Schlagwort: bernd

Unstoppable!

PGA CHAMPIONSHIP 2014 – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger spielt am Samstag entfesseltes Golf und geht im Finalflight am Sonntag mit Rory McIlroy auf die letzten 18 Löcher im Valhalla GC.

Bernd Wiesberger setzt am Moving Day bei den PGA Championship im Valhalla GC neue Maßstäbe im österreichischen Golfsport. Der Burgenländer notiert die Tagesbestmarke von 65 Schlägen (-6) und geht bei nur einem Schlag Rückstand auf Rory McIlroy (NIR) mit dem Nordiren im Finalflight auf die letzten 18 Löcher. “So etwas hätte ich vor der Woche nicht erwartet, obwohl ich früh und gut vorbereitet hierherkam. Aber ich weiß, dass ich es auf draufhabe auf einer ganz großen Bühne mithalten zu können.”

“Es geht hier gerade ein absoluter Traum in Erfüllung. Allein, dass ich mit Phil Mickelson in einem Flight spielen kann ist sowas wie ein Kindheitstraum von mir. Er war und ist immer eines meiner größten Vorbilder im Golf,” meint er nach seiner Wahnsinnsrunde im Interview.

So etwas hat es in Österreichs Golfgeschichte bislang noch nicht gegeben. Bereits an den ersten beiden Tagen dreht Bernd Wiesberger in Kentucky richtig auf und geht als geteilter 7. ins Wochenende. Am Moving Day spielt der Reiters Hotels Pro dann entfesseltes Golf und sorgt dafür, dass nun auch die amerikanischen TV-Kommentatoren seinen Namen unfallfrei aussprechen können.

Im Flight der Massen – Bernd ist am Samstag mit dem US-amerikanischen Publikumsliebling Phil Mickelson unterwegs – fühlt sich der Oberwarter von Beginn an wohl und spielt unwahrscheinlich sicheres Golf. Ein ums andere Mal bringt er präzise Teeshots auf die Fairways und hat auch das Visier in Richtung Grün perfekt eingestellt.

Erste Birdies

So ist es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Birdieputt den Weg ins Ziel findet, auf der 4 ist es so weit. Auch danach kommt der Pro aus Bad Tatzmannsdorf nie in die Verlegenheit ein Bogey notieren zu müssen. Noch vor dem Turn gelingt dann das zweite Birdie und Bernd klopft vehement an der absoluten Spitzengruppe an.

Auch auf den Back 9 gibt es keine Wackler, kein Verziehen und keine Unsicherheiten in allen Aspekten seines Spiels. Die Belohnung für die Traumperformance folgt. Die 12 spendiert ihm nach einer messerscharfen Annäherung sein insgesamt drittes Birdie.

Perfektes Finish

Was Österreichs Nummer 1 dann auf den letzten drei Löchern abbrennt, verdient das Prädikat Weltklasse. Auf der 16 passt die Annäherung auf nicht einmal einen Meter, was das nächste Birdie zur Folge hat. Ein Loch später haben die Massen dann schon den Eaglejubel auf den Lippen, die Annäherung am Par 4 bleibt aber doch noch an der Lochkante hängen. Das Birdie notiert er im Vorbeigehen.

Endlich kann er danach auch ein Par 5 in dieser Woche zu einem roten Eintrag überreden. Bernd entscheidet sich zur Attacke, verzieht aber erstmals am Samstag ein Eisen leicht und bleibt am geteilten Fairway auf der rechten Seite vor dem Grün hängen.

Was bleibt, ist ein difiziler Chip über den Grünbunker, den er aber fast zum Eagle locht. Zum dritten Mal auf den letzten drei Löchern ist das Birdie nur Formsache und er macht die 65 (-6) perfekt, die ihm den alleingen 2. Platz bei gesamt 12 unter Par einbringt.

Lange Zeit sieht es so aus, als könne er sich sogar mit Rory McIlroy die Führung teilen, der Nordire locht aber den doch längeren Birdieputt auf der 18 und liegt nach der 67 (-5) so bei insgesamt 13 unter Par alleine in Führung. Bernd wird am Sonntag mit der Nummer 1 der Welt im Finalflight der PGA Championship die letzten 18 Löcher in Angriff nehmen.

Ein neuer Maßstab

Bernd Wiesberger setzt mit der Traumwoche in Louisville neue Maßstäbe im österreichischen Golfsport. Bislang war das beste Ergebnis nach drei Runden ein 20. Platz vonMarkus Brier 2007 bei den Open Championship, mit Tiger Woods (USA) als Spielpartner am Moving Day. Beendet hat Brier das Major schlussendlich auf Rang 12, was nach wie vor das beste Ergebnis eines Österreichers bei einem Majorturnier darstellt.

