Doppelt schade

DUBAI DESERT CLASSIC – FINAL: Bernd Wiesberger lässt eine Woche nach dem knapp verpassten Topergebnis in Abu Dhabi auch beim zweiten Rolex Series Event im Emirates GC ein nach drei Runden greifbares Spitzenresultat im Wüstensand liegen und kommt mit einem 24. Platz seinem erklärten Ziel der Top 50 der Welt nicht näher.

Nach über zweimonatiger Turnierpause zeigte sich Bernd Wiesberger vergangene Woche in Abu Dhabi durchaus bereits wieder voll auf Höhe des Geschehens. Zwar merkte man ihm hier und da noch ein wenig den angesetzten Flugrost an, bis zwei Löcher vor Schluss war er aber drauf und dran gleich bei seinem ersten Saisonturnier richtig dick anzuschreiben. Erst zwei abschließende Bogeys verhinderten noch ein Top 10 Resultat und damit auch einen Vorstoß in der Weltrangliste. Dennoch konnte er mit einem 12. Platz die Standortbestimmung als durchaus positiv betrachten.

Auf einem seiner Lieblingsplätze hat er aber gleich eine Woche später die nächste Megachance, denn erstmals zählen die Dubai Desert Classic im Emirates GC zur Rolex Series, sind dementsprechend mit 8 Millionen US-Dollar hoch dotiert und ziehen so klarerweise auch etliche Hochkaräter des Golfsports an, womit ein Topergebnis in Sachen Weltranglistenpunkte enorm weiterhelfen würde.

Und der Oberwarter weiß drei Tage lang auch durchaus zu überzeugen, bringt er doch mit Runden von 71 (-1) 68 (-4) und 69 (-3) Schlägen gleich drei rote Scores zum Recording und startet als 5. in ganz starker Ausgangslage in die Finalrunde. Wohlgemerkt nur zwei Plätze vom angepeilten Ergebnis entfernt, denn ein alleiniger 3. Rang würde reichen um wieder zu den elitären Top 50 der Welt zu gehören.

Rasch in Schwierigkeiten

Nach einem soliden anfänglichen Par entscheidet er sich am kurzen Par 4 der 2 für die risikoreiche Variante, bringt den Ball jedoch nur im Rough unter und bleibt auf die kurzgesteckte Fahne noch dazu im Grünbunker hängen, womit er den ersten Schlagverlust des Tages nicht mehr verhindern kann. Bei schwierigen Verhältnissen – vor allem der teils böige Wind macht den Akteuren am Sonntag das Leben schwer – stabilisiert er auf den nächsten Bahnen zwar sein Spiel wieder, rutscht auf der 5 mit einem Dreiputt aus kurzer Distanz aber ein zweites Mal aus, womit der Rückstand auf das erhoffte Topergebnis doch recht unangenehm anwächst.

Richtig bitter wird es dann aber auf der 6 nachdem der Abschlag im Fairwaybunker hängenbleibt und er in Folge mit weiterem Dreiputt sogar nur mit der Doublette in die 7. Teebox marschiert, womit er bereits sogar bis ins Mittelfeld zurückrutscht. Ein verzogener Abschlag zwingt ihn auf der 10 zur Vorlage, was am Ende nur in einem weiteren Par mündet. Generell ist es am Sonntag vor allem das lange Spiel, dass ihm in Sachen Birdiechancen im Weg steht. So auch am Par 5 der 13 wo sich nach zu langer Grünattacke erneut nur ein Par ausgeht.

