Topergebnis verputtet

ANDALUCIA MASTERS – FINAL: Bernd Wiesberger lässt im Real Club Valderrama mit eiskaltem Putter auf den Backnine nicht nur den möglichen Sieg liegen, sondern verpasst mit einem Dreiputt auf der 18 sogar noch ein Topergebnis. Matthias Schwab packt am Sonntag noch seine beste Runde der Woche aus und wird in Sotogrande schlussendlich 15.

Bernd Wiesberger steigerte sich von Tag zu Tag, wobei er vor allem die Fehlerquote deutlich senken konnte. Vom 4. Platz geht der Burgenländer ins Finale, zwar mit 5 Schlägen Rückstand, aber auf den bislang sieglosen Engländer Laurie Canter. Zwar geht sich diesmal mit einem Par nicht mehr so ein spektakulärer Start aus wie noch am Samstag mit der gelochten Annäherung zum Eagle, dafür aber hat der Südburgenländer im langen Spiel in der frühen Phase alles im Griff und belohnt sich dafür bereits am Par 3 der 3 mit dem ersten roten Eintrag des Tages.

Das bringt den achtfachen European Tour Sieger auch rasch richtig ins Rollen, denn am einzigen Par 5 der vorderen Neun geht sich sofort das nächste Erfolgserlebnis aus, womit er dem absoluten Spitzenfeld weiterhin erhalten bleibt. Mit der 6 wird ihm dann allerdings das zweite Par 3 nach etwas zu fettem Bunkerschlag zum Verhängnis und brummt ihm auch das erste Bogey auf. Mit sehenswerten Putts – auf der 8 locht er etwa einen schwierigen Viermeterputt vom Vorgrün – kratzt der Oberwarter danach wichtige Pars, womit er weiterhin voll im Titelrennen mitmischt.

Vieles liegengelassen

Am steil bergauf verlaufenden Par 5 der 11 hat er keinerlei Probleme mit zwei Satten Hieben den Ball sogar knapp hinter dem Grün unterzubringen. Auch den Chip & Run danach dosiert er auf den pfeilschnellen Grüns gefühlvoll, allerdings spielt diesmal der Putter nicht wie erhofft mit, womit er eine richtig große Birdiechance ungenützt verstreichen lässt. Wie so oft rächt sich dies kurze Zeit später auf der 14, denn mit verschobenem Parputt rutscht er wieder auf Level Par zurück und verabschiedet sich damit zumindest vorerst aus dem Titelgeschäft.

Ohne jeglichen Wackler nimmt er danach weiterhin Pars mit, ehe sich die Geschichte am letzten Par 5 nahezu wiederholt. Wieder dosiert er aus der Collection Area hinter dem Grün den Chip & Run gut, wieder kann er die sich bietende Birdiechance aber nicht verwerten. Als bereits alles auf eine 71 (Par) hindeutet, was ihm immerhin Rang 4 beschert hätte, gönnt er sich zum Abschluss auf der 18 sogar noch einen Dreiputt und bringt so nur die 72 (+1) zum Recording, die ihm als 11. sogar noch die Türe zu einem Top 10 Ergebnis zuschlägt. „Ich kann mich an keine schlechtere Leistung mit den kurzen und mittleren Eisen erinnern,“ macht Bernd die Ursache aus. „Jetzt erholen und Reset in den kommenden Wochen. Dubai wird mein nächster Stopp werden.“

Wieder am Schlussloch

Die Andalucia Masters entwickeln sich somit nahezu zu einem Spiegelbild der bisherigen Saison. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, wie etwa der Sieg in Dänemark, schafft es der Burgenländer in diesem Jahr einfach nicht seine unbestritten starke Form auch wirklich in Zählbares umzumünzen. In der Schweiz vermasselte ihm das Doppelbogey auf der Ziellinie den Sieg und erst vergangene Woche ließ er mit einem Bogey am Schlussloch ein Topergebnis liegen. Am ehemaligen Ryder Cup Kurs von 1997 wiederholt sich das Dilemma nun nur sieben Tage später erneut.

Damit kommt er auch seinem selbst deklarierten Ziel – erst im Vorfeld machte er klar, dass er bis Jahresende die Top 50 der Welt wieder knacken will, die ihm etwa bereits einen garantierten Start beim kommenden Masters sichern würden – nicht wirklich näher, da er einmal mehr so in der Weltrangliste vom 62. Platz aus kaum vom Fleck kommt und die durchaus bereits klaffende Lücke zu Rang 50 kaum verkleinern kann.

Jeden Tag besser

Matthias Schwab hat nach Runden von 74 (+3), 71 (Par) und 70 (-1) Schlägen noch ein Topergebnis bei seinem letzten European Tour-Einsatz im heurigen Jahr in Reichweite, erschwert sich dieses aber gleich auf der 1 mit einem anfänglichen Bogey. Immerhin stabilisiert er sein Spiel danach sofort und darf sich nach zwei souveränen Pars am einzigen Par 5 der Frontnine schließlich auch über den scoretechnischen Ausgleich freuen.

Mit der 7 wird der Rohrmooser jedoch auch am Sonntag nicht wirklich warm, denn zum bereits dritten Mal in dieser Woche brummt ihm das Par 4 einen Fehler auf, womit er erneut in den Plusbereich und somit ins Mittelfeld abrutscht. Wieder muss er sich aber in Sachen Birdies nicht lange gedulden, denn sofort auf der 8 rückt er sein Score wieder zurecht.

Souverän durchgezogen

Auf den Geschmack gekommen nimmt er sogar von der mehr als nur anspruchsvollen 9 einen Schlaggewinn mit und drückt sein Tagesergebnis so noch vor dem Wechsel auf die Backnine sogar in die roten Zahlen. Die heiße Phase nimmt er zunächst auch auf die letzten neun Löcher mit, denn mit seinem vierten Birdie des Tages dockt er am Par 5 der 11 sogar bis auf einen Schlag an den Top 10 an.

Erst das darauffolgende schwierige Par 3 der 12 beendet den sehenswerten Zwischensprint dann mit dem dritten Schlagverlust am Sonntag. Aus der Ruhe lässt er sich davon aber nicht bringen und nimmt danach solide Pars mit, womit er auf dem schwierigen Gelände nichts verkehrt macht. Da er dann mit der 17 auch das letzte Par 5 noch gut im Griff hat, bringt er schließlich mit der 69 (-2) sogar noch seine beste Runde der Woche zum Recording und fährt so als 15. ein durchaus achtbares Ergebnis ein.

„Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Der 15. Platz bei diesem Turnier ist ok, vor allem auch deshalb, weil die Konkurrenz sehr stark, der Platz überdurchschnittlich schwer war und ich nicht immer mein bestes Golf spielte. Morgen fliege ich zurück in die USA, wo ich ab übernächste Woche vier Turniere auf der US PGA spielen werde. Valderrama war dafür die beste Vorbereitung. Ich freue mich auf die kommende Turniere auf der stärksten Tour der Welt“, rekapituliert Matthias Schwab und gibt einen Ausblick auf sein kommendes Programm in den USA.

Bernd Wiesbergers Ryder Cup-Buddie Matthew Fitzpatrick (ENG) bringt am Sonntag noch eine 69 (-2) über die Ziellinie und fährt so bei gesamt 6 unter Par einen überlegenen Sieg ein.

Leaderboard Andalucia Masters

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