Rickie Fowler (USA) lauert nach der 67 (-5) nur einen Schlag hinter dem Oberwarter auf Rang 3. Platz 4 teilen sich Phil Mickelson – er bringt ebenfalls die 67 (-5) zum Recording – und Jason Day (AUS), der die 69 (-2) notiert.

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On fire durch Valhalla

PGA CHAMPIONSHIP 2014 – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger sorgt mit der zweiten 68 für ein Karrierehighlight und liegt nur drei Schläge hinter dem Führenden Nordiren Rory McIlroy.

Bernd Wiesberger schafft am Freitag bei den PGA Championship ein absolutes Karrierehighlight. Der Burgenländer ringt dem Valhalla GC in Kentucky die zweite 68 (-3) ab und geht von Platz 7 aus in den Moving Day.

Schon nach der ersten Runde deutete es sich an, dass Bernd Wiesberger in dieser Woche alle Aspekte seines Spiels im Griff hat. Der Oberwarter brachte zum Auftakt die 68 (-3) ins Clubhaus und platzierte sich damit nur ganz knapp hinter den Top 10.

Am Freitag scheint es dann in den Morgenstunden in Louisville so, als würden die Regengötter etwas gegen die letzte Ruhestätte der Wikinger haben. “It’s raining cats and dogs here!”, war die erste Twittermeldung die aus Kentucky hereinflatterte. Und die Katzen und Hunde machten bereits nach nur 15 Minuten Spielzeit ein Weiterspielen unmöglich.

Heftigster Regen sorgte für eine knapp 50 minütige Unterbrechung, da sich mittlerweile schon das Wasser auf den Grüns und den Fairways staute. Danach flaute der Regen aber zumindestens teilweise ab, weswegen dann planmäßig Wasserball gespielt werden konnte.

Bernd Wiesberger betrifft die Verzögerung nur peripher – der Reiters Hotels Pro ist erst mit später Tee-Time unterwegs – diese verschiebt sich jedoch nochmals nach hinten, weshalb er er erst um 21:15 MEZ seine zweite Runde in Angriff nehmen kann.

Bogey zum Auftakt

Der Start misslingt dann gleich einmal. Zwar agiert Bernd wie schon am Tag zuvor grundsouverän vom Tee, die Annäherung bleibt aber etwas zu kurz, was gleich einmal den ersten Schlagverlust zur Folge hat. Doch der scheint Österreichs Nummer 1 nur noch weiter anzuspornen, denn was danach folgt ist aus rotweißroter Sicht so noch nicht dagewesen.

Ein ums andere Mal zimmert der Pro aus Bad Tatzmannsdorf zunächst seine Abschläge auf die Fairways und danach die Annäherungen auf die Grüns. Zum Drüberstreuen müssen sie in Louisville teilweise schon das Kurzgemähte mit Teflon überziehen, damit der Putter von Bernd nicht kleben bleibt.

Auf der 4 und der 5 wird er dann erstmals für sein starkes Golf belohnt. Zunächst fällt der Birdieputt nach lasergenauem Eisen, am Loch danach geht es sich auch aus knapp 7 Metern aus. Auch die 6, “The Bear” wie das weltberühmte Dogleg über den Creek genannt wird, absolviert er mit Bravour, obwohl der Abschlag diesmal links im Rough landet.

Noch vor dem Turn klingelt es dann ein weiteres Mal in der Birdiekassa. Der dritte rote Eintrag glückt mit dem dritten Singleputt auf der 9 und Bernd pirscht sich immer weiter an die Spitze heran.

Zielgenau

Auch nach dem Turn hat er sein Spiel perfekt im Griff. Einziges Manko sind auch am Freitag die Par 5 Bahnen, worin er nach eigener Aussage das größte Verbesserungspotenzial sieht. Allerdings muss man am zweiten Spieltag die äußeren Verhältnisse berücksichtigen. Durch die Wassermassen spielt sich der ohnehin lange Platz immer länger, weswegen er keine Chance sieht die Grüns mit dem zweiten Schlag zu attackieren.

Das nächste Birdie gelingt aber auch ohne Par 5, denn die selbst aufgelegte Chance auf der 12 (Par 4) lässt er sich nicht nehmen und macht wieder einen Schritt näher an die Spitze heran. Zum ersten Mal auf den Backnine geht sich dann nach einem leicht links verzogenen Drive das Par nicht aus, da er einen Ast trifft und der Ball von dort im Wasser landet.

