Schlagwort: european tour

Solides Fundament

ABU DHABI CHAMPIONSHIP – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger und Matthias Schwab lassen nach der wochenlangen Winterpause im Abu Dhabi GC zwar mit einigen Fehlern knallrote Auftaktrunden liegen, mit Rundenscores von 70 bzw. 71 Schlägen bleiben aber beide unter Par und schaffen sich so ein recht solides Fundament um am Sonntag die angepeilten Topergebnisse realisieren zu können.

Mit einem 8 Millionen Dollar-Paukenschlag eröffnet die European Tour ihr neues Golfjahr. Somit gibt es kein langsames Hineinschnuppern und Herantasten für Bernd Wiesberger und Matthias Schwab nach wochenlanger Pause um nicht wertvolle Punkte bei einem von nur vier Rolex Series-Events zu verschenken. Entsprechend intensiv hat sich Österreichs Tour-Duo bereits einige Zeit vor Ort vorbereitet. Abgesehen von Preisgeld und Punkten im neuen Race to Dubai geht es um fette Punkte fürs World Ranking und die Ryder Cup-Qualifikation.

Dass ihm der Abu Dhabi GC durchaus in die Karten spielt, bewies Wiesberger zuletzt im Vorjahr, als er es am Sonntag in den Schlussflight schaffte und mit einem 8. Platz einen mehr als nur brauchbaren Saisonstart hinlegte. Matthias Schwab war ebenfalls noch am Weekend engagiert, kam aber nicht über einen 42. Platz hinaus. Das Lineup ist heuer in Abu Dhabi top besetzt: die Nummer 3 der Golfwelt, Justin Thomas (USA), führt ein Feld an, das mit Rory McIlroy (NIR), Tommy Fleetwood, Matt Fitzpatrick, Justin Rose, Lee Westwood und Tyrrell Hatton (alle ENG) vor allem die Creme de la Creme des britischen Golfsports an den Start bringt.

Erst mit knapp dreistündiger Verzögerung kann die European Tour Saison 2021 beginnen, nachdem hartnäckiger morgendlicher Nebel für langes Däumchendrehen sorgt. Zu allem Überfluss hat Bernd dann noch dazu auf der 10 ordentlich Pech, denn nach knapp zu kurzer Grünattacke geht sich am Par 5 der 10 mit Spiegelei-Lage im Grünbunker “nur” das anfängliche Par aus. Da er dann auf der 11 sogar rasch das erste Bogey einstecken muss, ist der durchwachsene Start ins Turnier nicht mehr zu leugnen.

Eagle als Initialzündung

Am Par 3 der 15 passt dann beim Burgenländer aber erstmals alles zusammen und er gleicht mit seinem ersten Birdie der Saison sein Score wieder aus. So richtig ins Rollen bringt ihn der rote Eintrag jedoch noch nicht, denn sofort rutscht er am darauffolgenden Par 4 mit seinem zweiten Fehler wieder in den Plusbereich zurück. Kurz vor dem Turn gelingt dann am zweiten Par 5 aber die Grünattacke nahezu perfekt und da der 35-jährige in Folge auch am Grün den nötigen Touch beweist, dreht er mit dem Eagle die bis dahin eher zähe Runde sogar noch auf den Backnine in den roten Bereich.

Das scheint Bernd nun im immer stärker werdenden Wind richtig anzuspornen, denn kaum auf den Frontnine angekommen legt er ein weiteres starkes Eisen aufs Grün und schnappt sich so prompt das nächste Erfolgserlebnis. Selbst ein Ausflug in den Grünbunker hält ihn danach am dritten Par 5 seiner Runde mit dem nächsten gefühlvollen Putt nicht davon ab das nächste Birdie einzusacken, womit er mittlerweile auch die Top 10 erstmals knackt.

Die Aufbruchsstimmung wird von einem darauffolgenden Bogey auf der 3 jedoch recht abrupt abgebremst. Den Faux-pas steckt er aber gut weg und darf sich schon auf der 14 mit einem Chip-in über das nächste Birdie freuen. Just zum Abschluss streikt dann aber noch der Putter, denn auf der 9 muss er aus größerer Distanz gleich dreimal ansetzen und tritt sich so auf seiner Schlussbahn noch ein weiteres Bogey ein.

Mit der 70 (-2) gelingt der Start zwar als in etwa 20. durchaus ansehnlich und Bernd wahrt so auch noch klar alle Chancen, gleich vier Bogeys zeigen aber, dass es durchaus noch den ein oder anderen Flugrost gibt, der an den kommenden Tagen wohl noch abzuschütteln ist.

Doppelbogey stark ausgekontert

Matthias Schwab beginnt sein neues European Tour Jahr souverän mit recht sicheren Pars und darf sich nach einem starken Eisen am Par 3 der 4 recht früh schon über das erste Birdie freuen. Ohne jeglichen Wackler spult der Rohrmooser in Folge auch die Bahnen danach ab und hält sich so weiterhin lange im zartrosa Bereich.

Kurz vor dem Turn erwischt es den jungen Steirer dann aber richtig unangenehm, denn mit einem Doppelbogey rutscht er sogar noch vor dem Wechsel auf die Backnine sogar in den Plusbereich ab. Zwar verpasst er es sofort am Par 5 danach den Konter zu setzen, holt das Birdie aber auf der 11 nach und dreht sein Score so immerhin wieder auf Level Par zurück.

Da sich dann auch am Par 3 der 12 ein Birdie ausgeht, lässt er nicht nur das Doppelbogey endgültig in Vergessenheit geraten, sondern taucht außerdem auch rasch wieder in die roten Zahlen ab. Kurz vor Schluss baut er sein Score dann mit einem weiteren Birdie auf der 17 sogar noch aus und hat plötzlich auch die Top 10 klar in Reichweite.

