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Major-Duftmarke gesetzt

US OPEN – FINAL: Sepp Straka sorgt bei seinem allerersten Major für eine neue österreichische Debüt-Bestmarke und zeigt darüber hinaus, dass er durchaus das Zeug hat bei den großen Events zum Dauergast zu werden. Bernd Wiesberger kommt in Pebble Beach mit einer finalen 72 nicht aus dem Leaderboard-Keller. Gary Woodland gewinnt seinen ersten Major-Titel.

Als Sieger des Qualifikationsturniers in Kanada sicherte sich Sepp Straka im Vorfeld mit wehenden Fahnen seinen Platz bei den diesjährigen US Open in Pebble Beach. Als Major-Neuling lässt der Doppelstaatsbürger – der zunächst von der USGA sogar noch als US-Amerikaner geführt wird und erst ab dem Freitag wie gewohnt unter rot-weiß-rot aufleuchtete – dann aber gleich am Donnerstag gehörig aufhorchen, was selbst ESPN und Golf Channel nicht mehr übersehen können.

Mit einer fantastischen 68 (-3) mischt Sepp ganz vorne mit und verschafft sich außerdem einen angenehmen Polster auf die Cutmarke. Erst am Freitag hat er dann härter zu kämpfen und büßt mit einer 72 (+1) einige Ränge ein, startet aber dennoch aus sehr aussichtsreicher Position in sein erstes Major-Weekend der Karriere. Der Moving Day entwickelt sich dann aber so gar nicht nach dem Geschmack des Georgia Bulldogs, denn mit einer 76 (+5) wird er regelrecht nach hinten durchgereicht.

Fehlstart wettgemacht

Sepp wollte rot-weiß-rote Golfgeschichte zu schreiben und am Ende des Tages das beste Majordebüt eines Österreichers überhaupt hinzulegen. Viel zäher könnte die Finalrunde dann aus Sepp’s Sicht aber nicht beginnen, denn nachdem der Drive im Rough hängen bleibt muss er ungewollt vorlegen und kann danach aus sieben Metern das anfängliche Par nicht mehr kratzen.

Die Genauigkeit vom Tee macht dem Longhitter auch danach weiterhin einen Strich durch die Rechnung und da der Putter auch aus drei Metern den Ball nicht versenken will, ist das zweite Bogey rasch notiert. Das erste getroffene Fairway ermöglicht ihm dann auf der 3 auch prompt die erste echte Birdiechance und diesmal spielt aus knapp vier Metern auch der Putter mit. Ein starker Abschlag ermöglicht dem gebürtigen Wiener dann auf der 6, dem einzigen Par 5 der Frontnine, die Grünattacke, die er auch gekonnt am Kurzgemähten parkt. Zwei Putts später ist der scoretechnische Ausgleich geschafft.

Am Vormarsch

Das bringt Sepp so richtig auf den Geschmack, denn mit sichtlich heißem Putter locht er am Par 3 danach aus gut fünf Metern den fälligen Birdieputt und taucht so erstmals am Sonntag sogar in den roten Bereich ab. In Folge zeigt er grundsolides Golf und nimmt meist ganz sichere Pars mit. Erst auf der 12 bringt er wieder Farbe auf die Scorecard, denn nach starkem Abschlag locht er auch am zweiten Par 3 erneut aus fünf Metern und taucht so immer tiefer in den Minusbereich ab.

Das Highlight des Tages hebt er sich dann für die 14 auf, denn nach perfektem Drive legt er am Par 5 auch die Attacke gekonnt aufs Grün und stopft zum Drüberstreuen den Eagleputt aus satten elf Metern, womit er sogar sein Gesamtscore wieder auf unter Par stellt.

Sowohl auf der 17 (Par 3) als auch auf der 18 ergeben sich dann aus unter drei Metern noch zwei durchaus gute Birdiechancen, die der Putter aber nicht mehr in Zählbares ummünzen kann. Dennoch sorgt Sepp mit der finalen 67 (-4) nicht nur für seine beste Runde der Woche, sondern auch für eine der besten Runden des Finaltages und verabschiedet sich so mit einem starken 28. Platz von seinem ersten Major der noch jungen Karriere.

Neue Bestmarke

Mit dem 25. Platz schreibt Sepp, der der erst fünfte heimische Majorteilnehmer ist, auch österreichische Golfgeschichte, denn noch nie zuvor erreichte ein rot-weiß-roter Debütant bei einem der vier größten Turniere eine bessere Platzierung. Bislang war noch Martin Wiegele mit dem 70. Platz im Jahr 2008 bei den Open Championship das Maß der österreichischen Major-Dinge.

Sepp setzt auch eine klare Duftmarke und macht nun endgültig unmissverständlich klar, dass er durchaus das Zeug hat im ganz großen Konzert nicht nur mitzuspielen, sondern womöglich sogar eine tragende Rolle einzunehmen. Immer wieder ließ er heuer bereits mit starken einzelnen Runden aufhorchen, konnte das angeschlagene Tempo aber noch nicht über eine volle Turnierwoche durchziehen. Der 28. Platz sollte aber Selbstvertrauen geben und hilft ihm darüber hinaus auch ganz klar dabei das Spielrecht auf der PGA Tour zu halten.

Viel mehr ausgerechnet

Im Gegensatz zu Sepp Straka kann Bernd Wiesberger mit seinem Turnierverlauf so überhaupt nicht zufrieden sein. Kennt man Bernds Stärken, die vor allem im langen Spiel und hierbei ganz besonders bei den Wedges liegen, so kommt man eigentlich zu dem Schluss, dass sich Pebble Beach für ihn mit den kleinen aber beißenden Grüns fast maßgeschneidert präsentiert. Allein Bernd kann diese Tatsache vier Tage lang nicht ausnützen.

Schon am Donnerstag will nicht allzuviel zusammenlaufen, wenngleich er sich mit einer 71 (Par) im soliden Mittelfeld ansiedelte. Am Freitag aber legt er dann mit einer 73 (+2) gerade noch eine Punktlandung hin und cuttet genau an der Marke ins Wochenende. Der Moving Day aber wird dann zum absoluten Supergau, denn eine 78 (+7) zementiert ihn am hinteren Ende des Klassements regelrecht ein.

Viel stabiler unterwegs

Den letzten Arbeitstag beginnt er mit getroffenem Fairway und Grün grundsolide, aus gut fünf Metern will der Birdieputt aber nicht den Weg ins Ziel finden. Auch in Folge wirkt der Burgenländer von Tee bis Grün deutlich stabiler als noch am Moving Day, muss sich aber in Sachen Birdies lange Zeit in Geduld üben.

Erst auf der 7 belohnt er sich dann erstmals für das durchwegs unaufgeregte Spiel – auf der 6 beraubt er sich nach verzogenem Abschlag zuvor noch der Chance aufs Par 5 Birdie – denn ein lasergenaues Eisen legt er bis auf einen knappen Meter zur Fahne und schiebt seelenruhig zum ersten Erfolgserlebnis ein.

Fast macht er sich dieses aber postwendend wieder zunichte, auf der zähen 8 spielt der Putter aber aus knapp vier Metern mit und rettet ihm noch das Par. Bernd verbeißt sich am Sonntag regelrecht im zartrosa Bereich, denn eine deutlich zu kurze Annäherung zwingt ihn auf der 10 zum Scrambeln, der Putter hat aber weiterhin die richtige Temperatur und spielt auch aus 5,5 Metern wieder mit.

Durchgehend am Scrambeln

Nach einem weiteren verzogenen Drive hat er auch auf der 11 wieder Druck am Putter, der diesem aber auch aus gut zwei Metern wieder standhält. Der Stress reißt auch auf der 12 weiterhin nicht ab, denn nachdem der Teeshot am Par 3 im Grünbunker verschwindet, muss der Oberwarter erneut etwas zaubern, doch auch aus knapp drei Metern gelingt der Trick mit Bravour.

Da auch auf der 13 der Abschlag nicht den Weg aufs Fairway findet und die Annäherung vom Rough aus im Grünbunker landet, ist aber auch Bernd schließlich mit seinem Latein am Ende und muss den scoretechnischen Ausgleich einstecken. Nach zwei souveränen Pars wird es dann am letzten Par 3 richtig unangenehm, denn Bernd legt seinen Abschlag auf der berühmten kurzen Bahn bis auf knapp zwei Meter zur Fahne, muss aber gleich dreimal ansetzen und tritt sich so ein mehr als vermeidbares zweites Bogey ein, was ihn auch erstmals in den Plusbereich zurückwirft.

Gewillt das unangenehme Vorzeichen wieder auszuradieren nimmt er auf der abschließenden 18 etwas Risiko und attackiert am Par 5 das Grün, das er jedoch leicht überschlägt. Nach dem Chip benötigt er aber noch zwei Putts und muss sich somit mit der finalen 72 (+1) zufrieden geben, die ihn vom hinteren Bereich des Leaderboards nicht wegkommen lässt und ihm nur Rang 76 ermöglicht. “Es war großartig zurück bei einem Major zu sein. Unglücklicherweise hatte ich die gesamte Woche nicht mein bestes Spiel dabei. Gut, dass ich es immerhin ins Wochenende geschafft habe,” sieht Wiesberger dennoch Positives in seiner Pebble Beach-Woche.

