Bernd Wiesberger, Matthias Schwab und Lukas Nemecz können bei den European Open nach langer N5belverzögerung die guten Verhältnisse nur bedingt nützen und haben beim DP World Tour Event im Green Eagle GC mit den Toprängen noch nichts zu tun.
Nachdem sich Bernd Wiesberger und Lukas Nemecz vergangene Woche zum Europastart der DP World Tour Saison in Belgien gegen die nassen Verhältnisse stemmten und am Ende 24. Plätze mitnahmen, geht es nun in Hamburg sozusagen in die 2. Europarunde. Der Green Eagle GC zählt zu den härtesten Golftests des gesamten Kalenders, auch weil die Par 73 Wiese trotz gleich sechs Par 5 Löchern selbst für die Longhitter eine echte Herausforderung darstellt. “Ein beinharter Test auf dem wahrscheinlich schwersten Platz den wir im Jahr spielen, aber ich freue mich schon drauf”, so etwa Lukas Nemecz im Vorfeld.
Für Matthias Schwab lief der Europaauftakt in Antwerpen alles andere als prickeln, nachdem er für den Rinkven International GC überhaupt kein Rezept fand und am Ende deutlich den Cut verpasste. An Hamburg hat der Schladming-Pro jedoch durchwegs gute Erinnerungen, spielte er 2019 am überlangen Terrain sogar bis zuletzt um den Sieg mit, ehe er sich am Ende lediglich Paul Casey (ENG) geschlagen geben musste. Aufgrund heftiger Regengüsse in den letzten Tagen spielt sich die Wiese heuer sogar noch um einen Tick länger, immerhin präsentiert sich Hamburg nach dichtem Nebel in der Früh dann von der schönsten Seite mit wenig Wind und strahlend blauem Himmel.
Bernd Wiesberger muss sich überhaupt bis 17:00 Uhr gedulden, womit bereits vor dem ersten Schlag klar ist, dass sich die Auftaktrunde keinesfalls mehr am Donnerstag zur Gänze ausgehen wird. Der Routinier steckt die lange Warterei aber recht gut weg und beginnt auf den Frontnine mit ganz sicheren Pars. Nachdem sich dann jedoch am Par 5 der 4 nach verschobenem Putt aus einem guten Meter das Birdie nicht ausgeht, stolpert er am darauffolgenden Par 3 mit einem Dreiputt sogar ins erste Bogey.
Immerhin holt er sich auf der 7 nach verzogenem Wedge ein unverhofftes Birdie ab, da der Chip kurzerhand im Loch verschwindet, womit er sein Score recht rasch wieder zurechtrückt. Auf den Geschmack gekommen holt er sich kurz vor dem Turn trotz eines deutlich verzogenen Drives mit einem gelungenen Approach das nächste Birdie ab und biegt so immerhin unter Par zur 10. Teebox ab. Auf der 11 kommt dann wieder ziemlicher Stress auf, nachdem der Bunkerschlag am Par 5 nicht wirklich auf den Punkt gelingt. Der Putter gewinnt langsam aber an Temperatur und kratzt ihm aus sechs Metern noch das Par.
Allerdings kühlt der 14. Schläger recht rasch auch wieder aus, wie ein verschobener Parputt aus einem guten Meter auf der 13 beweist, womit er auch die roten Zahlen wieder verlässt. Bei einfallender Dunkelheit hebt er sich schließlich bei einem Zwischenstand von Par nach 15 und als 48. den Dreimeterputt zum Birdie auf der 16 und die letzten beiden Bahnen für den Freitag auf. Nur kurz nach Ende der 1. Runde muss der Burgenländer dann zurück zur 10. Teebox um seinen Zweitrundenauftritt in Angriff nehmen zu können.
Matthias Schwab kämpft sich zur 74
Aufgrund der langen Nebelverzögerung kommt Matthias Schwab erst um 16:00 Uhr überhaupt dazu den ersten Golfschlag auszuführen, findet mit Pars auf den Backnine aber recht gut ins Turnier. Das ändert sich dann jedoch am Par 5 der 16, da er sich nach verzogenem Drive und verfehltem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann, womit er nur im zarten Plusbereich auf die Frontnine abbiegt.
Zwar zeigt er dort weiterhin eine recht stabile Leistung, Birdie will sich jedoch auch auf der vorderen Platzhälfte vorerst noch keines ausgehen. Generell bringt er die Bälle einfach nicht nah genug zu den Fahnen um sich echte Chancen auf rote Einträge geben zu können und da dann zu allem Überfluss auf der 6 die Annäherung wassert und er sich so das nächste Bogey einfängt, findet er sich endgültig nur noch klar hinter der erwarteten Cutmkarke wieder.
Erst am Par 5 der 9 rollt dann zum Abschluss aus drei Metern doch noch ein Birdieputt ins Ziel und erspart ihm so nicht nur einen komplett birdielosen Auftakt, sondern lässt ihn sogar noch die 74 (+1) unterschreiben, womit er als etwa 64. rund um die zu erwartende Cutmarke in den zweiten Spieltag starten wird.
Lukas Nemecz nur mit der 77
Die dreistündige Verzögerung wegen morgendlichen Nebels scheint bei Lukas Nemecz zunächst keinerlei Spuren hinterlassen zu haben, denn rund um die Mittagszeit legt der Steirer den trickreichen Abschlag auf der 10 gekonnt am Fairway ab, zündet in Folge ein noch besseres Eisen ins Grün und krallt sich aus drei Metern prompt das anfängliche Birdie. Wirklich lange währt die Freude darüber aber nicht, denn auf der 13 wassert er den Abschlag, was schlussendlich sogar im Doppelbogey mündet. Des Schlechten noch nicht genug verfehlt der nächste Tee Shot am Par 3 sein Ziel, was ihm prompt den nächsten Fehler umhängt.
Die Probleme reißen auch danach nicht ab, denn auch am Par 5 der 15 kommt er mit der Annäherung wieder Wasser ins Spiel und da er sich am Par 3 der 17 nicht mehr zum Par scramblen kann, hält er sogar nur noch bei 4 über Par. Immerhin geht sich kurz vor dem Turn dann am Par 5 der 18 nach starker Attacke das zweite Birdie aus, was ihn mit einem etwas besseren Gefühl auf die Frontnine abbiegen lässt. Nach einer recht stabilen Phase zu Beginn der vorderen Neun, schlittert er dann auf der 3 nach versandeter Annäherung in seine zweite Doublette und rutscht damit immer weiter im Klassement zurück.
Mit Pars macht er nach dem Malheur dann nicht vieles verkehrt und holt sich schließlich auf der 7 nach gelungenem Approach aus 1,5 Metern sein drittes Birdie ab. Auf den verbleibenden beiden Löchern nimmt er dann noch zwei abschließende Pars mit und steht so schließlich mit der 77 (+4) wieder beim Recording, womit der Weg ins Wochenende vom 115. Platz aus bereits einigermaßen weit werden dürfte.
Jannik De Bruyn läuft auf und davon
Jannik De Bruyn
erwischt am Donnerstag auf dem schwierigen Terrain einen absoluten Traumtag und galoppiert der Konkurrenz buchstäblich bereits auf und davon. Der 24-jährige findet bei der ersten Umrundung nicht weniger als gleich elf Birdies, unterschreibt am Ende die 64 (-9) und setzt sich so bereits mit vier Schlägen Vorsprung auf die ersten Verfolger vom Feld ab.
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