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Schlagwort: rolex series

In neuen Sphären

BMW PGA CHAMPIONSHIP – FINAL: Bernd Wiesberger hat zwar zwischenzeitlich am Finaltag im Wentworth GC etwas härter zu kämpfen als an den Tagen zuvor, bringt am Ende jedoch eine 72 (Par) zum Recording, was für die Ryder Cup Qualifikation schlussendlich reicht. Damit wird der Südburgenländer in zwei Wochen in Whistling Straits als erster Österreicher überhaupt das europäische Team beim Kontinentalvergleich mit den USA verstärken und rotweißrot als 13. Land in Europa seinen Beitrag leisten dürfen.

Matthias Schwab packt am Sonntag mit einer 67 (-5) noch seine beste Runde der Woche aus und verabschiedet sich in Richtung PGA Tour mit einem sehenswerten 12. Platz.

Es ist vollbracht! Was viele vor einem Monat noch als utopisch bezeichneten ist am 12. September 2021 tatsächlich Realität, denn Bernd Wiesberger qualifiziert sich als erster Österreicher überhaupt für den Ryder Cup, womit er auch sozusagen auf den letzten Drücker eines seiner größten Saisonziele noch erreicht. „Ich glaube, ich muss es nicht erwähnen, dass es für mich ein lebenslanges Ziel war Teil von Europas Ryder Cup-Team zu werden und ich bin sehr stolz darauf, genau das erreicht zu haben,“ macht Wiesberger klar, wieviel ihm der Erfolg bedeutet.

Was in den letzten drei Wochen der Qualifikation vor allem ins Auge sprang ist eine neue Körpersprache und Mentalität, denn von kleinen Rückschlägen ließ er sich nie aus dem Konzept bringen und betonte auch in Interviews immer wieder vor allem die positiven Aspekte und wie sehr er sein Spiel derzeit genießt.

Dieser „neue“ Bernd wirkt auch mental deutlich weiter und mit wirklich teils absolutem Weltklassespiel von Tee bis Grün rutscht der Oberwarter nicht nur so eben noch ins Team, sondern erspielt sich seinen Platz in Padraig Harringtons Abordnung absolut zurecht. Zwar profitiert er am Ende auch von wenigen Punkten der Konkurrenz – Matthew Fitzpatrick (ENG) etwa stößt ihm die Türe mit einem Schneemann auf der 17 richtig weit auf und auch Shane Lowry (IRL) lässt aus – Bernd zeigt am Finaltag aber nur bedingt Nerven, lässt sich auch von frühen Schwierigkeiten nicht aus der Ruhe bringen und durschreitet die offene Türe schließlich souverän mit einer 72 (Par) und Platz 20.

Birdiestart an der 1

Gleich der Start passt am Sonntag absolut perfekt, denn nach drei Bogeys von Donnerstag bis Samstag nimmt er diesmal nach starkem Putt sogar das anfängliche Birdie mit. Erstmals biegt ein Abschlag dann auf der 3 zu weit nach links ab, was Bernd in Folge nur einen besseren Querpass zurück aufs Fairway ermöglicht. Nach starkem Wedge und noch besserem Putt kratzt er aber noch das Par. Die traumwandlerische Sicherheit der ersten Tage ist jedoch etwas dahin, denn auch auf der 4, dem einzigen Par 5 der ersten Neun, hat er im langen Spiel einige Schwierigkeiten, bringt zwar den Ball schließlich aus dem Grünbunker gut zur Fahne, kann den Parputt aus einem guten halben Meter aber nicht versenken und rutscht so wieder auf Even Par zurück.

Auch danach läuft es gänzlich konträr zu den ersten Tagen, denn auf der 7 tritt er sich recht kurz danach gleich den nächsten Fehler ein, was gleich doppelt bitter für den Oberwarter ins Gewicht fällt, da Matthew Fitzpatrick mittlerweile mit seinem bereits fünften Birdie des Tages klar an Bernd vorbeigezogen ist. Vergeblich läuft er auf den nächsten Bahnen dem scoretechnischen Ausgleich hinterher, profitiert aber von schweren Problemen von Fitzpatrick auf der 17, denn der Engländer marschiert nur mit einem Schneemann auf sein 72. Loch und ebnet so für Bernd vorerst wieder den Weg in Richtung Ryder Cup.

Sicher ohne zu glänzen

Ohne Probleme kann er nach starkem Abschlag am Par 5 der 12 das Grün attackieren und gleicht mit sicherem Zweiputt sein Score wieder aus, womit er nach derzeitigem Stand der Dinge auch wieder souverän im europäischen Ryder Cup Team wäre. Das Erfolgserlebnis schärft auch sichtlich wieder das Spiel des 35-jährigen, denn auch auf der 13 stopft er den fälligen Birdieputt und dreht damit auch sein Tagesscore wieder in den roten Bereich.

Ausgerechnet auf den letzten beiden abschließenden Par 5 Löchern droht er es aber noch einmal spannend zu machen, nachdem er einen Wadenbeißer auf der 17 aus einem Meter nicht im Loch unterbringt und so auch das Minus als Vorzeichen wieder aus der Hand geben muss. Auf der 18 wählt er die konservative Strategie, nimmt so am Ende aber ein sicheres Par mit und hat mit der 72 (Par) und als 20. schließlich die erstmalige Ryder Cup Qualifikation sicher in der Tasche.

„Ich habe heute nie nachgelassen und musste vor jedem Schlag tiefe Atemzüge holen. So ist es halt, wenn man für das Ryder Cup Team spielen möchte,“ schildet Bernd wie hart er sich am Finaltag durchkämpfen musste.

Am Ende wirkt die Qualifikation zwar durchaus souverän, dass er jedoch auch von einer schwächelnden Konkurrenz profitierte, soll nicht unerwähnt bleiben, denn ohne den Schneemann von Fitzpatrick, wäre es wohl deutlich enger geworden. Auch Shane Lowry  bleibt am Finaltag einiges schuldig und kann Bernd zu keiner Zeit wirklich gefährden. So kommt es dass ein 2. Platz in der Schweiz, ein 46. in Italien und ein 20. in Wentworth reichen um Österreich als 13. europäische Nation auf die Ryder Cup Landkarte zu bringen, da keiner der 14 Konkurrenten um den letzten verbleibenden Platz im Qualifikationsfinish nennenswert punkten konnte.

„Der heutige Tag war sicherlich nicht leicht und das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, aber es hat für die Qualifikation gereicht und das ist der wesentliche Punkt. Die letzten drei Wochen haben einiges an Substanz gekostet und ich werde mich in den nächsten Tagen mit den logistischen Vorbereitungen für den Ryder Cup beschäftigen,“ meint er am Weg zum Flughafen vor dem Heimflug. „Direkt nach der Runde gab es ein Meeting mit dem Captain und den Vice-Captains und jetzt liegt der Fokus erst auf der Regeneration von den anstrengenden Wochen. Ich bin froh, dass die Qualifikationsphase nun beendet ist und muss diesen Erfolg erst realisieren.“

Starke Woche

Im Windschatten von Bernd Wiesberger spielt mit Matthias Schwab auch der zweite heimische Professional beim Rolex Series Event in Surrey groß auf. Nach drei 69er (-3) Runden liegt der 26-jährige vor der Finalrunde nur knapp hinter den Top 10 und hätte mit einer richtig starken Finalrunde wohl ebenfalls noch alle Möglichkeiten. Nachdem es sich die Annäherung auf der schwierigen 1 jedoch knapp hinter dem Grün bequem macht und der Chip danach zu viel Fahrt aufnimmt, muss er gleich auf der Anfangsbahn jedoch ein Bogey einstecken.

