Obwohl in Europa ganz klar Sportarten wie Fußball, Handball und Tennis dominieren, erfreuen sich auch weniger medienpräsente Sportarten wie Golf einer zunehmenden Beliebtheit. Wurde Golf vor nur einem Jahrzehnt kaum öffentlich wahrgenommen, verzeichnet der Sport inzwischen europaweit steigende Fanzahlen. Mit der Szene in den USA ist die Golfkultur jedoch nach wie vor nicht vergleichbar und dafür gibt es gute Gründe.
Anteil an Fans ist weit geringer als in den Vereinigten Staaten
In den USA ist Golf fast schon eine Mainstream-Sportart, die selbst von jungen Menschen verfolgt wird. In Europa sieht die Situation etwas anders aus. Vor allem Kinder und Jugendliche interessieren sich kaum für Golf und kennen sich nicht einmal mit den offiziellen Golfregeln aus. Bei den Erwachsenen ist es schon etwas besser. Gerade in der Altersgruppe ab 40 Jahren ist es ganz normal, bei Golfwetten mitzufiebern und große Turniere wie die DP World Tour oder PGA Tour aktiv zu verfolgen. Um den Unterschied zu verdeutlichen, reicht ein Blick auf die Mitgliederzahlen. In ganz Österreich gibt es etwas mehr als 125.000 Mitglieder in Golfvereinen. Diese Zahl wird in den USA bereits von einzelnen Bundesstaaten überschritten.
Weniger internationale Talente
Es gibt durchaus europäische Golfspieler, die selbst großen Stars wie Scottie Scheffler Konkurrenz machen. Mit Sepp Straka hat Österreich sogar eines der vielversprechendsten Talente der Welt. Von Rory McIlroy brauchen wir gar nicht erst zu reden, denn der Ire ist seit Jahren ein konstanter Dauergast auf der Weltrangliste des Golfsports. Unabhängig davon ist der Anteil an internationalen Talenten in Europa weit geringer als in den USA. Zum Zeitpunkt dieses Artikels waren nur zwei Europäer in den Top 10. Die anderen acht Plätze, darunter auch der Spitzenplatz, wurden von Amerikanern belegt.
Zugänglichkeit zu Golf bleibt verbesserungswürdig
Im Gegensatz zu früher ist Golf in Europa nicht mehr ausschließlich Eliten vorbehalten. Dennoch ist die Zugänglichkeit keineswegs mit der in den USA vergleichbar. Öffentliche Golfplätze gibt es in Europa nur wenige. Wer wirklich Golf spielen will, muss daher in der Regel einem privaten Golfclub beitreten. Das ist zwar durchaus möglich, aber oft mit strengen Aufnahmebedingungen und hohen Gebühren verbunden. Zudem gibt es kaum Möglichkeiten, das nötige Equipment günstig zu mieten. Diese Situation gepaart mit der Tatsache, dass die Jugendförderung weniger stark ausgeprägt ist, sorgt für ein deutlich geringeres Interesse. Die Zugänglichkeit zum Golfsport bleibt stark eingeschränkt.
DP World Tour kann nicht mit der PGA Tour mithalten
Mit der DP World Tour hat Europa ein eigenes Golfturnier, das große internationale Bekanntheit genießt. Manchmal ist bei ausgewählten Turnieren sogar der ein oder andere Topstar aus den USA zu sehen. Die Popularität der DP World Tour ist dennoch nicht ansatzweise mit der PGA Tour vergleichbar. Das zeigt sich auch bei den Preisgeldern. Während bei der PGA Tour Preisgelder von 20 Millionen US-Dollar oder mehr keine Seltenheit sind, liegt das Preisniveau der DP World Tour etwa bei der Hälfte. Zudem wandern die meisten großen Talente aus Europa früher oder später in die USA ab, um sich dort bessere Verdienstchancen zu sichern.





