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Schlagwort: ryder cup

Historische Schlappe

43rd RYDER CUP – FINAL: Collin Morikawa versenkt in Whistling Straits den Winning Putt und Team Europa gleich mit! Der alte Kontinent wird von den USA in Wisconsin regelrecht vorgeführt und muss mit einer 19 : 9 Niederlage die bis dato schlimmste Schlappe in der modernen Ryder Cup Historie hinnehmen. Bernd Wiesberger muss sich auch gegen Brooks Koepka geschlagen geben und beendet sein Ryder Cup Debüt nach drei Auftritten mit 0 Punkten.

Noch nie war ein amerikanisches Team derart favorisiert wie heuer in Whistling Straits. Und auch noch nie konnte ein amerikanisches Team diese Rolle derart bestätigen wie am Links Course entlang des Lake Michigan. Von den Vierern am Freitag weg waren Stars & Stripes mit nur ganz wenigen Ausnahmen schlicht eine Nummer zu groß für Europa, wie auch der Zwischenstand von bereits 6 : 2 nach den ersten Klassischen Vierern und den ersten Bestballs zeigte.

Am Samstag ergab sich dann in der eigentlichen Domäne der Europäer ein ganz ähnliches Bild, denn wieder waren die US-Boys nahezu in allen Belangen überlegen und erarbeiteten sich vor den abschließenden Singles einen komfortablen 11 : 5 Vorsprung. Die Dominanz nimmt schlussendlich in den Einzeln dann sogar noch zu, denn die Amerikaner krallen sich von den 12 zu spielenden Matches gleich sieben, teilen zwei und müssen sich nur dreimal geschlagen geben, was am Ende in einer für Europa vernichtenden 19 : 9 Niederlage mündet. Noch nie in der modernen Ryder Cup Historie – seit 1979 spielen die USA gegen den gesamten europäischen Kontinent – fiel die Entscheidung deutlicher aus. „Es tut mir so leid. Ich hätte gerne mehr für mein Team getan“, meinte Rory McIlroy unter Tränen stellvertretend für die gesamte Auwahl.

Brotlose Kunst

Mit Bernd Wiesberger qualifizierte sich erstmals ein Österreicher fürs europäische Team und wurde von Captain Padraig Harrington auch gleich dreimal in die Schlacht geworfen. Im Bestball am Freitag Nachmittag musste er sich gemeinsam mit Paul Casey Dustin Johnson und Xander Schauffele mit 2 & 1 geschlagen geben. Am Samstag Vormittag durfte er dann mit neuenm Partner Viktor Hovland im Klassischen Vierer ran. Die Fanlieblinge Justin Thomas und Jordan Spieth waren für die beiden Rookies trotz recht früher 3 Auf Führung am Ende aber eine Nummer zu groß, wie eine 2 Down Niederlage bewies.

Zum Abschluss wartete in den Singles schließlich noch Brooks Koepka und der Burgenländer lieferte sich einmal mehr eine harte Schlacht, die am Ende aber unbelohnt blieb. Der mehrfache Major Champion aus Florida lochte immer wieder aus großen Distanzen und lief vor allem im Finish zur Hochform auf. Ein fast Hole in One auf der 17 beendete schließlich auch die allerletzten Bemühungen des Österreichers. Nach einer 2 & 1 Niederlage tritt Bernd Wiesberger mit 0 Punkten bei 3 Starts wieder die Heimreise an. Beim Ryder Cup zählen nunmal nur Punkte, weshalb die durchaus ansprechende Leistung des 35-jährigen am Ende wohl unter die Kategorie „brotlose Kunst“ fällt.

SONNTAG SINGLES


SCHAUFFELE (F) MCILROY

3&2

4&2

CANTLAY (F) LOWRY

4&3

SCHEFFLER (F) RAHM

3&2

DECHAMBEAU (F) GARCIA
A/S MORIKAWA (F) HOVLAND A/S

1UP

JOHNSON (F) CASEY

2&1

KOEPKA (F) WIESBERGER
FINAU (F) POULTER

3&2

4&3

THOMAS (F) HATTON
ENGLISH (F) WESTWOOD

1UP

A/S SPIETH (F) FLEETWOOD A/S

1UP

BERGER (F) FITZPATRICK

LIVE BLOG SINGLES

Pünktlich um 18:04 MEZ schlägt Rory McIlroy den ersten Drive auf der 1 ab und legt gleich ein Vollbrett stark knapp nebens Grün. Xander Schauffele matcht den Abschlag zwar ohne mit der Wimper zu zucken, verschiebt aber den kurzen Birdieputt, womit Europa gleich mit dem ersten Loch der abschließenden Singles in Führung geht. Während Lowry im zweiten Match die 1 mit Cantlay teilt, benötigt Europas Zugpferd Jon Rahm wie schon am Vortag erneut etwas Zeit um richtig warm zu werden, denn gleich die 1 und die 2 muss er Scottie Scheffler nach knapp verschobenen Putts überlassen.

Während sich Lowry mit Birdie die 2 schnappt und gleich darauf die 3 verliert, sorgt Bryson DeChambeau am Eröffnungsloch für die ersten echten Jubelstürme, denn der Mega-Longhitter trifft mit dem Teeshot das Grün und stopft in Folge sogar den Eagleputt, womit er Garcia prompt die Rücklichter zeigt. Auch der zweite Spanier hat weiterhin Probleme, denn Rahm bekommt weiterhin keinen Fuß auf den Boden und muss Scheffler auch die 3 überlassen, womit er bereits 3 Down zurückliegt. Immerhin dominiert McIlroy sein Match weiterhin mit mittlerweile 2 Up und auch Viktor Hovland kann Collin Morikawa die 1 abluchsen.

Scottie Scheffler spielt auch weiterhin wie von einem anderen Stern und demoralisiert Jon Rahm regelrecht, denn Europas Schlachtross Nummer 1 liegt nach nur vier Löchern bereits 4 zurück. Sergio Garcia ergeht es kaum besser, muss doch auch er ein weiteres Loch verloren geben, dass er sich aber immerhin sofort wieder zurückholt. Auch Shane Lowry gerät zunehmend unter Druck und liegt bereits gegen Cantlay mit 2 Down zurück. Brooks Koepka überreicht Bernd Wiesberger mit einem verzogenen Abschlag in den Busch und daraus resultierendem Drop die 1 nahezu am Silbertablett, womit Österreichs erster Ryder Cupper sein Duell von Beginn an in Richtung Europa zieht.

Viktor Hovland zeigt sich besonders nervenstark, nimmt Morikawa auch die 2 ab und locht auf der 3 einen starken Putt zum Teilen, womit das Pendel in Duell Nummer 5 weiterhin klar in Richtung Europa ausschlägt. Nach und nach switcht das Momentum aber wieder weiter auf die US-Seite, denn Bernd Wiesberger bunkert sich im vorgelagerten Grünbunker ein und muss so prompt den Ausgleich einstecken. Auch Rory McIlroy hat zu kämpfen und liegt nur noch 1 Up. Shane Lowry wird von FedEx-Cup Champion Patrick Cantlay mittlerweile regelrecht demontiert, denn nach dem vierten Lochverlust in Folge hat er bereits ordentlich Holz wegzuhobeln. Immerhin findet Jon Rahm langsam seinen Rhythmus und ringt Scottie Scheffler das Par 5 der 5 ab.

Sergio Garcia kommt langsam ins Rollen und nimmt DeChambeau immerhin die 3 und die 5 ab und tastet sich so wieder bis auf ein Loch an den Fanliebling heran. Am kurzen Par 4 der 6 reicht Bryson sogar ein kleines Hölzchen, womit die Fans zunächst nichts anfangen können. Ein „Folks, we’re still going for the green, calm down“ lässt dann aber sogar Garcia neben ihm schmunzeln. „Postman“ Poulter liefert zunächst mal sicher auf der 1 und auch McIlroy und Hovland halten weiterhin die Führung. Derzeit liegen damit die USA in vier Duellen vorne, Europa in 3.

Bernd Wiesberger drückt zwar auf der 4 wieder aufs Tempo und nimmt der ehemaligen Nummer 1 der Welt das nächste Loch ab, muss Koepka aber danach die 5 überlassen, womit das Duell hin und her geht. Tyrrell Hatton ist gegen Justin Thomas auf den ersten Löchern bereits schwer unter Druck und liegt schon 2 Down. Nachdem nun auch Daniel Berger und Matthew Fitzpatrick ihre Bälle ins Spiel gebracht haben, sind nun endgültig alle Matches voll in Gange. Langsam aber sicher müssen die Europäer nun aber einen Zahn zulegen, denn nach derzeitigem Stand der Dinge – gleich sieben Matches würden derzeit in Richtung Stars & Stripes gehen – würde es für den alten Kontinent eine ziemlich herbe Niederlage setzen.

Bernd Wiesberger stemmt sich mit allem was er hat gegen Koepka und locht auf der 6 noch einen starken Putt aus fünf Metern mit Break zum Teilen. Ein Loch später muss er dem US-Amerikaner aber den Vortritt lassen und läuft damit erstmals hinterher. Viktor Hovland hingegen hat seinen Rhythmus nach dem starken Start komplett eingebüßt, denn mit gleich vier verlorenen Bahnen en-suite liegt er mittlerweile sogar 2 Down. Vor allem in den ersten Partien – McIlroy bei 3 Up ausgenommen – müssen sich die Europäer deutlich steigern, denn nach dem jetzigen Stand würde der Ryder Cup bereits im fünften Match an die USA gehen.

Rory McIlroy ist zwar bei einem Zwischenstand von 3 Auf nach 14 drauf und dran das erste Match für Europa in trockene Tücher zu bringen, dafür aber kommt Jon Rahm auch weiterhin nicht richtig ins Rollen und liegt nach wie vor bei 3 Down, womit dieser Punkt langsam aber sicher ziemlich rot eingefärbt wird. Der Zwischenstand sieht derzeit aus Sicht Europas im Gesamten alles andere als rosig aus, da viele Partien jedoch gerade mal bei 1 Auf oder geteilt sind ist nach wie vor noch nichts gewonnen oder verloren.

Nicht nur, dass Rory McIlroy auf der 15 einen Putt aus nicht einmal einen Meter vorbeischiebt und es so noch verabsäumt auf das erste Match den Deckel draufzusetzen, laufen die USA mit Fortdauer der Singles immer heißer, womit den Europäern langsam aber sicher eine historische Pleite droht. Derzeit führen die US-Boys in gleich neun der zwölf Duelle, womit nach derzeitiger Projection die USA mit dem unglaublichen Score von 20,5 : 7,5 triumphieren würde. Immerhin beendet McIlroy auf der 16 dann engültig jegliche Diskussionen und holt mit einem 3 & 2 gegen Xander Schauffele den ersten Punkt am Sonntag.