Die Probleme reißen in der frühen Phase auch danach nicht ab, denn mit dem nächsten Schlagverlust am darauffolgenden Par 3, verliert er nicht nur nach zwei gespielten Bahnen die Top 10 bereits aus den Augen, sondern büßt auch etliche Ränge ein. Bereits auf der diffizilen 3 kann er jedoch den ersten Birdiekonter setzen und da er im Anschluss auch vom einzigen Par 5 der Frontnine das Birdie entführt, steht sein Score in Windeseile wieder bei Level Par.

Voll im Rollen

So richtig auf den Geschmack gekommen stopft der Rohrmooser auf der 6 gleich den nächsten Putt zum roten Eintrag und taucht mit Birdie Nummer 3 erstmals am Sonntag auch in den Minusbereich ab. Auch danach gibt er dem Putter keine Zeit abzukühlen und nimmt auf der 8 gleich das nächste Erfolgserlebnis mit, womit er endgültig voll an den Top 10 dran ist. Die bereits vierte Turnierwoche am Stück merkt man dem jungen Steirer auch weiterhin nicht an, denn mit der 12 weiß er auch das nächste Par 5 der Runde gewinnbringend zu nützen und bringt sich so sogar in den erweiterten Kreis der Titelanwärter.

Richtig „on fire“ geht sich nach starkem Abschlag auch am Par 3 der 14 ein Birdie aus, was ihn weiterhin vorne dranbleiben lässt. Ganz souverän spult der PGA Tour Rookie die verbleibenden Bahnen ab und garniert den starken Finaltag mit einem abschließenden Birdie am Par 5 der 18. Mit der 67 (-5) packt Matthias Schwab noch die klar beste Runde seiner Turnierwoche aus, schiebt sich damit als 12. noch an die Top 10 heran und verabschiedet sich so sehr positiv in die wohlverdiente kurze Turnierpause. In der Woche nach dem Ryder Cup wird der Schladming-Pro dann zum ersten Mal in dieser Saison auf der PGA Tour abschlagen und um FedEx-Cup Punkte kämpfen.

„Das Ergebnis in diesem Top-Turnier ist für mich okay, Verbesserungspotenzial ist aber noch da. Ich freue mich, dass ich vor einigen Ryder Cup Spielern platziert bin, das zeigt mir, dass ich am richtigen Weg bin. Heute mit Tommy Fleetwood zu spielen war richtig geil. Wir hatten viele Fans beim Flight, was sehr motivierend war. Ich freue mich jetzt schon ganz besonders auf mein nächstes Turnier, denn es wird das erste in den USA auf der PGA Tour sein“, so Matthias Schwab nach dem 8 Millionen Event.

Billy Horschel (USA) sichert sich mit einer 65er (-7) Finalrunde und bei gesamt 19 unter Par mit einem Schlag Vorsprung auf Laurie Canter (ENG), Jamie Donaldson (WAL) und Kiradech Aphibarnrat (THA) den Sieg und macht damit eindrucksvoll klar, dass er durchaus eine Bereicherung für das US-amerikanische Ryder Cup Team gewesen wäre.

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Voll im Geschäft

BMW PGA CHAMPIONSHIP – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger zeigt auch am Samstag im Wentworth GC wieder von Tee bis Grün richtig starkes Golf und legt sich mit einer weiteren 67 (-5) sogar Chancen auf den Sieg auf, was ihn auch in der Ryder Cup Qualifikation derzeit voll auf Kurs hält. Auch Matthias Schwab geizt nicht mit Birdies und reiht sich nach der bereits dritten 69 (-3) nur um zwei Schläge hinter seinem Landsmann ein, womit Österreich vor dem Finaltag beim 8 Millionen Event gleich zwei heiße Eisen im Feuer hat.

Bernd Wiesberger machte am Freitag einen großen Schritt in Richtung Ryder Cup Team, denn der Burgenländer ließ mit starken Backnine und der 67 (-5) nicht nur in Sachen Cut rein gar nichts anbrennen, sondern marschierte sogar bis an die Top 10 heran, womit er mehr als genügend Punkte sammeln würde um am Sonntag als erster österreichischer Ryder Cupper beim Kontinentalvergleich mit den USA mit von der Partie zu sein.

Ausruhen darf er sich auf dem bislang gezeigten jedoch nicht, denn sollte er im Klassement zurückfallen und etwa direkte Konkurrenten wie Matthew Fitzpatrick (ENG) an ihm vorbeiziehen, geht die große Rechnerei wieder los. Der Südburgenländer hat es jedoch in eigenen Händen und wird klarerweise alles daran setzen erst gar keine Diskussionen mehr aufkommen zu lassen. Allerdings wird er mit der schwierigen 1 nach veschobenem Parputt auch am Samstag weiterhin nicht warm, denn zum bereits dritten Mal beginnt er den Tag nur mit einem Bogey.

Lange muss er aber nicht auf den scoretechnischen Ausgleich warten, denn nach einem lasergenauen Eisen auf der 3 lässt er sich die Birdiechance aus nicht einmal einem Meter nicht nehmen. Am einzigen Par 5 der Frontnine danach verschwindet der Abschlag zwar im Rough, das Birdie kann er nach starker Annäherung aber dennoch mitnehmen und dreht sein Score so prompt in den roten Bereich.

Voll im Rhythmus

Nach einem sehenswerten Parputt auf der 5 und einem ganz sicheren Par auf der 6 ergibt sich auf der 7 die nächste Birdiemöglichkeit, die der Putter jedoch knapp nicht zu nützen weiß. Richtiggehend auf Cruise Control lässt er aber auf den verbleibenden Löchern der Frontnine nichts anbrennen und nützt kaum auf der hinteren Platzhälfte angekommen die sich bietende Birdiechance am Par 3 der 10, womit er erstmals sogar an den Top 10 andockt.

Planmäßig krallt er sich dann auch vom Par 5 der 12 das erhoffte Erfolgserlebnis und bastelt damit bereits an einer knallroten dritten Runde. Allerdings bremst ihn die 13 dann mit einem ausgelippten Parputt recht unangenehm ab. Der Südburgenländer steckt das Bogey aber gut weg und zündet bereits auf der 15 ein messerscharfes Eisen, womit das nächste Birdie nur noch zur Formsache wird.

Wie schon an den Tagen zuvor kann er auch am Samstag wieder vom ersten der beiden abschließenden Par 5 Löcher nach nur um Zentimeter verpasstem Eagle das Birdie mitnehmen und bringt sich damit langsam aber sicher sogar ins Titelgeschäft. Stilecht stopft er schließlich auch auf der 18 noch den Birdieputt, unterschreibt so zum bereits zweiten Mal die 67 (-5) und bringt sich damit vor den letzten 18 Löchern gleich in doppelter Hinsicht in eine starke Ausgangslage, denn bei 11 unter Par mischt er als 7. bei drei Schlägen Rückstand auf Francesco Laporta (ITA) nicht nur um den Sieg mit, sondern wäre damit auch in guter Position einen etwaigen Sieg von Shane Lowry (IRL) in der europäischen Punkterangliste in Sachen Ryder Cup abfedern.

69 gepachtet

Matthias Schwab zeigt trotz seiner Anreise aus den USA und der bereits vierten Turnierwoche am Stück bislang richtig starkes Golf und teilt sich nach zwei 69er (-3) Runden vor dem Moving Day die Ausgangslage mit seinem Landsmann. Die schwierigen ersten Löcher übersteht der Rohrmooser dann am Samstag unbeschadet und macht so in der frühen Phase des dritten Spieltages nichts falsch. Nachdem er allerdings auch auf der 4, dem einzigen Par 5 der ersten Neun, kein Birdie entführen kann, rutscht er im Klassement angesichts guter Scoringverhältnisse und generell recht sehenswerter Ergebnisse etwas zurück.