Schwierige Aufgabe

Mit dem Turnierverlauf kann sich Bernd wohl keinesfalls zufrieden zeigen, denn gleich an allen vier Tagen hatte er absolut perfekte Scoringverhältnisse und auch durchwegs beißende Grüns. Dass nicht eine einzige rote Runde in dieser Woche gelingen wollte ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ihm sein wichtigster Aspekt – das Spiel von Tee bis Grün – meist im Stich gelassen hat.

Das zeigt auch die Statistik, denn Bernd tritt nur die Hälfte der Fairways und missed in Folge auch acht Annäherungen. Mit 28 Putts bewegt er sich bei dieser Statistik immerhin im vorderen Mittelfeld. Bernd hat nun jedoch eine durchaus schwierige Aufgabe vor sich, will er auch bei den Open Championship im Juli aufteen. Dazu muss er sich unter den Top 20 im Race to Dubai einen der freien Plätze sichern.

Um dies zu realisieren wird er in München ein absolutes Topergebnis benötigen, denn das spanische Event eine Woche später lässt er aus, da es danach mit gleich zwei Rolex Series Events weitergeht. Somit ergeben sich für Bernd und auch für Matthias Schwab, der in der gleichen Situation steckt, durchaus noch Möglichkeiten um beim letzten Major dabei sein zu können. Dazu muss aber zwingend zumindestens ein echtes Spitzenresultat gelingen.

Gary Woodland nicht zu stoppen

Der zweifache Titelverteidiger Brooks Koepka bringt als einziger noch Gary Woodland zum Schwitzen und lässt ihn sich den ersten Majortitel redlich verdienen. Woodland setzt im entscheidenden Moment nervenstarke Ausrufezeichen, so etwa sein Chip quer übers 17. Grün um noch das Par zu retten oder der letzte Putt zum Birdie aus gut 10 Metern. Mit der 69 sichert sich Woodland den US Open-Titel mit dem tiefsten Winning Score der Geschichte in Pebble Beach von 13 unter Par, drei Schläge vor Koepka.

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Im negativen Sinn

US OPEN – 3. RUNDE: Sowohl Sepp Straka als auch Bernd Wiesberger interpretieren den Moving Day in Pebble Beach mit tiefschwarzen Runden in der falschen Richtung.

Sepp Straka stürmte nicht nur gleich bei seinem Major-Debüt ins Wochenende, sondern tat dies auf Position 19 mehr als nur überzeugend. Zum Vergleich: Bernd Wiesberger benötigte vier Versuche um erstmals bei einer US Open zu cutten – immerhin rettete sich der Burgenländer auch in Pebble Beach so gerade noch in sein zweites Finale beim Major der USGA. Erstmals standen damit auch zwei Österreicher in einem Major-Weekend.

Bei aufrischendem Wind findet sich Sepp Straka auf der 1 gut zurecht und legt sich sogar eine machbare Birdiechance auf. Aus knapp vier Metern spielt der Putter aber  nicht mit. Schon auf der 2 hat er dann aber erstmals Probleme, denn aus dem Rough bringt er den Ball nur im Bunker unter und kann schlussendlich das Par nicht mehr kratzen.

Trotz eines perfekten Drives bringt er sich sofort wieder auf der 3 in die Bredouille, denn das Wedge aus gut 100 Metern verschwindet im Grünbunker und Sepp tritt sich postwendend das nächste Bogey ein. Am ersten Par 5 attackiert Sepp das Grün, verfehlt dieses aber links und muss sich in Folge mit dem Par begnügen. Danach nimmt er meist sichere Pars mit, bis er auf der 8 das Grün bei der Annäherung deutlich überschlägt und sich nicht mehr zur 4 retten kann.

Sepp findet am Moving Day auch danach weiterhin nicht in die Spur, denn mit einem Dreiputt auf der 11 rutscht er immer weiter im Klassement zurück. Das kostet nun endgültig den Rhythmus, wie ein eingebunkerter Teeshot am Par 3 danach zeigt. Da das Sandy-Par nicht gelingen will, rutscht der Longhitter immer weiter am Leaderboard ab.

Danach stabilisiert er sein Spiel zwar, das erste Birdie will aber an diesem verkorksten Tag weiter nicht gelingen. Da er kurz vor Schluss auf der schwierigen 17 (Par 3) noch einen weiteren Schlag abgeben muss, ist der Totalabsturz im Klassement endgültig nicht mehr abzufedern. Erst am abschließenden Par 5 gelingt dann noch das erste und einzige Birdie, das zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr mehr als Ergebniskosmetik darstellt. Mit der 76 (+5) rutscht Sepp bis auf Rang 48 zurück und vergibt damit wohl auch die Chance gleich bei seinem allerersten Major Start ein Topergebnis mitzunehmen.

Nach wie vor hat er es aber in der Hand das beste Debüt eines Österreichers überhaupt bei einem Major zu erreichen, denn bislang ist ein 70. Platz im Jahr 2008 von Martin Wiegele bei der Open die rot-weiß-rote Messlatte für einen Premierenauftritt. Dazu muss am Sonntag aber vor allem bei den Annäherungen und den Putts mehr gelingen, denn mit nur neun getroffenen Grüns und 32 Putts kann er sich wohl nicht wirklich zufrieden zeigen.

Tag zum Vergessen

Zu Beginn ist Bernd Wiesberger am Moving Day sichtlich hellwach, denn nach starkem Abschlag zündet er ein noch besseres Eisen und legt den Ball bis auf einen knappen Meter zur Fahne, was prompt im ersten Birdie mündet. Schon danach aber zeigt sich, dass das Auftaktloch nur ein Ausreißer im positiven Sinn war, denn bereits auf der 2 heißt es “Wie gewonnen, so zerronnen”. Da der Drive etwas zu lang ausrollt hat er vom Rough keine Chance das Grün zu erreichen und muss so sofort den scoretechnischen Ausgleich einstecken.

Noch bitterer wird es auf der 3, denn nach einem überschlagenen Grün brummt er sich postwendend den nächsten Schlagverlust auf. Auch die kurze 4 erweist sich als nicht gewinnbringend, denn nach konservativer Strategie mit Vorlage legt er sein Wedge zehn Meter zu weit hinten aufs Grün, womit sich keine Birdiechance ergeben will.

In Folge notiert er zwar meist sichere Pars, kann aber auch dem einzigen Par 5 der Frontnine keinen Schlag abringen und tritt sich auf der 8 nach eingebunkerter Annäherung sogar den nächsten Fehler ein, der ihn in Gegenden der roten Laterne regelrecht festnagelt. Die Schwächephase findet auch zum Abschluss der Frontnine kein Ende, denn Bernd verzieht auf der schwierigen 9 seinen Drive deutlich und benötigt sogar ein sensationelles Eisen um überhaupt noch das Bogey kratzen zu können.

Weiterhin keine Genauigkeit

Nur kurz legt er auf der 10 eine Bogeypause ein, ehe er nach einem weiteren abgebogenen Abschlag – Bernd trifft bis zu diesem Zeitpunkt lediglich vier von neun Fairways – den nächsten Schlagverlust auf der Scorecard notieren muss. Die Runde zum Vergessen nimmt dann mit einem Dreiputt auf der 13 immer konkretere Formen an. Der Negativtrend setzt sich auch am Par 5 danach weiter munter fort.

Die Probleme wollen und wollen am Samstag auch auf den letzten Löchern einfach nicht abreißen, denn mit dem nächsten Dreiputt geht ein weiterer Schlag flöten. Auch die abschließende 18 kann er nach konservativer Strategie zu keinem Birdie mehr überreden und muss sich so mit einer mehr als enttäuschenden 78 (+7) zufrieden geben.

Zähe Statistik

Richtig bitter ist die Tatsache, dass Wiesberger mit der frühen Startzeit nahezu perfekte Verhältnisse vorfand und diese nicht nützen konnte. Tyrrell Hatton ärgerte sich nach der Runde – eine 69 wohlgemerkt – sogar über seinen Score und meinte, dass der Platz sich eigentlich um einiges leichter spielte als angenommen.

Auch die Statistik spiegelt die Probleme des Burgenländers am Samstag wider. Lediglich 8 Abschläge finden den Weg auf die Links-Fairways von Pebble Beach und mit nur neun Grüntreffern beraubt er sich selbst seiner größten Stärke. Trotz lediglich 50% getroffener Grüns muss er aber gleich 33 Mal am Kurzgemähten ansetzen, was die total verpatzte dritte Runde rasch erklärt.

Alles beim alten

Eher einzementiert als durchgeschüttelt bleibt es an der Spitze des Leaderboards. Gary Woodland verteidigt mit der 69 die Führung bei 11 unter Par, Justin Rose kann mit der 68 seinen Rückstand auf einen Schlag reduzieren. Titelverteidiger Brooks Koepka bei -7 sowie Topfavorit Rory McIlroy bei -6 sind aber noch nicht aus dem Rennen. Leiser und leiser wird es in dieser Woche um Tiger Woods, der bei Even Par nur als 27. auf die letzten 18 Löcher gehen wird.