Bernd Wiesberger fightet gegen Brooks Koepka wie ein Löwe und fordert den mehrfachen Major-Champion so richtig. Auf der 10 benötigt der US-Amerikaner sogar einen wahren Monsterputt um das Loch noch teilen zu können, die 11 geht dann nach starker Annäherung aber an den Österreicher, womit er das Duell wieder auf All Square stellt. Gleich darauf hat er sogar die Tochance in Führung zu gehen, aus 1,5 Metern spielt der Putter aber nicht mit. Jon Rahm ergeht es deutlich schlechter, denn nach der 15 muss er Scottie Scheffler zu einem überzeugenden 4 & 3 Sieg gratulieren. Nur Sekunden danach beendet auch Shane Lowry mit einer 4 & 2 Niederlage gegen Patrick Cantlay seinen letzten Auftritt.

Mit einem 3 & 2 Erfolg fährt Bryson DeChambeau schließlich auf der 16 gegen Sergio Garcia den 14. US-Punkt ein, womit den Vereinigten Staaten nur noch ein halbes Pünktchen auf den Sieg fehlen. Viktor Hovland kämpft sich mit starkem Putt zwar zurück auf All Square, dafür aber rächt sich die ausgelassene Chance von Bernd Wiesberger auf der 12, nachdem Koepka auf der 13 aus etwa sieben Metern locht und so wieder in Führung geht. Sofort kämpft sich der Südburgenländer aber wieder zurück und krallt sich nach einem Ausflug Koepka’s in die Native Area die 14.

Collin Morikawa bleibt es schließlich vorbehalten den entscheidenden Putt zu lochen, denn mit dem Lochgewinn auf der 17 geht der Champion Golfer of the Year mit 1 Auf auf die 18 und holt damit, obwohl er das Schlussloch noch dem Norweger überlassen muss, mit dem halben Punkt die endgültige Entscheidung. Für Europa geht es somit nun nur noch um Schadensbegrenzung und vor allem darum in Whistling Straits nicht noch komplett unterzugehen. Bernd Wiesberger jedenfalls kann auch gegen Brooks Koepka mit einer 2 & 1 Niederlage nichts mitnehmen und hält damit nach drei Auftritten beim Ryder Cup bei 0 Punkten, was sich der Oberwarter mit Sicherheit anders vorgestellt hätte.

Justin Thomas lässt gegen Tyrrell Hatton überhaupt keine Zweifel aufkommen und holt mit einem 4 & 3 Erfolg den nächsten Punkt. Fast zeitgleich schnappt sich auch Dustin Johnson gegen Paul Casey mit 1 Auf den Sieg. Ian Poulter hält zwar gegen Tony Finau mit 3 & 2 die europäische Flagge noch einmal hoch, richtige Freude kommt beim Routinier aber verständlicherweise nicht auf. Lee Westwood profitiert am Ende auf der 18 von einer misslungenen Annäherung seines Kontrahenten und fährt so immerhin gegen Harris English einen 1 Auf Sieg ein. Tommy Fleetwood und Jordan Spieth teilen am Ende ihr Match, allerdings versenkt Matt Fitzpatrick seine Annäherung auf der 18 und muss sich so Daniel Berger noch 1 Down geschlagen geben, weshalb es mit einer 19 : 9 Niederlage eine historische Schlappe setzt. Noch nie fiel eine Entscheidung in der modernen Ryder Cup Historie derart deutlich aus.

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Nichts aufgeholt

RYDER CUP – SAMSTAG FOURBALLS – Eine Punkteteilung mit 2 : 2 in den abschließenden Vierern war das höchste der Gefühle für Europa. USA führt mit 11 : 5 vor den Singles.

Die erhoffte Aufholjagd der Europäer am Samstag Nachmittag fand nicht statt. Einmal mehr sind es Jon Rahm und Sergio Garcia, die diesmal Brooks Koepka und Jordan Spieth verlässlich die Punkte entführen und erstmals auch Rookie Shane Lowry, der an der Seite von Tyrrell Hatton gegen Finau / English die Oberhand behalten. Doch mehr als mit 2 : 2 die Session zu teilen, ist nicht drinnen, da McIlroy / Poulter und Fleetwood / Hovland einmal mehr ihre Normalform nicht erreichen.

Man muss bis ins Jahr 1975 zurückgehen um eine schlechtere Ausgangsposition für die Europäer vor den Singles zu finden. Als Europa 2004 in Oakland Hills mit 6 Punkte führte, gewannen sie am Ende gar mit 9 Zählern Vorsprung. Selbst das „Wunder von Medinah“, wo Europa einen Rückstand von 4 Punkten in einen Einpunkte-Vorsprung drehte, würde somit diesmal nicht reichen um den Ryder Cup erfolgreich zu verteidigen.

SAMSTAG FOURBALLS


(F)

1 UP

FINAU / ENGLISH vs LOWRY / HATTON
Shane Lowry legt mit einem 310 Meter Vollbrett los und drived das Eröffnungsloch kurzerhand an. Sein Zweiputt-Birdie radiert jedoch Harris English mit gefühlvollem Birdieversuch locker aus. Lowry bleibt auch am ersten Par 5 der Popeye-Strategie treu, versenkt den Grünschuss aber im Sand. Der Ire kann es aber auch gefühlvoll und bastelt das Sandy-Birdie zusammen, dass aber erneut English ausgleicht.

Shane Lowry trägt zu Beginn nicht nur das europäische Team und ist zur Stelle wenns drauf ankommt, er stopft auf der 3 auch einen wahren Monsterputt, worauf selbst Finau und English keine Antwort mehr parat haben. In Folge entwickelt sich eine zwar sehr souveräne aber auch highlightarme Partie, denn die restlichen Löcher der Frontnine werden allesamt geteilt. Erst auf der hinteren Platzhälfte kommt dann auch Tyrrell Hatton langsam auf Touren und sichert mit einem sehenswerten Putt auf der 11 den zweiten Lochgewinn für die Europäer.

Nachdem weder Lowry noch Hatton auf der 13 das Birdie notieren können, schlägt Tony Finau erstmals im Match für die USA zu und verkürzt aus seiner Sicht auf nur noch 1 Down. Loch um Loch teilen sich die beiden Teams dann, ehe es auf der 18 zu einem wahren Herzschlagfinale kommt. Hatton trifft als einziger der vier Spieler das Fairway, kann daraus aber kein Kapital schlagen, da er sich im Grünbunker einbuddelt. Lowry kann aus unguter Situation nur vorlegen, stopft aber am Ende aus vier Metern den wichtigen Parputt und holt so mit einem 1 Auf Sieg den Punkt für Europa.


(F)

2 & 1

KOEPKA / SPIETH vs RAHM / GARCIA
Jon Rahm bleibt weiter der Schrecken der Gastgeber und holt sich am Eröffnungsloch nach starkem Pitch und Putt als einziger das Birdie und bringt Europa sofort in Führung. Lange währt die Freude aber nicht, denn Jordan Spieth packt am Par 5 der 2 sein bestes Spiel aus und sorgt mit dem Eagle für den sofortigen Ausgleich. Prompt schlägt Jon Rahm aber zurück und stellt mit einem Par am vom Starkwind geplagten Par 3 der 3 die europäische Führung wieder her.

Auch danach ist der bullige Spanier ganz klar der Mann der Stunde, denn auf der 4 stopft er sogar einen wahren Monsterputt zum Birdie und holt so gleich das nächste Loch. Jordan Spieth legt zwar einen richtig starken Teeshot aufs Par 3 der 7, doch wieder ist es Jon Rahm der am Ende jubelt, denn nach einem weiteren Superputt ist Spieth’s Versuch plötzlich nur noch zum Teilen und da er dann noch dazu den Ball links vorbeischiebt, steht es sogar 3 Auf für Europas Bank in Whistling Straits.

Erst auf der 8 geht erstmals so richtig der „Roar“ durch die Zuschauermassen, denn Brooks Koepka versenkt seinen Birdieputt und holt so den ersten Lochgewinn für Stars & Stripes, womit er aus Sicht der USA auf nur noch 2 Down verkürzt. Das lässt auf der einen Seite die US-Boys richtig auf Touren kommen und kostet auf der Gegenseite etwas den Rhythmus bei Rahm und Garcia, denn schon auf der 10 ist Koepka mit dem Putter zur Stelle und holt rasch ein weiteres Loch auf die amerikanische Seite.

Auf der 12 hat zunächst Spieth richtiges Pech, dass sein Birdieputt mit einer 360 Grad Drehung auslippt. Ein Loch später ereilt fast das selbe Schicksal dann Jon Rahm, denn der Chip zum Birdie lippt aus und da im Anschluss Koepka den Putt versenkt, steht das Duell endgültig wieder auf All Square. Eine perfekte Antwort von Rahm auf eine starke Annäherung von Jorden Spieth scheint den US-Amerikaner auf der 15 aus dem Konzept zu bringen, denn den durchaus machbaren Birdieputt schiebt er knapp vorbei und da Rahm danach seinen ohne mit der Wimper zu zucken locht, schlägt das Pendel wieder in Richtung Europa aus.

Am Par 5 danach nimmt dann Jon Rahm dem US-Duo so richtig den Wind aus den Segeln, denn einmal mehr stopft der Spanier aus großer Distanz zum Birdie und da Spieth mittlerweile sichtlich gefrustet nicht antworten kann, ist eine Niederlage für Europa in diesem Duell bereits unmöglich. Da sich Spieth und Koepka schließlich die 17 nicht mehr sichern können, geht der Punkt mit einem 2 & 1 Sieg an Europa.


3 & 1

(F)
SCHEFFLER / DE CHAMBEAU vs FLEETWOOD/ HOVLAND
Trotz ihrer unglaublichen Längen vom Tee verpassen sowohl Scottie Scheffler als auch Bryson DeChambeau auf der 1 das angepeilte Birdie. Da allerdings auch von europäischer Seite keiner zuschlagen kann, wird die 1 geteilt. Viktor Hovland bringt auf der 3 erstmals den Putter richtig auf Temperatur und versenkt den Birdieputt aus 4,5 Metern, womit er das europäische Gespann mit 1 Auf in Führung bringt.

Bryson DeChambeau hat zwar auf der 5 etwas Schwierigkeiten, chippt den Ball aus unangenehmer Lage aber sehenswert aufs Grün und locht zum Drüberstreuen dann auch noch aus mehr knapp fünf Metern zum Birdie. Der Druck ist für Tommy Fleetwood’s Putter zu viel, weshalb das Par 5 schließlich an die USA geht und das Match wieder auf All Square zurückstellt. Da sich Fleetwood auf der 7 mit einem Abschlag in die Böschung selbst etwas aus dem Rennen nimmt und Hovland sich einen vermeidbaren Dreiputt gönnt, können sich Scheffler und DeChambeau kaum gegen den Lochgewinn wehren und bringen so die USA wieder in Führung.