Erst auf der 7 durchbricht er dann den etwas zähen Birdiebann und orientiert sich mit seinem ersten roten Eintrag wieder in die richtige Richtung. Kurz vor dem Wechsel auf die hintere Platzhälfte erwischt es den 26-jährigen dann jedoch auch mit dem ersten Bogey. Das kostet auch einigermaßen den Rhythmus, denn bereits auf der 11 muss er den nächsten Schlagverlust wegstecken, womit er am Leadeboard doch spürbar Ränge einbüßt.

An den Spitzenplätzen dran

Mit der 12 weiß er aber die zweite lange Bahn der Runde wieder gewinnbringend zu nützen und gleicht so nicht nur sein Tagesergebnis rasch wieder aus, sondern holt sich auch das gute Gefühl wieder zurück, denn auch auf der 13 und der 14 stopft er im Anschluss die fälligen Birdieputts und marschiert so mit riesigen Schritten wieder an die Top 10 heran. Die heiße Phase lässt er auch gegen Ende nicht auskühlen und holt sich am ersten der beiden Par 5 Schlusslöcher das erhoffte Birdie ab.

Zwar lässt die 18 diesmal keinen abschließenden Schlaggewinn mehr springen, mit der bereits dritten 69 (-3) bleibt der junge Steirer aber an den Spitzenrängen dran und könnte bei nur zwei Schlägen Rückstand auf Landsmann Bernd Wiesberger mit einer richtig starken Finalrunde womöglich sogar ebenfalls noch in den Titelkampf eingreifen.

„So wie die vorangegangenen Runden war das auch wieder eine gute Runde. Ich bin in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen, was mich klarerweise freut und motiviert“, so der Schladming-Pro, der als 14. in den Finaltag starten wird, nach der dritten Runde.

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Auf Kurs

BMW PGA CHAMPIONSHIP – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger drückt nach vielen vergebenenen Chancen auf den Frontnine nach dem Turn richtig aufs Tempo und marschiert mit einer 67 (-5) nicht nur bis an die Top 10 heran, sondern wäre nach derzeitigem Stand auch im europäischen Ryder Cup Team. Matthias Schwab hat ebenfalls mit zähen ersten neun Löchern zu kämpfen, dreht seine Runde aber noch zur zweiten 69 (-3) und teilt sich damit im Wentworth GC die starke Ausgangslage mit seinem Landsmann.

Bernd Wiesberger hatte auf den ersten 18 Löchern einigermaßen zu kämpfen, brachte einen über weite Strecken eiskalten Putter aber noch rechtzeitig auf Temperatur und rettete sich dank eines Birdie-Eagle Finishes noch zu einer 71 (-1), womit er sich nach der Auftaktrunde auf Cutkurs befindet. In Sachen Ryder Cup Qualifikation sollte der Südburgenländer am Freitag aber ordentlich nachlegen und Bernd enttäuscht am zweiten Spieltag nicht.

Mit den Grüns hat der Oberwarter aber zunächst auch am Freitag wieder so seine liebe Mühe, denn gleich auf der 1 brummt er sich mit einem Dreiputt aus zehn Metern ein Bogey auf. Immerhin rehabilitiert er sich gleich danach am Par 3 mit einem gelochten Dreimeterputt zum scoretechnischen Ausgleich. Auf der 3 spielt er sich von Bunker zu Bunker, hat am Ende aber sogar Pech, dass der gefühlvolle Sandschlag mit einer 180 Grad Wende auslippt.

Nach verpasstem Par 5 Birdie auf der 4 legt er sich auf der 6 eine richtig gute Birdiemöglichkeit auf, der Putter will Birdie Nummer 2 jedoch noch nicht springen lassen. Auf der 7 und auch der 8 ergeben sich dann fast schon Déja-vu’s: Wieder gute Birdiechancen, wieder kann er diese nicht verwerten. Auf der 9 legt er den Ball dann sogar auf gute 1,5 Meter zum Loch, doch selbst das ist für den Putter an diesem Tag noch zuviel.

Monsterputt als Dosenöffner

Was aus 1 bis 3 Metern nicht klappt, gelingt dafür aus über 10 Metern, denn auf der 11 locht er nach einer eher durchwachsenen Annäherung einen wahren Monsterputt und bringt sich damit zumindest wieder auf Cutkurs. Nach starkem Abschlag hat er am Par 5 der 12 dann etwas Pech, dass der Ball von der False Front zurückrollt. Nach gefühlvollem Chip ist der rote Doppelpack aber nur noch Formsache.

Erstmals kommt auf der 13 dann etwas Stress auf, aus unangenehmer Rough Lage kann er den Ball aber auf gute Pichtdistanz zum Grün legen und srambled sich schließlich stark zum wichtigen Par. Langsam erwärmt sich auch der Putter, denn am Par 3 der 14 nimmt er das nächste Birdie mit und orientiert sich damit endgültig in die klar richtige Richtung. Obwohl es sich der Drive auf der 17 im dicken Zeug gemütlich macht, bringt er die Annäherung knapp vor dem Grün unter und nimmt schließlich vom Par 5 souverän das nächste Birdie mit.

Auch auf der 18 kann er sich dank starkem Holz 3 vom Tee die Chance zur Attacke eröffnen, parkt das lange Eisen jedoch nur im Grünbunker. Erneut beweist er aber ein enormes Händchen aus dem Sand, legt den Ball stark zur Fahne und beendet die Runde stilecht mit noch einem weiteren Birdie und der 67 (-5), womit er sich nicht nur auf dem starken 19. Rang einpendelt, sondern darüber hinaus nach derzeitigem Stand der Dinge auch im europäischen Ryder Cup Team wäre.

„Es gab heute wirklich einiges gutes Golf da draußen. Ich kann es kaum erwarten morgen wieder loszulegen. Die Fans waren surreal und es hat auch echt einen Riesenspaß mit den Jungs gemacht“, so Bernd nach seiner Runde via Instagram.

Gut im Rennen

Matthias Schwab konnte seine starke Form, die ihm in der Korn Ferry Tour Final Series die PGA Tourcard einbrachte, sichtlich über den Atlantik mitnehmen, denn im anspruchsvollen Wentworth GC packte der Rohrmooser am Donnerstag eine 69 (-3) aus und rangiert damit nur knapp hinter den Toprängen. Bei etwas windigeren Verhältnissen als noch am ersten Spieltag findet sich der Schladming-Pro am Nachmittag mit sicheren Pars auf den ersten beiden Bahnen gut zurecht.

Erst die 3 entwickelt sich dann anders als geplant und brummt Matthias das erste Bogey des zweiten Spieltages auf. Zwar stabilisiert er sein Spiel danach wieder, dem scoretechnischen Ausgleich läuft er jedoch vergeblich hinterher und das er sich kurz vor dem Turn auf der 9 dann sogar den nächsten Fehler eintritt, entbrennt endgültig ein Kampf um den Cut. Zu Beginn der Backnine kann er dann am Par 3 der 10 den Birdiebann aber durchbrechen und verschafft sich mit dem ersten roten Eintrag wieder etwas Luft.

Par 5 Löcher im Griff

Das Birdie bringt das Spiel des jungen Steirers auch sichtlich richtig auf Touren, denn auf der 11 legt er gleich weiter nach und dreht sein Tagesergebnis so in Windeseile sogar wieder auf Level Par zurück. Auch damit hat er noch nicht genug, stopft auch am Par 5 der 12 den fälligen Birdieputt und bekommt nach dem roten Triplepack langsam aber sicher auch die Top 10 wieder ins Blickfeld.

Kurz gönnt er sich dann eine kleine Verschnaufpause, ehe er auf der 15 eine gute Annäherung gewinnbringend in das nächste Birdie ummünzen kann. Da er dann erneut mit der 18 auch das letzte Par 5 der Runde noch zu einem roten Eintrag überreden kann, steht er schlussendlich wie schon am Donnerstag mit der 69 (-3) beim Recording, womit er sich vor dem Wochenende die Platzierung mit seinem Landsmann teilt.