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Leichtigkeit vermisst

US OPEN – 2. RUNDE: Sepp Straka lässt am Freitag zwar die Leichtigkeit der Auftaktrunde vermissen, stemmt aber immerhin bei seinem ersten Major der Karriere ohne jegliche Probleme den Cut. Bernd Wiesberger erschwert sich das Leben mit etlichen Ungenauigkeiten enorm, rettet sich in Pebble Beach aber mit späten Birdies noch ins Wochenende.

Sepp Straka stürmt nicht nur gleich bei seinem Major-Debüt ins Wochenende, sondern tut dies auf Position 19 mehr als nur überzeugend. Zum Vergleich: Bernd Wiesberger benötigte vier Versuche um erstmals bei einer US Open zu cutten – immerhin rettet sich der Burgenländer auch in Pebble Beach so gerade noch in sein zweites Finale beim Major der USGA.

Straka legt Blitzstart in Runde 2 hin

Sepp ist am Freitag Nachmittag sofort voll auf Betriebstemperatur, denn einen perfekten ersten Abschlag weiß er auszunützen, legt den Ball danach bis auf zwei Meter zum Stock und verwertet die erste Birdiechance eiskalt. Schon auf der 2 kommt dann nach einem Drive in den Fairwaybunker erstmals etwas Stress auf. Sepp bringt den Ball aber ohne Probleme am Grün unter und nimmt ein wichtiges Par mit.

Auf der 4 kratzt er dann schon am “Shot of the day”, denn der Longhitter zieht vom Tee den Driver voll durch und trifft das 306 Meter weit entfernte kleine Grün scheinbar ohne Mühe. Zwei Putts später ist so das nächste Birdie eingesackt. Am Par 3 danach setzt es dann aber den ersten echten Schock, denn nach verzogenem Teeshot muss er aufs Grün chippen und benötigt danach aus nicht einmal drei Metern gleich drei Anläufe, womit er sich mit dem Doppelbogey alles bislang erarbeite wieder zunichte macht.

Vergebliche Birdiesuche

Die Schweißperlen stehen ihm dann auch auf der 6 – dem einzigen Par 5 der Frontnine – wieder auf der Stirn. Trotz verzogenen Drives kommt er mit Par aber glimpflich davon. Danach spult er großteils grundsolide Pars ab, auf weitere Birdies muss er aber noch warten. Unangenehm wird es dann kurzfristig wieder auf der 12, denn nach einem deutlich verfehlten Grün lässt er sich noch einen Tester aus knapp drei Metern zum Par übrig, den er aber souverän besteht.

Eine Bahn später gelingt diese Übung dann aber nicht mehr, denn aus dem Sand bringt er den Ball nur auf gut sieben Meter zum Loch und kann diesmal das Par nicht mehr kratzen. Auch danach hat er weiterhin Probleme die Leichtigkeit vom ersten Spieltag wiederzufinden, denn nach einem leicht verzogenen Drive muss er auf der 16 erneut aus sieben Metern das Par retten, was er diesmal aber ohne mit der Wimper zu zucken perfekt löst.

Noch intakte Chancen

Richtig stabil wird Sepp’s Spiel aber trotz des starken Parsaves nicht, denn am schwierigen Par 3 der 17 biegt der Abschlag unangenehm nach links ab und Sepp kann aus dem Rough hinter dem Grünbunker die 3 nicht mehr auf die Scorecard retten. Auf der 18 bleibt die Grünattacke dann zwar im Sand hängen, das abschließende Birdie kann dies aber nicht verhindern. Mit der 72 (+1) benötigt der Georgia Bulldog zwar um vier Schläge mehr als noch zum Auftakt, Sepp cuttet aber gleich bei seinem allerersten Major der Karriere nicht nur ohne jegliche Probleme ins Wochenende, sondern wahrt vom 19. Rang auch die Chance auf ein absolutes Topergebnis.

Das Hauptproblem im Spiel des gebürtigen Wieners ist am Freitag ganz klar die etwas verlorengegangene Genauigkeit. Zum Auftakt hat er lediglich zwei Fairways verfehlt, am Freitag tritt er hingegen nur noch deren acht, was sich klarerweise in Folge auch auf die Annäherungen auswirkt, denn nur noch jedes zweite Grün erreicht er in Regulation. Da er darüber hinaus mit 30 Putts um gleich vier mehr benötigt als noch am Donnerstag, ist die etwas verkrampfte Runde rasch erklärt.

Wiesberger mit Kampf und Krampf

Bernd Wiesberger beginnt seinen zweiten Arbeitstag in Pebble Beach unaufgeregt mit einem Zweiputt zum Par. Nur eine Bahn später folgt dann aber schon der erste echte Schockmoment für den Oberwarter: Nach einer deutlich verzogenen Annäherung, bleibt er aus dem dicken Zeugs sogar im Grünbunker hängen und erreicht erst mit dem vierten Schlag überhaupt die Puttingfläche. Aus gut zwei Metern spielt aber der Putter mit und verhindert schlimmeres als das Bogey.

Auch auf der 3 hat er wieder Probleme, was vor allem an extrem ungenauen Annäherungen liegt. War es auf der 2 noch die rechte Seite, die ihn in Probleme brachte, so ist es diesmal die linke. Da dort noch dazu ein Bunker lauert und er aus dem Sand das Par nicht mehr retten kann, ist das zweite Bogey, das ihn bis an die Cutlinie zurückwirft, Gewissheit.

Nachdem er auf der 4 ein starkes Wedge auf knapp drei Meter zur Fahne legt kann er erstmals am Freitag etwas Zählbares mitnehmen und verkürzt auf nur noch 1 über Par. Auch am ersten Par danach hat er wieder alle Hände voll zu tun. Nach Abschlag in den Bunker geht sich aus gut drei Metern aber noch der Parsave aus.

Mit den Eisen ist Bernd nach wie vor etwas auf Kriegsfuß, denn auch der Abschlag auf der 7 (Par 3) findet sein Ziel nicht und da der Up & Down diesmal nicht gelingen will, steht sein Score wieder bei 2 über Par. Richtig stressfrei wird es auch danach nicht, denn einmal mehr verfehlt er auf der 9 ein Fairway und muss gezwungenermaßen vorlegen. Ein perfektes Wedge bremst sich aber knapp bei der Fahne ein und er kann so noch das Par notieren.

Hinter die Linie

Ganz bitter wird es dann aber auf der 11. Erneut verfehlt ein Abschlag sein Ziel und Bernd kommt aus dem dicken Zeugs einfach nicht raus. Zu allem Überfluss ist dann auch noch der Grünbunker im Weg, weshalb überhaupt erst der fünfte Schlag aufs Grün findet. Mit dem Doppelbogey rutscht Bernd weit zurück und muss nun sogar gleich zwei Schläge gutmachen um sich wieder auf Wochenendkurs bringen zu können.

Auf der 14 – dem ersten Par 5 der zweiten Neun – streikt dann auch noch der Putter, denn trotz einer versandeten Grünattacke gibt er sich aus 1,5 Metern noch die Birdiechance, die das Gerät fürs Kurzgemähte aber nicht in Zählbares ummünzen kann. Fast trotzig legt er danach auf der 15 das Eisen auf ähnlich Distanz zur Fahne und löst die Aufgabe diesmal eindeutig besser.

Wichtige Birdies

Das Birdie heizt gegen Ende der Runde auch den Putter sichtlich auf, denn auf der 16 bringt er den Ball zwar am Grün unter, aus knapp neun Metern kann man aber kaum von einer zwingenden Birdiechance sprechen. Nur gut, dass der Putter das nicht weiß, denn gefühlvoll rollt er den Ball ins Loch und bringt sich damit auch wieder auf Wochenendkurs. Souverän spult Bernd dann die verbleibenden beiden Bahnen ab, unterschreibt so die 73 (+2) und darf damit als 56. auch am Samstag in Pebble Bach noch auf Birdiejagd gehen.

“Das war heute leider über weite Strecken nicht mein bestes Golf. Musste ordentlich kämpfen um am Wochenende noch dabei zu sein,” war das mehr Kampf und Krampf bislang für ihn in Pebble Beach, “werde versuchen am Wochenende mit der positiven Energie der letzten 6 Loch von heute zu spielen und mich am Leaderboard noch etwas nach vorne zu schieben.

Die große Zitterpartie am Freitag ist bei einem Blick auf die Statistik rasch erklärt, denn mit nur zehn getroffenen Grüns beraubt sich Bernd selbst seiner größten Stärke und ist oft zum Scrambeln gezwungen. Gut für den Burgenländer, dass zumindestens der Putter mitspielte, denn mit 27 Putts kann er sich durchaus zufrieden zeigen.

Die Runde des Tages geht Gary Woodland mit der 65 auf. Der US-Boy sichert sich 6 Birdies und verdrängt dank fehlerloser Leistung noch Auftaktleader Justin Rose auf Position 2. Tiger Woods kommt dagegen weiter nicht in die Gänge und fällt mit der 72 auf Even Par und Position 32 zurück.

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Sepp unleashed

US OPEN – 1. RUNDE: Sepp Straka legt in Pebble Beach dank unglaublicher Puttleistung mit einer 68 ein US Open-Debüt der Extraklasse hin und mischt nach der ersten Runde auf Platz 8 mit. Auch Bernd Wiesberger startet mit einer Par-Runde durchaus gut.