Wohl mit etwas schlechtem Gewissen schiebt auf der 8 dann Scheffler einen kurzen Putt vorbei und gibt so den Europäern das Lochgeschenk prompt wieder retour. Das soll es dann mit der Geschenkverteilung vorerst aber gewesen sein, denn Hovland zeigt nach eher wenig prickelnden Annäherungen der US-Akteure keinerlei Gnade, knallt den Ball auf der 9 stark zur Fahne und bringt damit Europa wieder in Führung. Fast schon trotzig stopft nur eine Bahn später Bryson DeChambeau einen langen Birdieputt und gleicht einmal mehr das Match postwendend wieder aus.

Das Hin und Her geht auch danach munter weiter, da sich Scheffler und DeChambeau vom Abschlag aus auf der 12 in die Bredouille bringen, was am Ende wieder die Führung für Europa bedeutet. Wirklich lange bleibt diese aber erneut nicht bestehen, da DeChambeau auf der 14 zum Birdie locht, was Fleetwood nicht matchen kann. Auf den Geschmack gekommen rollt dann Scheffler auf der 15 den Putt zum Birdie ins Loch drückt das Match so in der Endphase wieder auf US-Seite.

Die Situation für Fleetwood und Hovland verschärft sich dann auf der 16 noch zusätzlich, da sich ihre Gegenüber auch noch das Par 5 der 16 krallen und mit dem Lochgewinn-Hattrick nun alle Trümpfe in der Hand haben. Voll im Flow holt dann DeChambeau nach starkem Abschlag auf der schwierigen 17 auch noch das Par 3 und beendet somit das Match mit 3 & 1 vorzeitig.


4 & 3

(F)
JOHNSON / MORIKAWA vs POULTER / MCILROY
Collin Morikawa macht sofort dort weiter wo er am Vormittag aufgehört hat und legt den Ball geschenkt zum ersten Birdie zur Fahne. Ian „Postman“ Poulter liefert aber in altbekannter Manier und verhindert mit einem sehenswerten Putt den Lochverlust. Auf der 2 legt sich DJ eine richtig gute Eaglechance auf, schiebt den Ball aber knapp vorbei. Da McIlroy’s Birdieputt jedoch auslippt, reicht auch die 4 um das Match mit 1 Auf in Richtung USA zu ziehen.

Langsam aber sicher kommt Ian Poulter aber auf Ryder Cup Temperatur und holt mit einem starken Putt am Par 5 der 5 den ersten europäischen Lochgewinn, womit er die Partie wieder ausgleicht. Sofort setzt Morikawa aber den Konter und sichert nach einem sensationellen Drive am kurzen Par 4 – er parkt den Ball nur knapp drei Meter vom Loch entfernt – die 6 für Amerika, womit die USA prompt wieder in Führung geht. Der Champion Golfer of the Year ist auch danach weiterhin „on fire“, legt auf der 7 einen weiteren super Abschlag aufs Grün und krallt sich auch das Par 3 für Team USA.

McIlroy und Poulter haben auch danach vor allem mit ihrem eigenen Spiel alle Hände voll zu tun, was Johnson und Morikawa schon auf der 8 weiter ausnützen können und mit dem Lochgewinn-Hattrick bereits auf 3 Auf davonziehen. Erstmals kehrt dann Ruhe ein und Europa und die USA teilen Loch für Loch. Auf der 15 treten Morikawa und Johnson dann aber noch einmal aufs Gas und beenden das Duell mit einem 4 & 3 Erfolg vorzeitig.


 

 

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Erfrischendes Debüt

RYDER CUP – BESTBALL FREITAG: Bernd Wiesberger liefert ein erfrischendes Debut ab, bleibt aber wie die meisten seiner Euro-Kollegen auf der Verliererseite – 6:2 für die USA.

Mit sicherem und nervenstarkem Spiel startet Bernd Wiesberger seine und Österreichs Ryder Cup-Karriere, endet aber wie die meisten seiner Kollegen trotz tapferem Kampf auf der Verliererseite. Im Bestball sind am Ende Dustin Johnson und Xander Schauffele eine Nummer zu groß für Wiesberger und Casey. „Eine großartige Atmosphäre und ich hätte mir keinen besseren Partner als Paul Casey wünschen können,“ streut Wiesberger trotz wenig spielerischer Unterstützung Rosen, „obwohl es nicht der Start war, den wir uns gewünscht hätten.“

Die Nachmittags-Sessions im Bestball werden zur gleichen Frustpackung für die Titelverteidiger aus Europa wie schon die Vierer zuvor, mit gleichem 1 : 3 Debakel. Damit gehen die US Boys mit sattem Vorsprung von 6 : 2 Punkten in den Samstag – ihrem größten Vorsprung seit 1977! Noch nie gelang es einem Euro-Team einen ähnlich großen Rückstand nach den ersten 8 Vierern aufzuholen.

Zweite Chance am Samstag im Vierer

Die einzigen „Good News“ für Österreichs Debütanten: dank der überzeugenden Vorstellung darf er am Samstag Morgen erstmals auch im Foursome ran: mit dem Norweger Viktor Hovland bildet er eine Rookie-Paarung um Amerikas Star-Gespann Jordan Spieth und Justin Thomas herauszufordern.

 

FREITAG FOURBALLS


2 & 1

(F)
JOHNSON / SCHAUFFELE vs CASEY / WIESBERGER
Völlig unbeeindruckt vom Ryder Cup Trubel knallt Bernd zunächst den Drive bombensicher aufs Fairway und legt danach auch die Annäherung auf nicht einmal einen Meter zur Fahne. Einziger Wermutstropfen aus europäischer Sicht ist Xander Schauffele, der einen starken Putt aus gut sechs Metern versenkt, weshalb Bernds Birdie nur zum Teilen reicht. Auch auf der 2 legt sich der Südburgenländer die Birdiechance auf, kann den Putt zum Lochgewinn aus knapp drei Metern mit unangenehmen Break aber nicht lochen.

Das rächt sich sofort am darauffolgenden Par 3, Xander Schauffele locht einmal mehr einen starken Putt. Da weder Casey noch Bernd zum Birdie stopfen können, geht die USA erstmals im Match in Führung. Ein Loch später hat der Oberwarter vom Tee weg etliche Probleme und kommt nur mit dem Bogey weiter. Casey hätte aber die Chance das Loch locker zu teilen, 50cm sind für den Putter aber immer noch zuviel.

Auch danach reißen die Schwierigkeiten nicht ab, denn den mittlerweile richtig unangenehmen Wind haben die Amerikaner deutlich besser im Griff, wie auch eine gelungene Grünattacke von Schauffele eindrucksvoll zeigt, womit Team USA im ersten Bestball-Vierer sogar bereits nach nur fünf Löchern auf 3 Auf davonzieht. Auf der 6 schlägt dann aber ertmals die Stunde des Bernd Wiesberger, denn nach einer starken Annäherung lässt er sich nur knapp zwei Meter zum Birdie über und holt so für Europa ein Loch wieder zurück.

Endlich klinkt sich dann auf der 9 auch Paul Casey in die Partie ein, wie eine sehenswerte Annäherung auf der 9 zeigt. In Folge verwertet er souverän zum Birdie und verkürzt so weiter auf nur noch 1 Down. Dustin Johnson sorgt kaum auf den Backnine angekommen nach starkem Wedge wieder für eine etwas komfortablere Führung, da sowohl Bernd als auch Casey ihre Birdiechancen nicht im Loch unterbringen. Auf der 11 ergibt sich dann fast sogar ein Déja-vu, denn wieder fehlen bei Bernd und Casey mit Chips knapp neben dem Grün nur Zentimeter zum Erfolg. Dustin Johnson weiß das eiskalt auszunützen und stellt aus vier Metern den alten Stand von 3 Auf für die USA wieder her.

Geschlagen geben sich Bernd und Casey aber klarerweise noch nicht und fighten das Match mit einem gelochten Birdieputt von Casey am Par 5 der 16 noch auf die schwierige 17 weiter. Dort scrambled sich Bernd dann noch zu einem sehenswerten Par, Johnson und Schauffele reicht aber ebenfalls die 3 um schließlich mit 2 & 1 zu triumphieren. Als Fazit bleibt zu sagen, dass Bernd vor allem im langen Spiel voll zu überzeugen wusste. Auch auf den Grüns machte er durchaus eine gute Figur, scheiterte mit Paul Casey bei seinem Ryder Cup Debüt schlussendlich aber an den US-Putt-Monstern.


AS (F)
DECHAMBEAU / SCHEFFLER vs RAHM / HATTON
Jon Rahm und Tyrrell Hatton ereilt auf der 1 das gleiche Schicksal wie zuvor Wiesberger und Casey, denn der Engländer parkt die Annäherung perfekt neben der Fahne, Bryson DeChambeau zaubert sich aber nach komplett weggeballertem Drive mit starkem Kurzspiel und Gefühl am Grün noch zum Birdie, womit wie schon in der Partie zuvor auch hier das Eröffnungsloch geteilt wird.

Bei immer stärker werdenden Wind haben auf der 4 alle vier Spieler etliche Schwierigkeiten, Hatton kratzt aus dem Grünbunker aber als einziger das Par, womit er die Europäer mit 1 Auf in Führung bringt. Am Par 5 der 5 packt DeChambeau dann aber seine unglaublichen Längen aus, denn der US-Amerikaner knallt seinen Abschlag satte 381 Meter weit aufs Fairway und zieht am Ende das Loch mit Eagle gegen Birdie auf Seiten der Stars & Stripes.

Drei Löcher später ist es erneut DeChambeau, der für Jubelstürme sorgt, diesmal allerdings mit Gefühl am Grün, da er aus gut sechs Metern den Birdieputt versenkt und so das Match endgültig dreht. Das lassen Rahm und Hatton jedoch nicht auf sich sitzen, denn beide legen sich auf der 9 gute Birdiechancen auf und sorgen damit für den postwendenden Ausgleich. Da Jon Rahm auf der 10 den Putt zum Teilen nicht versenken kann, gehen die Amerikaner sofort wieder mit 1 Auf in Führung.

Wieder hält die Führung aber nicht lange, da zwar Hatton die Birdiemöglichkeit auf der 11 auslässt, dafür aber Jon Rahm einspringt und so einmal mehr das Match auf All Square zurückdreht. Nach einigen geteilten Bahnen danach stopft DeChambeau auf der 15 den Birdieputt und sorgt damit für noch mehr rot am Tableau. Mit einer perfekten Annäherung legt sich Tyrrell Hatton auf der 18 aber noch einmal eine riesige Birdiechance auf, sichert so die letzte Bahn für Europa und kann so immerhin das Match noch mit All Square teilen, womit zumindest noch ein halber Punkt auf die Habenseite wandert.


