Bernd Wiesberger gelingt zum Auftakt der Open de Espana mit einer fehlerlosen 66 (-5) womöglich der so dringend benötigte Befreiungsschlag. Matthias Schwab kämpft sich im Club de Campo Villa de Madrid zu einer 72 (+1) und liegt damit ebenfalls noch auf Cut-Kurs.
Der Kampf um die Tourcard biegt bei Matthias Schwab und Bernd Wiesberger nun in die endgültie Zielgerade ein, denn mit den Open de Espana haben die beiden Österreicher nun nur noch insgesamt drei Chancen das Tourticket noch ohne Umwege direkt über die Jahreswertung zu erspielen. Zeitgleich markiert das spanische Event in Madrid auch das Europafinale, wird doch in den kommenden beiden Wochen in Asien gespielt. Immerhin startet Schwab nach dem ansehnlichen Auftritt zuletzt in Schottland – nach langer Zeit gelangen dem Rohrmooser wieder konstante Runden – wohl mit einem recht guten Gefühl. Dennoch wird er bei den noch drei verbleibenden Möglichkeiten ein Top 3 oder zwei Top 5 Ergebnisse brauchen um endgültig durchatmen zu können.
Etwas besser stellt sich die Situation bei Bernd Wiesberger dar, denn auf die Top 115 fehlen ihm derzeit “nur” rund 100 Punkte, was mit einer guten Woche rasch aufzuholen wäre. Allerdings zeigte beim Südburgenländer die Formkurve nach leichter Aufwärtstendenz vor wenigen Wochen nun wieder in die verkehrte Richtung, kam er doch bei den Alfred Dunhill Links Championship mit den Linksgrüns so überhaupt nicht zurecht. Mit einer starken Woche in Spanien könnte er sich aber etlicher Sorgen entledigen und würde sich darüber hinaus auch gleich gebührend zum 40er beschenken, den er am Mittwoch feiern durfte.
Bei durchwegs gedämpften Scores findet Bernd am Nachmittag dann mit grundsoliden anfänglichen Pars auf den Backnine ohne großen Stress ins Turnier. Auf der 12 wird der Puls dann erstmals schneller, dank eines starken Pitches über den Grünbunker geht sich aber noch ein weiteres Par aus. Ein Loch später verzieht er zwar den Abschlag ziemlich wild nach rechts, bringt den Ball aber am Vorgrün unter, von wo aus sich aus drei Metern schließlich sogar das erste Birdie ausgeht.
Fehlerlos durchgezogen
Das bringt den achtfachen European Tour Champion sichtlich auf den Geschmack, denn am darauffolgenden Par 5 legt er sich sogar die Eaglechance auf. Aus rund sechs Metern will zwar der Adler nicht landen, das nächste kleine Vögelchen zwitschert aber fröhlich von der Scorecard, womit er sich auch bereits an die Top 10 heranspielt. Nach dem starken Beginn geht er es zwar ein wenig ruhiger an, mit weiterhin punktgenauem Spiel kommt er aber nie wirklich in die Verlegenheit einen Schlag abgeben zu müssen.
Nach dem Turn läuft dann am Par 3 der 3 der Putter richtig heiß und lässt aus rund zehn Metern eher unverhofft das nächste Birdie springen, womit er sich auf bereits zwei Schläge an Marco Penge (ENG) und Frederic Lacroix (FRA) an der Spitze herantastet. Am Par 5 der 7 lässt er eine hervorragende Birdiechance dann zwar noch ungenützt verstreichen, ein Loch später macht er seine Sache dann aus nicht einmal einem halben Meter aber deutlich besser und drückt sein Score auf bereits 4 unter Par.
Trotz eines knapp verfehlten Grüns am abschließenden Par 3 der 9 geht sich dann aus rund sieben Metern gleich noch ein Birdie aus und mit der fehlerlosen 66 (-5) muss Bernd am Ende nur Ugo Coussaud (FRA) und Sam Bairstow (ENG) um einen Schlag knapp den Vortritt lassen. Nach den zuletzt ziemlich zähen Wochen und Monaten gelingt ihm so womöglich der so lange gesuchte Befreiungsschlag, denn die Ausgangslage für den weiteren Turnierverlauf könnte nach der fehlerlosen Performance am Donnerstag kaum besser sein.
Schwab kämpft sich zur 72
Erst mit allerletzter Startzeit kann Matthias Schwab am Donnerstag das Turnier in Angriff nehmen, lässt mit recht sicherem Spiel von Tee bis Grün auf der 10 aber noch nichts anbrennen. Das ändert sich dann jedoch bereits am Par 3 danach, da er sich nach verfehltem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann. Der Fehler hinterlässt aber keine bleibenden Spuren, denn schon zwei Löcher danach hält er nach gelochtem 3,5 Meter Putt wieder bei Even Par.
Damit stabilisiert er auch sein Spiel sofort wieder, denn in Folge läuft er zwar vorerst vergeblich einem weiteren Schlaggewinn hinterher, macht mit Pars aber auch nichts verkehrt. Das ändert sich dann erst auf der 2, wo er nach versandetem Drive das zweite Bogey nicht abwenden kann. Sofort hat der Rohrmooser aber mit einem hervorragenden Tee Shot am Par 3 danach die passende Antwort parat und drückt danach am Par 5 mit Chip & Putt sein Score sogar erstmals in den roten Bereich.
Lange hält er sich in diesem jedoch nicht, rutscht er doch mit einem verschobenen 1,5 Meter Putt auf der 6 rasch wieder zurück. Am Par 3 Schlussloch der 9 muss er dann mit einem verpassten Up & Down noch einen Fehler einstecken und unterschreibt so am Ende nur die 72 (+1), womit er sich aber als 64. immerhin gerade noch eben so auf Cut-Kurs bringt.
Deutschlands Vertreter finden am Donnerstag durchgehend kein wirklich brauchbares Rezept, denn Marcel Siem und Freddy Schott sind nach 71er (Par) Runden noch die besten Vertreter in schwarz-rot-gold.
>> SKY überträgt Live und in HD von den Open de Espana.