Sepp Straka gibt bei der US Open sein Major-Debüt, für das er sich als Sieger des kanadischen Sectional Qualifiers souverän empfehlen konnte. Bernd Wiesberger musste hingegen als 15. von Walton Heath und 1. Reserve bis Montag Morgen warten, ehe er gemeinsam mit den US-Boys Harris English und Joel Dahmen über die Warteliste ins Feld rutschte. Zu diesem Zeitpunkt saß der Burgenländer bereits im Flieger um am Montag in Pebble Beach zu landen.

Nicht nur für Straka, auch für Bernd Wiesberger ist es eine Premiere am Links-Klassiker von Pebble Beach. Bei der letzten US Open im Norden Kaliforniens 2010, als es mit Graeme McDowell (NIR) sogar einen europäischen Major-Champion zu feiern gab, war Bernd nicht qualifiziert. Somit kommt es zu einer doppelten Premiere, vor allem auch weil erstmals überhaupt zwei Österreicher beim Major der USGA in den Teeboxen stehen werden. Österreich kehrt damit auch endlich wieder auf die Major-Bühne zurück, auf der wir zuletzt beim Masters 2018 präsent waren.

Par 5 Bogey als Weckruf

Sepp Straka findet sich mit allererster Startzeit mit einem Fairwaytreffer auf der 10 recht gut zurecht, lässt sich am Ende aber einen unangenehmen Tester aus 1,5 Metern zum Par übrig, den er aber ohne Probleme besteht. Diese Distanz hat er auch weiterhin im Griff, denn auch am Par 3 der 12 stopft er den fälligen Putt zum wichtigen Par. Im Nachhinein betrachtet sind diese anfänglichen Putts die Ouvertüre zu einer richtig sensationellen Leistung auf den Grüns.

Ausgerechnet am ersten Par 5 legt der Longhitter dann aber seinen Drive ins Rough und erreicht in Folge erst mit dem vierten Schlag überhaupt das Kurzgemähte, was prompt im ersten Schlagverlust mündet. Am zweiten Par 5 macht er seine Sache aber deutlich besser, denn am weltbekannten Küstenloch der Klippe entlang reitet er sogar die Grünattacke. Zwar bleibt der Ball rechts im Rough hängen, den scoretechnischen Ausgleich kann ihm aber niemand mehr nehmen.

Auf den Geschmack gekommen

Kaum auf den Frontnine angekommen wird es aber erneut etwas zäh, denn eine verzogene Annäherung in den Grünbunker sorgt wieder für Stress. Sepp legt den Ball aber gekonnt aufs Grün und locht aus gut drei Metern den wichtigen Parsave. Eine Bahn später legt er sich aus der selben Distanz sogar die Birdiechance auf und locht den fälligen Putt seelenruhig, was ihn erstmals in den roten Bereich abtauchen lässt.

So richtig auf den Geschmack gekommen legt er auch auf der 4 die Annäherung stark zur Fahne und nimmt aus zwei Metern rasch das nächste Birdie mit, was ihn mittlerweile ganz vorne mitmischen lässt. Auch das Par 5 der 6 hat Sepp in Folge perfekt im Griff. Nach starkem Drive und perfekter Grünattacke ergibt sich aus fünf Metern sogar die Eaglechance. Der Adler will in Kalifornien zwar nicht landen, mit dem nächsten Birdie ist er zu dieser Zeit aber sogar erster Verfolger von Scott Piercy.

Unaufgeregt spult Sepp die letzten Bahnen ab, stopft auf der 9 noch einen unangenehmen Dreimeterputt und nimmt so wichtige abschließende Pars mit. Schlussendlich marschiert der Debütant – der am Donnerstag 12 von 14 Fairways traf und lediglich 26 Putts benötigte – mit einer 68 (-3) über die Ziellinie und legt somit eine mehr als nur beachtliche erste US Open Runde der Karriere hin, die ihm für einige Minuten sogar die Führung im Clubhaus einbringt, ehe Scott Piercy (USA) mit einer 67 (-4) knapp an ihm vorbeizieht. Am Ende des ersten Spieltages findet sich Straka auf Position 8 wider.

Guter Start

Bernd Wiesberger beginnt wie sein Landsmann auf der 10 sehr souverän, denn nach Fairway und Grüntreffer nimmt er zum Auftakt ein solides Par mit. Auf der 11 wird es aber erstmals ungemütlicher, denn nachdem der Drive leicht zu weit links zum Liegen kommt, hat er aus dem dicken Zeugs neben der Spielbahn alle Hände voll zu tun und kann nur vorlegen. Aus knapp sieben Metern spielt aber der Putter mit und rettet ihm das Par.

Am ersten Par 5 lässt ihn das Gerät fürs Kurzgemähte dann aber im Stich, denn nach einem Drive ins Rough erreicht er erst mit dem vierten Schlag das Grün und kann aus knapp zwei Metern das Par nicht kratzen. Am berühmten langen Par 3 der 17 passt dann aber das 4er Eisen nahezu perfekt, und nachdem ihm Flighpartner Lee die Linie genau zeigt, lässt er sich aus 3,5 Metern die Chance aufs Birdie nicht entgehen.

Auf der 2 wird es dann nach längerer Zeit wieder etwas unangenehm, doch trotz einer eingebunkerten Annäherung kratzt er aus knapp zwei Metern noch das Par. Erst auf der 13 passt dann wieder alles zusammen, denn nach recht guter Annäherung schnappt diesmal aus 3,5 Metern die Birdiefalle zu, was Bernd zum ersten Mal in den Minusbereich abtauchen lässt.

Eine verzogene Annäherung auf der 8 in den Grünbunker lässt ihn diesen jedoch wieder verlassen, nachdem wegen einer kleinen Spikemarke auch noch der Parputt auslippt. Mit einem grundsoliden Par beendet Bernd dann seine Auftaktrunde aber wie er die Runde auch begann, notiert so die 71 (Par) und verschafft sich damit als 40. eine mehr als nur gute Ausgangslage um auch am Wochenende noch mit von der Partie sein zu können.

“Es war ein gelungener Auftakt für mich. Habe relativ solides Golf gespielt, aber leider einige dumme Fehler mit kurzen und mittleren Eisen gemacht. Bin sicher, dass ich morgen weiter darauf aufbauen kann,” gibt sich Wiesberger optimistisch für den weiteren Turnierverlauf.

Rose sorgt für beste Auftaktrunde

Die weichen Grüns und perfekten Bedingungen bei wenig Wind am Vormittag weiß Rickie Fowler am besten auszunützen. Der Kalifornier punktet mit perfekten langen Schlägen und locht auch 6 Birdieputts am Weg zur 66. Aber auch am Nachmittag bleiben die Bedingungen hervorragend, was Justin Rose ausnutzt um sogar noch einen Schlag tiefer zu gehen und mit der 65 die alleinige Führung bei 6 unter Par zu übernehmen.

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US Open-Duo

LIVE NEWS-TICKER – Mit Sepp Straka und Bernd Wiesberger erstmals zwei Österreicher im Major-Feld +++ Tiger-Mania in Pebble Beach erwartet +++ Graeme McDowell 2010 der letzte Champion.

+++ Erste Proberunden +++

Bernd Wiesberger zeigt sich angetan nach seinen 18 Löchern am Dienstag an der Seite von Ernie Els, Daniel Hillier und des südafrikanischen Amateurs Jovan Rebula: “Der Kurs ist absolut pur.” Auch dem Big Easy-Golfschwung kann er nur Bewunderung abgewinnen: “Smooth as You like!”

Sepp Straka zeigt sich auch ziemlich beeindruckt im Vorfeld seiner ersten Major-Runde: “Unglaublich auch nur daran zu denken, dass ich am Donnerstag meine erste Runde bei einem Major drehen werde. Ich bin mehr als nur dankbar für diese Gelegenheit und vor allem jenen, die mitgeholfen haben, diesen Punkt zu erreichen.”

 

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Incredible to think I’ll be starting my first major at pebble one Thursday. Beyond blessed for the opportunities and help I’ve received to get me to this point. @dunninggolf @srixongolf

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+++ Sepps Debüt +++

Sepp Straka gibt bei der US Open sein Major-Debüt, für das er sich als Sieger des kanadischen Sectional Qualifiers souverän empfehlen konnte. Bernd Wiesberger musste dagegen als 15. von Walton Heath und 1. Reserve bis Montag Morgen warten, ehe er gemeinsam mit den US-Boys Harris English und Joel Dahmen über die Warteliste ins Feld rutschte. Zu diesem Zeitpunkt saß der Burgenländer bereits im Flieger um am Montag in Pebble Beach zu landen.

+++ Doppelte Premiere in Pebble Beach +++

Nicht nur für Straka, auch für Bernd Wiesberger ist es eine Premiere am Links-Klassiker von Pebble Beach. Bei der letzten US Open im Norden Kaliforniens 2010, als es mit Graeme McDowell sogar einen europäischen Major-Champion zu feiern gab, war Bernd nicht qualifiziert. Somit kommt es zu einer doppelten Premiere, vor allem auch weil erstmals überhaupt zwei Österreicher beim Major der USGA in den Teeboxen stehen werden. Österreich kehrt damit auch endlich wieder auf die Major-Bühne zurück, auf der wir zuletzt beim Masters 2018 präsent waren.

