Zähne gefletscht

ANDALUCIA MASTERS – 1. RUNDE: Der Real Club Valderrama fletscht gleich am ersten Spieltag die Zähne und brummt etwa Topfavorit Jon Rahm sogar eine 78 (+7) auf. Bernd Wiesberger und Matthias Schwab hingegen kämpfen sich wacker über die megaschwere Anlage und bringen sich mit Runden von 73 bzw. 74 Schlägen immerhin auf Cutkurs.

Auch nach dem Ryder Cup präsentierte sich Bernd Wiesberger in Madrid spielerisch voll auf der Höhe, ohne sich dafür mit einem Topergebnis und fetten Punkten für das World Ranking zu belohnen. Beim zweiten spanischen Topevent in Valderrama sollte der Burgenländer endlich den verdienten Lohn für seine ansprechenden Leistungen einfahren. Bei 3 Millionen Euro Preisgeld und entsprechend guten Weltranglistenpunkten könnte er sich näher an den Eliteclub der Top 50 heranarbeiten.

Der äußerst selektive Kurs von Valderrama mit seinem harten, schnellen Grüns sollte Wiesberger liegen, auch wenn er dies im Vorjahr bei extremen Windverhältnissen mit einem 31. Platz nicht ganz zeigen konnte. Das Starterfeld des Andalucia Masters kann sich mit Jon Rahm, Martin Kaymer und Matt Fitzpatrick heuer durchaus sehen lassen. Matthias Schwab, der zuletzt auf der PGA Tour als 1. der Warteliste vom Pech verfolgt war, ändert kurzfristig seinen Turnierplan und schiebt in Valderrama einen ungeplanten Stopp auf der European Tour ein.

Anlaufschwierigkeiten

Bernd Wiesberger nimmt das Turnier am Donnerstag erst mit später Startzeit in Angriff und kommt bei unangenehmen und schwierigen Verhältnissen über die ersten beiden Bahnen noch unbeschadet drüber. Das erste Par 3 allerdings entpuppt sich dann als etwas zu harte Nuss und ringt dem Südburgenländer den ersten Schlag ab. Nach verzogener Grünattacke geht sich am darauffolgenden Par 5 der Konter nicht aus und nach einem recht sicheren Par auf der 5 muss er am Par 3 der 6 nach zu kurzem Teeshot und zu kurzem Chip danach das nächste Bogey auf der Scorecard verewigen.

Valderrama zieht dem Oberwarter auch danach den Nerv, wobei er sich mit Ungenauigkeiten auch selbst das Leben enorm schwer macht. Auf der 9 etwa muss er nach einem Hook vom Tee am Ende sogar das Doppelbogey hinnehmen, womit es im Klassement richtig unangenehm zurück geht. Erst am Par 5 der 11 bricht dann endlich der bis dahin so hartnäckige Birdiebann, wenn auch nur mit Glück, denn nach einem viel zu schnellen Pitch trifft er mittig die Fahnenstange und hat zum ersten roten Eintrag nur noch ein Tap-in übrig.

Spiel geschärft

Das Birdie schärft zwar das lange Spiel einigermaßen, da er sich danach kaum in nennenswerte Probleme bringt, mit den Grüns des RC Valderrama wird der achtfache European Tour Champion aber auch weiterhin am Donnerstag nicht richtig warm, wie eine ausgelassene Großchance am schwierigen Par 3 der 15 aus gut drei Metern zeigt. Wenn die Putts aus dieser Distanz nicht reinwollen, müssen die Bälle eben noch näher hin und genau das macht der Oberwarter am Par 5 der 17 aus dem Grünbunker und holt sich so auch von der zweiten langen Bahn der Backnine das Birdie ab.

Am zähen Schlussloch lässt Bernd schließlich nichts mehr anbrennen und marschiert so mit der 73 (+2) über die Ziellinie, was angesichts des enorm anspruchsvollen Terrains und der diffizilen Windverhältnisse eine durchwegs ansprechende Auftaktleistung darstellt. Vom 39. Platz aus aus sind die Top 10 nur wenige Schläge weit entfernt und da am Freitag noch stärkerer Wind vorhergesagt ist, könnte sich die frühe Startzeit als enorm hilfreich herausstellen.

Hin und Her

Zum Auftakt ist Matthias Schwab gleich mit früher Startzeit unterwegs und lässt zunächst auf den ersten beiden Bahnen der Backnine nichts anbrennen. Das zähe Par 3 der 12 entwickelt sich dann jedoch nicht gewinnbringend und hängt dem 26-jährigen das erste Bogey um. Der Steirer lässt sich vom kleinen Ausrutscher aber nicht aus der Ruhe bringen und krallt sich auf der 14 recht zeitnah auch das erste Birdie, womit er sein Score rasch wieder zurechtrückt.

Wieder wird ihm danach allerdings eine der kurzen Bahnen im Real Club Valderrama zum Verhängnis, denn schon auf der 15 rutscht er mit Bogey Nummer 2 wieder in den Plusbereich ab. Der Rohrmooser fightet aber wie ein Löwe, schnappt sich am Par 5 der 17 sein zweites Birdie und stellt so sein Score einmal mehr wieder auf Level Par, was jedoch erneut nicht lange von Bestand hat, da er sich rund um den Turn sowohl auf der 18 als auch auf der 1 weiter Fehler eintritt, womit er rasch wieder Ränge einbüßt.

Matthias stabilisiert in Folge sein Spiel aber wieder und weiß mit der 4 das einzige Par 5 der vorderen Platzhälfte gut auszunützen, womit er einen der beiden Fehler wieder ausradieren kann. Bei immer schwieriger werdenden Windverhältnissen kann er jedoch gegen Ende der Runde auf der 7 und der 8 weitere Fehler nicht verhindern und rutscht damit doch spübar im Klassement ab. Immerhin hält ihm die 74 (+3) aber als 58. noch alle Chancen auf ein Erreichen des Wochenendes offen. Julien Guerrier (FRA) legt mit der 67 (-4) den besten Start hin.

Leaderboard Andalucia Masters

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