Ausgerechnet das abschließende Par 5 brummt dem Schladming-Pro aber noch ein Bogey auf, weshalb er sich schlussendlich mit der 71 (-1) anfreunden muss. Damit bleibt Matthias zwar die erhoffte tiefe Auftaktrunde verwehrt, mit dem leicht geröteten Auftaktscore wahrt er beim Rolex Series Event als in etwa 30. aber endeutig die Chance auf das angepeilte Topergebnis.

“Es klingt vermutlich ein wenig schwer verständlich wenn ich sage, dass mein Spiel bis auf wenige Fehler gut war. Mir gelang z.B. kein Birdie auf einem Par 5, obwohl ich immer – bis auf die 18 – knapp dran war. Die Form ist bereits jetzt zum Saisonstart okay. Ich kann damit gut leben”, so Matthias Schwabs erste Worte nach der Runde.

Rory McIlroy wird seiner Mitfavoritenrolle am Donnerstag voll gerecht. Der Nordire packt im Abu Dhabi GC eine fehlerlose 64 (-8) aus und liegt damit mit einem Schlag Vorsprung auf Tyrrell Hatton – ihm gelingen zum Auftakt gleich zwei Eagles – in Führung. Durch die dreistündige Nebelverzögerung kann die erste Runde erst am Freitag beendet werden.

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Bernd Wiesberger

Viel vorgenommen

ABU DHABI CHAMPIONSHIP – VORSCHAU: Bernd Wiesberger hat sich für die Saison 2021 etliches vorgenommen, ein guter Auftakt beim Rolex Series Event im Abu Dhabi GC wäre somit enorm wichtig. Matthias Schwab hofft nach dem wackeligen Herbst nun beim Desert Swing wieder so richtig zur Form zu finden.

Nach wie vor ist Corona weltweit das Thema Nummer 1. Anders als vergangenes Jahr, wo von März weg auch der Profisport rund um den Globus nahezu still stand, entwickelt sich 2021 aber zumindest in diesem Aspekt deutlich freundlicher. Das macht sich auch gleich beim Turnierkalender der European Tour bemerkbar, denn wie gewohnt nimmt mit dem Desert Swing die Saison so richtig Fahrt auf.

Dennoch gibt es durchaus einige auch unerfreulichere Dinge, denn ganz ohne Kratzer überstand die größte europäische Golftour die Covid-19 Krise nicht. Im Detail macht sich dies vor allem bei den Rolex Series Events bemerkbar, die von acht auf nur noch vier zusammengekürzt wurden. Umso wichtiger erscheint es bei den hochgesteckten Zielen von Bernd Wiesberger bei eben diesen Turnieren hellwach zu sein.

“Es hat durch Corona überall Einschnitte gegeben. Bemerkbar macht sich dies vor allem bei den zahlreichen Reisebeschränkungen und klarerweise auch bei weniger Preisgeld. Die Tour hat sich aber regelrecht einen Haxen ausgerissen und im Großen und Ganzen sind wir beim Golf sogar noch mit einem blauen Auge davongekommen. Immerhin konnten wir wenigstens Turniergolf spielen”, lässt Bernd die verrückte Saison 2020 noch einmal Revue passieren.

Bernd selbst spricht nur kurz danach an wie wichtig ein guter Start ins Jahr wäre: “Da es nur noch vier Rolex Series Turniere gibt und Abu Dhabi gleich eines davon ist, ist ein gelungener Start natürlich sehr wichtig. Auch die Teilnehmerfelder sind beim Desert Swing durchaus sehenswert, was auch etliche Punkte für die Weltrangliste einbringt. Der Platz liegt mir aber. Erst letztes Jahr war ich sogar im Finalflight, am Ende gelang immerhin noch ein 8. Platz.”

USA und Ryder Cup als Ziel

Musste man in den letzten Jahren noch etwas nachbohren um aus Bernd eine klare Aussage in Richtung PGA Tourcard zu bekommen, so formuliert der Burgenländer dieses Ziel mittlerweile bereits ungewohnt deutlich, weiß aber auch, dass der Weg dorthin durchaus steinig ist und nur Topergebnisse wirklich weiterhelfen. “USA ist heuer definitiv ein Ziel. Ich hab schon für die Saison 2020/21 bei den drei bisherigen Turnierstarts einige Punkte gesammelt. Bei meinen noch verbleibenden neun Möglichkeiten will ich schon die nötigen Non Member-Points zusammenbekommen um mir die Tourcard zu sichern.”

Nach dem Desert Swing steht deshalb auch gleich der erste echte US Swing des neuen Jahres auf dem Programm. Zunächst geht es im malerischen Bradenton in Florida beim WGC-Event mit der Weltelite zur Sache, Anfang März hat er dann in Orlando beim Arnold Palmer Invitational die nächste Chance auf dicke Punkte, ehe er den ersten Stars & Stripes Trip beim Players in Ponte Vedra Beach wieder ausklingen lässt.

Auch der Ryder Cup ist beim 35-jährigen nach wie vor omnipräsent: “Natürlich hoffe ich, dass ich im September in Whistling Straits blau-gelb tragen darf und Europa repräsentieren darf. Die Planung bis dahin muss aber genau passen, denn es zählen nur Topergebnisse bei den großen Turnieren. Am Ende der Qualifikation wird abgerechnet, aber selbst wenn es sich nicht mit der direkten Qualifikation ausgehen sollte, hoffe ich, dass ich mich bei Captain Padraig Harrington für eine Wild Card aufdrängen kann.”

