Sepp Straka

Noch Luft nach oben

Sepp Straka und Lukas Nemecz starten zwar bei der BMW PGA Championship mit roten Runden, haben beim Flaggschiff-Event der DP World Tour aber durchaus noch Luft nach oben. Bernd Wiesberger kommt im Wentworth Club über eine 72 (Par) nicht hinaus.

Nachdem sich Sepp Straka nach der Tour Championship in Atlanta eine kurze wohlverdiente Pause gönnte, findet Österreichs Nummer 1 nun den Weg zurück über den Atlantik und wird in den kommenden Wochen auf der DP World Tour zu Werke gehen. Sowohl in dieser Woche bei den BMW PGA Championship, als auch beim nächsten Turnier in Spanien steht der 31-jährige in den Tee Boxen und wird alles daran setzen sich noch ins Gespräch um einen Platzt für die Playoffs zu bringen. Derzeit rangiert Sepp nur auf Rang 130 im Race to Dubai und benötigt somit noch dringend Punkte um sich unter die Top 70, und somit auf einen Platz fürs erste Playoff-Event in Abu Dhabi, bringen zu können.

Den Westkurs in Wentworth kennt der Jung-Vater bereits aus dem Vorjahr und zeigte damals bei seinem Debüt gleich auf Anhieb, dass ihm das Par 72 Gelände durchaus liegt. Am Ende leuchtete sogar ein starker 10. Platz auf, der ihm auch heuer den nötigen Boost verschaffen würde, denn bei 9 Millionen Euro Preisgeld und um 40 % aufgewertete Punkte gibt es in Surrey einiges abzustauben. Die Konkurrenz kann sich jedoch sehen lassen, denn neben Sepp flog mit Rory McIlroy, Matt Fitzpatrick, Tommy Fleetwood, Justin Rose, Shane Lowry, Robert MacIntyre oder auch Nicolai Hojgaard fast das gesamte europäische Ryder Cup Team von Rom ein.

Neben Sepp hat Österreicher in dieser Woche beim Flaggschiff-Turnier der Tour noch weiteren Grund zum Daumendrücken, denn auch Bernd Wiesberger schaffte es aufgrund seiner guten Position als 36. der Jahreswertung ins europäische Mega-Event. Lukas Nemecz, der im Vorjahr nur die Zuseherrolle inne hatte, steht ebenfalls am Start und könnte mit einer guten Woche einen wichtigen Schritt in Richtung Tourcard machen. Matthias Schwab sammelte nicht genug Punkte über die Rangliste und schaffte es heuer nicht ins Feld.

Viel Sand im Getriebe

Zwar verfehlt Sepp Straka auf der 1 knapp das Fairway, hat jedoch keine Probleme den Ball am Grün unterzubringen und legt so am schwierigen Eröffnungsloch mit einem soliden Par los. Schon am Par 3 danach läuft der Putter dann erstmals heiß und lässt aus vier Metern ein schnelles erstes Birdie springen. Auch danach zeigt Österreichs Nummer 1 vorerst starkes Golf und legt sich am einzigen Par 5 der Frontnine sogar die Eaglechance auf. Der große Vogel dreht aus sieben Metern zwar ab, ein weiteres Vögelchen zwitschert aber stressfrei von der Scorecard.

Sepp StrakaNachdem jedoch am Par 3 danach der Tee Shot nur den Grünbunker findet und der Sandschlag etwas zu stark ausfällt, lässt sich im Anschluss auch der erste Schlagverlust nicht mehr abwenden. Der Fehler kostet sichtlich auch den Rhythmus, denn der Drive auf der 6 zieht links in die Bäume, von wo aus er sich prompt das nächste Bogey einfängt und so wieder auf Level Par abrutscht. Die Schwächephase steckt der zweifache PGA Tour Champion aber ohne gröbere Probleme weg und holt sich auf der 8 aus drei Metern sein bereits drittes Birdie ab, womit er auch das Minus wieder aufleuchten lässt.

Mit leichten Ungenauigkeiten hat er danach immer wieder zwar etwas zu kämpfen, kann weitere Fehler jedoch verhindern und stellt sein Score schließlich am Par 5 der 12 nach souveräner Grünattacke wieder auf -2. Richtig lange kann er sich jedoch darüber nicht freuen, da er sich nach eingebunkertem Drive auf der 13 nicht mehr zum Par scramblen kann. Auch auf der 15 kommt dann mit der Annäherung wieder Sand ins Getriebe, was ihn sogar erneut auf Level Par zurück wirft.

