Matthias Schwab zittert sich am Freitag bei den Open de France mit einer wahren Nervenschlacht “on the number” noch gerade eben so ins Wochenende. Bernd Wiesberger findet für den Golf de Saint-Nom-La-Bretèche kein Rezept und scheitert nach Wentworth zum bereits zweiten Mal in Folge am Cut. Amateur Fabian Lang nimmt aus Frankreich mit Sicherheit eine Menge wertvoller Erfahrungen mit.
Nach der bislang so zäh verlaufenen Saison gab sich Matthias Schwab am Donnerstag in Paris selbst gehörig Grund zur Hoffnung, denn der Rohrmooser startete mit einer fehlerlosen 68 (-3) und machte es sich so nur knapp hinter den Top 10 gemütlich. Damit erarbeitete er sich auch eine hervorragende Ausgangslage für das so dringend benötigte Topergebnis, denn um sich aller Tourkartensorgen entledigen zu können, würde Matthias wohl bereits ein Top 3 Resultat benötigen.
Sofort macht er am Nachmittag dann dort weiter wo er am Donnerstag aufgehört hat, denn schon auf der 10 legt er die Annäherung bis auf einen halben Meter zur Fahne und startet so prompt mit einem Birdie in die zweite Umrundung. Lange kann er sich darüber jedoch nicht freuen, nachdem auf der 11 der Parputt aus einem Meter nicht fällt, womit er nicht nur den sofortigen Ausgleich einstecken muss, sondern generell den ersten Schlagverlust im Turnier notiert.
Das Bogey kostet auch sofort die Sicherheit, denn zwei Löcher später schießt er den Drive unangenehm weg und da er auch danach auf der 14 vom Tee ziemlich zu kämpfen hat, rutscht er mit einem Bogeydoppelpack bereits bedrohlich weit in Richtung Cutmarke ab. Immerhin geht sich am Par 5 der 16 mit Chip & Putt dann auch das erste Erfolgserlebnis aus, dass jedoch angesichts eines verpassten Sand Saves danach sofort wieder verpufft. Nachdem er sich dann auch auf der 18 nicht mehr zum Par scramblen kann, biegt er endgültig nur noch genau an der erwarteten Cutlinie auf die Frontnine ab.
Wildes Finish
Dort kann er sein Spiel dann vorerst zwar wieder konsolidieren, wie ein weiteres Birdie nach fast gelochtem Tee Shot am Par 3 der 3 recht eindrucksvoll zeigt, allerdings rutscht er nach einem Dreiputtbogey danach auch prompt wieder auf 3 über Par zurück. Der Vanderbilt-Absolvent fightet aber mit allem was er hat und sorgt mit einem Chip-in zum Eagle am Par 5 der 6 dann sogar für ein absolutes Highlight am zweiten Spieltag. Wieder lässt ihn danach aber der Putter im Stich und hängt ihm mit dem nächsten Dreiputt am Par 3 auch sofort den nächsten Schlagverlust um.
Auch im Finish geht es alles andere als nervenberuhigt zur Sache, denn am Par 5 danach verzieht er den Drive und muss vom Tee sogar nachladen. Am Ende hat er sogar alle Hände voll zu tun um aus rund sieben Metern noch die 6 zu kratzen. Mit dem Bogeydoppelpack rutscht er aber endgültig wieder bis an die Wochenendmarke zurück. Auf der 9 macht er es dann mit einem zu kurzen ersten Putt noch einmal spannend, den Tester aus 1,5 Metern besteht er am Ende aber und cuttet so schließlich nach einer wahren Nervenschlacht mit der 74 (+3) und als 63. “on the number” gerade noch ins Wochenende.
Wiesberger weiterhin mit vielen Problemen
Anders als sein Landsmann bastelte Bernd Wiesberger zum Auftakt eine ziemlich wilde 71 (Par) zusammen, wobei neben Birdies und Bogeys auch ein Doppelbogey und ein Eagle aufleuchteten. Vor allem auf den Grüns gestaltete sich die Performance ziemlich ausbaufähig, denn um den Cut noch zu stemmen und so eine Chance zu haben wichtige Punkte im Kampf ums Spielrecht einsacken zu können, werden am Freitag vor allem aus kurzen Distanzen die Putts fallen müssen.