“Ein primäres Ziel von mir ist es auch ganz klar wieder zu den Turniersiegern zu gehören, denn nach der starken Saison 2019 lief das letzte Jahr ohne Sieg nicht wirklich nach meinem Geschmack. Natürlich will ich auch bei den vier Majors eine gute Rolle spielen. Kann ich dort reüssieren hilft das natürlich auch in Sachen Ryder Cup und US Tourkarte enorm weiter.”

Zurück zu alter Stärke

Neben Bernd Wiesberger steht auch Matthias Schwab gleich beim Saisonauftakt in Abu Dhabi in den Teeboxen. Der Schladming-Pro musste im Herbst 2020 erstmals so richtig einen Formknick verkraften, der klar auch der nur haarscharf verpassten US Tourcard geschuldet war. In mühevoller Aufbauarbeit kämpfte sich der junge Steirer wieder zurück, scheiterte am Ende des letzten Jahres aber an der Qualifikation für Dubai.

2021 soll somit auch bei Matthias Schwab wieder deutlich freundlicher werden. Nach intensiver Arbeit zuhause in Schladming und bereits vor Ort in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll es in Abu Dhabi bereits die ersten Früchte zum Ernten geben. Ein starkes Ergebnis beim anfänglichen Rolex Series Event könnte auch regelrecht die Zündschnur sein, die den 26-jährigen in Folge wieder so richtig explodieren lässt.

In einem weltklasse Teilnehmerfeld – es stecken neben Rory McIlroy (NIR) auch Justin Thomas (USA), Tommy Fleetwood, Matthew Fitzpatrick, Justin Rose, Ian Poulter, Lee Westwood (alle ENG), Shane Lowry (IRL) oder Martin Kaymer (GER) ihre Tees in den Boden – könnte er sich auch rasch wieder in Richtung Top 100 der Welt orientieren, was ihm auch im Hinblick der Majors weiterhelfen würde.

Das Wetter sollte sich richtig angenehm präsentieren. Zwar soll es erst ab dem Wochenende wieder strahlend schön werden, bei Spitzenwerten von bis zu 25 Grad herrschen aber auch am Donnerstag und am Freitag trotz eher wenigen Sonnenstunden perfekte Golfbedingungen. Los geht es für für Bernd Wiesberger am Donnerstag bereits um 04:50 MEZ auf der 10, flankiert von den prominenten Flighpartnern Henrik Stenson (SWE) und Matt Wallace. Matthias Schwab beginnt die Saison um 06:00 MEZ von der 1 weg.

 

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RACE TO DUBAI 2020

Die Rangliste der European Tour 2020

(Final Ranking nach Turnier: WORLD TOUR CHAMPIONSHIP)

RACE TO DUBAI 2020

RANG
SPIELER
STARTS
PUNKTE
1 WESTWOOD, Lee 15 3.128,0
2 FITZPATRICK, Matthew 10 3.110,2
3 REED, Patrick 8 3.103,7
4 FLEETWOOD, Tommy 11 2.182,6
5 MORIKAWA, Collin 6 2.096,6
6 PEREZ, Victor 14 2.072,9
7 BEZUIDENHOUT, Christiaan 17 1.874,8
8 RAI, Aaron 17 1.741,0
9 HATTON, Tyrrell 7 1.736,5
10 OOSTHUIZEN, Louis 8 1.646,2
11 VÄLIMÄKI, Sami 19 1.553,2
12 SULLIVAN, Andy 18 1.494,6
13 VAN ROOYEN, Erik 12 1.344,1
14 HERBERT, Lucas 12 1.332,4
15 IM, Sungjae 6 1.279,6
16 HØJGAARD, Rasmus 19 1.271,2
17 CASEY, Paul 5 1.248,8
18 DETRY, Thomas 20 1.192,5
19 CANTER, Laurie 17 1.113,5
20 MCILROY, Rory 5 1.100,3
21 PARATORE, Renato 21 1.081,1
22 RAHM, Jon 5 1.053,7
23 MACINTYRE, Robert 17 1.046,0
24 KAYMER, Martin 14 1.007,8
25 OTAEGUI, Adrian 21 1.006,2
26 ROZNER, Antoine 21 982,5
27 HOVLAND, Viktor 6 976,4
28 LEWIS, Tom 7 942,5
29 HORSFIELD, Sam 18 933,7
30 CAMPILLO, Jorge 20 909,1
31 POULTER, Ian 10 908,8
32 GRACE, Branden 7 902,0
33 STONE, Brandon 22 900,7
34 LARRAZÁBAL, Pablo 21 881,7
35 CATLIN, John 14 876,0
36 MCDOWELL, Graeme 10 865,0
37 WALLACE, Matt 15 846,9
38 KAWAMURA, Masahiro 23 831,2
39 ARNAUS, Adri 18 817,6
40 COETZEE, George 15 785,7
41 BURMESTER, Dean 23 784,0
42 SAMOOJA, Kalle 17 763,0
43 ROCK, Robert 15 748,8
44 HANSEN, Joachim B. 19 740,4
45 PIETERS, Thomas 13 723,5
46 NIENABER, Wilco 18 720,1
47 LOWRY, Shane 10 718,3
48 WARREN, Marc 14 713,8
49 SHINKWIN, Callum 19 712,0
50 CROCKER, Sean 22 710,0
weiters:
51 WIESBERGER, Bernd 15 696,9
99 SCHWAB, Matthias 14 364,7
110 HEISELE, Sebastian 16 320,2
148 KIEFFER, Maximilian 18 198,0
159 SCHNEIDER, Marcel 12 171,9
165 SIEM, Marcel 12 156,1
192 RITTHAMMER, Bernd 11 110,3
207 KNAPPE, Alexander 4 73,9
215 LONG, Hurly 10 63,5
220 SCHMITT, Max 10 56,6
223 VON DELLINGSHAUSEN, Nicolai 9 55,3
264 JOHN, Allen 3 24,8
282 NEMECZ, Lukas 2 17,9
286 FOOS, Dominic 3 16,1
291 ROSENMÜLLER, Thomas 1 14,7
300 ARKENAU, Hinrich 3 10,1
330 LAMPERT, Moritz 2 5,0
334 KÖLBING, Jonas 3 4,3
338 BALTL, Timon 2 3,6

Anmerkung: Die European Tour stellte das Race to Dubai ab der Saison 2018 / 2019 auf ein Punktesystem um, das im Wesentlichen kleinere Turniere im Vergleich aufwertet.