Nach der Runde meint er: „Ich hab heute die ersten neun Löcher nicht gut genug gespielt. Ab der 10 kam ich dann aber besser rein. Fünf unter Par auf den zweiten neun Bahnen war dann echt stark. Ich freue mich gut im Wochenende zu sein und bei gutem Spiel ist noch einiges möglich.“ Kiradech Aphibarnrat (THA) geht nach der 68 (-4) und bei gesamt 12 unter Par als Führender ins Wochenende.

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Form ausgespielt

BMW PGA CHAMPIONSHIP – 1. RUNDE: Matthias Schwab kann seine derzeitige starke Form auch im Wentworth GC ausspielen und reiht sich zum Auftakt mit einer 69 (-2) im Spitzenfeld ein. Bernd Wiesberger hat am Donnerstag lange Zeit mit einem eiskalten Putter zu kämpfen, krallt sich mit einem Birdie-Eagle Finish aber noch eine 71 (-1) was in Sachen Ryder Cup Qualifikation einen angenehmen Start darstellt.

Qualifiziert sich erstmals ein Österreicher für den Ryder Cup? Diese Frage wird am Sonntag beantwortet werden, wenn das Endergebnis der BMW PGA Championship feststehen wird – und es wird an der Miene von Bernd Wiesberger abzulesen sein. Zwar fehlen vor dem Abschluss der Qualifikation nur 75 Punkte auf Rory McIlroy – der in Wentworth gar nicht antritt – doch diese gilt es nicht nur wettzumachen sondern auch die Meute der Verfolger, angeführt von Matt Fitzpatrick oder Viktor Perez, hinter sich zu lassen. Theoretisch könnten auch noch weitere Spieler bis hinunter zu Matthias Schwab dem 17. der europäischen Punkteliste am Burgenländer vorbeiziehen, weshalb es neben dem Zählwettspiel auch ein Rechenspiel geben wird.

Der junge Steirer kommt mit einer frisch überreichten PGA Tourkarte eingeflogen und wird sich in Wentworth für heuer wohl bereits von der European Tour verabschieden. Im Vorjahr kam Schwab beim Flaggschiff-Event der Tour als 37. in die Wertung, Wiesberger dem der Kurs bislang nicht unbedingt lag als 40. Dennoch würde er mit diesem Ergebnis bereits an McIlroy in der europäischen Punkteliste der Ryder Cup-Qualifikation vorbeiziehen.

Matthias Schwab findet zum Start am schwierigen Par 4 zwar souverän in den Tag, muss jedoch bereits am Par 3 danach den ersten Schlagverlust einstecken. Mit der 4 weiß er aber das einzige Par 5 der vorderen Neun gut auszunützen und kann so sein Score recht rasch wieder auf Anfang stellen. Das bringt den Rohrmooser auch sichtlich auch ins Rollen, denn bereits auf der 6 geht sich das zweite Birdie aus, womit er kurz danach sogar in den Minusbereich abtauchen kann.

Sehr gute Ausgangslage

Lange kann er sich zunächst jedoch nicht in den roten Zahlen halten, da ihm die 7 auch das zweite Bogey aufbrummt, womit es prompt wieder zurück auf Level Par geht. Mit souveränem Spiel lässt er danach aber nichts weiter anbrennen und holt sich auf der 13 seinen dritten roten Eintrag ab. Auch danach zeigt der 26-jährige richtig starkes Golf, macht mit weiteren Pars nichts verkehrt und holt sich am ersten der beiden abschließenden Par 5 Löcher den nächsten roten Eintrag ab, womit er mittlerweile sogar bereits die Top 10 knackt.

Stilecht nimmt er dann auch von der 18 noch ein Birdie mit, unterschreibt so schlussendlich sogar die 69 (-3), macht es sich damit nach dem ersten Spieltag als 12. in einer durchwegs angenehmen Leaderboardregion gemütlich und hat so beim Flagschiff Event der Tour nach wie vor noch alle Möglichkeiten offen. „Obwohl ich erst in der Nacht von Sonntag auf Montag aus den USA nach England reisen konnte, gelang mir heute eine solide erste Runde mit 3 unter Par. Ich habe gut gespielt, wenige Fehler gemacht und freue mich auf die nächsten Turniertage“, so seine ersten Worte nach dem starken Auftritt.

Schleppende Frontnine

Gleich auf der 1 setzt es für Bernd Wiesberger an der Seite Ian Poulters (ENG) und Billy Horschels (USA) einen Dämpfer, denn zunächst rollt der Abschlag noch knapp ins Rough, die Annäherung rollt von der kleinen False Front etwas zurück und danach kriecht auch noch der Parputt knapp am Loch vorbei. Nach ewiger Warterei am vierten Tee bringt der Südburgenländer den Abschlag dann nur im Rough unter, nimmt am einzigen Par 5 der Frontnine aber dennoch Risiko und parkt den Ball stark am Vorgrün. Nach komplett misslungenem Eagleputt geht sich aber am Ende nur das Par aus.

Die vergebene Chance auf der langen Bahn rächt sich auch prompt, denn auch am Par 3 danach streikt der Putter, was schließlich im zweiten Bogey mündet. Das scheint auch ein echter Wirkungstreffer zu sein, da er auf der 6 die Annäherung deutlich verzieht und sich auf die kurzgesteckte Fahne schließlich nicht mehr zum Par scramblen kann, womit es immer weiter im Klassement retour geht. Zwar kann er sein Spiel danach wieder stabilisieren, echte zwingende Birdiechancen kann er sich jedoch weiterhin noch keine erarbeiten, weshalb er schließlich nur bei 3 über Par auf den zweiten neun Bahnen ankommt.

Bärenstarkes Finish

Am Par 3 der 10 berechnet er das Break am Grün noch leicht falsch, auf der 11 geht sich dann nach starker Annäherung aus gut zwei Metern aber endlich das erste Birdie aus. Nachdem es sich am Par 5 danach der Drive im Rough gemütlich macht, ist der Oberwarter zur Vorlage gezwungen und verpasst in Folge den roten Doppelpack. Gleich auf der 13 ergibt sich nach starkem Approach aber die nächste Chance, doch wieder macht ihm der 14. Schläger im Bag aus knapp drei Metern einen Strich durch die Birdierechnung.

Zum ersten Mal findet dann auf der 17 ein Abschlag auf einem Par 5 das Fairway und prompt kann der achtfache European Tour Sieger daraus Kapital schlagen, wie sein zweites Birdie unterstreicht. Zum Abschluss bringt er dann die Grünattacke gekonnt am Kurzgemähten unter und da ihm Horschel dann noch dazu die Linie zeigt, stopft er aus großer Distanz sogar zum Eagle, womit sich trotz einer über weite Strecken eher zähen Runde am Ende sogar noch die 71 (-1) ausgeht, was in Sachen Ryder Cup Qualifikation als 51. einen braucbaren Start darstellt, auch weil Matthew Fitzpatrick am Donnerstag „nur“ die 72 (Par) unterschreibt.

Kiradech Aphibarnrat (THA) und Christiaan Bezuidenhout (RSA) legen mit 64er (-8) Runden den besten Start hin.

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Rechenspiele

BMW PGA CHAMPIONSHIP – VORSCHAU: Mit der BMW PGA Championship im Wentworth Club geht die laufende Ryder Cup Qualifikation nun endgültig zu Ende und noch nie war ein Österreicher so knapp am europäischen Team dran wie Bernd Wiesberger heuer. Matthias Schwab kommt mit frischer PGA Tourcard in der Tasche mit breiter Brust nach Surrey.

