Goldene Stadt knallrot

CZECH MASTERS – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger färbt zum Auftakt die goldene Stadt mit gleich sieben Birdies knallrot ein und setzt sich damit im absoluten Spitzenfeld fest. Auch Matthias Schwab notiert im Albatross Golf Resort von Prag mit der 70 eine rote Runde.

Bernd Wiesberger und Eddie Pepperell (ENG) teilen sich als einzige Top 50 Spieler die Rolle als Co-Favoriten beim Czech Masters. Gemeinsam mit Ernie Els (RSA) und Lee Westwood (ENG) sollen die Zuschauer in das Albatross Golf Resort von Prag gelockt werden. Mit 1 Million Euro Preisgeld ist das Turnier allerdings eher gering dotiert. Wiesberger bereitete sich daheim mit seinem gesamten Team auf das letzte Saisondrittel vor, hat allerdings keine allzu guten Erinnerungen an Prag, wo er erst einmal antrat und dabei vor 5 Jahren den Cut verpasste.

Gleich der Start gelingt dem Burgenländer aber nach Maß, denn ein anfängliches Par 5 Birdie auf der 1 pusht ihn sofort in den roten Bereich. Zwei Bahnen später hat er auch am zweiten Par 5 sein Visier scharf gestellt und nimmt prompt das nächste Erfolgserlebnis mit. Den gewinnbringenden Rhythmus behält der Oberwarter auch danach bei und nimmt schon auf der 15 sein bereits drittes Birdie mit, womit er sich auch ganz vorne festsetzt.

So richtig auf den Geschmack gekommen knallt er auch am darauffolgenden Par 3 den Ball stark aufs Grün und lässt sich die nächste Birdiechance nicht vom Putter nehmen. Nun feuert der sechsfache European Tour Sieger endgültig aus allen Rohren, denn da auch die 17 ein Birdie abwirft, schnürt er sogar den roten Hattrick. Nur kurz gönnt er sich dann auf der 18 eine kleine Verschnaufpause, ehe es schon auf der 1 (Par 5) im unglaublichen Birdietakt weitergeht.

Kleine Schönheitsfehler

Da sich auf der 2 nur ein Bogey ausgeht, bekommt die Traumrunde erstmals einen kleinen Dämpfer. Beeindrucken lässt er sich davon aber nicht, stabilisiert sein Spiel postwendend wieder und bessert den kleinen Faux-pas schon auf der 5 wieder aus, womit sein Name auch erstmals von ganz oben auf die Konkurrenz herableuchtet.

Auf der 7 erwischt es Bernd dann aber ein zweites Mal und er muss am letzten Par 3 seiner Runde einen Schlag wieder abgeben. Zwar geht sich zum Abschluss der Auftaktrunde auf der 9 dann kein Par 5 Birdie mehr aus, doch auch mit der 67 (-5) legt die Nummer 42 der Welt einen absolut sehenswerten Auftakt hin und unterstreicht als 10. darüber hinaus auch seine Mitfavoritenrolle eindrucksvoll.

Zur Runde meint er [sic!] danach auf Facebook: “Bin grundsätzlich zufrieden mit meinen ersten 18 Loch nach der Sommerpause. Einige der Dinge, an denen wir gearbeitet haben, haben heute schon gut funktioniert. Leider waren aber ein paar schwache Schläge dabei, die eine noch niedriger Runde verhindert haben.”

Starker Start

Matthias Schwab versucht nach zuletzt drei Nullnummern den Reset Button zu finden. Der Schladminger hatte auch ein ganzes Monat Zeit an seinem Spiel zu feilen und muss nun rasch wieder in den Turnierrhythmus finden. Der Start verläuft dann sehr solide mit zwei anfänglichen Pars. Schon auf der 12 setzt er aber das erste Ausrufezeichen, denn ein Eagle am Par 5 lässt ihn rasch ganz vorne mitspielen.

Nach weiterhin fehlerfreiem Spiel danach überredet er das Par 3 der 16 dann auch zum ersten Birdie und bleibt damit dem absoluten Spitzenfeld in der frühen Phase des Turniers hartnäckig erhalten. Kaum auf den ersten Neun angekommen dreht er weiter an der Birdieschraube und nimmt vom Par 5 der 1 prompt das nächste Erfolgserlebnis mit.

Plötzlich abgerissen

Wie aus dem Nichts erwischt es den jungen Steirer dann aber auf der 2 sogar mit einem Doppelbogey, was ihn doch spürbar hinter die Top 10 zurückwirft. Der Rohrmooser findet aber rasch wieder den richtigen Rhythmus, nimmt in Folge zunächst sichere Pars mit und darf sich auf der 7 über den nächsten Schlaggewinn freuen, den er jedoch postwendend wieder verspielt.

Ohne die Doublette nach dem Turn wäre Österreichs Shooting Star des letzten Jahres fast ganz vorne mit dabei, doch auch mit der 70 (-2) legt er sich als 39. eine durchaus passable Ausgangslage für den weiteren Turnierverlauf auf.

“Ich hab nach der vierwöchigen Turnierpause heute gutes Golf gespielt. Sowohl kurzes als auch langes Spiel waren okay und ich hab die Bälle durchgehend gut getroffen. Wenn man im Golf von Pech reden kann, dann leider ich heute. Beim Doppelbogey auf der 2 hab ich unmittelbar neben dem Grün den Sprinkler getroffen und von dort ist der Ball 30 Meter weit ins tiefe Rough gesprungen. Mit Müh und Not hab ich den Ball von dort dann erst nach zwei Schlägen noch aufs Grün gebracht”, klärt Matthias die mehr als unglückliche Doublette auf.

Gavin Green (MAS) gibt nach der Auftaktrunde mit der 64 (-8) das Tempo vor.

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