>> Komplettes Ranking im RACE TO DUBAI

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Blasses Saisonfinale

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – FINAL: Bernd Wiesberger kommt die gesamte Turnierwoche über am Earth Course nicht wirklich ins Rollen und legt mit einer 70er Schlussrunde ein durchwegs blasses Saisonfinale hin. Als 40. der Weltrangliste hat er zwar vorerst alle großen Events nach wie vor abgesichert, kommende Saison wird jedoch wohl deutlich erfolgreicher verlaufen müssen um auf längere Sicht gesehen im Konzert der Großen weiterhin mitspielen zu dürfen.

Dreht man das Rad der Zeit um ein Jahr zurück, so sieht man Österreichs Golfcommunity wohl geballt vor den TV-Schirmen und Leaderboards sitzen, die Daumen dabei fest gedrückt. Der Grund ist klar: Bernd Wiesberger hatte als erster Österreicher überhaupt die Chance das Race to Dubai zu gewinnen. Zwar schnappte ihm Jon Rahm (ESP) sowohl den Dubai Titel als auch die Jahreswertung noch weg – der Spanier sitzt heuer lieber im gemachten Nest in Arizona bei schwangerer Freundin als in Dubai beim 8 Millionen Event die Titelverteidung zu bestreiten – Rang 3 prolongierte am Saisonende 2019 aber ein fantastisches Jahr des Burgenländers.

Ein Jahr später stellt sich die Sachlage gänzlich anders dar, denn in Coronazeiten läuft nichts wirklich wie geplant. Bernd nimmt zwar als 54. der Jahreswertung auch heuer beim Saisonfinale teil, die Chance auf den großen Wurf ist aber von vornherein nicht gegeben und nach einem mehr als nur zähen Auftakt in Form von 76 (+4) Schlägen nimmt er sich gleich selbst am Donnerstag die Luft aus dem Turnier. Zwar steigert er sich in Folge zur 71 (-1) und danach zur 69 (-3), mehr als ein Platz im Mittelfeld ist damit nach drei Runden aber nicht drin.

Somit geht es am Finaltag eigentlich nur noch darum sich positiv von der Saison zu verabschieden und mit einer starken Schlussrunde sich noch das Weihnachtsgeld etwas aufzufetten. Der Start gelingt auch mit anfänglichen Pars fehlerlos, zum bereits vierten Mal verpasst er jedoch am Par 5 der 2 das erhoffte Birdie und da sich dann am ersten Par 3 sogar nur das Bogey ausgeht, beginnt der Finaltag für den 35-jährigen alles andere als erhofft. Die zweite kurze Bahn der Frontnine hält dann aber auch das erste Birdie für ihn bereit, womit er sein Score recht rasch wieder auf Anfang zurückdrehen kann.

Lange Zeit reiht er in Folge Pars aneinander und kommt so am Leaderboard nicht vom Fleck. Erst das Par 5 der 14, das er erstmals in dieser Woche zu einem Birdie überreden kann, beschert ihm dann den Sprung in die roten Zahlen. Zum Abschluss des Turniers und der Saison geht sich dann auch am Par 5 der 18 noch ein Birdie aus, womit er schließlich die finale 70 (-2) zu Papier bringt. Bei weiterhin durchwegs guten Scores kann er damit aber als 36. gerade mal in etwa seine Platzierung halten.

“Es war schön ein Bogey-Jahr mit einem Birdie am Schlussloch zu beenden. Vielen Dank auf diesem Weg an alle Verantwortlichen der European Tour, dass sie uns in so einem Jahr das Golfspielen ermöglicht haben. Vielen Dank auch an alle meine Gans, die uns gefolgt sind, während wir die kleine weiße Kugel durch die Gegend gejagt haben. Ich hoffe, dass wir bald alle wieder Fans auch auf dem Platz begrüßen dürfen. Ich kann 2021 eigentlich kaum mehr erwarten. Bleibt alle gesund”, richtet Bernd nach dem Turnier eine Botschaft ganz besonders an seine Fans.

Nie ins Rollen gekommen

Die gesamte Saison über kam Bernd 2020 nicht wirklich ins Laufen, mit Sicherheit auch, weil die Corona-Zwangspause just in den zeitlichen Bereich fiel in dem der siebenfache European Tour Champion normalerweise so richtig ins Rollen kommt. Nach langer Stehzeit ohne Rhythmus musste er bei der Fortsetzung der Tour sich erst wieder das nötige Gefühl erarbeiten, hatte sichtlich aber über längere Zeit mit Schwierigkeiten und Ungenauigkeiten zu kämpfen, die starke Platzierungen und somit wichtige Punkte im Race to Dubai und der Weltrangliste verhinderten.

Erst im Spätherbst schien Bernd wieder zu alter Stärke aufzulaufen, was immerhin den US-Fluch der ausbleibenden Top 10 Ergebnisse in Georgia durchbrach. Beim nächsten Turnierstart ging sich dann auch am Fire Course in den Jumeirah Golf Estates ein 8. Platz aus. Dass ihm der Earth Course jedoch einfach nicht liegt, machte sich beim Saisonfinale dann vor allem am ersten Tag schmerzlich bemerkbar, denn nach der 76 (+4) war eigentlich fast schon nach nur 18 Löchern klar, dass es zum Saisonfinale kein weiteres Spitzenresultat mehr geben wird.