4 & 3

(F)
FINAU / ENGLISH vs MCILROY / LOWRY
Tony Finau sorgt auf der 1 mit einem wahren Monsterputt zum Birdie für echte Jubelstürme, allerdings hat Shane Lowry nervenstark die perfekte Antwort parat und teilt so das Loch noch. Auch danach ist es der Ire, der nicht nur dafür sorgt, dass die Amerikaner nicht in Führung gehen, sondern auch für die richtigen Emotionen. Mit der positiven Art bringt er langsam auch seinen Flightpartner in den Rhythmus, denn Rory stopft am Par 5 der 5 aus fünf Metern den Birdieputt und zieht das Duell so auf die europäische Seite.

Allerdings nur äußerst kurz, denn schon auf der 6 kann McIlroy das Birdie nicht mitnehmen, was die US-Boys sofort auszunützen wissen und das Match prompt wieder auf All Square stellen. Mit dem ersten Lochgewinn kommen English und Finau auch richtig ins Rollen, denn schon auf der 8 beweist Harris English seinen Touch am Kurzgemähten und krallt sich prompt die nächste Bahn, womit die USA die Partie in Windeseile sogar dreht. Auch damit haben red, white & blue nicht genug wie eine fast gelochte Annäherung von Finau auf der 9 zeigt, womit es plötzlich sogar aus amerikanischer Sicht 2 Auf steht.

Tony Finau bleibt auch weiterhin mit dem Fuß voll am Gaspedal und nimmt mit einem weiteren starken Birdieputt das Publikum mittlerweile richtig mit. Das zeigt auch bei Rory McIlroy Wirkung, denn der Druck, den Dreimeterputt lochen zu müssen, ist am Ende zu groß: 3 Auf für die USA. Ins Bag darf Finau’s Caddie den Putter heute mit Sicherheit nicht stecken, denn nach einem weiteren starken Putt, womit die Amerikaner schon auf 4 Auf davonziehen, würde dieser wohl in der Sekunde ein Loch durchbrennen.

Stilecht ist es dann auf der 15 auch Finau vorbehalten aus zwei Metern für den Winning Putt zu sorgen. Nach der Niederlage am Vormittag muss sich Rory McIlroy somit auch am Nachmittag mit 4 & 3 geschlagen geben und verliert damit erstmals in seiner Karriere an einem Tag gleich zwei Matches beim Ryder Cup.


AS (F)
THOMAS / CANTLAY vs FLEETWOOD / HOVLAND
Tommy Fleetwood hat auf der 1 richtig Pech, dass der Birdieputt auslippt. Justin Thomas macht es kurz danach aus ganz ähnlicher Distanz besser und stopft den Ball Mitte Loch, womit die Vereinigten Staaten im letzten Vierer des Tages sofort in Führung gehen. Viktor Hovland sorgt bereits auf der 3 mit einem spektakulären Chip-in Birdie aber für den raschen Ausgleich. Das bringt nicht nur die Europäer ins Rollen, sondern bringt auch die Amerikaner etwas aus dem Rhythmus, denn gleich ein Loch später muss Cantlay aus fünf Metern sogar zum Teilen lochen, was nicht gelingt und Fleetwood und Hovland erstmals in Führung gehen lässt.

Diese bauen sie kurz darauf auch gleich weiter aus, nachdem Justin Thomas auf der 6 den Putt zur Teilung aus drei Metern nicht im Loch unterbringt. Das Match ist auch zur derzeitigen Zeit die einzige europäische Bastion, denn während in allen anderen drei Matches das Momentum in Richtung USA ausschlägt, lassen Fleetwood und Hovland Justin Thomas und Patrick Cantlay kaum Luft zum Atmen und stellen schon auf der 8 das Duell auf 3 Auf. Kurz vor dem Wechsel auf die zweiten Neun profitieren die Amerikaner dann aber von eher durchwachsenen Annäherungen der Europäer und verkürzen so aus ihrer Sicht auf „nur“ noch 2 Down.

Patrick Cantlay legt auf der 12 im wahrsten Sinn des Wortes seinen Teeshot geschenkt zur Fahne und da sowohl der Ball von Fleetwood als auch von Hovland im Anschluss am Loch vorbeikriechen, steht es plötzlich nur noch 1 Auf für Team Europe. Drei Löcher lang wehren sich die beiden Europäer gegen den endgültigen Ausgleich, ehe Justin Thomas ein perfektes Holz 3 auf der 16 zündet und im Anschluss sogar zum Eagle locht, womit auch das letzte bisschen blau vom Raster verschwindet. Nachdem die 18 zum Abschluss geteilt wird wandert auf jede Seite ein halber Punkt, womit dei USA mit einem 6 : 2 Vorsprung in den zweiten Spieltag starten werden.


 

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Ryder Cup – News-Ticker

Ryder Cup Team-Europe – Wie oft wird Bernd spielen? Ist er ein Match Player? Die Strategie der US Boys – Golf-Live mit allen News im Live-Ticker aus Whistling Straits.

+++ FREITAGS-VIERER OHNE BERND +++

Im Rahmen der Eröffnungszeremonie um 23 Uhr MESZ gaben die beiden Captains ihre vier Paarungen für die Foursomes zur Eröffnung am Freitag bekannt, wobei jeweils vier Spieler beider Teams noch zum Zuschauen verurteilt sein werden, unter ihnen auch Bernd Wiesberger.

Justin Thomas / Jordan Spieth : Jon Rahm / Sergio Garcia
Dustin Johnson / Collin Morikawa : Paul Casey / Viktor Hovland
Brooks Koepka / Daniel Berger : Lee Westwood / Matt Fitzpatrick
Patrick Cantlay / Xander Schauffele : Rory McIlroy / Ian Poulter

 

+++ BERND EIN MATCH-PLAYER? +++

Die vorhandenen Daten über Vierer-Einsätze von Bernd Wiesberger in seiner Profikarriere sind sehr dürftig. Bei zwei Eurasia-Cups und einer Royal Trophy – wo jeweils eher die B-Teams von Europa und Asien aufeinandertrafen, kam Bernd zu sechs Einsätzen in Vierern, wovon er drei gewann, zweimal verlor und ein Match teilte. In Singles gibt es dank des WGC Match Play deutlich mehr Ergebnisse, wobei Wiesbergers Bilanz mit 7 Siegen bei 10 Niederlagen und 2 Unentschieden doch eher negativ eingefärbt ist.

+++ ROOKIES WIE OFT IM EINSATZ? +++

Zu wie vielen Einsätzen Bernd kommen wird, diese Frage wird am häufigsten im Vorfeld gestellt. 2016, als gleich vier Rookies im Euro-Team dabei waren, durfte Sensationsmann Thomas Pieters dank seines Siegeslaufs in allen 5 Matches ran und holte vier Punkte. Rafa Cabrera-Bello, der auch positiv überraschte, durfte dreimal raus auf den Platz. Wer dagegen seine Chance nicht nutzte, wie Andy Sullivan oder Chris Wood, durfte nur bei einem Vierer vor seinem Single Ryder Cup-Luft schnappen. Thorbjørn Olesen kam vor drei Jahren als Rookie auch nur zu zwei Matches. Harrington hat durchblicken lassen, alle Spieler in den Vierern einzusetzen, aber auch hier wird gelten: besser gewinnen oder bis zum Sonntag auf das zweite Match warten.

+++ SO WILL AMERIKA GEWINNEN +++

Beim Ryder Cup versucht der Gastgeber über den Heimvorteil dem Kontrahenten sein Spiel aufzuzwingen und so zu gewinnen. Die vielen Schlappen der letzten 12 Aufeinandertreffen mit 9 Niederlagen haben bei den erfolgsverwöhnten Amerikanern gesessen. Deshalb wurde ein riesengroßer Aufwand im Vorfeld betrieben und nichts dem Zufall überlassen.

Amerikanische Medien berichten über die penible Vorbereitung des US Teams mit Datenanalysten, die am Reißbrett eine möglichst erfolgsverheißende Winning Strategy austüftelten. Es ist nicht das erwartete „breite Fairways, wenig Rough, schnelle Grüns“ Setup, das übrigens auf einem Kurs wie Whistling Straits nicht umzusetzen wäre, das vorbereitet wurde, sondern die Strategie ist weit ausgeklügelter.

Am anspruchsvollen Pete Dye-Kurs wurden Löcher identifiziert, die man wahrscheinlich teilen wird – im Bestball mit Birdie, im Vierer eher mit Par – und doch eine erkleckliche Anzahl von verbleibenden Bahnen gefunden, wo Team Amerika über seine spezifischen Stärken zuschlagen will: „Birdie gewinnt gegen Par“, so die Strategie. Auf diesen kritischen Bahnen soll der Längenvorteil vom Tee ausgespielt und mit kürzeren Schlägen ins Grün eine Birdie-Dominanz erzielt werden, die am Ende im Konzert mit der Putt-Stärke den Ausschlag zugunsten der Gastgeber geben soll.

Wenn sich die Europäer über den kurz zu spielenden Platz und die relativ weichen Grüns an den Trainingstagen wunderten, so ist dies kein Zufall. Die Amerikaner versuchen sichtlich ein möglichst birdiefreundliches Setup zu schaffen um den Shotmaking-Qualitäten der Europäer den Golfrasen unter den Füßen wegzuziehen. Ihr Ziel ist es eine Birdielawine loszutreten, die ein fanatisches Publikum zu konstanten Jubelstürmen hinreißt. Der „Birdie-Roar“ soll die US Boys auf einer permanenten Welle des Erfolgs reiten lassen und so den Druck auf die Putter der Europäer maximieren. Jeder Putt muss dann bei den Gästen rein um nur dranzubleiben, so das Kalkül. Das launische amerikanische Publikum wird nur dann zum 13. Mann, wenn man es konstant mit Birdiejubel füttert.

So jedenfalls die graue Theorie im Vorfeld, die Strategie der Birdielawine kann, muss aber nicht aufgehen. Zu viele Unwägbarkeiten bietet das Format Match Play. Oder wie es Bernd Wiesberger auf den Punkt brachte: „entschieden wird das aber alles am grünen Rasen.“

+++ STÜRMISCHER MITTWOCH +++

Bei stürmischen und unterkühlten Bedingungen am Mittwoch, die Shane Lowry als „wie ein netter irischer Sommertag“ charakterisierte, wurden die 24 Ryder Cupper schon voll gefordert. Bernd machte auf seiner Mittwoch-Trainingsrunde auf Loch 7 mit einem der knapp 1000 Bunker Bekanntschaft. Davon ist natürlich nicht jeder gepflegt und daher auch sein Kopfschütteln nach einem nicht gerade optimalen Sandschlag. Flightpartner Tommy Fleetwood versenkt aber im Bestball zum „Lochgewinn“ aus gut 10 Metern und die beiden dürfen so auch das gemeinsame Abjubeln testen.

