Mitten in der Weltspitze: Bernd Wiesberger im Portrait

Bernd Wiesberger ist Österreichs erfolgreichster Golf-Profi. Der Rechtshänder wurde am 8. Oktober 1985 in Wien geboren, lebt und trainiert aber in Oberwart/Burgenland. Er gilt als Österreichs größte Hoffnung im internationalen Golf.

Untypische Sportwahl für einen Österreicher

Wiesberger interessierte sich schon früh für Sport. Neben Golf spielte er gerne Basketball und Fußball und fuhr im Winter gerne Ski. Eines seiner Hobbys hat Wiesberger schlussendlich zum Beruf gemacht, nämlich Golf. Er selbst sieht seinen Job mehr als Berufung, denn Golf sei laut eigener Aussage nicht sein Beruf, sondern seine Leidenschaft. In seiner Freizeit widmet er sich allerdings nach wie vor gerne dem Basketball oder steigt auf die Skier. Der heimatverbundene Sportler genießt seine Freizeit gerne in seiner Wahlheimat im südlichen Burgenland, um vom Tour-Stress abzuschalten und neue Kraft zu tanken.

Vom Amateur zum erfolgreichen Profi

Nach einer höchst erfolgreichen Amateur-Karriere, bei der er einige nationale Titel erlangte, entschloss sich Wiesberger im Jahr 2006 zu den Berufsgolfern zu wechseln. Seine ersten beiden Jahre als Profi spielte er auf der Challenge Tour, bevor es ihm 2009 gelang, sich über die Q-School für die European Tour zu qualifizieren. Der erste Aufstieg brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, und so wechselte er im nächsten Jahr wieder in die Challenge Tour zurück. Dort feierte Wiesberger seine ersten beiden Turniersiege in Lyon und Grand Toulouse und nahm daher 2011 neuerlich die European Tour in Angriff. Der fünfte Platz in der Jahreswertung 2010 hatte ihm die Berechtigung für die Saison 2011 verschafft.

Im zweiten Anlauf konnte er auch in der European Tour sein Talent unter Beweis stellen. Vier Platzierungen in den Top 10, darunter zwei zweite Plätze, verhalfen ihm am Ende der Saison zu Platz 64 in der Weltrangliste. Bereits im nächsten Jahr konnte er seinen ersten Turniersieg bei der Ballantine’s Championship in Südkorea feiern. Nach Platzrekord in Runde zwei und drei gewann er mit fünf Schlägen Vorsprung. Dieser erste ganz große Triumph sorgte für seinen Einzug in die Top 100 der Golf-Weltrangliste. Mit dem Gewinn des Lyoness Open, ebenfalls im Jahr 2012, stieg er weiter auf und verbesserte sich auf Platz 78. Am Ende der Saison fand sich der österreichische Golf-Profi bereits auf Platz 64 der besten Golfer der Welt wieder und durchbrach als erster österreichischer Golfer die Grenze von einer Million Euro Preisgeld.

Sein Aufstieg ging in den nächsten Jahren nahtlos weiter. Wiesberger verbesserte sich Zug um Zug und konnte sich fix unter den besten 50 Golfern der Welt etablieren. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählen die Siege bei den CIMB Niaga Indonesian Masters auf der Asia Tour 2013 und beim Alstom Open de Franceauf der European Tour 2015. Dieser Triumph verhalf Wiesberger zu seiner bis dato besten Platzierung in der Golf-Weltrangliste: Er erreichte Platz 23. 2017 feierte der Profi seinen letzten großen Sieg beim Shenzhen International auf der European Tour.

Das ganz große Geld verdienen andere

Bernd Wiesberger zählt, wenn es nach dem verdienten Preisgeld geht, zu den erfolgreichsten Sportlern Österreichs. Von den Spitzenverdienern des internationalen Sports ist er allerdings noch weit entfernt. Die Liste der Top 10 Spitzenverdiener führen andere Sportler, wie Fußballer und ein Basketballer, an. Cristiano Ronaldo von Juventus Turin kratzt wohl schon an der 100-Millionen-Dollar-Grenze und lässt Basketballheld LeBron James von den Cleveland Cavaliers und seinen großen Konkurrenten Lionel Messi vom FC Barcelona bereits deutlich hinter sich. Vorbei sind die Zeiten, zu denen die Golf-Legende Tiger Woods noch ganz vorne in der Liste der Top-Verdiener mitmischte. Der US-amerikanische Golfer hat im Laufe seiner glanzvollen Karriere mehr als 113 Millionen Dollar allein an Preisgeldern verdient. Sein Vermögen wird auf über 740 Millionen Dollar geschätzt. Tiger Woods Platz als Spitzenverdiener haben mittlerweile andere eingenommen. So kassiert Rory McIlroy bereits rund 50 Millionen pro Jahr. Bernd Wiesberger selbst hat in seiner erfolgreichsten Saison 2017 rund 1,8 Millionen Euro an Preisgeldern verdient.

Der große Rückschlag

Das Jahr 2018 gilt als schwierigstes in der Karriere von Bernd Wiesberger. Eine Verletzung am Handgelenk sorgte für ein frühes Aus. Nach einer mehrmonatigen Zwangspause entschied er sich für eine Operation und stieg erst wieder Ende des Jahres ins Turniergeschehen ein. Die Rückkehr zu den Profis erwies sich bisher als steiniger Weg. Die siebenmonatige Zwangspause hat dem Spiel von Wiesberger nicht gutgetan. Doch wer den Golfer kennt, weiß, dass er nicht aufgeben, sondern den Kampf um seine Karriere aufnehmen wird.

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