British Open Championship 2017: Favoritensieg oder Überraschung

Am 16. Juli ist es in Royal Birkdale wieder soweit: Die 2017-er Ausgabe der Open Championship beginnt und versetzt die Golfwelt für insgesamt acht Tage in Höchstspannung. Nach dem Überraschungssieg von Brooks Koepka bei den US Open Mitte Juni ziehen sich die Favoriten vor dem Turnier des Jahres in Großbritannien warm an. Wird es wieder zu einer Überraschung kommen oder können sich die Favoriten diesmal durchsetzen?

Traditionskurs in Englands Osten

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An der Ostküste Großbritanniens gelegen bietet Royal Birkdale einen wunderbaren Golfkurs, der erstmals seit 2008 wieder als Schauplatz der Open Championship bereitsteht. Bereits zum zehnten Mal wird auf dem Kurs in Southport gespielt, bei dem es sich um einen der traditionellsten Hawtree-Plätze handelt. Insbesondere Frederick G. Hawtree zeichnet mit John Henry Taylor für das Layout verantwortlich, das sich an den vielen Dünen rund um den Schauplatz orientiert. Die folgenden beiden Generationen nahmen weitere marginale Veränderungen vor, doch vor allem die Situation für die Zuschauer blieb im Hinblick auf die Sicht stets perfekt. Nicht umsonst gilt der Kurs noch heute laut des Golf Digest Magazins als einer der besten 20 weltweit. Im Jahr 2008 war es ein Ire, der im Nachbarland triumphieren konnte: Pádraig Harrington holte am Ende mit 3 über Par den Titel, ganze vier Schläge vor dem ersten Verfolger Ian Poulter und sechs vor Henrik Stenson sowie Greg Norman, der nach dem dritten Tag das Feld noch angeführt hatte. Letztlich verteidigte Harrington seinen Titel aus dem Vorjahr und stand so zum zweiten Mal an der Spitze der Open Championship. Im vergangenen Jahr wurde im Royal Troon Golf Club in Schottland gespielt. Der damals noch Dritte Henrik Stenson konnte schließlich mit einer fantastischen Abschlussrunde als erster Skandinavier einen Major-Sieg vorweisen.

Harrington? Johnson? Spieth?

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Neun Jahre später findet sich Pádraig Harrington noch immer am Tee wieder. Seine Leistungen sind unterdessen nicht mehr mit jenen beim Doppelsieg zu vergleichen. Viele verpasste Cuts durchziehen die Statistiken der vergangenen Jahre, sein letztes Spitzenergebnis kam im Januar 2016, als Harrington Platz 6 beim Hyundai Tournament of Champions errang. Die Favoriten sind somit natürlich andere, zum Beispiel der starke Dustin Johnson, der bei Betway mit einer Quote von 9.00 geführt wird (Stand 28. Juni) und damit ganz oben auf der Liste potentieller Sieganwärter steht. Seine Resultate im Jahr 2017 unterstreichen diese Ausnahmestellung, die er sich unter anderem durch drei aufeinander folgende Turniersiege im Februar und März erarbeitete. Zuletzt waren jedoch auch einige weniger positive Schlagzeilen dabei, als Johnson zweimal in Folge den Cut verpasste, unter anderem bei den US Open. Rory McIlroy und Jason Day erlebten beim Turnier in Erin Hills noch das gleiche Schicksal, doch werden das Missgeschick schnell abhaken, um in Großbritannien wieder positiv von sich reden zu machen. Doch insbesondere Days 2017-er Saison ist angesichts seiner großartigen Leistungen im Vorjahr eher als Enttäuschung zu werten. Die gute Quote von 15.00 überrascht insofern ein wenig. Der Fall McIlroy (11.00) ist anders gelagert. Er wurde vor den US Open von einer Verletzung eingebremst, doch selbst wenn Podium-Resultate 2017 fehlen, ist er allemal in der Lage, diese in Royal Birkdale auf das Grün zu bringen, wie bereits beim Sieg 2014 geschehen. All diese unterschiedlich gelagerten Probleme könnten die Tür für einen weiteren Spieler weit aufstoßen, der zuletzt erst die Travelers Championship gewann: Jordan Spieth. schon fünf Mal fand sich der 23-jährige in diesem Jahr auf einer Top-3 Platzierung wieder. Im erfolgreichsten Jahr seiner noch sehr jungen Karriere, 2015, verpasste er nach Siegen in Masters und US Open nur um einen Schlag das Playoff um die Open Championship und wurde Vierter. Ist es dieses Mal sein Turnier?

Oder wird es vielleicht ein Außenseiter?

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Nach seinem noch druckfrischen Triumph bei den US Open befindet sich Brooks Koepka noch in aller Munde. Abgesehen von seinem Major-Sieg flog er etwas unter dem Radar, doch konnte durchaus einige starke Resultate im Jahr 2017 einfahren, die sich stets mit verpassten Cuts oder Plätzen in der 30+ Region abwechselten. Seine letztliche Leistung bei den Open ist nur schwer vorhersehbar und lässt sich wohl als Wundertüte einschätzen. Als bester Österreicher wird Bernd Wiesberger ins Turnier gehen, doch seine Siegchancen halten sich wohl eher in Grenzen. Trotzdem konnte er sich zuletzt solide rund um Platz 20 einordnen und spielte auch bei den US Open mit Platz 16 eine mehr als ordentliche Rolle. Ob es in Royal Birkdale so gut für ihn weitergeht?

 

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