Bernd Wiesberger kann die erste Tee Time zum Auftakt der Dubai Desert Classic nicht gewinnbringend in die Waagschale werfen und startet nach der 74 (+2) nur mit Rückstand auf die prognostizierte Cutmarke in den zweiten Spieltag. Max Steinlechner findet beim Rolex Series Event für den Emirates GC überhaupt kein Rezept und kommt heftig unter die Räder.
Nachdem er vergangene Woche keine Chance hatte einen Startplatz bei den nur 60-Mann starken Dubai Invitational zu ergattern, steht für Bernd Wiesberger zum Jahresauftakt 2026 in dieser Woche ein absolutes Highlight auf dem Programm. Mit den Dubai Desert Classic hat der 40-jährige nach wochenlanger Pause im Emirates GC gleich ein Rolex Series Event vor der Brust, was mit fetten Race to Dubai und Weltranglistenpunkten aber auch eine große Chance bietet der Saison die richtige Richtung zu verpassen.
Nach dem Verlust der vollen Tourcard - Bernd ist in diesem Jahr nur dank der Career Money List noch zumindest mit Kategorie 11 unterwegs - wäre ein starker International Swing enorm wichtig, könnte er so doch seine Chancen auf weitere Starts bei den großen Turnieren maßgeblich erhöhen. Immerhin kennt der Südburgenländer den Emirates GC von zahlreichen Stars bereits wie seine Westentasche, was angesichts der namhaften Konkurrenz - unter anderem stehen Rory McIlroy (NIR), Tommy Fleetwood, Tyrrell Hatton (beide ENG) oder Nicolai Hojgaard (DEN) in den Teeboxen - sich mit Sicherheit als hilfreich herausstellen könnte.
Mit allererster Startzeit hat Bernd zum Auftakt nicht nur den Vorteil frischer Grüns, sondern kann noch dazu mit freier Bahn vor sich genau sein Tempo gehen. Bei von Beginn an ziemlich windigen Verhältnissen, kann er dies jedoch nicht wirklich zu seinen Gunsten nützen, denn von Beginn an hat der Burgenländer mit einigen Ungenauigkeiten im langen Spiel zu kämpfen. Auf den ersten Löchern fällt dies zwar noch nicht spürbar ins Gewicht, nach verpasstem Par 5 Birdie auf der 3, brummt er sich dann nach versandetem Tee Shot am Par 3 der 4 aber das erste Bogey auf.
Auch weiterhin zu fehleranfällig
Zu allem Überfluss bringt er dann noch dazu den Putter nicht wirklich auf Temperatur, denn eine sofortige Chance zum Konter verpufft nach verschobenem Dreimeterputt. Das verpasste Birdie rächt sich auch sofort bitter, wie der nächste Schlagverlust nach misslungenem Up & Down auf der 6 unangenehm beweist. Nach dem Turn hat er dann erstmals zwar auch Grund zu jubeln, nachdem am Par 5 der 10 mit Chip & Putt ein Birdie aufleuchtet, allerdings währt die Freude nach verpasstem Sand Save danach nur äußerst kurz.
Immerhin muss er sich nicht lange in Geduld üben, denn am nächsten Par 5 kann er aus dem mittlerweile immer sicherer werdenden langen Spiel dann ein weiteres Mal dank gelungener Attacke Kapital schlagen. Allerdings stellt auch das zweite Erfolgserlebnis noch nicht die erhoffte Initialzündung dar, findet er sich doch nach gemisstem Grün am Par 3 der 15 rasch erneut nur bei 2 über Par wieder. Auf den verbleibenden Löchern stabilisiert er sein Spiel dann zwar wieder, nachdem aber auch das abschließende Par 5 nichts mehr springen lässt, muss er sich zum Auftakt mit der doch ziemlich enttäuschenden 74 (+2) anfreunden. Am Ende des Tages pendelt er sich damit nur auf Rang 73 ein und muss am Freitag somit bereits ein wenig Boden gutmachen um sich den Weg ins Wochenende ebnen zu können.
Steinlechner kommt unter die Räder
Max Steinlechner rutscht in Dubai vom Wartebänkchen noch ins Aufgebot. Österreichs Shooting-Star der abgelaufenen Saison kommt damit gleich zum Jahresauftakt zu seinem ersten Rolex Series Event Start überhaupt und hat so eine große Möglichkeit die beiden verpassten Cuts vom Dezember endgültig aus dem Gedächtnis zu streichen. Im auch am Nachmittag weiterhin recht unangenehmen Wind ziehen die ersten Abschläge des 26-jährigen dann aber auf der 1 und der 2 gleich zu weit nach rechts, was sofort in anfänglichen Bogeys mündet.
Zwar kann er auf den darauffolgenden Löchern sein Spiel dann einigermaßen konsolidieren, verpasst jedoch am Par 5 der 3 den schnellen Konter, was aufgrund eines weiteren Schlagverlustes nach den nächsten Ungenauigkeiten im langen Spiel auf der 6 doppelt schwer wiegt. Nachdem er dann noch dazu auch am Par 3 der 7 mit einem Dreiputt ein Bogey ausfasst, schlägt die Auftaktrunde bereits vor dem Turn eine ziemlich unangenehme Richtung ein. Der Probleme nicht genug baut er schließlich auf der 8 nach wildem Ritt von Tee bis Grün sogar einen Schneemann und da ihm auch die 9 ein Bogey umhängt, muss der Start ins neue Golfjahr wohl bereits nach den Frontnine als ziemlich verpatzt bezeichnet werden.
In genau dieser Tonart geht es zum Leidwesen des Tirolers auch nach dem Turn nahtlos weiter, wie drei weitere Bogeys auf den ersten vier Löchern in unangenehmer Art und Weise untermauern. Danach findet er zwar die so schmerzlich vermisste Stabilität, Birdie will sich jedoch auch weiterhin noch keines ausgehen. Nach 16 gespielten Löchern macht ihm dann noch dazu die einfallende Dunkelheit einen Strich durch die Rechnung, weshalb er bei 12 über Par und als 126. und somit Letzter des Klassements die verbleibenden beiden Löcher erst am Freitag absolvieren kann, ehe er kurz danach in Runde 2 starten wird.
Molinari erwischt Traumstart
Deutlich besser als den beiden Österreichern ergeht es dem deutschen Quartett. Austrian Alpine Open Champion Nicolai Von Dellingshausen notiert mit der 69 (-3) sogar eine Auftaktrunde in den 60ern und mischt damit im Spitzenfeld mit. Doch auch Marcel Schneider, Freddy Schott und Marcel Siem liegen komfortabel auf Kurs in Richtung Wochenende. Den besten Start erwischt Francesco Molinari. Der Italiener verewigt am Donnerstag starke acht Birdies auf der Scorecard und diktiert nach der 65 (-7) klar das Tempo.