Alle Zahlenspielerein gehören ab Sonntag Abend der Vergangenheit an, denn dann steht endgültig fest welche neun Spieler Europa beim Kontinentalvergleich mit den USA über die Punktequalifikation fix vertreten werden. Auch Bernd Wiesberger mischt dabei noch voll mit und ist eigentlich sogar enorm knapp am bis dato wohl größten Erfolg eines österreichischen Golfers dran wie noch kein Landsmann vor ihm. Klar ist, dass es Bernd aus eigener Kraft schaffen kann, da er nur noch Rory McIlroy (NIR) in der European Points List einholen muss. Da dieser in Wentworth nicht aufteet hat er somit auch keine Chance sein Punktekonto noch aufstocken zu können.

Vorerst steht auf jeden Fall die Pflichtaufgabe „Cut“ an der Tagesordnung, denn sollte er am Freitag nach zwei Runden bereits wieder seine Sachen packen müssen, hat es sich mit dem Thema Ryder Cup endgültig erledigt. Danach fehlt eigentlich nicht mehr viel, denn beim 8 Millionen Turnier in Surrey gibt es dementsprechend fette Ryder Cup Punkte und da diese derzeit sogar noch doppelt gezählt werden, würde dem Oberwarter sogar wohl ein Platz rund um Rang 50 reichen um die mageren Pünktchen Rückstand auf Rory McIlroy endgültig wettzumachen.

Dieses Szenario beinhaltet allerdings den Aspekt, dass Matthew Fitzpatrick (ENG) im Wentworth Club schlechter als der 35-jährige abschneidet, denn so wenige Punkte Rückstand er auf McIlroy hat, so gering ist auch der Vorsprung auf den Engländer. Damit heißt es mit einem Auge unter anderem auch Fitzpatrick im Auge zu behalten, der nicht erst einmal unter Beweis gestellt hat, dass er mit der anspruchsvollen Anlage in England durchaus gut zurechtkommt. Sollte Fitzpatrick eine gute Woche erwischen und im Spitzenfeld mitmischen, heißt es auch für Bernd Wiesberger Vollgas geben, denn weit hinter dem über die World Points List bereits fix qualifizierten Engländer darf er dann nicht ins Ziel kommen.

Etwas erschwerend kommt hinzu, dass das Par 72 Terrain beim Headquarter der European Tour nicht unbedingt zu den Lieblingswiesen des Oberwarters zählt. Zwar war er bereits einige Male an den Spitzenrängen dran – 2012 gelang mit Rang 12 sein bislang bestes Ergebnis in Wentworth – er verpasste jedoch auch schon zweimal den Cut. Nach derzeitigem Stand der Dinge scheint es sich in der Qualifikation auf den Zweikampf zwischen Bernd und Fitzpatrick zuzuspitzen, wenngleich man auch die Konkurrenz dahinter noch keinesfalls abschreiben darf.

Der Sieger bekommt immerhin stolze 1.335 Punkte und da diese noch dazu doppelt zählen, haben einige Spieler durchaus noch die Möglichkeit das Feld von hinten aufzurollen. Victor Perez (FRA) etwa, der letztes Jahr in Wentworth sogar 2. wurde, könnte ebenfalls noch voll ins Geschehen eingreifen. So unwahrscheinlich der Fall auch sein mag, sogar Matthias Schwab hätte mit einem Sieg und gleichzeitigen Nullnummern der Akteure vor ihm theoretisch noch die Chance sich für Whistling Straits zu qualifizieren.

RYDER CUP-QUALIFIKATION

Rang
NAME
PUNKTE
PROJECTED
3
HATTON
Endstand:
5.242,76
4
WIESBERGER
4.735,79
4.917,87
------------- NICHT QUALIFIZIERT -------------
5
FITZPATRICK*
4.641,62
4.823,70
6
MCILROY*
Endstand:
4.810,17
7
CASEY*
Endstand:
4.110,62
8
PEREZ
3.950,63
4.022,63
9
MACINTYRE
Endstand:
3.696,97
10
MIGLIOZZI
Endstand:
3.599,62
11
DETRY
Endstand:
3,201.54
12
HOVLAND*
2,985.52
3.057,52
13
BLAND
2,882.35
2.931,42
14
ROSE
2,281.75
2.761,88
15
LOWRY
2.498,35
2.705,28
FINAL Update 12.9.2021 - 18:15 MESZ European Points Ryder Cup-Qualifikation
* aktuell qualifiziert über World Points

Hinweis: Aufgrund des enormen Interesses werden wir während der BMW PGA Championship ein Mini-Ranking für die RC-Qualifikation der European Points anbieten. Donnerstag, Freitag upgedatet sobald sich relevante Ergebnisse herauskristallisieren und am Wochenende in Live-Updates. Zu sehen direkt oberhalb des Forums bei den Live Scores der Österreicher

Mit breiter Brust

Der Rohrmooser kommt auch mit stolzgeschwellter breiter Brust nach England, denn nach den drei Finals Series Events auf der Korn Ferry Tour sicherte er sich locker seine PGA Tourcard für kommendes Jahr und wird damit in bereits wenigen Wochen im Rahmen der stärksten Tour der Welt seine Tees in den Boden stecken. Trotz bereits drei Turnieren am Stück und der Anreise aus Indiana lässt sich der 26-jährige das Rolex Series Event in Wentworth aber nicht entgehen.

Der Ryder Cup schwirrt bei Matthias, anders als bei seinem Landsmann, wohl nicht einmal wirklich im Hinterkopf herum, mit einem Topergebnis würde er aber nicht nur wichtige Weltranglistenpunkte machen und sich auch im Race to Dubai deutlich nach vorne arbeiten, darüber hinaus würde er auch eines der erfolgreichsten Monate seiner bisherigen golferischen Profikarriere gebührend abschließen.

Der Wetterbericht verspricht typisch britisches Spätsommerwetter mit einem Mix aus Sonne und leichtem Regen und Spitzenwerten von rund 20 Grad Celsius. Los geht es für Matthias Schwab am Donnerstag bereits um 09:00 MEZ gemeinsam mit Johannes Veerman (USA) und Grant Forrest (SCO). Bernd Wiesberger folgt eine Dreiviertelstunde später in einem der Marquee Flights flankiert von Ian Poulter (ENG) und Billy Horschel (USA).

 

>> SKY überträgt Live und in HD von den BMW PGA Championship.

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Happier zur Open

SCOTTISH OPEN – FINAL: Bernd Wiesberger kommt beim Rolex Series Event im Renaissance Club erst zu spät richtig ins Rollen und kann so trotz einer sehenswerten 66er Finalrunde das erhoffte asbolute Topergebnis nicht mehr mitnehmen. Mit der knallroten Sonntagsperformance reist der Südburgenländer aber mit Sicherheit etwas „happier“ zum Major nach Kent, dass jedoch nun die wohl letzte Chance darstellt um seine hochgesteckten Ziele noch realisieren zu können.

Bernd Wiesberger reiste mit besten Erinnerungen zum European Tour Event nach North Berwick, konnte er doch vor zwei Jahren an eben dieser Wirkungsstätte seinen ersten Rolex Series Titel der Karriere einfahren. Ähnliches würde ihm auch 2021 guttun, denn nach seinem Sieg in Dänemark rutschte er bereits bis auf Rang 59 in der Weltrangliste ab, was sich in naher Zukunft auch schmerzlich auf die Saisonplanung auswirken könnte.

Ein absolutes Topergebnis – Bernd benötigt in Schottland entweder einen geteilten 4. oder alleinigen 5. Platz um den besten 50 der Welt wieder anzugehören – ist somit logischerweise das erklärte Ziel, allerdings erschwert er sich dieses gleich am ersten Spieltag mit einer 71 (Par) doch enorm. Nach einer 68 (-3) am Freitag ging sich zwar der Cut ohne große Schwierigkeiten aus, den Spitzenplätzen kam er jedoch nur bedingt näher und auch eine 69 (-2) am Moving Day verhinderte richtig große Sprünge.

