Bernd Wiesberger

Wiesberger verzweifelt vom Tee

Bernd Wiesberger hadert bei den Dubai Desert Classic nahezu die gesamte 2. Runde über mit ungenauen Abschlägen und verpasst am Ende mit einer weiteren 74 (+2) sogar recht deutlich den Sprung ins Wochenende. Max Steinlechner kommt am Freitag mit dem Emirates GC zwar etwas besser zurecht, verlässt Dubai nach der wilden Nummer vom Auftakt aber sogar als Letzter des Wertungsklassements.

Für Bernd Wiesberger verlief der Auftakt ins Rolex Series Event eindeutig nicht wie erhofft, denn bei trickreichen Windverhältnissen kam der Südburgenländer nur zu einer 74 (+2) und reihte sich damit lediglich auf Rang 73 ein. Am Freitag muss somit mit der ersten Startzeit der Nachmittagsgruppen bereits eine Steigerung gelingen um nicht schon dem Cut zum Opfer zu fallen. Gleich am Par 5 der 10 legt er sich dann eine gute Birdiemöglichkeit auf, allerdings will der Putter aus rund zwei Metern in der frühen Phase noch nicht mitspielen.

Ungenauigkeiten von Tee bis Grün versperren ihm dann auch auf der zweiten langen Bahn der Runde den Weg zum ersten Birdie, womit der Südburgenländer auch weiterhin der erwarteten Cutmarke hinterher läuft. Vor allem vom Tee will es am Freitag so gar nicht laufen, denn nach wie vor wartet der 40-jährige auf einen ersten Fairwaytreffer. Dennoch legt er sich auf der 14 eine weitere gute Birdiechance auf, verschiebt aus rund vier Metern jedoch abermals. Zu allem Überfluss werden in Folge auch noch die Eisen ungenau, was am Par 3 der 15 das erste Bogey nicht mehr verhindern kann und was sichtlich langsam auch Bernds Frustlevel erhöht.

Erst auf der 17 findet dann endlich erstmals ein Abschlag die Spielbahn, was jedoch am Ende nicht im ersten Birdie mündet. Nachdem danach dann mit der 18 auch das dritte Par 5 ungenützt verpufft, biegt er nach birdielosen Backnine und mit zwei Schlägen Rückstand auf das rettende Cut-Ufer auf die vorderen Neun ab. Dort verfehlt er auf der 1 dann zwar gleich das nächste Fairway, allerdings hat er keine Probleme das Grün zu erreichen und da sich langsam der 14. Schläger erwärmt, darf er sich aus fünf Metern über das erste Birdie und den damit verbundenen scoretechnischen Ausgleich freuen.

Das zieht sichtlich auch das Momentum auf die Seite des achtfachen European Tour Champions, denn erneut hat zwar der Drive auf der 2 nichts mit der Spielbahn zu tun, wieder läuft aus diesmal sechs Metern aber der Putter heiß und da ihn selbst eine versandete Attacke am Par 5 der 3 nicht vom dritten Birdie in Folge abhalten kann, bringt er sich nicht nur erstmals auf Cut-Kurs, sondern verschafft sich sogar ein wenig Luft zur gezogenen Linie. Diese wird dann auch rasch wieder dünner, nachdem er sich am Par 3 der 4 nach verfehltem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann.

Wasserball begräbt die letzten Chancen

Der Fehler lässt auch das Gerät fürs Kurzgemähte wieder ziemlich abkühlen und nachdem er auf der letzten kurzen Bahn der Runde aus gerade mal sechs Metern nach Lip-out mit einem Dreiputt den nächsten Schlagverlust hinnehmen muss, rutscht er auch kurz vor Ende der Runde wieder hinter die gezogene Linie zurück. Auf der 9 schickt er dann noch dazu seinen Drive baden, muss vom Tee sogar nachladen und scheitert schlussendlich nach abschließendem Doppelbogey und der 74 (+2) doch recht deutlich am Sprung ins Wochenende.

Mit dem Missed Cut lässt er so auch eine große Möglichkeit auf wichtige Ranglistenpunkte liegen, denn durch den Verlust der vollen Kategorie wird er in Zukunft wohl nur durch gute Ergebnisse und ein dementsprechendes Ranking einigermaßen stressfrei auch bei den kommenden großen Events wieder mit von der Partie sein können.

Steinlechner mit viel Luft nach oben

Nachdem Max Steinlechner vor Weihnachten bei beiden bisherigen Saisonstarts den Cut verpasste, läuft es für den Tiroler auch im neuen Jahr alles andere als rund. Mit letzter Startzeit kam der 26-jährige am Donnerstag gehörig unter die Räder und kam darüber hinaus aufgrund diffuser Lichtverhältnisse sogar nur 16 Löcher weit. Bei einem Zwischenstand von 12 über Par und als Letzter des Klassements warten auf ihn am Freitag somit gleich 20 Löcher Golf.

Max SteinlechnerDie Fortsetzung beginnt dann wie der Donnerstag endete: Mit einem Bogey! Am Ende geht sich so zum Auftakt sogar nur die 85 (+13) aus, womit der Cut wohl bereits vor der zweiten Umrundung nur noch theoretischer Natur ist. Immerhin findet der 26-jährige, anders als am birdielosen ersten Spieltag, gleich zu Beginn am Par 5 der 10 ein erstes Erfolgserlebnis. Gar lange währt die Freude jedoch nicht, findet er sich doch schon auf der 12 bei Level Par wieder.

Zumindest zeigt er sich vom raschen Ausgleich ziemlich unbeeindruckt und macht mit über weite Strecken soliden Pars danach bis zum Turn nichts verkehrt. Kaum auf den Frontnine angekommen ziehen dann aber wieder dunklere Wolken auf der Scorecard auf. Ein weiteres Bogey auf der 1 bessert er zwar sofort wieder aus, nach ungenauen Abschlägen hängen ihm aber danach das Par 5 der 3 und auch das Par 3 der 4 sofort die nächsten Schlagverluste um.

Noch einmal gelingt dann ein kleiner Konter, nach weiterem Bogey auf der 8 unterschreibt er am zweiten Spieltag aber nur die 74 (+2) und muss somit weiter auf die ersten Race to Dubai Points der neuen Saison warten. Bereits kommende Woche wird er aber wie auch Bernd Wiesberger bei den Bahrain Championship gleich wieder zu Hölzern, Eisen und Putter greifen.

Zwar haben auch die deutschen Vertreter am Freitag durchgehend zu kämpfen, mit Nicolai Von Dellingshausen, Marcel Schneider und Freddy Schott cutten aber immerhin drei der vier Akteure in schwarz-rot-gold ins Wochenende. Patrick Reed (USA) erwischt einen richtig starken Tag und spielt sich mit einer makellosen 66 (-6) und bei gesamt 9 unter Par an die Spitze des Feldes.

Leaderboard Dubai Desert Classic

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