Beste Saison seit langem

GRAND FINAL – FINAL: Lukas Nemecz und Niklas Regner können dem Finaltag im T-Golf & Country Club von Mallorca zwar nicht mehr ihren Stempel aufdrücken, mit dem Aufstieg von Lukas Nemecz auf die European Tour und den sehenswerten Auftritten von Rookie Niklas Regner stellt die Challenge Tour Saison 2021 aber aus österreichischer Sicht die beste seit über einem Jahrzehnt dar.

So entspannt ist wohl schon lange kein Österreicher mehr in das Saisonfinale der Challenge Tour gestartet wie heuer Lukas Nemecz. Der 32-jährige Steirer sicherte den Aufstieg auf die European Tour bereits vor Wochen ab, wobei er gleich einige Male richtig knapp sogar an Siegen dran war. Ein solcher blieb ihm zwar verwehrt, mit gleich drei 2. Plätzen und insgesamt vier Top 10 Ergebnissen geht sich am Ende aber für „Luki“ in der Jahresrangliste sogar ein starker 10. Platz aus.

Aufgrund der Corona-Pandemie entfällt heuer die Tourschool, über die Lukas im Jahr 2015 bereits erstmals in seiner Karriere den Sprung auf die europäische Elitetour realisierte, weshalb die Top 20 der Jahresrangliste eine European Tour Tourcard für kommendes Jahr erhalten. Der Murhof-Pro hätte in dieser Woche beim Grand Final auf Mallorca sogar noch die Chance gehabt die Ausgangslage noch weiter zu verbessern, denn mit jeder Rang weiter vorne im Road to Mallorca könnte die Startchancen für nächstes Jahr etwas erhöhen.

Allerdings will in dieser Woche nicht alles wirklich nach Plan gelingen, wenngleich er vor allem am Donnerstag richtig aufs Gas drückte und nach einer 65 (-6) sogar in geteilter Führung übernachtete. So stark die Auftaktrunde gelang, so zäh gestaltete sich Spieltag zwei, denn mit einer 76 (+5) rutschte er doch deutlich zurück. Immerhin pushte er sich am Moving Day mit einer 70 (-1) wieder an die Top 10 heran.

Die letzte Umrundung beginnt dann jedoch alles andere als prickelnd, brummt ihm doch gleich die 1 und das darauffolgende Par 5 zwei schnelle Fehler auf. In Folge stabilisiert er aber sein Spiel, hält weitere Fehler gekonnt fern und krallt sich auf der 5 auch das erste Birdie, womit er noch in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen bleibt.

Ein zweites Par 5 Bogey auf der 11 lässt eine erhoffte Aufholjagd dann gar nicht erst zu und er muss sich in Folge sogar bis zur 17 gedulden, ehe das nächste Birdie auf die Scorecard wandert. Am Ende geht sich zwar nur die 72 (+1) aus, Rang 18 auf Mallorca reicht aber um die Jahreswertung als 10. in den Top 10 abzuschließen. Ähnlich stark war zuletzt Bernd Wiesberger im Jahr 2010 unterwegs, der sich damals als 4. den Aufstieg auf Europas höchste Spielklasse sicherte.

Südafrika fix eingeplant

„Es war wirklich ein ganz starkes Jahr und ich fühle mich nach wie vor richtig gut. Ich war einige Male ganz nah dran und die 2. Plätze waren auch echt richtig stark, allerdings wäre ein Sieg natürlich schon schön gewesen. Ich mach jetzt auch keine wirkliche Pause, denn ich nehme die ko-sanktionierten Turniere in Südafrika jetzt gleich mit“, gibt er in einer Video-PK direkt nach der Runde gleich einen Ausblick auf sein weiteres Programm.