+++ HARRINGTON WILL 1. TATOO +++

Harrington wird sich in alter Tradition europäischer Captains auch sein übrigens erstes Tatoo verpassen, sollten die Europäer gewinnen. Wo soll es hinkommen? „Kommt drauf an, wie lang es ist,“ meint er trocken.

Über die Emotionen eines Ryder Cups: „Der Charakter der Spieler verändert sich in dieser Woche. Es gibt nichts Vergleichbares emotional, wie hier Siege in Matches gefeiert werden.“ Auch die Dominanz der US Fans, die mit 90 % erwartet wird, sieht Harrington gelassen: „Wir spielen lieber vor 40.000 Amerikanern als vor 0 Fans.“ Über die erwartet windigen Bedingungen mein Harrington „wie ein Beach-Day daheim. Aber unsere Spieler sind gut genug, wahrscheinlich das beste Team von Ball-Strikern überhaupt. Wir wollen keine besonders windigen, trickreichen Bedingungen für einen Vorteil. Wir freuen uns alle auf einen guten Test, aber genießen es genauso, wenn die Temperaturen am Freitag hinaufgehen werden“.

Einen weiteren Fingerzeig gibt er, der Wiesberger optimistisch stimmen sollte: „Wir werden keinen unserer Spieler verstecken.“ Aber die Leistungen an den Trainingstagen sind für ihn überraschend unwichtig: „Ich bin kein großer Anhänger davon Leute nach ein paar Tagen entspannten Trainings zu beurteilen. Weil einige sind generell gut im Training, andere wieder generell schlecht.“

+++ WHISTLING STRAITS FLYOVER +++

Eher wie ein British Open-Kurs als eine Ryder Cup-Location in Wisconsin präsentiert sich Whistling Straits in einem spektakulären Flyover.

+++ BALL-SPIELE – WER PASST ZU BERND? +++

Da die Europäer traditionell sehr „daten- und statistikorientiert“ in ihren Team-Buildings sind, drängt sich eine Frage im Vorfeld der Foursomes auf: welcher Spieler könnte überhaupt mit dem Ball seines Partners spielen, der wenn schon nicht der gleiche ist, sondern zumindest eine ähnliche Charakteristik aufweist? Oder wer könnte andererseits mit Bernds Ball spielen?

Den Titleist Pro V1 spielen außer Bernd nur Hovland und Casey. Equipment-Analysten trauen ihm aber auch zu notfalls einen TaylorMade TP5x zu spielen, wie ihn McIlroy, Garcia und Fleetwood verwenden. Ob Bernd mit Rahms Callaway Chrome Soft X oder Fitzis, Hattons, Poulters oder Westwoods Pro V1X zurechtkommen würde, bleibt dahingestellt. „Balltechnisch ideale Paarungen“ wären somit Hovland oder Casey für den Österreicher.

+++ „MAKE IT COUNT“ +++

Harringtons Motto für den Ryder Cup „Make it count“, perfekt umgesetzt in einem Video, inspiriert Europas Spieler. Wie exklusiv ist denn das! 5780 Menschen haben je den Mount Everest bezwungen, 570 waren im Weltraum, 445 wurden Fussball-Weltmeister, 225 gewannen ein Major, aber nur 164 schafften es in Europas Ryder Cup-Team! Bernd Wiesberger ist übrigens dieser 164. Mann und Österreich Europas 13. Nation, die zu Ryder Cup-Ehren kommt.

+++ DES SPIELERS NEUE KLEIDER +++

Einen Riesenspass haben Europas Spieler beim Fototermin anlässlich der Einkleidung, die Stimmung könnte im Vorfeld beim Titelverteidiger nicht gelöster und positiver sein. Bernd Wiesberger lässt anklingen, dass in der jüngsten Vergangenheit zwei belgische Rookies im Euro-Team für Furore gesorgt haben: Nicolas Colsaerts und Thomas Pieters.

Vor allem der Auftritt von Longhitter Thomas Pieters 2016 ist unvergessen. Bei der letzten Niederlage der Europäer in Hazeltine holte der belgische Neuling in 5 Spielen satte 4 Punkte und damit mehr als ein Drittel der 11 Punkte des gesamten Teams.

Auffallend, wie Sergio Garcia jetzt seinen österreichischen Freund unter die Fittiche nimmt. Der Spanier ist dafür bekannt, mit wechselnden Vierer-Partnern erfolgreich zu sein, vielleicht Bernds Chance?

+++ DIE COVID – KUVERTS +++

Was passiert eigentlich im Falle von Verletzungen oder positiver Covid-Tests von Spielern? Bei den Vierern, wo jeweils nur 8 von 12 Spielern im Einsatz sind kein Problem, aber in den Singles ein Faktor. Dazu liefern die Captains vorab Kuverts ab, eines für den Verletzungsfall und eines für den Covid-Fall. Kann ein Spieler verletzungsbedingt in seinem Single nicht zum Einsatz kommen, pausiert auch der im Kuvert vorab festgesetzt Spieler des anderen Teams und der Punkt wird geteilt. Gleiches gilt auch für bis zu drei Spieler aus den Covid-Kuverts, die aber separant gehandhabt werden.

+++ BERND AM PLATZ MIT FITZPATRICK +++

Beim ersten innereuropäischen Trainings-Match am Dienstag macht Wiesberger an der Seite von Matt Fitzpatrick eine gute Figur. Vom 18. Grün marschieren sie als Sieger gegen Poulter und Casey. Überraschend dabei, wie weich und kurz sich Whistling Straits dabei spielte. Zusammen mit kühlen Temperaturen und frischem Wind ist von einem Heimvorteil für die Amerikaner noch nichts zu spüren.

+++ TOUCHDOWN AM MONTAG +++

Touchdown für Team Europe am Montag Abend um 19 Uhr MESZ in Milwaukee nach einem 8 Stunden Flug mit zwei Captains an Board – dem Captain von Virgin Atlantic im Airbus A350-1000 und Padraig Harrington, die beide über Intercom das Team brieften. „Wir werden alles dafür tun, beim Rückflug wieder die Trophäe an Bord zu haben,“ so Europas Team-Captain.

+++ FREUNDLICHKEITEN IM VORFELD +++

US Captain Steve Stricker begrüsste Harrington persönlich bei der Ankunft in Whistling Straits, die Atmosphäre im Vorfeld betont freundlich, professionell und nüchtern, wie es die Art der beiden ist.

Bei der ersten Pressekonferenz steckten die Captains bereits das Terrain ab, wobei Harrington auf Erfahrung und Stricker auf das Neue setzt: „Wir haben uns auf alles vorbereitet mit der European Tour und jetzt kann es endlich losgehen. Unser Team hat sehr viel Erfahrung und das sollten wir in die Waagschale werfen wenn wir ein Auswärtsmatch bestreiten. Wir haben einen Gameplan, voll durchgeplant und auf alles vorbereitet. Aber wir haben genügend Optionen um auf jede Situation reagieren zu können,“ betont Harrington vor allem die Routine der Schlachtrösser wie Poulter oder Garcia.

Steve Stricker scheint dagegen erleichtert, dass seine Altstars wie Tiger und Mickelson nicht am Tee stehen werden, die beim Kontinentalvergleich nicht gerade erfolgsverwöhnt waren: „Wir waren zuletzt nicht oft auf der Gewinnerseite, ich glaube 3 von 12 mal zuletzt, so gesehen ist es gut mit einem jungen Team zu spielen ohne diese negative Erfahrungen. Unsere Jungs stehen voll unter Feuer und sind bereit. Wir konnten früh mit den Vorbereitungen beginnen, hatten eine Proberunde hier bereits vor einer Woche. Aber auch wir haben viele Optionen und sind auf alles vorbereitet.“

+++ GOLF GRATIS-WETTEN +++

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WILLIAM HILL

+++ BERND SCHNUPPERT RYDER CUP-LUFT +++

Bernd Wiesberger schnuppert erste Ryder Cup-Luft bereits in London Heathrow bei der Ankunft, als er im Schlepptau von Padraig Harrington – mit der Ryder Cup-Trophäe in der Hand – zur Virgin-Lounge marschiert. Kurze Zeit später geht es an Bord der Maschine in Richtung Milwaukee.

+++ UNDERDOG MIT POTENTIAL +++

Dass Wiesberger für die Amerikaner der absolute Underdog ist, bekommt er bereits im Power Ranking der PGA Tour präsentiert, wenn er unter den 24 Teilnehmern als jener Spieler mit den schlechtesten Chancen gerankt wird: „Der einzige Spieler ohne PGA Tourkarte. Hatte Probleme sein Spiel auf US-Boden umzusetzen. Cut in Whistling Straits 2015 verpasst,“ so die knackige und wenig schmeichelhafte Analyse.

+++ LIVE AUF SKY – JEDER GOLFSCHLAG IM BILD +++

SKY überträgt den Ryder Cup an allen drei Spieltagen vom ersten Abschlag bis zum letzten Putt exklusiv und live für Abonnenten.

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Bernd talks Ryder Cup

Stolz, Vorfreude und ein gehöriges Mass an Selbstvertrauen sind Bernd Wiesbergers bestimmende Emotionen bei einem Presse-Talk im Vorfeld des Ryder Cups.

Nicht nur als erster Österreicher im Ryder Cup, sondern auch als erster Golfpro in einem digitalen Pressetalk via Zoom, präsentiert sich Bernd Wiesberger nach der historischen Qualifikation am letzten Wochenende. Golf-Live.at fasst die wichtigsten Aussagen kompakt zusammen:

Am Finaltag von Wentworth mitgerechnet?

„Nein, weil ich habe die ganzen Szenarien nicht gewusst, konnte man nicht ausrechnen, was gemacht werden muss, wenn wer was spielt. Ich habe nur versucht eine so solide Golfrunde wie möglich zu spielen. Ich habe das auch mit meinem Coach Stewart besprochen, dass das sicher nicht die aggressivste Runde war, die ich gespielt habe. Ich habe natürlich gewusst, dass ich nicht 6, 7 unter Par spielen muss um mich zu qualifizieren, ich habe mir überlegt, eine solide gute Runde sollte genug sein. Zu keinem Zeitpunkt habe ich gewusst, welches Score ich brauche oder was es sein muss.“

Was Bernd die erfolgreiche Ryder Cup-Qualifikation bedeutet:

„Ich bin sehr stolz, dass ich mich nicht nur als erster Österreicher für den Ryder Cup qualifiziert habe und werde nicht nur die europäische sondern auch die österreichische Flagge hoch halten. Das Teambonding hat schon begonnen, europäische Spieler sind sich näher auf persönlichen Ebenen. Jeder hat immensen Respekt vor den Leistungen und dem Golf das jeder andere spielt. Jeder ist  bis in die Haarspitzen motiviert und freut sich auf die Aufgabe. Natürlich ist es ein Auswärtsmatch mit Einschränkungen für europäische Fans. Aber das ändert nichts daran, dass 12 Europäer rüberfliegen werden um ihr bestes zu geben um in Whistling Straits den Pokal wieder zurück nach Europa zu nehmen.“

Mental: „immer wieder länger durchatmen, mir die Zeit gib am Golfplatz um Dinge passieren zu lassen“

Mental jetzt positiver am Golfplatz?