Pos. +/- Name Nat. Today Hole Score R1 R2 R3 R4
24T
-19
WIESBERGER Bernd AUT
4
18
-4


71

68

69

76
Hole 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Out 10 11 12 13 14 15 16 17 18 In Total To Par
Par 4 4 5 3 4 4 3 4 4 35 5 3 4 5 4 3 4 4 5 37 72
R1
4

5

4

3

4

4

2

4

5
35
5

3

4

4

4

3

4

5

4
36 71 -1
R2
5

3

5

3

4

5

3

3

4
35
4

2

4

4

4

3

4

3

5
33 68 -4
R3
4

3

4

3

3

4

3

4

6
34
5

3

4

5

4

3

4

3

4
35 69 -3
R4
4

5

5

3

5

6

3

4

4
39
5

3

4

5

3

3

5

4

5
37 76 4

Eagle or Better

Birdie

Bogey

Double Bogey +

Pos. Name Today Hole Score
24T
-19
WIESBERGER Bernd
4
18
-4

Wieder findet auch der Abschlag auf der 14 das anvisierte Ziel nicht, immerhin bringt er den Ball souverän am Grün unter und da der Putter erstmals mitspielt, geht sich aus knapp sieben Metern sogar das erste Birdie des Tages aus. Nur zwei Löcher später werden die Ungenauigkeiten dann aber wieder kostspielig, da er sich von knapp neben dem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann und so rasch wieder zurückrutscht. Schlussendlich bringt er am Sonntag nur die 76 (+4) über die Ziellinie und rutscht damit um viele Plätze bis auf Rang 24 zurück.

Große Chancen vergeben

Mit der verpatzten Finalrunde lässt Bernd Wiesberger auch eine ganz dicke Möglichkeit aus um dem US Masters im April einen entscheidenden Schritt näher zu kommen, denn mit Ende März müsste er wieder unter den Top 50 der Welt aufscheinen um erneut in Augusta mit von der Partie sein zu können. Nach den beiden abschließenden Bogeys in Abu Dhabi, die vor einer Woche ein Topergebnis noch verhinderten, verpasst er nun auch in Dubai wieder ein durchaus mögliches Spitzenresultat und schafft es so bei den beiden hochdotierten Rolex Series Events gerade mal halbwegs seine Abwertung in der Weltrangliste zu abzufedern.

Vor allem Dubai könnte sich rückwirkend betrachtet wieder als “Schicksalsdestination” des Südburgenländers erweisen, denn nicht erst einmal war ein Turnier in der Wüstenmetropole entscheidend für den weiteren Karriereverlauf. So war er etwa bereits 2013 drauf und dran die Top 50 der Welt erstmals zu knacken, beendete das Turnier aber mit einer 9 und verpasste so auf den letzten Drücker die magische Marke. Zwei Jahre später schlug das Pendel dann in die andere Richtung aus, denn diesmal gelang mit einem starken 4. Platz erstmals der Sprung in die Eliteregion der Welt.

Wenige Jahre später startete er sogar als Führender des Race 2 Dubai am Earth Course ins Saisonfinale, musste schlussendlich aber noch Jon Rahm (ESP) und Tommy Fleetwood (ENG) den Vortritt lassen und verpasste es so trotz sehr guter Ausgangsposition sich die Krone der European Tour aufzusetzen. 2022 könnte es nun durchaus sein, dass in einer Nachbetrachtung die verkorkste Finalrunde ausschlaggebend war, dass Bernd nach langer Zeit beim Masters wieder zum Zuschauer verdammt ist.

Noch ist in dieser Causa das letzte Wort aber klarerweise noch nicht gesprochen, hat er doch durchaus noch einige Möglichkeiten sich wieder unter die Top 50 nach vorne zu arbeiten. Die nächste Chance ergibt sich bereis kommende Woche, wenn er unweit des Emirates GC bei den Ras al Khaimah Championship wieder seine Tees in den Boden der Vereinigten Arabischen Emirate stecken wird.

Rory McIlroy (NIR) hat vor der 18 alle Trümpfe in der Hand, könnte er doch mit einem Birdie am Par 5 Schlussloch den Sieg einfahren. Ein komplett misslungenes Holz 3 wassert jedoch und nach dem Bogey müssen sich Viktor Hovland (NOR) und Richard Bland (ENG) den Sieg im Stechen ausmache, wo der junge Norweger schließlich am ersten Extraloch das bessere Ende für sich hat.

Endergebnis: Dubai Desert Classic

>> SKY überträgt Live und in HD von den Dubai Desert Classic.

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