Die Antwort lässt aber nicht lange auf sich warten, denn Bernd zirkelt auf der 16 – dem drittschwersten Loch des Tages – den Ball perfekt aufs Grün und holt sich den verlorengegangenen Schlag postwendend wieder zurück.

Auf der 18, dem dritten Par 5 der Runde, passt dann der Abschlag erneut und Bernd entscheidet sich zu attackieren. Die Annäherung gerät aber etwas zu lang. Mit Chip und Zweiputt notiert er zum Abschluss aber das Par und macht die zweite 68 (-3) perfekt.

Damit stemmt Bernd Wiesberger nicht nur den ersten Cut bei einem Majorturnier auf US-amerikanischem Boden, der Oberwarter geht sogar vom ausgezeichneten 7. Platz aus in den Moving Day und liegt nur drei Schläge hinter dem Führenden Rory McIlroy (NIR).

In bestechender Form

Der Nordire agiert nach seinem Sieg bei den Open Championship und dem Sieg beim WGC im Firestone CC weiterhin in bestechender Form. Die alte und neue Nummer 1 der Welt packt am Freitag auf seine 66er (-5) Auftaktrunde, die 67 (-4) drauf und liegt bei gesamt 9 unter Par in alleiniger Führung. Erste Verfolger sind Jason Day (AUS) und Jim Furyk (USA) bei -8. Phil Mickelson (USA) teilt sich den 7. Platz mitBernd Wiesberger.

Tiger Woods (USA) schleppt sich einmal mehr unter starken Schmerzen 18 Löcher lang über den Platz, der Cut ist nach der zweiten 74 (+3) aber in weiter Ferne. Der Publikumsliebling verpasst den Finaleinzug als 117. klar. Auch US Open ChampionMartin Kaymer (GER) kann das Wochenende nur noch im TV verfolgen. Er verpasst nach der 74 (+3) als 75. den Cut um einen einzigen Schlag.

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Major-Birdies

PGA CHAMPIONSHIP 2014 – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger legt mit der 68 einen vielversprechenden Start ins letzte Major des Jahres hin.

Beim vierten Major des Jahres scheint sich Bernd Wiesberger ganz offensichtlich wohl zu fühlen. Bereits seit Samstag ist Österreichs Nummer 1 in Louisville , um sich dementsprechend auf das Millionen Event einzustellen und sich eine Strategie zurecht zulegen. Die akribische Vorarbeit macht sich am Donnerstag auf alle Fälle bezahlt. Wiesberger schlägt solide Drives und Eisen und mischt nach der 68 auf dem Par 71 Kurs ziemlich weit vorne mit.

Der Österreicher ging auf der 10 des Valhalla GC auf Birdiejagd und legt sich bereits auf dem Par 3 der 11 die Chance auf in die roten Zahlen abzutauchen. Aus gut sieben Metern verwertet Bernd den Birdieputt und erarbeitet sich doch einige weitere Möglichkeiten, die aber vorerst allesamt nicht mehr fallen sollten. Insgesamt bringt der Burgenländer die Bälle nicht nah genug an die Fahne heran, schreibt aber sichere und solide Pars in seine Scorekarte.

Vor dem Turn wird es auf der 18 kurz stressig. Auf dem Par 5 landet der zweite Schlag im Bunker. Auf die kurz gesteckte Fahne wird auch der Bunkerschlag zu kurz, Wiesberger rettet sich aber durch Chip und Putt zum Par.

Auf der 1 leistet der Oberwarter mit einem fast 300 Meter langen Drive Power-Vorarbeit. Das Eisen ins Grün rund sechs Meter an die Fahne bedeutet das zweite Birdie des Tages. Das Par 4 der 5 hält aus zwei Metern das nächste Birdie bereit. Das einzige Bogey sollte dann ausgerechnet auf dem Par 5 der 7 passieren. Ein Dreiputt ist Schuld am ersten Schlagverlust. Der 28-Jährige kann sofort reagieren und bringt das Eisen auf dem Par 3 der 8 auf Kurs.

Am Schlussloch kann sich Wiesberger noch einmal retten und ein Bogey aus dem Bunker erfolgreich abwehren. Mit der 68 (-3) mischt der Österreicher in der absoluten Elite des Majors mit. Am Ende platziert er sich damit auf Rang 11 und liegt nur knapp hinter den Top 10.