Nach recht sicheren anfänglichen Pars, wird es nach versandetem Tee Shot am Par 3 der 3 erstmals etwas stressig, mit viel Gefühl kann der Südburgenländer einen ersten Schlagverlust aber noch verhindern. Diese Übung geht sich schließlich auf der 4 nicht mehr aus, denn nach weiterem verfehlten Grün will der Parputt aus einem guten Meter nicht fallen, was Bernd zumindest vorerst auch wieder hinter die gezogene Linie abrutschen lässt. Die Probleme intensivieren sich danach sogar drastisch, da er sich nach einem Wasserball auf der 5 sogar ein Doppelbogey einfängt.
Nachdem dann noch dazu das Par 5 der 6 nichts springen lässt, kann er erst auf der nächsten langen Bahn dann dank eines sicheren Zweiputts vom Vorgrün erstmals ein wenig gegensteuern. Ins Rollen bringt ihn dies aber nicht, denn kaum auf den Backnine angekommen, wird ihm ein verpatzter Pitch zum Verhängnis, womit er sich rasch erneut nur bei 3 über Par wiederfindet. Des Schlechten nicht genug, streikt danach noch dazu der Putter mit einem Driller auf der 11 und da auf der 13 der Sand Save nicht gelingt, rückt das Wochenende wohl endgültig außer Reichweite.
In Folge fängt er sich zwar wieder und nimmt am Par 5 der 16 dann auch noch ein Birdie mit, an der zweiten Nullnummer in Folge ändert dies jedoch nichts mehr, weshalb auch ein weiterer Fehler auf der 17 nicht mehr wirklich ins Gewicht fällt. Mit der 76 (+5) scheitert der achtfache European Tour Champion schließlich erneut ziemlich deutlich am Cut und wird damit auch weiter Rückstand auf die Tourkartenränge aufreißen. Bei den noch verbleibenden vier Turnieren nach der Ryder Cup Pause wird er zwingend ein anderes Gesicht zeigen müssen um das volle Spielrecht noch ohne Umwege halten zu können.
Erfahrungen gesammelt
Amateur Fabian Lang notierte am Donnerstag mit einer der letzten Startzeiten eine 74 (+3), womit für den French Amateur Champion der Weg ins mögliche Wochenende am Freitag doch bereits recht steinig zu werden scheint. Mit anfänglichen Ungenauigkeiten vom Tee macht er sich das Leben dann für selbst etwas schwer, kämpft sich aber noch recht sehenswert zu Pars und findet auf der 4 aus 3,5 Metern schließlich sogar ein recht frühes erstes Birdie, dass er sich direkt danach mit weiterem verzogenen Drive aber auch prompt wieder ausradiert.
Nachdem er jedoch am Par 5 der 6 die Attacke am Kurzgemähten parkt, leuchtet sofort erneut das Minus wieder auf und da er kurz danach auch aus der nächsten langen Bahn einen Schlag quetscht, arbeitet sich der Amateur immer näher an die gezogene Linie heran. Nach dem Turn wird es dann aber zusehends ungemütlicher, denn nach verzogenem Drive auf der 11 und einem Dreiputt am Par 3 der 12 muss er den Ausgleich einstecken und da sich auch auf der 13 aus dem Rough nur ein Bogey ausgeht, findet er sich sogar plötzlich nur noch im Plusbereich wieder.
Ein Doppelbogey nach verfehltem Grün wirft ihn dann auf der 14 sogar ziemlich unangenehm weit im Klassement zurück. Am Par 5 der 16 muss er dann noch einen weiteren Schlagverlust einstecken und steht so schlussendlich nur mit der 76 (+4) beim Recording. Damit ist für den Amateur zwar der Cut klar außer Reichweite, aus Paris wird er aber mit Sicherheit eine Menge Erfahrung für die zukünftigen Aufgaben mitnehmen.
Marcus Armitage (ENG) verteidigt mit einer 68 (-3) seine Führungsrolle und startet bei gesamt 10 unter Par als Spitzenreiter in den Samstag. Deutschlands Vertreter zeigen ebenfalls durchwegs auf, denn gleich sechs Mann schaffen den Sprung ins Weekend, wobei Freddy Schott und Jannik De Bruyn die besten Chancen auf ein Topergebnis haben.
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