Der notwendige 4. Platz ist somit vor den letzten 18 Bahnen bereits satte sieben Schläge weit entfernt. Wohl wissend, dass im Golf schon verrücktere Sachen passiert sind, will er laut eigener Aussage am Sonntag aber noch einmal alles reinwerfen um eine richtig tiefe Finalrunde notieren zu können. Dank leichtem Regen über Nacht präsentieren sich die Verhältnisse doch bissiger, was dem Oberwarter im Nachhinein betrachtet auch sichtlich in die Karten spielt.

Zu hohe Fehlerquote

Nach zu ungenauem Wedge ergibt sich auf der 1 jedoch noch keine Birdiechance, immerhin besteht er aber den Zweimetertester zum anfänglichen Par. Ein links verzogener Abschlag erschwert auf der 2 zwar aus dem dicken Zeugs die Annäherung, er erwischt aber noch das Grün, benötigt danach aber drei Anläufe und stolpert so schon früh über das erste Bogey. Auch auf der 3 zieht der Drive wieder zu weit nach links, was Bernd schließlich zur Vorlage zwingt. Nach gutem Wedge geht sich aus fünf Metern aber das erste Birdie aus, womit er sein Score sofort wieder auf Level Par dreht.

Endlich findet ein Abschlag auf der 4 dann das Fairway und nach einem weiteren starken Approach sackt er aus 1,5 Metern gleich das nächste Birdie ein. Bei Gegenwind geht Bernd es am kurzen Par 5 defensiv an, lässt das Wedge aber zu weit zurückspinnen und verschiebt danach noch dazu aus einem Meter den Parputt, womit er rasch einen weiteren Fehler picken hat. Der 35-jährige zeigt sich davon aber unbeeindruckt und legt sich zwei Löcher später mit zwei satten Hieben die Eaglechance auf, die er gekonnt aus knapp vier Metern verwertet.

Bereits eine Bahn später hat er dann mit den Grüns aber wieder so seine liebe Mühe, denn mit dem nächsten Dreiputt geht es wieder etwas im Klassement retour. Bernd bleibt aber fokussiert und legt sich nach starker Rettungsaktion am Par 3 der 9 bereits auf der 10 die nächste Eaglechance auf. Zwar hat der erste Putt rein gar nichts mit dem Loch zu tun, sein nächstes Birdie nimmt er aber mit. Dank eines lasergenauen Eisens, das sich perfekt einen guten Meter hinter der Fahne einbremst, geht sich auf der 11 sofort ein weiteres Erfolgserlebnis aus.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mit sicheren Pars legt er auf der 14 einmal mehr eine gute Annäherung aufs Grün und dockt mit seinem bereits siebten Schlaggewinn des Tages auch an den Top 20 an. Standesgemäß nimmt er dann nach einem starken Pitch zum vierten Mal vom Par 5 der 16 ein Birdie mit und hat so plötzlich sogar die besten 10 breit vor sich aufgefächert.

Mit abschließenden stressfreien Pars unterschreibt er so die 66 (-5) und spielt sich mit seiner klar besten Runde der Woche noch bis Rang 26 nach vor. Damit kann er in der Weltrangliste zwar seine Position einigermaßen festigen, spürbarer Vorstoß geht sich damit jedoch keiner aus. „Es war ein anständiger Abschluss der Woche in Schottland und es fühlt sich so an als würde es mit dem Spiel vor den Open in die richtige Richtung gehen“, so Bernd nach seiner letzten Runde in Schottland.

Thomas Detry (BEL) (67), Matt Fitzpatrick (ENG) (67) und Min Woo Lee (AUS) (64) marschieren bei gesamt 18 unter Par über die Ziellinie und müssen sich so den Sieg im Stechen ausmachen. Nach drei gelungenen Abschlägen knallt der Australier dann jedoch die klar beste Annäherung aufs Grün und locht mit gerade mal 22 Jahren nervenstark den Birdieputt aus gut zwei Metern. Damit setzt er sich bereits am ersten Extraloch gegen seine beiden erfahrenen Kontrahenten durch und fährt gleich als ersten European Tour Sieg seiner Karriere einen Rolex Series Titel ein, der ihm auch noch die Türe zu den Open Championship öffnet.

Letzte Chance: Open Championship

Mit dem verpassten Spitzenplatz in Schottland kann er auch die Top 50 der Welt nicht wieder knacken und hat somit nun wohl nur noch die Open Championship in Royal St. Georges kommende Woche um seine selbstgesteckten hohen Ziele noch zu erreichen. Die Open sind auch in gleich doppelter Hinsicht enorm wichtig für den Burgenländer, da er neben zahlreichen Weltranglistenpunkten auch Punkte fürs Non-Member Ranking der PGA Tour sammeln kann.

Die US-Tourcard war vor der Saison eines seiner erklärten Ziele und die Ausgangslage war nach einem 4. Platz bei den RSM Classic letzten November auch richtig gut. Bernd verabsäumte es jedoch bei etlichen Möglichkeiten sich die verbleibenden Punkte noch zu krallen und droht somit nun trotz der starken Ausgangslage und der größeren Zeitspanne aufgrund der coronabedingten Wrap Around-Season dieses Ziel zu verpassen.

Sollte sich kommende Woche jedoch das erhoffte und angepeilte Topergebnis beim Major tatsächlich ausgehen, könnte er in gleich vierfacher Hinsicht jubeln. Zum einen würde er die benötigten Punkte im Non-Member Raking sammeln, zum anderen würde er auch die Top 50 der Welt wieder knacken. Diese würden ihm schließlich auch einen Starplatz bei den St. Jude Invitational garantieren, für die er bis dato noch nicht qualifiziert ist. Zum Drüberstreuen würde er auch einen neuen österreichischen Rekord bei Majors aufstellen, den nach wie vor Markus Brier inne hat.

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Nicht näher gekommen

SCOTTISH OPEN – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger kann den Moving Day im Renaissance Club nicht wirklich ausnützen und tritt mit einer 69 einigermaßen auf der Stelle. Damit rückt auch das erhoffte Topergebnis in richtig weite Ferne.

Bernd Wiesberger gelang am Freitag im Renaissance Club zwar eine deutliche Verbesserung, an die Topränge konnte er mit einer 68 (-3) jedoch nicht anschließen. Am Samstag benötigt Österreichs Nummer 1 somit bereits eine knallrote Performance, soll sich am Sonntag das erhoffte Spitzenresultat – Bernd benötigt beim Rolex Series Event wohl mindestens einen 4. Platz um die Top 50 wieder knacken zu können – noch ausgehen.

Zu Beginn geht es jedoch gleich in die ganz falsche Richtung, denn mit einem anfänglichen Bogey rasselt er sofort deutlich im Klassement zurück. Zumindest kann er zeitnah am Par 5 der 3 auch das erste Birdie einsacken, womit er sein Score rasch wieder auf Level Par zurückdreht. Das stabilisiert sichtlich auch sein Spiel und nachdem am Par 3 der 6 zum zweiten Mal am Samstag alles zusammenpasst, dreht er sein Tagesergebnis erstmals auch in den roten Bereich.

Viel Leerlauf

Anstatt allerdings am Par 5 der 7 gleich weiter nachzulegen, stolpert er auf der langen Bahn sogar über sein zweites Bogey und steckt so weiterhin hartnäckig im hinteren Drittel fest. Zumindest entpuppt sich die 8 wieder als gewinnbringend, womit er den Par 5 Faux-pas postwendend egalisieren kann. Mit einer langen Parserie macht er danach zwar nichts verkehrt, kommt den lukrativen Leaderboardregionen damit aber nicht näher.