Tiger Woods kommt nicht über die 74 hinaus. Woods brachte sich zu häufig in Probleme und lädt sich durch zuviele schwache Schläge den Rückstand auf und geht nur als 109. auf die zweite Runde. Im Vorfeld des Majors war lange Zeit nicht klar, ob die ehemalige Nummer 1 aufgrund eines eingeklemmten Nervs im Rücken überhaupt starten kann. Der Parkplatz im Valhalla GC ist allerdings nicht lange frei geblieben.

Westwood mit Traumstart

Lee Westwood (ENG) beginnt das Unternehmen Majorsieg mit einer starken Performance. Der Engländer, der seit Jahren einem Triumph bei einem der großen vier Turniere nachläuft, startet mit der 65 (-6) und teilt sich damit die Führungsposition mit Kevin Chappell und Ryan Palmer (beide USA). Phil Mickelson (USA) (69) reiht sich nach der ersten Runde auf Rang 20 ein, Martin Kaymer (GER) liegt nach der 70 (-1) auf Platz 35.

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Valhalla für Bernd?

PGA CHAMPIONSHIP 2014 – PREVIEW: Bernd Wiesberger hofft auf eine erste Ruhmestat bei einem US Major und das Erreichen des Finales. Rory McIlroy ist der klare Favorit beim letzten Major des Jahres.

Den Golfolymp von Valhalla erklommen zuletzt die Amerikaner bei ihrem Ryder Cup-Triumph 2008, dem bislang keiner mehr folgte. Zu dominant agierten danach Europas Golfer, die mit Rory McIlroy, Martin Kaymer, Sergio Garcia und Justin Rose die zur Zeit erfolgreichsten “Golfgötter” in die Schlacht von Valhalla schicken werden. Pompös wie bei einer Richard Wagner-Oper wird es ab Donnerstag beim letzten Major des Jahres zwar nicht zugehen, bei 10 Millionen Dollar Preisgeld sind aber zumindest einige Heldentaten zu erwarten.

Valhalla laut Lexikon der “Ruheort für in der Schlacht gefallene Kämpfer” zugleich der “Sitz der Götter”. Was wird wohl für Bernd Wiesberger am Freitag Abend besser zutreffen? Mit dem Major der PGA of Amerika verbindet den Österreicher eine zweischneidige Vorgeschichte. Sowohl auf Kiawah Island 2012 als auch in Oak Hill 2013 spielte der Österreicher phasenweise glänzend auf, mischte teilweise in den Top 10 mit um beide Male am Freitag in der späten Phase nach dicken Dingern auf der Scorekarte vorzeitig den Abgesang zu machen.

In den letzten zwei Wochen hat der Burgenländer jedenfalls beim Heimtraining in Bad Tatzmannsdorf alles getan um diesmal den ersten Major-Cut auf US-Boden zu stemmen: “Es ist immer gut, Phil de Busschere zu sehen. Wir haben gut gearbeitet, ich bin mir sicher, dass für die PGA Championship alles gut zusammenpassen wird.” Weniger die Form im langen Spiel noch der in der Vergangenheit so störrische Putter waren zuletzt das Hauptproblem, sondern die Konstanz über eine Strecke von 72 Golflöcher. So verpasste Wiesberger auch mehr Cuts als im Vorjahr – wo er den tollen Lauf mit 21 Finalteilnahmen in Folge ausgerechnet beim PGA Championship beendete.

Der Parklandkurs von Valhalla in Louisville, Kentucky, den Europas Ryder Cupper von 2008 mit grölenden US-Fans und beißendem Geruch von Bratwurst und Bier unvergesslich in der Erinnerung haben, lädt die Longhitter vom Tee wie Bernd Wiesberger zur Attacke ein. Wie alle Jack Nicklaus-Kurse liegt auch in Valhalla die Herausforderung bei den Annäherungen. Das starke Eisenspiel als Paradedisziplin sollte auch Bernd in Kentucky nützlich ausspielen können.

Bereits am Samstag flog Bernd Wiesberger nach Louisville um Zeit zu haben den Jetlag abzuschütteln und das Major-Layout in aller Ruhe zu studieren sowie das Course Management zu erarbeiten. Am Montag gab es bei einer gemeinsamen Trainingsrunde mit Martin Kaymer undErik Compton Gelegenheit, sich einzuschießen: “Der Platz ist fantastisch beinander,” ist Bernd von den Majorqualitäten Valhallas begeistert.

Zudem darf er am Donnerstag bereits mit früher Startzeit vorlegen, was Bernd immer sympathisch ist: gemeinsam mit dem australischen Mitfavoriten Marc Leishman und Boo Weekley wird Bernd ab 9:15 Uhr Ortszeit (15:15 MESZ) ein “Bombertrio” am 1. Abschlag bilden.

