Wenig zu bejubeln

SOUDAL OPEN – FINAL: Bernd Wiesberger knackt zwar am Finaltag mit einer 70 (-1) wieder die roten Zahlen, kommt allerdings im Rinkven International GC über eine Platzierung im hinteren Mittelfeld nicht hinaus und tritt so in punkto Form mit doch einigen Fragezeichen die Weiterreise zu den PGA Championship in Oklahoma an. Lukas Nemecz tritt in Belgien mit einer finalen 71 (Par) auf der Stelle.

Bernd Wiesbergers Tendenz zeigte in dieser Woche an den ersten drei Tagen in die eindeutig verkehrte Richtung, denn nach einer durchaus ansehnlichen 68 (-3) am Donnerstag, musste er mit eiskaltem Putter bereits am Freitag mit der 71 (Par) vorlieb nehmen und schlitterte mit weiterhin durchwachsener Puttleistung am Samstag sogar mit der 72 (+1) in die erste Runde über Par, was ihn auch ins absolute Niemandsland im Klassement abrutschen ließ. Mit den Toprängen doch bereits in einiger Ferne geht es am Finaltag wohl eher darum sich zumindest noch ein gutes Gefühl fürs anstehende Major in Oklahoma zu holen.

Nach zwei anfänglichen soliden Pars passt auf der 3 dann zum ersten Mal alles zusammen, denn nach starker Annäherung kommt auch der Putter auf Temperatur und ermöglicht aus knapp zwei Metern das erste Birdie. Mit einem starken Pitch legt er sich auch am einzigen Par 5 der Frontnine die Birdiemöglichkeit auf und macht so erstmals am Sonntag spürbar Ränge gut. Da die Eisen auch danach weiterhin voll auf Linie gelingen, kann er schon auf der 7 das nächste Birdie verbuchen und bastelt so endgültig an richtig starken Frontnine.

Ausgerechnet die kurze 8 bremst ihn dann aber heftig ein, denn nach verzogenem Drive geht sich am nur 246 Meter kurzen Par 4 sogar nur das Bogey aus. Der Fehler kostet auch die Selbstverständlichkeit im Spiel, denn plötzlich wollen die Eisen nicht mehr wirklich zwingend zu den Fahnen, was sich auf der 13 auch im nächsten Bogey manifestiert. Der Südburgenländer fängt sich aber rechtzeitig und kann nach gefühlvollem Putt aus knapp drei Metern am Par 3 der 15 auch das nächste Birdie verzeichnen.

Nächster Stopp: PGA Championship

Die Stabilität bringt das Erfolgserlebnis jedoch nicht zurück, denn gleich auf der 16 muss er nach einem weiteren verzogenen Abschlag wieder einen Schlagverlust einstecken und kommt so nicht von der Stelle. Nachdem sich am letzten Par 5 dann kein Birdie mehr ausgeht, marschiert er schlussendlich mit der zartrosa 70 (-1) ins Ziel und beendet die Soudal Open so nur auf Rang 37.

Der Platz im hinteren Mittelfeld hilft dem Oberwarter auch in keiner Weise in irgendeiner Form wirklich weiter. Weder schreibt er damit im Race2Dubai wirklich gewinnbringend an, noch kann er sich in der Weltrangliste verbessern. Kommende Woche steht nun mit den PGA Championship das zweite Major des Jahres auf dem Programm, wo der achtfache European Tour Champion inmitten der absoluten Weltelite wohl ein anderes Gesicht wird zeigen müssen um halbwegs reüssieren zu können.

Guten Start verspielt

Lukas Nemecz merkte man die Strapazen der letzten Wochen doch bereits einigermaßen an, denn nach gleich zwei Doppelbogeys ging sich am Moving Day nur die 75 (+4) aus, womit er doch recht deutlich bis auf Rang 59 abrutschte. Am Sonntag gilt es nun noch einmal die letzten Reserven zu mobilisieren, ehe er während der anstehenden PGA Championship einige freie Tage in der Heimat verbringen wird. Anders als am Vortag gelingt diesmal der Start auch nach Maß, denn schon auf der 1 lässt er sich nach einer messerscharfen Annäherung die Birdiechance aus 1,5 Metern nicht entgehen.

Auch danach zeigt der Steirer vor allem mit den Eisen richtig gutes Golf, was bereits auf der 3 in Form des zweiten Birdies wieder Früchte trägt. Den Rhythmus behält er auch weiterhin bei und krallt sich nach einem Par auf der 4 auch am ersten Par 5 der Runde einen roten Eintrag, womit der erhoffte starke Start endgültig in trockenen Tüchern ist. Erst die 9 entwickelt sich erstmals nicht so richtig nach dem Geschmack des Aufsteigers, denn nach einem eingebunkerten Drive erreicht er das Grün nicht und kann sich in Folge nicht mehr zum Par scramblen.

Zurück auf Even Par

Auch zum vierten Mal in dieser Woche lässt ihn die 10 nicht ungeschoren davonkommen, denn nach Doppelbogey am Donnerstag und Samstag und einem Bogey am Freitag geht sich auch diesmal nach verpasstem Up & Down nur eine 5 aus, womit er sogar den schwarzen Doppelpack einstecken muss. Das kostet endgültig die Sicherheit und da er auf der 13 aus dem Rough sogar einen Flyer übers Grün produziert, verspielt er schließlich sogar den sehenswerten Start zur Gänze.

Immerhin kommt am Par 3 der 15 der Putter wieder richtig auf Temperatur und ermöglicht aus sieben Metern erneut den Sprung in den Minusbereich. Lange verweilt er in diesem aber nicht, denn nach einem wilden Ritt im langen Spiel geht sich am Par 5 der 17 nur das Bogey aus, womit er einmal mehr wieder am Ausgangspunkt ankommt. Die 18 gelingt zwar ohne Schwierigkeiten, mit der 71 (Par) kann er am Sonntag aber keine Ränge mehr gutmachen und beendet das Turnier auf Rang 58.

Sam Horsfield (ENG) sichert sich nach einer 68er (-3) Finalrunde und bei gesamt 13 unter Par den Sieg.

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