2021 neu durchstarten

Mit lediglich vier Top 10 Resultaten auf allen Touren, wobei Rang 4 in Georgia bei den RSM Classic aller Ehren wert war, ein 5. Platz bei den UK Championship als bestes European Tour Resultat hingegen nicht seinen eigenen Ansprüchen genügen kann, nimmt die Saison 2020 sicherlich bei Bernd selbst keinen wirklich geschichtsträchtigen Platz ein. Über die Weihnachtszeit heißt es nun neben Regeneration auch den Fokus neu zu schärfen, denn nach der Saison 2020 ist vor der Saison 2021.

Aller Voraussicht nach wird Corona in den Turnierkalendern keine allzu große Bedeutung mehr einnehmen, wenngleich abzuwarten bleibt wie die European Tour Saison tatsächlich aussehen wird. Mit noch laufender Ryder Cup Qualifikation würden sich Spitzenresultate in einem weiteren Punkt aber erfreulich zu Buche schlagen und auch um weiterhin bei allen Top-Events an den Start gehen zu können wird der Burgenländer liefern müssen, denn nach dem eher schaumgebremsten Jahr rutschte er bereits bis auf Rang 40 in der Weltrangliste ab. Langsam aber sicher fällt auch die Super-Saison 2019 der Abwertung zum Opfer, weshalb es mit ausbleibenden Resultaten sehr rasch, sehr weit zurückgehen könnte.

Der 3. Streich

In einer unglaublich spannenden Titelentscheidung haben bis zum Schlussloch mit Lee Westwood, Matthew Fitzpatrick (beide ENG) und Patrick Reed (USA) gleich drei Spieler die Chance auf den Gesamtsieg. Bis zur 16 sieht alles danach aus, als könne sich Matt Fitzpatrick beide Trophäen daheim auf den Kamin stellen, doch Laurie Canter (ENG) schmeißt am Par 3 der 17 die Nerven weg und verabschiedet sich mit einem Doppelbogey noch vom geteilten 2. Rang, was Lee Westwood somit nach der 68 (-4) als alleinigen 2. die nötigen Punkte für den Gesamtsieg einbringen würde.

Patrick Reed agiert den gesamten Tag über etwas zu fehleranfällig und wird mit einer 70 (-2) nur 3., womit er am Ende um den Tick zu wenige Punkte hamstert um dem routinierten Engländer noch gefährlich werden zu können. Fitzpatrick feiert schließlich zwar mit einer 68 (-4) den Sieg am Earth Course, muss durch Canters Faux-pas auf der 17 aber Westwood zum Sieg der Jahreswertung gratulieren. Für den mittlerweile bereits 47-jährigen ist es somit der schon dritte Gesamtsieg seiner so schillernden Karriere.

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Mühsamer Aufstieg

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – 3. RUNDE: Bernd Wiesberger taucht am Moving Day in den Jumeirah Golf Estates mit einer 69 zwar erstmals in die 60er ab, bei weiterhin generell guten Scores gestaltet sich am Earth Course der Aufstieg im Klassement aber nach wie vor mühsam.

Bernd Wiesberger hatte auch am Freitag am Earth Course wieder etliche Probleme und stolperte zunächst über weitere Fehler. Erst ab der 8 kehrte ins Spiel des Burgenländers dann wieder die altbekannte Sicherheit ein, die ihm immerhin noch drei Birdies und die 71 (-1) bescherte. Mit der zartrosa Runde konnte er jedoch nur minimal Plätze gutmachen, hofft jedoch am Moving Day nun das gute Gefühl der letzten elf Bahnen mitnehmen zu können.

Erstmals kann er am Samstag dann in dieser Woche auch einen frühen Fehler vermeiden und nimmt nach drei anfänglichen Pars am Par 3 der 4 nach starkem Abschlag das erste Birdie mit, was das Mittelfeld wieder in Sichtweite bringt. Die kurzen Bahnen hat der Burgenländer auch danach perfekt im Griff, denn auch die 6 lässt nach einem präzisen Eisen ein Birdie springen.

So gut der 35-jährige die Par 3 Bahnen im Griff hat, so wenig will bislang auf den Par 5 gelingen, denn nach mittlerweile zweieinhalb gespielten Runden hält er auf den langen Löchern noch bei Level Par, was deutlich zu wenig ist um weiter vorne mitspielen zu können. Somit fällt auch das erste Bogey des Tages kurz vor dem Turn auf der 9 doppelt schwer ins Gewicht.

Viel Leerlauf

Immerhin steuert Bernd kaum auf den zweiten Neun angekommen mit seinem dritten Birdie auf der 10 perfekt gegen. Da sich dann auch auf der 11 ein roter Eintrag ausgeht, kann er sogar sein Gesamtscore wieder auf Level Par zurückdrehen. In Folge ebbt die Aufbruchsstimmung jedoch wieder ab und da er kurz vor Ende der Runde am Par 3 der 17 einen Schlag wieder abgeben muss, scheint es auch am Moving Day wieder nur um einige wenige Ränge nach vor zu gehen.

Endlich geht sich zum Abschluss dann auch auf einem Par 5 noch ein Birdie aus, womit der siebenfache European Tour Champion auch erstmals in dieser Woche mit einer 69 (-3) die 60er knackt. Bei erneut durchwegs guten Scores kann er so zwar im Klassement weitere Ränge gutmachen, der große Sprung in Richtung Norden des Leaderboards bleibt ihm als 39. jedoch weiterhin verwehrt.