Der Start von Tiger Woods ist bislang weiter ungewiss, der US Superstar hielt sich seit Sonntag bedeckt, wie seine Chancen auf einen Start in Valhalla stehen.

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Bernd kein Wintertyp

Tigerline_Golf_Live_at

Anschluss an die Top 50 im World Ranking verloren! Müssen wir uns Sorgen machen? Nicht wirklich, nach Bernd Wiesbergers bestem Golfwinter der Karriere.

Anfang Dezember klopfte Bernd Wiesberger zuletzt bei den Top 50 der Weltranliste an. Über den Winter fiel er vom 53. auf den 66. Rang zurück und ist wieder mehr als “nur einen Sieg” vom Eliteclub der Golfwelt und damit vom Schlaraffenland der Majors und World Golf Championships entfernt.

Mittlerweile gibts jedoch Jammern auf hohem Niveau unter den Fans, daher höre ich immer öfter: “Woran liegts? Am Putten, an den Nerven, zuviel Druck?”

Ehrlich, ich mache mir zur Zeit keine Sorgen um den Karriereweg des Bernd Wiesberger. Vor allem, nachdem er seinen bislang besten Golfwinter soeben absolviert hat. Zwar waren es “nur” 10,29 Punkte, die er zwischen Dezember 2013 und Februar 2014 für das World Ranking gesammelt hat. Doch das reicht dank des 9. Platzes von Dubai für eine neue Karrierebestmarke.

Oder anders gesagt: Bernd ist kein Wintertyp, die Jahre davor war er noch schlechter, wie folgende Grafik beweist, die seine Performance im World Ranking nach den vier Jahreszeiten seit 2010 aufschlüsselt.
>> Wiesberger WR-Punkte saisonal großes Bild



Seine beste Zeit ist demnach das Frühjahr, wo es in den letzten beiden Saisonen jeweils knapp 40 Punkte Zuwachs gab (= obere Linie in der Grafik). Im Winter gibt es natürlich weniger und kleinere Turniere, die untere Linie zeigt daher den Punktedurchschnitt pro Turnierstart, die aussagekräftiger ist. Aber auch hier die gleiche Tendenz: der Winter ist eine eiskalte, brotlose Zeit für unsere Nummer 1.

Erklärungen dafür sind gar nicht so schwer zu finden. Auch der stärkste Kraftlackel braucht mal eine Phase zur Regeneration und gegen Jahresende war von Bernd klar zu vernehmen, wie ausgepumpt er mental und körperlich nach einer harten Hauptsaison war. Besser kurzer Winterschlaf als golferisches Burnout!

Jene Europäer, die in den Wintermonaten erfolgreich unterwegs sind, haben entsprechend viel Geld in einen Winterstützpunkt investiert. Zuletzt Lee Westwood, den es nach Florida zum Überwintern zog. Auch Martin Kaymer praktizierte das “Go West” Richtung Arizona, dort golferisch angekommen ist er aber noch nicht.

Bernds Wintertraining daheim im Burgenland reichte nicht aus um ohne Rostspuren beim Desert Swing aufzuspielen. Es benötigte zwei Missed Cuts in Abu Dhabi und Qatar, ehe das Werkel in Dubai wieder wie geschmiert lief. Wenn Bernd sein persönliches Winterloch überwinden will, wird kein Weg an Florida, Kalifornien oder ähnlichen Winterquartieren vorbeiführen.

Dennoch macht Wiesberger Fortschritte: die vor zwei Jahren noch klar erkennbaren Schwächen im Kurzspiel hat er mittlerweile weitgehend ausgemerzt. Am meisten fehlt noch das schnelle Anpassen an ungewohnte Platzbedingungen, vor allem fürs Putten. So gesehen war es eine gute Idee, den Abstecher nach Puerto Rico auszulassen, da Karibikgolf nicht wirklich in seinem Standardrepertoir zu finden ist.

Seine besten Golfwiesen liegen klar in Europa und Asien, hier feierte Bernd die größten Erfolge. Für einen “World Player” im Sinne der Top 50 fehlen am Meisten die Ergebnisse auf amerikanischem Boden, wo es aber die fettesten Punkte zu holen gibt. Ein 55. Platz beim Bridgestone Invitational 2012 ist von seinen 5 Abstechern nach Amerika bereits das absolute Highlight.

Was Bernd jetzt am Meisten braucht, ist Turnierpraxis, endlich mehrere Wochen am Stück zu spielen. 8 Turniere in Südafrika wären so eine Gelegenheit gewesen, die er jedoch nicht nützte. In den 9 Wochen nach Dubai teet er nur bei 5 Turnierrunden auf (1x Match Play Championship, 4x Marokko), so kommt man nicht ins Laufen.