Erst das Par 5 der 16, das sich mit dem bereits dritten Birdie dieser Woche langsam zu seiner Lieblingsbahn entwickelt, entpuppt sich wieder als gewinnbringend, womit er sich wenigstens ein wenig weiter nördlich im Klassement einreihen kann. Mehr als die 69 (-2) geht sich schlussendlich am Samstag aber nicht aus, womit er im Klassement als 48. einigermaßen auf der Stelle tritt und auch dem erhofften Spitzenresultat nicht näher kommt.

Nach der Runde meint er auf Instagram: „Mein Spiel war heute nicht wirklich voll da, weshalb ich mich über den Score nicht beschweren darf. Ich hoffe morgen noch auf eine Schiffsladung voll Birdies und werde alles reinwerfen um noch eine tiefe Finalrunde notieren zu können.“ Matthew Fitzpatrick (ENG) und Thomas Detry (BEL) gehen bei gesamt 14 unter Par als Co-Leader in die finale Umrudung. Nur um einen Schlag dahinter lauert US Open Champion Jon Rahm (ESP).

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Pflicht erfüllt

SCOTTISH OPEN – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger erfüllt am Freitag im Renaissance Club mit einer 68 die Pflichtübung „Cut“, die angepeilten Topränge sind vor dem Wochenende jedoch bereits einige Schläge weit weg. Matthias Schwab verpasst in North Berwick sein erstes Wochenende der Saison.

Bernd Wiesberger und Matthias Schwab konnten sich nach den ersten 18 Löchern kaum zufrieden zeigen, denn mit den durchwegs ansehnlichen Scores kamen beide Österreicher nicht annähernd mit. Während Bernd beim Rolex Series Event auf die prognostizierte Cutlinie bereits zwei Schläge gutmachen muss, fehlen Matthias sogar deren drei, was bedeutet, dass beide Österreicher am Freitag eine deutliche Steigerung realisieren müssen.

Gleich am ersten Loch zieht Bernd Wiesberger dann Parallelen zum Vortag, denn nachdem sich gestern auf der 1 ein anfängliches Birdie ausging, ist es diesmal das Par 5 der 10, dass sich für den Burgenländer als gewinnbringend erweist. Danach enden zum Glück für Bernd aber die Gemeinsamkeiten mit dem Vortag, denn diesmal findet er nach recht sicheren Pars danach am Par 3 der 14 recht zeitnah ein weiteres Erfolgserlebnis, das ihn auch auf Kurs in Richtung Wochenende bringt.

Die Par 5 hat er am Freitag generell deutlich besser im Griff, denn mit der 7 entwickelt sich auch die zweite lange Bahn gewinnbringend, womit sich der Oberwarter erstmals sogar etwas Luft in Richtung der gezogenen Linie verschafft. Das bringt ihm endgültig die „2019 Magic“, die Bernd nach der ersten Runde selbst ansprach, denn gleich auf der 17 nimmt er das nächste Birdie mit und bastelt so bereits nach nur acht gespielten Bahnen an einer knallroten zweiten Umrundung.

Schwung eingebüßt

Die 1 bremst den Vorwärtsdrang dann in Form des ersten Fehlers aber doch spürbar ab. Das kostet auch sichtlich den Rhythmus, wenngleich er mit Pars so gut wie nichts verkehrt macht. Erst das Par 5 der 7 erweist sich dann aber wieder als gewinnbringend, da er sich zum Abschluss am Par 3 der 9 aber auch noch ein Bogey einfängt, muss er sich mit der 68 (-3) zufrieden zeigen.

Diese reicht zwar um als 53. sicher das Wochenende zu erreichen, die Spitzenplätze sind so aber doch bereits etwas weiter weg, was bedeutet, dass er am Samstag und Sonntag wohl enorm tiefe Runden wird auspacken müssen und das angepeilte Topergebnis noch einfahren zu können.

„Ich hab früh in der Runde die erhoffte Magie gefunden, leider sind danach auch Fehler passiert. Fürs Wochenende sollte es aber reichen“, so Bernd direkt nach der Runde auf Instagram.

Erstmals gescheitert

Matthias Schwab erschwert sich die angepeilte Aufholjagd gleich auf der 2 mit einem frühen Bogey noch zusätzlich. Danach verewigt er zwar recht sichere Pars auf der Scorecard, läuft jedoch weiterhin dem ersten Birdie am Freitag vergeblich hinterher und da er sich schließlich auf der 8 und der 9 die nächsten Fehler eintritt, nimmt der erste verpasste Cut der Saison langsam aber sicher konkrete Formen an.

Auch auf den Backnine kommt Matthias nicht ins Laufen, muss am Par 3 der 12 einen weiteren Fehler einstecken und hängt so mittlerweile richtiggehend im Leaderboardkeller fest. Zwar beendet er die Runde schließlich sogar mit gleich zwei roten Einträgen und verhindert so einen komplett birdielosen zweiten Spieltag, mit der 73 (+2) geht sich der Wochendeinzug als 129. jedoch ganz klar nicht aus.

Nach wie vor wartet Matthias Schwab somit in Schottland auf die Teilnahme an einem Moving Day, denn auch bei den bisherigen beiden Auftritten bei den Scottish Open scheiterte der Steirer bereits nach dem zweiten Spieltag. Jon Rahm (ESP), Thomas Detry (BEL) und Jack Senior (ENG) gehen bei gesamt 11 unter Par als Co-Leader in den Moving Day.

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Wenig erfreuliches

SCOTTISH OPEN – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger hat im Renaissance Club mit viel Leerlauf zu kämpfen und arbeitet sich regelrecht noch zumindest zu einer 71, womit er sich jedoch nur hinter der prognostizierten Cutmarke einreiht. Matthias Schwab muss sich sogar mit einer 72 anfreunden.

Bernd Wiesberger reist als Champion von 2019 zur Scottish Open an, die auch heuer im Renaissance Club von North Berwick ausgetragen wird. Damit stehen in Europa zwei absolute Saison-Highlights im Links-Golf an, zuerst der Rolex Series-Event mit 8 Millionen Dollar und danach die Open-Championship, Europas einziges Major.

Für Wiesberger zählt es jetzt auch so richtig, was bedeutet, dass er seine starke Form der letzten Wochen mitbringen muss um am letzten Drücker seine hochgestecken Saisonziele noch zu erreichen. Nur noch die beiden Links-Highlights bleiben dem Oberwarter um in die Top 50 der Welt zurückzukehren und um sich für das WGC-Event in St. Jude zu qualifizieren sowie eine PGA Tourcard abzustauben.

Der Start kann sich dann auch gleich durchaus sehen lassen, denn schon auf der 1 stopft der Burgenländer den fälligen Birdieputt und taucht so von Beginn an in den roten Bereich ab. Da er sich allerdings zwei Bahnen später ausgerechnet am ersten Par 5 auch ein Bogey eintritt, geht es rasch wieder auf den Ausgangspunkt zurück. Recht souverän spult er danach die Pars ab, wenngleich er sich mit etwas zu ungenauen Annäherungen oder verschobenen Putts selbst die Chance auf ein weiteres Birdie raubt.

Viel Leerlauf

Mit den Par 5 steht er dann darüber hinaus auch weiterhin auf Kriegsfuß, denn auch die zweite lange Bahn entwickelt sich alles andere als prickelnd und hängt dem 35-jährigen das nächste Bogey um. Mit soliden Pars macht er danach zwar nicht viel falsch, läuft einem weiteren Erfolgserlebnis aber auch zu Beginn der Backnine weiterhin vergeblich hinterher. Ganze acht Löcher lang muss er sich gedulden, ehe mit der 16 zumindest das letzte der vier Par 5 Bahnen ein Birdie bereithält, was ihn kurz vor Schluss wieder auf Even Par zurück bringt.

Anknüpfen kann er an sein zweites Birdie aber nicht mehr, lässt aber zumindest mit abschließenden Pars auch nichts mehr anbrennen. Mit der 71 (Par) kann er mit den durchwegs guten Scores aber zu keiner Zeit mithalten und startet als 96. sogar nur deutlich hinter der prognostizierten Cutmarke in den zweiten Spieltag.

