Eiskalt zum Topergebnis

CATALUNYA CHAMPIONSHIP – FINAL: Bernd Wiesberger sichert sich trotz eines eiskalten Putters im PGA Catalunya mit einem 8. Rang sein erstes Topergebnis der Saison und stoppt damit den Absturz in der Weltrangliste. Lukas Nemecz beendet das katalonische DP World Tour Turnier auf Rang 26.

Der Tag der Arbeit bekommt für Bernd Wiesberger am 1. Mai in Girona eine ganz eigene Bedeutung, denn viel härter hätte die Arbeit auf den Grüns für den Südburgenländer an dieser Woche kaum ausfallen können. Das machte sich bereits zum Auftakt am Donnerstag bemerkbar, denn mit mehr als durchwachsener Puttleistung und einer 73 (+1) reihte er sich sogar nur hinter der prognostizierten Cutmarke ein, sicherte sich mit einer 70 (-2) am Freitag aber schließlich doch sehr sicher den Sprung ins Wochenende, wo er am Samstag erstmals und im Nachhinein betrachtet auch einmalig den Putter auf Temperatur brachte und mit einer 67 (-5) bis ins Spitzenfeld nach vorne marschierte.

Der Start in den Sonntag gelingt dem achtfachen European Tour Champion dann gleich nach Maß, denn nach einem souveränen Par auf der 1, stopft er bereits auf der 2 den ersten Birdieputt und da er auch am ersten Par 5 gleich danach den fälligen Putt zur 4 im Loch unterbringt, macht er nahezu von Beginn an klar, dass er sich auch in den Titelkampf in Girona noch einmischen möchte.

Nur kurz gönnt er sich dann auf der 4 eine kleine Verschnaufpause, ehe der Putter am darauffolgenden Par 3 wieder an Temperatur gewinnt und bereits Birdie Nummer 3 springen lässt. Nachdem Laurie Canter (ENG) an der Spitze nach einem Traumstart etwas strauchelt und der Konkurrenz wieder entgegenkommt, trennen Bernd und das Führungstrio trotz eines Dreiputt-Pars am Par 5 der 7 nur noch zwei Schläge.

Putter setzt Eis an

In Folge wollen jedoch vorerst keine weiteren Birdies mehr gelingen, was auch die Lücke zur Spitze wieder anwachsen lässt. Auf der 10 kommt dann erstmals richtig Stress auf, denn die Annäherung bleibt leicht zu weit links und aus unangenehmer Lage bringt er den Ball nicht zwingend zur Fahne. Immerhin spielt diesmal aber noch der Putter mit und kratzt ihm das wichtige Par.

Am darauffolgenden Par 3 lässt ihn der 14. Schläger im Bag dann aber erstmals am Sonntag so richtig im Stich, denn nach einem deutlich zu kurz gelassenen Versuch vom Vorgrün muss er schließlich das erste Bogey einstecken. Am darauffolgenden Par 5 kommt es dann gleich noch dicker, da er sich nach einem durchwachsenen Wedge eine Riesendistanz zum Loch übrig lässt. Wieder bewältigt das Gerät fürs Kurzgemähte diese nicht in zwei Versuchen, was sogar im Bogeydoppelpack mündet.

Mit einer gelungenen Grünattacke auf der 15 und dem darauffolgenden Birdie beendet der 36-jährige dann aber eine durchaus wackelige Phase und setzt sich so auch wieder recht souverän in den Top 10 fest. Nachdem dann auf der 17 jedoch einmal mehr der Putter streikt und er sich mit dem nächsten Dreiputt das dritte Bogey des Tages eintritt, muss er in Sachen Topergebnis wieder etwas schwitzen.

Trotz einer eingebunkerten Annäherung nimmt er zum Abschluss aber das Par mit, unterschreibt so die 71 (-1) und sichert sich damit trotz des eiskalten Putters mit Rang 8 sein erstes Topergebnis der Saison, womit er nicht nur im Race 2 Dubai etwas an Boden gutmacht, sondern auch den Absturz in der Weltrangliste erstmals seit längerer Zeit stoppen kann. Den mühsamen Weg zurück in die Erfolgsspur kommentiert Bernd wortkarg: “Schritt für Schritt!”

Kommende Woche legt Bernd Wiesberger nun eine kleine Pause ein, ehe er bei den Soudal Open seine Tees in den belgischen Boden stecken wird und die Woche danach bei den PGA Championship in Oklahoma abschlagen wird.

Etwas zu fehleranfällig

Lukas Nemecz, der nach überstandenem Hexenschuss wieder völlig schmerzfrei unterwegs ist, legte in Girona einen richtig starken Start hin und mischte nach einer 68 (-4) sogar im absoluten Spitzenfeld mit. Am Freitag hatte er dann zwar deutlich härter zu kämpfen, die 74 (+2) reichte aber locker um ganz souverän ins Wochenende cutten zu können, wo er schließlich nach einem richtiggehenden Geduldsspiel am Samstag mit einer 71 (-1) noch die Chance auf ein mögliches Topergebnis wahrte.

Mit anfänglichen Pars findet sich der Aufsteiger dann recht gut zurecht, kann das erste Par 5 der Runde jedoch noch nicht wie erhofft zum ersten Erfolgserlebnis nützen. Am Par 3 der 5 folgt dann aber ein echter Schock, denn nach einigen Schwierigkeiten marschiert er sogar nur mit dem Doppelbogey zum nächsten Abschlag und rutscht so im Klassement doch deutlich zurück.

Auch danach läuft er auf den Frontnine vergeblich einem Erfolgserlebnis hinterher und da er sich auf der 9 einen weiteren Fehler eintritt, driftet die Finalrunde langsam aber sicher in richtig unangenehme Gefilde ab. Zumindest lassen sich die letzten neun Löcher gut an, nachdem die 10 endlich das erste Birdie für den 32-jährigen bereithält.

Das bringt ihn auch sichtlich noch einmal auf den Geschmack, denn schon am Par 5 der 12 geht sich der nächste Schlaggewinn aus, womit er einen weiteren Fehler wieder weghobeln kann. Wie erhofft lässt schließlich auch die letzte lange Bahn noch ein Birdie springen und mit dem dritten roten Eintrag dreht er auch sein Tagesergebnis endgültig wieder auf Level Par zurück.

Richtig lange währt die Freude darüber aber nicht, da er sich auf der 17 auch wieder einen Fehler eintritt und so schließlich mit der finalen 73 (+1) leben muss, was aber immerhin als 26. für eine Platzierung im vorderen Mittelfeld reicht. Bereits kommende Woche wird Lukas Nemecz wieder in den Teeboxen stehen, wenn mit dem British Masters im The Belfry auch eine vier Turniere dauernde US Open Qualifikation beginnt, wobei die besten 10 aus einer eigens angefertigten Rangliste einen Startplatz für Brookline erhalten.

Adri Arnaus (ESP) ringt Oliver Bekker (RSA) im Stechen am 6. Extraloch mit Par gegen Bogey nieder und fährt bei gesamt 11 unter Par seinen ersten DP World Tour Sieg der Karriere ein.

Leaderboard Catalunya Championship

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