Also heißt es weiter Warten, Trainieren und gelegentlich spielen, bis Mitte April. Dann blüht er hoffentlich wieder in Asien und danach in Europa wie gewohnt auf.

von Joachim Widl

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Bernd und sonst nix?

Tigerline_Golf_Live_at

Österreichs Beitrag zur Golfwelt reduziert sich aktuell auf Bernd Wiesberger. Wird im Nachwuchs so schlecht gearbeitet oder was ist los in der Talentschmiede?

Österreich brachte zuletzt beim World Cup of Golf kein Zweier-Team mehr zustande, da nach “Olympia-Qualifikationskriterien” gespielt wird. Um Österreichs Golffarben gemeinsam mit Bernd Wiesberger hochzuhalten, hätte ein zweiter Spieler rund um Platz 200 bis 300 im World Ranking aufscheinen müssen. Bacher, Steiner, Prägant, Wiegele und Co. rangieren jedoch in Untiefen zwischen 900 und 1400…

Hatte Golfösterreich mit Brier / Wiegele als >> 5. beim World Cup 2004 seine Sternstunde, die nur alle 100 Jahre wiederkommt? Nehmen unsere Pros das verfassungsmäßig garantierte Recht in Anspruch, schlecht Golf spielen zu dürfen, so wie wir Wochenendhacker auch?

Wodurch ist der Rückfall zu erklären? Eine Golferin des Jahres kann man seriöserweise in Österreich nicht einmal mehr küren, weil es keine zählbaren Ergebnisse auf Erstliganiveau gibt, wie es die >> Austrian Order of Merit gnadenlos widerspiegelt.

Der ÖGV ist diesmal nicht schuld! Die Ex-Präsidenten Goess-Saurau und Wittmann haben mit großem Herz für den Spitzensport in den letzten 20 Jahren gegen große Widerstände jene 500.000 bis 1 Million Euro pro Jahr freigeschaufelt um vernünftige Strukturen zu betreiben. Auch Forsbrand / Jendelid sind so ziemlich die Idealbesetzung, die wir finden konnten. Wer das nicht glaubt, soll einmal zuhören, mit welcher Hochachtung praktisch alle heimischen Pros von diesem Duo sprechen.

Geld ist da, Personal auch, nur kaum Nachwuchs. Wenn Niki Zitny und Fred Jendelid ein Dutzend Namen als Kader-Optionen wälzen, während ihre Kollegen aus Spanien, Frankreich und England aus dem Zwanzigfachen schöpfen, hört sich der Spaß auf.

Österreichs Golfsport trifft gnadenlos das “Gesetz der großen Zahl”, im Volksmund am Treffendsten dahingehend übersetzt – “mit voller Hose ist leicht stinken”. Wenn jährlich weltweit Tausende Golftalente reifen, nur zwei, drei davon aus Österreich kommen, ist das für uns gar nicht gut.

Was sich in den letzten Jahren dramatisch geändert hat, ist die Leistungsdichte. Dazu reicht ein Blick auf Challenge-, Alps- und EPD Tour wie eng nach zwei Tagen die Differenz zwischen Platz 1 und Cut geworden ist.

Österreichs wenige Pros messen sich heute mit fünf- bis zehnmal so vielen Kontrahenten auf vergleichbarem Level. Es ist wie ins Casino zu gehen, wo das Rouletterad auf einmal Fächer mit Zahlen zwischen 0 und 360 aufweist. Zwar haben unsere Spieler weiterhin Woche für Woche die Chance, dass die Kugel auf sie fällt, nur liegt die Wahrscheinlichkeit plötzlich bei 1:361 statt 1:37.

Oder anders gesagt: wir sind nicht schlechter geworden, die anderen aber besser. Das gilt auch für die Spitze. Bernd Wiesberger erreichte heuer seine Million Euro Preisgeld auf der European Tour mit einem Score Average von 70,24 – im Vorjahr schaffte er das gleiche Einkommen mit 70,87 – was für zwei Siege reichte, heuer für keinen auf der ET. Österreichs Nummer 1 musste somit ein viel besserer Golfer werden nur um seine Position zu halten.

Was heißt das für die Zukunft? Österreich kann sich nicht darauf verlassen, dass selbst bei optimaler Arbeit von Verband, Trainern und Talenten automatisch die Tourspieler nachtröpfeln und die ersten Ligen in Europa und sonstwo bevölkern werden.