„Was ich mir zu Mitte der Saison nach der enttäuschenden US Open vorgenommen habe, dass ich immer wieder länger durchatme, mir die Zeit gib am Golfplatz um Dinge passieren zu lassen. Es ist auch so, dass ich nicht ganz so geduldig bin, was am Platz passiert. Das wollte ich unbedingt in die wichtigen Sommerwochen reinnehmen, dass ich eine Spur gelassener und bedachter bin und so positiver durch die Golfrunden gehe.

Das hat sich dann nicht immer aufs Score ausgewirkt, aber doch einige Male vor allem in wichtigen Situationen zu meinen Gunsten gedreht. Das hat man am Donnerstag (BMW PGA) vor allem gesehen, wo der Start bei weitem nicht so passiert ist, wie ich mir das erhofft hatte. Ich habe mir die Zeit gegeben und habe gewusst, es wird sich in die Richtung entwickeln, die ich mir vorstelle, einfach ruhig bleiben. Und auf einmal stehe ich am 17er Tee, bin 1 unter und das hat die Marschrichtung vorgegeben für  das Turnier, wo ich solides Golf gespielt habe und mir so das Ticket für Whisting Straits gesichert habe. So gesehen war das sicher Teil des gesamten Prozesses über den Sommer, wo ich gesehen habe, dass die Tendenzen in die richtige Richtung gehen, vom Team und vom Jamie bestätigt und was vor allem dann auch belohnt worden ist durch die Qualifikation.“

Seine Wunschpartner für die Vierer?

„Im Teamroom mit den Captains war das natürlich auch eine Frage, die gestellt wurde. Im Prinzip ist das neben der Kameradschaft und dem Teamgefüge auch eine Frage die statistisch belegt ist, welche Paarungen besser zusammen passen. Da wird schon gut hingeschneidert. Ich bin glaub ich einer, der mit allen im Team gut zurecht kommt. Ich bin relativ umgänglich, eher sogar der ruhige am Golfplatz. Aber es ist kein Geheimnis, dass ich viel Golf mit dem Sergio gespielt habe, mit Rory extrem viel Golf auf der European Tour, mit dem Fitzi, mit Lee Westwood, mit dem Paul Casey.

In Amerika nicht so im Rampenlicht?

„Ich bin vielleicht nicht der größte Name für die amerikanischen Fans, die in erster Linie PGA Tour schauen. Das hat aber keinen Einfluss drauf, wie das Match so ausgehen kann. Ich glaube aber, dass das von den Emotionen etwas ganz anders sein wird, als ich bisher in meiner Karriere erleben durfte.“

Match Play: „habe in meinen Pools einige Male die top gesetzten Leute geschlagen“

Liegt Bernd Match Play?

„Match Play ist natürlich etwas was wir nicht täglich spielen. Aber die World Match Play Championship ist jedes Jahr Teil des Turnierkalenders. Ich habe dort eigentlich meistens gegen die besser gesetzten Spieler sehr gut reüssiert und habe in meinen Pools einige Male die top gesetzten Leute geschlagen. Vierer und Bestball ist aber etwas auf Amateurebene, was man recht oft spielt zb bei Europameisterschaften, daher ist mir das nicht fremd.“

Nervös vor dem 1. Abschlag?

„Ich habe im Vorfeld mit einigen Spielern im Team und mit ehemaligen Captains die Frage anklingen lassen. Im Endeffekt ist es etwas, auf was ich meine ganze Karriere hingearbeitet und mich gefreut habe. Man kann nur auf das Tee gehen und das ganze aufsaugen, unabhängig ob die Fans für einen schreien. Ich will einfach nur die Situation genießen und so gut wie möglich für das europäische Team Punkte machen. Ich glaube dann, wenn der erste Tee-Schuss von dem viele reden draußen ist, dass eine gewisse Routine und Normalität so weit wie möglich einkehrt. Aber ich bin mir bewusst, dass diese Situation am 1. Tee eine ganz außergewöhnliche und einmalige sein wird.“

2015 schon Whistling Straits gespielt

„Mit Sicherheit ein Vorteil, dass ich den Platz schon mal gespielt habe. Von dem her ist es kein Neuland. Die Zeit an und um den Golfplatz ist dann dort sehr limitiert aufgrund der vielen Nebengeräusche. So gesehen ist es sicher ein angenehmeres Gefühl auf einen Golfplatz zu kommen, den man schon einmal gespielt hat. Ich weiss, dass ich damals 2015 den Cut verpasst habe (Anmerkung: PGA Championship), aber trotzdem kann ich mich gut an die Gegebenheiten erinnern.“

US-Setup: „Aber es bleiben 7500 Bunker, wo man reinschießen kann“

US-freundliches Setup?

„Wenn man sich an Hazeltine erinnert, breitere Fairways, eher weniger Rough, relativ schnelle Grüns, so wird es auch diesmal eher ein Setup sein, dass den Amerikanern zugute kommt. Wir gehen davon aus, dass der Captain der einladenden Mannschaft das Setup über hat, für sein Team nutzen wird. Aber es bleiben 7500 Bunker, wo man reinschießen kann, da ist dann egal, wie hoch oder tief das Rough ist. Aber es ist genug Qualität in beiden Teams, dass das Setup nicht der Faktor sein sollte, der das entscheidet.“

Harrington als Captain: „Es liegt an uns, dass er auch ein siegreicher Kapitän werden kann“

Typ Harrington?

„Eher ein ruhiger und analytischer Typ. Er versucht alle Vorteile aus penibler Planung herausziehen zu können, mit Sicherheit nicht allzu emotional. Man wird sehen, dass er ein großartiger Kapitän für das europäische Team werden kann. Und es liegt an uns, dass er auch ein siegreicher Kapitän werden kann.“

Wer kommt mit am Montag?

„Sind noch am Arbeiten, dass die gesamte Familie teilhaben kann. Es ist sicher, dass Stewart und der Phillip als Teil des Trainerteams dabei sein werden, mein Bruder und mein Vater auch.“

USA Favorit? „Gespielt wird aber auf der grünen Wiese“

Amerikaner in der Favoritenrolle

„Ich weiss nicht, wann es das letzte Mal war, dass das amerikanische Team nicht als Favorit dasteht. Aber die Statistik ist doch relativ erfreulich für Europa. Beim Solheim Cup waren auch die Amerikanerinnen überlegen von der Weltrangliste und haben doch eine gute Klatsche gekriegt. Das schaut am Papier vielleicht so aus, gespielt wird aber auf der grünen Wiese.“

Turniere nach dem Ryder Cup?

„Einige Überlegungen, nichts konkretes. Konkret ist nur, dass ich die Woche nach dem Ryder Cup kein Golf spielen werde (Anm: keine Dunhill Links Championship). RSM Classic war ein Wunsch von mir, ist aber heuer die gleiche Woche wie die DP World in Dubai. Es wird vielleicht noch ein zweites Dubai-Turnier in der Woche davor kommen, wie letztes Jahr, eine gute Chance, dass ich das mitnehme.

Nach dem Ryder Cup werde ich eines oder zwei der Turniere in Spanien spielen, welche ist noch nicht ganz sicher, ich tendiere doch relativ zu Valderrama, weil mir die Challenge dort im Vorjahr sehr gefallen hat. Alles andere muss man schauen. Es ist aber leider unwahrscheinlich, dass es im heurigen Jahr noch zu einem weiteren Einsatz in Amerika kommen wird. Fix sind bislang nur Ryder Cup und das Saisonfinale der European Tour.“

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Keine PGA-Tourkarte 2022

Trotz der Qualifikation für Europas Ryder Cup-Team wird Bernd Wiesberger nach dem neuen Priority Ranking 2022 keine PGA Tourkarte bekommen.

Bernd Wiesberger wird bis auf weiteres der European Tour als häufiger Turnierteilnehmer erhalten bleiben. Diese wird auch vorerst seine einzige Tour bleiben. Die Qualifikation für das heurige Ryder Cup Team nährte die Hoffnung, dass er damit verbunden auch ein Spielrecht für die PGA Tour erhält, nachdem es in der Vergangenheit dafür auch eine eigene Kategorie im sogenannten „Priority Ranking“ gab, wie die Auflistung der verschiedenen Spielrechtskategorien auf der PGA Tour bezeichnet wird.

Nachdem bis dato das neue Priority Ranking für die Saison 2021 / 22 noch nicht veröffentlicht wurde, fragte Golf-Live bei der PGA Tour nach dem Status von Bernd Wiesberger als aktueller Ryder Cup-Player für die neue Saison an und erhielt eine ernüchternde Auskunft. Demnach erhält der Burgenländer keine PGA Tourkarte: „Der einzige Start, den er direkt durch die Qualifikation für das Ryder Cup-Team erhält, ist die PGA Championship. Wiesberger wird keinen Status auf der PGA Tour 2021-22 daraus erhalten.“

Das bedeutet, dass Wiesberger nach dem Ryder Cup wohl oder übel die Saison auf der European Tour fertigspielen wird und vielleicht die eine oder andere Einladung in Amerika annehmen kann, wie im Vorjahr zur RSM Classic. Genauso wie in den letzten Jahren kann er nur Punkte für das Non-Member-Ranking sammeln – bei Majors, WGCs und maximal 6 Starts mit Einladungen – und muss dabei bis zum regulären Saisonende im Sommer 2022 zumindest so viele Punkte auf sein Konto bringen, wie der 125. der abgelaufenen Saison. Dann würde er die „Special Temporary Membership“ für den Rest der Saison lösen und eine reguläre Tourkarte frühestens für 2023 erhalten, die allerdings nicht zur Teilnahme an den Playoffs im kommenden Jahr berechtigt.

Dazu gilt es jedoch vordringlich wieder unter die Top 50 der Weltrangliste zurückzukehren um bessere Chancen auf Einladungen und vor allem auch zu größeren Events zu bekommen, die explizit auf die besten 50 der Welt abstellen. Das wäre auch zugleich die Eintrittskarte in die Majors und WGCs.

Dass die PGA Tour in den neuen Priority Rankings keine eigene „Lex Wiesberger“ schuf ist insofern nachvollziehbar, da alle anderen 11 europäischen Ryder Cup-Kollegen bereits ihre Tourkarten für 2022 in Amerika in der Tasche haben und die wichtigste Golfliga der Welt offentlich auch keinen zusätzlichen Handlungsbedarf sieht.

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Live Punkte-Update Ryder Cup Qualifikation

Golf-Live.at präsentiert exklusiv den Live-Punktestand von Bernd Wiesberger in der European Points-List für die Ryder Cup-Qualifikation 2021.