Nachdem sich am Par 5 der 17 noch kein weiteres Birdie ausgeht, muss er nach verfehltem Fairway am abschließenden Par 5 die konservative Strategie wählen. Diese entpuppt sich am Ende jedoch nicht wirklich als Nachteil, denn das Wedge bremst sich nur zwei Löcher von der Fahne entfernt ein, womit sich zum Abschluss doch noch ein roter Eintrag ausgeht, der ihn zumindest mit der 71 (-1) unter Par ins Turnier starten lässt und ihn als 54. auf Cutkurs bringt.

Auch Nemecz mit der 71

Gleich auf der anspruchsvollen 1 muss Lukas Nemecz nach verzogenem Drive und verfehltem Grün etwas zaubern, bringt am Ende aber noch das anfängliche Par auf die Scorecard. Ausgerechnet das einzige Par 5 der Frontnine wird dem Steirer dann nach Problemen von Tee bis Grün in Form des ersten Bogeys zum Verhängnis. Immerhin lässt er sich vom Fehler nicht beirren und holt sich schon auf der 6 nach starkem Approach aus 1,5 Metern den Ausgleich ab.

Lukas NemeczDas scheint den 14. Schläger im Bag richtiggehend auf Temperatur zu bringen, denn auf der 7 rollt auch aus vier Metern der fällige Birdieputt ins Ziel, womit er sogar in Windeseile in den roten Bereich abtaucht. Mit dem Doppelschlag stabilisiert er auch sichtlich sein Spiel, verlaufen doch die Löcher danach durchwegs stressfrei. Am Par 5 der 12 bringt er die Attacke dann ohne Probleme am Kurzgemähten unter und holt sich aus acht Metern mit sicherem Zweiputt sein drittes Birdie ab, dass er nach total weggeslicetem Drive aber prompt wieder verspielt.

Der Probleme nicht genug rutscht er zwei Löcher später auf der 15 nach verpasstem Up & Down sogar wieder auf Even Par zurück. Nach sehenswertem Drive zündet Lukas dann am Schlussloch eine noch bessere Attacke und parkt den Ball sieben Meter von der Fahne entfernt am Grün, womit er doch noch einmal die roten Zahlen knackt und sich nach der 71 (-1) die Ausgangslage mit Landsmann Sepp Straka teilt.

Wiesberger mit etlichen Ungenauigkeiten

Kurz nach 8 Uhr Ortszeit ist Bernd Wiesberger der erste Österreicher, der das 9 Millionen Turnier in Angriff nimmt. Zwar findet der 38-jährige auf der 1 weder Fairway noch Grün, chippt aber stark zur Fahne und startet so noch mit einem Par. Nachdem er am birdiefreundlichen Par 5 der 4 nach weiterem verzogenen Drive den roten Eintrag verpasst, tritt er sich am darauffolgenden Par 3 nach etwas zu langem Teeshot sogar das erste Bogey ein.

Bernd WiesbergerAuch danach ist das Spiel des Burgenländer von Kampf und Krampf geprägt, was sich nach weiteren Ungenauigkeiten im langen Spiel und einem verschobenen Parputt aus einem guten halben Meter auf der 7 im nächsten Bogey niederschlägt. Zwar findet auf der 9 einmal mehr eine Annäherung am Donnerstag nicht das anvisierte Ziel, nachdem Bernd jedoch kurzerhand einchippt, geht sich noch vor dem Turn auch das erste Birdie aus. Zwar muss er bereits am Par 3 der 10 nach dem nächsten verfehlten Grün wieder etwas zaubern, kratzt aber noch das Par und holt sich mit gelungener Attacke am Par 5 der 11 schließlich den Ausgleich ab.

Über weite Strecken spult er danach recht souverän die Löcher ab, bis auf der 16 aus dem Grünbunker der Sand Save nicht gelingt und er sich einmal mehr nur im Plusbereich wiederfindet. Immerhin geht sich am Par 5 Schlussloch mit Chip und Putt noch ein Birdie aus, womit er mit der 72 (Par) zumindest einen Start über Par vermeidet und sich so als 75. nur knapp hinter der erwarteten Cutmarke einreiht.

Bester Deutscher nach der Auftaktrunde ist Matti Schmid, der trotz langer Anreise aus Kalifornien mit einer 68 (-4) nur knapp hinter den Top 10 einreiht. Matthew Baldwin (ENG) packt mit einer 65 (-7) die vorläufige Bestmarke aus.

Leaderboard BMW PGA Championship

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