Sorgen macht vor allem die vielfach vorhandene Weichei-Einstellung unserer Wohlstands-Kids. Wir werden mehr denn je abhängig sein von Glücksfällen wie einem Matthias Schwab oder Lukas Nemecz, die neben dem geforderten Talent auch die notwendige Härte zu sich selbst und zu den Anderen im Turnier mitbringen. Bis dahin liegt alles auf Bernds breiten Schultern.

von Joachim Widl

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AUSTRIAN ORDER OF MERIT 2013

Die offizielle Austrian Order of Merit –
ÖSTERREICHISCHE PRO-RANGLISTE 2013

Basis: Alle Tours, mind. 3 Turniere insgesamt

FINAL ORDER OF MERIT 2013:

Rang
Spieler
ET
CT
WC
Alps
PGT
Asian
APT
Money
1
WIESBERGER
998332
145000
102938
1246270
2
WIEGELE
35115
3250
38365
3
BRIER
26181
7448
378
34007
4
NEMECZ
6000
880
19326
26206
5
STEINER
18762
222
1617
3333
23934
6
ASTL
2200
1280
15569
403
2000
21453
7
PRÄGANT
13890
13890
8
WEINHANDL
12086
359
12444
9
TRAPPEL
8962
1907
10869
10
REITER
9017
637
9654
11
BACHER
4900
2976
7876
12
STEINER
1520
4921
717
7158
13
NEUMAYER
4948
1350
6298
14
MAURER
2800
2992
483
6275
15
FENDT
1310
4740
6050
16
PFAU
3194
3194
17
RIEDER
2414
2414
18
DVORAK
1398
970
2368
19
KROMER
1251
385
1636
20
MOSER
483
777
1260
21
BRINK
970
970
22
GRUBER
791
791
23
BAUSEK
717
717
24
SCHULTES
637
637
25
JOHNSON
577
577
26
MAYRHAUSER
573
573
27
FEYRSINGER
565
565
28
WALTMAN
553
553
29
BURROWS
529
529
30
GRENIER
492
492
30
ABLEIDINGER
492
492
32
MORRIS
457
457
33
LAUSS
430
430
33
KRAJNZ
430
430
35
AMIN
427
427
36
LITSCHKA
403
403
37
BURGER
361
361
37
FÜRNWEGER
361
361
39
PATZEL
343
343
40
VOLLATH
100
100

 

Rang
Spielerin
Vorname
LET
ACC
BAN
NAT
Money
1
WOLF Christine
8250
8250
2
MICHL Stefanie
2208
2208
3
WAGNER Daniela
439
439
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Gesunder Dämpfer

Tigerline_Golf_Live_at

Die Aufnahme in den Eliteclub der Top 50 muss warten. Mit schwächeren Ergebnissen schmeisst sich Bernd Wiesberger die Türe zum Eintritt ins Golf-Schlaraffenland mit Majors und Millionen vorerst selbst vor der Nase zu.

Das Spiel “Was wäre wenn” ist auch im Golf gemein. Und das geht so: Hätte Bernd Wiesberger am 72. Loch in Dubai ein Par statt Triplebogey gespielt (was er normalerweise in 99 von 100 Fällen mit links zustande bringt), wäre er beim Accenture Match Play in Runde 1 auf Rory McIlroy getroffen. Ein Score von 2 über Par hätte gereicht um an Stelle von Shane Lowry die Nummer 1 der Golfwelt zu schlagen. Weiter wäre er zur Cadillac Championship, zum US Masters und zur US Open gedüst – die Top 50 der Welt als logische Draufgabe.

Schneeball statt Golfball hieß es statt dessen für Bernd Wiesberger in dem >> Youtube-Klassiker, wo er sich beim Accenture Match Play mit Rickie Fowler duellieren durfte. Der amerikanische Paradiesvogel kassierte kurz darauf für seine Erstrundenniederlage gegen Carl Pettersson schlanke 46.000 US Dollar, zwei Punkte für die Weltrangliste und darf trotz mäßiger Form bei allen heurigen Majors und World Golf Championships weitermachen – so wie alle aus dem Eliteclub der Top 50 im World Ranking. Soweit zur Realität.

Bernd scheint nach der Supersaison 2012 mit zwei European Tour-Siegen und drei Top 10-Ergebnissen eine Verschnaufpause einzulegen. Das sei ihm vergönnt. Sportliche Weltkarrieren verlaufen immer in Stufen und nie linear. Ähnlich in der Wirtschaft: dort wird man bei Erfolgen solange befördert, bis man die “eigene Stufe der Unfähigkeit” erreicht hat (“Peter Prinzip”), also am persönlichen Leistungsplafond angelangt ist.