Rory McIlroy nimmt einen hauchdünnen Vorsprung von weniger als 75 Punkten auf Bernd Wiesberger (European Points List) in das abschließende Turnier der europäischen Ryder Cup-Qualifikation mit. Das beste daran: der Nordire verzichtet jedoch auf einen Start bei der BMW PGA Championship, da er sowieso bereits über die World Points-List qualifiziert ist, in der Jon Rahm, Victor Hovland, Paul Casey, Lee Westwood und eben McIlroy für Padraig Harringtons Auswahl feststehen.

Wiesberger mit exzellenter Qualifikationschance

Bernd Wiesberger würde theoretisch bereits ein 50. Platz bei der BMW PGA Championship reichen, solange er nicht von einem der 15 Topstars überholt wird, die ihm im Genick sitzen und noch in Reichweite sind. Matt Fitzpatrick fehlen etwa weniger als 100 Punkte

Aufgrund des enormen Interesses präsentiert Golf-Live.at exklusiv während der BMW PGA Championship ein Mini-Ranking für die RC-Qualifikation der European Points anbieten. Donnerstag, Freitag upgedatet sobald sich relevante Ergebnisse herauskristallisieren und am Wochenende in Live-Updates.

Hier der aktuell hochgerechnete Punktestand zum Zwischenstand im Turnier: 

RYDER CUP-QUALIFIKATION

Rang
NAME
PUNKTE
PROJECTED
3
HATTON
Endstand:
5.242,76
4
WIESBERGER
4.735,79
4.917,87
------------- NICHT QUALIFIZIERT -------------
5
FITZPATRICK*
4.641,62
4.823,70
6
MCILROY*
Endstand:
4.810,17
7
CASEY*
Endstand:
4.110,62
8
PEREZ
3.950,63
4.022,63
9
MACINTYRE
Endstand:
3.696,97
10
MIGLIOZZI
Endstand:
3.599,62
11
DETRY
Endstand:
3,201.54
12
HOVLAND*
2,985.52
3.057,52
13
BLAND
2,882.35
2.931,42
14
ROSE
2,281.75
2.761,88
15
LOWRY
2.498,35
2.705,28
FINAL Update 12.9.2021 - 18:15 MESZ European Points Ryder Cup-Qualifikation
* aktuell qualifiziert über World Points

Der Sieger erhält satte 1.335 Punkte. Da diese dazu doppelt zählen, haben einige Spieler  noch die Möglichkeit das Feld von hinten aufzurollen. Victor Perez (FRA), der letztes Jahr in Wentworth 2. wurde, könnte ebenfalls noch voll ins Geschehen eingreifen. So unwahrscheinlich der Fall auch sein mag, sogar Matthias Schwab hätte mit einem Sieg und gleichzeitigen Totalausfällen der Akteure vor ihm, theoretisch auch noch die Chance sich für Whistling Straits zu qualifizieren.

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Wie befürchtet

Wie eigentlich bereits von vielen Seiten befürchtet wandert der Ryder Cup nun endgültig im Kalender um ein Jahr zurück und wird statt September 2020 nun erst im Herbst 2021 ausgetragen.

Eigentlich bereits seit Beginn der Coronavirus-Pandemie und den damit verbundenen zahlreichen Absagen sowohl auf der European- als auch auf der PGA Tour, wurde viel über eine Verschiebung des Ryder Cups spekuliert. Vor allem aus dem Grund, da die Qualifikationskriterien grundlegend hätten geändert werden müssen, da viele Spieler auf Grund der ausgefallenen Events gar keine Möglichkeit gehabt hätten sich regulär für den Kontinentalvergleich zu qualifizieren.

Seit Mittwoch, den 8. Juli, ist es nun also endgültig fix, dass das Match USA gegen Europa um ein Jahr verschoben wird. Statt von 25. bis 27. September 2020 findet das Spektakel nun also erst 2021 statt. Der Austragungsort bleibt mit Whistling Straits in Wisconsin ident und auch der Termin Ende September soll gleich bleiben.

Die PGA of America hätte dieser Tage mit den Vorbereitungen beginnen sollen, die Regionalregierung von Wisconsin war jedoch nicht bereit für September Zuschauer zu erlauben. Ohne Heimsupport der Fans vor Ort ist ein Ryder Cup jedoch undenkbar.

Die Verschiebung setzt auch eine regelrechte Kettenreaktion in Gang, denn somit verschiebt die PGA Tour auch den Presidents Cup, der ursprünglich im September 2021 in Quail Hollow über die Bühne hätte gehen sollen, um ein Jahr nach hinten. Damit verschiebt sich auch der nächste Ryder Cup in Rom vom Jahr 2022 auf 2023.

Eigentlich wäre damit das „altbekannte Rad“ wieder hergestellt, denn bis zu den Terroranschlägen aufs World Trade Center im Jahr 2001 wurde der Ryder Cup in ungeraden Jahren ausgetragen. Coronabedingt dürfte dies nun erneut für längere Zeit der Fall sein.

Mit der Verschiebung geben die European Tour und die PGA Tour auch den vielen kritischen Stimmen einiger Spieler recht, denn etliche meinten, dass der Ryder Cup schlicht nicht ohne Fans über die Bühne gehen kann, da genau diese das Event erst so richtig zu dem werden lassen was es ist. Rory McIlroy (NIR) etwa meinte wörtlich: „I just can’t see the Ryder Cup going ahead without fans.“

Die neuen Qualifikationskriterien für den Ryder Cup 2021 wollen beide Seiten erst in den kommenden Tagen bekanntgeben.

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Padraig Harrington 2015

Ryder Cup noch wie geplant

Während derzeit auf so gut wie allen Touren wegen der Corona-Pandemie alle Turniere abgesagt oder zumindestens verschoben werden, kann in puncto Ryder Cup noch Entwarnung gegeben werden, wie der Captain des europäischen Teams, Padraig Harrington, in einem Interview bestätigt.

Nach Medienmeldungen, dass der Ryder Cup ebenfalls bereits Opfer des Corona-Virus ist und auf 2021 verschoben werden soll, sah sich die PGA of America gezwungen ein Statement herauszugeben, dass diese Meldungen als „falsch“ deklariert. Padraig Harrington stieß danach in einem Radio Interview ins selbe Horn und zeigte sich durchaus optimistisch, dass der Kontinentalvergleich, der von 25. bis 27. September im amerikanischen Whistling Straits stattfinden soll, über die Bühne gehen kann.

„Bis September ist ja doch noch einige Zeit, deshalb gibt es hier auch Entwarnung und noch keine Notwendigkeit das Ganze zu verschieben. Ich weiß, dass Gerüchte kursieren, deshalb sahen sich die Verantwortlichen auch gezwungen in einem Statement mitzuteilen, dass es keine Planänderungen gibt. Ich kann das bestätigen: Es gibt definitiv derzeit keine Veränderungen“, so Harrington abschließend.

Wenige Tage nach seinem ersten Statement legt der Ire weiter nach und sieht wegen den ausgefallenen Qualifikationsturnieren auch eine radikale Lösung im Bereich des Möglichen: „Vorausgesetzt natürlich, dass es sicher ist Ende September und wir den Ryder Cup austragen können, kann man auch andenken, dass die Captain’s schlicht zwölf Spieler auswählen.“

Statt einer Verschiebung plädiert Harrington somit für gleich zwölf anstatt der üblichen drei Picks, wobei Stricker als US-Captain ohnehin vier hätte. „In vielerlei Hinsicht wäre es perfekt, wenn der Ryder Cup das erste Turnier zurück wäre. Nur 12 Jungs aus Europa und 12 aus Amerika, die nicht um Preisgeld sondern nur um Ruhm und Ehre fighten. Wäre das nicht eine gute Möglichkeit für den Sport, wieder anzufangen?“

Dass allerdings wie Harrington andenkt tatsächlich erst im September wieder wettkampfmäßiges Golf gespielt wird, darf trotz der rigoros verhängten Einschränkungen wohl mehr als bezweifelt werden.

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EUROPE FIRST …

… America Second! Europas bestes Golf-Dutzend holt nach der Niederlage in Hazeltine vor zwei Jahren den Ryder Cup mit einem Gesamtscore von 17,5 : 10,5 souverän wieder nach Europa zurück.

Mit einer wohl auf europäischen Boden noch nie dagewesenen Favoritenrolle startete die USA in den Ryder Cup. Zu dominant schien die Mischung aus Routiniers und Youngstern ím Vorfeld zu sein, doch mit dem heimischen Publikum im Rücken und unglaublichem Zusammenhalt innerhalb des Teams machen die Europäer den Amerikanern schon vom ersten Tag an das Leben richtig schwer.

Zwar finden die US-Boys am Freitag Vormittag in den ersten Fourballs richtig gut in den Kontinentalvergleich und nehmen gleich drei der vier zu vergebenden Punkte mit, Europa schlägt in seiner Paradedisziplin, dem Klassischen Vierer, aber eindrucksvoll zurück und entscheidet in der Nachmittags-Session alle vier Duelle für sich.

Das Momentum bleibt auch über Nacht erhalten, denn in den zweiten Fourballs gehen die nächsten drei Punkte an den alten Kontinent, was tagübergreifend gleich acht Matches in Folge zu Gunsten Europas entscheidet. Erst am Nachmittag fangen sich die US-Amerikaner wieder, können immerhin zwei der vier Partien für Stars & Stripes holen und brechen damit auch etwas die Dominanz des Heimteams.

Nur kurz an der Kippe

Mit einem Zwischenstand von 10 : 6 muss die USA am Sonntag in den verbleibenden Singlematches die Geister von Brookline beschwören, denn 1999 gelang dem US-Team beim selben Zwischenstand noch der Sieg. Der Tag entwickelt sich dann jedoch von Beginn an eher in die falsche Richtung aus amerikanischer Sicht, denn schon früh ist vieles in den Einzeln blau eingefärbt, was zwischenzeitlich sogar einen glasklaren Sieg von Europa mit rund 17 bis 18 Punkten prophezeit.

Die Spieler aus Übersee sammeln aber noch einmal alle Kräfte, arbeiten sich Stück für Stück in ihren Duellen zurück und plötzlich droht der sicher geglaubte europäische Sieg doch noch einmal ins Wanken zu geraten. Rory McIlroy etwa hat lange Zeit gegen Justin Thomas alles im Griff, muss das Match nach einem Steckschuss im Bunker auf der 18 aber doch noch verloren geben.

Nur Minuten später marschieren Webb Simpson – er ringt Justin Rose mit 3 & 2 nieder – und Tony Finau – er hat mit Tommy Fleetwood mit einem 6 & 4 Sieg überhaupt keine Probleme – über die Ziellinie und bringen die USA so bis auf einen einzigen Punkt an Europa heran. Paul Casey sorgt aber für einen Momentum-Switch am Finaltag, denn der Engländer teilt mit spätem Lochgewinn sein Match gegen Brooks Koepka und durchbricht so das mittlerweile dominierende Rot am Matchplay Raster.