Laurie Canter, Matthew Fitzpatrick (beide ENG) und Patrick Reed (USA) teilen sich bei gesamt 11 unter Par die Führungsrolle.

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Minimale Verbesserung

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – 2. RUNDE: Bernd Wiesberger hat zunächst auch am Freitag am Earth Course wieder ordentlich zu kämpfen, ehe er in Folge auch Birdies findet. Mit der 71 (-1) kann er sich jedoch nur minimal im Klassement verbessern.

Bernd Wiesberger musste zum Auftakt einmal mehr schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass ihm der Earth Course der Jumeirah Golf Estates nicht wirklich liegt. Erst dank eines Chip-in’s am Schlussloch verhinderte er noch eine komplett birdielose erste Runde, nach der 76 (+4) ist der Weg zu den angepeilten Spitzenrängen aber bereits unangenehm weit. Da das Turnier jedoch über vier Runden ohne Cut gespielt wird, scheint nach wie vor durchaus einiges möglich zu sein.

Doch wieder findet sich der Burgenländer am selektiven Earth Course nicht wirklich zurecht und muss wie schon am Vortag erneut auf der 3 rasch den ersten Schlagverlust einstecken. In Folge entwickelt sich auch am Freitag wieder eine Birdieverfolgungsjagd, wobei der 35-jährige auf den ersten Bahnen sichtlich immer zu spät kommt. Nicht nur, dass sich so der scoretechnische Ausgleich nicht ausgeht, stolpert er am Par 3 der 6 sogar über den nächsten Fehler, der ihn zu dieser Zeit endgültig im Leaderboardkeller festnagelt.

Endlich kann er dann auf der 8 erstmals auch richtig durchpusten, nachdem das Par 4 das erste Birdie springen lässt. Das scheint das Spiel des Oberwarters richtig zu stabilisieren, denn nach recht sicheren Pars danach geht sich auf der 11 endlich der angepeilte Ausgleich aus. Der siebenfache European Tour Champion absolviert die darauffolgenden Löcher zwar ohne jeglichen Wackler, erst auf der 16 gelingt dann aber das dritte Birdie des Tages, das ihn kurz vor Schluss erstmals in den Minusbereich abtauchen lässt.

Das abschließende Par 5 lässt dann, anders als am Donnerstag, kein Birdie mehr springen, weshalb sich Bernd mit der 71 (-1) anfreunden muss. Zwar stellt dies eine klare Verbesserung zur 76 (+4) vom Vortag dar, wirklich viele Plätze kann er damit aber nicht gutmachen und startet nur als 48. ins Wochenende. Patrick Reed (USA) erwischt mit der 64 (-8) einen super Tag und führt bei gesamt 10 unter Par das Feld vor dem Wochenende an.

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Heftig geerdet

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – 1. RUNDE: Bernd Wiesberger beweist einmal mehr in den Jumeirah Golf Estates, dass der Earth Course nicht wirklich zu seinen Lieblingswiesen zählt, denn mit einer 76, wobei er erst am Schlussloch eine komplett birdielose Auftaktrunde noch verhindert, liegt er schon nach den ersten 18 Löchern weit zurück.

Mit zwei Topergebnissen bei seinen letzten beiden Starts kommt Bernd Wiesberger heuer in Spätform zum Tourfinale nach Dubai. Dennoch konnte er damit im World Ranking nicht das leichte Abrutschen auf Position 40 verhindern. Umso mehr hat der Oberwarter im Fokus nicht nur das Vorarbeiten im Race to Dubai sondern auch das Sammeln von Weltranglistenpunkten um die Starts bei den Majors und WGC-Events im kommenden Jahr abzusichern. Durch die Teilnahme von Stars wie Patrick Reed (USA), Tommy Fleetwood oder Lee Westwood (beide ENG) sowie dem hohen Preisgeld von 8 Millionen US Dollar gibt es auch fette Punkte zu holen.

Der Earth Course in den Jumeirah Estates ist nicht unbedingt der Lieblingskurs des einzigen Österreichers im Feld. Also baut er darauf, dass wenn man in Form ist, überall vorne mitspielen kann. Der Start gelingt zunächst auch noch durchwegs souverän, wenngleich er das eigentlich erhoffte schnelle Par 5 Birdie auf der 2 noch nicht auf die Scorecard notieren kann. Da er dann auf der 3 bereits den ersten Schlagverlust verdauen muss, rutscht er bereits recht früh in den Plusbereich ab.

Kein gewinnbringender Rhythmus

Auch die zweite lange Bahn der Frontnine entwickelt sich im durchwegs spürbar auffrischenden Wind wenig gewinnbringend, womit der Burgenländer weiterhin noch auf das erste Erfolgserlebnis am Earth Course warten muss. Kurz vor dem Turn stolpert er dann noch dazu auf der 9 über den zweiten Fehler, womit der Start ins Finalturnier endgültig als lediglich “durchwachsen” bezeichnet werden kann.

Die Probleme reißen auch auf den Backnine nicht ab, denn weiterhin ist Bernd auf der Suche nach dem ersten Birdie und da er sich parallel dazu ausgerechnet am Par 5 der 14 sogar das bereits dritte Bogey eintritt, nimmt eine verkorkste Auftaktrunde langsam aber sicher Gestalt an. Ein Doppelbogey am Par 3 der 17 prolongiert dann trotz eines abschließenden Chip-in Birdies auf der 18 endgültig den komplett gebrauchten Tag und nach der tiefschwarzen 76 (+4) hat der 35-jährige so als 57. bereits nach nur einer gespielten Runde bereits einen erheblichen Rückstand auf eine einigermaßen versöhnliche Platzierung.

Victor Perez (FRA) setzt sich am Donnerstag mit einer 67 (-5) an die Spitze des Feldes.

