur noch 2 : 3.

Neue Nummer 1 im Race to Dubai

Nach seiner Verletzung setzt Bernd nun auch den nächsten Meilenstein seiner bereits beeindruckenden Karriere, denn mit dem Sieg beim Rolex Series Event gelingt ihm der erste Sieg bei einem echten Kracher-Event. Nur Majors und WGC-Turniere kann man wohl noch höher einreihen als das Event in Schottland, wenngleich von den Top 10 der Welt nur zwei Spieler am Start standen.

Die positiven Nebenaspekte sind klarerweise ebenfalls zahlreich, denn nach Titel Nummer 6 leuchtet ab sofort der Name Bernd Wiesberger am 1. Platz im Race to Dubai auf. Mit der Verbesserung in der Weltrangliste hat er nun außerdem auch wieder alle Starts bei Majors und WGC-Events vorläufig sicher. Bereits nach Portrush kommende Woche steht in Tennessee im TPC Southwind das WGC Invitational auf dem Programm, wo Bernd nun zeigen will, dass Topergebnisse auch auf US-Boden machbar sind.

>> Leaderboard Scottish Open

>> SKY überträgt Live und in HD von den Scottish Open.

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