+++ Fan-freundliche Tee-Times +++

Angesichts von 9 Stunden Zeitverschiebung haben Österreichs Golffans mit den Startzeiten großes Glück, da Sepp am Donnerstag um 15:45 MESZ (6:45 Ortszeit) die allererste Startzeit vom 10. Tee zugeteilt bekam und Bernd Wiesberger gleich dahinter um 15:56 MESZ folgen wird.

+++ Gut für Bernd? +++

Gerade für Bernd Wiesberger könnte sich Pebble Beach als richtig gewinnbringend erweisen, denn gleich zwei Aspekte sprechen durchaus für den Burgenländer. Zum einen reist er wohl in absoluter Topform an, denn nach seinem Sieg vor wenigen Wochen in Dänemark, musste er sich eine Woche später in Belgien beim K.O.-Turnier erst dem späteren Sieger Guido Migliozzi (ITA) geschlagen geben. Mit nicht einem einzigen Tag Spielpause reiste er danach zum Qualifier nach Walton Heath und schaffte dort, trotz einer Zitterpartie, schließlich den Sprung ins Majorfeld.

Zum anderen könnte sich Pebble Beach für den derzeit bestplatzierten Österreicher der Welt als durchaus günstig herausstellen. Die US Open sind platzierungstechnisch nicht gerade das beste Major des Burgenländers, konnte er bislang doch nur ein einziges Mal cutten. Dies allerdings war vor zwei Jahren am linksähnlichen Platz von Erin Hills in Wisconsin, wo am Ende sogar ein 16. Platz herausschaute.

+++ Platz verschärft +++

Pebble Beach zählt als die wohl bekannteste und berühmteste Links-Anlage der USA. Am Gelände an der Pazifikküste Kaliforniens könnte sich somit womöglich gerade Bernd gut zurechtfinden. Traditionell wird die Anlage aber nicht vieles mit dem bekannten Pro-Am Turnier zu Beginn des Jahres gemein haben. Eng geschnittene Fairways, kleine Landezonen auf den Grüns und hantiges Rough, gepaart mit einer erwartet schwierigen Meeresbrise werden es für die Kontrahenten besonders schwierig machen.

Genau dieser Umstand spielt aber wohl gerade Bernd Wiesberger in die Hände. Der Schlüssel zum Erfolg wird aber gerade für den Österreicher mit Sicherheit auf den Grüns liegen, denn das Kurzgemähte in Pebble Beach zählt nicht gerade zu den leichtesten Grüns dieser Golfwelt. Hat er die Eisen aber weiterhin so gut im Griff wie zuletzt auf der European Tour, könnte er heuer sein bis dato bestes US Open Ergebnis der Karriere durchaus einfahren.

+++ Spiel durchziehen +++

Zum ersten Mal überhaupt benötigt Österreichs Golf-Community bei einem Major beide Daumen zum Drücken, denn neben Bernd Wiesberger schaffte es auch Sepp Straka ins Elitefeld von Pebble Beach. Und wie! Der Longhitter gewannn kurzerhand das Qualifying und ließ so keinerlei Zweifel am Start in dieser Woche aufkommen. Bei Sepp wird es vor allem auf die Konstanz aufkommen, denn unglaubliche Runden wechseln sich derzeit fast täglich mit durchwachsenen Auftritten ab.

So gesehen auch letzte Woche bei der Generalprobe in Kanada. Zwei Tage lang zeigte der gebürtige Wiener richtig starkes Golf und startete sogar mit klar intakten Siegchancen ins Wochenende, ehe es ihn am Weekend doch einigermaßen zerlegte. Vor allem auf den Grüns wollte am Samstag und Sonntag so gut wie gar nichts mehr gelingen.

Ganz wichtig wird es für den Georgia Bulldog werden, dass die dicken Dinger von der Scorecard wegbleiben. Beim wohl schwierigsten Turnier der Welt ist es traditionell meist so, dass derjenige am Ende ganz vorne steht, der die wenigsten Fehler einstreut. Dass Sepp durchaus in der Lage ist Birdies en-masse mitzunehmen, stellte er bereits bei vielen US-Starts unter Beweis.

+++ Course-Setup und Rekord-Pott +++

Der veranstaltende amerikanische Golfverband USGA hat mit Rekordpreisgeld von 12,5 Mio. US Dollar schon einmal dafür gesorgt, dass man sich um die finazielle Zukunft der Finalisten keine Sorgen mehr machen muss. Die Spieler plagen jedoch in Wahrheit ganz andere Sorgen: die USGA hatte mit dem Course-Setup in den letzten Jahren ordentlich “ins Clo gegriffen” und sich heftige Kritik eingehamst. Von der Philosophie, den ultimativen Golftest aufzutischen, war man mit teils mit unfairen Massnahmen und seltsamen Platzpflegemassnahmen ordentlich abgewichen. Einmalig daher die Appelle der Spieler im Vorfeld: “Just keep it fair!”

+++ Tiger-Hype, aber nicht bei Bookies +++

Nach seinem Masters-Triumph wird der Tiger-Hype in Pebble Beach wieder alle Dimensionen sprengen, auch wenn die Buchmacher das geschäftlich nüchterner sehen:Rory McIlroy ist nach seinem Kantersieg in Kanada die Nummer 1, gemeinsam mit Brooks Koepka und Dustin Johnson.

+++ Die wichtigsten Tee Times +++

15:45 MEZ Sepp Straka
15:56 MEZ Bernd Wiesberger
16:51 MEZ Martin Kaymer
17:13 MEZ Dustin Johnson, Phil Mickelson & Graeme McDowell
17:24 MEZ Sergio Garcia
22:25 MEZ Henrik Stenson
22:47 MEZ Brooks Koepka & Francecso Molinari
23:09 MEZ Jordan Spieth, Justin Rose & Tiger Woods

TV-HINWEIS: SKY überträgt bereits Do, Fr ab 16 Uhr die Featured Groups auf SKY HD 3, Samstag ab 18 und Sonntag ab 20 Uhr, zusätzlich zu den angekündigten Abendübertragungen ab 21 Uhr.

>> SKY überträgt Live und in HD von den US Open.

 

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Reserve für US Open

US OPEN QUALIFIER – Sepp Straka gewinnt seinen Qualifier in Kanada und gibt in Pebble Beach sein Major-Debut. Bernd Wiesberger kämpft sich in Walton Heath ins Stechen, verliert das letzte Ticket an Paratore, womit er als 1. Alternate aus London heimreist.

Die Mühen der Ebene erlebt Bernd Wiesberger am Weg zurück auf die Elitebühne der Majors. In Walton Heath verpasst er nach 36 harten Löchern der Qualifikation hauchdünn einen Startplatz für das 3. Major des Jahres und muss danach beim letzten Tageslicht mit vier Kollegen in ein Stechen um das 14. und letzte Ticket. Der Italiener Renato Paratore und Bernd teilen am 1. Extraloch mit Birdie, wobei Bernd aus drei Metern lochen kann. Beim zweiten Versuch am Par 3 der 17 des Old Courses von Walton Heath gelingt nur noch dem italienischen Superputter das Birdie, womit er das letzte Ticket erhält und Bernd 1. Alternate ist.

Bernd Wiesberger wird somit gemeinsam mit 11 Kollegen von anderen Sectional Qualifying Events als 1. Reserve für die US Open 2019 geführt. Im Vorjahr rückten drei dieser “1. Alternates” aus den Sectional Qualifying-Turnieren ins Hauptfeld vor, wobei Walton Heath unter diesen Turnieren topgereiht war und Ryan Evans als 1. Reservist, gefolgt von Ted Potter jnr. und Scott Piercy ins Hauptfeld nachrückten und in Shinnecock Hills aufteen durften. So gesehen stehen die Chancen für Wiesberger nicht schlecht.

Sepp Straka gibt sein Major-Debüt in Pebble Beach

Sensationell gestaltet Sepp Straka seinen Auftritt im Rattlesnake Point GC von Milton, Ontario. Drei Tage vor der Canadian Open auf der PGA Tour, wo er ebenfalls im Feld ist, legt er am Morgen mit der 69 die Basis um beim zweiten Umlauf mit der 70 gemeinsam mit Tom Hoge die Bestmarke bei 5 unter Par zu setzen. Der Wiener muss dabei zu Beginn der letzten 9 Löcher mit Doppelbogey auf einem Par 5 einen Shocker hinnehmen, kontert aber gewohnt cool mit drei Birdies. Damit erspart er sich auch ein Dreier-Stechen um den letzten Platz, da nur die besten 4 ein US Open-Ticket lösten. Sein Bruder Sam scheitert dagegen als 12. in Seamstrong, Florida.

Matthias Schwab scheidet als 52. ebenfalls in Walton Heath aus.

Vier Österreicher um US Open-Startplätze

Matthias Schwab und Bernd Wiesberger rittern in einem stargespickten Feld, das jedem European Tour-Event alle Ehre machen würde, um einen Startplatz für die US Open. Unter anderem werden Lee Westwood, Alex Levy, Niclas Kinhult, Beef Johnston, George Coetzee, Thomas Pieters oder Max Kieffer die prominenten Kontrahenten sein. Gespielt wird seit 15 Jahren in Folge am Old und New Course von Walton Heath südlich von London. In der 36 Loch-Qualifikation geht es für die 111 Teilnehmer um nur 14 Tickets für das dritte Major des Jahres.