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Letzte Kräfte mobilisieren

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – VORSCHAU: Bernd Wiesberger kommt nach gleich zwei Topergebnissen in Folge in richtig guter Form zum großen Tourfinale, wo es nun am Earth Course noch einmal gilt die letzten Kräfte zu mobilisieren.

Doch recht lange benötigte Bernd Wiesberger im Corona-Jahr 2020 um wieder so richtig in Form zu kommen, denn erst im November feuerte der Burgenländer wieder auf allen Zylindern, was erst unlängst mit einem 4. Platz bei den RSM Classic in Georgia auch den bislang so hartnäckigen US-Fluch der ausbleibenden Top 10 Ergebnisse endlich durchbrach.

Angespornt vom starken Turnier in den USA nahm er letzte Woche auch vom Fire Course der Jumeirah Golf Estates mit Rang 8 ein Spitzenresultat mit und scheint so nun bestens gerüstet um noch vier letzte starke Runden im Jahr 2020 aufs Tableau zu zaubern. So wirklich zu seinen Lieblingswiesen gehört der Earth Course in Dubai jedoch nicht, denn so richtig warm wurde er mit dem Par 72 Terrain in der Vergangenheit nicht immer.

Dreht man die Uhr um ein Jahr zurück, machte ihm genau dieser Umstand auch den möglichen Gesamtsieg der Jahreswertung zunichte, denn vergangene Saison ging er sogar als Führender der Order of Merit in die World Tour Championship, musste schließlich aber Jon Rahm (ESP) und Tommy Fleetwood (ENG) im Race to Dubai noch den Vortritt lassen.

Zumindest kennt der 35-jährige das Geläuf aus bereits acht bisherigen Starts bestens. “Natürlich kenne ich den Earth Course mittlerweile wirklich gut. Das hilft natürlich. Ich habe schon bewiesen, dass ich hier sehr effizient spielen kann, werde sicher auf der Basis der guten letzten Woche aufbauen. Der Kurs ist sicherlich selektiver als in der letzten Woche, was meinem Spiel grundsätzlich entgegenkommt”, gibt er sich im Vorfeld betont optimistisch.

Trotz der eher mauen Ausgangslage – Bernd ist lediglich 54. der Jahreswertung – will er laut eigener Aussage inmitten hochklassiger Konkurrenz beim Viertagesturnier ohne Cut noch einmal alles in die Waagschale werfen. “Natürlich wäre ich im Ranking gerne weiter vorne, allerdings war es in jeder Hinsicht ein besonderes und anspruchsvolles Jahr, in welchem ich auch vermehrt auf der PGA Tour gespielt habe. Mit einer fehlerfreien Leistung kann ich noch einen großen Sprung in der Race 2 Dubai Wertung nach vorne schaffen. Es geht mir um einen positiven Saisonabschluss und auch darum, für die Majors und WGC Turniere 2021Startberechtigungen zu erspielen.”

 

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Tourfinale ohne Matthias

SOUTH AFRICAN OPEN – FINAL: Matthias Schwab verpasst am Sonntag im Gary Player CC die anvisierte tiefe Runde und somit auch das benötigte Topergebnis für Dubai. Nach einer turbulenten Saison mit vielen Höhen und einigen Tiefen steht nun in den kommenden Wochen in der Heimat vor allem Regeneration im Vordergrund.

Es klang bereits nach der 72 (Par) am Samstag etwas resignierend, als er wörtlich meinte, dass sein Spiel den gesamten Herbst hindurch nicht konstant genug war und er sich nun auch schon auf ein paar Wochen aktive Regeneration ohne Golf freut. Dabei begann die Woche eigentlich nach Maß, denn mit einer fehlerlosen 67 (-5) übernachtete er sogar in geteilter Führung. Schon am Freitag allerdings schlich sich etwas der Fehlerteufel ein und nach zwei 72er (Par) Runden rutschte er sogar knapp aus den Top 10.

Somit bleibt am Sonntag nur noch die Devise “Vollgas” über, soll sich das fürs Finalturnier in Dubai benötigte Topergebnis tatsächlich noch ausgehen. Je nach Konstellation des Leaderboards könnte sogar ein alleiniger 2. Platz von Nöten sein um noch die Top 60 im Race to Dubai knacken zu können. Aufgehen soll die Hoffnung auf die tiefe Finalrunde jedoch nicht, auch weil sich gleich das Par 5 der 1 mit einem Bogey als Stolperstein entpuppt.

Anders als am Moving Day gelingt diesmal jedoch postwendend zumindest der wichtige Konter. Das stabilisiert zwar klar das Spiel des Schladming-Pros, weitere Birdies wollen auf den folgenden Bahnen jedoch noch keine gelingen. Selbst das Par 5 der 11, das bislang zwei Birdies und sogar ein Eagle spendierte, lässt am Finaltag nur das Par zu. Nach satten zehn Löchern mit der vorgegebenen Schlaganzahl geht sich dann am Par 3 der 13 zum zweiten Mal am Sonntag nur ein Bogey aus, was ihn auch wieder etwas hinter die Top 10 zurückrutschen lässt.

Diesmal kann er auf den Fehler auch nicht rasch reagieren und stolpert auf der 17 sogar über noch einen weiteren Schlagverlust. Zum Abschluss nimmt er dann aber vom Par 5 der 18 noch sein zweites Birdie mit, unterschreibt so die 73 (+1) und beendet das Turnier so immerhin noch mit einem Erfolgserlebnis. Als 14. geht sich das anvisierte Top-Resultat aber nicht aus, womit er auch den Sprung unter die Top 60 der Order of Merit und somit auch zum Finalturnier nach Dubai verpasst.