Trocken heimgespielt

Da danach auch Jon Rahm Tiger Woods mit 2 & 1 in die Schranken weist – der US-Superstar kann bei vier Matches nicht einmal einen halben Punkt mitnehmen – und Thorbjorn Olesen mit Jordan Spieth mit 6 & 4 ganz kurzen Prozess macht, zieht Europa wieder komfortabel davon und benötigt nur noch zwei weitere Punkte um den Ryder Cup wieder über den Atlantik zurück zu holen.

Dustin Johnson fightet zu dieser Zeit noch wie ein Löwe gegen Ian Poulter, zieht schließlich aber hauchdünn mit 2 Down den Kürzeren. Der Winning Point bleibt in diesem Jahr DEM Spieler des Ryder Cups vorbehalten: Francesco Molinari weist am Sonntag auch noch Phil Mickelson mit 4 & 2 in die Schranken und ist damit der erste Spieler seit Larry Nelson 1979, der beim Ryder Cup fünf von fünf möglichen Punkten einfährt.

„Dieser Sieg bedeutet so viel. Das ist mir wichtiger als Majors oder sonst irgendwas. Es ist richtig schwer nicht emotional zu werden jetzt gerade, vor allem wenn ich auch an die anderen Spieler denke. Die Amerikaner hatten wahrscheinlich das beste Team, das sie je zum Ryder Cup geschickt haben, aber wir waren einfach zu gut in dieser Woche. Es war heute schon hart, denn die Woche war schon lang, aber ich war da wenn ich da sein musste“, so Molinari nach dem Winning Point.

Rekordspieler

Neben dem Rekord von Molinari gibt es in Paris sogar noch einen unglaublichen Eintrag für die Ewigkeit, denn Sergio Garcia überholt mit seinem Sieg in der ewigen Punkteliste sogar Sir Nick Faldo und ist nun mit 25,5 gewonnen Punkten neuer Ryder Cup Rekordspieler. Da auch Henrik Stenson und Alex Noren ihre Matches noch gewinnen und lediglich Patrick Reed noch einen Punkt für die USA einfährt, liegt der Winning Score schlussendlich bei einem satten 17,5 : 10,5 für Europa und die USA muss an die bereits 25-jährige Durststrecke in Europa noch zumindestens vier weitere Jahre anhängen.

Zu seinem Rekord meint Sergio Garcia: „Natürlich ist das schön und es bedeutet mir auch etwas, aber ich habe immer gesagt, dass das Team im Vordergrund steht und nur darauf kommt es an. Ich möchte mich auch bei Thomas Björn bedanken, denn es war ein turbulentes Jahr für mich, aber ich bin froh, dass er mich mitgenommen hat und an mich geglaubt hat. Ich hoffe die Fans können das genauso genießen wie ich bzw. wir, dass der Cup wieder in Europa ist.“

Im Nachhinein betrachtet waren die Captain Picks von Thomas Björn goldrichtig, denn alle haben richtig abgeliefert und einen großen Anteil am glasklaren europäischen Triumph. In Amerika hingegen bricht mittlerweile bereits der Katzenjammer aus. Nicht nur, dass man den Spielern ankreidet sich mit wenigen Ausnahmen keine Einladungen zu den French Open besorgt zu haben um den anspruchsvollen Platz besser kennenzulernen, ist nun klarerweise auch Captain Jim Furyk harter Kritik ausgesetzt.

„Das ist unglaublich, einfach nur unglaublich. Das ist überwältigend. Für mich war das eigentlich ein richtig einfacher Job die Jungs in die richtige Richtung zu dirigieren. Der Zusammenhalt war ein Wahnsinn im Team und jeder wollte diesen Sieg mit allem was er hatte. Die Fans waren auch der Hammer. Am Liebsten würde ich die alle einpacken und zum nächsten Ryder Cup mitnehmen“, beschreibt Thomas Björn nach dem Turnier in gewohnt trockener Manier seine Emotionen.

Der Finaltag im Überblick:

Justin Thomas macht gleich auf der 1 ernst, denn McIlroy hat zwar die bessere Annäherung parat, der Amerikaner locht aber einen richtig starken Putt zum Birdie und geht so rasch in Führung. Der Nordire schlägt aber sofort zurück und krallt sich mit Par die 2 zum Ausgleich. Casey wassert aus dem Grünbunker auf der 1 und muss so gleich die ersten Bahn Koepka überlassen, holt sich diese aber mit einem wahren Monsterputt auf der 2 sofort wieder zurück.

Nachdem Thomas einen 1,5 Meter Birdieputt auf der 3 nicht lochen kann, geht Europa sogar rasch im ersten Duell in Führung. Jon Rahm knallt gleich auf der 1 ein lasergenaues Eisen aufs Grün und geht so gegen Tiger Woods rasch in Führung. Justin Rose lässt einen kurzen Putt aus und muss Simpson so die 2 überlassen. Thomas ist noch auf der Suche nach dem richtigen Touch, denn ein zu langer Chip ist gleichbedeutend mit dem nächsten Lochverlust. Tommy Fleetwoods Bunkershot wassert auf der 1 was Finau einen leichten Lochgewinn ermöglicht.

Webb Simpson spielt auch weiterhin ganz starkes Golf und nimmt Rose nach der 2 auch die 3 ab. Auch Tony Finau ist voll auf Höhe des Geschehens und ringt Fleetwood gleich noch eine Bahn ab. Brooks Koepka nimmt Casey mit gefühlvollem Putt die 5 ab und geht so erneut in Führung. Ein ausgelippter Putt von Finau ermöglich Fleetwood dann aber auf der 3 eine schnelle Aufholjagd. Nach einem Wasserball von Johnson kann sich Poulter die 2 sichern und geht so rasch in Führung. Ein Dreiputt von Simpson ermöglicht Rose zu verkürzen.

Olesen findet gut in den Tag und nimmt Spieth gleich die 2 ab. Justin Thomas kommt langsam ins Rollen und verkürzt auf der 8 auf nur noch 1 Down. Auch Sergio Garcia startet nach Maß und geht gegen Fowler sofort mit gleich zwei Bahnen in Führung. Finau kann den guten Start nicht aufrechthalten und muss schon auf der 4 den Ausgleich einstecken. Auch Francesco Molinari startet perfekt und nimmt Mickelson sofort die 1 ab. Gleich zwei gepushte Putts von Fleetwood bringen Finau wieder deutlich voran.

Ian Poulter stopft einen knapp 3 Meter Putt und geht so gegen Johnson noch deutlicher in Führung. Ein knapp verpasster Putt von Rose lässt Simpson weiter davonziehen. Justin Thomas gleich mit einem starken Putt gegen McIlroy das Match wieder aus. Auch Rickie Fowler holt sich rasch eine Bahn wieder zurück und Paul Casey stellt sein Match gegen Koepka wieder auf Anfang.

Europa liegt derzeit zwar ganz klar auf Kurs zum Sieg, in allen Partien geht es aber durchaus eng zu. Auch Ian Poulter muss eine Bahn wieder abgeben, nachdem sein Putt zur Teilung auslippt. Paul Casey schnappt sich aber wieder Führung und Molinari baut seinen Vorsprung gegen „Lefty“ weiter aus, was die Sache für Europa derzeit klar auf Schiene bringt.

Dustin Johnson kommt nach seinem ersten Lochgewinn sichtlich auf den Geschmack und gleicht kurz darauf sein Match gegen Poulter wieder aus. Zwar muss Casey nach suboptimalem Eisen den Ausgleich einstecken, Rory McIlroy geht aber parallel dazu gegen Thomas wieder in Führung. Zum ersten Mal in diesem Ryder Cup zeigt dann auch Tiger Woods echte Emotionen, nachdem er sich gegen Rahm auf der 9 eine Bahn wieder zurückholt.

Auch Ian Poulter schnappt sich wieder die Führung, nachdem er eine starke Annäherung gewinnbringend nützen kann. Ein kurzer verschobener Putt von Rory bedeutet, dass die erste Partie des Tages wieder bei All Square steht. Casey und Koepkas Match wogt weiterhin hin und her. Derzeit hat wieder Amerikaner die Oberhand. Thorbjorn Olesen scheint mit Spieth kurzen Prozess zu machen. Auch Stenson liegt schon früh komfortabel voran.

Justin Rose pirscht sich nach einem Wasserball von Simpson wieder etwas heran. Henrik Stenson und Francesco Molinari haben ihn ihren Matches alles voll im Griff. Tiger Woods kann gegen Jon Rahm auf der 12 sein Match wieder ausgleichen und da auch Dustin Johnson gegen Poulter in Führung geht, wird die ganze Sache wieder richtig spannend.

Rahm setzt zwar sofort den richtigen Konter, Rory McIlroy hat auf der 18 aber nach einem Steckschuss im Bunker erhebliche Schwierigkeiten und muss schließlich sein Match knapp verloren geben. Paul Casey rollt aber auf der 17 einen starken Putt ins Loch und gleicht so sein Duell kurz vor Schluss wieder aus. Ein schlimmer Fehler von Woods – er verschiebt einen kurzen Putt zur Teilung – beschert Rahm dann sogar eine recht angenehme Führung.

Brooks Koepka und Paul Casey teilen sich mit Pars nicht nur die letzte Bahn, sondern auch das Match. Webb Simpson ringt Justin Rose nach der 16 mit 3 & 2 nieder. Tony Finau sorgt mit einem glasklaren Sieg gegen Fleetwood für den nächsten Punkt für die USA.

Rickie Fowler kann auf der 13 gegen Garcia wieder auf nur noch 1 Down verkürzen und da auch Rahm auf der 16 Nerven zeigt und einen kurzen Putt vorbeilegt, steht auch dieses Match wieder auf der Kippe. Thorbjorn Olesen beendet sein Match gegen Jordan Spieth nach einer beeindruckenden Leistung nach nur 14 Bahnen. Jon Rahm folgt kurz darauf nach einem 2 & 1 Sieg gegen Tiger Woods. Nach Siegen von Stenson und Garcia wird es sogar richtig deutlich.

EUROPA 16,5 : 10,5 USA

Rory McIlroy : Justin Thomas 1 UP

Paul Casey : Brooks Koepka HALVED

Justin Rose : Webb Simpson 3 & 2

2 & 1 Jon Rahm : Tiger Woods

Tommy Fleetwood : Tony Finau 6 & 4

2 UP Ian Poulter : Dustin Johnson

5 & 4 Thorbjorn Olesen : Jordan Spieth

2 & 1 Sergio Garcia : Rickie Fowler

4 & 2 Francesco Molinari : Phil Mickelson

Tyrrell Hatton : Patrick Reed 3 & 2

5 & 4 Henrik Stenson : Bubba Watson

1 UP Alex Noren : Bryson DeChambeau

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