In Florida spielt zeitgleich Sam Straka im Sectional Qualifying, wo er am schweren Kurs von Streamsong gegen Konkurrenten wie Retief Goosen bestehen muß um sich einen Startplatz für Pebble Beach zu sichern. Sein Zwillingsbruder Sepp wurde dem Rattlesnake Golfclub in Milton, Ontario, zugeteilt und musste daher bis nach Kanada fliegen, wo dafür nur 37 hochkarätige Qualifikanten (Harrington, S.M. Bae, Ben Crane oder Harris English) an den Start gehen werden.

Matthias Schwab kann mit 6 Birdies auf seinen ersten 18 Löchern gut mithalten, leistet sich aber mit Doppelbogey und Bogey zu viele Fehler und bringt daher zu Mittag nur die 69 (-3) herein. Am Nachmittag muss der Schladminger so wie sein Landsmann am etwas schwierigeren Old Course ran.

Auch Bernd Wiesberger kann dem New Course dank des Birdie-Birdie-Starts und eines starken letzten Drittels 6 Birdies entlocken, patzt aber nur zweimal mit Bogeys und liegt nach der 68 (-4) nur knapp hinter der Aufstiegsmarke.

Nach einem frühen Birdie spielt sich Schwab am Old Course in eine schwarze Phase, die ihn vier Bogeys und damit den Anschluß an die Aufstiegsränge kostet. Zwar findet er wieder den Faden, kommt aber nicht über die Par-Runde hinaus, die bei weitem nicht für sein Major-Debüt in Amerika reicht.

Bernd Wiesberger hat am Nachmittag hartnäckige Birdiesperre und droht sich nach zwei Schlagverlusten endgültig zu verabschieden. Den Bann bricht er am 13. Grün und stürmt mit 5 Birdies im letzten Drittel noch zur 69, die ihm zumindest noch eine Chance im Stechen einräumt.

5 Spieler rittern um das 14. und letzte Ticket (Wiesberger, Pavan, Paratore, Wattel und Elvira), wobei es auch noch zwei Alternates (Reserveplätze für den Fall von Absagen im Hauptfeld) auszustechen gibt.

RENATO PARATORE gewinnt mit Birdie am Par 3 der 17 das Stechen, nachdem am ersten Extraloch der Italiener und der Österreicher bereits mit Birdie (3 Meter) geteilt hatten.

Damit ist Bernd Wiesberger 1. Reserve.

>> Walton Heath (Schwab, Wiesberger) Qualifikationsmarke (Top 14): -7

Bernd Wiesberger 1. Reserve
Matthias Schwab nicht qualifiziert

>> Streamsong (Sam Straka) Qualifikationsmarke (Top 3): -11

Sam Straka nicht qualifiziert

>> RattleSnake (Sepp Straka) Qualifikationsmarke (Top 4): -4

Sepp Straka qualifiziert

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Mit breiter Brust

118. US OPEN – FINAL: Brooks Koepka lässt sich weder von Dustin Johnson an seiner Seite noch von Tommy Fleetwoods magischer 63 den Titel abjagen und verteidigt kampfstark den Titel beim 2. Major.

“Niemand kommt mit mehr Selbstvertrauen nach Shinnecock Hills,” machte Brooks Koepka zu Wochenbeginn eine klar Ansage und sollte recht behalten. Trotz einer schwachen Auftaktrunde vom 5 über Par besteht der US-Modellathlet so gut wie kein anderer den härtesten Golftest der letzten Jahre und verteidigt mit einer Kampfrunde von 68 Schlägen bei 1 über Par erfolgreich die Silver Trophy – erstmals seit Curtis Strange vor 29 Jahren! An der Seite seines Buddies Dustin Johnson schoss Koepka zum Abschluss nicht nur besser die schweren Fahnen an sondern lochte auch die entscheidenden Putts.

Mit drei Birdies auf den ersten 5 Bahnen brachte der Titelverteidiger am Sonntag auf Long Island erstmals seine Nase alleine voran und hatte vor allem die Situation in den letzten Flights voll unter Kontrolle. DJ verzweifelte wie schon am Moving Day, wo er sich 38 Putts genehmigte, mit dem 14. Schläger und sollte nicht mehr herankommen. Die jungen US Herausforderer Tony Finau und Daniel Berger waren dem Druck im Schlussflight nicht gewachsen und spielten bereits nach den ersten Bogeys keine Rolle mehr im Titelkampf.

Die größte Challenge sollte von einem Engländer kommen, der bereits drei Stunden vor Koepka eine Traumrunde landete. Tommy Fleetwood bewies einmal mehr seinen Ruf als Streaky Player und lief in Shinnecock Hills heiß wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Ein Traumschlag jagte den anderen und Superputt auf Superputt fiel Mitte Loch.

Als Fleetwood zu Beginn der brutal schweren Back 9 gleich vier Birdies in Folge locht, kommt sogar ein neuer Rundenrekord bei einer US Open in Reichweite. Trotz eines letzten Traumschlags ins 18. Grün verpasst Tommy den Dreimeterputt zu einer historischen 62, die sogar ein Montags-Stechen mit Koepka erzwungen hätte: Aber auch die 63 sollte für den Sprung vom 23. auf den 2. Platz reichen und eine geteilte Bestmarke für eine US Open darstellen: “Ja das ist gut, aber ich wollte die 62,” beweist sich Fleetwood als Vollblut-Sportler.

Auf den Back 9 wurde es an der Spitze zu einem Kampf um Pars statt Birdies. An der kurzen 11 hätte Koepka fast seinen Titel verspielt, nachdem er über das Grün schießt und sein Ball hinab in die Collection Area rollt. Von dort gibt es keinen Schuss zur Fahne, mit dem Chip quer übers Grün in den Bunker und den Sandschlag auf vier Meter hin ist der US Boy aus Florida noch gut bedient. Seelenruhig locht Koepka den Bogeyputt: “Das war für mich wie ein Birdie, sogar wie ein Eagle,” betont er nachher wie wichtig es war in dieser Phase die Spitze zu halten.

Aber auch an der 12 und 14 musste der Titelverteidiger nach verzogenen Drives all seine Puttkunst auspacken um aus drei und vier Metern weitere Schlagverluste zu vermeiden. Ein perfektes Wedge auf einen Meter zur Fahne am letzten Par 5 und das Birdie erzwingt dann endgültig die Vorentscheidung zu seinen Gunsten.

Erstmals seit 2013 in Merion beendet kein einziger Spieler eine US Open unter Par. Bei 1 über Par gönnte sich Koepka um satte 13 Schläge mehr als bei seinem Triumph im letzten Jahr in Erin Hills. Mit seinem zweiten Majortitel verbessert er sich zugleich auf Position 4 im World Ranking.

Dustin Johnson verspielt zwar mit zwei Dreiputt-Bogeys auf den Back 9 seine Titelchance in Shinnecock Hills, erreicht mit zwei Schlägen Rückstand den 3. Rang, behält aber die Spitzenposition in der Weltrangsliste. Masters-Champion Patrick Reed, der nach einem frühen Birdielauf kurzzeitig in die geteilte Spitze vorkam, verpasst danach mit zu vielen Fehlern vom Tee die Chance auf den zweiten Teil des Grand Slam und wird Vierter.

>> Endergebnis US OPEN

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Ultimativer Test

US OPEN – 3. RUNDE: Dustin Johnson (USA) kommt am Moving Day schon auf den ersten Bahnen im Shinnecock Hills GC schwer unter die Räder und muss sich nach der 77 die Führung mit gleich drei Landsmännern teilen. Brooks Koepka könnte am Sonntag auf Long Island das Double perfekt machen.

Letztes Jahr prasselte nach den US Open doch einiges an Kritik auf die USGA ein, denn ein Winning Score von 16 unter Par von Brooks Koepka in Erin Hills war nicht das, was sich der amerikanische Golfverband als ultimativen Golftest vorstellt. Ein Jahr danach ist eindeutig ersichtlich, dass die Kritik nicht spurlos abgeprallt ist, denn Shinnecock Hills auf Long Island präsentiert sich als zwar noch faire aber unglaublich zähe Wiese.

Lediglich einer hatte das Par 70 Gelände an den ersten beiden Tagen perfekt im Griff. Dustin Johnson, seines Zeichens ehemaliger US Open Champion und die aktuelle Nummer 1 der Welt, gab bei gesamt 4 unter Par deutlich den Ton an und war vor dem Moving Day der einzige Spieler des gesamten Feldes, der einen Gesamtscore im roten Bereich aufs Leaderboard postete.

Doch die roten Ziffern schmelzen dann am Samstag wie ein Eis im Hochsommer nur so dahin. Schon auf der 2 (Par 3) brummt er sich nach wild verzogenem Tee-Shot und verpasstem Bogeyputt ein Doppelbogey auf und kommt so der Konkurrenz rasch entgegen. In Folge hat der Longhitter vor allem mit seinen Annäherungen zu kämpfen, die öfters rechts wegdriften und nur selten die Grüns finden. So kommt es, dass DJ schon nach den Frontnine bei sechs über Par hält und so schon zu dieser Zeit die Führungsrolle abgeben muss.