“Die Platzierung klingt okay, ist es aber für mich nicht. Ich habe mir eindeutig mehr erwartet. Gut war nur die erste Runde mit 5 unter Par, die übrigen Runden waren leider von zu vielen Fehlern gekennzeichnet”, zeigt er sich nach der Finalrunde keineswegs zufrieden.

Knackpunkt: Verpassen der PGA Tour Card

Als kleinen Knackpunkt in der bisher so steil verlaufenden Karriere des noch 25-jährigen lässt sich wohl das knappe Verpassen der PGA Tour Card festmachen. Nach einem starken 3. Rang bei den Barracuda Championship fehlten Matthias nur noch wenige Punkte im Non-Members Ranking, die er aber selbst bei den darauffolgenden Startchancen nicht mehr sammeln konnte. Das ließ auch die bislang so traumwandlerisch sicher erscheinende Konstanz im Spiel des Steirers deutlich leiden, denn in Europa wollte es danach nicht mehr so wirklich laufen.

Immer wieder streute er zwar richtig starke Runden ein, wie etwa auch am Donnerstag in Sun City, mit deutlich zu vielen Fehlern sollten sich aber keine Topergebnisse mehr ausgehen, was schließlich nun auch das verpassen des Tourfinales in Dubai zur Folge hat. Eine durch die Corona-Krise ohnehin einigermaßen merkwürdige Saison findet somit nun für Matthias bereits ein leicht vorzeitiges Ende, nachdem er in Dubai Bernd Wiesberger keine Gesellschaft mehr leisten kann.

Wie der Vanderbilt-Absolvent selbst angesprochen hat heißt es nun vorrangig einmal aktiv zu regenerieren und Golf auch etwas aus dem Kopf zu bekommen um ausreichend Kraft für eine anstrengende kommende Saison sammeln zu können. Über Startmöglichkeiten braucht er sich jedenfalls keine Gedanken zu machen, denn mit Kategorie 10 ist er für alle European Tour Events startberechtigt.

Findet Matthias wieder die Selbstverständlichkeit im Spiel, könnte es rasch wieder unter die Top 100 der Weltrangliste gehen, was für ihn auch wieder die Möglichkeit auf Starts bei Top-Turnieren zur Folge hätte, womit er sich wiederum im Non Members Ranking der PGA Tour auf ein Neues beweisen könnte.

Christiaan Bezuidenhout (RSA) schnappt sich mit einer 69er Finalrunde und bei gesamt 18 unter Par überlegen den Sieg und feiert so nach den Alfred Dunhill Championship in der Vorwoche den bereits zweiten Triumph innerhalb von nur wenigen Tagen.

Leaderboard South African Open

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Schwere Aufgabe

SOUTH AFRICAN OPEN – 3. RUNDE: Matthias Schwab muss sich im Gary Player CC nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem Bogey am Schlussloch erneut mit einer 72 anfreunden, was die Ausgangslage im Hinblick auf das benötigte Topergebnis deutlich verschärft.

Matthias Schwab konnte am Freitag nicht mehr ganz an die perfekte Auftaktrunde anknüpfen, auch weil das Spiel von Tee bis Grün etwas fehleranfälliger wurde. Dennoch geht er aus dem absoluten Spitzenfeld in den Moving Day und hat so nach wie vor klar die Chance auf das angepeilte absolute Topresultat.

Diese Chancen schwinden dann jedoch gleich auf der 1 dramatisch, denn das anfängliche Par 5 brummt dem Rohrmooser sogar ein Doppelbogey auf, womit er nach nur einer gespielten Bahn sogar aus den Top 10 rutscht. Die Probleme reißen auch danach nicht ab und nach einem weiteren schnellen Fehler am Par 3 der 3 droht er endgültig den Anschluss zu verlieren.

Das Par 5 der 5 allerdings entpuppt sich dann erstmals am Samstag als gewinnbringend und spendiert dem Vanderbilt-Absolventen auch das erste Birdie. Das stabilisiert das Spiel des Schladming-Pros endgültig und da sich kurz vor dem Turn auf der 9 noch ein weiteres Birdie ausgeht, rücken auch die Top 10 wieder klar in den Fokus.

Adler gelandet

Die zweiten Neun beginnen dann regelrecht mit einem Paukenschlag, denn da er am Par 5 der 11 sogar den Adler landen lässt, drückt er sein Score sogar erstmals am Samstag in den roten Bereich. Am anspruchsvollen Par 72 Terrain lässt er auf den Bahnen danach nichts anbrennen, muss jedoch wie schon am Vortag auch diesmal wieder am abschließenden Par 5 noch ein Bogey einstecken, was wie schon am Freitag eine 72 (Par) zur Folge hat.

Damit rutscht der noch 25-jährige als 12. auch aus den Top 10. Um das benötigte Spitzenresultat – je nach Leaderboard-Konstellation könnte es sein, dass Matthias sogar einen alleinigen 2. Rang benötigt um die Top 60 im Race to Dubai noch zu knacken – tatsächlich noch einfahren zu können, muss er am Sonntag nun wohl von Beginn an Vollgas geben.

“Die beiden Runden gestern und heute verliefen sehr ähnlich. Es passieren zu viele Fehler, um sich weiter vorne platzieren zu können. Mein Spiel war den ganzen Herbst hindurch nicht konstant genug. Ich werde morgen nochmals versuchen eine gute Abschlussrunde hinzubringen und freue mich dann auf ein paar Wochen aktive Regeneration ohne Golf”, fasst Matthias den Moving Day gewohnt selbstkritisch zusammen.

Christiaan Bezuidenhout (RSA) geht nach der bereits dritten 67 (-5) und bei gesamt 15 unter Par mit gleich fünf Schlägen Vorsprung in den Schlusstag.

Leaderboard South African Open

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