Golftest: Jeep Grand Cherokee

JEEP GRAND CHEROKEE

Autotests für Golfer

 

Ultimativer Golf-Cruiser
Entspannt wie noch nie am 1. Tee ankommen, vielleicht mit Abkürzer über Stock und Stein? Das verspricht der Jeep Grand Cherokee wie kein anderes Fullsize SUV. Die amerikanische Interpretation des voll geländetauglichen Cruisers setzt auf massive Erscheinung, Luxus und modernste Technik. Jeep spricht auf Augenhöhe mit den Deutschen Premiummarken auch die verwöhnte Zielgruppe der Golfer an. Ob das funktioniert oder nicht, hat Golf-Live.at mit dem Topmodell Jeep Grand Cherokee Summit getestet.

Was sofort ins Auge sticht ist klarerweise das Design. Der Jeep mutet zwar extrem wuchtig an, wirkt dabei aber jugendlicher als seine direkten Konkurrenten wie Audi Q7, BMW X5 oder auch Porsche Cayenne. Das mag daran liegen, dass der neue Grand Cherokee noch nicht so lange am Markt ist, dennoch geht dieser Punkt schon einmal klar an die italienisch-amerikanische Partnerschaft.

TEST: 83 Punkte (Max. 100)
Jeep Grand Cherokee Golftest
JEEP GRAND CHEROKEE 3.0 V6 CRD
Listenpreis: € 57.690 (Laredo) – € 82.190,– (Summit)
In Testausstattung: € 82.910,–
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Motor: 3.000 ccm Diesel
Leistung: 184 kW / 250 PS
Gewicht: 2.403 kg
Beschleunigung 0-100: 8,2 sek
Verbrauch kombiniert: 7,5 l
Abmessungen: 4.875/1.943/1792
Gepäckraumvolumen: 782 / 1554 l

Jeep Grand Cherokee GolftestBeim ersten Einsteigen macht der große Indianer dann bereits klar, dass man das Design von außen auch innen weiterführt. Gegenüber alten Vorurteilen ist die Verarbeitung heutzutage nahezu makellos. Das von Leder überzogene Armaturenbrett wirkt hochwertig, dabei aber keinesfalls protzig. Das Lenkrad liegt gut in der Hand, und auf den Sitzen fühlt man sich wie vor dem heimischen Fernseher.

So bequem die Bestuhlung im Jeep auch ist, etwas mehr Seitenhalt in Kurven könnte der größte Jeep durchaus vertragen. Dabei benötigt man nicht einmal einen Bleifuß um auf Österreichs Straßen leicht hin- und herzurutschen. In den USA würde dieser Punkt freilich keine Beachtung finden, in der doch recht kurvenreichen Alpenrepublik aber würde eine etwas engere Umarmung guttun.

Platz ohne Ende

Jeep Grand Cherokee GolftestBeim ersten Öffnen des Kofferraums offenbart sich Platz ohne Ende und man kann sofort abschätzen, dass hier locker zwei Golfbags inklusive Trolleys verstaut werden können, ohne die Rücksitze umlegen zu müssen. Mit zwei Personen lässt es sich so auch gut und gerne für zwei Wochen Golfurlaub verreisen. Mit einteilig umgeklappten Sitzen ist das Verstauen von Bags und Koffern keine unangenehme Schlichtarbeit.

Auch die Ladekante ist für den doch recht hoch gestellten Jeep angenehm platziert. Das mag auch mit der Luftfederung zusammenhängen, die in den Varianten Overland und Summit verwöhnen. Denn kaum stellt man bei der Automatik auf Parkmodus, senkt sich der Grand Cherokee sogleich ab, was Aus- und Einsteigen inklusive Beladen spürbar erleichtert. Auch im hinteren Teil wirkt die Verarbeitung edel. Eine Gummimatte sollte man sich zum Auskleiden des Kofferraums aber gönnen, schließlich will man ja nicht den halben Golfplatz danach aus dem Auto wieder entfernen.

Intuitiv & gelungen

Das Entertainment-System inklusive Navi namens U-Connect ist durchdacht und gelungen. Mit einem 8,4 Zoll-Display verbauen die Amis das Größte in Serienausstattung erhältliche Touchscreen-Display überhaupt. Die Bedienung ist logisch und hat jeder sofort durchblickt. Das GPS arbeitet sicher und zuverlässig und auch die Bluetooth-Koppelung mit dem Mobiltelefon ist in nur zehn Sekunden erledigt. Ideal ist die Ergänzung mit Tasten für die wichtigsten Klimafunktionen, die man daher direkt, ohne Touchscreen ansteuern kann.

Absolutes Highlight ist der Radargesteuerte-Tempomat. In der Frontschürze sitzt der Sensor, der das Auto vor allem im Stop & Go Verkehr in der Stadt und auf langen Reisen auf der Autobahn immer in genauem Abstand zum Vordermann hält und dabei automatisch beschleunigt oder wenn notwendig bis zum Stillstand abbremst. Jeeps Antwort auf Autopiloten in Flugzeugen. Auch hier sind die Tasten am Lenkrad ohne zu suchen sofort zu erreichen, was den Tempomaten wohl zu einem gern genommenen Goodie macht. Weitere Assistenzsysteme wie der Totwinkelwarner für mehrspurige Strassen, Notbremse oder ein Kollissionswarner, der auch beim Rückwärts-Ausparken auf den unsichtbaren Querverkehr achtet, arbeiten verlässlich im Hintergrund und mischen sich nie unangenehm in die Lenkradarbeit ein.

Jeep Grand Cherokee GolftestDie 8-Gang Automatik arbeitet sanft und wirkt nie überfordert. Einzig das Ansprechverhalten beim Gasgeben könnte etwas schneller den Befehl übernehmen. Der Grand Cherokee gönnt sich schon eine kleine Nachdenkpause bevor er realisiert, dass der Fahrer jetzt ganz gerne schneller unterwegs sein würde. Auf den normalen Verkehr hat dies zwar keine Auswirkung, das Ganze wirkt aber in etwa wie ein kleines Turboloch. Hier könnten die Amerikaner wohl mit überarbeiteter Motorsteuerung noch entgegenwirken.

Fazit

Der Jeep Grand Cherokee ist der ultimative Cruiser für luxusgewohnte Golfer, der mit der markanten und aggressiven Front auch ordentlich etwas hermacht. Es lässt sich entspannt Reisen, bei überraschend niedrigem Spritverbrauch. Wir benötigten in unserem Testauto auf 100 Kilometer in etwa 9,2 Liter Diesel was angesichts der 2,4 Tonnen und 250 PS absolut fair ist. Wer gerne fette SUV’s fährt und sich dabei von der Masse abheben will, ist mit dem Off-Roader auf jeden Fall sehr gut beraten. In unserem Test sackt der Jeep Grand Cherokee dank seines Multitalents stolze 83 von möglichen 100 Punkten ein.

>> TESTTABELLE: Alle Ergebnisse im Detail

Test: Klemens Widhalm

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