Erst auf den zweiten neun Bahnen stabilisiert sich sein Spiel zusehends und er kann bei nur noch zwei weiteren Bogeys – was für die Backnine des Shinnecock Hills GC aller Ehren wert ist – sogar ein Birdie notieren. Mit der 77 (+7) kann er zwar zu keiner Zeit an die bärenstarken Auftaktleistungen anknüpfen, teilt sich aber bei gesamt 3 über Par immerhin noch die Führungsrolle.

Ankündigung bestätigt

Der amtierende US Open Champion Brooks Koepka meinte vor der Woche, dass es im gesamten Feld nicht einen einzigen Spieler gibt, der mehr Selbstvertrauen hat als er. Dass diese vollmundige Ansage nicht von ungefähr kommt, zeigt der Fitnessfreak, der mittlerweile mehr an einen Linebacker im Football, denn an einen Golfer erinnert, am Samstag eindrucksvoll.

Bei trickreichen Windverhältnissen am Nachmittag spielt der 28-jährige vor allem auf den ersten 11 Bahnen sensationelles Golf und hat die pfeilschnellen und ondulierten Grüns perfekt im Griff, was ihm einen Zwischenstand von 1 unter Par einbringt. Zwar muss Brooks auf den verbleibenden Bahnen noch drei Bogeys einstecken, nach der 72 (+2) liegt aber auch er ganz vorne und hat am Sonntag die Chance seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen.

Die Runden des Tages spulen jedoch Daniel Berger und Tony Finau ab. Die beiden US-Amerikaner nützen die noch gutmütigeren Verhältnisse in der frühen Phase des Samstags perfekt aus und notieren unglaubliche 66er (-4) Runden, mit denen sie Stunden nach Ende ihrer Auftritte sogar plötzlich in geteilter Führung liegen und so am Sonntag voll im Titelgeschehen mitmischen.

Sicherungen durchgebrannt

Wie zermürbend Shinnecock Hills wirklich sein kann, zeigt eine Reaktion von Publikumsliebling Phil Mickelson (USA). “Lefty” hat auf der 13 von den Grüns sichtlich bereits die Nase voll, denn nachdem er seinen ersten Putt deutlich übers Loch schiebt läuft er kurzerhand nach und spielt den Ball noch während des Rollens wieder zurück, was ihm laut den Regeln zwei Strafschläge aufbrummt und Loch 13 in schlanken 10 Schlägen abhaken lässt. Gesamt liegt er damit nun nach der 81 (+11) und bei 17 über Par auf Rang 64.

“Ich wollte niemanden respektlos behandeln. Ich wusste, dass das zwei Schläge Strafe sind, aber zu dieser Zeit wollte ich einfach den Ball nicht mehr hin und her schieben. Ich nahm die zwei Schläge Strafe und marschierte weiter. Ich wollte das schon einige Male zuvor machen, auf der 13 hab ich es dann einfach gemacht”, so Mickelson, der seinen 48. Geburtstag feierte, nach der Runde im Interview lapidar.

>> Leaderboard US Open

 

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Duftmarke gesetzt

US OPEN – 2. RUNDE: Dustin Johnson (USA) setzt am Freitag Vormittag im Shinnecock Hills GC mit der 67 eine echte Duftmarke und legt der Konkurrenz ordentlich etwas vor. Tiger Woods (USA) scheitert trotz Birdie-Birdie Finish am Cut.

Im Gegensatz zum Donnerstag präsentiert sich die megaschwere Par 70 Wiese auf Long Island am Freitag regelrecht handzahm. Kaum Wind, durch die nassen Verhältnisse – teilweise regnet es sogar leicht – bissige Grüns und angenehme Temperaturen lassen das Links-Gelände durchaus gutmütiger erscheinen. Dies macht sich selten aber doch teilweise auch in den Scores bemerkbar, wenngleich die roten Zahlen an der Spitze immer mehr zusammenschrumpfen.

Nur einer ist nicht gewillt dem Ruf der schwarzen Ziffern zu folgen. Dustin Johnson, seines Zeichens ehemaliger US Open Champion und aktuelle Nummer 1 der Golfwelt hat das absolut richtige Rezept für den Kurs vor den Toren New Yorks parat. Der Longhitter agiert von Tee bis Grün unwahrscheinlich sicher, zeigt sich auch im kurzen Spiel fast fehlerlos und stopft zum Drüberstreuen auch noch einige Monsterputts. Schlussendlich reicht dies für die 67 (-3) womit DJ an der Spitze bei gesamt 4 unter Par der Konkurrenz ordentlich etwas vorlegt.

Die Runde des Tages packt aber Tommy Fleetwood aus. Das feuchte Klima scheint im Engländer regelrecht Heimatgefühle zu entwickeln, was er prompt in einer Superrunde auch zählbar aufs Tableau postet, denn mit der 66 (-4) marschiert er bis auf den geteilten 4. Rang nach vor.

Tiger Woods beendet seinen zweiten Auftritt mit zwei Birdies und hält nach der 72 (+2) bei gesamt 10 über Par, scheitert damit aber um zwei Schläge am Cut. Martin Kaymer (GER) verpasst die gezogene Linie bei gesamt 18 über Par deutlich, wehrt aber immerhin auf seinem 36. und letzten Loch eine komplett birdielose Vorstellung ab.

Auch am Nachmittag kann keiner mehr den Spitzenreiter in irgendeiner Form gefährden. Am Nähesten kommen ihm noch Scott Piercy (71) und Charley Hoffman (69) (beide USA), die beide vor dem Wochenende aber bei einem Gesamtscore von Even Par rangieren und somit den Sprung in den Minusbereich knapp verpassen.

Die 2. Runde im Überblick:

Frühe Starter im Vorteil?

Etwas frisch, aber bei deutlich weniger Wind, präsentiert sich Shinnecock Hills den Frühaufstehern. Co-Leader Russell Henley locht gleich seinen ersten Putt aus drei Metern zum Birdie an der 10. Auch Rafa Cabrera-Bello verbessert seine Chancen mit gleichem Erfolgserlebnis. 3 Meter Birdie an der 10.

Weiterhin wenig Rotes

Zwar präsentiert sich der Kurs etwas gutmütiger als noch in der frühen Phase der Auftaktrunde, so richtig ausnützen kann dies derzeit aber noch keiner. Am Ehesten zeigt Rafa Cabrera Bello auf, denn der Spanier bleibt weiterhin fehlerlos und stopft am Par 5, der 16 aus drei Metern den nächsten Birdieputt, der ihn ins absolute Spitzenfeld nach vorne pusht.

Zwei Schläge vorne

Bei einsetzendem Regen auf Long Island spielt Dustin Johnson bislang noch fehlerfreies Golf. Der Longhitter stopft am Par 3, der 11 nach super Tee-Shot den fälligen Dreimeterputt zum ersten Birdie und legt am Par 5, der 16 weiter nach was ihm derzeit bei gesamt 3 unter Par mit zwei Schlägen Vorsprung die alleinige Führung einbringt.

Wieder zusammengeschoben

Die zwei Schläge große Führung von Dustin Johnson hält gerade mal ein einziges Loch lang, denn nach verfehltem Grün brummt sich die Nummer 1 der Welt auf der 10 das erste Bogey auf, dass ihn der Konkurrenz wieder näher kommen lässt.

Parallelen zum Vortag

Tiger Woods wird mit den ersten Löchern der Frontnine auch am Freitag nicht warm. Wie schon am Vortag hat er Probleme den Ball am Grün der 1 unterzubringen und tritt sich erneut ein Doppelbogey ein. Auch das Par 3 danach erweist sich aus dem Bunker als zu harte Nuss und brummt dem Fanliebling gleich den nächsten Schlag auf. Dustin Johnson hingegen spult unaufgeregt seine Bahnen ab und geht nach einem Birdie auf der 4 wieder auf 3 unter Par.

Vorgelegt

Dustin Johnson zeigt am Freitag warum er die Nummer 1 der Golfwelt ist. Der großgewchachsene US-Amerikaner nützt die etwas freundlicheren Verhältnisse perfekt aus, agiert im langen und im kurzen Spiel überragend und stopft dazu noch teils unglaubliche Putts. Der Lohn der Mühen lässt sich auch am Leaderboard ablesen, denn mit der 67 (-3) legt DJ bei gesamt 4 unter Par der Konkurrenz ordentlich etwas vor.

Tiger Woods (USA) beendet seinen zweiten Auftritt mit einem Biride-Birdie Finish und liegt damit nach der 72 (+2) und gesamt 10 über Par derzeit auf Rang 100, kann damit aber noch hoffen, dass sich der Cut womöglich bei schwierigeren Verhältnissen am Nachmittag noch nach hinten verschiebt.

 

>> SKY überträgt Live und in HD von der US Open.

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Knallharter Test

US OPEN – 1. RUNDE: Shinnecock Hills präsentiert sich zum Auftakt, auch dank etwas stärkerem Wind als angenommen, als richtig knallharter Golftest. Gerade einmal vier Spieler bringen eine rote Runde zum Recording und teilen sich bei 1 unter Par damit auch die Spitze.

Im Vorfeld wurde durchaus viel spekuliert wie sich Shinnecock Hills in dieser Woche tatsächlich präsentieren wird. Gerade für die USGA ist dies eine echte Gratwanderung, denn der sowieso schon unglaublich anspruchsvolle Kurs – in etlichen Kategorien führt die Par 70 Wiese die Statistiken der US Open Historie in punkto Schwierigkeit an – ist schon ohne Open Setup teilweise grenzwertig. Im Nachhinein betrachtet dürfte die USGA aber alles richtig gemacht haben, denn sie setzt den Spielern ein zwar knallhartes aber durchaus faires Gelände vor die Nase.