„Das war einer dieser Tage … zumindest haben ein paar längere Putts zum Par den Weg ins Loch gefunden. An den nächsten Tagen brauch ich ein wenig von der 2019er Magie. Auf geht’s“, gibt sich Bernd nach der zähen Donnerstags-Performance betont kämpferisch.

Rucksack umgehängt

Matthias Schwab könnte mit Topergebnissen bei den beiden Links-Highlights die Top 100 der Welt knacken und sich auch zusätzlichen Push für seine erste Olympia-Teilnahme holen. Zum Auftakt ist der Steirer mit früher Startzeit unterwegs und findet mit einem Par 5 Birdie auf der 10 nahezu perfekt ins Turnier. Auch danach zeigt der Rohrmooser in der frühen Phase richtig starkes Golf und lässt mit darauffolgenden Pars nichts anbrennen.

Erst auf der 16, der zweiten langen Bahn, endet die souveräne Serie dann, denn mit einem Par 5 Bogey rutscht er wieder auf Level Par zurück. So richtig ins Rollen kommt der Schladming-Pro in Folge nicht mehr und tritt sich kurz vor dem Wechsel auf die ersten Neun noch einen weiteren Fehler ein, was ihm klassementtechnisch doch einiges an Boden kostet. Zwar fängt er sich danach wieder und weiß weitere Fehler fernzuhalten, muss sich aber bis zur 4 gedulden, ehe er sich über den scoretechnischen Ausgleich freuen darf.

Wieder kann er dies aber nicht als Initalzündung verwenden und rutscht am Par 3 der 6 einmal mehr in den Plusbereich zurück. Zwar kontert er ein weiteres Bogey am Par 3 der 9 noch aus, mit der 72 (+1) hängt er sich zum Auftakt jedoch einen durchwegs schweren Rucksack um und wird sich am Freitag als 113. einigermaßen steigern müssen um nicht nur die heuer noch blütenweiße Cutweste weiterhin zu verteidigen, sondern auch um nicht die Serie der verpassten Wochenenden bei den Scottish Open ungewollt zu verlängern.

Ich habe heute gut gespielt, aber nicht gut gescored und so kam das Ergebnis von 1 über Par zustande, was ich akzeptieren muss. Mit einer guten Runde morgen kann ich mich aber sicherlich noch ohne Weiteres ins Wochenende spielen“, so Matthias nach den ersten 18 Löchern.

Engländer stark zum Auftakt

Was der Renaissance Club zulässt beweist der Engländer Jack Senior mit der 64. Bei 7 unter Par hat er einen minimalen Vorsprung auf US Star Justin Thomas sowie den Routinier Lee Westwood.

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Jetzt zählt’s

SCOTTISH OPEN – VORSCHAU: Bernd Wiesberger muss an den beiden kommenden Links-Wochen hellwach sein um sich einerseits noch einen Startplatz beim WGC-Event in Memphis sichern zu können und andererseits um das selbstgesteckte Ziel einer PGA Tourcard noch Realität werden zu lassen. Matthias Schwab hat nach zwei verpassten Cuts mit Schottland noch eine kleine Rechnung offen.

Bernd Wiesbergers Saison gestaltet sich doch einigermaßen zwiespältig. Auf der einen Seite fuhr er erst vor wenigen Wochen seinen bereits achten European Tour Sieg ein, auf der anderen Seite klafft zwischen den selbstgesteckten Zielen, die er in der Vorbereitung auf das Jahr in einem Interview formulierte, und der Realität doch eine gewisse Lücke, die in absehbarer Zeit auch kostspielig werden könnte.

Derzeit wäre der Burgenländer aufgrund seiner Weltranglistenposition – Bernd rutschte seit seinem Sieg in Dänemark bereits bis auf Rang 59 zurück – für das WGC Event in Memphis nicht startberechtigt und würde somit sein erstes richtig großes Turnier seit längerer Zeit verpassen. Nur mit zumindest einem echten Topergebnis in den beiden kommenden Wochen könnte sich dies noch ändern.

Das Gefühl sollte beim 35-jährigen aber durchaus ein positives sein, reist er doch immerhin als Champion von 2019 zum Rolex Series Links-Spektakel nach Schottland: „Den Renaissance Golfclub in North Berwick habe ich natürlich in guter Erinnerung.“ Da eine Woche danach die 149. Open Championship anstehen, nützen das Event in dieser Woche etliche Hochkaräter als Vorbereitung, weshalb die Scottish Open mit gleich fünf Spielern aus den Top 10 der Weltrangliste aufwarten kann, was gerade für ein reines European Tour Turnier fast schon außergewöhnlich ist.

Viel auf dem Spiel

Umso besser für Bernd Wiesberger, denn mit einer starken Performance und einem guten Abschneiden, könnte es so in der Weltrangliste rasch wieder in die richtige Richtung gehen. „Natürlich ist die Scottish Open zum einen eine perfekte Vorbereitung auf die Open Championship in der darauf folgenden Woche. Das Turnier an sich ist allerdings schon ein Highlight im Turnierkalender und mit einer derart starken Besetzung gibt es viele Punkte für die Weltrangliste zu holen.“

Sollte Österreichs Nummer 1 nicht so richtig ins Rollen kommen und bei beiden Turnieren ein Topergebnis verpassen, könnte dies auch die Saisonplanung für kommendes Jahr einigermaßen durcheinanderwirbeln, denn seit seinem 4. Platz bei den RSM Classic im Rahmen der PGA Tour letzten November, fehlt Bernd in der Covid bedingten Wrap-Around Season in Übersee auf eine PGA Tourcard eigentlich nicht mehr allzu viel.

Mit verpassten Cuts beim Players, den PGA Championship und den US Open, sowie wenig Zählbarem beim Masters und beim WGC Match Play konnte er jedoch kaum weitere Pünktchen sammeln. Sollte er die Qualifikationskriterien für die St. Jude Invitational verfehlen, bleibt Bernd Wiesberger eigentlich nur noch die Open Championship um richtig dick anzuschreiben. Gerade Europas einziges Major war bislang allerdings nicht gerade von Erfolg gekrönt, denn ein 32. Platz im Jahr 2019 war dabei noch das Höchste der Gefühle.

Aus der Konstanz Kapital schlagen

Für Matthias Schwab gestaltet sich die Ausgangslage im Gegensatz zu seinem Landsmann zwar einigermaßen differenzierter, doch auch der 26-jährige könnte sich in den beiden kommenden Wochen richtig in die Auslage spielen. Bereits einige Male war der Steirer ganz nah am großen Wurf dran, der bislang jedoch einfach noch nicht gelingen wollte.

Durch das megastarke Starterfeld könnte sich seine Konstanz – Matthias glänzte heuer bereits mit fünf Top 10 Ergebnissen – aber richtig bezahlt machen, denn endlich könnte es für ihn mit einem Topergebnis auch in der Weltrangliste spürbar in Richtung Norden gehen.

Mit den Scottish Open hat Matthias eigentlich auch noch eine kleine Rechnung offen, denn bei seinen bisherigen beiden Antreten verpasste er jeweils den Cut. Dieser Umstand soll sich 2021 auf jeden Fall ändern. Der Wetterbericht verspricht ziemlich typisch schottisches Wetter, denn bis auf den ersten Spieltag kann bei rund 20 Grad Celsius immer wieder leichter Nieselregen einsetzen.

Los geht es für Matthias Schwab bereits um 09:30 MEZ auf der 10 flankiert von Henrik Stenson (SWE) und Graeme McDowell (NIR). Bernd Wiesberger ist zum Auftakt mit später Startzeit ab 14:30 MEZ gemeinsam mit Aaron Rai (ENG) und Francesco Molinari (ITA) unterwegs.

 

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