„Vorerst geht’s jetzt mal in die Heimat etwas regenerieren und trainieren, worauf ich mich schon richtig freue, und dann weiter nach Südafrika zu den drei Turnieren. Ich fühle mich körperlich und mental noch recht frisch und hab ehrlicherweise auch mein Programm bereits in den letzten Wochen darauf ausgerichtet. Mit der vollen Kategorie werde ich nächstes Jahr auch in wohl fast alle Rolex-Series Events reinkommen, was bedeutet, dass die Chancen heuer viel größer sind für mich als noch 2016.“

Starke Rookie Saison

Neben Lukas Nemecz durfte Golf-Österreich noch einem weiteren heimischen Spieler im Feld der besten 45 des Jahres die Daumen drücken, denn Niklas Regner schaffte aufgrund teils starker Ergebnisse ebenfalls den Sprung ins große Finale. Der Youngster hatte vor der Woche sogar noch durchaus Außenseiterchancen ebenfalls noch den Aufstieg auf die European Tour zu realisieren, wenngleich es dazu je nach Konstellation wohl einen 2. Platz gebraucht hätte.

Der 22-jährige machte sich mit einer 73 (+2) am Donnerstag dann Leben gleich etwas schwer. Zwar konnte er am Freitag mit einer 70 (-1) etwas zurückschlagen, nach einer 72 (+1) am Samtag wuchs der Rückstand auf die benötigte Platzierung jedoch bereits auf elf Schläge an, weshalb der Aufstieg vor der Finalrunde bereits nur noch theoretischer Natur war.

Am Sonntag will dann von Beginn an nicht wirklich viel zusammenlaufen, denn schon auf der 3 tritt er sich sogar ein Doppelbogey ein und rutscht so rasch weiter zurück. Da ihm die 5 dann wie auch schon an den Tagen zuvor auch am letzten Spieltag wieder vor etliche Rätsel stellt, kommt er sogar nur bei 3 über Par auf den letzten neun Löchern an. Erst am Par 5 der 11 bricht der Birdiebann dann und er kann auch sein erstes Erfolgserlebnis am Sonntag einsacken. Mehr will jedoch an diesem Tag nicht mehr gelingen, womit er sich am Ende mit der 73 (+2) begnügen muss.

Der 33. von 45 Plätzen beim Finale soll jedoch nicht über eine durchwegs gelungene Saison hinwegtäuschen. Wie Lukas Nemecz war auch Niklas sogar knapp an einem Sieg dran, musste sich in Dänemark jedoch knapp geschlagen geben. Der 2. Platz und gleich drei Top 10 Resultate in diesem Jahr zeigten aber, dass die Nachwuchshoffnung vom Murhof absolut zu Recht den Sprung ins Profilager wagte und macht auch klar, dass als 37. der Jahreswertung nächstes Jahr mit ihm auf der Challenge Tour wohl voll zu rechnen sein wird.

Ziel ist der Aufstieg

„Es war eine super Saison mit der ich nie und nimmer so gerechnet hätte. Ich dachte ich spiel ein paar Turniere und schau mal was dabei rauskommt, dass es dann gleich 16 geworden sind war schon richtig cool. Ich bin eigentlich ohne Druck an die Sache herangegangen, war dann aber relativ schnell mal unter den Top 30 in der Rangliste und natürlich schwirrt die European Tour dann etwas im Hinterkopf herum, womit sich auch etwas Druck aufbaut.“

„Ich hab jetzt eine volle Kategorie für nächstes Jahr, komme vielleicht auch in das ein oder andere European Tour Turnier hinein, wenngleich ich damit nicht plane und mich eigentlich voll auf die Challenge Tour Saison konzentrieren will. Ziel ist natürlich der Aufstieg, denn als Golfer willst du immer weiterkommen“, so Niklas Regner direkt nach dem Grand Final via Video-PK.

Marcus Helligkilde (DEN) reicht am Finaltag die 72 (+1) um sich bei gesamt 8 unter Par den Sieg zu sichern, womit sich der Däne auch in der Jahreswertung die Krone aufsetzt.

Leaderboard Grand Final

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