Mit dem trickreichen Wind und den kleinen Landezonen auf den Grüns haben aber schon in der frühen Phase des ersten Spieltages etliche Spieler ordentliche Probleme. So tritt sich etwa Rory McIlroy (NIR) mit ungewohnten Schwächen im Kurzspiel eine 80 (+10) ein und sorgt so für seinen bis dato schlechtesten Major-Start der schillernden Karriere.

Auch Phil Mickelson oder Bubba Watson (beide USA) können mit 77er (+7) Runden nicht gerade glänzen. Tiger Woods (USA) zerlegt es am Nachmittag nach etlichen soliden Löchern gegen Ende doch noch recht unbarmherzig mit einer 78  (+8). Martin Kaymer (GER) kommt ebenfalls gehörig unter die Räder und notiert gar nur die 83 (+13).

Dass die Par 70 Links-Wiese auf Long Island aber durchaus auch Birdies zulässt zeigen einige wenige Akteure. Scott Piercy (USA) und Ian Poulter (ENG) etwa spulen von Beginn an sehr konzentriertes Golf ab, platzieren die Bälle auf den ondulierten Grüns meist richtig gut und können davon mit 69er (-1) Runden auch Profit schlagen, was beiden nach den Vormittagsgruppen die Führungsrolle einbringt.

Am Nachmittag marschiert Russell Henley (USA) zwischenzeitlich sogar bei 3 unter Par vorne weg, doch Shinnecock lässt den US-Amerikaner nicht seiner Wege ziehen und holt ihn mit späten Fehlern wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch Dustin Johnsons oder Jason Dufners (beide USA) Ambitionen mehr als nur einen Schlag herauszuquetschen, macht die Links-Wiese bis zum Ende ihrer Runden wieder zunichte.

Schlussendlich teilen sich mit Piercy, Poulter, Henley und Johnson vier Spieler die Fürung bei einem zartrosa Zwischenergebnis von 1 unter Par die Führungsrolle. Wenn man bedenkt, dass die USGA traditionell am Donnerstag noch die angenehmsten Bedingungen für die Spieler schafft, kann man sich ausmalen wo in dieser Woche die Reise hingehen wird.

Die 1. Runde im Überblick:

Erstes Birdie

Dem Franzosen Mathieu Pavon bleibt es heuer vorbehalten das erste Birdie des Turniers zu notieren. Zwar verfehlt er vom Abschlag recht deutlich das Fairway, bringt den Ball aber am Grün unter und stopft aus gut sechs Metern den fälligen Putt.

Spürbarer Wind

Der Wind ist in der frühen Phase doch bereits spürbarer als ursprünglich angenommen. Windspitzen von bis zu 30 km/h machen die Sache doch bereits recht trickreich. Das macht sich auch in den Scores bemerkbar, denn rote Zahlen sind durchaus spärlich gesät. Aaron Baddeley (AUS) ist bei 2 unter Par derzeit der Spitzenreiter.

Jordan Spieth (USA) kommt überhaupt noch nicht zurecht. Nach einem Dreiputt-Bogey auf der 10 tritt er sich am kurzen aber megaschweren Par 3 danach sogar ein Triplebogey (Bunker, Chip, Chip, Dreiputt) ein und bekommt damit nach nur zwei Löchern schon die volle US Open Härte zu spüren.

Überall Gefahren

Was man nach den ersten 2,5 Stunden Spielzeit der US Open sagen kann ist, dass die USGA Shinnecock Hills genau richtig präpariert hat. Der Kurs lässt durchaus Birdies zu, beißt aber beim ersten kleinen Fehler gnadenlos zu. So kommt es auch, dass die Führung nun wieder nur bei 1 unter Par liegt.

Wie unglaublich schwierig sich die Par 70 Wiese spielt zeigt ein Blick auf Rory McIlroys (NIR) Scorecard. Die ehemalige Nummer 1 der Welt tritt sich mit ungewöhnlichen Schwächen im Kurzspiel auf der 11 und der 12 zunächst zwei Bogeys ein und legt danach sogar zwei Doppelbogeys oben drauf. Erst ein Birdie auf der 15 bremst die Negativspirale dann wieder ein. Ein Zwischenstand von +5 nach 6 unterstreicht die Schwierigkeit des Platzes eindeutig. Die 2 unter Par von Charley Hoffman und Matt Kuchar (beide USA) macht dies umso bemerkenswerter.

Erster Flight in der Zielgeraden

Der erste Flight des Turniers biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein und wird die erste echte Benchmark der US Open setzen. Mathieu Pavon (FRA) trennen nur noch drei Bahnen von einer 70er Auftaktrunde, womit sich der Franzose eine sehr gute Basis legen würde. Nach wie vor ist rot nicht gerade Modefarbe. Nur insgesamt sieben Spieler liegen im Minusbereich und die Führung ist weiterhin bei gerade einmal 2 unter Par.

Rory McIlroy erwischt es derzeit richtig har. Das Birdie auf der 5 konnte den Negativtrend nur kurzzeitig abbremsen, denn nach weiteren Fehlern hält der Nordire bereits bei +10 nach 12. Auch den ehemaligen Masters Champion Charl Schwartzel, Phil Mickelson,der mit ungewohnten Problemen mit den Eisen zu kämpfen hat, oder Jordan Spieth gibt der Kurs etliche ungelöste Rätsel auf.

Piercy mit rotem Start

Lediglich zwei Spieler liegen derzeit in den roten Zahlen, eine wird auf jeden Fall Bestand haben, denn Scott Piercy unterschrieb in diesen Minuten die 69 (-1), was ihn mit Sicherheit als einer der Besten in den zweiten Spieltag starten lassen wird. Ian Poulter hat ebenfalls ein Minus leuchten, muss aber noch vier Bahnen absolvieren.

In Ryder Cup Form

Ian Poulter ist nach Piercy der zweite Spieler, der sich über einen roten Start freuen darf. Der Engländer zeigt 18 Löcher lang Golf vom Allerfeinsten, hat sowohl seine Abschläge, als auch die Annäherungen und die Putts meist stark auf Linie und kann so gleich drei Birdies notieren, was sich bei nur zwei Fehlern für die 69 ausgeht. Nach seinen bisherigen starken Auftritten auf der PGA Tour, beweist “Poults” auch beim zweiten Major, dass er einmal mehr ein ganz heißer Kandidat fürs europäische Ryder Cup Team ist.

Schwerstarbeit

Mit Fortdauer spielt sich Shinnecock Hills noch um eine Nuance schwieriger, da der allgegenwärtige Wind die Annäherungen nicht nur von der Schlägerwahl schwierig macht, sondern auch die Grüns immer mehr austrocknet. In diesen Minuten nehmen mit Dustin Johnson, Tiger Woods (beide USA) oder auch Martin Kaymer (GER) drei US Open Champions ihre erste Runde in Angriff.

Woods hat gleich von Beginn an zu kämpfen, denn nach verfehltem Grün rollen ihm sowohl Chip als auch Putt wieder zurück und der Fanliebling muss sich so mit dem Triplebogey zufrieden geben. Auch am Par 3 danach misslingt das Up & Down und Tiger hält so bei bereits 4 über Par nach zwei Bahnen.

Kaum einzubremsen

Mittlerweile ist es wirklich schon eine echte Kunstform die Bälle auf den Grüns zum Halten zu bringen. Der Wind verschärft die ohnehin schon schwierigen Annäherungen noch zusätzlich, weshalb reihenweise Bälle über die ondulierten Grüns wieder vom Kurzgemähten rollen. Rory McIlroy bastelte mit ungewohnten Kurzspielproblemen am Donnerstag eine 80 (+10) zusammen und startet damit so schlecht wie noch nie in ein Major.

Russell Henley gibt derzeit den Ton an. Der US-Amerikaner bringt seine Runde mit einem gestopften Eagleputt auf der 5 so richtig ins Rollen und legt noch vor dem Turn zwei Birdies nach, was ihm bei 3 unter Par nach der ersten Hälfte die Führungsrolle einbringt.

Wechselnde Führungen

Russell Henley verbaut sich nach Problemen auf der 10 und noch dazu verschobenem Bogeyputt mit einer Doublette selbst die alleinige Führung und kommt den Kontrahenten wieder entgegen, findet danach aber wieder ein Birdie, was ihn ganz vorne hält. Da parallel dazu Dustin Johnson aus dem Grünbunker locht, teilen sich die beiden US-Amerikaner derzeit die Führungsrolle bei 2 unter Par. Viel mehr Rotes findet man aber nicht, denn insgesamt liegen nur fünf Spieler im Minusbereich.

Im Gleischritt

Dustin Johnson und Russell Henley marschieren im Gleichschritt an der Spitze bei 2 unter Par dahin. Während DJ allerdings noch fünf Bahnen zu absolvieren hat, steht Henley bereits auf der 17 und ist knapp davor in absehbarer Zeit der Führende im Clubhaus zu sein.

 

>> SKY überträgt Live und in HD von der US Open.

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