War der 64. Platz im World Ranking bereits das Karriere-Limit von Österreichs Nummer 1 – oder gehts noch ein paar Stufen höher? Auffällig ist, dass er bei seinen bisherigen Auftritten im Kreis der Weltelite – Major-Debüt bei US PGA Championship, zwei Turniere der World Golf Championships – weit unter Wert geschlagen wurde.

Das erinnert an seine erste European Tour-Saison 2009, als er jeden zweiten Cut verpasste, abstieg, dazulernte und drei Jahre später zwei Titel gewann. Jetzt heißt es dazulernen auf amerikanischen Golfwiesen, wo leider drei Viertel der Majors stattfinden, plus fette World Golf Championships.

Dämpfer, wie sie Bernd jetzt erlebte, sind gesund. So wie Rory McIlroy nach Tigers letzten Erfolgen wieder hart trainiert, wird auch Bernd alles dransetzen, die Schallmauer der Top 50 zu knacken. Sein golferisches “Package” ist gut genug dafür, vergleichbar mit Thorbjorn Olesen, der es zuletzt geschafft hat – als erstem Österreicher winkt Bernd das golferische Schlaraffenland.

von Joachim Widl

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Siegen ist erlernbar

Tigerline_Golf_Live_at

Wie aus einem burgenländischen Nerverl ein Siegertyp auf der European Tour wurde, hat hoffentlich bald Beispielcharakter..

Baumlang, athletisch, haut den Ball kilometerweit! Dem Bernd Wiesberger wurde der Erfolg schon genetisch in die Golfwiege gelegt! Der Weg zum ersten European Tour-Sieg sollte dennoch steinig werden.

Freunde aus Amateurtagen, als der Oberwarter noch für den Golfclub Föhrenwald spielte, erzählen gerne Anekdoten über “unseren Bernd the Brain”. Irgendwie bekam es der “Drive-Wedge-Putter-Künstler” (mehr Schläger brauchte er nicht) scoretechnisch im entscheidenden Moment nicht auf die Reihe.

Nach Lehrjahren auf der Tour, mit einem bitteren Wiederabstieg auf die Challenge Tour und hart erkämpften Aufstieg zurück in die erste Liga, folgten zwei ganz entscheidende 2. Plätze im Vorjahr in Gleneagles und Südafrika, die Bernd zeigten, woran es noch fehlte.

Der Reifeprozess von Bernd Wiesberger der letzten Monate ist für mich so ziemlich das Beindruckendste, das ich im Golfsport je beobachten durfte. Der Burgenländer erkannte und eliminierte konsequent und im Blitztempo seine letzten echten Schwächen:

Windqualitäten: ein Problem für Longhitter, wenn der Ball höher und länger in der Luft ist als bei anderen. Aber Bernd kratzte am 1. Spieltag im Sturm von Seoul eine Par-Runde und legte damit den Grundstein.

Wedge Control: den richtigen Spin mit den kurzen Waffen hinzubekommen, das hat sich Bernd, der so oft wie kein anderer zum Wedge greift, mustergültig angeeignet. So legt man sich lochbare Putts auf.

Putter gezähmt: Nach einigen Puttersünden wie Besenstil-Modellen findet Bernd vor wenigen Wochen die Erfolgsmaschine: ein Scotty Cameron mit zwei Ziel-Strichen, die ihm beim Anvisieren die gewünschte Optik bringen – und den Pistolero-Griff, der die Verbindung zum goldenen Händchen herstellt. Bingo, Volltreffer! Von einem Putt-Schnitt von 30,5 pro Runde ging es runter auf 28. Das sind Welten.

Medien und Fans: auch die spröde Kommunkation hat sich aufgehört. ORF-Urgestein Wolfgang Koczi, für seine offenen Worte bekannt, stellte Bernd das Zeugnis aus “der hat jetzt was zu sagen”. Die Golf-Live-Gemeinde informiert er seit heuer erstmals vorbildlich. Auch via Twitter @BWiesberger gibts lustige Wortspenden und pics.

Erfolg ist der beste Mentalcoach. Und den hat sich unser 3. European Tour-Champion konsequent und sympathisch erarbeitet.

Wer gesehen hat, wie ein Rory McIlroy beim Masters 2011 bzw. Kollegen einen Riesenvorsprung am Sonntag an die Wand gecrasht haben, den wird die Frontrunner-Vorstellung eines Burgenländers in Seoul umso mehr beeindruckt haben.

von Joachim Widl

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